Einmal quer durch Kambodscha

Seit meinem letzten Blogeintrag ist nun doch mehr Zeit vergangen als geplant, denn es war wieder so vieles verschiedenes los, sodass ich vor lauter neuen Dingen nicht bemerkt hab, wie schnell die Zeit vorbei ging.

Noch im Januar ging es im Projekt mit neuen Aufgaben los. Da meine Chefin sehr viel zu tun hat, habe ich unser Projekt bei einem Meeting mit einer Gruppe von anderen Organisationen und der Schweizer Caritas vertreten und unsere Arbeit vorgestellt, was an einem Vormittag in Phnom Penh stattfand. Dafür musste ich dann zwar jeweils sechs Stunden Busfahrt für Hin- und Rückweg auf mich nehmen, doch in die Partnerschaften mit anderen NGOs und das Netzwerk an Organisationen, die alle zum selben Themenbereich tätig sind, einzutauchen hat mir sehr gefallen, was aber auf Grund der Komplexität nicht sehr leicht war. Daraus resultieren auch meine neuen Aufgaben, auf die ich mich gerade auf einer Fortbildung in Phnom Penh vorbereite, doch dazu später mehr.

Denn Anfang Februar hatte ich erstmal die Chance nochmal einige andere Orte in Süd-Ost Asien zu entdecken und meinen Horizont zu erweitern. Für ein paar Tage war ich im Norden von Vietnam rund um Hanoi, wo ich mich sehr über das kühle Wetter gefreut habe. In Hanoi hatte es rund 18°C und in den Bergen rund um Sapa ungefähr 8°C. Dort konnte ich ein bisschen Wandern und die Kultur kennenlernen. Vor allem Hanoi als lebhafte, sehr schöne und interessante Stadt mit historischen Sehenswürdigkeiten hat mich sehr beeindruckt. Wesentlich tiefere Eindrücke haben aber meine Berührungen mit den Leuten und der Kultur vor Ort hinterlassen. Ich habe sehr viele nette und sehr offene Leute kennengelernt und wurde überall herzlich und hilfsbereit empfangen. Auch wenn das jetzt vielleicht meiner Beschreibung von Kambodscha am Anfang sehr ähnelt, sind mir auf dieser Reise aber doch viele Unterschiede aufgefallen, die mir gezeigt haben, wie pauschalisiert mein Bild von Süd-Ost Asien vorher war. Wenn ich vor meinem Freiwilligendienst an die Länder Thailand, Kambodscha und Vietnam gedacht habe, kam mir das unterbewusst erstmal alles ziemlich gleich vor, was überhaupt nicht gerechtfertigt ist. Die Unterschiede von Land zu Land sind hier genauso groß, wie wenn man in Europa von Land zu Land reist und es gibt auch hier überall neues und für das Land Typisches und auch Eigenes zu erfahren.

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Gestärkt von dieser Erfahrung habe ich dann im Februar noch zwei Wochen im Projekt geholfen, in dem ich weiter Das Kinderprogramm mit dem Englischunterricht organisiert und betreut habe und des Weiteren mit dem Ausfüllen von englischen Formularen und dem Betreuen von Gästen unserer Spenderorganisationen geholfen habe. Auch das Schreiben von kleinen Berichten gehört immer öfter zu meinen Aufgaben.

Ende Februar habe ich mich dann mit dem Bus auf den Weg quer durch Kambodscha gemacht. Zu nächst ging es nach Kampong Cham, wo zwei andere Weltwärts-Freiwillige wohnen, von denen eine meine ehemalige Klassenkameradin ist. Die beiden habe ich dort besucht und mir gleichzeitig deren Projekt und die Stadt etwas angeschaut. Kampong Cham liegt am Mekong und hat auch ein sehr nettes Flussufer, doch es ist wesentlich kleiner als Battambang. Trotzdem lohnt sich ein Aufenthalt auf Grund von Tempeln, die älter als Angkor Wat sind, und schöner Natur. Außerdem hat Kampong Cham auch eine, für kambodschanische Verhältnisse, sehr große muslimische Gemeinschaft, was sehr spannend zu sehen ist.

