Ein herrlich heißer Herbst

Bevor wir bald in den Dezember starten, möchte ich doch noch von meinen Erlebnissen aus dem Oktober und dem November berichten.
Der Oktober stand unter dem Motto: „Monat der Mission“. Deshalb fand am 18. Oktober Medical Mission statt. Hier auf den Philippinen gibt es keine Krankenversicherung. So muss man für jede ärztliche Behandlung bezahlen und viele können sich die Behandlungen nicht leisten. Bei Medical Mission gab es nun für jeden, der gekommen ist, kostenlose medizinische Behandlung und Medikamente. Es waren rund 40 Allgemeinmediziner, 20 Zahnärzte, 20 Krankenschwestern, einige Augenärzte und weitere freiwillige Mitarbeiter von 7 Uhr morgens bis 13 Uhr mittags im Youth Center. Es waren wirklich unglaublich viele Menschen dort und ich habe geholfen sie nach und nach aufzurufen. Durch meine Arbeit rund um die Gemeinde kannte ich viele Mütter und Kinder, die kamen. Ebenso hat man einige gesehen, die man sonst oft am Straßenrand betteln sieht. Es hat mich sehr gefreut zu sehen, wie so direkt den Menschen geholfen wurde. Auch wenn es trotz vielen Bemühungen ein wenig chaotisch zuging hat mir die gesamte Aktion sehr gefallen!

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Eine weitere echt schöne Erfahrung war, dass Sarah und ich spontan auf einen 18. Geburtstag eingeladen wurden. Bei Mädchen wird dieser Geburtstag besonders groß gefeiert und ganz anders als ich es aus Deutschland kannte. Die Debütantin saß vor all ihren Gästen und ein Programmpunkt bestand darin, dass jeder Gast ihr einzeln sein Geschenk überreicht hat. Nach dem Essen hat sie dann ihr Kleid gewechselt und ist dann nochmal eingelaufen. Ihr Kleid war wirklich beeindruckend! 18 Jungs/Männer haben ihr insgesamt 18 Rosen überreicht und jeder hat kurz mit ihr getanzt. Später wurden noch ein paar Spiele gespielt. Insgesamt war es ein sehr schöner Abend und eine gute Möglichkeit, noch mehr Jugendliche kennen zu lernen.

Geburtstagsdekoration - die dem windigen Wetter stand halten musste

Aber mein absolutes Highlight war ein Spieleabend für Kinder. Die Stadt ist in verschiedene Areas eingeteilt und wir sind an diesem Abend zur Area 2 gelaufen. Man musste durch einige verwinkelte Straßen gehen und dann hat sich ein kleiner Platz aufgetan. Dort haben wir ein paar Spiele für die Kinder vorbereitet, bei dem sie Tickets gewinnen konnten. Diese konnten sie dann am Ende gegen Preise einlösen. Es hat so viel Spaß gemacht mit den Kindern zuspielen und ihnen an den verschiedenen Stationen zuzuschauen. An meiner Station musste man ein Auge schließen, sich 10mal drehen und dann ein Stück zu einer Flasche laufen von der man einen Tischtennisball schnipsen sollte. Nach dem Drehen sind die Kinder mehr daher gewankt als gelaufen, was für viel Lachen gesorgt hat. Alles in allem ein wirklich sehr schöner Abend!

