Sinulog - Kirche, Feiern, Party

Nachdem an Weihnachten selbst bei mir nicht so viel los war und ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht war, hatte ich die Chance ein Fest zu erleben, das mich begeistert hat: Sinulog. Sinulog wird am 3. Wochenende im Januar zu Ehren des Jesuskindes gefeiert. Im Mittelpunkt steht die Santo Niño Statue, die die Spanier bei der Kolonialisierung mitgebracht haben.

Die Feierlichkeiten starten, wie bei allen kirchlichen Feiertagen hier, 9 Tage vorher mit den Novena-Messen. Wir waren nur bei einer, aber da mussten wir trotz mehrer Messen pro Tag fast eine Stunde vor der Messe da sein um einen Platz in der Kirche zu bekommen. Wobei "in" der Kirche nicht ganz richtig ist, denn es gibt kein Dach. Unten ist eine große Fläche, wo die Besucher stehen können und es gibt noch zwei Emporen an den Seiten.

Am Samstag gingen dann die richtigen Feierlichkeiten los. Wir sind schon um 3 Uhr morgens aufgestanden, um zur "fluvial procession" gehen zu können. Das ist eine Bootsprozession, die zum Sonnenaufgang startet. Es waren sehr viele Boote, die alle geschmückt waren. Auf fast allen gab es eine kleine Musikkapelle, die für gute Stimmung gesorgt hat. Trotz der Müdigkeit war es ein beeindruckendes Erlebnis all die Boote im Sonnenaufgang zu sehen. Danach haben wir ersteinmal etwas gegessen und hatten die Möglichkeit uns ein bisschen auszuruhen. Eigentlich gab es eine Prozession, die 5 Stunden dauert. Wir sind aber nicht mitgegangen, weil wir den Anfang nicht gefunden haben. Stattdessen haben wir uns einen Platz in der Kirche für die Abendmesse gesichert, tatsächlich war es schon relativ voll. Der Haken daran war, dass wir dadurch 4 Stunden in der prallen Sonne sitzen mussten. Glücklicherweise ist die Kirche darauf vorbereitet und stellt kostenlos Regenschirme zur Verfügung, was zumindest Sonnenbrand und -stich verhindert hat. Trotzdem war es anstrengend und ich war erleichtert als dann um 18 Uhr die Sonne untergegangen ist. Als die Messe quasi vorbei war, wurden zwei Sinulog-Lieder gespielt und es kam richtig Stimmung auf: Bei dem einen Lied winken alle im Refrain mit ihren Armen und bei dem anderen Lied rufen alle laut "Pit Señor". Außerdem wird mit Nachbildungen der Santo Niño Statue getanzt. Nach dem Gottesdienst gibt es eigentlich jedes Jahr ein Feuerwerk, das hat dieses Jahr nicht stattgefunden, sondern das Geld wurde für die Opfer des Vulkans Taal gespendet, eine gute Aktion wie ich finde.

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Sonntag konnte ich dann erstmal ausschlafen, bevor wir nachmittags zur Straßenparty gegangen sind. Es gab eine Prozession, bei denen viele verschiedene Gruppen Straßentänze aufgeführt haben. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung und es waren unglaublich viele Menschen auf der Straße). Auf einigen Straßen konnte man Farben kaufen und die haben sich dann alle gegenseitig ins Gesicht geschmiert. Aufgrund der vielen Menschen wurde unsere Gruppe leider zwischenzeitlich getrennt, wir haben uns dann aber an einem vorher vereinbarten Treffpunkt wiedergefunden. Das Handynetz war nämlich aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Abends haben wir noch ein beeindruckendes Feuerwerk gesehen.

Samstag war eigentlich noch ein riesiger Tanzwettbewerb, den ich aber nicht gesehen habe. Dafür habe ich am Montag die Preisverleiung gesehen, was wahrscheinlich noch besser war, denn dort haben alle Siegergruppen noch einmal getanzt.

