So viele Abenteuer und die Zeit verfliegt

Mittwoch, 20. Juni 2018 von Daniela Alofs

Da in den letzten Monaten sehr sehr viel im Projekt zu tun war, kam das Schreiben meiner Blogeinträge leider viel zu kurz. Ich möchte aber gerne versuchen von den wichtigsten Ereignisse der letzten Monate zu erzählen!

 

Besuch aus Deutschland

 

Meine Schwester , ihr Mann und ich in Pretoria, der Hauptstadt von Südafrika

Im Februar kamen meine Schwester und ihr Mann zu Besuch für ein Wochenende. Sie hatten die Möglichkeit das Projekt und die Kinder zu sehen, sowie mein Wohnort und die Umgebng in der ich lebe. Es hat sehr viel Spaß gemacht ihnen zu zeigen wie und wo ich lebe und  sie ein wenig in Johannesburg herum zu führen.

 

Ebenso kamen im April meine Eltern zu besuch, die das Glück hatten Teil unseres Jubiläums zu sein und so meine Mitbewohner, Mitarbeiter und die Kinder besser kennenzulernen. Da wir nach unserer Jubiläumsfeier direkt in die Ferien starteten, reiste ich mit ihnen noch ein wenig durch das schöne Südafrika. Es ging in die kleine Ortschaft Sabie, nahe der Grenze zu dem Königreich Swaziland. Dort konnten wir wunderschöne Wasserfälle, sowie den Blyde River Canyon bestaunen. Von dort aus ging es dann noch zu einem privaten Game Reservat nahe dem berühmten Krüger National Park, wo wir unter anderem Südafrikas “Big Five” (Leopard, Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel) bestaunen durften. Danach konnte ich meinen Eltern noch ein wening von Johannesburg zeigen, ehe es für sie wieder zurück in die Heimat nach Deutschland ging. Es hat großen Spaß gemacht ihnen die Welt in der ich nun schon seit über 10 Monaten lebe zu zeigen.

Jubiläum im Projekt

Am 07. April haben wir das zehnte Jubiläum des Three2six Projekts gefeiert. Dafür waren alle Kinder und ehemalige Schüler von allen drei Campussen, sowie deren Familienmitglieder, die Spender des Projekts, alle ehemaligen und jetzigen Freiwilligen und natürlich alle Lehrer des Projekts und einfach jeder der irgendwie in dem Projekt involviert ist eingeladen. Die Kinder haben getanzt, gesungen und Trommeln und Marimbas gespielt und damit das gesamte Publikum begeistert. Es wurden Reden gehalten und es gab auch Aufführungen von verschiedenen afrikanischen Tanzgruppen. Die gesamte Feier war einfach wundervoll und hat großen Spaß bereitet. Das ich die Kinder bei zwei Liedern mit der Klarinette begleiten durfte war eine große Ehre für mich  und hat mich sehr gefreut. Das Highlight des Tages war ein kleines Konzert am Ende der Feier, dass der Kongolische Sänger Tresor gegeben hat. Alle Kinder und Freiwillige hatten die Möglichkeit einfach nur zu tanzen und zu spielen und alle hatten großen Spaß. Der gesamte Tag war ein purer Erfolg und ich bin einfach nur sehr glücklich das ich ein Teil dieser Feier sein konnte, auch wenn die gesamte Planung und der Tag an sich viel Energie gefordert hat und wir Freiwilligen danach alle müde ins Bett gefallen sind. Diesen Tag werde ich mit Sicherheit niemals vergessen.

Abschied

Nach der großartigen Jubiläumsfeier hieß es dann gegen Ende April Abschied nehmen von den australischen Freiwilligen, mit denen ich für ca. 9 Monate in einem Haus zusammengelebt hatte und die auch meine Arbeitskollegen waren und einfach gute Freunde geworden sind. Ebenso musste ich mich Ende Mai von meinen deutschen Mitfreiwilligen verabschieden,  mit denen ich ebenfalls zusammengelebt und gearbeitet habe. Das zusammenleben und ständig zusammen sein hat uns sehr zusammengeschweist über die lange Zeit. Der Abschied war sehr hart und ich werde sie alle sehr vermissen und plane schon jetzt sie alle eines Tages zu besuchen.

Alle meine Mitfreiwilligen und Mitbewohner & Brother Neil und unser Mentor Colin Northmore Von Oben links: Dhruvi, Brother Neil, ich, Colin, Marius und Kellie Von Unten links: Murpry, Sophia, Stav, Vinny und Ben

SARAFINA!

Am 17.06. war ich mit meinen zwei südafrikanischen Mitbewohnern in dem südafrikanischem Musical “Sarafina!”, dass von der Apartheid und insbesondere von den Aufständen der Schüler handelt, die gegen das Einführen der Sprache Afrikaans in Schulen waren und wie diese damals eskalierten. Es war ein sehr lebendiges und einfach atemberaubendes Musical und ebenso auch sehr schockierend und emotional, da die Geschichten sehr real dargestellt wurden. Es war unglaublich ein Stück von Südafrikas Vergangenheit so hautnah miterleben zu dürfen.

 

Das wars auch schon erstmal wieder von mir. Ich hoffe es geht euch allen gut!

Ganz liebe Grüße, eure Dani! 🙂

 

Wenn die Mütter bekocht werden…

Donnerstag, 07. Juni 2018 von Jan Kaatze

Am 10. Mai war bei uns Muttertag. Das hieß hier jedoch nicht jeder rennt schnell in letzter Minute noch zum Blumenladen um der Mutter ein Geschenk zu machen. Nein, einen ganzen Tag lang wurden die Mütter in der Schule verwöhnt. Dieser Tag war aber auch eine Möglichkeit der Kinder ihren Müttern danke zu sagen, für alles was diese durchgemacht haben.
Der Hauptteil des Programmes für den Tag sollten mehrere Aufführungen der Kinder sein und eine Zirkusaufführung sollte natürlich auch nicht fehlen. Also fingen wir schon früh an eine kleine Schow für diesen Tag einzuüben. Dann wurde ich gefragt ob ich nicht ein Lied mit dem Gitarrenkurs für die Mütter spielen könnte. Somit ging es also auch hier ans üben für den besagten Tag. Die Vorbereitungen liefen erstaunlich gut, mittlerweile hatten die Kinder schon eine gute Vorstellung, wie man für eine Schow probt. Es lief also alles wie geplant, bis kurz vor der Aufführung der Schulleiter zu mir kam mit der Frage, ob ich nicht mit dem Schauspiellehrer zusammen eine Jonglage-Pantomime-Nummer auf die Beine stellen könnte. Es fehlten jedoch nur noch 4 Unterrichtseinheiten bis zum Muttertag und von den Kindern hatte niemand weder Jonglage noch Pantomime vorher gemacht. Mit dem Gedanken das Beste daraus zu machen willigten wir jedoch ein und es ging ans proben. Zu unserer Erleichterung lernten die Kinder sehr schnell und bis zur Aufführung schafften es sogar 2 Kinder mit 3 Bällen zu jonglieren..!
Einen Tag vor der Aufführung stand ich jedoch mit meine drei Gruppen vor der Generalprobe und hatte das Gefühl, nichts würde funktionieren. Einige Kinder fehlten, die Musik musste geändert werden und die Kinder wurden immer nervöser. Nach einem anstrengenden Tag fiel ich also ins Bett mit der Hoffnung, alles würde gut gehen.

Der Morgen des Muttertages begann mit einer Messe für die Mütter. In der Zeit wurde schon das Essen zubereitet, diesmal jedoch nicht von den Mamas wie sonst für die Kinder, sondern von dem Personal für die Mütter. Als diese also aus der Messe kamen erwartete sie schon das Essen, nach welchem die Aufführungen der Kinder folgen sollten. Mit einem letzten “Toi Toi Toi” ging es dann für die Kinder auf die Bühne und letztendlich kann ich sagen – sie haben es richtig gut gemacht. Mit einem Moment fiel alle Anspannung ab und ich kann auf einen sehr schönen Tag zurückblicken…

Eine Mutter wurde spontan auf die Bühne geholt

Geschafft…

Das Lied für die Mütter

Am Tag darauf hatten alle Mütter frei, was somit hieß, die hälfte der Lehrerinen fehlte und die Küche war zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Mexiko wirklich leer. Es tat jedoch glaube ich dem Rest ganz gut, sich von diesem Tag zu erholen.

Dieser Muttertag war also einmal ein ganz anderer und ich finde es eine sehr schöne Tradition diesen Tag so zu feiern. Am nächsten Muttertag in Deutschland sollten also wenigstens Blumen drin sein, so einen “Tag der Verwöhnung” kriegt man ja nicht jeden Tag.

