Meine Aufgaben im Projekt

Schon fast drei Monate bin ich jetzt Teil des Teams in der Komar Rekreay Association und wie ich in meinem ersten Blogeintrag zu meinem Projekt erzählt habe, sind meine Aufgaben hier sehr unterschiedlich. Davon, dass diese Aufgaben sich mittlerweile eingespielt hätten kann ich aber trotz der schon vergangenen Zeit noch nicht sagen, was vor allem auch daran liegt, dass sich die Rahmenbedingungen und die resultierenden Aufgaben sich ändern und so auch immer mal etwas Neues hinzukommt.

Doch was macht die Komar Rikreay Association überhaupt? „Komar Rikreay“ ist Khmer und bedeutet übersetzt „Glückliche Kinder“ und dafür zu sorgen, dass Kinder glücklich und sorgenfrei mit Zugang zur Bildung aufwachsen können, hat sich diese Organisation zur Aufgabe gemacht. Die Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen können sehr unterschiedlich sein. Manche Kinder und deren Familien werden zum Beispiel mit Essen versorgt, sodass sie Geld sparen können, um ein selbständiges Familienunternehmen aufzubauen und die Kinder zur Schule zu schicken. Andere Kinder, die aus welchen Gründen auch immer, keine Eltern mehr haben, werden in Pflegefamilien vermittelt oder bei anderen Verwandten untergebracht. Bei diesen Fällen sind dann die Sozialarbeiter des Projekts noch monate- oder jahrelang hinterher und schauen regelmäßig, wie es den Kindern geht. Wieder andere Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen werden von Mitarbeitern zu Besuchen im Krankenhaus begleitet und es wird mit deren Familien überlegt, wie man die Situation der Kinder verbessern kann. Das ist in Kambodscha sehr wichtig, da hier der Umgang mit Kindern mit zum Beispiel Autismus noch wenig erprobt und wenig inklusiv ist. In allen Fällen steht das Kind zwar im Fokus, doch um die Lebensumstände des Kindes zu verbessern muss die ganze Familie ins Blickfeld genommen werden. Dafür gibt es zum Beispiel Workshops oder Tipps zum Thema „positive Erziehung“.

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Um die Ziele bestmöglich zu erreichen, arbeitet die KMR nicht nur allein, sondern kooperiert mit vielen lokalen Behörden und Organisationen. Dadurch können Kinder, die Unterstützung brauchen schneller identifiziert werden und zu passenden Stellen vermittelt werden, um zum Beispiel intensivere Pflege oder eine Ausbildung zu bekommen. Außerdem nehmen die Mitarbeiter hier oft an Trainings und Weiterbildungen in der Hauptstadt teil und verbreiten dieses Wissen dann hier in Battambang, in dem wieder kleinere Workshops mit Mitarbeitern anderer Organisationen und Institutionen hier bei uns im Projekt stattfinden.

Meine hauptsächliche Aufgabe liegt dabei beim Unterrichten und Programm gestalten, um den Kindern, die in Pflegefamilien untergebracht sind, etwas Freizeitprogramm zu bieten und spielerisch etwas an ihrem Englisch zu arbeiten. An zwei Tagen in der Woche kommen nun vormittags und nachmittags die Kinder, die vom Projekt unterstützt werden, aus ihren Familien in das Projekt und zusammen lernen wir Englisch, üben das Singen leichter englischen Lieder, Basteln Kleinigkeiten und spielen einfach mal Spiele. Auch Fußball spielen ist hier hoch im Kurs und da darf ich als gefragter Mitspieler dann nicht fehlen.

Da die Altersspanne, wie im letzten Eintrag erwähnt, sehr groß ist, versuche ich beim Englisch-Unterricht immer etwas zu finden, was ich mit allen machen kann oder verschiedene Aufgaben zu stellen, sodass auch alle etwas gefordert werden. Da es hier bei vielen noch an den Zahlen, dem Alphabet und dem Lesen im generellen hapert, mache ich zur Zeit viele Zuordnungs-Spiele bei denen dann Paare von Zahlen und den entsprechenden Wörter gebildet werden müssen oder ein kleines Quiz bei dem die Buchstaben erraten werden müssen. Das klingt erstmal sehr simpel, da aber hier in der Schule nicht viel Englisch unterrichtet wird, ist das ein guter Weg um ein bisschen den regelmäßigen Umgang mit der Sprache zu fördern und mit meinem noch kleinen Wortschatz an Khmer ist dieses Basiswissen auch nicht so schwer zu vermitteln, sodass ich mittlerweile auch des Öfteren ohne Unterstützung einer Kollegin mit den Kindern alleine Unterricht mache. Da muss ich mir die Aufmerksamkeit der Kinder zwar manchmal erstmal erarbeiten, aber da die meisten eigentlich gerne neues Lernen ist das gar nicht so schwer und ist eine schöne Herausforderung, um auch Khmer zu üben.

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Im Oktober hatte dann mein Projekt eine Jugendgruppe im Alter von 16-19 Jahren mit zwei Betreuern aus Frankreich zu Gast. Diese sind über einen Partner unseres Projekts als „Kurzzeit-Freiwillige“ für acht Tage nach Battambang gekommen. Die Organisation des Programms und die Durchführung sollte eigentlich unser Fundrasing Officer übernehmen, der selbst Franzose ist. Da dieser aber Mitte September eine neue Stelle im Tschad angenommen hat, fiel diese Aufgabe mir zu. Das bedeutete einige Planung im Vorfeld wofür ich auch mit einigen französischen NGOs hier vor Ort Kontakt hatte, sodass dein ein buntes Programm inklusive Aktionen mit unseren Kindern, Schulbesuch, Landausflug, und Austausch mit Schülern im französischen Institut bereitstand. Während des Aufenthalts habe ich dann die Gruppe bei uns durch das Projekt geführt und sie zu vielen Programmpunkten begleitet um dort auch als Übersetzer etwas zu helfen. Da ich in der Schule fünf Jahre Französisch gelernt habe kann ich Französisch noch sehr gut verstehen, doch beim Sprechen hapert es bei mir. Doch so konnten die Franzosen, bei denen einige mit Englisch Schwierigkeiten hatten, einfach Französisch mit mir reden und ich habe auf Englisch geantwortet und schon konnten wir uns super verständigen. Außerdem konnte ich ihnen einige meiner schönsten Ecken Battambang zeigen, von denen ich schon viele kennengelernt habe. Auch ein schöner Programmpunkt waren die gemeinsamen Aktionen mit den Kindern aus unserem Programm. Zusammen haben wir T-Shirts dekoriert, eins unserer Häuser verziert und Spiele gespielt. Dazu brauchte man meist keine Sprache sodass alle viel Spaß und eine schöne, aber auch volle Woche hatten.

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Da bei der Verlängerung meines Visums etwas schief gelaufen war, musste ich zusätzlich zu all dem Programm dringend persönlich in Phnom Penh meinen Pass in das entsprechende Ministerium bringen. In Battambang wurde ich aber auch gebraucht, sodass keine Zeit für einen langen Aufenthalt in der Hauptstadt war. Auf dem Hinweg habe ich den Nachtbus genommen, sodass ich morgens um 05:00 Uhr ankam. Bis um 08:30 Uhr das Ministerium aufmachte, habe ich die Zeit in einem 24h Café verbracht und kurz gefrühstückt, um dann zwei Stunden im Ministerium darauf zu warten meinen Pass einreichen zu können. Anschließend war noch Zeit, um einen kleinen Snack für die Rückfahrt zu besorgen, und schon ging es mit dem Minibus die guten sechs Stunden wieder zurück nach Battambang, sodass ich innerhalb von circa 20 Stunden wieder am Beginn der Reise stand. Der Aufwand hat sich aber gelohnt und ich habe mittlerweile mein Visum für den gesamten Rest des Jahres inklusive mehrfacher Ein- und Ausreisemöglichkeit, sodass ich jetzt damit keine Probleme mehr haben sollte.