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Besonders gefallen hat mir die ausgelassene Stimmung und dass der Glaube einfach so richtig gefeiert wird und man sich darüber freut. Ich habe das Gefühl, dass uns diese Emotionalität in Bezug auf unseren Glauben in Deutschland häufig fehlt.


Weihnachtsfeiern und Strandurlaub

Die Adventszeit soll besinnlich sein? Bei mir war es dieses Jahr auf jeden Fall nicht so, dafür habe ich viele tolle Dinge erlebt.

Eine Sache, bei der ich dieses Jahr viel Zeit verbracht habe waren Weihnachtsfeiern. Insgesamt waren es über 10, weil jeder seine eigene Weihnachtsfeier hatte: erst alle Mitarbeiter der Kirche, dann noch extra eine für die, die im Büro arbeiten... Die meisten liefen relativ gleich ab: es gab immer Leute die moderiert haben und zuerst wurden Spiele gespielt, bei denen die meisten mit sehr viel Spaß dabei waren. Essen durfte natürlich auch nicht fehlen und später wurde gewichtelt, was hier Manito-Manita heißt.

Außerdem war ich häufig "Caroling", allerdings mit zwei verschiedenen Gruppen, bei denen das dann auch unterschiedlich aussah. Mit dem Orchester sind wir zu verschiedenen Gemeindemitglieder gefahren, haben dort ein paar Stücke gespielt und dafür dann dort gegessen. Mit den Fiddlers sind wir von Haus zu Haus gegangen und haben vor der Haustür gespielt und dafür Geld bekommen. Irgendwann sind viele Kinder mit uns mitgelaufen. Die zweite Variante ist die Art, wie normalerweise Caroling gemacht wird. Caroling war eine der Sachen, die mir am meisten gefallen hat, vor allem weil ich viel Spaß mit den Leuten hatte.

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*ab jetzt gibt es Fotos mit kurzen Haaren*

Für die Scholars gab es zunächst einen Basar, bei dem sie sich verschiedene Sachen wie Süßigkeiten, aber auch praktische Dinge wie Kleidung, Schreibutensilien und Seife aussuchen konnten, die Menge hing davon ab, wie häufig sie bei der formation waren, die immer samstags statt findet. Kurz vor Weihnachten gab es dann noch eine Weihnachtsfeier mit Spielen und Tanzvorführungen. Danach haben die Scholars ihre "Bundles of Joy" bekommen, das sind Pakete mit zum Beispiel Reis, Nudeln und Konservendosen. Die mussten natürlich für alle 350 Scholars gepackt werden, also haben wir vor Weihnachten fleißig Reis gewogen, Nudeln gepackt und Konservendosen gezählt.

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9 Tage vor Weihnachten haben die Misa de Gallo angefangen, das heißt man geht jeden morgen um 3 Uhr bzw. 4.30 Uhr in die Messe, um sich auf Weihnachten vorzubereiten. Die Kirche war immer voll und es gab sogar eine Videoübertragung nach draußen, weil es nicht genug Platz für alle in der Kirche gab. Darauf waren die meisten aber vorbereitet und haben sich Stühle mitgenommen. Glücklicherweise war manchmal danach schon jemand im Büro und ich konnte mich nach der Messe einfach dort noch einmal hinlegen und schlafen. Als wir mit den Fiddlers in der Messe gespielt haben, haben wir alle zusammen im Büro übernachtet.

An Weihnachten selbst war dann gar nicht so viel los. Nach der Messe an Heiligabend habe ich mit meiner Gastfamilie Abend gegessen und wir saßen noch gemütlich zusammen. Dann haben sich alle irgendwie für eine Stunde hingelegt, um dann um Mitternacht wieder aufzustehen, sich frohe Weihnachten zu wünschen und zu essen. Wie an Geburtstagen gab es Pansit (Spaghetti), die einem ein langes Leben schenken sollen. Außerdem gab es Feuerwerk. Am ersten Weihnachtstag war ich dann noch mit meiner Gastfamilie essen.