Wenn die Kinder Deutsch sprechen…

Auf die Nachfrage von vielen Schülern und Müttern fing ich vor einigen Wochen mit einem Deutschkurs für diese an. Auch wenn vorhersehbar nur wenig Zeit für den Kurs übrig blieb, wollte ich auch einen kleinen Einblick in meine Kultur und Sprache geben, nachdem ich nun ein Jahr lang unheimlich viel über die mexikanische lernen durfte. Wie aller Anfang war auch dieser ein wenig schwierig, da ich vorher noch nie einen Sprachunterricht gegeben hatte, geschweige denn auf Spanisch… Je mehr ich mich also auf die erste Stunde vorbereitete merkte ich immer mehr, wieviel ich auch noch über die Deutsche sprache an Grammatik lernen konnte. Das klingt vielleicht komisch und nicht gerade gut, wenn man Deutschunterricht geben will, aber ich bin auf Regeln gestoßen, von denen ich noch nie etwas gehört habe und die man als Muttersprachler auch nicht wirklich benötigt.
Wie dem auch sei, nach einer guten Vorbereitungszeit ging es also in die erste Stunde. In dieser konnte ich dann ungfähr sehen in welchem Thempo die Schüler und Mütter lernten, wobei die größte Schwierigkeit zunächst die Aussprache war. Nach und nach kamen wir also in einen guten Lernrhythmus und ich versuchte die Stunden mit Spielen und vielen Konversationen so unterhaltsam wie möglich zu machen.

Ein Memory-Spiel mit den ersten erlernten Vokabeln

Wenn ich nun also über den Schulhof gehe kommt es schonmal vor, dass mich jemand mit “Hallo, wi ged is dia?” anspricht. Der Rest geht dann auf Spanisch weiter aber es freut mich jedes Mal unheimlich wenn ich merke, dass doch etwas aus der Stunde “hängengeblieben” ist und es auch den Kindern Spaß macht die Sprache zu lernen.

Bis dann
Euer Jan

 

Wir feiern 120 Jahre Madre Albertina

Dienstag, 05. Juni 2018 von Sandra Abrantes Diaz

Hola!

Es ist schon lange her seitdem ich von den letzten Ereignissen berichtet habe und ein großes Fest möchte ich euch nicht vorenthalten. Am 28. April feierten wir 120 Jahre Madre Albertina. Wer das ist? So schwer ist es nicht zu erraten, wenn man daran denkt, dass mein Projekt “Hogar de Niñas Madre Albertina” (Mädchenheim Madre Albertina) heißt.Genau, wir feierten ihren 120. Geburtstag, den Geburtstag der Frau, der wir dieses Heim zu verdanken haben. Dort, wo aktuell 40 Kinder leben, essen, spielen und sicher sind.

Da dieses Jubiläum auch nur einmalig ist, gab es wieder einiges zu tun für uns. Jeder hatte seine besondere Rolle, auch die Mädchen. Fünf von ihnen bereiteten sich nämlich auf die erste heilige Kommunion vor und weitere fünf empfingen die Firmung. Meine Aufgabe war es den Saal zu dekorieren, die Tischordnung zu erstellen und spontan auch noch eine Torte zu backen. Es war schwieriger als ich gedacht habe.

Zunächst mal die Dekoration. Ich hatte sie etwa eine Woche schon fertig und war auch sehr zufrieden, präsentierte sie noch eben der Schwester und dann erhielt ich ein Lob, dass es mir sehr gut gelungen sei, jedoch die Farben nicht zur Tischdecke passen würden. Also habe ich das Ganze nochmal gemacht.

Ähnlich erging es auch mit der Tischplatzdekoration und der -ordnung. Die Gästeliste bekam ich dann am Abend vorher, einige kamen nicht und dafür standen am Morgen fremde Gesichter in der Tür. Dann auch noch richtig zuzuteilen, welche Kinder nur eine Gabel bekommen und, und, und…

Vorab: Am Ende war alles gut! Und es war auch schön hergerichtet. Den Vorabendstress erhöhte man mir dann noch mit dem Backen einer Torte. Gut, zuerst hieß es, ob ich einen Kuchen backen könnte, was natürlich kein Problem darstellt. Und dann stand ich vor der Aufgabe eine 50cm x 50cm große Torte zu backen. Selbstverständlich mit dem was so da war. Ich machte mich also daran sechs Kuchenteige zu backen, alles nacheinander. Dann habe ich aus gefundenen Dosenfrüchten Marmelade zur Füllung gemacht. Bsi hier war ich schon sechs Stunden in der Küche und nun auch die große Frage, wie bekomme ich die Tortencreme hin. Buttercreme geht nicht, weil diese hier viel zu teuer ist. Also habe ich aus Eischnee und selbstgekochtem Honig eine recht stabile Creme hergestellt. Kurz war ich sehr verzweifelt, weil wir auch kein Handrührgerät haben, aber dank einer Freundin der Cousine unserer Köchin habe ich also doch noch ein sehr sehr wichtiges  Hilfsmittel zur Verfügung gehabt. Und jetzt noch verzieren, das ging dann mit einem Hackbeil. Nach fast neun Stunden war ich fertig! Und auch wenn es keine “Bilderbuchtorte” geworden ist, war sie mit sehr viel Liebe gezaubert worden. Dann also noch den Saal herichten und die letzten Vorbereitungen treffen, ein paar Stunden ins Bett legen, morgens um sechs im Heim sein und los ging ein sehr schöner und emotionaler Tag.

 

 

Gruppenfoto mit allen!

 

Fünf Firmmädchen

 

 

Es ist geschafft, die Messfeier ist vorbei und alle Anspannung fällt

 

Tortenzeit, sie ist wirklich lecker gewesen 🙂

 

 

 

Tischdeko

 

Meine liebe Chefin Sor Claudia

 

Piñata darf nie fehlen!

 

Eure Sandra

 

Ein riesiger blau-weißer Vulkan aus Wut bricht aus

Mittwoch, 30. Mai 2018 von Lea Feldhaus

Hallo alle zusammen,

seit Langem habe ich mich nicht mehr gemeldet. Es ist sehr viel passiert. Ich kann nicht sagen, wo mir der Kopf steht, weil sich von einem Tag zum anderen alles verändert hat. Erinnert ihr euch noch, dass ich euch das letzte Mal gebeten habe, für Nicaragua zu beten?! Ja, das ist wichtig, denn es ist zurzeit das Einzige, was ich machen kann. Beten.

Seit dem 18.April ist Nicaragua im Ausnahmezustand. Naja, das ist ein Wort, das eigentlich überhaupt nichts ausdrückt. Ich glaube, ich muss von vorne anfangen, soweit das geht, damit ihr ein bisschen verstehen könnt, was passiert.

Das zentralamerikanische Land wird seit vielen Jahren von einer linksgerichteten Partei, der FSLN, regiert. Diese hat vor allem in der nicaraguanischen Revolution eine zentrale Rolle gespielt und so viel ansehen erlangt. Nachdem 1979 die Somozas, die gestürzte Diktatorfamilie, floh, übernahmen sie die Macht, erbauten Schulen, teilten Land neu auf und stärkten Frauenrechte. Bei den ersten freien Wahlen 1984 wurde Daniel Ortega zum Präsidenten gewählt. Dieser ist auch heute noch an der Macht (nur einige Jahre musste er diese abgeben). Ganz so einfach ist es aber nicht. Schon lange wird er nicht mehr von der Bevölkerung unterstützt. Bereits 2011 hätte er nicht wiedergewählt werden dürfen, da ein Gesetz besagte, dass ein Präsident nur einmal wiedergewählt darf. Ortega änderte kurzerhand die Verfassung und gewann die Wahlen. Gemeinsam mit seiner Frau und Vizepräsidentin Rosario Murillo leitet er Nicaragua noch immer. Dabei werden Menschenrechte immer wieder mit den Füßen getreten. Es existiert eigentlich kaum noch ein Demokratiebewusstsein in dem Land. Bekannte haben mir einmal erzählt, lieber gingen sie gar nicht wählen, als dass ihre Gegenstimme von der FSLN herausgenommen und eine für die Partei hereingeschmuggelt würde.

Am 18. April jedoch ist etwas passiert, womit niemand gerechnet hat. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder einige Tage Aufstände. Zum Beispiel gegen das Gesetz 840 zum Bau des Nicaraguakanals oder gegen die Wiederwahl Ortegas 2011. Doch sie dauerten nie lange an. In diesem Jahr kam es anders.