In der Zeit, in der ich gerade nicht Unterrichte oder andere Aktivitäten mit den Kindern unternehme, habe ich immer noch die Aufgabe des Communication Officers. Das bedeutet ich kümmere mich um regelmäßige Posts auf der projekteigenen Facebookseite (da Facebook in Kambodscha das am meisten genutzte soziale Netzwerk ist und sogar als Suchmaschine häufiger als Google verwendet wird), die Verwaltung der Fotos und helfe nebenbei noch beim Schreiben und korrigieren englischer Berichte für die Partner-Organisationen. Außerdem fahre ich ab und zu mit zu den Familien hier in Battambang oder begleite Mitarbeiter auf Touren in die Provinz, auf denen wir Essen verteilen oder kleine Bildungsveranstaltungen für Eltern organisieren. Inoffiziell habe ich jetzt auch noch die Rolle des Techniksupports. Wenn irgendwo der Download nicht beginnt, eine E-Mail Signatur eingefügt werden soll oder der Drucker werde ich gefragt, ob ich da helfen kann und als Technik-Enthusiast mache ich das doch gerne

 

Soweit also alles Roger in Kambodscha,

Euer Moritz

 


Neue Freunde, viel Musik und atemberaubende Ausflüge

An einem „normalen“ Tag, wenn man das bei all den kleinen Abenteuern so nennen kann, bin ich ziemlich viel Zeit im Projekt. Mit dem Fahrrad komme ich dort morgens um 08:00 Uhr an und bleibe, bis auf eine 90-minütige Mittagspause, bis 17:00 Uhr dort oder bin auf Fieldvisits unterwegs. Das bedeutet aber keineswegs, dass ich nichts unternehmen kann. Wie meine Freizeit und mein sonstiger Alltag hier in Battambang aussieht möchte ich euch in diesem Eintrag mal einmal näherbringen.

Da ich allein in einer kleinen Wohnung wohne, gehören vor allem erstmal Dinge wie Einkaufen und Kochen zu meinen täglichen Aufgaben. Das ist erstmal eine kleine Herausforderung gewesen, doch da ich meine Kochkünste als nicht allzu schlecht einstufe, war für mich die Schwierigkeit nicht immer das gleiche zu kochen und neue Rezepte und Ideen zu finden. Dass ich keinen Backofen und nur eine sehr kleine Küche zur Verfügung habe, macht das dann auch nicht unbedingt leichter. Für die Eingewöhnungsphase war es aber sehr angenehm, dass es hier zwei Supermärkte gibt, in denen die Preise bei vielen Dingen nicht wesentlich höher, als auf dem Markt sind, sodass ich dort ohne Handeln und ohne Gesuche im Gewirr des Marktes einkaufen kann.

Manchmal muss ich aber mittags nicht selbst kochen, da ich sehr nette Freunde gefunden habe, die mich schon des ein oder andere Mal einfach in der Mittagspause zu sich eingeladen haben, wo wir dann alle zusammen gekocht haben. Mein engerer Freundeskreis besteht gerade aus einer anderen deutschen Freiwilligen, die schon seit neun Monaten hier lebt, und drei kambodschanischen Jugendlichen zwischen 20 und 24 mit denen ich unglaublich viel unternehme. Wir waren schon zusammen im Kino, haben Ausflüge in die ländliche Gegend von Battambang gemacht, waren Eis essen, haben kleine Partys gefeiert und waren sogar schon Schwimmen im Wasserpark. Gestern Abend habe ich dann für alle bei mir zu Hause leckere Pfannkuchen gebacken. Außerdem waren sie mir am Anfang eine große Hilfe da sie mir bei der Besorgung von zum Beispiel Regalen und ähnlichem geholfen haben, da sie eben wissen, wo man so etwas bekommt. Außerdem können sie noch etwas auf Khmer verhandeln, sodass ich nicht jedes Mal viel zu viel bezahle.

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Das leitet direkt zu meiner nächsten Freizeitbeschäftigung weiter, denn mein Sprachunterricht geht weiter. Ein bis zweimal in der Woche treffe ich mich in der Mittagspause für eine Stunde mit einem Sprachlehrer, der mir hilft, mehr Khmer zu lernen, denn das kann ich hier im Projekt und im Alltag wirklich gebrauchen.

Freitags am frühen Abend treffe ich mich dann meistens mit einigen englischsprachigen „Ausländern“, die auch bei NGOs in Battambang arbeiten, in einer Bar, um uns einfach ein bisschen auszutauschen, und hinterher gehen wir alle ins „Here be Dragons“. Das ist ein Hostel mit einer Bar, die jeden Freitagabend ein „Open Mic“ kombiniert mit einer kleinen Jamsession veranstalten. Wenn es ums Musikmachen geht bin ich immer dabei, sodass ich da auf der Cajon eigentlich schon zur Band gehöre. Mit dem Bassisten, der auch des Öfteren dort hinkommt, und einem weiteren Gitarristen treffe ich mich manchmal auch noch samstags für eine kleine Jamsession, sodass ich musikalisch auf meine Kosten komme. wenn das dann aber immer noch nicht reicht, schnappe ich mir oft einfach mal nach der Arbeit zu Hause meine Gitarre und übe einfach ein bisschen.

Vor 2 Wochen fand dann in Battambang das Waterfestival statt. Das ist im Kern eigentlich der Vorentscheid im Bootsrennen für die große Regatta in Phnom Penh im November. Dabei treten Drachenboot artige Boote mit bis zu 50 Insassen gegeneinander über eine kurze Distanz an. Da hier jedes Team in dem Boot fährt, das sie auftreiben können, sind diese sehr unterschiedlich groß und haben unterschiedlich viele Personen an den Paddeln, sodass einige Rennen vielleicht nicht ganz fair sind. Spaß macht es aber glaube ich trotzdem für die Fahrenden und alle Zuschauer. Das Festival ist das Ereignis der Provinz, weswegen sehr viel Leute aus der ganzen Region anreisen. Ab Mittwoch öffnete der Markt inklusive Fahrgeschäfte und Bühne mit Livemusik entlang des Flusses seine Stände und gewann bis zum Sonntag immer mehr Besucher. Die Rennen fanden am Samstag und Sonntag statt. An diesen beiden Tagen war der Verkehr in Battambang ein einziges Chaos, da viele Straßen gesperrt und sehr viele Leute da waren, sodass ich mich mit meinen Freunden am Sonntag dann mit einem Ausflug aufs Land etwas aus dem riesigen Trubel gerettet habe. Da waren wir auch auf einem sehr netten Markt, den man in den Bildern sieht.

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Eine weitere Abwechslung hat Johanna, meine Mitfreiwillige, in meinen Alltag gebracht indem sie für eineinhalb Wochen hier zu Besuch war. Da ich in der letzten Zeit in Battambang viel im Projekt beschäftigt oder mit meinen Freunden unterwegs war, hatte ich selbst noch nicht wirklich viel der Sehenswürdigkeiten in der Region gesehen. Deshalb habe ich mit Johanna dann mal die Gelegenheit genutzt und vieles erkundet, wie zum Beispiel den alten Bamboo Train, was eine alte Gleisstrecke ist, auf der kleine Wagen fahren, die für den Transport von Materialien und Lebensmitteln genutzt wurde und auch immer noch wird. Darauf haben wir eine abenteuerliche Fahrt unternommen und wenn einem ein Wagen entgegenkommt, wird einfach der Waagen und dann die beiden Achsen von der Strecke gehoben und der andere kann passieren. Etwas außerhalb von Battambang haben wir uns auch die Fledermaushöhle angeschaut, aus der am Abend mehrere Millionen Fledermäuse ausströmen. Zusammen mit meinen Freunden standen wir dann staunend vor der Höhle und haben im Sonnenuntergang dieses Naturschauspiel bewundert. Eine weitere Station war auch noch die Krokodils Farm, die direkt hier um die Ecke liegt. Dort werden hunderte Krokodile gezüchtet und es ist wirklich spannend die mal aus nächster Nähe zu sehen.