Nach Weihnachten hatten wir erstmal frei und wurden von Father Arvin und ein paar philippinischen Freiwilligen eingeladen mit nach Bohol (eine Nachbarinsel) zu kommen. Das war ein sehr schöner Ausflug, auch wenn wir nur 2 Tage dort waren. Wir haben in einem Haus im Wald geschlafen und als es dunkel war, konnte man unglaublich viele Sterne sehen. Mir hat auch die Atmosphäre gut gefallen: alles war ruhig und auch die Stadt war nur klein. Es war auf jeden Fall mal eine gute Abwechslung zur Großstadt. Wir haben einige der "Sehenswürdigkeiten" besucht. Nummer eins sind die Chocolate Hills, zu dieser Jahreszeit leider nur grün und nicht braun, woher sie ihren Namen haben. Mittag gegessen haben wir bei einer Bootsfahrt auf dem Loboc River. Außerdem waren wir auf einer sehr langen Hängebrücke und der Strand durfte natürlich auch nicht fehlen.

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Jetzt starte ich erst einmal sehr motiviert damit drei Scholars Cellounterricht zu geben und dann freue ich mich schon auf Sinulog, das Zwischenseminar und Besuch. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht!


Picknick auf dem Friedhof, Geburtstag auf philippinisch und Natur

Jetzt ist schon wieder einige Zeit vergangen und es ist einiges passiert.

Als mir das erste Mal erzählt wurde, dass wir um 4 Uhr morgens zu Tita Reggie (die Leiterin des Projekts) gehen, um ihren Geburtstag zu feiern, war ich der festen Überzeugung auf den Arm genommen zu werden, damit ich unnötigerweise früh aufstehe. Als es mir dann von jemand anderen noch einmal erzählt wurde habe ich es doch geglaubt. Da die Santa Cecilia Fiddlers (eine Musikgruppe des Scholarprogramms, in der ich Klavier spiele) auf dem Geburtstag Musik machen wollten, habe ich ausgemacht, dass zwei von ihnen morgens um 3 Uhr bei mir vorbeikommen und wir zusammen dort hin gehen. Also hieß es um 2.30 Uhr aufstehen. Ab 3 Uhr habe ich dann auf die beiden gewartet ... eine dreiviertel Stunde lang (da war ja was: Filipino-time). Zusammen sind wir dann zum Haus von Tita Reggie gelaufen. Dort waren eine ganze Menge Leute und haben unter anderem gesungen und die Fiddlers haben gespielt. Außerdem gab es viel Essen, was auch gut war, da ich noch nichts gesgessen hatte. Das ganze nennt sich Mañanita und soll eigentlich eine Überraschung für das Geburtstagskind sein (war es in diesem Fall allerdings nicht). Normalerweise wird das Essen auch von den Gästen mitgebracht, doch Tita Reggie hat es selber organisiert. Glücklicherweise konnte ich vor der Arbeit noch nach Hause gehen und ein bisschen Schlaf nachholen.

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Da vom 31.10. bis zum 1.11. ein Treffen der Freiwilligen der Freiwilligenorganisation von Don Bosco war, habe ich Allerheiligen nicht besonders gefeiert. Dafür habe ich an Allerseelen die Familie meiner Gastmutter zum Friefhof begleitet. Es gibt hier öffentliche und private Friedhöfe. Zuerst waren wir kurz auf einem öffentlichen, dort waren viele Menschen (wobei es an Allerheiligen wohl noch voller war und man sich an den anderen vorbeischieben musste). Was unter anderem daran lag, dass sehr viele Menschen auf engem Raum bestattet waren, denn die Gebeine der Toten waren in Grabnischen mit vier Reihen übereinander bestattet. Vor und auch auf dem Friedhof gab es viele kleine Stände, an denen Blumen und Kerzen verkauft wurden. An ein paar Ständen wurde sogar Essen verkauft. Danach sind wir zu einem privatem Friedhof gefahren, auf dem der Bruder meiner Gastmutter beerdigt ist. Dort war der Platz zwischen den Gräbern relativ groß und es war nicht so voll. Über vielen Gräbern standen Pavillions, denn viele Familien (so wie meine) verbringen den ganzen Tag an den Gräbern und essen auch dort. Es gab auch Zelte, in denen manche Familien sogar übernachtet haben. Also haben wir bis nachmittags gegessen und geredet. Es hat mich eher an ein Familien-Picknick als an Allerheiligen erinnert.