Eine geplante Rentenreform (INSS) ließ Menschen auf die Straßen gehen. Während die monatlichen Abgaben deutlich erhöht wurden, sollten Auszahlungen an Rentner gekürzt werden. Vor allem Studenten demonstrierten. Es kam vom einen Tag auf den anderen zu Ausschreitungen. Ich erinnere mich, wie mir meine Vermieterin erzählte, Managua wäre komplett zu. Irgendwie waren alle überrascht. Doch es ging ein Ruck durch Nicaragua. Bald gab es in jeder Stadt Versammlungen. Die sozialen Netzwerke waren voll mit Aufrufen zu Demonstrationen. Doch diese blieben nicht lange friedlich. Zuerst gab es Verletzte, dann Tote. Militär, Polizei und paramilitärische Gruppen, schossen auf Menschen und gaben später eben diesen die Schuld. In einer Rede der Vizepräsidentin sprach sie von „Minderheiten“, die auf die Straßen gehen würden. Doch statt die Bevölkerung einzuschüchtern, kamen immer mehr Menschen auf die Straßen. Ortega machte die Reform rückgängig, um das Land ein bisschen zu beruhigen, doch schon lange ging es nicht mehr darum. Das Ziel vieler ging weiter: Ortega und Murillo sollten zurücktreten. Diese baten um einen Dialog zwischen verschiedenen Gruppen des Landes. Die Nicaraguanische Bischofskonferenz erklärte sich bereit, als Mediator und Zeuge zu dienen, doch es dauerte fast einen Monat, bis es zur ersten Sitzung kam. Währenddessen gab es immer mehr Tote, Supermärkte wurden geplündert, Märkte geschlossen. Die Zahl an Vermissten steigt jeden Tag weiter. Um auf die Regierung Druck auszuüben, kommt es im ganzen Land zu Straßensperrungen, die nur in bestimmten Zeiträumen aufgehoben werden, damit bei der Bevölkerung noch Essen ankommt. Doch die Regale der Supermärkte sind leer. Reis und Bohnen, also Grundnahrungsmittel, sind kaum noch zu finden. Alle Preise steigen an, während viele Menschen bereits ihre Arbeit verloren haben. Als am 16.Mai die erste Sitzung des Dialoges begann, war die Situation bereits sehr verstrickt. Keiner wusste mehr genau, was passiert. Da die meisten Medien der Regierung gehören oder zumindest regierungsnah sind, gibt es nur wenige Quellen, um zuverlässige Informationen zu bekommen (Dazu gehören „La Prensa“ und „100 noticias“, doch auch diese werden in ihrer Arbeit gestört, Kameras eingesammelt und Journalisten bedroht). Am ersten und einzigen Tag, an dem alle eingeladenen Personen und Gruppierungen am Tisch des Dialoges erschienen, wurde deutlich, dass nur sehr wenige Menschen noch immer das Präsidentenpaar unterstützen. Lester Aleman, Vertreter der Studenten, sagt wörtlich „Esta no es una mesa de diálogo. Es una mesa para negociar su salida y lo sabe muy bien porque el pueblo es lo que ha solicitado.”  „Das ist kein Tisch des Dialoges. Es ist ein Tisch, um Ihren Rücktritt zu verhandeln. Und das wissen Sie sehr gut, denn das Volk hat das verlangt.“ Er war nicht der Einzige, der so deutlich spracht und es spiegelt die Haltung der Bevölkerung wieder. Bereits zum nächsten Treffen erschien das Präsidentenpaar nicht mehr. Die Delegation der Regierung kam mit drei Stunden Verspätung und ging auf keinerlei Vorschläge ein. Mittlerweile wurde der Dialog von Seiten der Regierung abgebrochen, da es „zu keiner Lösung gekommen sei“

Und so ist die Lage in diesem wunderschönen Land noch immer unglaublich angespannt und wird von Tag zu Tag schwieriger. Schulen bleiben geschlossen und Eltern schicken Kinder nicht mehr auf die Straßen, weil sie Angst haben, dass sie nicht lebend wieder kommen. Nach langem Bitten durfte die CIDH (Comisión interamericana de derechos humanos), die Interamerikanische Menschenrechtskommission, für ein paar Tage ins Land und auch Amnesty International ermittelt wegen Menschenrechtsverletzungen.

Ich jedoch weiß nicht, wie es weiter gehen soll, denn obwohl wir alle hoffen, ist eine Besserung zurzeit nicht wirklich in Sicht.

Daher bitte ich euch noch einmal: Betet mit mir für dieses einst wunderschöne Land, das immer mehr in Angst und Schrecken versinkt. Denn das ist das Einzige, was wir tun können.

In dem Sinne schicke ich euch traurige Grüße

Bis sehr bald

Lea

 

Der Teufel ist los – Carnaval in Oruro

Montag, 23. April 2018 von Marianka Rehm

Hallo Ihr Lieben!

Der Countdown läuft! Mit Moosgummihüten und -krawatten dekoriert stehen alle gespannt auf ihren Stühlen, die Aufregung ist sichtlich zu spüren: 10, 9, 8, 7, …, 3, 2, 1, 00:00!! Eine Traube, zwei Trauben, drei Trauben, … zwölf Trauben! – je Glockenschlag eine Traube, schnell die Reisetasche packen und ab nach draußen, eine Runde ums Haus rennen, zählen wie viele (Spiel-)geldscheine man auf die Hand bekommen hat und schließlich entspannt zum Himmel blicken, um das Feuerwerk zu beobachten. So bin ich Anfang Januar zusammen mit meiner bolivianischen Familie und zwei Freundinnen ins neue Jahr 2018 gestartet. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass die Stimmung vor allem bei unseren diversen Neujahrsritualen ausgezeichnet heiter war. Selbst die Farbe der Unterwäsche ist hier an Silvester äußerst bedeutend. Schon Tage zuvor wird an den Marktständen der Stadt gelbe (Geld) oder rote Unterwäsche (Liebe) angeboten. Na wenn wir nach all diesen Ritualen mal kein Glück haben werden… :p

Im Januar waren immer noch Sommerferien und die Zentren Palliris geschlossen. Da die meisten Menschen aus El Alto ursprünglich vom Land kommen, nutzen viele Familien die Schulferien, um für ein paar Wochen in ihre Heimat auf dem Land zurückzukehren und sich zum Beispiel auch um Angehörige zu kümmern, die noch dort leben. In Palliri wurde die freie Zeit dafür genutzt, um die verschiedenen Zentren wieder startklar fürs neue Schuljahr zu machen. Tagelang wurden Wände neu gestrichen, Lebensmittel ins Lager einsortiert, geputzt und alles wieder auf Vordermann gebracht.

 

Zwischenseminar in Santa Cruz

Noch ehe Anfang Februar die Schule wieder begann und ich erneut in den Palliri-Alltag einsteigen konnte, ging es für mich mit einer 17-stündigen Busfahrt von El Alto nach Santa Cruz, von 4100 auf 437 Höhenmetern und vom rauen Andenklima hinein in die Tropen zum Zwischenseminar. Es war schön, nochmals andere Freiwillige vom südamerikanischen Kontinent zu treffen und sich auszutauschen. Gemeinsam haben wir spannende Themen besprochen und interessante kulturelle Rätsel gelöst. Ganz ungewohnt war dabei, eine Woche lang fast ausschließlich Deutsch um sich herum zu hören und zu sprechen. Mit täglich über 30 Grad, Freibad nebenan und kurzer Hose fühlte sich die Woche für mich ein wenig wie Urlaub an und einmal mehr wurde mir bewusst, wie unglaublich vielfältig und unterschiedlich die verschiedenen Regionen Boliviens sind – von den Anden bis zum Urwald ist alles dabei. Im Gegensatz zu El Alto, wo Ameisen meine einzigen tierischen Mitbewohner darstellen, kann einem in Santa Cruz neben allerlei Mücken und Krabbeltieren schon einmal ein Skorpion begegnen oder ein kleiner Gekko, welcher sich im Schuh verkrochen hat. Es wird sogar gesagt, dass sich selbst der Charakter der Menschen zwischen dem Hoch- und Tiefland unterscheidet. Demnach sollen diejenigen in niedriger gelegenen Teilen offener und lebhafter sein, als jene im Hochland, die, geprägt vom rauen Klima, eher verschlossener seien. Ob das wohl stimmt? Durch meine Erfahrungen kann ich diese Theorie jedenfalls nicht wirklich bestätigen.

 

 Oruro – Folklorehauptstadt Boliviens

Zur Karnevalszeit befindet sich ganz Bolivien für ein paar Tage im Ausnahmezustand. Die Geschäfte sind geschlossen und leider wird während dieser Zeit oft sehr viel Alkohol konsumiert. Da direkt im Anschluss an das Seminar das Faschingswochenende stattfand, machte ich mit ein paar anderen Freiwilligen einen kleinen Abstecher nach Oruro, der Karnevalshauptstadt Boliviens. Einmal im Jahr erwacht die ansonsten eher unbedeutende Stadt zum Leben und es ist wortwörtlich der Teufel los, denn laut Legende wird dann der Teufel „Wari“ von der Göttin Ñusta vertrieben und aus der Stadt gejagt. Der Carnaval von Oruro ist eine Vermischung von Riten indigener Religionen mit christlichem Brauchtum und ist deshalb sehr traditionell. An den beiden Haupttagen Samstag und Sonntag finden jeweils von morgens früh bis weit nach Mitternacht kilometerlange und unendlich erscheinende Umzüge statt und mit farbeprächtigen und gigantischen Kostümen ziehen die riesigen Tanz- und Musikgruppen an den Zuschauern vorbei – ein unfassbares Spektakel! Jede Gruppe tanzt dabei, gekleidet in der jeweils typischen Tracht, einen anderen der über 18 verschiedenen traditionellen bolivianischen Tänzen wie etwa Diablada, Morenada oder Caporal.

