Was ist eigentlich Don Bosco Kep?

Die Einrichtung hat hauptsächlich drei Bereiche: Die ,,Technical School", den ,,Children Fund" und den Kindergarten.

Der größte Bereich ist die „Technical School“. Diese Schule ist eine Art Berufsschule. Hier her kommen Schüler*Innen mit einem Highschool Abschluss, um weitere Qualifikation für bestimmte Berufe zu erhalten. Die Berufsschule hat vier Fachbereiche: „Electrical Department“, „Media Communications“, „Secretary Department“ und „IT Departmemt“. Einige der Schüler*Innen leben hier im Internat, andere gehen hier nur zu Schule. Viele Schüler*Innen sind älter als ich. Das war am Anfang etwas komisch, weil sie mich „Teacher“ nennen und ich für sie eine Art Respektperson darstelle, obwohl ich jünger und deutlich kleiner bin als die Meisten. Die Schüler*Innen sind schon durch andere Freiwillige daran gewöhnt, aber für mich war es eine ganz neue Situation. Mittlerweile habe ich mich aber auch daran gewöhnt und, obwohl ich immer eine Respektperson bleibe, habe ich ein eher freundschaftliches Verhältnis zu den Schüler*Innen.

Das Gebäude der Technical School

Der zweite Bereich ist der „Children Fund“. Im „Children Fund“ leben Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis siebzehn Jahren. Sie leben hier im Projekt und gehen außerhalb zur Schule. Hier gibt es für sie Englischunterricht, Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung, Tanzunterricht und vieles mehr. Dabei geht es darum die Kinder bestmöglich zu unterstützen, sodass sie eine schöne Kindheit haben, eine gute Schulbildung bekommen und die Gewissheit haben, dass immer jemand für sie da ist.

Der Kindergarten ist der kleinste und neueste Bereich von Don Bosco Kep. Er existiert erst seit circa drei Jahren. Hier wird noch viel entwickelt und aufgebaut. Von Montags bis Freitags können hier Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren lernen und spielen. Es gibt Englisch-, Mathe-, Khmer-, Musik-, Tanz- und Sportunterricht und trotzdem bleibt noch genügend Zeit zum spielen, toben, essen und schlafen. Hier können die Kinder wirklich Kind sein und werden gleichzeitig auf die Schule vorbereitet. Anfangs war es für mich komisch, dass im Kindergarten unterrichtet wird. Während ich nach dem Kindergarten gerade mal meinem Namen und „Mama“ und „Papa“ schreiben konnte. Können die Kinder hier schon die ersten Englischvokabeln auswendig und ein paar Matheaufgaben lösen. Aber der Unterricht findet hier auf einer spielerischen Art statt und es wird nicht länger als eine halbe Stunde unterrichtet. So lernen die Kinder wirklich so einiges und haben sogar richtig Spaß daran.

Das Gebäude vom Kindergarten

Ich hoffe, ich konnte Don Bosco Kep etwas näher erklären. Das Projekt ist wirklich sehr vielfältig. Das gefällt mir hier dran am meisten. So kann man ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen, je nach dem wozu man so begabt ist.

Ganz liebe Grüße
Johanna :)


Don Bosco in Bangkok

Am 25.10. ging es morgens früh um  sechs mit dem Bus los Richtung Grenze. Nach sechs Stunden hatten wir die kambodschanische Grenzkontrolle erreicht und ab dann hieß es erst mal anstehen und warten. Nachdem alle Fingerabdrücke genommen, alle Fotos geschossen und alle Reisepässe kontrolliert worden sind, konnten wir endlich unsere ersten Schritte auf thailändischen Boden gehen. Aber nur bis zur thailändischen Grenzkontrolle, wo  ganze Spiel wieder von vorne los ging. Das ganze hat natürlich einige Zeit gedauert, aber zum Glück gab es keine großen Schwierigkeiten. Nach weiteren sechs Stunden Busfahrt sind wir endlich in dem Don Bosco Hotel angekommen und nach einer sehr netten Begrüßung müde ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen fing unser sehr straffes Programm mit einem Besuch im Don Bosco Haus an. Dort bekamen wir neben einer Führung durch das Haus noch einen Vortrag über die Zusammenarbeit der Don Bosco Gemeinschaften in Thailand, Kambodscha und Laos. Nach dem Mittagessen ging es mit einer Fahrradtour durch Bangkok und dem angrenzenden Dschungel weiter.

