Unerwartet früh zurück nach Deutschland

Und plötzlich bin ich wieder hier in Deutschland und das nun schon seit fast drei Monaten, obwohl ich doch eigentlich immer davon ausging, bis Ende Juli in Mexiko zu bleiben. Aber bevor ich von meiner unerwartet frühen Abreise erzähle, werde ich erst von meinen letzten Wochen in Mexiko berichten.

Meine letzten Wochen in Mexiko waren sehr erlebnisreich.
Ich durfte unter anderem zum Beispiel eine typisch mexikanische Quinceañera-Feier miterleben. Hierbei feiert man den 15-jährigen Geburtstag der Quinceañera (übersetzt Fünfzehnjährige) und ehrt ihren Übergang vom Kind zur Frau. Meist wird ein riesiges Fest veranstaltet. Die ganze Großfamilie, Nachbarn und Freunde werden eingeladen. Auch ich war also eingeladen und gemeinsam mit einem Freund besuchten wir die Dankes-Messe, welche mich ein wenig an die einer Hochzeit erinnerte. Die Quinceañera saß perfekt gestylt in einem prunkvollen Kleid mit viel Tüll und Glitzer vor dem Altar, während die Freunde und Verwandten dahinter Platz nahmen. Nach der Messe wurden viele Fotos gemacht und anschließend ging es in einen aufwendig geschmückten Festsaal, um mit der richtigen Party zu beginnen. Es gab ein mehrgängiges Menü, während live eine Band spielte. Die zu Beglückwünschende hatte einen Tanz mit vier Jungs einstudiert und tanzte anschließend einen Walzer mit ihrem Vater. Mit der Zeit kam die Feier immer mehr in Schwung. Bis spät in die Nacht wurde getanzt und gesungen. Ich fand es sehr beeindruckend zu sehen, wie viel Aufwand in eine Quinceañera-Feier gesteckt wird. Manche Familien sparen schon Jahre zuvor, um diesen Tag besonders glamourös feiern zu können.

Auch mit den Jungs aus dem Kinderheim konnte ich noch einiges erleben. Hiermit meine ich nicht nur, dass ich abends oft noch länger in Haus zwei mit den etwas älteren Jungs Karten oder Gitarre gespielt habe, sondern auch, dass wir an den Wochenenden ein paar Ausflüge machten. Gemeinsam mit allen Jungs gingen wir zum Beispiel in das Freibad in Puebla. Wir schwammen, tauchten und spielten Ball- oder Kartenspiele. Es hat allen sehr viel Spaß gemacht. Die Kinder waren viel am Lachen, was besonders schön zu sehen war.

Einen meiner beeindruckendsten Ausflüge unternahm ich kurz vor meiner Abreise mit meiner Gasttante. Von Puebla aus ging es früh morgens in Richtung Norden in die Kleinstadt Cuetzalan. Schon von weitem sah man das Gebirge Sierra Norte de Puebla, welches wir immer mehr zusteuerten. Während wir uns auf kleinen Straßen durch die dichtesten Wälder in den Bergen schlängelten, sahen wir immer wieder kleine Hütten am Straßenrand. Schon bald erreichten wir die archäologische Ausgrabungsstätte von Yohualichan, bedeutende Tempelpyramiden inmitten eines kleinen Dorfes. Anschließend setzte sich die Reise fort und wir erreichten Cuetzalan. Von weitem konnten wir den großen Kirchturm sehen und entdeckten auch schon bald den Rest der Stadt. Über verwinkelte Straßen gelangten wir zum Hauptplatz, es war gerade Markttag. Bauern verkauften an Ständen ihre Ernte und überall roch es köstlich nach Essen, wie beispielsweise nach den typischen Tlacoyos, frittierte Maisteigtaschen gefüllt mit Fleisch oder Kaktus. Auf dem Markt hörte man überall Musik, es schien ein Fest im Gange zu sein. Manche Menschen pfiffen auf kleinen Holzflöten Lieder und trommelten im Takt. Mir fiel auf, dass sich die Menschen Cuetzalans nicht auf Spanisch, sondern auf Nahuatl verständigten, eine Sprache, die noch aus der Zeit vor der Kolonialisierung stammt. Obwohl in der Schule mittlerweile auf Spanisch unterrichtet wird, pflegen die Menschen vor Ort ihre ursprüngliche Sprache und bringen diese ihren Kindern bei.