 

 

 

E.T.I. Sucre

Im E.T.I ist alles barrierefrei eingerichtet

Nach dem Besuch in Oruro ging es für Jakob, den anderen Bolivienfreiwilligen des Kindermissionswerks, und mich noch nicht zurück nach El Alto, sondern in die bolivianisch Hauptstadt Sucre ins Projekt E.T.I. (Escuela Taller Integración), von wo aus wir für das Kindermissionswerk berichten durften. Das E.T.I. (auf Deutsch etwa „Integrative Schule und Werkstatt“), ist ein Projekt, welches Kinder und Jugendliche mit Behinderung betreut und fördert. Fast drei Wochen lang durften wir zusammen mit den Bewohnern der sogenannten “residencia”, dem Wohnheim des E.T.I. zusammenleben und in ihren Alltag schauen. Morgens halfen wir in der ersten und zweiten Klasse der dazugehörigen inklusiven Schule mit, in welcher Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Mittags unterstützten wir die Leiterin der Hausaufgabenbetreuung und später ging es meist auf den Sportplatz zum Fuß- oder Rollstuhlbasketball.

Schulsport einer Klasse der inklusiven Schule des E.T.I

 

Eines Morgens hieß es dann: Auf nach Monteagudo! Das ist eine Stadt im Südosten Boliviens, welche den Ausgangspunkt darstellte, um zwei Bewohnerinnen der residencia abzuholen, die die Ferien bei ihren Familien auf dem Land verbracht hatten und nun wieder für ein Jahr nach Sucre ins E.T.I zogen, um zur Schule gehen beziehungsweise in der Nähwerkstatt arbeiten zu können und dabei unterstützt zu werden. Mit einer sieben stündigen Fahrt auf größtenteils unasphaltiertem einspurigem Schotterweg ging es hinein in den sogenannten „Chaco“, eine tropische und sehr grüne Region Südamerikas. Vorsichtig manövrierte der Fahrer den Geländewagen über den teilweise matschigen und äußerst rutschigen Untergrund. Die Strecke war gezeichnet von den starken Regenfällen der vorherigen Wochen und so kam es nicht selten vor, dass wir vom Hang gelöste Steine auf die Seite räumen und kleine Flüsse durchqueren mussten. Von Monteagudo aus ging es am Folgetag jeweils drei Stunden noch tiefer in den „Chaco“ hinein. Ich konnte kaum glauben, hier, mitten im „Nichts“, plötzlich wieder auf Zivilisation zu stoßen. Natürlich wusste und weiß ich, dass die Menschen auf dem bolivianischen „campo“ (auf dem Land) in sehr einfachen und ärmlichen Verhältnissen leben, doch wenn man plötzlich eine Familie kennenlernt, mit ihr zusammen in deren nur spärlich beleuchteten Hütte sitzt, sich mit ihr unterhält und sich vorstellt, wie es ist, hier zu leben, ist das nochmal etwas anderes und man wird sehr nachdenklich. Es ist doch unfassbar, welche riesigen Kontraste es auf der Welt gibt!

Einfache Wohnhütte aus Materialien der natürlichen Umgebung. Man kann sich vorstellen, dass es ziemlich schwer ist, sich in diesem unebenen Gelände selbstständig mit dem Rollstuhl fortbewegen zu können.

 

Auf der “Hauptstraße” nach Monteagudo: Ein mit Pferden beladener Viehtransporter im Matsch eingesunken.

Die Zeit in Sucre war unglaublich faszinierend und nach einem ganzen Monat Abwesenheit kehrte ich Anfang März schließlich mit einem Rucksack voller neuer Erfahrungen und Eindrücke sowie mit unglaublicher Vorfreude, die Kinder und Jugendlichen sowie Mitarbeiter aus Palliri wiederzusehen, zurück nach EL Alto.

– Fortsetzung folgt-

Bis dann! Liebe Grüße aus dem tagsüber gerade sehr heißen El Alto!

 

Sinulog – Was ist das?

Samstag, 21. April 2018 von Luise Reichelt

Wie fange ich nun an? Es ist schon eine sehr lange Zeit seit meinem letzten Beitrag passiert. Ich möchte euch aber trotzdem meine Eindrücke der letzten Monate nicht vorenthalten. Die traditionelle philippinische Festkultur konnte ich euch noch gar nicht richtig vorstellen aber im Januar wurde das große Sinulog Fest gefeiert und dabei habe ich nochmal einen ganz anderen Eindruck von den Philippinen und besonders von Cebu bekommen.

Am 21.Januar wird das Sinulog Fest in Cebu gefeiert! Das Jesuskind, auch Santo Niño genannt, steht dabei im Vordergrund und wird von allen gefeiert. Doch wenn ihr glaubt, dass hier nur am 21. gefeiert wird, dann habt ihr euch mächtig getäuscht. Neun Tage bevor das eigentliche Event stattfindet, steht die Stadt schon völlig auf dem Kopf. Jeden Tag gibt es Gottesdienste, um sich auch auf die Feierlichkeiten vorzubereiten. Für viele ist es auch ein kleiner Wettkampf, jeden Tag den Weg in die Kirche zu finden. Leider muss ich mir jedoch eingestehen, dass ich nicht alle 9 Messen vollendet habe, da ich im Projekt ziemlich eingenommen war. Trotzdem waren die Kirchenbesuchen eine sehr beeindruckende Erfahrung! Ich stehe also inmitten von mehreren hundert Menschen im Gottesdienst und alle stimmen das Lied „Batobalani sa gugma“ an. Das Gefühl dazuzugehören ist einfach unglaublich, auch wenn dabei einige Traditionen sehr fremd für mich sind.

7. Novena Messe (die Regenschirmen fungieren hier als Sonnenschutz)

Ich fange aber jetzt am besten von vorne an zu erzählen! Denn mit dem ersten Tag der neuntägigen Vorbereitung begannen die Festlichkeiten und es gibt an verschiedenen Orten in Cebu Konzerte und Attraktionen. Da ich nebenbei im Projekt mitgeholfen habe, konnte ich erst am Wochenende alles erkunden. Die Zeit reicht jedoch trotzdem nicht aus, um alles mitzuerleben, da ich mich bei vielem entscheiden musste, ob ich lieber zu dem einen oder zum anderen möchte. Ich bin mit meiner Wahl jedoch durch und durch zufrieden gewesen!

 

SINULOG FESTIVAL

Samstag – Mein Wecker klingelt um 3 Uhr nachts und ich bekomme kaum meine Augen

Cebu City vom Wasser

auf. Nach einer kalten Dusche und einem Schluck Wasser bin ich dann auch endlich richtig ansprechbar. Ich werde von einem Freund mit dem Auto abgeholt und wir machen uns auf den Weg zur „Fluvial Parade“. Die Straßenlaternen leuchten noch und es sind kaum Menschen auf den Straßen. Wir nähern uns dem kleinen Hafen und ich sehe immer mehr Taschenlampen. Die Sonne geht langsam auf und ich laufe mit einigen anderen Freiwilligen durch Sand gemischt mit Müll.

Mehrere hundert Boote schließen sich der Parade auf dem Wasser an!

Geschmückte Boot warten am Ufer auf uns und wir laufen durch das kalte Wasser zum Boot. Die Sonne spiegelt sich auf der Wasseroberfläche und ich erkenne die Orte, an denen wir vorbei fahren. Ich bin so aufgeregt, dass ich gar nicht mehr übers Schlafen nachdenke. Aber auch durch die vielen Trommeln und Gesänge kann ich gar nicht mehr an mein Bett denken. Es schließen sich immer mehr Boote an und es vermischen sich die Klänge der anderen Boote mit unserer Musik. Wir fahren Richtung Norden, um das große Schiff zu sehen, welches den Santo Niño nach Cebu bringt. Am Ziel angekommen heißt es erstmal etwas Essen und da es sich um eine Feier handelt, wurde natürlich Lechon (geröstetes Spanferkel) mitgebracht. Der Duft vom Essen und die fröhliche Musik vermischen sich in meinem Kopf und alle fangen an zu tanzen.
Doch dann sehen wir das riesige mit blütenbesetze Schiff und an der Spitze eine Glasvitrine mit dem festlich gekleideten Santo Niño und die Leute stimmen Lieder an. Es wird getanzt, gelacht und gegessen und so folgen wir dem Schiff begleitet von mehrern hundert weiteren Booten auf den Weg nach Pasil (Ortsteil von Cebu).

Der Santo Nino kommt nach Cebu!

Trommel begleiten uns auf dem Weg…

 

 

bloß nicht vom Boot fallen…

 

Immer mit viel Freude und Spaß am Start!

