Endlich mal Affen!

Affen sehen, nach Kenia reisen und beim Bau eines Spielplatzes helfen. All das durfte ich die letzten Monate während meines Freiwilligendienstes erleben. Genaueres dazu könnt ihr hier in meinem Blog lesen.

Der ostafrikanische Graben in Kenia.

Mein erstes großes Abenteuer in 2019 war meine Reise nach Kenia für ein Zwischenseminar in Eldoret. Die Reise dorthin im Bus war zwar lange, aber ziemlich unkompliziert, da ich das Ticket dafür ganz einfach noch am selben Tag kaufen konnte und der Grenzübergang ebenfalls überraschend einfach war. Dann in Kenia angekommen sind mir nicht besonders viele Unterschiede zu Uganda aufgefallen. Bis auf die Kenianische Schilling mit denen man dort bezahlt und dem Wetter, welches sich unangenehm kühl anfühlte, war für mich alles wie gewohnt: Boda – Fahrer, die querbeet in den Straßen fahren, tausende kleine Stände am Straßenrand wo man überall die gleiche Seife, die gleiche Butter und die gleichen Sodas kaufen kann und viel Staub. Das Zwischenseminar an sich war dann ganz interessant, weil ich dort viele andere Freiwillige aus Uganda kennenlernen konnte, die auch in spannenden Projekten in ihren Einsatzstellen arbeiteten. Eines dieser Projekte habe ich dann auch nach meiner Reise in Kenia besuchen können. Mit dieser Gruppe haben wir dann auch am Ende des Seminars einen kleinen Ausflug zum Ostafrikanischen Graben gemacht, was mir dann wieder gezeigt hat, wie viel es dort zu sehen gibt und wie schön ist dort eigentlich auch ist.

Neben meiner Abenteuerreise nach Kenia hatte ich auch Zeit in Uganda zu reisen. Dabei konnte ich mir meinen kleinen Traum erfüllen, hier in Uganda Affen zu sehen. Natürlich konnte ich nicht nur viele kleine süße Affen sehen, sondern ebenfalls viele andere schöne Tiere in ihrer natürlichen Umgebung wie Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Wasserbüffel, Löwen, Leoparden, Giraffen, Antilopen und viele mehr. Doch Ugandas Natur hat nicht nur eine abwechslungsreiche Tierwelt zu bieten, sondern genauso viele Sehenswürdigkeiten wie die „Kampala Central Mosque“ in der Hauptstadt Kampala, die Nilquelle im schönen Jinja, die Murchison Wasserfälle im gleichnamigen Nationalpark und der kleine Berg „Wanale“ in Mbale, welcher eine gesunde alternative zum gigantischen Berg „Elgon“ ist, für den man 4 Tage und eine gewisse Fitness benötigt, die ich mir nicht wirklich zugetraut habe. Während dem ganzen Reisen hat es mir sehr geholfen, dass ich mich bereits sehr gut mit der Kultur und Sprache in Uganda auskannte, da einem als Tourist sonst oft viel zu viel Geld berechnet wird und man aber auch ganz schnell in Touristengegenden landet wo man teilweise das vierfache für einen Luxus zahlt, den man eigentlich gar nicht braucht.Abschließend kann ich zu meinen Reiseerfahrungen in Uganda sagen, dass ich nun nachvollziehen kann, warum Uganda als „Perle Afrikas“ bezeichnet wird.

Die Kampala Central Mosque von außen
Der belohnende Ausblick über Mbale auf dem Gipfel des Berges Wanale
Eine Nashorn Mutter mit ihrem 3 Tage alten Nashorn Kind  
Ein frecher kleiner Pavian am Straßenrand   
Eine unschuldige Antilope in freier Natur
Ein entspanntes Krokodil am Nil
Eine Herde Rotschildgiraffen im Murchison Falls National Park 
Eine fröhliche Affenfamilie im Entebbe Zoo
Mein Arbeitskollege und ich auf einer Baumstammfarm in Mityana

Mitte März habe ich dann meine Arbeit im Krankenhaus und in der Grundschule pausiert, um meiner damaligen Mitbewohnerin Marianne aus Deutschland, welche jedes Jahr für ein paar Monate im Gasthaus wohnt, bei ihrem Projekt zu unterstützen einen Spiel – und Sportplatz für die Grundschule Cosna zu errichten. Das Projekt war schon einige Wochen im Gange, doch als es dann zur endgültigen Planung und Errichtung des Spielplatzes ging hatte mich Marianne um meine Mithilfe gebeten und ich unterstützte sie gerne dabei. Es war sehr spannend dabei zu sein, wie sich der Platz von der Planung bis in die Umsetzung entwickelt hat und zu sehen, wie so ein Projekt umgesetzt wird. Das Geld für das Projekt kam alles von Marianne selbst sowie der Aufwand, der für den Platz betrieben wurde.Momentan ist Marianne wieder zurück in Deutschland und der Platz ist noch nicht zu 100% fertig, aber das meiste ist bereits geschafft und ich bin sehr stolz, dass ich zu diesem Platz etwas beitragen konnte. 

 

Ich beim Sand schaufeln
Die selbst erstellte Skizze des Spielplatzes...

 

 

 

 

 

 

 

... und das letztendliche Ergebnis bis heute

Nach diesen ganzen ereignisreichen Monaten bin ich nun wieder zurück in meinem Alltag angelangt und soweit ich weiß steht in der restlichen Zeit die ich noch hier bin nichts wirklich großes mehr an. Auf meiner Arbeit im Krankenhaus habe ich ein letztes mal meinen Arbeitsbereich gewechselt. Nun arbeite ich in der Apotheke, wo es etwas mehr zu tun gibt als im Social Service Department, da es eine andere Art von Arbeit ist. Dort ist es aber ebenfalls spannend, vor allem weil ich dabei auch die Medikamente gegen HIV sehe, die ich in der HIV – Klinik oft auf dem Papier gesehen habe.