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Vom 31.10.19 bis zum 01.11.19 fand dann hier in Cebu ein Treffen von Salesian Lay Volunteer statt. Das sind Freiwillige die in Don Bosco Einrichtungen gearbeitet haben oder es grade tun. Insgesamt waren wir 11 Personen: zwei Freiwillige aus der USA, 6 Freiwillige von den Philippinen, die alle schon mal einen Einsatz in Kambodscha, Myanmar oder anderen Projekten auf den Philippinen gemacht haben; Sarah und ich aus Deutschland und dann war noch Father Arvin dabei. Am ersten Vormittag haben wir gemeinsam gebetet und Essen verteilt. Nach dem wir dann selbst zu Mittag gegessen hatten, haben wir uns unsere Entsendeorganisationen vorgestellt. Dann hat Schwester Claudia einen Vortrag für uns über Laudato si (sei gelobt) gehalten. Dabei handelt es sich um die zweite Enzyklika vom Papst, in dem es um Probleme dieser Welt geht. Abends sind wir in ein Haus gefahren, wo wir gemeinsam übernachtet haben. Die Fahrt dorthin war schon ein wenig abenteuerlich, denn erst waren wir zu schwer, so dass wir einen Berg nicht hochgekommen sind und rückwärts wieder runter mussten ,um mehr Anschwung zu nehmen und später mussten wir alle aussteigen, weil wir ein wenig zu weit an eine Kante gefahren waren und zurück setzten mussten. Als wir dann aber angekommen sind, standen wir vor einem Haus, mit dem wir alle nicht gerechnet hätten. Es war super groß und echt schick eingerichtet. Dort haben wir den Abend gemeinsam verbracht. Father Arvin hat spontan noch für alle Eis besorgt. Als am Ende noch etwas übrig war, meinte er zu mir, dass er die eine Packung leer macht und ich dafür die andere. Das haben wir dann auch gemacht. 😊 Am nächsten Morgen wurden wir nach dem Frühstück von Priester Vaclav Klement besucht. Gemeinsam mit ihm haben wir über Mission und Freiwilligendienste gesprochen. Am Nachmittag ging es dann wieder nach Hause. Es waren zwei wirklich schöne und lustige Tage.


Abends wollte ich dann eigentlich mit meinen Gasteltern auf den Friedhof. Da aber so viel los war und wir nicht mal zwei Straßen weiter einen Parkplatz finden konnten, sind wir nur an am Friedhof vorbeigefahren und dann wieder nach Hause. Ein nicht ganz so erfolgreicher Ausflug. 😊
Und dann ging es diesen Monat endlich mal ins Grüne. Zusammen mit ein paar Freunden sind wir früh an einem Sonntagmorgen nach Guadalupe gefahren. Von dort haben wir uns auf eine Wanderung begeben. Man konnte mal wieder „ Natur tanken“ und ich habe es richtig genossen. Die Landschaft war wunderschön und zweitweise hatte man das Gefühl tief im Dschungel zu sein. Besonders beeindruckend fand ich auch, dass in den Bergen viele Farmer wohnen. Die Hütten sind meistens nur zu Fuß zu erreichen. Es hat echt total viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass sich bald noch mal so eine Möglichkeit ergibt.

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Außerdem waren wir in diesem Monat noch auf dem Geburtstag von einem Priester hier eingeladen. Eigentlich war ich mit dem Catering dort. Aber da ich auch eingeladen war, habe ich mehr als Gast teilgenommen und nur beim Auf- und Abbau geholfen. Der Geburtstag war super lustig, weil verschiedene Gruppierungen Tänze vorgeführt haben. Und später haben dann alle Priester zusammen getanzt. Ich finde es echt cool, dass die meisten Menschen hier so locker drauf sind!
Diese Woche haben Sarah und ich dann noch geholfen Kleidung und Lebensmittel für die Opfer der Erdbeben in Mindanao zu einer Sammelstelle zu bringen. Ich bin wirklich immer wieder überrascht, was alles so in die Autos hier reinpasst.

Zudem fiel diesen Samstag der Flötenunterricht aus. Denn ein Ehepaar, dass vor einigen Jahren von dem Jugendpastor hier getraut wurde, hatte eine große Party für die Kinder des Sponsorship Programm veranstaltet. Da die Frau nun schwanger geworden ist, wollte das Ehepaar als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Gott, auch etwas für andere Kinder tun. Erst gab es Programm für die Kinder, bei dem sie viele Spielzeuge gewinnen konnten und dann gab es für alle Essen und später noch eine Tüte mit Geschenken für jeden. Die Kinder haben es wirklich genossen und ich finde, dass es eine sehr coole Art ist, Danke zu sagen.