 

 

Es ist erst 9 Uhr morgens als wir an dem kleinen Hafen ankommen aber die Stimmung ist schon auf dem Höhepunkt. Alle Menschen sind auf der Straße, in Kostümen gekleidet und tanzen und singen zu Ehren des Jesuskindes. Die Starßenparade führt an den vielen kleinen Häusern vorbei. Ich fühle mich, wie in einer anderen Welt aber es ist einfach atemberaubend wie sehr mich diese Atmosphäre in seinen Bann gezogen hat. Am liebsten wäre ich dort die ganze Zeit geblieben aber ich habe noch einiges vor. Das frühe Aufstehen macht sich auch bei mir langsam bemerkbar uns so begebe ich mich auf den Heimweg.

Kinder tanzen zu Ehren des Jesuskindes

Alle Straßen rund um die Hauptkirche sind gesperrt und so treffe ich mich mit Freunden etwas außerhalb und wir schließen uns der großen Parade an. Das besinnliche Wandern in Mitten von Millionen von Menschen gibt einem ein unglaubliches Zugehörigkeitsgefühl. Ich kann zwar nicht alles verstehen aber in den Gebeten, wenden sich die Menschen an das Jesuskind. Sogar die Kommunikation wird den Tag über unterbrochen und es gibt kein Netzsignal, um mehr Sicherheit gewährleisten zu können, da sich so viele Menschen auf den Straßen befinden.

Die Stadt ist ungewöhnlich still und das Straßenbild ist hauptsächlich von Menschen geprägt. Mein nächster Stopp ist aber die Einkaufsmall, in der ich meine Gastschwester aus Liloan treffe. Nach einer kleinen Stärkung gehen wir nach draußen. Es ist inzwischen abends und ich kann bereits Sterne am Himmel sehen. Hier ist es viel ruhiger als noch einige Stunden zuvor, das sollte sich aber gleich ändern. Mehrere Menschen stehen vor der Mall und blicken in den Himmel, der Countdown läuft und schon geht es los. Die ersten Raketen erhellen den Himmel und alle fangen an zu klatschen und zu schreien. Die folgende Lichtershow ist kaum in Worte zu fassen aber mit einem zweiten Silvester ist es gut zu vergleichen. Blaue, rote und weiße Lichter formen Kreise am Himmel und es sieht aus als ob Millionen von Sternschnuppen auf die Erde fallen. Der Geruch von Rauch steigt mir in die Nase und ich bin einfach nur glücklich über diesen schönen Tag, den ich erlebt habe. Der Blick zu meiner Gastschwester verrät mir, dass sie auch froh ist.
Ich freue mich, dass ich diese Erfahrung mit meiner Gastschwester und guten Freundin teilen kann und bin schon gespannt auf den morgigen Tag.

Das Feuerwerk erleuchtet den Nachthimmel

 

Sonntag – Die Sonne scheint und ich beginne den Tag mit einem etwas späteren Frühstück. Was wird der Tag wohl bringen, frage ich mich. Was werde ich wohl heute erleben?
Nachdem der gestrige Tag doch mehr geprägt von besinnlicher Stimmung war, sollte es heute nochmal anders werden. Mit meinem zuvor gekauften Sinulogshirt mache ich mich auf den Weg. Doch bevor es richtig losgeht, bekomme ich noch einen Kopfschmuck!

Ein Gruppenfoto, bevor wir uns in die Menge stürzen!

Die große Parade mit den Festwagen führt durch die ganze Stadt. So viele Menschen, es ist eng und ich bin froh etwas größer zu sein, sodass ich den Überblick behalten kann. Viele philippinische Künstler sind bei der Parade dabei, doch das Gekreische der Menschenmasse beim Anblick ihres Idols, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass ich mit den Gesichtern berühmter philippinischer Fernsehserien nichts anfangen kann.

alle halten Ausschau nach den geschmückten Paradewagen

Unser Weg führt uns weiter, vorbei an den Straßen mit den meisten Ausländern, die teilweise nur für das Fest angereist sind. Hier ist die Stimmung auf einer ganz anderen Ebene. Ehe ich mich versah, spürte ich schon die kalte und nasse Farbe an meinem Arm. Viele Jugendliche laufen mit Farbe herum und malen jeden an, der sich nicht rechtzeitig bücken kann. Da ich sehr groß bin, war es für viele schon eine kleine Herausforderung so hoch zu springen, um auch mein Gesicht anmalen zu können. Nach gefühlt 30 Sekunden hat sich mein weißes T-Shirt in einen Farbeimer verwandet und ich selbst sah aus, wie in einen Farbtopf gefallen. Man wurde direkt in diese fröhliche Stimmung aufgenommen und Fremde haben sich einfach umarmt oder gemeinsam gesungen. Es ist teilweise etwas wild aber sehr lustig. Nach tausenden Bildern bin ich mir nun auch sicher, dass mich jeder in Cebu kennt.
Geschmückte Straßen, Paraden an jeder Straßenecke und feiernde Menschen – so habe ich dieses Sinulog erlebt.

noch farbenfrohere Gesichter

Beim Anmalen kam ich nicht zu kurz…

Das ist aber nicht das Ende, gefeiert wird nämlich den ganzen Tag. Mit meinen Freunden vom Feeding ging es abends noch zu einem Freund zum Abendbrot. Familienfeiern mit reichlich Essen sind für viele mit das Wichtigste. Zum Abschluss ging es dann noch auf den „Plaza Independencia“ zur großen Bühne. Gute Musik und viele Menschen haben mich dort erwartet.
Der Himmel ist bereits dunkel als ich in mein Zimmer komme und einen kurzen Schreck vom Anblick meines Spiegelbildes bekommen habe. Glücklicherweise ging die meiste Farbe auch gut ab. Der rosafarbene Schimmer in meinem Gesicht ist nach einiger Zeit dann auch nicht mehr so sehr aufgefallen.

Es hat mein Wochenende einfach nur perfekt abgerundet und ich habe mich schon wieder auf mein Projekt gefreut! Entspannt bin ich dabei aber nicht aus dem Wochenende gekommen, dafür aber um einige Erfahrungen reicher, mit einer schönen Erinnerung im Kopf und gefestigten Freundschaften.

Und wer bis hierhin schon durchgehalten hat, kann sehr stolz auf sich sein! Ich konnte mich leider nicht kürzer halten, denn es sind so viele Erlebnisse gewesen, die ich mit euch teilen wollte. Aber ich hoffe, dass ihr die Frage „Was ist Sinulog?“ nun für euch selbst beantworten könnt, denn ich habe meine ganz eigene und persönliche Antwort an diesem Wochenende kreieren können!

 

Karwoche mal anders – eine Nation feiert Ostern

Samstag, 21. April 2018 von Lea Feldhaus

Hallo alle zusammen,

Perdón Señor te pido. Pequé mi Dios pequé. – Ich bitte dich, Herr, um Vergebung. Ich habe gesündigt, mein Gott.

Das hörte man vor einigen Wochen in ganz Juigalpa und Nicaragua auf den bunt geschmückten Straßen. An jeder Ecke ein kleiner Altar mit Kreuz, Bild und Kerze. Und wieso?

Na, das ist ja wohl klar: Es war Semana Santa, also die Karwoche.

Bereits am Palmsonntag ging es mit einem Palmumzug und einem Ritt auf dem Esel symbolisch los. Aus dem Einzug in Jerusalem wurde ein Einzug in Juigalpa. Immerhin beginnen die beiden Städte mit dem gleichen Buchstaben. Auf einem kleinen Lastwagen wurden Palmzweige ausgegeben, die in allen Formen verknotet wurden. Selbst der Bischofsstab wurde aus den gesegneten Pflanzenteilen gebunden.

In der folgenden Woche verbrachte ich viel Zeit in der Kirche. Die Pfarrer predigten, man solle diese heilige Zeit doch mit Jesus verbringen und ihn auf seinem letzten Weg begleiten, statt mit seiner Familie im Schwimmbad zu sitzen und es sich gut gehen zu lassen. Denn die Karwoche ist die heißeste Zeit im Jahr und das wird fleißig genutzt. Wenn man schon mal Ferien hat. Nichts destotrotz waren abends die Kirchenbänke voll, die Reihen vor den Beichtstellen waren lang und es schien, als würde das ganze Land in die Kirchen zurückkehren.

Gründonnerstag fanden das letzte Abendmahl und die Fußwaschung statt. Dabei fiel mir besonders auf, dass nur Männer vorne am Altar saßen. Doch meine Arbeitskollegin meinte, es seien die letzten Jahre auch Frauen dabei gewesen.