Allgemein gesehen ist das Leben hier für mich relativ simpel: Wenn ich etwas essen will kann ich mir jederzeit etwas von der Straße für maximal 1€ kaufen oder frisches Gemüse vom Markt kaufen um mir dann zuhause etwas zu kochen, wenn ich nicht zur Arbeit laufen will kann ich mir ganz locker ein Motorradtaxi schnappen und für umgerechnet 25 cent nach Hause fahren oder wenn ich mal am Wochenende nach Kampala fahren will um mich dort mit anderen Freiwilligenkollegen zu treffen kann ich das genauso unkompliziert machen. Eben diese Leichtigkeit wird mir in Deutschland besonders fehlen, wenn ich Ende Juli wieder zurück fliege, weswegen ich besonders diese letzten Monate in Mityana noch genießen werde.

Viele Grüße aus meinem facettenreichen Freiwilligendienst

Max


Weihnachtszeit - Ich bin bereit?

Seit meinem letzten Blogeintrag ist mal wieder viel Zeit vergangen und ehe ich mich groß darauf vorbereiten konnte steht Weihnachten schon vor der Tür. Wahrscheinlich ging das für alles so plötzlich weil ich mich durch die tropischen Temperaturen immer noch wie Sommer fühle. Trotzdem freue ich mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten, vor Allem weil mich mein Vater am 26. Dezember besucht und wir ab da 10 Tage durch Uganda reisen.

Für die Schüler von Cosna (der Grundschule) heißt Weihnachtszeit gleichzeitig auch schulfreie Zeit, weil das Schuljahr hier in Uganda mit dem Jahr endet und sie ab Ende November bis Anfang Januar Ferien haben. Das hieß dann aber auch, dass die Klassen mit dem Ende des Schuljahres viele Tests schreiben mussten. Dabei konnte ich nicht widerstehen auch einen Test in Deutsch zu schreiben, den ich an meinem Computer so gut wie möglich zusammengestellt habe. Natürlich habe ich den Schülern davor klar gemacht, dass dieser Test nicht für ihre Gesamtnote relevant ist sondern nur ein Feedback für mich ist damit ich weiß wie gut ich unterrichte. Selbstverständlich wurde dieser Test dann auch mit deutschen Noten bewertet (in Uganda werden die Tests mit Prozenten bewertet, wobei 99 das Maximum ist). Am Ende war ich dann mit einem Schnitt von ca. 2,3 in jeder Klasse sehr zufrieden, vor Allem auch weil viele eine 1 schafften.Nachdem die Schüler dann alle Tests überstanden haben konnten sie sich auf ihre Party auf dem Geländer von Cosna freuen. Diese Party hatte alles, was eine gute Party braucht: 3 Hüpfburgen, Eis, einen Entertainer, eine Tanzgruppe und vieles mehr. Die gemütliche Weihnachtsfeier einer deutschen Schule kann da nur schwer mithalten.

Weiter ging es dann ein paar Tage später mit der Weihnachtsfeier für die Angestellten. Dort gab es eher weniger Hüpfburg und Eis sondern mehr Reden und Tanzen. Zu Beginn wurden vom Schulleiter ein paar Worte zur guten Performance von den Lehrern und allgemein allen Mitarbeitern von Cosna gesagt. Dann wurden Geschenke an jeden Mitarbeiter verteilt welches individuell ausgesucht wurde. Das war dann zum Beispiel etwas zum anziehen oder eine Tasse. Ich habe ein smartes afrikanisches T-Shirt bekommen, was mich sehr gefreut hat weil ich sowieso vorhatte mir etwas in die Richtung zu kaufen. Danach kam dann der größte Teil des Abends: Das Wichteln. Als ich das erste Mal gehört habe, dass gewichtelt wird habe ich mir nichts großes dabei gedacht. Ich dachte, dass das Ganze so wie in Deutschland ablaufen würde: Man kauft eine Kleinigkeit für ca. 5€, verpackt das dann ganz normal und legt das dann bei der Feier auf den Tisch, damit dann jeder das Geschenk nehmen kann auf dem sein Name steht. Falsch gedacht. Schon in der Besprechung über das Wichteln wurde mir klar, dass es nicht nur eine Kleinigkeit sein wird, denn dort wurde ganz deutlich gesagt, dass das Geschenk auf jeden Fall mehr als 30000 Schilling (ca. 7,50€) wert sein muss, da es sonst unfair gegenüber den Leuten wäre, die viel Geld für ihr Geschenk ausgeben. Zum Glück konnte mir die Sekretärin von Cosna Carol sagen, was sich die Person, die ich gezogen habe, wünscht, weil ich sonst keine Ahnung hätte was ich ihr hätte schenken sollen. Aber dazu später.Das Wichteln lief so ab, dass eine Person angefangen hat aufzustehen und dann in Begleitung der Tisch-Nachbarn angefangen hat durch den Raum zu tanzen, bis diese die andere Person erreicht hat, für die das Geschenk gedacht ist. Ein paar Extrarunden waren dabei auch nicht selten. Die Person die dann das Geschenk erhalten hat, musste die Kette fortführen und zur nächsten Person tanzen. Bei über 100 Mitarbeitern hat sich das alles schon eher in die Länge gezogen und nach einer Stunde wurde es durch die laute Musik und den ständigen Druck, dass man der nächste sein könnte immer anstrengender.