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Das war jetzt mal wieder ganz schön viel, was sich so in den letzten beiden Monaten ergeben hat. Nun ist schon fast der Dezember da und ich bin wirklich gespannt wie Weihnachten im warmen werden wird. Euch wünsche ich auf jeden Fall allen eine wunderschöne Weihnachtszeit und berichte euch dann danach von meinen Erlebnissen hier.
Liebe Grüße von den Philippinen,
Eure Clara


Eine Fiesta, zwei Strandbesuche - in drei weiteren Wochen

Seit meinem letzten Eintrag sind schon wieder drei Wochen vergangen und ich habe sehr viel Cooles erleben dürfen. Denn in den letzten Wochen konnte ich mal wieder die Vorteile des Insellebens genießen.

Denn am 18.09.19 durfte ich mit der Physiotherapie zur Wassertherapie an den Strand fahren. Die PT macht ca. jeden zweiten Monat mit allen Patienten plus Eltern einen Ausflug. Und dieses Mal ging es an den Strand. So bin ich nicht wie sonst mittwochs nach Pasil in das Haus Mother Theresa gefahren, sondern habe mich um 7:30 Uhr mit 8 Patienten, 8 Müttern und 7 Studenten vor dem Youth Center getroffen. In zwei Bussen ging es dann zum Strand. Die meisten Kinder hier haben nicht besonders oft die Chance, an einen Strand zukommen, da dieser meistens doch zu weit weg ist und die Eltern keine Zeit und auch nicht die Möglichkeit haben, einen Strandbesuch zu unternehmen. So haben alle diesen Ausflug sehr genossen. Für mich war es besonders schön, auch die Eltern der Patienten kennen zulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Nach dem Mittagessen ging es dann zurück. Und auf der Rückfahrt hat Bernard (unser Busfahrer) versucht mir neue Wörter auf Cebuano beizubringen. Es war ein echt schöner und entspannter Tag.

Wassertherapie mit der PT/OT

Ein weiters Highlight war „das Kommen des St. Nino“. St. Nino ist eine Figur von Jesus als Kind und hat hier eine zentrale Bedeutung. Denn sie war ein Taufgeschenk des portugiesischen Eroberers Magellan an die Frau des damaligen Rajas von Cebu „Humabon“. Und soll nach der endgültigen Eroberung Cebus, 44 Jahre nach Magellans Tod, in einer Hütte neben Heiligenbildern der Ureinwohner unversehrt gefunden worden sein. Einmal im Jahr, im Januar, findet zu Ehren des „heiligen Kindes“ ein riesiges Festival (Sinulog Festival) statt. Da aber 2021, 500 Jahre Christentum gefeiert wird, wandert diese Figur nun schon von Gemeinde zu Gemeinde und am 28.09.19 kam sie nach hier. Für dieses Event liefen dann schon am Tag davor alle Vorbereitungen auf Hochtouren und ich durfte beim Basteln der Accessoires helfen. Die Tanzgruppe hier vor Ort hatte die ganze Woche schon den Sinulog-Tanz geübt und Sarah und ich hatten an den Proben teilgenommen. Am Freitag war es dann soweit und alle Tänzer haben sich um 12 Uhr im Youth Center getroffen. Dort wurde man frisiert, geschminkt und hat sich in Schale geworfen. Und dann ging es los: wir hatten eine Prozession die Straße entlang bis zur Kirche. Wir sind voran „getanzt“, dann kam eine Musikkarpelle und am Ende fuhr das Auto mit der Figur von St. Nino. Es hat super viel Spaß gemacht, aber es war auf Grund der Temperaturen auch echt ziemlich anstrengend. Nachdem wir noch einmal vor der Kirche getanzt haben, haben wir im Feeding einen Snack zu uns genommen und einmal durchschnaufen können. Am Abend haben wir dann noch einmal am Ende des Gottesdienstes getanzt. Es war echt ein super cooles Erlebnis und man konnte so richtig in die Kultur eintauchen und durfte ein Teil davon sein. Als ich dann abends zu Hause war, bin ich nur noch in mein Bett gefallen.

