X-mal packen, einmal REISen

Ein frohes neues Jahr Euch allen!
Meine Weihnachtszeit war dieses Jahr mal ganz anders aber sehr erlebnisreich. Im Vorhinein hatten uns schon alle gesagt, dass der Dezember voller Weihnachtsfeiern sein würde und so war es auch. Ich hatte in den letzten beiden Wochen vor Weihnachten über 10 Weihnachtsfeiern. Diese sind alle relativ ähnlich abgelaufen. Zum einen gab es immer verschiedene Spiele, diese haben echt immer viel Spaß gemacht und ich fand es besonders schön, dass sich auch die Erwachsenen und älteren Menschen nicht geziert haben und voller Eifer bei den Spielen dabei waren. Außerdem haben verschiedene Gruppen bzw. die Mitarbeiter etwas vorgeführt. In der Regel wurde getanzt oder gesungen. Was natürlich auch nicht fehlen durfte war reichlich Essen! Mir wurde schon vorausgesagt, dass ich im Dezember hier wohl zunehmen werde und ich denke es könnte gut sein, dass das diese Voraussage eingetroffen ist. 😊 Neben den vielen Weihnachtsfeiern bin ich mit dem Orchester auch noch Carolling gegangen. Das bedeutet, dass wir uns abends auf den Weg zu verschiedenen Häusern gemacht haben um dort drei-vier Lieder vorzuspielen und somit Spenden für das Orchester zu sammeln. In jedem Haus gab es nach dem Spielen noch etwas zu essen. Als wir an einem Abend über sieben Häuser besucht haben, waren wir müde aber vor allem super satt! Es hat echt Spaß gemacht, andererseits ist mir nochmal die extreme Spanne zwischen Arm und Reich bewusst geworden. Denn die meisten Familien, bei denen wir gespielt haben, waren sehr reich.
Ganz besonders waren noch mal die letzten Tage vor Weihnachten, denn vom 16.12.19-24.12.19 fand hier Misa de Gallo bzw. Simbah Gabii statt. Simbang Gabi (philippinisch für „Nachtmesse“) ist eine neuntägige Reihe von Messen zwischen 3.00 und 5.00 Uhr morgens, die von philippinischen Katholiken und Aglipayans in den Philippinen in Erwartung von Weihnachten gefeiert werden. So hieß es für mich eine Woche lang um 3.00 Uhr morgens aufstehen. Nur eine Nacht habe ich meiner Müdigkeit nachgegeben und durchgeschlafen. Da es für mich morgens immer ein bisschen schwierig war zur Kirche zu kommen, habe ich einige Nächte im Büro im Projekt übernachtet. An den anderen Tagen, bin ich dann hier in die fußläufige Kapelle gegangen. Ich war am ersten Morgen wirklich überwältigt, wie viele Menschen so früh am Morgen in die Kirche geströmt sind. Es war rappelvoll und viele hatten sich Stühle mitgebracht, mit denen sie sich auf den Kirchplatz gesetzt haben, um auf Übertragungen den Gottesdienst mitzufeiern. Erstaunlicherweise haben diese Menschenmassen in den neun Tagen kaum abgenommen.
Aber neben all diesen verschiedenen Weihnachtstraditionen bestand meine Weihnachtszeit vor allem aus einem: packen! Insgesamt haben wir im Projekt über drei Tonnen Reis abgewogen und in Eimer gepackt. Diese wurden dann an die Kinder im Projekt oder arme Menschen aus der Umgebung verteilt. X-fach habe ich Reis abgebogen, Nudeln verpackt und Kleidung gefaltet. Außerdem hatten wir auch noch einen Basar für die Kinder aus dem Projekt. Bei verschiedenen Aktionen hatten sie Tickets bekommen und von denen konnten sie sich nun verschiedene Sachen kaufen. Mir hat es echt Spaß gemacht, so praktisch anpacken zu können und am Ende zu sehen, wie sich die Menschen darüber freuen.