Doch nach fast 3 Stunden nahm es dann ein Ende und es ging weiter mit Essen von dem ich leider nicht viel mitbekommen habe, weil ich gleich nach dem Wichteln zur Geburtstagsfeier meiner Mentorin Penelope gefahren bin. Dort haben wir in einer kleinen Runde Kuchen gegessen, wovon einer von mir gebacken war, und geplaudert. Als ich am Abend wieder zur Party von Cosna zurückgefahren bin, wurde mir gesagt, dass meine Wichtel-Partnerin mich sucht, weil sie sich so sehr über das Geschenk gefreut hat und sich unbedingt bei mir bedanken möchte. Wie schon erwähnt wusste ich, was sie sich gewünscht hat und habe ihr deswegen ein Set von Kochtöpfen gekauft die hier in Uganda üblich sind. Eigentlich dachte ich, dass das keine große Sache ist, weil ich kann mir gut vorstellen wie meine Mutter reagieren würde wenn ich ihr einen Kochtopf zu Weihnachten schenken würde. Aber entgegen meiner Erwartung haben die Kochtöpfe meiner Wichtel-Partnerin so sehr gefallen, dass sie vor Freude geweint hat. Das hat mich natürlich sehr glücklich gemacht, dass ich jemandem ein tolles Geschenk gemacht habe. Den Rest des Abends habe ich dann trotz meiner Tanzphobie noch mit Tanzen verbracht, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, weil man seine Kollegen wie zum Beispiel den Schulleiter nur selten auf der Tanzfläche tanzen sieht.Nach der Schülerparty und der Angestelltenparty hieß es dann auch für mich schulfrei und statt zu unterrichten habe ich Donnerstags und Freitags bei Hosfa (dem Krankenhaus) gearbeitet. Dennoch habe ich in der Stadt immer mal wieder Schüler gesehen, die mich mit „Teacher Max“ begrüßen.

Aufgrund dieses Wechsels habe ich langsam gemerkt, wie die Arbeit in der Versorgungsstelle für HIV-Patienten etwas monoton wurde, da ich die meiste Zeit vor dem Computer saß und die Informationen der Mappen von den HIV-Patienten im System registriert habe. Deswegen wechselte ich zum Social Service Department, wo Pius und Oswald sich um Patienten kümmern, die nicht genug Geld für die Schule oder für ihre Medizin haben. Gleich am ersten Tag konnte ich Oswald dabei begleiten, eine bedürftige Familie in Mityana zu besuchen und die benötigten Medikamente vorbei zu bringen. Für mich war das ein großes Abenteuer, weil ich noch nie so wirklich in den kleineren Dörfern in Mityana war sondern meistens nur in größeren Städten unterwegs war. Die Fahrt dorthin war sehr staubig weshalb mir Oswald eine Hose und eine dicke Jacke gegeben hat. Als wir dann bei der Familie angekommen sind konnte ich kaum glauben, dass wir uns noch in Mityana befinden, da ich weit und breit nur Natur sehen konnte und das Haus der Familie sehr traditionell gehalten war.

Vor Ort erklärte Oswald der Familie in Luganda wie sie die Medizin nehmen sollen, damit keine unerwünschten Nebenwirkungen entstehen. Am Ende wurde mir dann noch gezeigt, wie Grown Nuts (Erdnüsse) wachsen und ich habe sogar ein paar zum Mitnehmen bekommen.

Allgemein fand ich diesen kleinen Ausflug sehr spannend, weil ich zum einen sehen konnte, wie simpel manche Familien in Uganda leben aber auch, wie die Spenden vom Kindermissionswerk den Menschen hier helfen, denn die meisten Leistungen des Social Service Departments sind nur durch die Unterstützung des Kindermissionswerks möglich.

Außerdem erklärte mir Oswald, dass er und Pius kurz vor Weihnachten ca. 100 Familien besuchen und ihnen Verpflegung vorbeibringen, damit auch diese Familien ein Frohes Fest haben können.

Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Fest und einen guten Rutsch in das neue Jahr.

Viele Grüße aus meinem gut gepflegten Gasthaus,

Max

 


Meisterkoch Max in Mityana

Seit ich meinen letzten Blogeintrag geschrieben habe hat sich mal wieder einiges geändert, aber mittlerweile merke ich schon, wie mein Alltag hier immer routinierter wird.

Natürlich darf einem Cosna-Lehrer das passende Cosna-Mitarbeiterhemd fehlen

Da als ich in Mityana angekommen bin bei COSNA (der Grundschule neben der ich wohne) noch Ferien waren, habe ich anfangs von Montag bis Freitag bei HOSFA (dem Krankenhaus) gearbeitet. Als dann aber wieder die Schule angefangen hat, habe ich nur noch Montag bis Mittwoch bei HOSFA gearbeitet und die anderen zwei Tage bei COSNA. An meinem ersten Arbeitstag bei COSNA wurde ich zuerst in jeder Schulklasse vorgestellt. Dabei war ich froh, dass sich die Kinder in den ziemlich großen Klassen oft sehr über mich gefreut haben, was nicht gerade selbstverständlich ist wenn da plötzlich schon wieder ein neuer Freiwilliger auftaucht. Viele haben mich auch am Anfang „Tom“ genannt, was der Spitzname des Freiwilligen von vor 2 Jahren war, da ich anscheinend einige Ähnlichkeiten mit ihm habe. Aber nachdem ich jeder Klasse meinen relativ simplen Namen erklärt habe werde ich täglich von allen Seiten mit „Teacher Max“ begrüßt. Nach dieser kleinen Tour durch die Klassen und über das COSNA Gelände wurde ich dann Klassen zugeteilt, um Deutsch zu unterrichten. Damit wurde ich etwas ins kalte Wasser geschmissen, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass ich gleich zu Beginn zwei dritten Klassen und einer vierten Klasse Deutsch unterrichten soll. Am Ende konnte ich dann doch noch einen halbwegs passablen Unterricht aus dem Ärmel schütteln auch wenn es für mich anfangs noch sehr ungewohnt war meine Muttersprache auf Englisch zu unterrichten. Mit der Zeit habe ich aber immer mehr Spaß an der Vorbereitung des Unterrichts gefunden. So konnte ich zum Beispiel meinen Schülern aus der 3. Klasse die Monate mit dem Lied der Jahresuhr, mit dem ich selbst als kleines Kind die Monate gelernt habe, beibringen.