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Doch das Eintauchen in die Kultur findet auch andersherum statt. Sarah und ich geben jetzt jeden Mittwochabend allen Interessierten eine Stunde Deutschunterricht. Am 02.10.19 ging es mit vier „Schülern“ los. Es hat richtig viel Spaß gemacht und war echt lustig. Außerdem haben schon einige gesagt, dass sie beim nächsten Mal auch kommen wollen und ich freue mich richtig über das Interesse der Menschen hier.

Letztes Wochenende ging es am Sonntag wieder zum Strand. Das Fedding, welches Essen an die Leute an der Straße verteilt, feierte nämlich seinen 9. Geburtstag. Und so ging es um 5 Uhr morgens mit 25 Freiwilligen und Father McManus (der diese Gruppe ins Leben gerufen hat) los. Es hatte schon im Vorhinein vielfache Diskussionen geben, wo es denn hingehen soll und auch am Tag selber war es dann noch nicht so ganz klar  . Wir sind erst zu einem Strand gefahren, der sehr klein aber von der Anlage sehr schön war. Doch dann kam raus, dass wir dort nicht unser eigenes Essen mitbringen konnten und so sind wir doch wieder zu dem Strand gefahren, an dem ich auch mit der Playgroup und der Physiotherapie schon war. „Vano Beach“ ist eher eine Art Bucht und leider nicht so sauber, aber das Wasser hat eine tolle Farbe! Da wir morgens so früh losgefahren sind, war ich ziemlich müde. Aber wir hatten trotzdem viel Spaß und es war echt cool die anderen Freiwilligen alle mal ein bisschen besser kennen zu lernen. Da ich nur montags in dieser Gruppe bin, kannte ich einige noch gar nicht. Was natürlich auch nicht fehlen durfte war viel Essen und die Karaoke Anlage. Somit habe ich den Nachmittag über immer zwischen Mikro und Meer gewechselt. Um 17 Uhr ging es zurück. Es war ein echt langer aber auch lustiger Tag!

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In der kommenden Woche steht wieder ein Konzert mit dem Orchester an und auch wenn ich dieses Mal ein bisschen mehr Zeit hatte, sind die meisten Stücke einfach zu schwer für mich. Samstags gebe ich jetzt immer Blockflöten Unterricht. Meine musikalische Seite wird also weiterhin herausgefordert. Zum Glück habe ich Herrn Google und Frau Youtube die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen 😉.

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Wie ihr seht, ist bei mit weiterhin viel los und alles gut,
liebe Grüße
Eure Clara


Mangos, Musik und Meditation - mein Start in den September

Unglaublich wie die Zeit vergeht. Jetzt ist der erste Monat schon vorbei und der September hat begonnen. Und damit die Weihnachtszeit (!), denn hier auf den Philippinen geht die Weihnachtszeit von September bis Februar und so dudeln nun schon die Weihnachtslieder im Fernsehen und auf der Straße. Und ich muss sagen, ich bin wirklich sehr musikalisch in diesen Monat gestartet, denn neben der Tanzgruppe gibt es hier auch ein Orchester. Wer mich kennt weiß, dass meine Begabungen im Cello spielen durchaus noch ausbaufähig sind, aber trotz allem bin ich einfach mal zur Orchesterprobe gegangen. Sarah war schon einmal dort gewesen. Sie spielt auch Cello und das auch echt gut. Die Probe war sehr lustig und hat Spaß gemacht, obwohl die meisten Lieder deutlich zu schwer für mich waren. Womit ich jedoch nicht gerechnet hatte, am Wochenende standen direkt zwei Konzerte an. Obwohl ich mehrfach versucht habe mich aus der Affäre zu ziehen und erklärt habe, dass ich die Stücke doch gar nicht kann, wurde ich letztlich überredet mitzuspielen. So stand am 31.08.19 mein erstes Konzert hier im Youth Center an. Darianne (eine weitere Cellistin und die Leiterin des Orchesters) hatte mir versprochen, dass ich innen sitzen kann, damit nicht auffällt, wenn ich bei den schweren Liedern gar nicht spiele oder nur so tue. Sowohl dieses Konzert als auch das am Sonntag waren Konzerte gemeinsam mit anderen Orchestern. Sonntags waren es vier verschiedene Orchester und ein Chor und insgesamt waren es somit ungefähr 300 Musiker und beim zweiten Auftritt auch ca. 900 Zuschauer. Die beiden Auftritte am Sonntag waren deutlich größer , deshalb sind wir nach Lapu-Lapu in eine große Halle gefahren. Alleine die Fahrt dahin war schon ein Abendteuer, denn wir haben alle Instrumente (darunter ein Kontrabass und 3 Celli) plus 17 Leute in einen Wagen gepackt, in den normalerweise ca. 12 Leute passen. Und auch die Auftritte waren für mich eine echt neue und tolle Erfahrung! Zudem sind die Leute aus dem Orchester einfach super nett und lustig. Wir alle haben und machen uns auch jetzt noch immer ein bisschen über mein etwas gekünsteltes Mitspielen lustig 😊.

