Tusanyuse okulaba mu Uganda – Willkommen in Uganda

Wasiibye otya (Guten Mittag)

Dies sind die ersten Lugandischen Wörter die ich direkt bei meiner Ankunft in Uganda, Mityana gelernt habe. 

Doch beginnen wir doch lieber von Anfang an. Meine Reise begann gerade mal vor 2 Wochen am 5. September in Köln. Ich flog vom Kölner Flughafen nach Istanbul und von dort aus nach Entebbe. Ich wusste also, dass mir eine lange Reise bevorsteht. Im wahrsten Sinne des Wortes, eine Reise die damit begann sich von seiner Familie zu verabschieden. Denn so sehr man sich auf das Jahr und die Zeit die einem bevorsteht freut, um so schwerer ist es auch seine Heimat hinter sich zu lassen, wo man ebenfalls viele Erinnerungen mit verbindet. Mit Tränen gefüllten Augen begann ich also meinen Weg… das Gate zu suchen. Am Kölner Flughafen ist dies keine große Aufgabe, doch landet man an einem Flughafen, der einem völlig neu ist und eine gigantische Größe hat, ist es etwas schwieriger sich zurecht zu finden. Mit einem Fußweg von etwa 20 Minuten vom einem zum andern Gate fand ich mich jedoch trotzdem zurecht und hatte nun nur noch einen langen Flug vor mir. Dieser Flug hatte aber auch eine kleine Besonderheit, denn er flog nicht direkt nach Entebbe sondern machte einen „technischen Zwischenstopp“ in Kibali, was ich als erfahrene Reisende so auch noch nie erlebt hatte. Mit einem etwas längerem ungeplanten Aufenthalt in Kibali, weil sich herausstellte, dass jemand falsches an Board war und ich mir innerlich die Gedanken „das fängt ja gut an“ nicht verkneifen konnte, ging es aber schließlich weiter nach Entebbe, meinem Ziel. Es war auch fast schon wieder Morgen, als ich am Flughafen Entebbe ankam. Trotz Schlaf im Flugzeug war man dann doch auch etwas müde und nicht mehr ganz so frisch wie an dem Nachmittag wo die Reise begann. Zu schön war es also als man noch für das Visum eine Kamera vor die Nase gehalten bekommen hat und nun nie den Gesichtsausdruck indem Aufregung, Müdigkeit und viele weitere Emotionen lagen, vergessen kann da dieses schöne Bild nun in seinem Passport klebt. Naja das war dann auch geschafft und es ging weiter. Die Koffer hatte ich auch Gott sei Dank bekommen und nun konnte es los gehen.

Auf mich wartete der herzlichste und tollste Autofahrer, Joarkim, den man sich je vorstellen kann. Schnell fand ich heraus, dass die beiden andern ebenfalls so große Fans von ihm waren wie ich. Wer die andern sind? Ich habe das Glück nicht alleine in diesem großen Gästehaus zu wohnen, sondern mit zwei andern Mädchen, Klara (19) und Angelina (24) aus Augsburg. Bei diesen legte ich auch glatt den besten Eindruck hin, als wir sie morgens zwischen 5 und 6 Uhr mit Autohupen und Fensterklopfen aus den Betten holten.
Doch ich glaube sie haben es mir mittlerweile verziehen 😉 Ich lernte somit schon eine Vielzahl an wichtigen Menschen direkt an meiner Ankunft kennen, denn Penelope, meine Mentorin hatten wir auf dem Weg nach Mityana ebenfalls noch eingesammelt. Somit war ich an meinem neuen Zuhause angekommen. Damit meine ich ein sehr großes Gästehaus, welches geräumig und gut ausgestattet ist. Doch trotzdem lernte ich auch schnell die Eigenschaften der Ugander kennen. Denn genaue Zeitangaben, die man als Deutscher stehst gut kennt, gibt es hier eher weniger. Doch mir stand ein ganz völlig neuer und frischer Tag bevor. Da die andern beiden noch Sprachkurs hatten und unsere Lehrerin immer hier zum Gästehaus kommt, lernte ich die Sprachlehrerin, Iren, auch sofort kennen und lernte bereits erste Lugandische Wörter. Tatsächlich blieb es für den ersten Tag auch erstmal dabei, dass Gästehaus zu erkunden und meine beiden WG Mitbewohnerinnen kennenzulernen. Wo sich bereits herausstellte, dass wir drei uns sehr gut ergänzen und auch viele Gemeinsamkeiten teilen. Und so konnte ich meine erste Nacht in Mityana, Uganda verbringen.