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Anschließend habe ich mich dann über eine Übernachtung bei anderen Freiwilligen in Phnom Penh auf den Weg nach Kep in die Don-Bosco-Schule gemacht, was von Battambang ziemlich auf der anderen Seite von Kambodscha liegt. Dort habe ich im ersten Monat gewohnt, Khmer gelernt und im Projekt geholfen und es war sehr schön dorthin zurück zu kommen. Die Sisters und der Father waren froh mich wiederzusehen und selbst viele Kinder haben mich wiedererkannt. Außerdem konnte ich in der Zeit dort wieder im Kindergarten und im Garten bei einigen Dingen helfen und hatte eine großartige Zeit. Auch für eine Übernachtung auf Rabbit Island, einer kleinen Insel vor Kep, zusammen mit meiner Mitfreiwilligen und einigen anderen bekannten Freiwilligen von einer anderen Organisation war noch Zeit und ich konnte endlich mal im Meer schwimmen gehen. Das war mir im August noch wegen des starken Regens verwehrt geblieben.

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Von Kep ging es dann Anfang März in die Nachbarstadt Kampot, wo ich für eine Woche mit 16 anderen deutschen Freiwilligen mein Zwischenseminar hatte. Unter den anderen Freiwilligen waren auch meine Mitfreiwillige, meine ehemalige Klassenkameradin und meine bekannten Freiwilligen von Via e.V., doch das Seminar wurde von „Brot für die Welt“ organisiert und so waren auch einige mir noch unbekannte Freiwillige da, mit denen wir uns aber nach kürzester Zeit super verstanden haben. So habe ich jetzt auch wieder neue Kontakte in andere Städte gefunden, die ich in diesem Jahr auf jeden Fall nochmal an einem Wochenende besuchen möchte. Auf dem Seminar selbst haben wir viel die letzten Monate reflektiert und auch überlegt, wie es jetzt weiter geht und was daran vielleicht noch verbessert werden kann, aber uns auch gegenseitig unsere Projekte vorgestellt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was andere Freiwillige machen und eventuell neue Ideen zu sammeln. Außerdem haben wir auch schonmal überlegt, wie das wird, wenn wir wieder zurück nach Deutschland gehen. Das kommt mir zwar gerade noch weit entfernt vor, doch die ersten Dinge, wie Studienplatzwahl kommen bald schon auf mich zu. Sonst haben wir uns mit der Gruppe auch noch einen Öko-Tourismus Standort angeschaut und nach einem thematischen Input dort selbst mit viel Spaß einige Mangroven für den Küstenerhalt gepflanzt. Außerdem, da wir direkt an einer Flussmündung untergebracht waren, haben wir die Tage meist mit einer Abkühlung im Wasser begonnen. Nach dem Ende des Seminars am Samstag war ich dann noch mit einigen anderen auf einer Pfefferfarm, wo wir sehr viel frischen als auch verarbeiteten Pfeffer probieren konnten, bevor wir dann am Sonntag mit dem Zug zurück nach Phnom Penh gefahren sind. Das war eine spannende Erfahrung, da es hier nur sehr wenige Züge gibt, die auch schon relativ alt sind, doch mit dem Ausblick auf die Umgebung ist das die 6 Stunden Fahrt definitiv wert gewesen.

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Wie anfangs erwähnt gehe ich in meinem Projekt immer öfter bei Formularen und Berichten zur Hand und auch in den nächsten Monaten werde ich dafür wahrscheinlich viel gebraucht. Um das vernünftig machen zu können und auch die Zusammenhänge zu verstehen, war ich nach dem Seminar noch drei weitere ganze Tage in Phnom Penh bei „Friends-International“, einer Partnerorganisation, die hier in Kambodscha eine Netzwerk-Funktion für NGOs wie mein Projekt darstellt. Dort habe ich vieles Wichtiges zu diesen Themen gelernt, um das dann hoffentlich in Battambang anwenden zu können. Anschließend ging es dann nach über zweieinhalb Wochen Unterwegssein endlich wieder zurück nach Battambang.

Hier ging es direkt wieder mit der Arbeit im Projekt los und auch mit meinen Freunden habe ich direkt mal wieder einen Ausflug gemacht und mir die Herstellung von Reispapier, Trockenfisch und Fischpaste in der Umgebung von Battambang angeschaut. Außerdem habe ich im Januar auch endlich einen Sport gefunden und versuche regelmäßig beim Crossfit-Workout dabei zu sein, was mir sehr viel Spaß macht.

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Also Langeweile kommt hier auch nach sieben Monaten nicht auf und ich freue mich jetzt auf die nächste Zeit im Projekt, auch wenn hier durch die aktuelle weltweite Situation mit dem neuen Corona Virus einiges durcheinander gerät.

Soweit also alles Roger in Kambodscha,

Euer Moritz