Meine Arbeit bei HOSFA sieht momentan so aus, dass ich mit meinem Mitarbeiter William die Mappen der HIV–Patienten welche in Behandlung sind an einem Computer im System registrieren. Bei insgesamt 1100 Mappen wovon erst ca. 50 registriert wurden fällt es da einem schwer die Motivation aufrecht zu erhalten. Aber dadurch, dass man bei HOSFA schon fast zu Tee–Pausen gezwungen wird und auch oft nette Gespräche mit Mitarbeitern hat ist der Arbeitstag dort nicht allzu stressig.

Im Gegensatz zu einer normalen Banane muss man Matoke mit einem Messer schälen
Am Ende muss man die Kochbananen noch zerstampfen, damit man einen Brei hat

Weil meine Mitbewohnerin Nicole nur die ersten 3 Wochen im Gasthaus mit mir gewohnt hat, musste ich nun den letzten Monat alleine zurecht kommen. Auch wenn es für mich etwas ungewohnt ist einen ganzen Haushalt zu führen denke ich, dass ich einigermaßen gut zurecht komme. Vor allem auch weil mir jeden Donnerstag Carol, die Sekretärin bei Cosna und Josephine, welche bei Cosna als Finanzverwalterin arbeitet und gleichzeitig auch für das Gasthaus zuständig ist, zeigen, wie man verschiedene afrikanische Gerichte kocht. Dabei habe ich zum Beispiel gelernt wie man Matoke (grüne Kochbananen), Reis mit Gemüse oder auch Fleisch zubereitet. Die Zutaten für diese Gerichte kaufe ich dann meistens jeden Sonntag frisch am Markt in Mityana. Dabei bin ich dann froh, dass ich mehr oder weniger gut Luganda spreche, weil man sich mit dem Großteil der Verkäufer besser in Luganda als in Englisch unterhalten kann.

Ansonsten ist das Leben in Mityana ziemlich ruhig und ich merke schon wie schnell die Zeit hier vergeht. Deshalb wird der nächste Blogeintrag wieder etwas auf sich warten lassen müssen, weil ich auch oft an den Wochenenden ziemlich beschäftigt bin und eher selten eine freie Minute finde, in der ich meine Erlebnisse in Uganda in Ruhe zusammenfassen kann. Nichtsdestotrotz gebe ich mir Mühe meine treuen Leser auf dem neusten Stand zu halten.

Viele grüße aus dem aufregend aromatischen Afrika

Max

 


Abschiede in Kampala und Neuanfänge in Mityana

  • Weitere 2 Wochen sind vergangen und es ist wieder viel passiert, da ich in diesen Wochen den Sprachunterricht beendet habe, mich von Kampala verabschiedet und Mityana begrüßt habe.

Aber fangen wir ganz von vorne an: Am Freitag (ein Tag nachdem ich meinen letzten Blogeintrag veröffentlicht habe) war es wieder Zeit für einen eher Praxisorientierten Unterricht und diesmal sollten wir auf die Straße und einen Fremden interviewen. Anfangs dachte ich, dass sich auf der Straße keiner finden lässt, der genug Zeit für 2 "Muzungus" hat, die ein paar simple Fragen in einem noch simpleren Luganda an ihn haben. Doch zu meiner Überraschung ließen sich schnell 2 Leute finden, die sehr freundlich und bereit waren, sich ein wenig Zeit für unser Interview zu nehmen. Nach unserem erfolgreich geführten Interview und der anschließenden Besprechung der Interviews haben wir einen kleinen Ausflug zu einem Craftmarket in Kampala gemacht. Im Gegensatz zu den anderen Märkten wurde hier hauptsächlich Selbstgemachtes verkauft. Das meiste davon war zwar sehr schön anzuschauen, kam für mich aber eher nur als Mitbringsel aus Uganda in Frage, weil ich im Gegensatz zu meiner Familie in Deutschland eher weniger mit einem selbstgemachten bunten Korb oder einer aufwendig gestalteten Holzfigur anfangen kann.

Als wir dann nach einem sehr anstrengenden Fußmarsch durch das Zentrum von Kampala bei brennender Hitze und durch riesige Menschenmengen bei einem anderen, etwas kleineren Craftmarket angekommen sind, wiederholte sich dann schon mal das Ein oder Andere. Was mir auf diesem Markt aber besonders aufgefallen ist war, dass ich noch nie so viele gute Freunde hatte, da mich jeder Verkäufer mit den Worten "Come here my friend!" zu seinem kleinen Laden verführen wollte.  Auf Dauer wurde das etwas anstrengend, weil ein einfaches "no" meistens nicht reichte und man den Verkäufern sehr ausführlich erklären musste, dass man sich nur umschauen möchte und nicht gleich eine ganze Kunstgalerie kaufen will.

Das darauffolgende Wochenende habe ich dann wiedereinmal genutzt, um mich von dem anstrengenden Tag und der genauso anstrengenden Woche auszuruhen. Denn in Uganda ist es für mich wesentlich herausfordernder durch die Straßen zu gehen, als in Deutschland, da man einerseits auf seine Umgebung und Sicherheit achten muss und man andererseits jederzeit von jeder Seite angeschaut oder mit einem charmanten „Muzungu!“ angesprochen wird.