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Vier Tage dieser Zeit haben wir zusammen dann noch genutzt, um einen Ausflug nach Siem Reap zu machen, wobei wir den Hinweg nicht wie üblich mit dem Bus, sondern mit dem Boot unternommen haben. Das hat zwar sieben Stunden gedauert, doch war ein super Abenteuer, da man durch das riesige Schwemmland und an den schwimmenden Dörfern vorbeifährt. Vor allem vom Dach des schmalen Bootes hat man einen großartigen Blick, man muss aber mit der sengenden Sonne aufpassen, denn sonst ist ein Sonnenbrand vorprogrammiert. Da gerade durch die Regenzeit sehr viel Wasser vorhanden war, standen viele Bäume zum Teil unter Wasser, sodass das Boot gerade so zwischen den Ästen hindurchfahren konnte. Dabei musste man aber sehr aufpassen, da oft Äste ins Boot reichten oder unvorhergesehen ins Bootsinnere schnellen. Außerdem haben wir an einer Station Reissäcke eingeladen, welche dann im Laufe der Fahrt an verschiedenen Stellen wieder abgeladen wurden und auf dem Ton le Sap See viel auch noch der Motor des Bootes aus. Den konnte der Fahrer zwar innerhalb kurzer Zeit wieder in Gang bringen, doch das verlängerte die Fahrt nochmal ein bisschen.

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In Siem Reap haben wir uns einen Abend mit den schottischen Freiwilligen von „Project Trust“ getroffen und sind auch mal durch die „Pub Street“ gezogen. Das große Highlight war aber die Tour mit dem Tuktuk durch die Tempelanlage von Angkor Wat. Diese gilt als größte Touristenattraktion in Kambodscha und verdient in meinen Augen diesen Titel auf jeden Fall. Angkor Wat, der größte der vielen Tempel dort, ist gigantisch und ein beeindruckendes Bauwerk, doch auch die anderen Tempel, die wir besichtigt haben, sind nicht weniger lohnenswert. Einige sind noch sehr intakt, andere sind von gigantischen Bäumen überwachsen und bieten einen faszinierenden Anblick. Von Tempel zu Tempel wurden wir zwar von unserem Tuktuk-Fahrer gebracht, was aber nicht heißt, dass die Besichtigung nicht anstrengend war. Die meisten Tempel kann man über Treppen erklimmen. Die Treppenstufen sind aber oft nicht sehr tief, dafür aber sehr hoch und steil, sodass es bei rund 35°C ein sehr schweißtreibender, aber sehr schöner Ausflug war.

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Für die nächste Zeit habe ich vielleicht die Gelegenheit in einer kleinen Band mitzuspielen und außerdem noch geplant mich hier im Fitnessclub anzumelden und dort zu den Trainings zu gehen, aber gerade war ich wegen meines Visums auf einem 20h Trip in die Hauptstadt und gleichzeitig haben wir eine Gruppe aus Frankreich zu Gast, sodass gerade enorm viel zu tun ist. Wie gerade meine Aufgaben im Projekt aussehen und was ich mit der Jugendlichen-Gruppe aus Lyon zu tun habe, erfahrt ihr dann im nächsten Eintrag.

Soweit alles Roger in Kambodscha,

Euer Moritz


Jugend-Konferenz in der Hauptstadt

Wie schon im letzten Blogeintrag erwähnt hatte ich die Chance eine Woche in der Hauptstadt von Kambodscha zu verbringen, was ich einer sehr spontanen Einladung eines Partners meines Projekts zu einer Jugend-Konferenz zu verdanken habe, die am 22.09. in Phnom Penh stattfand. Der Veranstaltungsort war der 17. Stock einer Sprachschule mit fantastischem Ausblick und das Thema war die Umsetzung der "SDGs" in Kambodscha und die Beteiligung von Jugendlichen dabei. "SDGs" steht für „Sustainable Development Goals“. Das sind 17 Ziele, die die Vereinten Nationen 2016 beschlossen haben und bis 2030 erreicht werden sollen, um eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene zu erzielen. Kambodscha hat auf Grund seiner besonderen Geschichte und die andauernde Gefahr durch verminte Gebiete in vielen Landesteilen das 18. Ziel „Minenfreies Kambodscha“ für sich hinzugefügt und alle 18 als offizielle Ziele anerkannt. Im Zuge dessen wurde in Kooperation mit der UN ein Jugend-Botschafter Team für SDGs in Kambodscha ins Leben gerufen, das aus 20 Jugendlichen besteht und unteranderem zu dieser Konferenz eingeladen hat. Gekommen waren über 150 Jugendliche mit sehr verschiedenen Hintergründen. Die meisten waren entweder Studenten oder Schüler, doch ich war nicht der einzige Freiwillige und auch nicht der einzige Nicht-Kambodschaner. Da mein Khmer noch nicht für große Konversationen und erst recht nicht für Diskussionen über Nachhaltigkeit reicht, wurden alle Reden sowie die Podiumsdiskussion in Echtzeit auf Englisch übersetzt und uns per Kopfhörer zur Verfügung gestellt. Zur Podiumsdiskussion waren Lehrer, Anwälte, Mitarbeiter von Nicht-Regierungs-Organisationen, eine UN Abgesandte und weitere Experten eingeladen wobei diese, wie das gesamte Programm, von den Jugend-Botschaftern moderiert wurde. Richtig spannend wurde es dann, als wir uns in sechs kleinere Gruppen aufgeteilt haben und in dieser über ein Ziel explizit diskutiert haben. Dabei war ich der Gruppe „Wirtschaftliches Wachstum und menschenwürdige Arbeit“ zugeordnet, was vor allem hier ein spannendes Thema ist. Wirtschaftliches Wachstum erreicht Kambodscha mit 7% Wachstumsrate im Jahr ziemlich gut. Bei würdigen Arbeitsbedingungen sieht das aber ganz anders aus. Die Quellen variieren etwas, doch sicher ist, dass im informellen Sektor in Kambodscha über 80% der Arbeiter tätig sind. Ein riesiger Anteil, wenn man bedenkt, dass diese keinen Zugang zum Sozialsystem, zur Krankenversicherung oder zu Mindestlöhnen haben. Doch nicht nur informell wird gearbeitet, sondern auch Zwangsarbeit und Kinderarbeit sind noch große Probleme, mit denen das Land zu kämpfen hat.

Voll besetzter Konferenzraum

Im generellen wurde auf der Konferenz darauf geschaut, welche Rolle Jugendliche in der Umsetzung dieser Ziele haben, wo sie sich einbringen können und wo sie essenziell gebraucht werden, um überhaupt die SDGs zu erreichen. Ich hatte dabei den Eindruck, dass hier noch ein Konflikt zwischen dem Bewusstsein, dass Jugendliche mit ehrenamtlichem Engagement gebraucht werden, und dem gesellschaftlichen Verständnis, dass Jugendliche erstmal ihre Schulbildung abschließen und sich voll darauf konzentrieren sollen.

