Warum Kambodscha? – 5 wundervolle Dinge an meinem FIJ hier
Warum eigentlich Kambodscha? Und wo liegt das überhaupt?
Fragen, die mir vor meiner Reise in dieses kleine Land in Südostasien sehr häufig gestellt wurden. Ja, es mag nicht das erste Land sein, das einem in den Sinn kommt, wenn man an Asien denkt, und auch für mich war es vor meiner Vorbereitungszeit für meinen Freiwilligendienst eher unbekannt. Doch dieses kleine, oft übersehene Land am anderen Ende der Welt habe ich in den letzten Monaten sehr in mein Herz geschlossen, und ich möchte diesen Blogartikel nutzen, um euch ein paar der unzähligen Dinge zu nennen, die ich so sehr an diesem Land und besonders meinem Freiwilligendienst hier liebe. Denn es sind die Erfahrungen vor Ort, die mich tagtäglich inspirieren, mir neue Perspektiven eröffnen und mich immer wieder mit Dankbarkeit erfüllen.
1. Land und Leute: Kambodscha in seiner ganzen Vielfalt
Kambodscha ist ein Land voller Kontraste – die grünen Reisfelder, die weiten Landschaften, die friedlichen Tempel und die lebendigen Städte. Von Dschungelgebieten bis hin zu paradiesischen Küstenabschnitten ist in diesem doch recht kleinen Land alles dabei. Doch was mich am meisten beeindruckt, sind die Menschen. Hier wird Gastfreundschaft auf eine Weise gelebt, die ich zuvor noch nicht kannte. Die Menschen sind herzlich, freundlich und unglaublich tolerant. Es ist, als ob man ein Teil der Gemeinschaft wird, selbst wenn man die Sprache noch nicht perfekt beherrscht. Aus diesem Grund bin ich davon überzeugt, dass die Menschen hier maßgeblich zu der Schönheit des Landes beitragen. Täglich wird mir der Tag durch ein einfaches Lächeln versüßt, sei es beim Einkaufen auf dem Markt oder einfach nur beim Überqueren der Straße. Dieses „sourir khmer“ strahlt eine wunderbare Offenheit und Wärme aus, sodass man sich nur willkommen fühlen kann.
2. Barang, barang
In Kambodscha werden weiß gelesene Menschen ganz pauschal „barang“ genannt. Doch statt negativer Erfahrungen mit dem Begriff habe ich persönlich nur positive Assoziationen damit verspürt. Mir als Ausländerin in Kambodscha sind die Menschen immer sehr neugierig und interessiert gegenübergetreten. Auch die oben erwähnte Toleranz, wenn es mal nicht ganz perfekt läuft, darf ich hier immer wieder erleben. Trotz kultureller und traditioneller Unterschiede habe ich hier stets das Gefühl, nicht nur respektiert, sondern sogar willkommen geheißen zu werden. All diese Erfahrungen haben mir schon jetzt eine ganz neue Perspektive auf Kommunikation, Toleranz und respektvolles Willkommenheißen eröffnet. Diese Werte möchte ich nicht nur für mich bewahren, sondern auch nach Deutschland tragen. In einer Zeit, in der Unterschiede oft zu gesellschaftlichen Spaltungen führen, möchte ich gerne betonen, dass neue Situationen und Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen eine wertvolle Bereicherung sind, die unseren Horizont auf vielfältige Weise erweitern können. Besonders in einem fremden Land spielt das Gefühl des Willkommenheißen eine unglaublich große Rolle, denn es schafft Vertrauen und eröffnet die Möglichkeit, sich wirklich auf neue Erfahrungen einzulassen. Ich hoffe, dass wir zukünftig mehr von der Wärme und dem Respekt übernehmen, die ich hier erfahren habe – für einen respektvolleren und offeneren Umgang miteinander.
3. Niam baai
„Ida, eat rice!“ – Es vergeht kein Tag, an dem ich diese Aussage nicht zu hören bekomme. Essen spielt hier in Kambodscha eine sehr wichtige Rolle, und positive Gefühle werden von den Kambodschaner*innen gerne durch traditionelle Köstlichkeiten ausgedrückt. In Kambodscha ist das gemeinsame Essen mehr als nur eine Mahlzeit; es ist eine Form der Kommunikation und ein Ausdruck von Gastfreundschaft und Respekt. Das gemeinsame Essen, als soziales Ereignis, ist tief verwurzelt in der kambodschanischen Kultur und findet immer in einer herzlichen Atmosphäre statt, gefüllt mit wunderbaren Gesprächen. Es geht nicht nur um die Nahrungsaufnahme, sondern um das Erlebnis, gemeinsam zu essen und Teil der kambodschanischen Gesellschaft zu sein. Zudem sind die Mahlzeiten nahezu immer unglaublich lecker. Die Vielfalt an Geschmäckern der südostasiatischen Küche genieße ich sehr, und ich liebe es, neue Gerichte zu probieren!