Am Montag war es dann für mich Zeit, in die letzte „Schulwoche“ zu starten. Dabei fühlte ich mich ein wenig wie ein kleines Schulkind, was die Ferien kaum erwarten kann, außer dass für mich nach der Schule die Arbeit, und damit auch mein richtiges Freiwillige Soziale Jahr anfängt. In dieser Woche wurde uns Schülern dann nochmals klar, wie viel wir dann doch aus diesem einen Monat Luganda-Unterricht lernen konnten. So konnten wir uns zum Beispiel schon problemlos selbst vorstellen oder einem gierigen Boda-Fahrer klar machen, dass er nicht zu viel Geld von uns verlangen soll (siehe letzter Blogeintrag).

Als dann nun 3 Tage so schnell vergingen wie der letzte Monat insgesamt war es dann auch schon am Donnerstag Zeit von der Sprachschule Abschied zu nehmen. Dabei wurde von der Sprachschule aus ein Abschiedsessen mit den Gerichten unserer Wahl veranstaltet. Das hieß für uns „Enkoko, Obumonde, Avocado, Lumonde ne Obutunda“ (Für die nicht-Ugander: Hühnchen, Kartoffel, Avocado, Süßkartoffel und Passionsfruchtsaft). Danach haben wir dann unserem Lehrer Jackson noch ein paar Abschiedsgeschenke überreicht, der für uns nicht nur ein Lehrer war, sondern auch ein Freund, mit dem man immer über irgendetwas lachen konnte. Er bekam zum Beispiel einen Fußball für seine Kinder oder eine Tasche für seine Frau, was er dann auf Deutsch nachsprechen musste, wobei wir Freiwillige uns natürlich sehr amüsiert haben, da sich viele Ugander mit der deutschen Sprache schwer tun. Nachdem wir ihm dann alle Geschenke überreicht haben und er sich bei uns herzlichst bedankt hat, hieß es dann schließlich Abschied voneinander nehmen. Nicht nur wir Freiwillige von Jackson, sondern auch wir Freiwillige unter uns, weil die meisten von uns von Kampala aus in die verschiedensten Teile Ugandas reisen, um dann dort in ihrem Projekt zu arbeiten.

Auf dem Weg nach Hause bin ich dann noch schnell in einen Supermarkt in der Garden City Mall, um noch ein paar Abschiedsgeschenke für meine Gastfamilie zu kaufen, bei der ich mich während meines ersten Monats in Uganda sehr wohl gefühlt habe, was mir den Einstieg in das dann doch sehr unterschiedliche Uganda äußerst erleichtert hat.

Am Tag darauf wurde ich dann gleich in der Früh von meiner Mentorin Penelope und dem Fahrer Ben mit seinen kleinen Kindern abgeholt. Während der Autofahrt fiel mir besonders auf, dass die Landschaft immer grüner wird, je weiter man sich von der Hauptstadt Kampala entfernt. Als wir dann nach ca. 1 1/2 Stunden Autofahrt in Mityana angekommen sind, fuhren wir gleich auf das Gelände von COSNA, wo auch mein Haus steht in dem ich die nächsten 11 Monate wohnen werde. Als kleine Überraschung stellte mir dann Penelope vor Ort meine Mitbewohnerin Nicole vor, die für 3 Wochen bei mir wohnen wird, da sie zurzeit Urlaub in Uganda macht. Sie war wie ich vor 3 Jahren 2015/16 als Freiwillige vom Kindermissionswerk für 1 Jahr in Uganda und es hat mich sehr gefreut, dass ich für den Anfang nicht alleine wohne und jemanden habe, der mir Mityana aus der Perspektive eines Freiwilligen zeigen kann. Das Haus ist sehr gut ausgestattet mit Ofen, Herd, Mikrowelle, WLAN und einer Waschmaschine, welche extra für mich eingerichtet wurde, da man offenbar befürchtete, dass ich mit dreckigen Klamotten zur Arbeit gehen würde, da mir das Waschen mit der Hand zu anstrengend sein würde, was ich jetzt nicht zu 100% abstreiten würde. Leider bedienen sich auch einige Tiere an dem Luxus meines Hauses und es kommt oft vor, dass mir die ein oder andere Ameise über den Weg läuft, eine Eidechse sich hinterlistig an der Wand entlang schleicht oder eine äußerst ungebetene Kakerlake meinen Weg im Dunkeln kreuzt. Nichtsdestotrotz fühle ich mich in meiner Wohnung sehr wohl und ich freue mich schon, den Rest meines Jahres hier zu verbringen.

Gleich am nächsten Tag wurden Nicole und ich von Penelope zum Essen eingeladen. Da Penelope in der Nähe von HOSFA wohnt, meiner anderen Arbeitsstelle neben COSNA, konnte mir Nicole schon mal den Weg dorthin zeigen, welchen ich dann ab Montag alleine antreten musste. Nach dem Essen bei Penelope hatten wir dann noch Zeit, um ein wenig die Stadt anzuschauen. Was mich dabei sehr überrascht hat war die Menge an kleineren Geschäften, in denen es dann doch das Verschiedenste zu kaufen gab wie zum Beispiel Matratzen oder schicke Schuhe mit den Farben Grün-Rot-Grün. Auch dass an der Straße sehr viele Ziegen und Hühner herumspazieren hat mich ein wenig verwundert, da diese Tiere eigentlich einen gewissen Wert haben. In Mityana gibt es auch einen mehr oder weniger großen Markt, auf dem man viele lokal angebaute Gemüse – und Obstsorten kaufen kann wie Avocado, Ananas oder Ndiizis (Mini-Bananen). Dort haben wir dann auch gleich etwas eingekauft, da es nun „Selbstversorgung“ für mich hieß und ich keine Gastmutter mehr zuhause hatte, die mir jeden Abend ein ganzes Menü kocht.