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Ende März musste ich aber unerwartet früh zurück nach Deutschland reisen. Auch in Mexiko verbreiteten sich Informationen zum Thema Covid-19. Zuerst wurde alles noch sehr harmlos gesehen, die Mehrheit nahm die Lage nicht sonderlich ernst. Man wusste zwar von Erkrankten in Europa und Asien, in Mexiko waren aber bislang kaum Fälle bekannt. Ende März wurden trotzdem nach und nach die Schulen geschlossen, die Osterferien sollten etwas früher beginnen. Der Alltag und das Leben in Mexiko liefen abgesehen davon aber normal weiter. Dementsprechend überraschend war für mich die Nachricht der frühzeitigen Abreise, die mich zwei Tage vor meinem Rückflug erreichte. Alles war sehr kurzfristig und musste schnell gehen. Bevor die Grenzen Deutschlands schlossen, sollten alle Freiwilligen zurückgekehrt sein. Da ich schon am darauffolgenden Tag nach Mexiko-Stadt fuhr, blieb mir nur noch ein Tag in Puebla, um mich zu verabschieden, zu packen und Mitbringsel zu kaufen. Tatsächlich gelang es mir, meinen engsten Freunden, meiner Gastfamilie und den Jungs noch „Tschüss“ zu sagen. Nach einer etwas emotionalen Nacht, die ich hauptsächlich mit dem Abschied und Packen verbracht habe, ging es am nächsten Morgen auf nach Mexiko-Stadt. Ich war froh, auch dort die Jungs und zumindest einen Teil meiner Freunde nochmal sehen zu können. Am darauffolgenden Tag saß ich auch schon im Flieger und trat meine Rückreise nach Deutschland an, ausgestattet mit Mundschutz und Desinfektionsmittel.

Abschiedsbild mit den Jungs und den Mitarbeitern aus Puebla

Nach meiner Abreise wurde die Situation Mexikos jedoch nach und nach ernster, wie mir meine mexikanischen Freunde berichteten. Schon bald sollte jeder in Quarantäne bleiben. Anfangs wurde diese Maßnahme jedoch häufig ignoriert und das Virus verbreitete sich unglaublich schnell. Mittlerweile isoliert sich jedoch die große Mehrheit weitestgehend und bleibt in Quarantäne, zumindest weiß ich das aus Puebla und Mexiko-Stadt. Mitte April war die Pandemie besonders schlimm, viele Menschen verloren ihren Job. Momentan darf man das Haus immer noch nur für das Nötigste verlassen und die Schulen und Unis bleiben geschlossen. Viele Menschen arbeiten weiterhin online, die ersten gehen mittlerweile aber auch schon wieder zur Arbeit.

Rückblickend hat mich meine Zeit in Mexiko um unglaublich viele Erfahrungen bereichert, ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich habe die Herzlichkeit der MexikanerInnen erfahren, Freundschaften geschlossen und immer wieder Einblicke in die Vielfalt Mexikos bekommen. Nach wie vor bin ich mit meinen mexikanischen Freunden, meiner Gastfamilie und den Projektpartnern regelmäßig in Kontakt. Ich hoffe, dass ich bald nach Mexiko reisen kann, um sie wieder zu sehen.

Ich hoffe, durch meine Blogeinträge konnte ich euch gut an meinen Erlebnissen teilhaben lassen. Vielen Dank fürs Lesen.

Liebe Grüße
Phoebe


Piñata, Posada und Ponche - die Weihnachtszeit in Mexiko

Spätestens ab dem 12.12 ist jedes Haus weihnachtlich verziert. Dieser Tag ist nämlich der Tag der heiligen Jungfrau Maria aus Guadalupe, an welchem halb Mexiko nach Mexiko-Stadt pilgert, um sie in der Basilica de Guadalupe anzubeten und um Hilfe zu bitten. Die, die nicht nach Mexiko-Stadt pilgern, beten meistens bei sich daheim, in der Firma oder in den Schulen Rosenkranz, um um Vergebung zu bitten, wozu meist die ganze Großfamilie und Nachbarschaft zusammentrifft. Es werden Lieder gesungen und anschließend gibt es Essen für alle. Während dem Gebet sind alle der Jungfrau Maria zugewandt, die sich auch in so gut wie jedem Haus findet - egal ob in Wohnungen, Läden, Firmen oder Schulen. Auch draußen sieht man sie so gut wie an jeder Straßenecke. An sich fällt in Mexiko auf, dass die Menschen sehr katholisch sind. Die Messen sind hier sonntags richtig voll, die Menschen möchten vom Pfarrer gesegnet werden und kommen dafür mit kleinen Rosenkränzen oder Reliquien nach der Messe zu ihm. In so gut wie jedem Auto hängt am Innenspiegel ein Rosenkranz und zur Verabschiedung wünscht man seinem Gegenüber meist, dass Gott ihn behüte.

Am 16.12 war die Posada des Kinderheims, das wichtigste Fest des Projekts, zu dem alle Bekannten eingeladen werden. Das ganze Haus wurde weihnachtlich geschmückt, sowohl der Weihnachtsbaum als auch die Krippe aufgestellt und ganz viel „Ponche“, eine Art Punsch, gekocht. Abends sind viele Gäste eingetroffen, alle haben sich zusammen versammelt und nach einem Gebet ging es auf die Straße. Zusammen mit ein paar Freunden haben wir Weihnachtslieder mit der Gitarre begleitet. Singend mit Kerze und Liedblatt in der Hand sind alle zu dem Haus der Pfarrer gegangen, um dort das typische Posada-Lied zu singen.