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Sarah und ich haben jetzt auch unseren Plan für die Woche erstellt. Montags und donnerstags arbeite ich jetzt immer in der Playgroup von 9:00 Uhr – 11:00 Uhr mit. Die Playgroup ist eine Art Vorschule, in der die Kinder Grundlagen wie z.B. die Zahlen lernen, aber es auch Zeit zum Spielen gibt. Montags verteile ich danach dann immer noch mit Essen an Menschen auf der Straße gemeinsam mit anderen Freiwilligen hier. Dienstag bin ich in der Physiotherapie, die auch hier im Youth Center ist. Gemeinsam mit Sarah fahre ich dann am Mittwoch zum Haus Mother Theresa, was ein Haus für kranke und unterernährte Kinder im Alter von 1 – 7 Jahre ist. Dort spielen wir mit den Kindern und helfen dabei sie zu füttern. Freitags bin ich hier im Feeding. Dort helfe ich erst in der Küche mit und hole zusammen mit anderen Mitarbeitern die Mütter und Kinder von Zuhause ab. Nachdem wir sie im Feeding abgesetzt haben, geht es noch einmal los Essen verteilen, dieses Mal an ältere arme Menschen. Wir fahren zu zwei verschieden Orten und gehen mit einem großen Kochtopf von Haus zu Haus. Zurück im Feeding, spiele ich jetzt mit den Kindern und helfe dann das Mittagessen an sie zu verteilen. Nach dem Essen werden alle wieder nach Hause gefahren und ich laufe rüber zum Youth Center. Dort verbringen Sarah und ich alle Nachmittage. Wir helfen bei Arbeiten im Büro, spielen mit den Kindern, die kommen oder lernen Cebuano. Denn neben unseren Aufgaben, haben wir außer mittwochs immer von 13:00Uhr bis 14:00Uhr Cebuano Unterricht. Mir fällt es echt noch sehr schwer mir die ganzen Vokabeln zu merken,aber das wird mit der Zeit bestimmt noch besser. Unsere Lehrerin Ma’am Roda ist auf jeden Fall super lustig. Und es gibt nicht nur viele Aktionen sondern auch ganz viel Essen. Besonders die Mangos sind super lecker! Am Wochenende können wir samstags morgens dann auch wieder im Youth Center mithelfen und demnächst sollen wir nachmittags auch noch ein bisschen Deutschunterricht geben. Wie ihr seht, ist also immer was los.