Als wir dann zuhause angekommen sind, sind wir schon gleich wieder aufgebrochen um einen Freund von Nicole zu besuchen. Mit diesem sind wir dann über etwas abgelegene Wege zu einem Hotel in Mityana gelaufen, was zugleich eine Bar mit Pool war, in dem man für nur 10.000 Schilling (ca. 2,50€) schwimmen konnte, was ich in Mityana jetzt auch nicht erwartet hätte, da mir gesagt wurde, dass Mityana ein eher ländliches Städtchen wäre.

Nach einem so ereignisreichen Tag hieß es dann mal wieder ausruhen für mich, damit ich für die bevorstehende Arbeitswoche bei HOSFA fit bin.

Diese erste Arbeitswoche begann für mich ab 8 Uhr bei HOSFA, was mit einem Fußweg von 15 Minuten von mir zuhause ziemlich gut erreichbar ist. Dort erwartete mich bereits Penelope und sie zeigte mir erstmal das Gebäude von HOSFA. HOSFA steht für „Hope Sharing Family“ und ist ein Krankenhaus mit vielen verschiedenen Bereichen wie einer Zahnarztpraxis, einer Untersuchungsstelle für Schwangere, einer Versorgungsstelle für HIV-Kranke und vielen Bereichen mehr. Anfangs wurde ich in der Versorgungsstelle für HIV-Kranke zugeordnet, wo ich jeweils bei den einzelnen Arbeitsschritten für die Versorgung eines HIV-Patienten mithelfen konnte. Zuerst habe ich bei der Registrierung der Patienten geholfen, das heißt Höhe, Gewicht und Armumfang in ein kleines Buch des Patienten eintragen, welches dann zu der dazugehörigen Mappe des Patienten zugeordnet wurde, was bei über 1100 verschiedenen Mappen nicht immer leicht ist. Wurde der Patient dann vom Arzt beraten, wird der Zustand des Patienten, sein Medikament und dessen Dosis schließlich in einem riesigen Buch aktualisiert. Diese ganze Arbeit macht mir sehr Spaß, ist aber sehr anstrengend, da ich gerade aus meinem „After-Abi-Urlaub“ kommend Arbeit von 8 bis 17 Uhr nicht gerade gewohnt bin. Wenn ich dann zuhause ankomme bleibt mir dann auch nicht mehr viel übrig irgendetwas besonderes zu unternehmen, da ich nebenbei auch noch kochen, waschen oder manchmal sogar putzen muss. Da kommt man sich schon manchmal wie ein selbstständiger erwachsener Mann vor.

Mal sehen ob ich diesen Verantwortungen für ein ganzes Jahr gewachsen bin.

Viele Grüße aus der menschenfrohen Mini-Metropole Mityana

Max


Reden, Rolex und Rennen - 2 Wochen in Kampala

Kaum gewöhne ich mich an den Alltag hier in Kampala muss ich bereits feststellen, dass ich in einer Woche wieder ein zuhause verlassen muss, denn nächste Woche beginnt mein Arbeitsalltag in Mityana.

Meine Zweite Woche in Uganda hat mit einem ereignisreichen Sonntag angefangen, an dem ich erneut mit meiner Gastfamilie deren Verwandtschaft besucht habe. Anders als beim letzten mal konnte ich diesmal mit meinen in der ersten Woche erlangten Luganda-Kenntnissen glänzen und somit den ein oder anderen auf Luganda begrüßen. Viele mussten darauf oft lachen, da es sie einerseits überrascht, dass ein "Muzungu", ein Weißer, Luganda spricht und andererseits meine Aussprache noch teilweise der eines Grundschülers entsprach. Dennoch konnte ich damit einige nette Gespräche führen. Außerdem hatte ich dieses mal die Ehre, in der Küche mitzuhelfen und den Passionsfrucht-Saft zuzubereiten. Dazu kann ich nur sagen, dass ich noch nie so enttäuscht von etwas war wie von diesen Passionsfrüchten. Ich habe bei 8 Passionsfrüchten das Fruchtfleisch in ein Sieb gegeben und dieses dann über eine Tasse ausgepresst. Nach 30 Minuten harter Arbeit und einem total versauten Arbeitsplatz hatte ich dann gerade einmal eine halbe Tasse Passionsfrucht-Saft - wow. Am Abend haben wir dann alle zusammen reichlich gegessen. Es gab Matoke, Kürbis, Bohnen, Greens und noch anderes, was ich noch nicht wirklich kenne. Allgemein ist das Essen hier in Uganda sehr gut und ich hatte noch keine Probleme damit. Das Einzige woran es hier ein wenig mangelt ist die Abwechslung im Essen, da es oft Matoke, Reis oder Bohnen gibt. Das liegt daran, dass meistens saisonabhängig gekocht und gegessen wird. Nach dem Essen ging es dann nach Hause, da ich Montag wieder in die Schule musste.

Am Montag begann dann wieder mein "Schulalltag", wobei man nicht wirklich von einem Alltag wie man ihn in Deutschland kennt sprechen kann, da jeden Tag etwas anderes ist. Es fängt schon morgens auf dem Weg zur Schule an: "Fahre ich mit einem Safe Boda, einem normalen Boda oder mit einem Taxi? Und wenn ich Taxi fahre, laufe ich dann das Stück zur Schule oder schnapp ich mir ein Boda Boda und fahre das kurze Stück dorthin?"