Mit Kerze und Liedblatt singend durch die Straßen ziehen

Als wir kurze Zeit später wieder zurück in Haus eins gekehrt waren, gab es das Piñata-Schlagen.
Das Piñata-Schlagen ist eine langjährige mexikanische Tradition, die es vor allem auf Geburtstagen oder bei den weihnachtlichen Posadas gibt. Die Piñata ist eine große, mit Süßigkeiten gefüllte Pappmaschee-Figur, normalerweise in der Form einer Kugel mit sieben Stacheln. Traditionell stehen die Spitzen für die sieben Todessünden und symbolisieren somit das Böse. Während man diese zerschlägt, löst man sich davon, die nun herausfallenden Süßigkeiten werden traditionell als Segen für die Teilnehmer gesehen. Der Stock, der zum Schlagen benutzt wird, steht für die Kraft, die Gott einem gibt, um das Böse zu bekämpfen.
Auch bei der Posada im Projekt hat ein Kind nach dem anderen mit einem Holzstab die Piñata geschlagen, begleitet von dem typischen Piñata-Lied. Hört dieses Lied auf, folgt ein neues Kind. Sobald die Süßigkeiten herausfallen, stürzen sich alle darauf, um möglichst viel zu ergattern. Hierbei kann es auch zu den ein oder anderen Streitigkeiten kommen, es wird dabei nämlich niemandem etwas geschenkt. Nachdem die dritte Piñata zerschlagen war, wurde bei leckerem Essen gequatscht und Karaoke gesungen. Es war echt ein schönes Fest.

 

Mit dem 16.12 war nun offiziell die Woche der Posadas eröffnet, von nun an gab es jeden Abend bis zu Heiligabend eine Posada - mal mit mehr, mal mit weniger Leuten; mal im Jungenheim, mal bei Freunden. Wenn man in dieser Zeit durch die Straßen läuft, hört man überall die Leute singen und sieht, wie sie mit Kerzen durch die Straßen ziehen. Oft läuft man auch von Haus zu Haus, singt gemeinsam, segnet die Krippe und bekommt anschließend Essen geschenkt, egal ob die Familie einen kennt oder nicht.

Heiligabend habe ich im Jungenheim in Mexiko-Stadt verbracht. Am 21.12 bin ich hingefahren und es ging natürlich auch direkt wieder auf eine Posada. Meine Familie war über die Weihnachtstage auch in Mexiko, was natürlich super schön war. Ich habe mich sehr gefreut, meine Eltern und meinen Bruder nach fast einem halben Jahr wieder in meinen Armen halten zu können. Sie konnten so Mexiko besser kennenlernen und sehen, wie ich in Mexiko-Stadt gelebt habe und wen ich kennengelernt habe. Auch haben sie das Kinderheim dort gesehen, wo es am darauffolgenden Tag mit allen Jungs ein Piñata-Schlagen gab. Hierbei kam echt Stimmung auf und es ging natürlich nicht ohne einen Kampf um die Süßigkeiten aus. Wie in Deutschland auch gehen alle an Heiligabend in die Messe, die an sich auch ziemlich der deutschen gleicht. Was mich jedoch ein bisschen gewundert hat, dass alle mit mindestens einer Porzellanpuppe in die Kirche kamen. So gut wie jeder wog in seinen Armen liebevoll ein in Decken eingehülltes Porzellanbaby, als sei es das eigene Kind. Diese Puppe ist das Jesuskind, dass der Pfarrer in der Messe segnet, ehe es zu Hause in die Krippe unter den Weihnachtsbaum gelegt wird.

Mit meiner Familie war ich über Silvester in Oaxaca, einer super schönen und vor allem vielfältigen Stadt. Für mich war es das erste Mal, dass ich für mehrere Tage zu einem weiter entfernten Ort gereist bin, was echt schön war. An sich ist Mexiko unglaublich vielfältig, vor allem was die Natur angeht. Von Wüsten über Dschungel, Gebirge, Vulkane und Pyramiden bis hin zu türkisblauem Meer an weißen Stränden gibt es in diesem Land wirklich alles zu sehen. Hoffentlich kann ich bald noch mehr des Landes erkunden.

Heimweg von Oaxaca nach Puebla

Anschließend bin ich mit meiner Familie nach Puebla gefahren, wo sie die Kinder und Mitarbeiter des Projekts hier kennengelernt haben. Sie konnten sehen, wie das Projekt hier in Puebla ist und auch meine Gastfamilie kennenlernen. Das schöne ist, dass sie sich jetzt alles viel besser vorstellen können, wenn ich von meinem Auslandsjahr spreche. Meine Eltern und mein Bruder konnten sehen, dass es mir hier sehr gut geht und ich schon gut Anschluss gefunden habe. Natürlich war es dann wieder etwas schwer, Abschied zu nehmen. Aber hier ging es mit den Events weiter, weshalb gar nicht viel Zeit war, darüber nachzudenken.
Der 06.01 ist mit dem 06.12 in Deutschland vergleichbar. Einen Tag vorher schreibt jedes Kind eine Wunschliste, um sie unter sein Kopfkissen zu legen. Diese ist aber nicht für den Nikolaus, sondern für die heiligen drei Könige, die in der Nacht zum 06.01 die Geschenke in jedes Haus bringen. Auch die Kinder aus dem Jungenheim hier in Puebla wurden reichlich beschenkt. Jedem haben sie stolz ihre Errungenschaften präsentiert, den ganzen Tag über wurde damit gespielt.