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Ich hatte endlich die Möglichkeit auf einen der Berge zu wandern, deren Anblick für mich schon die ganze Zeit verlockend war. Mit ein paar Leuten aus dem Deutschunterricht und deren Wandergruppe haben wir uns auf den Weg zu einem nahe gelegenen Berg gemacht. Die Natur war wunderschön und wir hatten viel Spaß, es war nur sehr warm (30 Grad). Dafür wurden wir auf dem Gipfel mit einer guten Aussicht, Mittagessen und kalten Getränken belohnt. Auf dem Weg sind wir an einigen alleinstehenden Häusern mit Hühnern und Schweinen vorbeigekommen, zu denen keine Straße führte, sondern die lediglich per Fuß oder teilweise per Motorrad zu erreichen sind.

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Ich hoffe noch öfter wandern gehen zu können und freue mich auf den Dezember, denn da ist hier (das sagen zumindest alle) ziemlich viel los.


mein/kein Alltag

So, jetzt arbeite ich schon länger hier im Projekt und so langsam hat sich alles eingespielt, deshalb möchte ich euch jetzt mal erzählen, was ich genau mache:

Das Projekt besteht aus sehr vielen verschiedenen Bereichen, deren Hauptziel es ist Kindern aus ärmeren Familien eine gute Schulbildung und damit eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

Zunächst einmal gibt es das sogenannte "Feeding", in das Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, vormittags mit ihren Eltern kommen können und dort essen bekommen. Davor wird auch noch getanzt, gesungen und gespielt, um es den Kindern zu ermöglichen Kind zu sein, aber auch damit die Eltern Zeit mit ihren Kindern verbringen und ihre Beziehung dadurch gestärkt wird. Das Feeding finanziert sich hauptsächlich daraus, dass sie Mittagessen für die Don-Bosco-Schule kochen und Catering für Veranstaltungen auf dem Gelände der Gemeinde anbieten. Ich arbeite dort montags und donnerstags und helfe zuerst in der Küche und fahre dann mit die Kinder mit einem Jeep abholen. Ich singe und tanze mit ihnen, dann wird zusammen gespielt und später helfe ich ihnen beim Basteln oder Schreiben üben.

Dann gibt es noch die Playgroup, die Kinder dort sind 4 Jahre alt. Hier werden schon die Zahlen, schreiben und Englisch gelernt, aber auch gespielt und die motorischen Fähigkeiten gestärkt. Die Playgroup findet immer von 9 Uhr bis 11 Uhr statt und ich gehe dort dienstags und freitags hin. Ich helfe den Kindern vor allem während der Arbeitsphasen.

die Playgroup-Kinder mit ihren Müttern beim Malen (normalerweise sind die Mütter nicht mit dabei)

Nachmittags besteht meine Hauptaufgabe im Moment noch darin Cebuano zu lernen, aber die "Scholars", also die Kinder, die zur Schule gehen, können nachmittags ins Projekt kommen und ihre Hausaufgaben machen und dabei von uns unterstützt werden. Oder ich erledige Büroaufgaben, wie zum Beispiel Briefe der Kinder an ihre Sponsoren in Deutschland übersetzen oder die Daten der Scholars aktualisieren.

Samstags können die Kinder auch ins Projekt kommen und hier spielen. Außerdem gibt es manchmal "formation", bei denen zum Beispiel verschiedene Werte vermittelt werden. Viel wird hier auch von älteren Scholars organisiert und durchgeführt.

Außerdem geben Clara und ich Scholars im Grundschulalter jetzt samstags Musikunterricht, in dem wir den Kindern ein bisschen Blockflöte und Melodion spielen beibringen. Ich habe die Kinder mit dem Melodion übernommen. Auch wenn die Verständigung noch ein bisschen schwierig ist (die Kinder sprechen nur ein bisschen Englisch), macht es sehr viel Spaß. Vielleicht können wir ja zu Weihnachten schon ein kleines Vorspiel veranstalten.

