Und da waren es nur noch vier

Was haben wir mittlerweile gelernt? 

Genau! Fotos sind für die Ugander ganz wichtig. Und damit die Fotos perfekt werden, darf das dazu passende Outfit und Make- up natürlich nicht fehlen. Unsere Freundin, Carol, erzählte uns vor einigen Monaten, dass ihre Graduation in Kabale bald stattfindet und sie uns gerne dazu einladen möchte. Wir haben uns natürlich wie Bolle über diese Einladung gefreut. Achtung! Ein Tipp für jeden der nach Uganda kommt. Schicke Kleider und High Heels sind quasi ein Muss für die Packliste. Denn bei Introduction, Hochzeiten oder Abschlüssen wird sich schick angezogen. Deswegen mussten wir (Klara, Carol und ich) auch erstmal nach Kampala um uns geeignete Kleider und Schuhe zu besorgen. Tagesausflüge nach Kampala hatten wir durchaus schon gemacht, jedoch auch nur in bestimmten Gegenden. Ich glaube es war nicht nur für uns sondern auch für Carol nochmal eine andere Erfahrung als Weiße und als Begleitung von Weißen mitten im Zentrum von Kampala zu spazieren. Ich persönlich hatte ehr gedacht, dass die Menschen viel mehr an weiße gewöhnt sind, jedoch wurde ich eines besseren belehrt. Wir hatten trotzdem unseren Spaß und konnten teilweise auch nur lachen, wie kreativ und auf welche Ideen die Leute so kommen. Insgesamt war der Tag jedoch sehr erfolgreich und wir hatten alle etwas zum Anziehen gefunden. Aufgrund dem ständigen Laufen taten einem die Beine etwas weh. Deswegen entschieden wir uns erstmal zur Unterkunft zu fahren und uns etwas frisch für den Abend zu machen. Abends ging es nämlich dann mit zwei Freunden von Carol, die auch ein Auto besitzen, in eine Bar um ein bisschen das Kampala Nachtleben zu erfahren. Jedoch waren wir ganz schön geschafft vom Tag und fuhren früh wieder in die Unterkunft zurück. Am Sonntag Nachmittag ging es dann aber auch wieder zurück nach Mityana. Obwohl ich aus einer Großstadt komme ist Kampala nochmal eine andere Erfahrung und man freut sich dann doch auf sein dorfartiges Mityana.

Am 25. Februar ging dann auch unsere Reise nach Kabale los. Kabale liegt ganz im Westen und ist daher nur über eine ganz lange Fahrt zu erreichen. Somit hatten wir unsere erste Reisebus Erfahrung. Für längere Strecken wie in unserem Fall oder auch für Strecken wie z.B. bis nach Masaka, werden große Reisebusse benutzt. Diese fahren nämlich im Gegensatz zu den Minibussen durch und machen nicht so viele Stopps. Zuerst hatten wir noch eine recht entspannte Fahrt von Mityana nach Kampala. Wir wurden netterweise von Carol’s Freunden, die wir davor das Wochenende kennengelernt hatten, mitgenommen, die selber auch aus Mityana kommen und ab und zu dort noch geschäftlich hin müssen. Auf der Fahrt konnte ich dann erstmal wieder mein gutes Fußballwissen auspacken, auf das ich jedes Mal selber überrascht bin. Denn Klara und ich saßen mit drei weiteren Jungs in einem Auto und da Fußball hier sehr sehr beliebt ist, kann man mit dem Thema immer einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Angekommen in Kampala warteten wir erstmal auf Carol, mit einem Fußballspiel. 

Als wir drei dann alle zusammen waren konnte die richtige Reise beginnen. Wir machten uns auf den Weg zum Bus Parkplatz und waren zum Glück sehr früh dran und konnten uns gute, hintere Plätze suchen. Die Fahrt ging ungefähr 8 Stunden und wir kamen Montag Morgen im kalten Kabale an. In Mityana warnten uns schon alle vor, dass es in dieser Region sehr kalt ist aufgrund der Höhenlage. Wir fanden es immer sehr süß, wie sie sich um uns sorgten, jedoch kennen wir das kalte Deutschland, wodurch die Temperatur uns eher weniger etwas ausgemacht hat. Man muss trotzdem sagen, dass man die Kälte vergleichsweise zu Mityana anders wahrgenommen hat und wir auch längere Kleidung anziehen mussten. Wir blieben insgesamt fünf  Tage in Kabale, von Montag bis Freitag. Die Graduation war am Mittwoch und somit verbrachten wir die andern Tage erstmal damit die Stadt zu erkunden. Ich probierte auch das erste mal Kuhhufe. Hört sich verrückt an. Ist es auch! Mein Fazit, es war sehr interessant mal zu essen und richtig schlecht hat es nicht geschmeckt, ich muss es nur nicht unbedingt nochmal essen.