Don Bosco Youth Center

Grade das letzte Wochenende war noch einmal ganz besonders. Denn unsere Mentorin hatte uns auf ein Seminar-Wochenende von der Gemeinde eingeladen. Das Wochenende stand unter dem Motto „Life-Direktion“. Am Morgen war ich noch bei der Einweihungsfeier der Praxis meiner Gastschwester gewesen. Die Praxis befindet sich in einem Krankenhaus und so haben wir ganz viel verschiedenes Essen dort hingebracht und es sind Verwandte und Freunde gekommen. Zuerst wurde die Praxis gesegnet und dann haben sich alle über das reichliche Essen her gemacht. Nachmittags sind wir dann mit einem Jeepney nach Lawaan gefahren. Dort ist das Don Bosco Retreat House. Wir haben uns von Samstagabend bis Montagnachmittag, mit Hilfe von Vorträgen, Meditationen und Videos, mit unserem eigenen Leben auseinandergesetzt. Es war sehr emotional die Geschichten anderer Teilnehmer anzuhören und mir ist noch mal ganz bewusst geworden, wie gut und gesegnet mein eigenes Leben ist. Außerdem war es eine gute Möglichkeit einige Leute hier näher kennen zu lernen. Und auch wenn wir die meiste Zeit (z.B. während des Essens und in unseren Zimmern) geschwiegen haben, um uns wirklich ganz auf uns zu besinnen, hatte man auch immer wieder echt lustige Momente und viel Spaß. Zudem konnte man den letzten Monat für sich einmal Review passieren lassen und sich nochmal neu auf die nächsten 11 Monate ausrichten.

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Somit freue ich mich weiterhin auf all die neuen Erfahrungen, die ich noch machen darf und bin gespannt auf alles was noch kommt. Natürlich hat man immer seine Höhen und Tiefen aber insgesamt geht es mir echt gut.

Liebe Grüße,

Eure Clara


Leben, Land und Leute - meine ersten Wochen auf den Philippinen

Jetzt bin ich schon über zwei Wochen auf den Philippinen, habe schon unfassbar viel erlebt und noch gar nicht richtig gearbeitet. Da hier so viel passiert ist kommt mein Blogeintrag auch jetzt erst, aber naja das nennt man hier Philippintime :) Aber fang ich mal am Anfang an…

Nach langem warten, stressigem packen (30kg sind dann doch schnell gepackt) und vielen letzten Besuchen bei Freunden war es dann soweit. Ich stand am Flughafen und wollte nun meine Reise antreten. Als es dann so endgültig war, viel mir der Abschied von meinen Lieben doch sehr schwer. Doch nach den letzten festen Umarmungen ging es dann durch die Sicherheitskontrolle. Dort wurden Sarah (meine Mitfreiwillige) und ich erstmal gefragt ob wir denn auch schon über 12 wären (Hallo?! Wir wollen 1 Jahr auf die Philippinen!). Doch als dann alle ersten Hindernisse überwunden waren und ich im Flugzeug saß, konnte ich mich langsam auf mein Ziel einstellen: Cebu City!
Am Flughafen wurden wir von unserer Mentorin Taichi, Father Arvin und Marga (eine weitere Mitarbeiterin) abgeholt. Sie haben uns herzlich empfangen und wir sind zusammen Burger essen gefahren. Schon dort hatten wir echt lustige Gespräche mit den Dreien. Nachdem unsere Bäuche nun gut gefüllt waren, wurden wir zur Gemeinde gebracht. Dort haben Sarah und ich die nächsten 6 Tage in einem Gästezimmer gewohnt. In den folgenden Tagen haben wir verschieden Aktionen mit Taichi, Father Arvin und Marga unternommen. Wir hatten Vorträge um uns mit dem Leben, dem Land und den Leuten vertraut zu machen. Haben gaaanz viel landestypisches Essen probiert und auch einmal ganz den Touristen gespielt und verschiedene Attraktionen in Cebu City besichtigt. Außerdem haben wir uns mit dem Leben von Don Bosco beschäftigt, der hier in der Gemeinde eine zentrale Rolle hat. Alleine hier im Umfeld gibt es 7 Don Bosco Projekte, die wir alle besichtigt haben. Überall wurden wir immer super herzlich begrüßt und rumgeführt. Dabei konnten wir schon mal einen Eindruck von der vielfältigen Arbeit bekommen und sehen wie viele Möglichkeiten wir haben uns hier in verschiedenen Bereichen einzubringen.