Kurze Pause bei der Fahrradtour

Dabei sind mir die großen Unterschiede zu Kambodscha aufgefallen. Bangkok ist sehr westlich geprägt. Es gibt unglaublich viele Hochhäuser und Wolkenkrazer. Man sieht auch deutlich mehr Menschen aus anderen Ländern. Auch die Straßen sind, neben dem Linksverkehr, ganz anders. Es gibt unzählige Brücken und Schnellstraßen. Dazu kommt, dass es in Bangkok deutlich sauberer ist als in Kambodscha. Hier macht der Plastikmüll oft Probleme. Da er nicht richtig entsorgt wird und es kaum öffentliche Mülleimer gibt, sieht man ihn oft an den Straßen liegen. Im Projekt legen wir deswegen viel Wert darauf, dass der Müll im Mülleimer landet und das Projekt sauber bleibt. So lernen auch die Schüler ihren Müll zu entsorgen und auf die Umwelt zu achten. Am meisten hat mich allerdings überrascht, dass man nur etwas aus Bangkok rausfahren muss und plötzlich sieht alles Kambodscha wieder ähnlicher.

Abends hatten wir die Möglichkeit auf dem höchsten Gebäude Thailands zu Abend zu essen. Von dort oben auf Bangkok zu schauen war ein krasses Gefühl. Es wirkte fast als hätte Bangkok kein Ende.

Bangkok von oben

Den dritten Tag verbrachten wir im Saim Amazing Park, einem riesigem Freizeitpark. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht und ich konnte die anderem Lehrer*innen besser kennenlernen. Das ist im Alltag nicht so einfach, weil jeder immer einiges zu tun hat. Die Lehrer*innen hier sind relativ jung (ca. zwischen 20 und 30). Das ist für mich echt cool, weil es so für mich einfacher ist mich mit ihnen anzufreunden und hier Anschluss zu finden.

Saim Amazing Park von oben

An unserem letzten Tag in Bangkok wurde uns  das Don Bosco College gezeigt. Das sieht unserer Schule erstaunlich ähnlich, obwohl es natürlich größer ist. Abends konnten wir noch eine Botsfahrt über den Chao Phraya Fluss genießen, bevor es dann am nächsten Morgen wieder zurück nach Kep ging.

Chao Phraya Fluss

Insgesamt hat es mir wirklich sehr viel Spaß gemacht. Ich bin echt froh, dass ich an diesen Tagen nicht nur die Chance hatte Bangkok zu sehen, sondern mich auch mit den anderen Lehrer*innen anfreunden konnte. Mittlerweile habe ich hier sehr gut Anschluss gefunden und fühle mich sehr wohl.

Mir geht es also echt gut. Auf den nächsten Blogeintrag müsst ihr auch nicht noch mal so lange warten. ;)

Ganz liebe Grüße

Johanna


Mein erster Urlaub in Kambodscha

Am Montag Mittag ging es mit einem vollgepackten Rucksack auf dem Rücken und etwas Nervösität vor meiner ersten Reise in Kambodscha auf in den Bus nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Die Fahrt verlief ohne Probleme und nach 4,5 h bin ich wohlbehalten in der Don Bosco Einrichtung in Phnom Penh angekommen. Dort habe ich direkt 8 Freiwillige aus Schottland kennengelernt, die hier ihren Khmerkurs gemacht haben und nach den Ferien in verschiedene Projekte in Kambodscha gehen. Zwei von ihnen kommen sogar in mein Projekt nach Kep. Deswegen war es echt cool die schon mal kennen gelernt zu haben.