Für mich, der erst seit knapp zwei Monaten in Kambodscha lebt, war die Konferenz sehr bereichernd, denn im Umgang mit Kambodschanern habe ich meist sehr höfliche, aber doch eher verschlossene Menschen erlebt. So waren mir viele Probleme, die auf der Konferenz angesprochen wurden, gar nicht bewusst und das hat mir mal ein anderes Bild der Bevölkerung vermittelt.

Ausblick über Phnom Penh

Anschließend an die Diskussionen wurden die Ergebnisse für alle präsentiert und daraus ein gemeinsames Statement zur Veröffentlichung formuliert. Das erschien mir erstmal fremd, da dort keine konkreten Forderungen, sondern nur grobe Diskussionsergebnisse, generell der Inhalt und die Zusammensetzung der Konferenz festgehalten wurden, aber um auf das Thema aufmerksam zu machen und Grundlagen für weitere Arbeit zu legen ist das ein super Schritt.

Abschluss mit Statement und Fotos

Und so endete dann auch nach über acht Stunden Programm die Jugend-Konferenz in Phnom Penh, doch weitere sind schon in der Vorbereitung und wenn ich noch einmal die Chance bekomme an einer teilzunehmen, würde ich diese sofort ergreifen.

Euer Moritz


Zwischen Battambang und Phnom Penh

Meine Ankunft in Battambang ist jetzt schon fast einen Monat her und die Zeit ist fast wie im Flug vergangen. Das kann aber auch daran liegen kann, dass so viel passiert ist und kein Tag wie der vorherige war.

Vor allem in meinem Projekt gab es in der letzten Zeit immer mehr und sehr verschiedene Dinge zu erleben, denn für die im letzten Blog erwähnten Öffentlichkeitsarbeit steht nicht nur am Computer arbeiten auf dem Plan. Natürlich sitze ich dafür auch des Öfteren mal im Büro an meinem Schreibtisch und schreibe Facebook-Posts oder bearbeite Bilder für Instagram, doch wirklich spannend wird es, wenn ich auf die „Fieldvisits“ mitfahren darf. Dabei bringen wir zum Beispiel mit dem Tuktuk Essen und andere nützliche Dinge zu Familien, die vom Projekt betreut werden oder veranstalten kleine Bildungsveranstaltungen zu Themen, wie zum Beispiel Gesundheit, für Eltern weiter draußen in der Provinz. Da helfe ich dann wo ich kann in dem ich entweder beim Ausladen helfe oder auf die kleineren Kinder aufpasse. Da mein Khmer noch nicht für Unterhaltungen reiht ist meine Hauptaufhabe die „Fieldvisits“ mit Fotos zu dokumentieren und diese dann für die Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen.

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Die Kinder, die in Pflegefamilien von meinem Projekt unterstützt werden, haben gerade, wie alle Kinder in Kambodscha, den gesamten Oktober Schulferien. Als zweite große Aufgabe habe ich deshalb diese Woche angefangen an zwei Tagen die Woche ein Ferienprogramm hier im Projekt zu machen. Dazu kommen ungefähr 15 Kinder zwischen sechs und sechzehn Jahren für eineinhalb Stunden her und ich lerne mit denen ein bisschen Englisch, mache Musik du spiele einfach Spiele mit allen. Da mein Khmer Unterricht erst nächste Woche startet, habe ich dazu noch Hilfe von einer Mitarbeiterin, die manches übersetzt. Außerdem ist es nicht ganz einfach 15 Kinder verschiedensten Alters zusammen und bei Laune zu halten, weshalb ein bisschen Unterstützung super ist.

Die dritte Septemberwoche hatte ich die Chance dahin zu fahren, wo ich auf meiner Durchreise gerade erst war, nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, da ich am 22.09. zu einer Jugend-Konferenz eingeladen war. Diese war eine großartige Veranstaltung zum Thema „Umsetzung der SDGs in Kambodscha“. Wen die Einzelheiten dazu interessieren kann das in einem baldigen extra Blogeintrag dazu lesen. Die Anreise war sehr abenteuerlich, da ich einen Nachtbus genommen habe, der statt den üblichen 6 Stunden, 9 Stunden gebraucht hat, doch so war ich trotzdem schon einen Tag früher in Phnom Penh. Da in der Woche nach der Konferenz noch zwei Feiertage lagen und am Donnerstag der Deutsche Abend der deutschen Botschaft stattfand, habe ich die Gelegenheit genutzt und konnte neben dem Sonntag auf der Konferenz weitere 5 Tage in Phnom Penh nutzen, um die Stadt zu erkunden. Außerdem war an diesem Wochenende eine ehemalige Klassenkameradin von mir über das Wochenende auch in der Stadt und Johanna kam aus Kep auch gerade für eine Woche vorbei, sodass ich direkt schon wen zum Stadterkunden hatte. Das habe dann auch voll ausgenutzt und den Königspalast, den Central Market, viele sehr schöne Tempel und eine Seidentuch-Produktion angeschaut, sowie auch mal eine Fährfahrt über den Mekong unternommen.

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Einen Tag habe ich komplett darauf verwendet einmal quer durch die Stadt zu laufen, was für Kambodschaner sehr komisch erscheint, da hier eigentlich keiner läuft. Entweder nimmt man das Moto oder ein Tuktuk. Dabei ist mir sehr stark aufgefallen, wie groß die Gegensätze in Phnom Penh doch sind. Einerseits gibt es einige riesige Shopping-Malls, bei den man meinen könnte, dass man mitten in Berlin ist und überall schießen neue Hochhäuser mit Glasfassade aus dem Boden. Andererseits war ich dort des Öfteren mit Armut und Menschen, die auf der Straße leben konfrontiert, was mich manchmal etwas überfordert hat, da Phnom Penh eine Stadt mit einer so boomenden Industrie und Wirtschaft ist.

In dieser Woche habe ich auch das Genozid Museum und die Killingfields besichtigt. Dort wird dem Genozid von 1975 bis 1979 gedacht und dieser sehr anschaulich aufgearbeitet. Vor allem mit dem Audioguide waren das sehr prägende Erlebnisse, die ein ganz anderes Licht auf die Bevölkerung werfen. Der Genozid ist hier erst 40 Jahre her, doch eigentlich wird nicht darüber gesprochen, sodass ich von diesen Ereignissen beim einfachen Reisen hier nicht wirklich etwas mitbekomme.

Da meine Klassenkameradin auch eine weltwärts- Freiwillige ist, habe ich über sie direkt die Freiwilligen von „Via e.V.“ und „Brot für die Welt“ kennengelernt, mit denen wir voraussichtlich gemeinsam unser Zwischenseminar haben werden. Deshalb haben wir auch in Phnom Penh einfach eine Menge zusammen an den Abenden unternommen, um sich schonmal ein bisschen kennenzulernen.

Jetzt ist es schon Oktober geworden, doch von Herbst ist hier nicht wirklich zu reden. Nach heftigen Regenfällen und einigen Überflutungen Mitte September ist es jetzt eher trocken, aber an der Hitze hat sich noch nicht wirklich etwas geändert. Verändert hat sich aber meine Unterbringung hier in Battambang. Ich wohne jetzt allein in einer kleinen Wohnung im Norden von Battambang nah bei meinem Projekt, sodass ich jetzt morgens nur noch fünf Minuten mit dem Fahrrad brauche. Zurzeit unternehme ich nach der Arbeit sehr viel mit meinen schon gefundenen, doch auch neue Kontakte kommen gerade einige dazu, da ich zum Beispiel eine sehr nette Kirchengemeinde gefunden habe, die ein Freiwilligenprogramm haben und langsam fängt es an, dass sich Battambang nach meinem zu Hause anfühlt. Vor allem nach meiner Reise nach Phnom Penh war ich froh aus der riesigen überfüllten Großstadt zurück in das überschaubare Battambang zu kommen.