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Dann ging es am 12.08.19 zu einer Gastfamilie, die den Standard der meisten Filipinos hier hat. So sollten Sarah und ich einen Eindruck vom normalen Leben auf den Philippinen bekommen. Also haben wir unsere Rucksäcke mit Klamotten für die nächsten drei Tage gepackt und los gings. Zuerst haben Taichi, Father Arvin und ich, Sarah bei ihrer Gastfamilie hier in Cebu City abgesetzt. Dann ging es weiter in ein anderes Stadtgebiet. Father Arvin hat Taichi und mich an der Straße rausgelassen, wo meine Gastmutter und ihr zwei Jahre alter Sohn schon auf uns gewartet haben. Gemeinsam sind wir dann durch viele kleine Gassen immer tiefer in das Gewirr von kleinen Häusern gegangen und ich habe auch wirklich drei Tage gebraucht um mir den Weg zur Straße einzuprägen. Am Ende sind wir dann vor einem kleinen Holztor angekommen, hinter dem 4 kleine Häuser lagen. Das letzte war das meiner Gastfamilie. Es bestand aus einem Zimmer, das Küche, Wohnzimmer und Esszimmer in einem war und einem zweiten Zimmer, das das Schlafzimmer war. Hinter dem Haus lag dann das Badezimmer. Allerdings haben die Menschen hier nur morgens eine Stunde fließendes Wasser. Dann wird es wieder abgestellt, damit andere Stadtteile auch Wasser bekommen. Somit musste man bei der Toilette immer mit nebenstehendem Wasser nachspülen und die Dusche bestand aus einem Fass mit Wasser und einer Art Schüppe, mit der man das Wasser dann über sich geschüttet hat. Allerdings hört sich das deutlich komplizierter an als es ist. Mein Gastvater ist zurzeit aufgrund seiner Arbeit in Manila, weshalb ich ihn gar nicht kennen lernen konnte. Dafür wohnt zeitweise der Onkel mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auch mit im Haus. Mit mir waren wir also nun zu siebt. Und alle waren einfach unglaublich freundlich und ich habe mich sofort in der Familie aufgenommen gefühlt. Ich durfte sogar auf dem einzigen Bett das es gab schlafen, während die anderen alle auf Matratzen und Sofas geschlafen haben. Ich habe mir einen Raum mit meiner Gastmutter, ihrem Sohn und der Nichte geteilt. Und ich habe in den Nächten dort so gut geschlafen wie noch kein Mal davor seit ich hier bin. Nachts waren wir also zu siebt im Haus, aber tagsüber waren es deutlich mehr. Den ganzen Tag über war immer ein reges treiben zwischen den 4 Häusern. Die Kinder sind von einem zum anderen gerannt, haben mal hier und mal dort gespielt und auch die Erwachsenen haben sich immer mal wo anderes zum quatschen versammelt. Die Kinder haben mich alle direkt Ate Clara genannt. Ate bedeutet so viel wie große Schwester. Während diesen drei Tagen habe ich Karaoke gesungen(das war echt sehr lustig) , gelernt wie man seine Kleidung hier wäscht ( die Frauen hier haben dabei echt ein schnelles Tempo drauf, während ich an meinem ersten T-Shirt am schrubben war, hatte meine Gastmutter schon drei fertig ), bin auf einem großen Markt gewesen ( den alle Dirty Market nennen…. Jetzt weiß ich auch warum), habe im Stadtparkt Badminton gespielt, viele neue Wörter auf Cebuano gelernt und vor allem unglaublich viel Spaß gehabt. Die drei Tage sind einfach wie im Flug vergangen und plötzlich hieß es schon wieder Abschied nehmen. Aus nur drei Tagen dort konnte ich unfassbar viel mitnehmen und es hat einem echt die Augen geöffnet. Zum einen hat es einen viele Dinge die man als selbstverständlich erachtet (wie z.B. fließendes Wasser) neu schätzen lernen lassen und zum anderen eben auch gezeigt, dass es nicht die materiellen Dinge sind, die einen glücklich machen und die man braucht um Freude und Spaß verbreiten zu können.

