Tausende Menschen- Ein Rhythmus

Das neue Jahr startete mit ziemlich vielen besonderen Ereignissen im Januar und Februar. Nach einem Ausflug mit den Feedingvolunteers zum Strand und einer traditionellen Hochzeit des Bruders meiner Freundin rückte der Sinulog immer näher.

Man hörte die lauten Trommeln, überall gab es T-Shirts und anderen Schmuck zu kaufen, so wie andere Dekorationen und kleine Santo Nino-Figuren.

Die Santo Nino ist eine Darstellung des Jesukindes, die der portugiesische Entdecker Ferdinand Magellan, im Auftrag des spanischen Königs, zusammen mit einem Kreuz und einem Bild der Mutter Gottes, dem Herrscherehepaar von Cebu zur Taufe schenkte. Bei einem Kampf der Spanier mit einer kleinen Nebeninsel starb Magellan und die Spanier kamen erst ein paar Jahre später für eine gewollte Kolonisierung zurück auf die Phiippinen, die aber leider wieder im Gefecht endete. In den Trümmern auf Cebu wurde die Santo Nino unversehrt aufgefunden, was als großes Wunder angesehen wurde. Heute glauben die Menschen immer noch an besondere Kräfte der Figur und ehren die „Santo Nino de Cebu“ jedes Jahr am dritten Sonntag des Januars mit Gebet und Tanz: der Singlog.

Heute gibt es die unterschiedlichsten Events während des Sinulogs und ich habe versucht, an so vielen wie möglich teilzunehmen. Nachdem schon ziemlich viele Menschen neun Tage vorher bei Sonnenaufgang an den Novena Messen an der Santo Nino Kathedrale teilgenommen haben, ich an einer (ups)… startete das Feiern am Samstag, den 19. Januar dann richtig.

Ich musste bereits um ein Uhr morgens das Haus verlassen, um mit einer Freundin nach Pasil, einem kleinen Ort am Wasser, zu fahren, um dort an der Fluvial teilzunehmen. Organisiert von einem Pater in Pasil Don Bosco durfte ich zusammen mit SALVO  (SalesianLayVolunteers) die Fluvial Prozession vom Boot aus erleben. Zwar hatten wir leider keine Trommeln und auch nicht so viele Dekorationen auf unserem Boot, trotzdem war es wunderschön morgens bei Sonnenaufgang zusammen mit den vielen vielen anderen Booten und dem Sound des Sinulogs aufs Wasser zu fahren und mit der Santo Nino in den Händen gemeinsam zu tanzen.
Da ziemlich viele Boote unterwegs waren, standen wir eher im Stau, als dass wir wirklich Fahrtwind genießen durften. Trotzdem war es uns möglich das große Schiff, dass die Original Santo Nino Figur von einer Nebeninsel zurück nach Cebu brachte, zu entdecken und zum Ende diesem sogar hinterher zu fahren.

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Nachdem wir wieder sicheren festen Boden unter unseren Füßen hatten, wurde ich direkt mit Farbpulver beworfen und war bereits in Feierstimmung und bereit für das Wochenende.
Zusammen frühstückten wir, mit Trommeln und Gesängen im Hintergrund, bei einer Freundin und ruhten uns ein bisschen aus bevor es wieder in die Innenstadt für die große Prozession gingen sollte.
Bei glühender Hitze folgten wir dann betend und singend der Santo Nino und tausend anderen Menschen durch die Stadt. Das ganze sollte von Beginn bis Ende um die vier Stunden dauern, was wir auch fast durchgezogen hätten, wär der Hunger, die Hitze und auch der Schmerz in den Füßen nicht so groß gewesen.

Nachdem ich meinen Schlafmangel zu Hause ein wenig ausgleichen konnte, ging es am Sonntag direkt mit dem Streetdancing weiter.

Neben den traditionellen Tänzen und der Parade stieß ich mit zwei Freundinnen auch noch auf viele andere kleine Straßenparties und ging abends noch halb tanzend und mit ziemlich viel Farbe im Gesicht nach Hause.

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Nach einer kurzen Woche Alltag ging es für mich und den anderen deutschen Freiwilligen aus Cebu für unser Zwischenseminar nach Negros. Aufgrund ziemlich großer Wellen wollte uns erst keine Fähre mitnehmen, wir haben es trotzdem irgendwie geschafft noch am gleichen Tag in unserem Resort anzukommen und die anderen Freiwilligen kennen zu lernen.
Die ganze Woche war wegen der idyllischen Umgebung und des Ausflugs, den uns der Bürgermeister des Ortes netterweise organisierte eher Urlaub als Seminar, was mich niiiicht gestört hat…Dennoch hatte ich die Möglichkeit, mich mit den anderen Freiwilligen über kulturelle Dinge und Probleme auszutauschen, was ich nach Monaten in einer philippinischen Umgebung lebend, ohne einen Hauch Deutschland, sehr genossen habe. Gleichzeitig konnte ich noch ziemlich viel über die politische Situation auf den Philippinen erfahren, was ich ziemlich interessant fand und somit gefährlicher Weise meine Gesprächsthemen mit Filipinos nun immer öfter in diese Richtung gehen. Diese Gespräche sind glücklicherweise dennoch immer gut geendet.

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Als nun auch das Zwischenseminar vorbei war, und ich mich von all den unglaublich lieben Menschen verabschieden musste, ging es in meiner Gemeinde direkt groß weiter.
Der Feiertag der Lady of Lourdes, und somit eine Art Gemeindefest, rückte immer näher und so wurde schon eine Woche vorher mit den unterschiedlichsten Aktivitäten angefangen, zu feiern. Jeden Abend hatten die Gemeindemitglieder, und ich natürlich auch, die Möglichkeit, an den verschiedensten Dingen wie Bingo, einem Bazar oder Spielen teilzunehmen oder von einem Basketballtunier, einer Talentshow, einem Konzert oder der Schoolnight unterhalten zu werden.
Am Festtag selbst, kamen Menschen aus ganz Cebu, um eine Messe in unserer Kirche mit unterschiedlichen Priestern und Bischöfen zu feiern. Zudem wurden diese von der Gemeinde auch noch zum Essen eingeladen, sodass ich den ganzen Tag, ziemlich gestresst, beim Catering mitgeholfen habe. Abends konnte ich jedoch entspannt mit anderen Gemeindemitgliedern und der Jugend die „Parishnight“ mit Essen, Gesang und Spielen genießen.


Nach dem Valentinstag konnte ich nach den ganzen besonderen Ereignissen eine kurze Pause einlegen. Doch kann ich schon das Näherkommen des Osterfests spüren. Die Kinder werden auf die Fastenzeit vorbereitet und es wird schon fleißig für das Theaterstück der Passion und Auferstehung Christi geprobt. Mehr davon nächstes Mal…