Am Spielen mit den Geschenken der heiligen drei Könige

Außerdem wird am 06.12 in jeder Familie eine Rosca gegessen. Die Rosca ist eine Art ringförmiger Zopf, die 2-3 kleine weiße Jesuskinder im Teig versteckt hat. Auch in dem Jungenwohnheim haben wir eine Rosca gegessen. Haus eins, zwei und drei haben sich versammelt und jeder nach und nach ein Stück des Zopfs bekommen. Derjenige, der eines der drei Jesuskinder bei sich im Stück findet, muss am 02.02 Tamales (eine Maismasse mit Chili, Hühnchen oder süß mit Zucker) Atole (warmes süßes Maisgetränk) oder einen Nachtisch mitbringen. Dieses Jahr sind alle drei Jesuskinder zufälligerweise an Jungs aus Haus zwei gewandert, weshalb es am 02.02 in dessen Haus ein gemeinsames großes Essen für alle gab.

Gemeinsames Essen der Rosca

Wie ihr seht habe ich die besinnliche Weihnachtszeit schön verbringen können und dabei eine ganz neue Art und Weise kennengelernt, Weihnachten zu feiern. Es war schön, die Weihnachtszeit auch einmal so zu erleben.

Liebe Grüße aus Puebla
Phoebe


Meine Arbeit im Projekt

Da ich nun schon zwei Monate in Puebla bin und mich mittlerweile ganz gut im Projekt einfinden konnte, erzähle ich nun, wie meine Aufgaben hier im Jungenwohnheim aussehen.

Wie in Mexiko City gibt es auch hier drei Häuser. Hauptsächlich arbeite ich in Haus eins, wo die kleinsten Jungs im Alter von 5 bis 12 leben. Mein Arbeitsalltag beginnt offiziell um 10:30 Uhr. Momentan in der stressigen Vorweihnachtszeit werde ich aber häufig gebeten, auch schon früher zu kommen.
Die Vormittage gestalten sich von Tag zu Tag unterschiedlich. Da die Jungs vormittags zur Schule gehen, helfe ich in der Zeit den Tías. Das Heim hier in Puebla hat einen Kleinbus, mit welchem eine Tía und ich so gut wie jeden Vormittag zu Firmen, Kirchen, Familien oder auf den Markt fahren, um Spenden abzuholen. Hierbei handelt es sich meistens um Kleidung, Essen, Spielzeuge oder Geldbeträge. Da der mexikanische Staat aber Kinderheime eher nicht unterstützt, sind wir neben den Spenden noch auf eigene Projekte angewiesen. So waren wir zum Beispiel schon auf Messen in Schulen, um von den `Casas Hogares Calasanz´ zu erzählen und die Leute aufmerksam auf uns zu machen. Außerdem haben wir den Dezember über beispielsweise Rosen und Weihnachtssterne verkauft, um nur ein paar unserer Vormittagsveranstaltungen zu nennen. Sollten keine Besorgungen oder Projekte am Vormittag anstehen, helfe ich einer anderen Tía beim Kochen. Die mexikanische Küche ist super lecker und ich bin echt froh, so ein paar neue Gerichte zu lernen, die ich in Deutschland auf jeden Fall nachkochen werde.

Um 13:15 Uhr holen wir die Kinder von der Schule ab, das meistens das ein oder andere Chaos mit sich bringt. Da momentan 14 der 16 Jungs aus Haus eins auf dieselbe Schule gehen, dauert es immer so seine Zeit, bis alle aus ihrem Salon kommen und wir gemeinsam heimfahren können. Somit kommen wir eine Stunde später erst wieder in Haus eins an, obwohl der Schulweg eigentlich nur ca. 20 min dauert.

Tía Bere, ein paar der Jungs und ich beim Warten auf die restlichen Kinder

Nach dem Mittagessen wird das ganze Haus geputzt, wobei jeder seinen Aufgaben nachgeht. Anschließend ist ein bisschen freie Zeit, in der wir meistens Ballspiele im Innenhof spielen. Die Jungs bringen mir immer wieder neue Spiele bei, bei denen wir super viel lachen müssen. Oft lese ich den Jungs auch ein paar Geschichten vor, wir malen oder reden über alles Mögliche.

Um 4 Uhr geht es ans Hausaufgaben machen. Eine Lehrerin kommt dazu und lernt mit den meisten der Jungs im Lernzimmer. Währenddessen helfe auch ich ein paar Jungs in einem anderen Zimmer bei ihren Hausaufgaben.