Soweit also alles Roger in Kambodscha

Euer Moritz


Alles auf Anfang

Nun ist es schon mehr als ein Monat vergangen, seit ich in Kambodscha angekommen bin dieser ist wie im Flug vergangen, was daran liegen könnte, dass einiges passiert ist. Die dritte und vierte Woche habe ich weiter in der Don Bosco Technical School in Kep gewohnt und mit Johanna im Kindergarten geholfen. Leider waren die Jungs aus meinem Musikunterricht mittlerweile im Urlaub, sodass dieser nicht mehr stattfand, doch im Kindergarten konnte ich noch das ein oder andere Mal fleißig englische Lieder mit den Kindern üben.

Liederüben im Kindergarten

Natürlich ging auch unser Khmer Unterricht weiter. Eine Konversation zu führen ist zwar immer noch sehr schwer, doch im Alltag kann ich mich schon ein bisschen verständlich machen, sodass ich nicht mehr ganz aufgeschmissen bin, wenn Englisch mal nicht funktioniert. AM dritten Wochenende hat leider die Regenzeit voll zugeschlagen, sodass außer einem kleinen Besuch in einem Café, dass direkt über das Meer gebaut war, sodass die Wellen manchmal reinschwappten, waren keine großen Unternehmungen möglich, doch ein bisschen Entspannung tat gut. Am Mittwochabend davor waren nämlich die Reliquien von St. Zelie Und St. Louis Martin bei uns im Projekt, sowie einige Besucher aus den umliegenden Provinzen zu Gast. Der Abend startete mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Danach war aber nicht Schluss, sondern die Nacht wurde in Gruppen aufgeteilt, die das Gebet bei den Reliquien machen, sodass bis zum Frühstück dauerhaft Gebete dort stattfanden. Die Zeit von uns und den Don Bosco Sisters war von 00:00 bis 02:00 Uhr mitten in der Nacht, was für Müdigkeit an den nächsten Tagen sorgte. Doch es hat sich gelohnt. Die Sisters hatten mich im Vorfeld gefragt, ob ich einige Lieder vorbereiten könnte und was könnte ich lieber tun. Also habe ich viele Taizé-Lieder rausgesucht, ausgedruckt und mit Johanna zweistimmig geübt, um dann ein schönes Taizé-Gebet zu machen.

Zusätzlich war am einen Tag später am Freitagabend Culture-Night im Projekt. Die Schüler hatten die Wochen davor immer nachmittags und abends Tänze einstudiert, die nun vorgeführt wurden. Das war ziemlich spannend mal die traditionellen Tänze von hier zu sehen. Außerdem wurde die leitende Lehrerin des Children Funds verabschiedet und auch ich habe einen kleinen Abschiedsbrief von den Schülern bekommen.

Und ehe ich mich versehen konnte, war mein Monat in Kep auch schon vorbei. So sehr ich es auch genossen habe in der Don Bosco Gemeinschaft zu leben, hieß es Abschied nehmen. Am letzten Tag im Kindergarten gab es auch einen kleinen Abschied mit Fotos und noch einmal „I like the flowers“ Singen, doch ich hoffe, dass das nicht das letzte Mal in Kep gewesen ist.

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Am 05.09. ging es dann für mich mit dem Minibus in vier Stunden Fahrt nach Phnom Penh, wo ich eine Nacht in der Don Bosco School übernachtete, um die weite Distanz nach Battambang nicht an einem Tag reisen zu müssen. Dort habe ich auch die englischen und schottischen Freiwilligen der Organisation „Project Trust“ kennengelernt, von denen zwei Johannas neue Mitfreiwillige in Kep sein werden und auch mit den anderen wurden schon einmal Kontakte ausgetauscht, um sich gegenseitig in den Städten zu besuchen. AM nächsten Morgen ging es dann aber direkt weiter erstmal mit dem Tuktuk eine halbe Stunde durch den dichten morgendlichen Berufsverkehr zum Minibus, der dann sechs Stunden für die 300km nach Battambang brauchte. Für kambodschanische Verhältnisse ist das eigentlich gar nicht schlecht, denn die Straßen sind teilweise sehr holprig, vom Regen aufgeweicht, oder mit zahlreichen LKWs gefüllt, die das Vorankommen erschweren, sodass man auch gerne mal länger brauchen kann. Angekommen in Battambang wurde ich von Lucas, meinem Mentor, abgeholt und ins Projekt gebracht. Dort haben wir aber nur eine kleine Rundtour gemacht und ich habe die Mitarbeiter kurz kennengelernt, bevor es in meine neue Unterkunft ging. Hier wohne ich in einem kleinen Haus etwas außerhalb der Innenstadt in einer WG zusammen mit Ali, einer Logopädin aus England, die auch früher einmal für mein Projekt gearbeitet hat. AM Abend hat Ali mich auch direkt mitgenommen zu den Bars, in denen sie sich immer freitags mit ihren Freunden trifft, sodass ich schon direkt die ersten Kontakte knüpfen konnte. Im Dragons, dem Standard-Treffpunkt vieler ausländischer Freiwilligen und Entwicklungshelfer, sowie Mitarbeiter von NGOs, findet außerdem freitags immer ein „Open Mic“ statt, bei dem jeder Lieder spielen darf, oder mit den Musikern in die Jamsession einsteigen kann. Da musste man mich nicht zweimal fragen um mich zum mitmachen zu animieren.

Über Ali habe ich am Samstag dann den Kontakt zu Hibba, einer deutschen Freiwilligen, bekommen und mich auch am Sonntag mit ihr und ihren kambodschanischen Freunden auf eine kleine Tour durch Battambang begeben auf der wir uns auch eine Hängebrücke hier in der Nähe angeschaut haben. Die ist zwar relativ klein und wackelig, doch die Kambodschaner fahren trotzdem mit dem Motorrad hinüber. Anschließend haben wir noch beim Bau eines gigantischen Fisches aus Alt-Plastik in einer Kunst-Galerie geholfen, die dort zusammen mit vielen Kindern diesen als Projekt für den Rubbish-Collection- Day am 21. September bauen.

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Am Montag war dann mein erster Arbeitstag in der Komar Rikreay Association. Das ist ein Projekt, das Kinder, die Probleme in ihren Familien haben, auf der Straße leben oder Opfer von Gewalt, Missbrauch oder Kinderhandel geworden sind, betreut, sie in ihre Familien reintegriert, Pflegefamilien sucht und sie mindestens drei Jahre betreut. Dazu gehören auch Trainings für die jeweiligen Familien, die auch KMR übernimmt. Früher haben auch viele Kinder zeitweise hier im Projekt gewohnt, doch da ein familiäres Umfeld für ein Kind immer noch das beste ist, wohnen nur noch 2 Kinder hier, für die auch noch Familien gesucht werden. Im Projekt befindet sich also eigentlich nur das Büro, in dem auch ich viel Arbeite und ein Saal, in dem Meetings, Trainings und Workshops stattfinden. Meine Aufgabe wird erstmal die Öffentlichkeitsarbeit sein. Dazu gehört mit auf die Hausbesuche zu gehen, Fotos von der Arbeit zu machen und Website, Facebook- und Instagram-Accounts des KMR zu betreuen. Außerdem mache ich noch einige kleinere Dinge, wie englische Berichte korrigieren und werde vielleicht ein bisschen Englisch unterrichten, doch das ist noch in der Planung.