Am Dienstag fing dann mein Urlaub richtig an. Vormittags habe ich mich mit Moritz, der bis Freitag auch in Phnom Penh war in der Innenstadt getroffen und wir haben uns gemeinsam vieles angeschaut. Am Anfang musste ich noch lernen mich in den überfüllten Straßen von Phnom Penh zurecht zufinden. In Kep ist es relativ ruhig und auch auf den Straßen sind nicht so viele Autos und TukTuks unterwegs, aber hier in Phnom Penh sind die Straßen natürlich sehr voll. Das machte am ersten Tag jede Straßenüberquerung zu einem kleinen Abendteuer. Trotzdem habe ich mich erstaunlich schnell an den Verkehr hier gewöhnt.

Phom Penh Central Market und Straßenverkehr

Am Mittwoch sind Moritz und ich vormittags zu den Killing Fields gefahren. Das ist eine Gedenkstätte, die an die Zeit der Roten Khmer erinnert und auf einem Platz liegt auf dem damals unglaublich viele Menschen hingerichtet wurden. Das war wirklich sehr traurig und bewegend und kein schöner Ausflug, aber es ist auch wichtig sich über so etwas zu informieren wenn man das Land wirklich verstehen und kennenlernen möchte. Nachdem wir uns von dem Ausflug etwas erholt hatten ging es dann mit einer Fähre auf die andere Seite des Mekongs auf der es noch ein paar sehr schöne Tempel gab.

Einer der vielen wunderschönen Tempel in Phnom Penh

Donnerstags haben wir am Vormittag mal eine kleine Pause gemacht und sind erst am Nachmittag los, um wieder mit einer Fähre zu einer Naturinsel im Mekong zu fahren. Da gibt es ein Seidenmuseum, in dem einem die traditionelle Art der Seidenherstellung gezeigt wird.

Die Kokons der Seidenraupe

Abends sind wir noch zu einem Deutschtreff in einem Biergarten gefahren. Es gibt hier regelmäßig Treffen die von der Deutschen Botschaft organisiert werden, zu denen alle Deutschen eingeladen sind die in Kambodscha leben. Anfangs war es für mich etwas komisch, weil das ganze Treffen schon echt sehr typisch deutsch war und ich das gar nicht mehr gewohnt war. Insgesamt war es aber ein sehr schöner Abend und wir haben viele coole Menschen kennenlernen dürfen.

Am Freitag ist Moritz zurück mach Battambang gefahren und ich habe den Tag genutzt um mich mal richtig auszuruhen. Hier in der Don Bosco Einrichtung sind gerade nur 2 Fathers, 2 Freiwillige, Momi Pass und ich da, weil die schottischen Freiwilligen vor ein paar Tagen schon abgereist sind, um etwas von Kambodscha zu sehen bevor sie im November zu ihren Projekten fahren. Hier sind natürlich auch Ferein wie in Kep, deswegen konnten wir am Samstag mittags alle zusammen in der Aeon Mall 2 essen gehen. Hier in Phnom Penh gibt es 2 Aeon Malls. Das sind große Einkaufshallen mit allen möglichen Läden und vielen Restaurants. Nach dem sehr leckerm Mittagessen habe ich den Nachmittag mit Christine, eine der beiden Freiwilligen, in der Aeon Mall verbracht. Die Mall wirkt erstaunlich westlich und überhaupt nicht wie die ,,normalen“ Märkte in Kambodscha. Trotzdem war es sehr schön sich alles anzuschauen. Es gab sogar einen Buchladen mit lauter Büchern in Englisch, in dem ich mir sehr lange Unmengen von Bücher anschauen konnte. :)

Christine arbeitet eigentlich in einem Projekt in Sihanoukville und lebt in der Don Bosco Einrichtung dort, die ich ab Montag auch noch besuchen werde. Sie ist genau wie ich nur zu Besuch hier in Phnom Penh und kommt am Dienstag wieder nach Sihanoukville. Das heißt, wir können auch da noch Zeit miteinander verbringen.