Eine Gruppe von rund dreißig jungen Erwachsenen spielte die Passion Christi an den Stationen nach

Den absoluten Höhepunkt der Woche fand sich im Karfreitag. Dieser begann für mich offiziell um neun Uhr mit dem Kreuzweg. Bereits zuvor habe ich von einem Freund Respektsbekundungen bekommen: „Wow, wenn ihr das überlebt, dann werde ich das nie vergessen!“ Wie komisch. Ist doch nur ein Kreuzweg. Im Nachhinein weiß ich, was gemeint war… Pünktlich um 9:17 Uhr kamen meine Bekannte und ich an der Kathedrale an und beobachteten, wie die Prozession durch die Haupttüren nach draußen kam: Zwei übermann große Figuren von Jesus und Maria wurden von je acht bis zehn Menschen getragen (das Militär musste kommen, um die Lektoren immer wieder abzulösen…), es folgten Schauspieler, Lektoren, Gemeinde und Priester/Bischof, sodass der Umzug sehr groß wurde. Dementsprechend langsam bewegte er sich auch. Für mich war es spannend, die verschiedenen Menschen zu beobachten. Zum Beispiel all jene, die barfuß und mit zugebundenen Augen die gesamten vier Stunden mitgelaufen sind. Geführt von einer Person an ihrer Seite. Barfußlaufen ist in Nicaragua eigentlich sehr verpönt. Und aus Erfahrung kann ich sagen, es tut auch sehr weh, da die Straßen doch deutlich heißer sind, als in der deutschen Julisonne. Meine Begleiterin erklärte, dass einige Menschen auf diese Art und Weise um Vergebung der Sünden bitten, oder vor einiger Zeit um etwas gebeten haben (zum Beispiel Gesundheit einer Person etc.) und im Gegenzug versprachen, jedes Jahr den Kreuzweg so mitzugehen.

Jede Station wurde von einer Gruppe von rund dreißig Jugendlichen und Erwachsenen dramaturgisch unterlegt. Es ist ein großer Unterschied, die Passion in der Bibel zu lesen, sie in der Kirche zu hören oder so auf der Straße zu sehen. Crucifícalo-Schreie (Kreuzigt ihn) und Peitschenschläge zwischen den Stationen. Ein stürzender Jesus, der ohne irgendeinen Schutz ausgeliefert ist an die Soldaten. Eine Mutter, die ihrem Sohn beim Sterben zusehen muss. All das hat mir eine unglaubliche Gänsehaut auf die Arme gezaubert (bei 38 Grad schon ein Kunststück). Obwohl ich mich in der Woche eigentlich gar nicht so österlich gefühlt habe, wurde mir in diesen vier Stunden und der anschließenden Messe noch einmal ganz anders bewusst, was vor 2000 Jahren in Jerusalem geschehen ist. Als wir um drei doch wieder zu Hause waren, führte kein Weg an einem Mittagsschlaf mehr vorbei.

Man beachte das Größenverhältnis Mensch – Figur…

Jesus fällt zum ersten Mal

Für die letzte Station wird symbolisch der Sarg Jesu in die Kathedrale gebracht

Die Osternacht fand bereits am Samstag um sieben Uhr nachts statt. Das Osterfeuer wurde auch hier gesegnet und die Messe war sehr ähnlich wie Deutschland. Trotzdem habe ich mich anders gefühlt. Dieses Jahr kein Weihrauchfassschwenken von meiner Seite, keine Glocke, die in der Schlaftrunkenheit des frühen Morgens umgeworfen wurde…. Das ändert irgendwie einiges. Der große Vorteil der Messe Samstagabend zeigte sich am nächsten Tag. Der Pfarrer, der die gesamte Woche eigentlich nur in der parroquia verbrachte, wollte auch nicht mehr, sagte spontan die Abendmesse ab und wir fuhren zu zwölft an den nahen Fluss, um die Wärme zum Schwimmen zu nutzen. Wobei man das in Anführungszeichen setzen müsste, denn viele Nicaraguaner können nicht schwimmen, obwohl es in ihrem Land so viele Möglichkeiten gibt. Aber Spaß hat diese Primäre auf jeden Fall gemacht.

Auch im Centro waren die Ferien deutlich zu spüren. Als wir am Montag wieder anfingen zu arbeiten, war eine Rundumentstaubung nötig und so blieben die Kinder frühs zu Hause, damit wir alles wieder auf Vordermann bringen konnten. Auch nachmittags waren wenige Leute da. Denn viele Kinder haben den ersten Schultag blau gemacht und sind ein letztes Mal ins Schwimmbad gefahren.

Doch spätestens ab Dienstag sind wieder alle zurück. Dank einer ganzen Menge Schokolade, die ihren Weg aus Deutschland zu mir gefunden hat, haben auch wir unseren kurzen österlichen Moment gehabt, als alle zusammen ihren Schokoosterhasen essen durften:)

In diesem Sinne grüße ich euch ganz herzlich aus Nicaragua und besonders aus Juigalpa, Chontales

Un abrazo fuerte – eine dicke Umarmung

Eure Lea

 

P.S.: Seit Mittwochabend gibt es in einigen Teilen des Landes politische Unruhen. Einige Unis sind geschlossen, es gibt viele Demonstrationen, die zum Teil eskalieren. Juigalpa ist friedlich. Trotzdem bitte ich euch, dieses Land mit ins Gebet zu nehmen und um den Frieden zu bitten.

 

Über das Leben in Nicaragua und wie sich mein Leben verändert

Dienstag, 10. April 2018 von Sandra Abrantes Diaz

Hola ihr Lieben! Jetzt bin ich doch etwas in Verzug geraten mit meinem nächsten Blog, aber keine Sorge, ich hole alles nach! Ausnahmsweise ist nicht die Arbeit im Projekt Grund dafür, dass ich keine Zeit gefunden habe, um zu berichten, sondern zum Einen das Zwischenseminar (ja, das ist jetzt auch schon vorbei und die Zeit ist nun noch weniger) und zum Anderen der Besuch meiner Familie – nach acht Monaten von Bruder und Eltern gedrückt zu werden ist ein schönes Gefühl!

Mit einer allzu großen Begeisterung bin ich nicht zum Seminar gereist, weil das auch gleichzeitig hieß, eine Woche im Heim zu verpassen. Dazu kam, dass die Anreise zu dem Zwischenseminar nicht die Kürzeste für mich war. Obwohl Nicaragua nicht sehr groß ist –  vergleichbar mit der Fläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen – war ich etwa zehn Stunden unterwegs (auf dem Hinweg habe ich die Reise teilen können und habe Obhut bei meiner Mitfreiwilligen Lea gefunden, danke!) und landete auf einer Insel, einsamen Insel. Kaum zu Glauben, aber das Leben auf einer paradiesischen Insel fiel mir schwer so weit weg von meinem Nica-Zuhause. Tatsächlich waren wir die Hauptattraktion auf Solentiname und es war wirklich merkwürdig mit einer ganzen Gruppe Weißer, die Deutsch sprechen, sich so fremd zu fühlen. Es war auch schön mal wieder deutsch zu reden und sich besonders über kulturelle Erfahrungen austauschen zu können. Machismus ist in Nicaragua ein großen Thema/Problem. Dass einer Frau hinterhergepfiffen und bis an die nächste Ecke nachgeschaut wird ist hier keine Seltenheit. Für mich war das schnell vertsanden und ich bemerke es nun wirklich nicht, aber als man dann ins Gespräch kam, war ich erstaunt wie schwer es einige mit der Nica-Kultur haben… Alles in allem war es eine sehr reflektierende Woche, in der aber auch Spaß, Lachen und Baden nicht zu Kurz kam!

 

Ostereier färben mit den Kindern im Heim

Zwischenseminar auf Solentiname

 

 

 

 

Mit Lea auf dem Weg auf die einsame Insel

 

Wieder zurück in Granada, standen auch schon meine Eltern in der Tür. Während der Osterwoche (Semana Santa) durfte ich mein Nica-Leben zeigen. Tatsächlich waren meine Eltern von vielen Eindrücken eingenommen, die ich schon als normal sehe. Bin ich schon so anders? Das ging mir doch oft durch den Kopf, aber nein, es gibt kein Anders oder Komisch, ich würde sagen ich bin einfach angekommen und aufgenommen. In zwölf Tagen ging es einmal quer durchs Land, es gab deutsches Essen in meiner Gastfamilie und ganz viel Schokolade. Zum Abschied hatten sie noch die Ehre einen Tag mit mir auf der Arbeit zu verbringen. Sehr herzlich wurde die Mama von Sandra umarmt, Sandras Papa und Sandras Bruder zum Fussball aufgefordert.

Mit Kollegen und Bruder in Granada

Zur Feier des Tages – wann bekommt man schon Besuch von so weit her? – gab es Burger für alle Mädchen

Mit den Vorschulkindern unterwegs

Sonnenuntergang in Las Peñitas 

Wo? Wie? Was?

Was es heißt hier zu leben, sich wie eine Nica zu fühlen und Hitze zu spüren versuche ich euch ein wenig näher zu bringen. Ein kultureller Unterschied bedeutet nicht, dass es hier komisch, schlechter oder besser ist. Es ist einfach Nicaragua wie ich es liebe! Wie schon vorhin gesagt sind mir gerade in den letzten Tagen diese Unterschiede durch meine Familie so bewusst geworden.