Zum Projekt komme ich morgens mit dem Fahrrad, wobei ich einmal quer durch das Zentrum von Battambang fahren muss. Obwohl Battambang sonst eher als Kleinstadt durch geht, ist morgens und nachmittags ziemlich viel Verkehr auf den schmalen wichtigen Straßen. Einige Autos schieben sich hinter den LKWs her und überall schlängeln sich die Honda-Motorräder (hier einfach nur „Motos“ genannt) hindurch, denn fast jeder besitzt eines und benutzt dieses als Hauptverkehrsmittel. Fahrräder sieht man eher selten und öffentlichen Transport, wie Busse gibt es in hier nicht, denn für ein Moto braucht man keinen Führerschein und ist flexibel. Sich mit dem Fahrrad dann aber durch diesen Verkehr zu manövrieren braucht manchmal ein bisschen Mut und Selbstbewusstsein, da man sonst nicht über die Kreuzung kommt. Ampeln gibt es nur an den wichtigsten Kreuzungen. An allen anderen muss man sich einfach eine Lücke abpassen oder mal vorsichtig drauflosfahren.

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Hier in Battambang macht sich die Regenzeit nicht ganz so stark bemerkbar, wie in Kep. Dort hat es wirklich jeden Tag für mehrere Stunden geregnet, doch hier gibt es maximal einmal am Tag einen Gewitterschauer, der ungefähr 20 Minuten bis eine Stunde dauert. Das hat zur Folge, dass es zurzeit ziemlich warm ist und man bei Fahrradfahren ziemlich ins Schwitzen gerät.

Da ich erst seit fünf Tagen in Battambang bin, muss ich mich noch ein bisschen einleben. Ohne Google Maps finde ich mich noch nicht ganz zurecht und in der Markthalle gibt es immer noch neue Dinge zu entdecken. Auch von den Sehenswürdigkeiten habe ich noch nicht sonderlich viel gesehen, doch dazu kann ich euch dann bestimmt mehr im nächsten Blog schreiben.

Soweit alles Roger in Kambodscha!

Euer Moritz


Lehrer, Schüler, Kindergärtner

Nach den ersten zwei Tagen Eingewöhnungsphase, wie im letzten Blog beschrieben, ging es dann am Montag, den 12.07. mit dem Alltag hier in Don Bosco Childrensfund in Kep los und meine täglichen Aufgaben könnten verschiedener nicht sein.

Da Albeiro, der Don Bosco Pfarrer und Leiter des Projekts mitbekommen hatte, dass ich viel Musik mache, hieß es für mich also direkt am ersten Morgen einen Musikunterricht auf die Beine zu stellen, in dem ich 7 Jungen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren das Klavier-, Gitarre- und Cajonspielen beibringe. Da ich schon ein kleines bisschen Erfahrung im Musik Unterrichten habe, war schnell auch eine Idee vorhanden, doch die Umsetzung dieser brachte einige Schwierigkeiten. Zu nächst habe ich nur ein Keyboard, eine Gitarre und ein Cajon zur Verfügung, was für einen Einzelunterricht kein Problem wäre, doch alle Jungs auf einmal zu unterrichten wurde somit unmöglich. Das zweite Problem lag in der Kommunikation mit meinen Schülern. Ich konnte noch kein bisschen Khmer und sie nur ein kleines wenig Englisch, sodass schon die Erklärung, dass immer nur zwei Schüler gleichzeitig zum Unterricht kommen eine Herausforderung. Auch den Unterricht an sich erschwerte die fehlende gemeinsame Sprache ungemein, da ich nichts groß erklären kann und auch Noten sind keine große Hilfe, denn bis zu meinem Musikunterricht hatte noch keiner von ihnen etwas von Takten, Tonlängen und Tonhöhen gehört. Doch wie sagt man so schön: „Musik ist eine eigene Sprache“. Nach diesem Prinzip spiele ich also immer kleine Abschnitte auf dem Keyboard vor und lasse die Jungs dann versuchen diese nachzuspielen. Dies dauert zwar lang, doch die Kirchenlieder, an denen wir üben, sind schon bekannt, was mir ein bisschen Arbeit abnimmt. Im Großen und Ganzen macht dieser Unterricht mir aber großen Spaß und da einige von meinen Schülern auch wirklich sehr lernfreudig und interessiert sind, macht es das umso schöner. Nach dem Unterricht von 08:00 bis 09:30 Uhr übe ich manchmal mit einem älteren Jungen aus der Highschool, der schon einiges auf Gitarre und Keyboard kann, einige moderne Lieder oder habe noch ein kleines bisschen Zeit selbst etwas Gitarre zu üben.

Im Anschluss geht es dann für eineinhalb Stunden in den Kindergarten des Projekts, in dem auch Johanna arbeitet. Dort geht es vor allem darum mit den Kindern zu spielen, sie zu beaufsichtigen, kleine Streitereien zu schlichten und generell bei Aufgaben, wie der der Vorbereitung und dem Austeilen von Essen zu helfen oder diese zu übernehmen. Da meistens um die 22 Kinder da sind und es nur einen Raum gibt, ist hier immer viel los und ein bisschen Chaos angesagt, doch das gehört glaube ich dazu. Neben Spiel und Spaß gehört hier zum Kindergarten auch Programm, was wir vielleicht als Vorschule bezeichnen würden. Es werden Zahlen und Buchstaben geübt, Khmer gelernt und auch die ersten englischen Wörter und zahlen beigebracht. Außerdem wird getanzt und auch ich kann ein bisschen zum Programm beitragen. Sister Millagros hatte mich nämlich gebeten etwas mit den Kindern zu Singen, sodass jetzt jeden Dienstag und Donnerstag circa 20 Minuten das Üben einfacher englischer Lieder, wie „I like the flowers“ oder „If you happy and you know it“ für Johanna und mich auf dem Plan stehen.

Singen im Kindergarten

Um 11:30 Uhr sind wir dann zum Mittagessen entlassen, doch um 15:00 Uhr kommen Johanna und ich nochmal für etwas mehr als eine Stunde in den Kindergarten zurück. Da ich morgens die Rolle eines Musiklehrers habe und im Kindergarten die Mitarbeiter auch auf Khmer mit „Lehrer“ angeredet werden, heiße wir hier jetzt auch „Teacher“, was ziemlich ungewohnt ist wenn man gerade aus der Schulzeit kommt.

In der Zeit dazwischen findet auch unser Sprachkurs in Khmer statt und der erweist sich, wie zu erwarten, als etwas kompliziert. Khmer ist eine Sprache, die fast keine Ähnlichkeit zu europäischen Sprachen aufweist. Nur ein sehr kleiner französischer Einfluss lässt sich bei Benennungen der Länder erkennen. Außerdem verfügt sie über 34 Vokale, deren Unterscheidung unser untrainiertes Ohr gar nicht mächtig ist, doch die Schrift ist das eigentliche Problem. Sie besteht aus 72 sehr verschnörkelten Buchstaben und ist durch die Tatsache, dass ganze Sätze zusammengeschrieben werden, sehr schwer zu erlernen. Deshalb konzentriert sich Albeiro, der unser Khmer-Lehrer ist, darauf das Sprechen und einen möglichst großen Wortschatz zu vermitteln. Da wir die Vokabeln aber nicht in Khmer aufschreiben können, sagt uns Albeiro ganz geduldig die Worte vor und wir schreiben diese so auf, wie wir diese im Deutschen schreiben würden. Das ist nicht für alle Laute möglich, doch unter der Verwendung einiger selbst ausgedachter Zeichen funktioniert das sehr gut. Außerdem erleichtert die sehr simple Grammatik einiges. Somit können wir uns schon auf Khmer vorstellen und einfachste Gespräche führen, auch wenn diese noch sehr stockend. Eine große Schwierigkeit besteht zum Beispiel darin jemanden korrekt anzusprechen, da es für jede Position in der Familie- und Personen-Hierarchie eine eigene Anrede und manchmal sogar verschiedene Verben für die gleiche Tätigkeit gibt. Die ersten 8 Male hatten Johanna und ich allein mit Albeiro Unterricht, doch auch die drei Don Bosco Schwestern, mit denen wir große Teile unseres Alltags gemeinsam haben, lernen noch Khmer, sodass wir mit zwei von ihnen nun auch schon einmal zusammen Unterricht hatten.