Heute habe ich vormittags in dem kleinen Laden der Einrichtung mitgeholfen. Da gibt es alles mögliche zu kaufen, von Eiern über Schmuck bis hin zu Kreuzen und Statuen der heiligen Familie. Vor dem Mittagessen gab es noch einen Gottesdienst zu dem auch viele Menschen aus der Umgebung kamen. Jetzt habe ich gerade etwas freie Zeit, aber später werde ich helfen das Abendessen vorzubereiten und abends können wir noch einen Film schauen.

Wie ihr seht genieße ich meine Ferien in vollen Zügen. ;)

Bis bald
Eure Johanna


Auf Wiedersehen Moritz!

Am Mittwoch dem 28.08. durften wir die Reliquien von Mutter Theresa bei uns im Projekt für einen Abend und eine Nacht beherbergen. Diese machen gerade eine Tour durch Kambodscha. Deswegen kamen viele Leute aus Kep und Umgebung zu uns, um dabei zu sein. Wir wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt, die jeweils 2 Stunden vor den Reliquien beten und sangen. So wurden die Reliquien die ganze Nacht über „bewacht“. Nachdem Abendessen wurde die Nacht mit einem Opening-Prayer für alle eröffnet, dann ging es los. Die Gruppe von Moritz und mir war für die Zeit von 24 Uhr bis 02 Uhr eingeteilt, weswegen wir erst einmal für 2 Stunden schlafen gingen. In unserer Gruppe waren Moritz und ich für die musikalische Begleitung zuständig, deswegen haben wir zweistimmig Taizé-Lieder gesungen. Obwohl ich anfangs echt müde war, gingen die 2 Stunden echt schnell rum und es war eine sehr schöne Erfahrung. Man hatte die Möglichkeit sich wirklich zu entspannen und bei sich selbst zu sein und auch das singen hat mir viel Spaß gemacht.

Am Donnerstag fiel mir dass frühe Aufstehen dann natürlich nicht so leicht, aber mit genügend Cola und Kaffee und einem kleinem Mittagsschlaf anstatt des Khmerunterrichts lies sich der Tag auch gut aushalten.

Am Freitag dem 30.08 gab es abends einen Kulturabend, bei dem eine Lehrerin vom Children Fund sehr emotional verabschiedet wurde und auch Moritz wurde offiziell verabschiedet. Zwischendurch gab es immer wieder beeindruckende Tänze, die die Schüler der Technical School einstudiert haben. Am Ende wurde mit allen gemeinsam getanzt und ich konnte stolz meine kleinen Fortschritte im kambodschanischen Tanzen unter Beweis stellen.

Die Schüler*innen der Technical School beim Tanzen
Die Schülerinnen der Technical School beim Tanzen

Mittwoch der 4.09. war Moritz letzter Arbeitstag in Kep und auch im Kindergarten wurde mit einem T-Shirt als Dankeschön noch einmal Tschüss gesagt. Am Donnerstag fuhr er dann endgültig nach Battambang. Seit dem bin ich hier die einzige Freiwillige im Projekt, aber nur bis Ende Oktober. Dann kommen schon zwei Freiwillige aus Schottland hier hin und auch bis dahin bin ich hier nicht einsam.

Gestern haben wir den Geburtstag von Sister Maria gefeiert und sind mit allen Schülern, Lehrern den 3 Sisters und Father Albeiro in den Zoo gegangen. Wobei es sich dabei eher um ein Reservat handelt. Hier gab es Elefanten, Bären, Tiger, Löwen, Krokodile, viele Vögel und Affen und noch viel mehr. Einige Affen liefen frei herum und waren nicht zu scheu, um uns ein paar Bananen zu klauen.