Normaler Tag in Uganda

Doch egal welche Option ich davon wähle, es ist jedes Mal anders. Zum Beispiel habe ich, als ich zu Fuß zur Schule gelaufen bin, ein Dromedar auf dem Fußgängerweg laufen sehen. Mir wurde im Nachhinein gesagt, dass es sich dabei um eines von insgesamt zwei Dromedaren in Kampala handelte. Ein weiteres Beispiel für meine abenteuerlichen Anreisen zur Schule ist das Erlebnis Boda Boda. Fährt man mit einem normalen Boda, so muss ich oft mit heftigen Verhandlungen rechnen. Zentraler Satz von mir in dieser Diskussion ist "Tonseera kubanga ndi muzungu!", was so viel heißt wie "Berechne mir nicht zu viel, weil ich weiß bin!". Leider akzeptieren das die wenigsten Boda Boda Fahrer und am Ende zahle ich trotzdem mehr, als die Einheimischen. Sobald ich dann in der Schule angekommen bin und die Mitarbeiter auf dem Gelände freundlich auf Luganda begrüßt habe, fängt auch schon der Unterricht mit Jackson an, in dem ich in den 3 Wochen schon ziemlich viel gelernt habe.

Professionelle Friseure am Werk

In der ersten Pause um 10:30 Uhr können wir dann Tee trinken, etwas zu essen kaufen oder aber auch spontan einen Friseursalon eröffnen, wenn man mal seine Haare los werden will. Zu essen kaufe ich mir meistens mit den anderen sogenannte "Rolex" (den Witz mit der Uhr erspare ich mir jetzt mal). Dabei handelt es sich um Chapati mit Eiern, Tomate, Zwiebeln, Kohl und Salz. Die Anzahl an Eiern und Chapatis kann man sich aussuchen und man zahlt pro Chapati und pro Ei 500 Schilling, was ungefähr 0,11€ entspricht. Deswegen kann man so eine Rolex auch mal gut und gerne zwischendurch essen, vor allem auch weil das echt gut schmeckt. Nach dem Unterricht bin ich dann meistens noch mit den anderen Freiwilligen unterwegs, wobei man mithilfe der Bodas an jeden beliebigen Punkt der Stadt relativ schnell für vergleichsweise wenig Geld kommt. Wenn ich dann am Ende solcher kleinen Ausflüge nach Hause komme, ist es meistens 17 bis 18 Uhr. Zuhause habe ich dann noch etwas Zeit das Gelernte aus der Schule zu studieren bis es Abendessen gibt, was meistens von meinem Gastbruder aufwendig zubereitet wurde. Anschließend geht es dann bereits auf den Weg ins Bett, da mein Tag mit der Fahrt zur Schule, dem Unterricht und der Rückfahrt so anstrengend ist, dass ich um 21 Uhr müde genug bin, um zu schlafen (meine Eltern wären stolz).

Abgesehen von meinem "Alltag", gibt es dann ja noch das Wochenende. Für mich hat dieses schon am Freitag angefangen, da wir dort im Unterricht unseren ersten Ausflug mit der Klasse gemacht haben, um die Sprache auch in der Praxis zu lernen. Deswegen sind wir auf den nächstgelegenen Markt in Wandegeya gegangen und haben uns dort in kleinen Gruppen aufgeteilt, um dort einzukaufen und gleichzeitig auch zu verhandeln.

Der Markt in Wandegeya

Zu meiner Überraschung liefen die Verhandlungen ziemlich gut und ich war am Ende sehr stolz auf mich, weil ich einen Bund "Ndiizi" (mini-Bananen) für 2000 Schilling (ca. 0,50€) eingekauft habe. Auch die anderen konnten erfolgreich ihr Obst einkaufen, was für uns die Bestätigung war, dass uns unser Lehrer Jackson sehr gut unterrichtet hat. Am darauffolgenden Samstag habe ich zur Abwechslung nichts unternommen, vor allem auch um mich für den nächsten Tag auszuruhen...

Viele Leute - viel blau

Denn am Sonntag habe ich mit meiner Familie am "Cancer Run 2018" teilgenommen. Das hieß dann erstmal um halb 6 aufstehen und um halb 7 losfahren, um dann um 7 Uhr zu starten. Hätte ich jemandem ohne Fotobeweis gesagt, dass ich um 7 Uhr frühs Sport mache, hätte mir das keiner meiner Familie geglaubt. Zu meiner Überraschung war das nicht nur ein kleiner Spendenlauf, wie man das aus Deutschland kennt, sondern eine riesen Veranstaltung mit Festivalstimmung, wo stellenweise Stände verschiedener Firmen aufgebaut waren.

Zusammen mit meinem Gastbruder John bin ich dann heroische 5 km gelaufen. Die Strecke verlief durch die ganze Stadt und es wurden viele Straßen für diesen Cancer Run abgesperrt, was für mich nochmal zeigte, wie aufwendig diese Veranstaltung gestaltet wurde. Am Ende des Cancer Runs haben wir dann am Stand der Arbeit meiner Gastmutter Hellen noch etwas gegessen und uns mit anderen Unterhalten, wobei ich mich wieder teilweise mit meinen paar Brocken Luganda unterhalten konnte.

Ich und ein Teil meiner Gastfamilie beim Cancer Run 2018

Als wir dann etwas müde um 12 Uhr nach Hause kamen, hatte ich eigentlich vor zu schlafen, aber ich konnte den Schwung vom Cancer Run noch nutzen, um mich selbst zum Wäsche waschen zu überreden. Da es mein erstes mal war, musste mir meine Gastmutter Hellen zeigen wie das geht. Ich als normaler Jugendlicher, der sogar mit einer Waschmaschine überfordert ist, hatte zwar anfangs Probleme, aber mit der Zeit ging es eigentlich relativ gut voran und ich hatte nach 30 Minuten schon 5 Hosen und 4 Paar Socken gewaschen, was dann auch erst einmal genug für mich war. Zu meinem Glück ist mir dann am Abend aufgefallen, dass in Uganda momentan Regenzeit ist und ich konnte dann am Abend, während es in der Lautstärke eines Wasserfalls geregnet hat, bedauern, dass ich meine Wäsche nicht innen trocknen lassen habe.