Am Nachmittag bleibt dann noch ein bisschen Freizeit, die ich zum Wäschewaschen, Fotos zum Beispiel vom Sonnenuntergang machen oder einfach mal Entspannen nutze, bevor es dann um 18:30 Uhr zum kleinen täglichen Gottesdienst hier in der Kapelle geht. Der ist zwar, außer sonntags, immer auf Khmer, sodass das Mitsingen sehr schwer ist, doch mit der Gitarre mitspielen geht ziemlich gut und es ist einfach immer ein schöner gemeinschaftlicher Moment vor dem Abendessen.

Wie man bestimmt schon gemerkt hat, spielt Musik gerade für mich hier im Alltag eine große Rolle, doch auch die Schüler sind Musik nicht abgeneigt. Letztes Wochenende war hier ein großes Treffen aller Absolventen der Technical School des letzten Jahres. Diese hatten extra ein super Catering organisiert und gut gestärkt ging es dann in den Livemusik Teil des Abends über, bei dem eigentlich niemand ums Tanzen herumkam. So standen Johanna und ich dann auch nach kurzer Zeit mit im Kreis und versuchten mehr oder weniger erfolgreich den Khmer-Tanz nachzuahmen. Doch nicht nur traditionelles Tanzen ist hier beliebt, sondern auch die Art, die man in Deutschland in jedem Club findet. Einfach mal drauf los tanzen! Doch nicht nur beim Tanzen waren wir gefragt, sondern kurze Zeit später fragte mich einer der Lehrer, ob ich nicht etwas mit der Gitarre spielen könnte. Diese Bitte konnte ich nicht ablehnen und so kam ich zu meinem ersten kleinen Auftritt hier in Kambodscha.

Nicht nur bei Festen wird viel getanzt. Auch an anderen Abenden sind die Schüler, die hier auf dem Campus wohnen, nicht abgeneigt sich einfach mal zum tanzen auf dem Hof zu treffen. Da jetzt alle Prüfungen vorbei sind und keiner mehr viel lernen muss, ist hier eigentlich jeden Abend entweder Filmgucken, Tanzen oder manchmal Tanzunterricht angesagt. Außerdem hatten wir diese Woche für zwei Nächte eine Gruppe aus dem PSE Projekt in Phnom Penh zu Gast, die am zweiten Abend für zwei verlobte Freiwillige eine Khmer-Hochzeit veranstaltete, um schon einmal vorzufeiern. Da war ich natürlich auch direkt eingeladen und wir hatten einen super lustigen und schönen Abend. An Schlaf war sowieso nicht zu denken, da die Party direkt neben meinem Zimmer stattfand.

Khmer-Hochzeit im Projekt

Die freie Zeit am Wochenende haben Johanna und ich für einige kleinere Ausflüge genutzt. So ging es letzten Sonntag nach dem Frühstück bei über 30 Grad im Schatten in den Nationalpark von Kep. Das ist ein wunderschöner von einem Urwald bewachsener kleiner Berg, der vom Projekt in einer haben Stunde zu Fuß erreichbar ist. Der Park ist von einem Wanderweg durchzogen, auf dem man allen möglichen Tieren begegnet. Von Libellen und Schmetterlingen über 20 Zentimeter lange Tausendfüßler und Salamander bis hin zu Affen in den Bäumen war wirklich alles dabei. Nach einem kurzen Umweg, da wir den Abzweig verpasst haben, ging es dann noch in einen Schmetterlingsgarten, der in einem großen begehbaren Gehege viele farbenfrohe Schmetterlinge beherbergt.

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Dieses Wochenende haben wir dann die Chance ergriffen und haben uns über dir PassApp eine Rickhaw, ein dreirädriges Tucktuck ähnliches Gefährt bestellt. Diese App bietet hier die Möglichkeit ein Taxi zum Fixpreis zu bestellen, sodass man nicht ohne die nötigen Khmerkenntnisse über den Fahrtpreis verhandeln muss. Damit sind wir dann über sehr staubige Straßen und durch den etwas chaotischen Verkehr nach Kampot gefahren. Kampot ist in 20 km Entfernung die nächste Stadt von hier und bietet mit einigen Supermärkten, einem schönen Flussufer und vielen netten Cafés ein schönes Ausflugsziel für Besorgungen oder einfach zum Entdecken. Nach einer kleinen Stadttour zu Fuß bei hoher Temperatur, auf deren Weg wir uns oft dank fehlender Bürgersteige durch den Verkehr schlängeln mussten, sind wir zum Mittag in einem Café gelandet, dass nicht nur super lecker, sondern auch durch sein Konzept begeisterte. Umweltfreundlichkeit und Inklusion waren hier die Stichworte, sodass es nur wiederverwertbare Strohalme aus Bambus gab und wir unsere Bestellung selbst auf einem Zettel notierten, damit auch taube Mitarbeiter diese aufnehmen können.

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Unsere letzte Erkundung führte uns heute zu erst in einen Mangrovenwald unweit von hier und anschließend zu einem buddhistischen Tempel, an den eine Höhle angrenzt. Der Tempel an sich ist sehr schön n den Hügel gebaut und sehenswert. Bei der Höhle kann ich das leider nicht beurteilen, denn an deren Eingang erwartete uns eine Gruppe wütender Affen, die uns keifend entgegenkam. Um einen Angriff nicht zu riskieren haben wir dann unter weiterer Verfolgung der Affen ziemlich schnell das Feld geräumt, sodass wir nur mit einem kleinen Schock davongekommen sind.

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Das Wetter hier vor Ort ist zurzeit sehr wechselhaft. An manchen Tagen muss man sich stark vor einem drohenden Sonnenbrand schützen, an anderen ist die Regenjacke nötig, da hier heftige Regengüsse keine Seltenheit sind. Doch das bringt die Regenzeit nun mal mit sich und man gewöhnt sich selbst an die Wärme, denn auch in der Nacht gab es hier noch keine Temperaturen unter 20 Grad. Woran ich mich noch nicht vollständig gewöhnt habe ist das Essen, denn der Reis zu jeder Mahlzeit ist schon erstmal ungewohnt. Außerdem hält dieser mich nicht immer vom Mittagessen um 11:30 Uhr bis 19:00 Uhr satt, doch groß beschweren kann ich mich nicht, denn lecker ist es auf jeden Fall, was hier für uns gekocht wird.

Jetzt sind schon etwas über zwei Wochen vergangen, so dass hier in Kep für mich schon die Hälfte meines Aufenthaltes vorbei ist, doch ich freue mich auf die kommenden zwei Wochen und genieße hier das Meer mit grandiosen Sonnenuntergängen.