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Freitags haben die Jungs meistens keine Hausaufgaben zu erledigen, weshalb wir öfters zum Beispiel Gesellschaftsspiele spielen. Während mir neue Spiele beigebracht werden, versuche auch ich, den Jungs typisch deutsche Kartenspiele beizubringen. Ansonsten gehen wir auch gerne auf einen Spielplatz, was die Kinder auch immer sehr freut. Hier wird dann den ganzen Nachmittag über geschaukelt, gewippt, Fangen oder Fußball gespielt.

Zwei der Jungs am wippen

Um 6 Uhr ist mein Arbeitstag planmäßig zu Ende. Oft bleibe ich aber auch noch bis zum Abendessen und helfe einer Tía beim Essenzubereiten. Um ca. halb 9 gehen die Jungs dann ins Bett und ich mache mich dann auch auf den Weg nach Hause.

Manchmal war ich nachmittags auch schon in Haus zwei, in dem Jungs im Alter von 12 bis 16 wohnen. Auch ihnen habe ich bei den Hausaufgaben geholfen. Wenn ich in Haus zwei bin, gehen wir oft aber auch auf den nahegelegenen Bolzplatz, um Fußball oder Basketball zu spielen. Öfters sitzen wir auch nett zusammen und reden ein bisschen. Auch mit den Jungs aus Haus zwei verstehe ich mich gut, hauptsächlich arbeite ich aber in Haus eins mit den jüngeren Kindern.

 

Die Arbeit macht mir hier wirklich Spaß. Es ist immer etwas los und sowohl die Jungs, als auch die Tías, sind echt aufgeschlossen und super nett. Immer wieder passiert etwas oder dir wird eine Geschichte erzählt, die dich zum Lachen bringt. Ich konnte mich also echt schon gut im Projekt einleben und fühle mich hier sehr wohl.

Liebe Grüße aus Mexiko
Phoebe


Der Unabhängigkeitstag, eine Aztekenstadt und meine Ankunft in Puebla

In meinen ersten zwei Monaten in Mexiko City habe ich schon einiges von dem Land kennengelernt und konnte so schon viele Eindrücke Mexikos sammeln. Mir ist direkt aufgefallen, dass die Menschen hier sehr aufgeschlossen und herzlich sind. Vom ersten Tag an wurde ich direkt wie ein langjähriger Freund behandelt. Ich habe sehr viele nette Menschen kennenlernen können, die mich zu sich eingeladen haben oder Ausflüge mit mir machten. So gut wie jedes Wochenende habe ich etwas unternommen und so einen neuen Teil der Stadt bzw. des Landes entdecken können.

Was mir in meinen ersten zwei Monaten auf jeden Fall auch nicht entgangen ist, war der Patriotismus. Besonders im September hat man gesehen, wie stolz die Menschen auf ihr Land sind. Jedes Haus wurde in den Landesfarben verziert, an die Eingänge hat man in rot, weiß und grün „Viva México“ geschrieben und an fast jedem Ort sah man die mexikanische Fahne im Wind wehen. Alle bereiten sich auf den wichtigsten Tag Mexikos vor – der Tag der Unabhängigkeit am 16. September.
An diesem Tag begannen die Mexikaner 1810 mit ihrem Aufstand gegen Spanien. Der Priester Hidalgo rief früh morgens zum Kampf gegen das spanische Regime auf, welches Mexiko seit 1521 kolonisiert hatte. Bei dem sogenannten „Grito“ rief er „Viva México! Viva la Independencia! Vivan los héroes!“ ("Es lebe Mexiko! Es lebe die Unabhängigkeit! Es leben die Helden!"), womit die Revolution begann. Ein gutes Jahr dauerte der Unabhängigkeitskrieg, bis Mexiko am 27. September 1821 schließlich wieder selbstständig wurde.
Noch heute gibt es jedes Jahr am Unabhängigkeitstag den „Grito“. Viele Menschen gehen auf die Straßen, versammeln sich im Zentrum der Stadt auf großen Plätzen, um gemeinsam „Viva México!“ zu rufen und vor allem zu feiern. Ich durfte dies ganz persönlich miterleben, da wir zum Zócalo, dem zentralen Platz Mexiko Citys, gegangen sind. Die historischen Gebäude, welche den Platz umgeben, waren in rot, weiß und grün verziert und in der Mitte der großen, zum Platz führenden Straße thronte ein riesiger Adler, welcher über den Menschen schwebte. In der Mitte des Platzes wehte eine große mexikanische Flagge, welche man trotz der hohen Häuser schon von weitem sehen konnte. Vor der Kathedrale hatte man mehrere Bühnen aufgebaut, auf welchen viele traditionelle Tänze aus jeglichen Regionen des Landes aufgeführt wurden. Besonders beeindruckend war hier, die Vielfalt sowohl der Tänze und der Musik als auch der Kleidung. Nach und nach strömten immer mehr Menschen zum Zócalo und der riesige Platz füllte sich. „Viva México“ ruft hier in Mexiko City nämlich jedes Jahr der mexikanische Präsident. Um 11 Uhr war es dann auch endlich so weit und er erschien in einem der Fenster mit seiner Frau. Der ganze Platz begann zu jubeln und alle stimmten voller Leidenschaft in den „Grito“ mit ein. Im Anschluss wurden im Chor typisch traditionelle Lieder Mexikos gesungen, welche den Stolz der Mexikaner auf ihr Land ausdrückten. Bis spät in die Nacht wurde gesungen, getanzt und gefeiert.