4. (Inter-)Kulturelles
Kambodscha ist ein Land mit einer reichen und vielfältigen Kultur, die mich während meines Freiwilligendienstes hier immer wieder fasziniert. Der Buddhismus spielt eine zentrale Rolle im Leben der Menschen, und viele Aspekte der Kultur sind von seinen Werten wie Respekt, Mitgefühl und Achtsamkeit geprägt. Dies zeigt sich nicht nur in der Architektur, mit den majestätischen Tempeln und Stupas, sondern auch im täglichen Leben, wo die Menschen großen Wert auf respektvolles Verhalten und Toleranz legen. Besonders auffällig ist die Bedeutung von Traditionen, die sich in den Tänzen, der Kleidung und den Ritualen widerspiegeln. Die klassischen Khmer-Tänze, die oft bei Festen und Zeremonien aufgeführt werden, sind eine elegante Ausdrucksform der kambodschanischen Kultur und erzählen Geschichten aus der Geschichte und Mythologie des Landes. Die traditionelle, wunderschön detaillierte Kleidung wird bei besonderen Anlässen getragen und zeugt von der tiefen Verbundenheit mit der eigenen Geschichte. Kambodschanische Werte wie Respekt gegenüber den Älteren, der Familie und der Gemeinschaft sind in jeder Begegnung spürbar. Diese Werte prägen nicht nur das tägliche Leben, sondern auch die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen und sich gegenseitig unterstützen. In all dem spüre ich eine tiefe Verbundenheit zu einem Land, das Tradition und Moderne in einer harmonischen Weise miteinander vereint. Als Freiwillige habe ich das Privileg, in diesen kulturellen Austausch einzutauchen und durch meine eigene Herkunft neue Perspektiven zu teilen. Dies fasziniert mich sehr, und ich lerne unglaublich viel durch verschiedene Begegnungen und Gespräche. Der Austausch von Erfahrungen und das gegenseitige Verständnis schaffen eine wertvolle Verbindung zu all den Menschen, die meine Zeit hier so besonders und wundervoll machen.
5. Die „Don Bosco Academic and Technical Highschool“ in Poipet
Was meinen Freiwilligendienst hier in Kambodscha wirklich besonders macht, ist die Zeit, die ich in der Einsatzstelle verbringe – mit den Kindern, Jugendlichen, Lehrerinnen und der Community, in der ich lebe.
Jeden Tag verbringe ich Zeit mit den Kindern, die mit einer unbeschreiblichen Begeisterung und Neugier lernen. Es ist eine unermessliche Freude, ihnen neue Dinge beizubringen und gleichzeitig auch so viel von ihnen lernen zu dürfen. Die Kinder in der Grundschule sind sehr aufgeweckt und voller Energie, was mich immer zum Lachen bringt und mir ganz viel Motivation schenkt. Oft ist der Unterricht weniger strukturiert, als ich es aus meiner Heimat gewohnt bin, aber das hat seine eigene Schönheit. Es geht nicht nur um das Vermitteln von Wissen, sondern auch um das Aufbauen von Beziehungen. Ich habe viel über Geduld, Flexibilität und die Bedeutung von Vertrauen gelernt. In diesen Momenten, in denen die Kinder mir ihre Fortschritte zeigen, bin ich unglaublich stolz – nicht nur auf sie, sondern auch auf mich selbst, wie ich mich jeden Tag aufs Neue an meinen Tätigkeiten wachse.
Ein weiterer ganz besonderer Teil meines Freiwilligendienstes sind die Kinder und Jugendlichen im Internat, mit denen ich täglich zusammen bin. Sie sind für mich mehr als nur Schülerinnen – sie sind wie eine zweite Familie geworden. Wir teilen viele gemeinsame Momente, lachen zusammen, lernen voneinander und unterstützen uns gegenseitig. Ihre Lebensfreude, ihre Offenheit und ihre Dankbarkeit berühren mich immer wieder, und besonders in den letzten Monaten ist mir bewusst geworden, wie wertvoll diese Beziehungen mit den Kindern und Jugendlichen sind. Doch auch meine Kolleg*innen in der Einsatzstelle sind mir unglaublich ans Herz gewachsen in den letzten Monaten. Die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sind unverzichtbar für meine Zeit hier und nicht mehr wegzudenken aus meinem Alltag. Wir lachen zusammen, helfen uns bei Schwierigkeiten und feiern die Erfolge. Ich habe so viel von ihnen gelernt, sei es über die kambodschanische Kultur, die Aufgaben mit den Kindern oder einfach darüber, wie man das Leben mit einem offenen Herzen und einem Lächeln lebt. Diese Menschen haben mich sehr in ihr Leben aufgenommen, und allein das macht diesen Freiwilligendienst schon jetzt zu einem unbeschreiblich schönen Abschnitt meines Lebens.
Warum also ein FIJ in Kambodscha? Auf diese so häufig gestellte Frage kann ich immer nur antworten: Weil Kambodscha und ganz besonders meine Tätigkeiten in der „Don Bosco Technical and Academic Highschool“ mir so unglaublich viel geben. Kambodscha ist ein Land, das mich auf eine Weise berührt, die ich nie erwartet hätte. Es umfasst eine wunderbare Kultur und Menschen, die man nur in sein Herz schließen kann. Nicht zu vergessen die unglaublich tiefe Verbindung zum Leben, die mich sehr erfüllt. Es sind die unzählig vielen kleinen Momente, die dieses Erlebnis des FIJ zu etwas ganz Besonderem machen. Ich nehme schon jetzt, nach ca. der Hälfte des Jahres, so viele unvergessliche Erinnerungen mit und bin dankbar für die Chance, in einem so wunderbaren Land lernen und leben zu dürfen. Ich kann nur lächeln, wenn ich an die kommenden Monate hier denke, und werde diese in vollen Zügen genießen!
Sonnige Grüße aus Kambodscha und bis ganz bald!
Eure Ida
Super, das freut mich das es dir gefällt.Lese deine Berichte immer sehr gerne .Es ist sehr interesant.Liebe Grüsse vom Dorf,wir hatten heute morgen um 8.00 Uhr -7Grad und ein kalter Wind .lg Ruth