 

Häuser

Fast jede Familie lebt in ihrem eigenen Haus, auch wenn es noch so eng ist, da man meist mit der ganzen Familie zusammen wohnt (da kommen auch mal mehr als zehn Personen zusammen). Mehrstöckige Häuser sind hier eine Seltenheit. Wenn man solche in Granada zu sehen bekommt, dann nur im Zentrum, wo diese meist Hotels oder auf einen reichen Inhaber zu schließen sind.

Die Häuser sind tagsüber meist offen, man sitzt im Schaukelstuhl vor seinem Hauseingang und genießt jeden Hauch von Wind der bei dieser Hitze weht. Genauso sind auch Zimmer meist durch Vorhänge abgetrennt, was jedoch Privatsphäre nicht ausschließt.

 

Fanilie und Schule

Familie wird sehr groß geschrieben in Nicaragua! Daher lebt man meist mit drei oder auch vier Generationen zusammen in seinem Haus. Dabei ist klar aufgeteilt, dass sich die Frauen um Wäsche, Küche und Haushalt kümmern, während tagsüber (in den meisten Fällen) die Männer arbeiten und die Kinder in die Schule gehen. Dadurch, dass Mädchen bereits mit ihrem 15. Geburtstag zur Frau werden (vergleichbar mit unserem 18. Geburtstag), wird tendeziell auch im Alter von 20 bis 25 das erste Kind geboren. Von der ganzen Familie wird das Baby gehegt und gepflegt, von der Oma verwöhnt.

Dass man enger miteinander lebt, merke ich daran, dass sich viele ein Zimmer teilen. Während ich in Deutschland an meinem eigenen Schreibtisch sitzen konnte, wird hier alles mit den Geschwistern geteilt. Auch die Eltern schlafen oft in einem Raum mit ihren Kindern.

Wie ich so wahrnehme, ist die deutsche Schulglocke sehr spät. Hier geht es bereits um sieben Uhr los mit dem Unterricht für die Sekundaria bis etwa mittags. Danach folgen die Schüler der Primaria (vergleichbar mit unserer Grundschule, jedoch geht diese bis zur 6. Klasse).  So ist es zumindest bei den privaten Schulen, die immerhin 20% der Schulen ausmachen. In den öffentlichen Schulen ist es eben andersherum (erst gehen die Jüngeren zur Schule und am Nachmittag die Älteren).

Außerdem spielt der katholische Glaube hier noch eine bedeutende Rolle. Vor Unterrichtsbeginn  wird in Gemeinschaft gebetet, der sogenannte Acto, und wöchentlich findet ein Schulgottesdienst statt.

 

Menschen und Mentalität

Mensch ist Mensch. Grundlegend fühlen, denken, lernen und arbeiten die Menschen hier genauso wie in Deutschland. Auch wenn es kulturelle Unterschiede gibt, heißt es nicht, dass die Menschen dadurch ein besseres oder schlechteres Leben haben!  

Meine Eindrücke der Nicas sind, dass sie immer lächeln, höflich und geduldig. Wenn es um eine Wegbeschreibung geht, nehmen sie sich die Zeit dir weiterzuhelfen bis du dein Ziel erreicht hast, wenn du in den Bus steigst, wird dir die Hand gereicht, dir wird geholfen deinen Rucksack zu verstauen und an der richtigen Ecke auszusteigen. Außerdem sind sie auch Meister im Small-Talk. Ein ‘¿Como estas?’ bekommt man eigentlich ständig zu hören.

Zudem gilt ein entscheidender Gedanke für die Mentalität: Komm ich heute nicht, komm ich morgen bzw. Kommt der Bus nicht, dann kommt eben der Nächste. Dass man dann lernt auch ein oder zwei Stunden am Straßenrand zu sitzen und bei jedem Motorgeräusch mit der Hoffnung auf den ersehnten Bus aufatmet da kommt er, enttäuscht ausatmet und  festellt, dass es nur ein PKW war, bringt Ruhe. Eine innere Ruhe und Gelassenheit.

 

Sicherheit

Am Anfang war ich sehr vorsichtig und ein wenig verunsichert, welche Wege ich eben alleine gehen darf und wo man dann doch lieber das Taxi nimmt. Auch wenn Nicaragua als das sicherste Land Zentralamerikas gilt, sollte man das nicht mit deutschen Sicherheitsmaßstäben vergleichen.

Generell ist gerade das touristische Zentrum Granadas sehr belebt und auch abends trifft man viele, die ihren Abend mit Freunden ausklingen. Wenn es jedoch schon acht Uhr abends ist, kommt dann doch ein unwohles Gefühl in mir auf und ich laufe auch nicht mehr alleine durch die Straßen. Ab dieser Uhrzeit fährt man mit dem Taxi und wohler fühle ich mich dann auch wenn ich mein Handy zuhause habe!

Das Unbekannte ist gefährlich, das Bekannte aber auch!

 

Verkehr

Mit dem Verkehr in Nicaragua ist das so eine Sache. Generell gilt wer zuerst hupt, fährt zuerst.

Das heißt auch, dass Granada mit genau einer Ampel auskommt und ansonsten mit einem sehr

Auch ich darf mal rauf (nur kurz)

verwirrenden Vorfahrtsprinzip für genug Straßenlärm sorgt.

Das häufigste Verkehrsmittel ist das Taxi, von denen es ausreichend hier gibt. Man winkt es an, sagt seine Zieladresse, verhandelt nich eben einen guten Preis aus (nie mehr als 20 Cordoba, etwa 60 Cent) und schon geht es los. Auf dem Weg werden meistens noch andere Menschen mitgenommen, die meistens in die gleiche Richtung wollen.

Für lange Strecken wählt man doch den Bus. Dieser ist nicht das schnellste Transportmittel, hölt für jeden Haltewunsch an und kommt meist nicht über die 40 km/h. Wenn ich also mit dem Bus nach Mangua möchte (47 km von Granada entfernt) plane ich etwa 1,5 Stunden Fahrtzeit ein.

Auch Pferdekutschen, Pferdekarren und Fahrräder nehmen am Straßenverkehr teil, werden viel angehupt und sind durchaus nicht die sicherste Variante. Wenn ich noch eben in die Stadt muss, dann verzichte ich gerne auf mein Rad und gehe zu Fuß.

 

Tiere

Einen Hund gibt es in fast jedem Haus. Nicht immer als Kuschelhaustier, sondern vielmehr als Wachhund. Aber auch auf der Straße und auf dem Markt findet man viele streuende Hunde, die jedoch sehr ängstlich sind. Angst machen manchmal auch die Wunden, die diese Streuner haben. Katzen sind ebenso aus Zwecksgründen in vielen Häusern zu finden, um nämlich Mäuse und Fledermäuse fernzuhalten.

Es gibt auch noch andere “Haustierchen”, die sich selbst als solche machen. Abends werden die Geckos aktiv, die dann an den Wänden kleben und Ungeziefer essen. Auch Moskitos machen sich besonders abends unbemerkt bemerkbar und spürbar!

wunderschön sind natürlich die Tiere in der freien Natur anzusehen: große farbenfrohe Schmetterlinge, Papageie, Faultiere, Affen, Schildkröten,…


Was noch fehlt

So sehr ich dieses Land und diese Menschen hier ins Herz geschlossen habe, wurde mir in letzter Zeit bewusst, was hier doch noch alles fehlt. Natürlich kann man den Lebensstandard nicht an deutschen Maßnahmen messen, aber als dann meine Familie mit einem deutschen Auge auf mein Nica-Leben schaute, wurde mir bewusst, dass abgesehen von der Kultur einiges noch für Probleme sorgt.

Es fängt an bei dem ganzen Müll, der auf der Straße landet, weil es kein richtiges Müllsystem gibt. Wenn die Entsorgung nicht an Straßenränden oder im Bach passiert, dann wird er einfach vor der Haustür verbrannt. Schwierig ist dies, weil es sich besonders um Plastikmüll handelt. Plastik als preiswerter Rohstoff ist immer im Einsatz: Saft wird aus Plastiktüten geschlürft; Kekse, Reis, Bohnen, alles wird in Plastiktüten verkauft.

Weiter geht es dann bei der großen Schere zwischen arm und reich. Während viele an der Armutgrenze leben, kommen reiche amerikanische Touristen nach Nicaragua und sorgen durch ihren Tourismus zwar einerseits für neue Arbeitsplätze, verdrängen aber gleichzeitig den Bauern und reißen die Preise nach oben. Ein Leben im Zentrum ist also nur für die Wohlhabend möglich und es entstehen viele Marginalgegenden, die hier bekannten Barrios.

Auch das Krankheitssystem erreicht den einfachen Nica nicht. Es gibt keine staatliche Versicherung, also jeder Arztbesuch und jedes Medikament wird aus eigener Tasche bezahlt, sprich kaum einer kann es sich leisten. Offiziell gibt es eine Grundversorgung im Centro de Salud (Gesundheitszentrum), aber wie ich von vielen sehe, wird dort nur zu den privaten Ärzten verwiesen.