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Ebenfalls sehr beeindruckend war es, die Kultur der Azteken näher kennenzulernen. Auf Grund eines Seminars in Mexiko City ist Mara, meine Mitfreiwillige aus Guadalajara, für ein paar Tage angereist und zusammen mit zwei Freunden aus meinem Projekt fuhren wir nach Teotihuacán. Teotihuacán ist die wohl berühmteste Pyramidenstadt Mexikos. Schon von weitem sah man die zwei riesigen Pyramiden am Horizont, die noch gigantischer waren, als wir wenige Minuten später tatsächlich davor standen. Bis heute ist es ein Rätsel, wie solche gigantischen Monumente schon um ca. 100 n. Chr. nur von Hand erbauet werden konnten. Wir bestiegen zuerst die Pyramide des Mondes, welche die kleinere der zwei ist. Obwohl man hier nur bis zur ersten Ebene hinaufklettern kann, war die Sicht echt schon super schön. Über eine breite Straße, die rings um von kleineren Stufentempeln umgeben ist, gelangten wir zur Pyramide der Sonne, welche man bis zu Spitze besteigen kann. Von dort aus hat man umso weiter blicken können und hatte eine noch beeindruckendere Sicht. Die Stadt liegt in einer grünen Ebene und ist ringsum von Bergen umgeben, die riesige Pyramiden vertreten sollten und so laut der Azteken die Stadt beschützten.

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Meine ersten zwei Monate und somit auch die Zeit in Mexiko City neigten sich nun aber auch dem Ende zu und es hieß, sich zu verabschieden. Da ich mich dort echt wohlgefühlt habe, war es anfangs nicht ganz einfach, zu gehen.

Abschiedsbild mit allen Jungs aus Mexiko City

Trotzdem habe ich mich sehr auf die Zeit in Puebla gefreut und fühle mich auch hier schon sehr wohl. Obwohl ich erst eine Woche in Puebla bin, habe ich schon ein paar Kontakte knüpfen können. Die Tíos und Tías sind auch hier sehr aufgeschlossen und super nett. Die Arbeit mit den Jungs gefällt mir ebenfalls echt gut. Meistens machen wir Aufgaben zusammen, spielen Spiele, malen oder unterhalten uns über alles Mögliche. Sie sind sehr aufgeweckt und stets daran interessiert, etwas über mich und die deutsche Sprache zu lernen.

Ich bin gespannt, was mich hier alles noch erwarten wird und welche neuen Bekanntschaften ich machen werde.

Liebe Grüße,
Phoebe


Musik, Tanz und Kirmes - la fiesta de la capilla

Am Wochenende war ein ganz besonderer Tag in der Kapelle hier in der Gegend Mexiko Citys. Schon die ganze Woche haben wir uns auf diesen Tag vorbereitet, indem wir die Kirche mit vielen Blumen und bunten Stoffen verziert haben. Am Freitag wurde die Straße gesperrt, um kleine Karussells, Achterbahnen, Schießbuden und Essensstände aufzubauen. An diesem Abend bin ich mit ein paar Freunden auf die Straße gegangen. Wir sind kleine Achterbahnen gefahren, haben unser Glück an den Schießbuden ausprobiert und ich habe zum ersten Mal original mexikanische Tacos gegessen, welche echt super lecker sind.

Verzierungen des Eingangstors zur Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria
Tacos de suadero

Am Sonntag war es dann endlich soweit: "la fiesta de la capilla" ( übersetzt das Fest der Kapelle) begann. Morgens früh um 8 Uhr versammelten sich alle in der Kirche und es wurde gemeinsam gefrühstückt. Es gab das typisch mexikanische Getränk Atole, eine Kombination aus Mais mit Milch, Wasser, Zucker und Kakao, ein Süßgebäck und Tamales, eine Maismasse gefüllt mit Fleisch und Chili. Nach dem Frühstück begann die Messe, bei welcher die Lieder von Mandolinen, Flöten und Gitarren begleitet wurden, was echt super schön klang. Als die Messe endete, wurde im Anschluss ein Feuerwerk veranstaltet, bei welchem ordentlich laute Böller nicht fehlen durften. Ein kleines Orchester, bestehend aus sämtlichen Blechblasinstrumenten, Gitarren und Trommeln, marschierte mit schmetternden Tönen in die Kapelle und erfüllte den ganzen Saal mit der hier so beliebten und traditionellen Vanda-Musik. Nach einigen Minuten, befand sich die Musik wieder auf der Straße vor der Kirche. In kürzester Zeit kamen auch wir dazu und tanzen mit den anderen mit. Hauptsächlich trugen die Leute hier die traditionelle Kleidung Mexiko Citys, ein buntes Gewand in Kombination mit einer Maske und einem Hut, mit welchem man sich Chinelo nennt. Es kam richtig Stimmung auf und immer mehr Leute begannen zu tanzen. Das kleine Orchester setzte sich nun in Bewegung und lief allen voran die Straße entlang. Begleitet von einigen Böllern, zog auch ich hinterher. Die ganze Straße tanzte zu der Musik und alle hatten super viel Spaß.