 Am Mittwoch war dann die Graduation, wofür Carol‘s Vater auch extra kam. Viel zu tun hatten wir an dem Tag nicht. Wir saßen still und heimlich in der letzten Reihe und verfolgten die Graduation aufmerksam. Warum still und heimlich? Mittlerweile wissen wir, dass wir beiden jungen weißen Mädchen sehr auffallen sind und somit gerne auf uns aufmerksam gemacht wird. Bei Anlässen wie diesen verzichten wir aber umso mehr auf diese Aufmerksamkeit und versuchen so gering wie möglich aufzufallen. Denn es war auch nicht irgendeine Graduation, es war die Graduation einer etwas besonderen Universität. Diese Universität ist im Normalfall, wenn man kein Stipendium erhält, sehr teuer. Die Abschlüsse die du an der Universität absolvieren kannst sind Krankenschwestern und Hebammen. Dadurch das die Schule sehr von dem Staat unterstützt wird, waren dementsprechend auch besondere Gäste eingeladen. Eigentlich war ein Minister von der Regierung eingeladen, jedoch konnte er nicht persönlich kommen und deswegen vertrat ihn ein weiterer Minister. Leider weiß ich und so gut wie kein anderer mehr welcher Minister es war und wie er hieß. Aber was wir wissen: Er ist eine wichtige Person. Das sollte doch reichen zu wissen, oder nicht? 😉
Es wurden viele, viele Reden gehalten und diese meist natürlich in der Landessprache Luganda. Inzwischen ist einem diese Sprache auch vertrauter und man kann sich schneller den Kontext der Gespräche bilden. Jedoch waren die Reden nochmal eine andere Steigerung für unsere Luganda Kenntnisse und somit ließ unsere Aufmerksamkeit im Laufe des Tages auch etwas nach und vielleicht konnte man es auch an unseren Gesichtern erkennen. Blöderweise war die Rede des Ministers ziemlich am Ende und so konnte er sich es nicht verkneifen, einen Witz über uns zu machen. An einem bestimmten Punkt witzelte er nur, dass wir ja wahrscheinlich nichts verstehen würden und einfach nur brav nicken würden, womit er natürlich ziemlich recht hatte. Gott sei Dank blieb es auch dabei und die anderen Reden wurden fortgesetzt.

Die Abschlussklassen

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Nach der Graduation hatten wir noch die Ehre, mit Carol‘s Verwandten Mittag bzw. Abend zu essen. Das Lustige, Carol kannte sie teilweise selber nicht und musste erstmal über sich erzählen. Jedoch folgte daraufhin eine Kolonne vieler weiteren Reden, der Familienmitgliedern. Sie stellten sich jeweils hin und drückten vor allem  ihre Dankbarkeit aus. Normalerweise versuchen wir sowas auch zu umgehen, jedoch waren Klara und ich der Meinung das nun der Zeitpunkt war, auch ein paar Worte zu sagen. Wir bedankten uns natürlich vorwiegend und fühlten uns danach gut. Es war wirklich ein sehr schönes Gefühl, an diesem Tisch zu sitzen. Man fühlte den Zusammenhalt der Familie, trotz dass man sich gar nicht so kannte. Wir verbrachten die nächsten Tage damit weiterhin die Stadt zu erkunden und machten ebenfalls eine Besichtigung zum Lake Bunyonyi. 

Dieser Monat war ein vollgepackter Monat. Denn Freitags kamen wir zurück und Samstag ging es direkt weiter mit dem Flug nach Malawi. Denn unser Zwischenseminar stand uns schon bevor, welches wir glücklicherweise in Malawi hatten und somit Clara, die Freiwillige aus Malawi, besuchen konnten.
Am Samstag Nachmittag ging es dann auch schon wieder los zum Flughafen. Davor mussten wir aber noch einen Zwischenstopp in Kampala einlegen, um Moritz (Freiwilliger in Masaka) abzuholen. Wir wurden von Clara, in Malawi, abgeholt und nach erholsamen drei Stunden Schlaf, ging es dann auch schon wieder mit dem Bus weiter für uns. Von Lilongwe nach Blantyre. Interessanter wurde es jedoch dann schon wieder, dem Taxifahrer zu erklären wo genau wir zum Seminar müssen, da dieses etwas abgelegener war. Trotzdem hatte es dann irgendwie funktioniert und wir waren angekommen.
Die ganze Seminarwoche zu beschreiben würde eindeutig zu lange brauchen. Deswegen habe ich beschlossen die wichtigsten Details hier zusammenzufassen. Wir hatten das Seminar mit insgesamt sechs anderen Freiwilligen, die jedoch alle in Malawi eingesetzt waren. Die Teamerinnen waren beide ehemalige Freiwillige und haben das Seminar sehr gut geleitet. Es war ziemlich viel Selbstreflexion und eigen Input. Was ich so mit dem eigen Input nicht erwartet hätte. Insgesamt war das Seminar aber eine sehr gute Auffrischung und eine gute Erfahrung. Am Samstag war dann der letzte Seminar Tag, den wir mit der Abreise verbracht haben. Jedoch sind alle Freiwillige noch in die gleiche Lodge nach Blantyre gefahren und somit hatten wir dort nochmal einen schönen letzten Abend. Die anderen sechs Freiwilligen mussten am nächsten morgen zurück an ihren Einsatzort und wir vier (Klara, Clara, Moritz und ich) sind noch etwa fünf Tage in Malawi rumgereist, bis wir am 17.03.2024 wieder zurück nach Uganda geflogen sind.

In Blantyre im Museum

 

Nach dem Zwischenseminar mussten wir alle erstmal wieder unseren Grad finden und zurück in Uganda ankommen. Jedoch ist einem dann auch aufgefallen, dass es ja bloß nur noch vier Monate sind bis zum Ende. Es ist erschreckend wie die Zeit verfliegt. Unfassbar zu glauben, dass man bald ein ganzes Jahr geschafft hat. Daran zu denken möchte man aber auch nicht wirklich, denn dafür genießt man die Zeit noch zu sehr um bald Goodbye zu sagen. Doch wir wollen es ja auch nicht so herunter reden, denn immerhin habe ich noch vier Monate. 

Deswegen sage ich jetzt erstmal wieder Goodbye zu euch!