Von ehrenamtlichen Jugendlichen wird hier auch noch montags und freitags ein "Feeding" für Obdachlose durchgeführt. Dabei fahren wir in verschiedene Bereiche der Stadt und verteilen Reis und Lugaw (eine Art Porridge aus Reis).

Wir mit anderen Freiwilligen im Jeep

Außerdem sind wir mittwochs im "Mutter-Theresa-Haus für unterernährte und kranke Kinder". Das Haus liegt in einem der ärmeren Viertel hier und dort leben Kinder zwischen 1 und 7 Jahren, die von Sozialarbeitern oder der Familie selbst dort hingebracht wurden, weil sie unterernährt sind. Sie leben dort für einen begrenzten Zeitraum und werden in dieser Zeit vor allem mit ausreichend Essen und Medikamenten versorgt und ihnen steht Spielzeug zur Verfügung. Unsere Aufgabe besteht vor allem darin mit den Kindern zu spielen und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Mittags helfen wir beim Waschen mit, was (wie meistens hier) mit der Hand erledigt wird. Das ist schon deutlich mehr Aufwand als es einfach mit der Waschmaschine zu tun und mir tun danach meistens die Hände ein bisschen weh.

Letzten Freitag (27.09.) war hier dann noch ein besonderes Event: Im Jahr 2021 feiern die Philippinen 500 Jahre Christentum auf den Philippinen. In Vorbereitung darauf reist die Santo Niño Statue, die damals an eine philippinische Königin übergeben wurde, von einer Kirche zur nächsten. Am Freitag ist sie für einen Tag in "Our Lady of Lourdes" gekommen. Dafür haben wir mit der Tanzgruppe der Scholars einen Tanz vorbereitet, der normalerweise auf dem Sinulog-Festival getanzt wird. Das Sinulog-Festival findet jährlich im Januar zur Verehrung von Santo Niño statt. Wir haben traditionelle philippinische Kleider getragen und sind dann vor Santo Niño her die Straße bis zur Kirche getanzt. Da die Kleider lang waren und wir in der Sonne getanzt haben, war es leider sehr warm, aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Der Gottesdienst war auch ein bisschen anders, als ich es aus Deutschland gewöhnt bin: die Gemeinde hat auf Aufforderung laut und enthusiastisch "Viva Señor Santo Niño" gerufen und zum Refrain des Liedes über Santo Niño wurde mit den Armen gewunken. Am Ende haben wir noch einmal unseren Tanz aufgeführt.

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Musik und Stille

Erstmal: "Merry Christmas", hier hat Anfang September die Weihnachtszeit begonnen (die Regel ist Monate, die auf -ber enden), das heißt einem wird ab und zu schonmal frohe Weihnachten gewünscht. Es hält sich zwar noch in Grenzen, aber die erste Weihnachtsdekoration und Weihnachtslieder kann man schon hören und sehen, in den nächsten Tagen soll auch das Büro im Projekt weihnachtlich geschmückt werden. Es ist schon ziemlich witzig bei über 30 Grad "Jingle Bells" zu hören. Und jetzt zu den Dingen, die ich in letzter Zeit erlebt habe:

Wie geplant habe ich an der Probe vom Praistring-Orchester teilgenommen und ich habe es sehr genossen Cello spielen zu können. Außerdem ist es mit den Leuten vom Orchester immer witzig und ich hatte schon einige abenteuerliche Fahrten, denn es ist hier kein Problem mit einem Kontrabass, 3 Celli, vielen Geigen und 15 Leuten in einem Jeep zu fahren, zum Glück hat die Fahrt nur eine halbe Stunde gedauert, denn es wurde dann doch irgendwann trotz Klimaanalge ziemlich warm und stickig.