Nach einer kleinen Tour durch das Viertel kamen wir wieder an der Kapelle an, wo die nächste Messe begann. Im Anschluss haben alle gemeinsam Pollo con Mole gegessen, Hühnchen mit Reis, Tortilla und einer Art Bratensoße, der Mole. Danach ging es wieder in die Kirche, hier wurden nun traditionelle Tänze aus sämtlichen Regionen Mexikos aufgeführt. Mexiko ist ein wahnsinnig vielfältiges Land mit den unterschiedlichsten Kulturen und Bräuchen, die lange Traditionen haben. So habe ich auch sehr viele verschiedene Tänze gesehen. Von dem Tanz „Jarabe Tapatío“ aus Guadalajara, über den „Quetzal-Tanz“ aus Puebla und Veracruz zu dem „Ballett Folklórico“ ist alles dabei. Alle wurden von unterschiedlichster Musik begleitet, meist Trommeln, Gitarren und Blechblasinstrumente in unterschiedlichster Zusammensetzung mit verschiedensten Rythmen und Melodien. Auch die Kleidung variierte von Tanz zu Tanz. Meist trugen die Frauen farbenfrohe, bodenlange Kleider mit einem Tuch und Kopfschmuck, dazu Steppschuhe. Auch die Männer trugen Schuhe, die bei jedem Auftritt klacken, dazu meist eine elegante Hose, ein Hemd und einen Sombrero, teilweise auch cowboyähnliche Stiefel. Schon Mädchen und Jungs im kleinsten Alter haben sich für die Drehungen extrem verbogen und in einer rasanten Geschwindigkeit ihr Kleid geschwungen, was echt beeindruckend war.

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Im Anschluss ging ich mit ein paar Freunden auf die Straße, um einige Karussells zu fahren. Nachdem wir über die Straße geschlendert waren, hörten wir vor der Kapelle wieder die Musik und sahen die ersten Chinelos schon auf der Straße tanzen. Langsam bewegten sich alle mitsamt der Musik in die Kapelle, wo das Fest seinen Lauf nahm. Mir hat das super gefallen, da ich bisher noch nie erlebt habe, dass in einer Kirche so viel getanzt wird und eine derartige Stimmung aufkommen kann. Der ganze Saal wurde von der Musik erfüllt, weshalb uns gar nicht auffiel, dass es draußen auf einmal wie in Wasserfällen zu schütten begann. Innerhalb von Minuten floss das Wasser in Bächen die Straße hinunter. Glücklicherweise führten zum Kircheneingang einige Stufen hinauf, sodass sich das Wasser nur außerhalb auf mindestens 10 cm Höhe staute. Es war in diesem Moment echt total beeindruckend, da draußen ein halber Weltuntergang vonstattenging, während das Fest in vollem Gange war.

So langsam neigte sich das Fest nach der dritten Messe an diesem Tag dann auch dem Ende zu. Mir hat das Fest echt super gut gefallen. In Mexiko wird wahnsinnig gerne gefeiert, alles wird als Anlass genommen. Es war eine schöne Erfahrung, mal so richtig Stimmung in der Kirche zu sehen, was ich so schnell nicht mehr vergessen werde.

Bis bald!

Eure Phoebe


Mein neues Zuhause - die Millionenstadt Mexiko City

­Am 7. August konnte das Abenteuer endlich starten. Erst als ich alleine ins Flugzeug stieg, realisierte ich, dass ich Deutschland wirklich verlasse und auf eigene Faust in ein völlig fremdes Land gehen werde. Nachdem ich in London umgestiegen und für fast 12 Stunden geflogen bin, setzte das Flugzeug zum Landen an. Als wir die Wolkendecke durchbrachen, sah ich ein riesiges Meer von Lichtern. Die 8,5 Millionenstadt Mexiko-City erstreckte sich über eine gigantische Fläche - mein neues Zuhause.

In Mexiko City lebe ich für die ersten paar Wochen, bevor ich dann nach Puebla gehe. Das Heim Hogares Calasanz ist hier sowohl in Mexiko City als auch in Puebla in 3 Häuser aufgeteilt. In dem ersten Haus leben die jüngsten Jungs, sie sind um die 6-12 Jahre alt. Ich wurde allen vorgestellt und habe so schon die Gastfreundschaft der Mexikaner erfahren. Wirklich jeder hat mich freundlich begrüßt und direkt herzlich in Empfang genommen. Die Aufgabe war es an diesem Tag, den Innenhof zu streichen. Die Jungs sind immer wieder zu mir gekommen und haben mir Geschichten erzählt, von denen ich leider aber nicht sehr viel verstehen konnte, da sie sehr schnell geredet haben und mein Spanisch noch nicht ganz so gut ist. Die kleinen Jungs nehmen mich echt herzlich auf und sind daran interessiert, etwas über mich und Deutschland zu erfahren oder mit mir Spiele zu spielen.