Der nächste Morgen begann mit dem „high 5“! Ich meine nicht die Gestik sondern ein Restaurant. Denn Penelope und ich trafen uns in der doch nicht ganz so kleinen Innenstadt von Mityana und machten einige Besorgungen, wie zum Beispiel das Kaufen einer neue SIM Karte. Im Anschluss sind wir in einem traditionellen Restaurant, dem „high 5“, essen gegangen.

Traditionelle Essen im “high 5” Restaurant

Auch hier machte ich bereits die ersten spannenden Entdeckungen. Auf dem doch gut gefüllten Teller kann man zum einen normalen Reis finden, zum anderen Amatoke (Bananenbrei), Pocho, Yams, Cassava, Kürbis und Süßkartoffel und eine extra Schale mit „Soup“ worin sich zusätzlich Fleisch befindet. Es hört und sieht sich nicht nur nach einer großen Portion an, JA es war auch eine sehr große Portion. Und natürlich versuchte auch ich die letzen Bisse noch irgendwie reinzubekommen. Doch Gott sei Dank befreite mich Penelope damit, indem sie mir sagte, dass die beiden anderen es ebenfalls nicht alles geschafft hatten und sich den Rest einpacken ließen. Somit ergab ich mich und packte doch auch noch was ein. Allerdings kann ich euch sagen, dass man sich diese Portionen antrainieren kann. Denn eine Woche später also beim zweiten Mal schaffte ich tatsächlich die ganze Portion. Oder es lag auch einfach an meinem Bärenhunger den ich da hatte. Ich werde es wohl noch herausfinden…
Doch dies war nicht die einzige Entdeckung. Bevor ich das traditionelle Essen genießen konnte, sagte mir Penelope noch, dass das Essen sehr „sweet“ sei. Um dann aber zu meiner Überraschung herauszufinden, dass dieses Essen gar nicht „sweet“ in dem Sinne ist, sondern eher trocken. Nachdem man sich auch nochmal zu dritt ausgetauscht hatte, fand man dann gemeinsam heraus, dass hier „sweet“ einfach die Bezeichnung für etwas sehr leckeres ist. Schließlich kann man aber sagen, dass ich das Essen sehr genieße und ich die Kombination mit der separaten Suppe die man über den Reis tun kann sehr toll finde. Da wir in unserem Gästehaus Selbstverpfleger sind, sieht das Essen noch eher nach unserem deutschen Essen aus anstatt dem traditionellen Afrikanischen Essen. Jedoch komme ich dazu gleich nochmal, also unbedingt dran bleiben :). Doch vor allem eins muss man hier lernen: Kreativität. Denn so manche Lebensmittel lassen sich hier nicht auffinden, wie zum Beispiel der gute alte Salat oder dann doch die eher spezielleren Wraps, die man selber herstellen muss. Grundsätzlich muss man aber auch sagen, dass wir drei sehr experimentierfreudig sind. Zur Kreativität gehört aber auch das zusammen basteln aus einem Besen und einem Küchensieb zu einem funktionierenden Insektenfänger. 

Angelina mit dem selbstgebautem Insektenfänger

Man kann also jetzt schon ein spannendes WG Leben herausfiltern. Wobei die Wochen im Moment noch sehr eintönig verlaufen. Durch meine einmonatige spätere Ankunft als geplant, stecke ich nun mitten im Sprachkurs und die anderen beiden mittlerweile im Projekt. Doch dieser hat sich schon allein deswegen gelohnt weil uns Iren allen einen ugandischen Namen gegeben hat. Hier in Uganda gehört man nämlich einem Clan an, der sich über Generationen hinweg entwickelt. Ich gehöre nun zum Leoparden Clan und besitze den neuen Namen: Nanono. Ein Highlight des Sprachkurses war jedoch noch, als Iren ihren gerade mal 4 Jahre alten Sohn Elvis mitbrachte und ich dann gemeinsam mit ihm Luganda lernte. Außerdem machten wir einen kleinen Ausflug auf den Markt. Denn Klara und ich versuchen durchaus gute Ausreden zu finden, um auch mehr als einmal in der Woche auf dem Markt zu gehen :-). Hier gibt es aber auch einfach zu viele schöne Märkte.  