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Nach so vielen Vorbereitungen und einer so vollen Adventszeit, war ich überrascht wie einfach Weihnachten dann ausgefallen ist. Abends war ich hier im Gottesdienst und danach habe ich mit meiner Gastfamilie zu Abend gegessen. Damit war Weihnachten dann auch wieder dabei. Somit war es mal ganz anders, aber trotzdem gut. Da es auch an Heilig Abend noch 30°C warm war, hatte ich auch gar nicht das gewohnte Weihnachtsgefühl.

Ganz spontan hatte es sich noch ergeben, dass ich zwischen Weihnachten und Neujahr auf die Nachbarinsel Bohol reisen konnte. Es war das erste Mal, dass ich noch etwas anders als Cebu City gesehen habe und es war super schön dort. Ich war zusammen mit anderen einheimischen Freiwilligen von „Salvo“, Sarah und Priester Arvin unterwegs und wir haben verschiedene Orte besichtigt. So waren wir auch bei den bekannten „Chocolat Hills“, die wirklich cool aussehen.

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Neujahr war ich dann bei einem Bruder meines Gastvaters, da meine Gastfamilie nicht da war. Somit habe ich mit sechs „Gastcousins“ Silvester gefeiert, was echt ganz lustig war.
Nun ist auch der Januar schon fast wieder vorbei, aber ein richtiger Alltag ist noch nicht wieder eingetreten.
Zum einen war letztes Wochenende noch „St. Niño“. Ich habe in einem vorherigen Blogeintrag schon mal erklärt, was es genau ist. Aber hier noch einmal: St. Nino ist eine Figur von Jesus als Kind und hat hier eine zentrale Bedeutung. Denn sie war ein Taufgeschenk des portugiesischen Eroberers Magellan an die Frau des damaligen Rajas von Cebu „Humabon“, und soll nach der endgültigen Eroberung Cebus, 44 Jahre nach Magellans Tod, in einer Hütte neben Heiligenbildern der Ureinwohner unversehrt gefunden worden sein. Einmal im Jahr, im Januar, findet zu Ehren des „heiligen Kindes“ ein riesiges Festival (Sinulog Festival) statt. Wir haben ganz früh am Samstagmorgen an einer Wassserparade zu Ehren des heiligen Kindes teilgenommen. Danach war eine Prozession zur Kirche und auch nachmittags war noch eine riesige Prozession die sechs Stunden lang ging. Eigentlich wollten auch wir an dieser Prozession teilnehmen, da wir aber den Start nicht richtig gefunden haben, sind wir dann schon zu St. Nino Kirche gegangen. Dort fand am Abend ein gemeinsamer Gottesdienst statt. Ich war überwältigt von den Menschenmengen. Alleine in dem Hof, in dem der Gottesdienst stattfand, waren über 10 Tausend Menschen und auch um die Kirche herum standen noch unglaublich viele Menschen. Sonntag fanden dann noch viele Paraden mit Tanzgruppen statt und es hat mich ein wenig an Karneval erinnert. Außerdem gab es eine Straße, auf der sich die Leute gegenseitig mit Farbe beworfen bzw. beschmiert haben. Es hat mir ziemlich viel Spaß gemacht, andere Menschen mit Farbe anzumalen und sich dabei gegenseitig „Pit Senior“ zu wünschen. Abends gab es dann noch ein großes Feuerwerk hier in der Stadt. Das Wochenende war somit wirklich super schön aber auch echt anstrengend. 😊 Außerdem war es nochmal eine ganz andere Art, wie man die Kultur erleben konnte.

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Wie ihr seht, ist hier so einiges los. Morgen werde ich aufs Zwischenseminar fahren. Dann ist nämlich schon Halbzeit für mich. Ich freue mich total darauf, andere Freiwillige kennen zu lernen und mich mit ihnen austauschen zu können! Außerdem werde ich danach noch ein paar Tage dort bleiben, um eine andere Freiwillige zu besuchen. Anfang Februar wird hier ein großes Gemeindefest sein. Somit stehen auch weiterhin noch echt schöne Sachen an und ich freue mich total auf alles, was noch kommt.

Bis bald,
Eure Clara