Der Jeep (am Ende waren es noch drei Personen und ein Cello mehr)

Nach nur drei Proben habe ich dann auch direkt an zwei Konzerten teilgenommen, die am selben Wochenende stattfanden. Das erste Konzert war am Samstag (31.08.) hier im Projekt und eine Kooperation mit einem japanischen Orchester. Der Eintritt war frei und es waren viele Kinder aus dem Projekt da. Während des Konzerts wurde dann auch ein bisschen Instrumentenkunde eingebaut.

das Plakat für das Konzert

Am Sonntag haben wir dann den ganzen Tag in Lapu-Lapu auf der benachbarten Insel verbracht. Dort haben wir zusammen mit 300 Musikern gespielt, was eine ziemlich coole Erfahrung war, vor allem weil die (sehr vielen) Zuschauer bei den Liedern "Let it go" und "I love Cebu" begeistert mitgeklatscht, -gesungen und -getanzt haben. Außerdem hatten die verschiedenen Orchester noch Solobeiträge. Witzig war, dass wir "Eine kleine Nachtmusik" (bei den meisten hier hört es sich mehr nach "Eine kleine Nacktmusik" an) gespielt haben.

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Am Wochenende vom 7. bis zum 9.9. (am 9. war hier schon wieder ein Feiertag, der dritte innerhalb von einem Monat) habe ich an einem "Life's Direction Retreat" teilgenommen. Das hat in einem Don Bosco Haus, in dem es ein Priesterseminar gibt, in Cebu City stattgefunden. Das Gelände war aber ziemlich groß und es gab war endlich mal wieder grün, was ich sehr genossen habe, weil es dort wo ich wohne nicht so viele Pflanzen gibt. Zwischen den Einheiten haben wir nicht gesprochen, was mir auch mal ganz gut getan hat, weil ich ansonsten den ganzen Tag von Menschen umgeben bin.

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Außerdem hatte ich die Möglichkeit mit dem Feeding bei einer Hochzeit zu catern (das Feeding finanziert sich größtenteils aus den Einnahmen vom Catering). Das war sehr interessant, weil es einige Dinge gab, die anders sind als bei deutschen Hochzeiten: zum Beispiel gab es 10 Sponsoren, die die Hochzeit bezahlt haben und deshalb vor der Braut und dem Bräutigam mit in den Saal eingezogen sind. Nach dem Eröffnungstanz konnten die Gäste Geld an der Kleidung der Braut oder des Bräutigams befestigen, um mit ihnen tanzen zu dürfen. Etwas irritierend war für mich, dass der Schweinekopf vom Lechon (=Spanferkel, bei Feiern ein sehr beliebtes Gericht hier) beim Essen ausgeben am Buffet, direkt vor mir stand. (Leider gibt es keine Fotos, weil ich mein Handy vergessen habe)


3 Wochen, 3 Wohnorte - eine erlebnisreiche Zeit auf den Philippinen

Hallo zusammen!

Hier auf den Philippinen geht jetzt für mich die Eingewöhnungszeit zu ende. Ich bin mit Clara zusammen im „Our Lady of Lourdes Parish“ in Cebu City. Ich hoffe, dass sich unsere Blogeinträge nicht zu sehr doppeln, falls ihr beide lest. Eigentlich ist es ja nicht so vorgesehen, dass zwei Freiwillige in einem Projekt sind. Daher wohnen wir in unterschiedlichen Familien und werden auch in Zukunft getrennt arbeiten, aber bis jetzt genieße ich es noch mich mit jemanden austauschen zu können, der gerade genau das gleiche erlebt wie ich.

Hier wurde für uns ein Programm vorbereitet, um uns besser in die Kultur der Philippinen einzuführen. Zunächst haben wir ein paar Tage in einem Gästezimmer im Projekt gewohnt und mit unserer Mentorin Taichi, Marga und Father Arvin über verschiedene Dinge gesprochen, die wichtig für unser Jahr sind. Da das Projekt und die Gemeinde Teil von Don Bosco sind, haben wir uns auch die verschiedenen anderen Don Bosco-Häuser hier angeguckt (unter anderem eine Schule, ein Jugenheim und ein Heim für jugendliche Straftäter, die dort lernen wieder ein Teil der Gesellschaft zu werden und das Ziel ist es (sehr erfolgreich) zu verhindern, dass sie wieder straffällig werden). Außerdem haben wir eine Tour durch die Stadt gemacht und viel philippinisches Essen probiert.