Nichtsdestotrotz haben die letzten 2 Wochen sehr viel Spaß gemacht und ich bin schon gespannt, was mich in den nächsten Wochen dann auch in Mityana erwarten wird. Dabei werde ich euch natürlich wieder auf dem Laufenden halten!

Viele Grüße aus dem unglaublich unwetterreichen Uganda

Max


Erste Woche - Erste Erfahrungen

Nun lebe ich schon mittlerweile seit einer Woche hier in Uganda und es kommt mir immer noch so vor als hätte ich mich erst gestern von meinen Freunden und meiner Familie verabschiedet...

Der Flug nach Uganda verlief relativ reibungslos und ich konnte die erste afrikanische Luft bei einer Zwischenlandung in Äthiopien einatmen. Von dort aus flog ich dann direkt nach Entebbe, dem Flughafen in Uganda. Auf dem Flug dorthin konnte ich bereits die Landschaft Ugandas aus dem Fenster beobachten. Entweder sah man große grüne Flächen oder man sah vereinzelte Städte, welche durch orangene Striche, den Straßen, verbunden waren. 

Als ich etwas müde aus dem Flieger ausstieg begrüßte mich meine Mentorin Penelope herzlich und wir machten uns auf den Weg nach Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Auf dem Weg dorthin fielen mir sofort Unterschiede im Verkehr auf. In Uganda herrscht Linksverkehr, wovon man aber stellenweise nicht viel mitbekommt, da die meisten Motorradtaxis (auch Boda Bodas genannt) gerade dort fahren, wo Platz ist, auch wenn das mal eben die andere Straßenseite ist. Auch manche Taxibusse verfolgen dieses Prinzip. Dennoch erreicht man am Ende des Tages doch irgendwie sein Ziel. 

In Kampala angekommen kam ich erstmals in den Genuss einer Fahrt mit einem solchen Boda Boda, welche überraschend angenehm verlief. Ebenso konnte ich Bekanntschaft mit den Taxis dort machen, in denen man sich auf engstem Raum mit bis zu 14 anderen Reiselustigen die Zeit vertreiben darf. Nachdem wir in Kampala einige Dinge erledigt haben ging es dann auf zu meiner Gastfamilie, welche etwas außerhalb des Zentrums in Kampala wohnt. Dort erwarteten mich die Gast Mutter Hellen und ihr Sohn John, der 10 Jahre alt ist. Noch am selben Abend haben wir die Verwandtschaft meiner Gastfamilie besucht, was für mich eine komplett neue Erfahrung war, da den ganzen Abend zum größten Teil Luganda (die Landessprache Ugandas) gesprochen wurde und ich das erste Mal in einer größeren afrikanischen Familie war. Dennoch war es ein sehr schöner Abend, da mir die meisten mit Englisch entgegen kamen. Nach diesem anstrengenden Tag hatte ich Sonntags Zeit mich auszuruhen, bis es dann am Montag zur Sprachschule ging...

Unsere Gruppe beim Luganda lernen

Dort traf dann meine "Mitschüler" für diesen Monat, in dem ich Luganda lernen werde, welche wie ich weltwärts-Freiwillige aus Deutschland sind. Zusammen mit unserem Lehrer Jackson lernen wir nun in einer kleinen Gruppe von 6 Personen Montags bis Freitags Luganda. Anfangs war die neue Sprache noch sehr gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit hat es dann immer mehr Spaß gemacht diese komplett unterschiedliche Sprache zu lernen. Noch mehr Spaß macht es die Sprache zu lernen, wenn man sie auch im Alltag benutzen kann: So konnte ich bereits einem Boda Boda Fahrer meine Wertschätzung für die Fahrt zeigen, indem ich ihm mit einem "Weebale, ssebo" dankte. Auch auf meinem Fußweg zur Schule oder nach Hause kann ich das Gelernte einsetzen, wenn mich zum Beispiel Kinder mit "Muzungu" (Weißer) oder "Bye" begrüßen und ich selbstbewusst mit "Muli mutya?" (Wie geht es euch?) antworten kann. Oft lachen die Kinder dabei, da sie, wie Jackson uns erklärte, nicht damit rechnen, dass ein "Muzungu" ihre Sprache spricht.

 

4 Freiwillige - 2 Boda Bodas

In den ersten Tagen wurde ich noch von meiner Gastmutter mit dem Auto zur Schule gefahren. Aber mit der Zeit musste ich gezwungenermaßen selbst lernen den Weg nach hause zu finden. Anfangs hatte ich zwar noch Schwierigkeiten das richtige Taxi zu finden, aber mit der Zeit und der freundlichen Unterstützung von Google Maps fand ich mich immer besser zurecht. Und selbst wenn man mal irgendwo feststeckt findet man immer einen netten Boda Boda Fahrer, der einen sicher zum gewünschten Ort führt. Als sichere Alternative zu Boda Bodas kann man sich auch ein sogenanntes "Safe Boda" heranwinken, welche den Vorzug haben, dass die Fahrer die Straßenregeln einigermaßen beachten und man manchmal von ihnen einen Helm bekommt. Momentan fahre ich lieber Boda Boda, da es um einiges angenehmer ist, als mit 14 Anderen eingeengt in einem Taxi zu sitzen. Außerdem ist man damit aufgrund der zahlreichen Staus in Kampala schneller, da die Fahrer wie bereits beschrieben jede kleine Lücke ausnutzen können, um voranzukommen. Ich hoffe, dass ich bei meinem nächsten Bericht dann immer noch von den Boda Bodas schwärmen kann und nicht teil eines Unfalls werde, weil dieses Risiko mit einem Boda Boda dann doch um einiges größer ist als mit einem Taxi.

 

Ich werde euch in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten.

-Max