Ein Tío mit einem der Jungs am Streichen

Danach bin ich mit zwei der Jungs zu einer klassischen Tortilleria gegangen. Die Tortillas hier sind echt nicht mit den eingeschweißten aus dem deutschen Supermarkt zu vergleichen. Im Allgemeinen ist das Essen hier wirklich lecker, ich durfte schon viele typisch mexikanische Gerichte probieren. In so ziemlich jedem Essen findet sich Mais. Mit Mais als Grundlage allem erscheint einem das Essen vielleicht etwas eintönig, aber das ist nicht der Fall. Ob als Tamales, Tortilla, Tostada, Atole de Maza, Tacos, Quesadillas oder in Pozole - Mais wird vielfältig zubereitet und zeigt sich in verschiedensten Kombinationen mit Gemüse, Fleisch oder Chili oder auch süß mit Milch, Schokolade oder Marmelade. Ich glaube, das Essen hier in Mexiko ist sehr wichtig, man kann eigentlich jeder Zeit etwas essen und wird auch immer herzlich dazu aufgefordert, Nachschlag zu nehmen.

Außerdem habe ich das zweite Haus gesehen, in welchem die etwas älteren Jungen, im Alter von 12-18 Jahren, leben. Auch hier wurde ich allen vorgestellt und wurde ebenso freundlich begrüßt. Besonders am darauffolgenden Tag habe ich viel mit ihnen machen dürfen. Wir haben viel geredet, gebastelt, Ballspiele gespielt. Danach gab es eine Lerneinheit, mit welcher die Jungs wieder auf die Schule vorbereitet werden, da in zwei Wochen die Ferien enden. Auch mit den etwas älteren Jungs verstehe ich mich gut. Es ist auch einfacher sich mit ihnen zu unterhalten, da sie langsamer und deutlicher reden.

Im Haus drei wohne ich mit zwei Mexikanern, die früher auch in den ersten zwei Häusern gelebt haben, mit welchen ich mich auch echt gut verstehe. Einer der beiden hat mir auch einiges der mexikanischen Kultur nähergebracht. Dank ihm kenne ich mich jetzt neben dem Essen auch bestens mit den mexikanischen Tänzen und der Musik aus.

Am Abend nimmt mich Padre Reyes, mein Mentor, oft zu etwas ganz Besonderem mit. In einer Woche findet hier ein Fest in der Kirche statt, bei dem gemeinsam gegessen und viel getanzt wird. Bis dahin trifft man sich jeden Abend in einer Kapelle und läuft gemeinsam mit viel Gesang und einer kleinen Reliquie durch die Straßen in die Wohnung einer Familie. Hier wird nun die Messe gehalten und danach können sich alle bei Essen und süßen Getränken unterhalten. Es war eine echt schöne Erfahrung, bei der ich mit einigen Mexikanern ins Gespräch gekommen bin.

Außerdem durfte ich noch Mexiko City näher kennenlernen. Zwei Mexikaner, Margarita und ihr Bruder Carlos, haben mir vor allem das Zentrum der riesigen Stadt gezeigt. Die Architektur im Zentrum Zócalo hat mir super gefallen, es gibt noch viele gut erhaltene Gebäude. Das Museum El Palacio de Bellas Artes ist ein sehr beeindruckendes Gebäude Mexiko Citys, welches wir besucht haben. Hier wurden drei Künstler ausgestellt, von welchen man echt schöne Kunstwerke sehen konnte. Ich habe mich viel mit Margarita und Carlos unterhalten können, die beiden waren echt super lieb und haben mir wahnsinnig viel zeigen können. Außerdem sind wir noch typisch mexikanische Pozole essen gegangen, eine Suppe mit Mais, Fleisch, Gemüse und Chili. Dazu gibt es Tostada, gebackene Tortilla, mit Guacamole. Es hat mir so wie eigentlich alles hier, sehr gut geschmeckt, auch wenn es etwas scharf war. Neben dem Zentrum Zócalo haben wir noch Xochimilco gesehen, ein anderer Teil Mexiko Citys. Hier haben wir uns am Abend mit ein paar Freunden von Carlos und Margarita getroffen, um eine Bootstour  zu machen. Diese führte uns entlang schmaler Flüsse bzw. Kanäle, welche das ehemalige Bewässerungssystem der Azteken waren. Margarita machte Musik an und wir haben bisschen gequatscht. Mit der Zeit wurde es immer dunkler, weshalb sich die Lichter der anderen Boote auf dem Wasser gespiegelt haben, was echt schön aussah. Es war ein super schöner Tag, bei dem ich viel von Mexiko City sehen konnte.

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Es gefällt mir wirklich gut hier in Mexiko. Schon in meinen ersten Tagen konnte ich viele Eindrücke sammeln und sowohl die neue Kultur als auch die Menschen kennenlernen, die mich alle herzlich in Empfang nehmen.

 

Liebe Grüße,

Phoebe