Halo-halo, eine typische Nachspeise bestehend aus Eis, Cornflakes, Wackelpudding und Mango

Außerdem gehörte dazu, dass wir 3 Tage in einer anderen Gastfamilie gewohnt haben. Der Grund dafür ist, dass diese Gastfamilie mehr wie eine „durchschnittliche“ philippinische Familie lebt. Meine Gastfamilie wohnte in Cebu City und in dem Haus haben meine Gasteltern, zwei meiner drei Gastschwestern und mein Gastbruder gewohnt. Meine Gastgeschwister haben alle schon fertig studiert und arbeiten, aber hier bleiben viele erwachsene Kinder bei ihren Eltern wohnen. Meine älteste Gastschwester hat in einer staatlichen High School gearbeitet und ich durfte sie zur Arbeit begleiten. Da die Kinder an den Tagen ein Sportfest hatten, konnte ich zwar den Schulalltag nicht miterleben, aber viele sehr gute Tänze sehen. In dem Viertel, in dem ich gewohnt habe, wurde das Wasser rationiert, das heißt es gab nur an ein paar Stunden am Tag fließendes Wasser. Da das vor allem nachts war, musste immer jemand nachts aufstehen und das Wasser in Behälter füllen, damit tagsüber Wasser zum Duschen und für die Toilette da war. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung mal kein fließendes Wasser zu haben, weil einem dadurch viel bewusster wird, was für einen Luxus wir in Deutschland haben, dass das Wasser aus dem Wasserhahn sogar trinkbar ist. Für mich war es auch zunächst ungewöhnlich, dass zwischendurch immer Leute da waren, die nicht zur Familie gehörten. Sie sind zum Essen oder einfach nur so vorbeigekommen. Da die Tür nie abgeschlossen wurde konnten sie einfach reinkommen, ohne sich vorher anzukündigen. Dadurch habe ich gemerkt, dass dafür eine andere Einstellung zu Privatsphäre nötig ist als die meisten Menschen sie in Deutschland haben. Ich fand es aber schön, da ich dadurch immer wieder neue Leute zum Unterhalten hatte.

ich mit meinen Gasteltern und einer Gastschwester

Die Scholars vom Sponsorshipprogramm haben für uns eine Willkommensparty vorbereitet, bei der sie unter anderem traditionelle philippinische Tänze aufgeführt haben.

die Scholars beim Tanzen

In dieser Woche haben wir die Möglichkeit in die verschiedenen Bereiche des Projekts, das sehr vielfältig ist, hineinzuschnuppern. Dann können wir entscheiden in welchen Bereichen wir am liebsten arbeiten möchten. Außerdem hatten wir unsere erste Cebuanostunde. Für die Leute hier ist es wichtig, dass wir schnell Cebuano lernen, damit wir uns vor allem besser mit den Kindern unterhalten können. Denn eigentlich sprechen so gut wie alle Erwachsenen ziemlich gut Englisch, die Kinder aber teilweise noch nicht. Aber auch neben dem Unterricht versuchen immer wieder alle möglichen Leute uns verschiedenste Worte auf Cebuano beizubringen.

Im Jugendzentrum werden hier auch verschiedene Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen angeboten: zum Beispiel Tanzen, an dem ich schon teilnehmen durfte. Da es hier so schon sehr warm ist, schwitzt man sehr viel, aber das hält niemanden davon ab mit sehr viel Elan dabei zu sein. Da ich noch nie richtig getanzt habe fällt es mir noch schwer mir die ganzen Schritte zu merken und dann so schnell nachzumachen, wie das Lied ist. Trotzdem macht es ziemlich viel Spaß. Außerdem gibt es noch einen Chor und ein Orchester und ich freue mich schon sehr darauf wieder Cello spielen zu können :D.

Ich habe also schon eine erlebnisreiche Zeit hinter mir und freue mich jetzt darauf endlich richtig damit anfangen zu können zu arbeiten.