Sonnenuntergang an der Küste im Projekt

Soweit alle Roger in Kambodscha

Euer Moritz


Reis und Regen in Kambodscha

Nach langer Vorfreude war es am 07.08. endlich soweit und meine Abenteuer in Kambodscha sollte beginnen. Dafür stand aber erstmal die Anreise auf dem Programm, die mit einer vierstündigen Bahnfahrt von Wolfsburg nach Frankfurt begann. Am Frankfurter Flughafen habe ich mich dann mit Johanna getroffen, die für die ersten vier Wochen meine Mitfreiwillige sein wird, sodass wir dann zusammen in unseren Flug angetreten haben. Nach einem Umstieg in Qatar mitten in der Nacht, einer Zwischenlandung in Ho-Chi-Minh-City und nur 20 Minuten Verspätung landeten wir in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. Der Flug lief ohne Probleme und selbst unser Gepäck hatte den Anschlussflug in einer knappen Umsteigezeit von nur 55 Minuten geschafft. Vom Flughafen wurden wir dann von einem netten Tuk-tuk-Fahrer abgeholt, was uns vor die Aufgabe stellte unser gesamtes Gepäck in diesem kleinen Gefährt unter zu bringen, doch auch das ging leichter als gedacht, sodass wir auf der Fahrt zur Unterkunft erste Eindrücke von Phnom Penh sammeln konnten. Die Straßen dort waren voller Motorroller und Tuk-tuks, die sich durch den Feierabendverkehr, oder eher Feierabendstau schlängelten. Im Vergleich zu Deutschland ist das ein riesiges Verkehrschaos, doch da jeder auf die anderen achtet und sich mit dem Blinker und vor allem der Hupe verständigt, funktioniert der Verkehr, zu meinem Erstaunen, sehr gut, sodass wir nach insgesamt 26 Stunden Reise in unserer Unterkunft eintrafen.

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Angekommen in der Don Bosco Technical School in Phnom Penh wurden wir herzlich Empfangen und bekamen zwei kleine Zimmer für eine Nacht, sogar mit Ventilator, der bei der Hitze sehr nützlich war. Nach dem ersten kambodschanischen Abendessen, was aus Reis mit Hühnchen und Gemüse bestand, ging es dann noch mit Fußballspielen weiter. Dort gibt es regelrecht eine kleine Liga unter den Jungs, die in der Schule wohnen und ich durfte im Team der Lehrer und dem Freiwilligen des Projekts mitspielen. Das war ein riesiger Spaß, aber bei der Hitze, der hohen Luftfeuchtigkeit und nach der langen Reise ein echter Kraft- und Schweißakt. Zum Glück hat die Schule ein überdachtes Feld, denn Abends fing es passend zum Fußball an zu schütten.

Am nächsten Morgen kam dann um 08:0 Uhr unser Taxi, das Father Charles für uns organisiert hatte und uns die 150 km nach Kep brachte. Dafür fuhren wir „nur“ 3,5 Stunden, was sich erstmal lang anhört, doch die Landstraße ist an einigen Stellen sehr holprig und die Regenzeit verschlechtert die Straßenqualität zusätzlich. Viele Regionen in Kambodscha haben auch schon mit Überschwemmungen zu kämpfen. Passend dazu fing es auf den letzten 20 km an zu Regnen und als wir in Kep ankamen war der leichte Regen zu einem heftigen Starkregen übergegangen. Doch das hielt Father Albero, den Leiter der „Don Bosco School and Children Fund“ uns zu begrüßen und uns direkt zum Mittagessen zu bringen, was hier zurzeit zwar überdacht unter einem Gebäude, aber draußen stattfindet, da der Speisesaal renoviert wird. Das heißt, dass man durch den starken Seewind (das Projekt liegt direkt am Meer und auch ein kleines Stück Küste gehört mit zum Gelände) auch beim Essen ein bisschen nass wird, aber da die Temperaturen nicht unter 20° C fallen, stört das nicht wirklich. Anschließend hat mir Dylan, ein Freiwilliger aus England, der gerade für 8 Monate hier im Projekt geholfen und Englisch unterrichtet hat, unser Zimmer gezeigt, in dem ich mich für die nächsten 4 Wochen häuslich einrichten darf. Später gab es dann noch eine ´kleine Einführung von Albero und wir durften schon einmal in den Kindergarten reinschnuppern, in dem wir die nächste Zeit helfen werden. Da Toben und Rumalbern auch ohne Sprache geht, hatten wir schonmal eine sehr lustige Zeit mit den Kindern. Die erste Nacht schlief ich noch im Doppelzimmer mit Dylan, doch sein Einsatz hier in Kambodscha ging am Samstagmorgen zu Ende und er hat seinen Heimweg angetreten. Vorher aber hat er uns viele nützliche Tipps dagelassen und da Dylan nun nicht mehr da ist habe ich das Zimmer nun erstmal für mich.

Frühstück gibt es hier morgens um 07:00 Uhr auch am Wochenende, also ist früh aufstehen angesagt, doch der gesamte Tagesablauf ist hier früher als gewohnt. Mittagessen ist schon um 11:30 Uhr und abends ab 21:00 Uhr ist eigentlich nichts mehr los, sodass man trotzdem genug Schlaf bekommt. Am Samstag nach dem Mittagessen haben Johanna und ich die ersten Stunden in Kep ohne Regen genutzt und einen Ausflug zum Krabbenmarkt und zum Strand von Kep gemacht. Die 2-3 km dorthin sind wir gelaufen, obwohl uns alle 5 Minuten ein Tuk-tuk-Fahrer angeboten hat uns mitzunehmen. Der Krabbenmarkt ist wirklich sehenswert. Viele kleine Stände dicht an dicht gestellt, sodass die Schirme ein durchgehendes Dach bilden unter dem ich mit meinen guten 1,80m Größe nicht gerade gehen kann, aber überall gibt es Fisch, Krabben, verschiedenste Gerichte, die ich noch nie gesehen habe und viel Schmuck, Muscheln und ähnliches. Der Strand von Kep war trotz Regenzeit gut gefüllt und auch in den Strandbars mit Hängematten war einiges los. Wir haben dann die Chance genutzt und unsere Füße ins Wasser gehalten. Baden gehen machen wir vielleicht ein anderes Mal.

Sonntag haben wir dann wieder die Phase ohne Regen nach dem Mittagessen abgepasst und sind mit dem Tuk-tuk nach Kep reingefahren (das Projekt liegt etwas außerhalb). Dort haben wir eine Runde durch den Kep Market, was eine große Markthalle mit vielen verschiedenen Ständen ist, durch den weiteren Ort und zum Hafen gedreht, an dem wir zufälligerweise andere deutsche Weltwärts Freiwillige getroffen haben, die gerade ihre letzte Woche in Kambodscha verbrachten. Als Abschluss gab es noch einen Mango-Saft in einem Café, bevor wir uns gerade bei Beginn des nächsten großen Regenschauers in ein Tuk-tuk retten konnten, das uns zurück zum Projekt brachte.

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Im generellen geht es mir hier bis jetzt echt gut. Das Wetter ist zwar sehr verregnet, was auch die Luftfeuchtigkeit verstärkt, doch der Regen kühlt die Luft auch ab, sodass die Temperaturen erträglich sind. Nur an den vielen Reis zu jeder Mahlzeit muss ich mich noch etwas gewöhnen und zu den ersten Moskitos und großen Spinnen in meinem Zimmer hatte ich auch schon Kontakt. Khmer, die Sprache, die hier alle sprechen, verstehe ich noch kein Wort, doch ich bin ja die ersten Wochen hier in Kep um das zu lernen. Viele der Jugendlichen sprechen auch einiges an Englisch, sodass ich nicht völlig aufgeschmissen bin und schon einige sehr nette Jugendliche kennengelernt habe. Kickern geht mit den jüngeren Jungs aber auch ohne Worte.

Morgen (Montag, den 12.08.) geht dann der richtige Ablauf erst richtig los. Morgens werden wir 4 Stunden im Kindergarten helfen und nachmittags steht dann auch unserer erster Khmer-Unterricht an, doch dazu dann mehr im nächsten Blogeintrag.

Soweit alles Roger in Kambodscha!

Euer Moritz