Frei herumlaufenden Affen

Auf den Gelände gab es viele kleine Stände an denen man Essen und Trinken, oder Souvenirs und Hüte kaufen konnte. Dadurch konnte ich auch Zuckerrohr probieren. Diese Stangen werden hier in kleine Stücke geschnitten und als Snacks gegessen und sie sind gar nicht so süß wie erwartet. Aus dem Zuckerrohr wird auch ein Saft gemacht, den ich natürlich auch direkt probiert habe. Als man mir dann jedoch geröstete Grillen anbot, habe ich doch lieber dankend abgelehnt, obwohl mir die Schüler versicherten, dass sie wirklich sehr lecker sein. Als wir dann abends wieder zurück im Projekt waren gab es noch einen großen Kuchen und ein Geburtstagsständchen für Sister Maria. Nach diesem sehr ereignisreichem Tag bin ich sehr müde, aber glücklich ins Bett gefallen.

Ganz liebe Grüße

Johanna


Essen mit Stäbchen und Waschen per Hand - Zwei Wochen voller Abenteuer

Der Tag fängt hier morgens früh um 7:00 Uhr mit dem Frühstück an (auch am Wochenende). Von 7:30 Uhr bis 11:30 Uhr arbeite ich im Kindergarten. Hier wird viel gespielt, getanzt und getobt. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder kurze Unterrichtseinheiten in Englisch, Mathe, Khmer und Moritz gibt manchmal Musikunterricht. Es gibt sogar richtigen kambodschanischen Tanzunterricht für die Kinder. In der zweiten Arbeitswoche haben Moritz und Ich auch mal den Englischunterricht gemacht.

Musikunterricht mit Moritz

Um 11:30 Uhr geht es dann auf zum Mittagessen. Nach einer ausgiebigen Mittagspause haben Moritz und Ich Khmerunterricht. Wir lernen sehr fleißig, aber noch ist es ganz schön kompliziert für uns. Trotzdem bin ich immer sehr stolz auf mich, wenn ich einzelne Wörter auf Khmer in meine Sätze einbauen kann. Danach geht es noch einmal kurz in den Kindergarten bis 16:00 Uhr, oder 17:00 Uhr, je nachdem wann die Kinder abgeholt werden. Dann habe ich frei. Um 18:30 Uhr gibt es täglich einen Gottesdienst, zu dem man freiwillig hingehen kann. Sonntags ist er sogar auf Englisch. Abendessen gibt es dann um 19:00 Uhr. Da der Tag hier so früh beginnt endet er auch früher als in Deutschland. Ab 21:00 Uhr wird es ruhig im Projekt, sodass man genügend Schlaf bekommt.

Am Samstag den 17.08. kamen ehemalige Schüler, die hier vor einem Jahr ihren Abschluss gemacht haben, zu Besuch. Da vormittags aber noch nicht so viel los war habe ich die Zeit genutzt, um zum ersten Mal per Hand meine Wäsche zu waschen. Ich habe zwar noch etwas lange gebraucht und ich glaube es ist auch noch verbesserungswürdig, aber am Ende hatte ich immerhin einen Stapel frisch gewaschener Wäsche in meinem Korb. Nach dem Mittagessen wurde viel Fußball und Volleyball gespielt. Abends gab es dann ein paar Reden und sehr gutes Essen zu dem Moritz und Ich auch spontan mit eingeladen wurden. Dabei wurde mit Stäbchen gegessen. Da ich das vorher noch nie gemacht hatte, wurde das Essen zu einer sehr witzigen Angelegenheit. Aber am Ende konnte ich sehr stolz meinen Reis mit den Stäbchen zu meinem Mund transportieren. Später wurde viel gesungen und getanzt und Moritz und Ich haben ein bisschen kambodschanisches Tanzen gelernt. Am Ende bin ich sehr müde in mein Bett gefallen.