Familie, Verwandte und Nachbarn in Talisay

Zurück in der Gemeinde, haben Sarah und ich mit Taichi und Marga unsere Erfahrungen besprochen und diskutiert. Dann gab es noch ein paar letzte Ratschläge und auf ging es nun zu der Gastfamilie, in der ich nun für das ganze Jahr sein werde. Auch hier wurde ich direkt mit einem Snack begrüßt. Dann wurde mir mein Zimmer gezeigt. Ich habe ein eigenes Zimmer mit sogar einem eigenen kleinen Bad dran. Schnell habe ich das Meiste noch ausgepackt, bevor ich dann mit meinen Gasteltern zum Gottesdienst gefahren bin. Es war Sarahs und mein erster Gottesdienst hier und am Ende der Messe wurden wir kurz der Gemeinde vorgestellt. Es gibt hier jeden Tag mehrere Messen und Sonntags von morgens bis abends jede Stunde eine. Und selbst wenn die Kirche bei einem Gottesdienst unter der Woche leer aussieht, sind es meistens immer noch um die 100 Leute, die da sind. Sonntags stehen die Menschen sogar draußen, weil es so voll ist. Nach dem Gottesdienst (der übrigens in Cebuano gehalten wurde; es gibt aber auch welche in Englisch), sind wir rüber ins Youth Center gegangen. Dort hatten die Kinder und Jugendliche ein Willkommens-Programm für uns vorbereitet. Zuerst gab es ein paar Spiele, dann hat das Orchester gespielt und anschließend wurde für uns getanzt. Das war wirklich sehr beeindruckend! Anschließend gab es dann auch noch allerlei zu essen. Zurück in meinem Zimmer bin ich dann nur noch ins Bett gefallen.

Willkommensfeier im Youth Center

Am nächsten Morgen haben wir dann mit Regina ( sie ist die Leiterin des Projekts und wird von allen hier nur Ma'am Regie genannt) die nächste Woche besprochen. Wir gucken diese Woche jetzt nochmal jeden Tag in einen anderen Bereich rein, bevor wir uns dann aussuchen dürfen wo wir dann arbeiten wollen. Es macht echt Spaß, sich hier nun alles angucken zu können, die ganzen Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter kennen lernen zu dürfen und langsam auch zu einer Hilfe zu werden anstatt nur einer Belastung zu sein. Ich habe auch schon drei Mal das Training der Tanzgruppe hier mitgemacht und auch wenn sie alle viel zu gut für mich sind und ich im Moment in Hintergrund einfach nur ein bisschen rum hüpfe, ist es einfach super lustig. Außerdem haben Sarah und ich jetzt unsere erste Unterrichtsstunde in Cebuano gehabt. Ich hoffe, dass ich die Sprache echt schnell lerne und mich dann auch mit den jüngeren Kindern unterhalten kann.

Um morgens immer zur Gemeinde und zum Youth Center zu kommen, fahre ich immer mit einem Tricycle. Das ist ein Motorrad an dem ein kleiner Wagen dran ist. Ich dachte am Anfang, dass höchstens 4 Leute mit einem Tricycle fahren können. Ich wurde aber eines besseren belehrt und weiß nun, dass mal min. für 6-7 Leute Platz ist. Generell war es eine lustige Erfahrung als ich mich an der Tricycle Station durchgefragt habe. Jetzt wissen die meisten Fahrer hier schon, wo das kleine, deutsche, verpeilte Mädchen hin muss und ich brauche gar nicht mehr viel sagen.

Wie ihr seht, ist hier also immer viel los, weshalb ich auch jetzt erst meinen ersten Eintrag geschrieben habe. Alles in allem geht es mit hier auf jeden Fall sehr gut und ich komme auch langsam hier richtig an. Ich freue mich jetzt einfach darauf, fest in den jeweiligen Bereichen mitzuarbeiten.
Wenn es dann soweit ist und ich auch weiß, was ich genau mache, melde ich mich wieder.
Bis dahin viele Grüße von den Philippinen
Eure Clara