Nach dem Sprachkurs mit Iren, Elvis, Klara und mir
Der Donnerstag Markt

Wovon man ebenfalls nicht genug bekommen kann, ist die Landschaft. Deshalb sind Klara und ich schon ein paar Mal in der Umgebung gelaufen. 

 

Landschaft in Mityana

Wie oben schon erwähnt bietet unsere Küche im Moment noch sehr viel deutsche Kost. Doch wir arbeiten daran, dass immer mehr traditionelle afrikanische Gerichte dazukommen. Deswegen treffen wir uns jeden Sonntag bei Penelope und lernen die traditionellen Gerichte zu kochen.        An meinem ersten Wochenende bei Penelope haben wir sogar einen kleinen Ausflug zum Beach gemacht. Mit Beach meine ich keinen Sandstrand, Palmen und Kokosnüssen wie man ihn sich so typisch vorstellt. Es war viel besser! Ein See (Lake Wamala) mit einer atemberaubenden Aussicht. Es war schon etwas später und deswegen entschieden wir uns dazu, Pizza zu kaufen und diese im Auto auf dem Weg zum Beach zu essen. Mit der passenden Musik machten wir uns also auf den Weg. Wir drei waren uns jetzt schon einig, dass es ein gelungener Abend war. Am Beach angekommen waren wir natürlich die einzigen „Musungu“ wie man hier auch als Weiße*r genannt wird. Zusätzlich hatten wir einen besonderen Tag erwischt, ein etwas bekannter Ugandischer Musiker kam heute. Doch bevor er da war, waren quasi wir kurzzeitig die Attraktion. Schon etwas befremdlich, wenn man von allen Seiten angeguckt wird und dann einem noch das Mikrofon an den Mund gehalten wird. Schließlich hatten wir es dann doch geschafft, mit Penelope’s Hilfe, sie zu überzeugen, dass wir heute lieber keine „Interviews“ geben wollen 😉 Irgendwann tauchte auch der Sänger auf und es war ein noch gelungener Abend! 

Im Auto auf dem Weg zum Beach (Angelina, Klara und ich)

Vor meiner zweiten Kochstunde, letzten Sonntag bei Penelope, hatten wir noch das Glück in ihre Kirche mitzugehen. Hier handelte es sich um eine baptistische Kirche mit der zusätzlichen Besonderheit, dass dieser Gottesdienst vor allem für Kinder und Jugendliche war, da in der darauf folgenden Woche die Schule wieder losging. Ich war begeistert! Es wurde viel getanzt, gesungen und gebetet. Es war erstaunlich was für eine enorme Energie in diesem Raum lag. Was für mich ebenfalls sehr herausgestochen ist, war der Umgang zwischen der Gemeinde und dem Pastor aber auch der Gemeinde selbst. Es war viel Persönlicher als wir es kennen. Fürbitten wurden spontan aus der Gemeinde verfasst sowie Gebete, in denen man Jesus dankt, individuell vorgetragen. Sehr bemerkenswert war der Umgang mit dem Leid von anderen. Denn das Beten für andere wird hier auch sehr groß geschrieben. Ich konnte eine Menge mitnehmen und freue mich sehr auf meinen nächsten Besuch in der Kirche! 

 

 

Ich finde das war schon eine ganze Menge an Erlebnissen in dieser doch recht kurzen Zeit. Ich bin gespannt was noch alles auf mich zukommt…

Ich hoffe ihr habt weiterhin das Interesse gemeinsam mit mir zu erkunden, was man alles noch mitnehmen und lernen kann und freue mich um so mehr euch davon in meinem nächsten Bericht zu erzählen!   


Eure Katharina