Am Sonntag dem 18.07. haben Moritz und Ich eine Wanderung durch den Nationalpark hier in Kep gemacht. Eigentlich wollten wir nur die Hälfte des Weges durch den Park gehen und dann zu einem Schmetterlingspark abbiegen. Leider haben wir den Abzweig verpasst und sind einmal bis zum anderen Ende des Nationalparks gelaufen, nur um dort wieder umzudrehen und die Hälfte wieder zurück zu laufen. Das hat sich aber wirklich gelohnt, denn der Schmetterlingspark ist unheimlich schön. Es gibt dort sehr viel Schmetterlinge von ganz unterschiedlichen Arten. Von dort aus sind wir nach einer kurzen Pause zur Innenstadt gelaufen um im Coffee Kep zu Mittag zu essen. Nach einem sehr leckeren Mittagessen und einer schönen Unterhaltung mit der sehr netten Besitzerin des Cafés ging es dann wieder zurück ins Projekt.

Die Aussicht vom Nationalpark auf Kep und das Meer
Einer der unzähligen Schmetterlinge im Schmetterlingspark (Foto von Moritz)

Dieses Wochenende waren wir wieder unterwegs. Am Samstag sind wir nach Kampot gefahren. Das ist die nächste größere Stadt in der Umgebung. Kep selbst ist eher eine süße verschlafene Kleinstadt. Dagegen kam mir Kampot mit seinen 50 000 Einwohnern schon sehr groß und voll vor. Nach einer knapp 40 min. langen und abenteuerlichen TukTuk-Fahrt über teilweise sehr staubige und dicht befahrene Straßen sind wir sicher in der Innenstadt gelandet. Dort haben wir dann eine kleine Tour zu Fuß durch die Stadt gemacht. Für das Mittagessen haben wir einen Stop im Epic Arts Café gemacht. Hier arbeiten vor allem Menschen mit Behinderungen und die Einnahmen des Cafés unterstützen Menschen mit Behinderungen in Kambodscha. Aber nicht nur das Prinzip des Cafés, sondern auch das Essen das es meistens sogar auch vegetarisch, vegan und glutenfrei gibt, ist echt super. Über dem Café gibt es auch noch einen kleinen dazugehörigen Shop mit T-Shirts, Taschen und vielem mehr.

Heute am Sonntag waren wir in einem Mangrovenwald in der Nähe des Projekts spazieren. Mangroven sind Bäume, die im Wasser wachsen. Das war sehr beeindruckend. Danach sind wir zu einem Tempel gefahren bei dem es auch einige Höhlen gibt, in die man rein gehen kann. Als wir aber zum Eingang einer Höhle gegangen sind kamen uns von mehreren Seiten Affen entgegen. Erst dachte ich mir noch wie niedlich die doch sind, aber dann haben sie plötzlich sehr bedrohlich gewirkt und sind uns hinterher gelaufen. Deswegen sind wir schnell die Treppen bis zum Tempel zurück runtergerannt mit den Affen dicht auf unseren Fersen. Als wir unten ankamen ließen sie uns aber zum Glück in Ruhe. Es ist zwar nichts passiert, aber es war trotzdem ein gruseliges und zugleich sehr witziges Abenteuer. Jetzt sind wir wieder zurück im Projekt und das ist auch gut so, weil es gerade sehr heftig regnet.

Ein Affe kurz vor unserer Flucht (Foto von Moritz)

Wie ihr seht, geht es mir hier wirklich gut und ich erlebe einige Abenteuer.
Bis bald
Eure Johanna


Und das Abendteuer beginnt!

Am Mittwoch den 7.8. sind meine Eltern und ich ich vormittags zum Frankfurter Flughafen gefahren und haben dort nach ca. 3 Stunden Fahrt Moritz getroffen. Dann war es an der Zeit Abschied zu nehmen. Das war gar nicht so leicht für mich. Nachmittags sind Moritz und ich dann in das Flugzeug eingestiegen und "nur" ca. 17 Stunden später sicher in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, gelandet. Dort wurden wir dann von einem TukTuk abgeholt und zur Don Bosco Technical School in Phnom Penh gebracht. Die TukTuk-Fahrt war schon sehr abendteuerlich, da sich die meisten Leute nur an ein paar Verkehrsregeln halten. Zusätzlich ist gerade Regenzeit, weshalb auf einigen Straßen immer mal wieder riesige Pfützen sind. Trotzdem sind wir unfallfrei angekommen, da alle Verkehrsteilnehmer auf die Anderen achten und sich viel mit der Hupe verständigen. Dadurch schlängeln sich alle sehr sicher durch die dicht befahrenen Straßen.

