Eduquer, Former, Accompagner- Stärken, Bilden, Begleiten

Der September ist verstrichen und wir befinden uns bereits Mitte Oktober. So langsam habe ich mich gut eingelebt und meine Aufgaben im Projekt haben sich etwas verfestigt.

Da ich manchmal das Gefühl habe, dass Vielen, denen ich von meinem Projekt erzähle, eine genauere Vorstellung von meiner beninischen Organisation fehlt, möchte ich jene in diesem Blogeintrag ausführlicher erklären und vorstellen. Dabei muss ich zugeben, dass ich auch einige Zeit gebraucht habe, um einigermaßen einen Überblick über die Aufgabenfelder von ONG ESI Benin zu bekommen.

Die Nichtregierungsorganisation (Organisation Non Gouvermental = ONG) wurde 2010 durch beninische Wohltäter und Freunde des deutschen Vereins pro Dogbo e.V. gegründet. Die Abkürzung ESI steht für Education Service International (dt.= internationaler Bildungsservice). Eine zentrale Rolle bei der Gründung und im Service selbst spielt Klaus van Briel. Er ist der Gründer von pro Dogbo, arbeitete für einige Jahre in Dogbo und lebt und arbeitet jetzt in Cotonou. Da er hier wirklich viel bewirkt hat und somit sehr bekannt ist, wird hier oft pro Dogbo mit ESI verbunden bzw. gleichgesetzt. Somit sagen viele zu ESI auch pro Dogbo. Beide Vereine tragen auch das selbe Motto: Eduquer- Former- Accompagner Stärken- Bilden- Begleiten.

Das Logo meiner Partnerorganisation

 

Die Aufgabenbereiche ESIs sind extrem vielfältig und ich bin mir sicher, dass ich selbst noch nicht alle erfasst habe. Auf dem Gelände der ONG können junge Männer und Frauen eine Ausbildung in einer Bäckerei/ Patisserie, Autowerkstatt oder Mechanik- und Schweißabteilung absolvieren. Außerdem befinden sich dort auch eine Bibliothek, ein öffentlich zugängliches Internetcafé, zwei Gästehäuser und das maison des garçons (Haus der Jungen). In besagtem Haus leben von ESI geförderte männliche Azubis und Schüler, welche meist aufgrund komplexer familiären Verhältnissen diese Hilfe in Anspruch nehmen können. Es gibt ebenfalls ein Wohnhaus für Mädchen, welches aber nicht auf dem gleichen Gelände liegt, sondern ca. 15 Minuten Fußmarsch entfernt ist. Ich selbst wohne direkt neben dem maison des filles und somit gehört es zu einer meiner Aufgaben, ein Auge auf die Mädchen zu behalten. Derzeit wohnen dort nur zwei Jugendliche, mit denen ich ab und zu auf den Markt, in die Kirche und zum Essen gehe. Durch die beiden lerne ich viel über den Alltag und die beninische Küche, welche ich auch so langsam versuche nach zu kochen- das gelingt mir aber natürlich nicht so gut wie den Mädels 😉

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(Da das mit der Beschriftung der Bilder nicht geklappt hat, hier eine kurze Erklärung: das erste Bild zeigt die Mechanikabteilung, darauf folgt das Bürogebäude und schließlich das Jungenwohnheim.)

Neben der direkten Förderung der Kinder und Jugendlichen, unterstützt ESI zusammen mit der deutschen Organisation weitblick die Errichtung und Ausstattung von Schulgebäuden. Ich hoffe, dass ich in die Arbeit mit den Schulen später noch einen genaueren Einblick bekommen kann. Jene stehen nämlich in den verschiedensten um Dogbo-Tota gelegenen Dörfern. Die meiste Zeit verbringe ich derzeit im Büro und arbeite an der Website des Projektes. Da diese von einem externen Unternehmen erstellt wurde, fuhr ich im September für einen Tag nach Cotonou und traf mich mit dem Entwickler. Dieser erklärte mir dann, wie und was ich alles an der Seite ändern kann.

Des Weitern mache ich Fotos bei Veranstaltungen und Meetings. Eine der Tätigkeiten, die mir mit am meisten Spaß macht, ist der Deutschkurs, den ich einmal pro Woche an das Personal gebe. Dadurch ist mir erst einmal bewusst geworden, wie kompliziert die deutsche Sprache sein kann. Bspw. war es für einen Teilnehmer schwierig zu verstehen, dass wir einen dritten neutralen bestimmten Artikel haben, denn im Französischen gibt es nur le und la (der und die). Der Kurs gibt mir außerdem noch die Chance mein Französisch zu verbessern. Zwar klappt die Verständigung trotz anfänglicher Schwierigkeiten und Unsicherheiten meinerseits inzwischen gut, doch mein Französisch bedarf auf jeden Fall noch einiges an Verbesserung.

 

Während des Deutschkurses

Wie ich schon in meinem letzten Blogeintrag berichtet habe, bin ich sehr gut mit der amerikanischen Freiwilligen Carly befreundet. Dadurch hat sich ergeben, dass wir zum Internationalen Tag der ländlichen Frau (La journée international de la femme rurale), welcher am 15.10. ist, ein Event veranstaltet haben. Es war ein sehr schöner Tag, von welchem ich in einem extra Blogeintrag noch berichten werde.

Ich hoffe ich konnte einen guten Überblick über mein Projekt und meine Arbeit, welche während meines Freiwilligendienstes wahrscheinlich noch variieren wird, geben. Über Fragen freue ich mich und beantworte diese gerne.

Abschließend kann ich nur sagen, dass es mir hier immer noch sehr gut geht und ich mich hier gut aufgehoben fühle.

Liebe Grüße aus Bénin

Eure Hannah =)