Moritz und ich kurz vor unserer ersten TukTuk-Fahrt

In der Schule wurden wir herzlich von dem Projektleiter empfangen und haben unser erstes kambodschanische Abendessen gegessen. Beim Abendessen haben wir auch einen Freiwilligen aus Australien kennengelernt, der dort seit 6 Monaten seinen Freiwilligendienst macht. Danach haben die Jungs der Schule Fußball gespielt und der australische Freiwillige wie auch Moritz haben fleißig mitgespielt. Ich bin nicht sonderlich gut im Fußballspielen und habe deswegen lieber zugeschaut und mich mit ein paar Schülern unterhalten.

Am nächsten Morgen sind wir mit einem Taxi nach Kep runter gefahren zur Don Bosco Technical School and Children Fund. Hier werde ich das Jahr über sein. Ich habe hier ein eigenes Zimmer mit Bad. Moritz ist für einen Monat auch hier im Projekt. Zusammen werden wir ab Montag vormittags in dem Kindergarten des Projektes helfen und nachmittags Khmerunterricht bekommen. Bis jetzt klingt Khmer für mich noch sehr schwierig und ich bin gespannt wie viel ich davon in einem Monat lernen kann.

Am Freitag konnten wir schon mal kurz im Kindergarten vorbeischauen und die Kinder dort kennenlernen. Obwohl wir uns nicht wirklich mit ihnen unterhalten konnten, hatten wir echt viel Spaß. Wir konnten ein paar Mädchen die Haare flechten und den Geburtstag von zwei Jungs feiern.

Am Samstag hatten wir frei und es hat nur vormittags geregnet. Deswegen sind wir am Nachmittag in Kep rumgelaufen und haben uns die Umgebung angeschaut. Hier gibt es einen Krabbenmarkt, auf dem es neben vielen Krabben auch ganz viele andere Sachen gibt. Danach sind wir zum Strand gelaufen. Dort gehen sehr viele Menschen hin um zu baden und sich in den Hängematten in der Nähe auszuruhen. Abends haben wir mit den Schülern draußen auf einer Leinwand einen Film geschaut.

Der Badestrand von Kep

Heute haben wir uns in einer Regenpause ein TukTuk genommen und sind zur Innenstadt von Kep gefahren. Erst sind wir etwas auf dem Kep-Markt herumgeschlendert, danach sind wir in ein sehr nettes Café namens Coffee Kep gegangen. Da gab es neben Kaffee und Saft auch Pizza, Salate und viele andere echt leckere Sachen und sogar veganen Kuchen! Nach einer Stärkung durch Mangosaft und Kaffee ging es dann weiter zum Hafen von Kep. Von dort aus kann man mit dem Boot zur Rabbit Island fahren, einer Insel ganz in der Nähe, die wohl echt schön sein soll. Vielleicht können wir da auch noch mal hinfahren. Vom Hafen sind wir dann noch zur Krabbenstatue gegangen. Kep ist sehr bekannt für seinen Krabben, deswegen gibt es hier auch den Krabbenmarkt und die Statue. Als es dann wieder angefangen hat zur regnen haben wir uns schnell wieder ein TukTuk genommen und sind zurück zum Projekt gefahren.

Der Hafen von Kep mit Aussicht auf die Rabbit Island

 

Kaffee und Mangosaft im Coffee Kep

Auch wenn ich mich noch an vieles gewöhnen muss, finde ich es sehr schön hier. Trotzdem glaube ich, brauche ich noch ein bisschen Zeit bis ich ganz realisiert habe, dass ich hier wiklich ein komplettes Jahr sein werde. Ich freue mich schon auf die Herausforderungen und Abenteuer, die in diesem Jahr auf mich zu kommen!

Bis bald, eure Johanna! :)