Ohne immerfließend Wasser zu leben ist wirklich Alltag hier und sehe ich nicht als ein sehr großes Problem. Vielmehr liegt die Lücke darin, dass die Wasserleitung genauso wie auch Strom von der Regierung geleitet wird. Kurz, es wird abgestellt. Das kommt bei mir ziemlich oft vor, weil wir in der Nähe einer Fabrik wohnen, morgens gibt es dann kein Wasser für die umstehenden Häuser. Man stellt sich darauf ein, hat immer Wasserbecken für den Notfall, aber kann es wirklich sein, dass die Korruption in einer Demokratie so präsent ist?

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass ich das alles in ein paar Jahren lese und feststellen werde, wie angeglichen Nicaragua an den hohen westlichen Standard sein wird. Ob das gut ist? Sicherlich in einigen Aspekten, aber Nicaragua ist so wie es ist einfach wunderschön und begeistert mich jeden Tag.

Ich hoffe ihr habt einen kleinen Eindruck von meinem Leben hier bekommen und wisst das ich mich pudelwohl fühle (besonders neben meinem Ventilator!). Ja, es ist gerade äußerst heiß und wir warten sehnsüchtig auf den Regen.

 

Eure Sandra

 

P.S. Seit März habe ich auch mein Visum, das heißt ich kann mich endlich offiziell als Nica ausweisen!

 

Das kommt mir (nicht mehr) spanisch vor…

Dienstag, 20. März 2018 von Jan Kaatze

“Wie schnell die Zeit vergeht…” – diesen Satz will wahrscheinlich keiner gerne hören, doch gerade in letzter Zeit wird mir immer mehr bewusst wie wahr er doch sein kann. Vor über 7 Monaten stieg ich in das Flugzeug, welches mich für ein Jahr in ein völlig fremdes Land bringen sollte. Alles war neu und anders: Die Leute, das Essen, die Sprache… wie sollte ich mich jemals an all das gewöhnen können? – dachte ich mir.

Jetzt nach dem halben Jahr voller guter aber auch schlechter Erfahrungen stelle ich fest, wie normal alles um mich herum geworden ist. Das schon früh morgens der übliche “Alltagslärm” beginnt wird nicht mehr hinterfragt sondern im Gegenteil – an einem ruhigen Morgen fehlt irgendetwas. Auch das Essen welches sich am Anfang so überhaupt nicht mit meinem Magen vertragen wollte wird nun mit Genuss gegessen und kommt definitiv in meinem imaginären Kochbuch zu den Favoriten!
Ich kann also zufrieden sagen: “Ich bin endlich angekommen und hab meinen Platz hier gefunden!

Bin ich also schon Mexikaner!?    Nein… auch wenn ich oft als Enkel oder entfernter Verwandter vorgestellt werde ( was sogar schon geglaubt wurde..:D) bin ich mit einem Augenzwinkern immernoch der Andere, der aber irgendwie doch schon dazu gehört. Das kann oft sehr schwierig sein, weil man manchmal vor allem unter Freunden gerne so richtig dazugehören würde und doch bleibt man halt der Deutsche.
Was ich damit sagen will ist, dass ich zwar in diesem Sinne anders bin was in einer guten Freundschaft jedoch letztendlich völlig egal ist.

Und das ist es ja auch, was einen Freiwilliegendienst ausmacht. Man hat die Möglichkeit einmal so richtig in die Kultur einzutauchen auch wenn man eigentlich nicht dazu gehört und es nur für ein Jahr ist. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Dinge fallen mir ein, die ich im Projekt noch machen möchte. Man sollte also nicht die Tage zählen die schon vergagen sind, sondern die Tage die noch vor einem liegen schätzen.

Sooooo…

Damit jetzt nicht nur viel theoretisches Gerede diesen Blogeintrag dominiert, erfahrt ihr nun was ich in der letzten Zeit so gemacht habe.

Wie schon erwähnt verbringe ich einen sehr großen Teil meiner Zeit im Garten der Schule und arbeite dort mit den Kindern. Mit dem Beginn des neuen Jahres hat nun jede Klasse ihr eigenes Projekt im Garten angefangen. In den jüngeren Klassen werden dann bespeilsweise Sonnenblumen oder Tomaten gepflanzt, gepflegt und später geerntet und gegessen. Somit sollen die Kinder ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie eigentlich die Lebensmittel entstehen, die sie Zuhause essen und natürlich auch wie wichtig generell Planzen für unser Leben sind.

Mmh… Die ersten Tomaten sind bereits reif

Aus Kräutern des Gartens wurden Heilmittel selbergemacht…

Die größeren Schüler bis zur 9. Klasse haben ein gemeinsames Projekt, in denen sie Sukkulenten kultivieren um diese später zu verkaufen. Sukkulenten sind sehr wasserhaltige Pflanzen, welche vor allem an trockene Gebiete angepasst sind. Die wohl bekanntesten dieser Art sind die Kakteen. Obwohl diese Pflanzen sehr pflegleicht sind, ist die Vermährung dieser ziemlich kompliziert und dauert sehr lange, wesshalb sie teuer zu kaufen sind. Durch dieses Projekt sollen die Kinder auch einen Einblick in den Bereich des Verkaufens bekommen, was für einige später vielleicht hilfreich sein kann.

Der Spinat kann schon geerntet werden

Bei allen Projekten helfe ich mit und da durchgehend aus irgendeiner Klasse Kinder für ihre Projekte in den Garten kommen habe ich immer etwas zu tun, was mir sehr viel Spaß macht.

Und der Zirkus..?

Zur Zeit gibt es nicht viel Neues zu berichten aber der Zirkus läuft weiter… Dank den ersten Aufführungen im Winter kamen die Kindern mit einer viel stärkeren Motivation aus den Ferien zurück, was mir zeigte, wie gut das Projekt bei den Kindern angekommen ist. Fast nach jeder Stunde kann man immerwieder kleine Erfolge sehen, wenn der Trik dann doch noch geklappt hat, oder das Jongliern mit drei Bällen endlich glückt. Gerade dann merkt man: Aller Aufwand hat sich letztlich gelohnt!!
Seit einiger Zeit trainieren wir nun auf die nächste Aufführung im April hin, wo es dann viele neue Dinge zu sehen gibt…

 

Und sonst so?

Gerade in letzter Zeit stand Reisen und die Umgebung kennenlernen auf dem Programm, wozu ich die Wochenenden nutzte. Nachdem ich das erste halbe Jahr noch fast gar nichts außerhalb meiner Stadt gesehn habe, wollte ich dies nun nachholen. Hier lasse ich am Besten die Bilder für sich sprechen…

Die Halbwüste vor Zacatecas

Über den Dächern von Zacatecas

Diese Schienen galt es hochzuklettern um in die Schlucht hinter der Schule zu kommen…

Eine der wichtigsten Kirchen in meinem Umfeld – San Juan de los Lagos

Bis dann

Euer Jan

 

Ein Abschied auf unbekannte Zeit

Montag, 12. März 2018 von Lea Feldhaus

Hallo ihr Lieben,

Was bedeutet es eigentlich, wenn man von Abschied spricht? Ist es ein „nicht mehr wiedersehen“? Oder eher ein „Ich kenne dich nicht mehr, obwohl du mir gegenüber stehst“? Ist es für immer oder nur vorübergehend? Gibt es einen Weg, das Geschehene rückgängig zu machen oder muss man es akzeptieren? Und gibt es den einen Weg wie man „Tschüss“ sagt?

Das sind Fragen, die mir immer wieder in den letzten Tagen und Wochen in den Kopf gekommen sind. Eigentlich hatte ich gehofft und gedacht, mich bis Juli nicht mit dem Thema Abschied auseinandersetzen zu müssen. Doch ich habe nicht bedacht, dass es unzählige Arten von Verabschiedungen gibt. Und man weiß nie richtig, wie es kommt. Auf einmal wird es Zeit, Abschied zu nehmen und ich kann euch versichern, obwohl ich wusste, dass dieser Moment kommen wird, so war ich doch überfordert.

Wieso schreibe ich das alles nieder? Vor einiger Zeit ist eine nahe Verwandte gestorben. Und neben der Tatsache, dass ich knapp zehntausend Kilometer entfernt von ihrem Heimatland wohne und ich daher nicht zur Beerdigung kommen konnte, kommt auch noch dazu, dass die hiesige Kultur ganz anders trauert als die meinige. Natürlich. Aber für mich war das eine komische Erfahrung. Als ich meiner Mentorin erzählt habe, was passiert ist, war ich von ihrer Reaktion völlig überrascht. Meine „mamá nica“ saget mir ganz trocken ins Gesicht: „Das tut mir leid. Aber ich möchte dich nicht weinen sehen. Du darfst dich heute Abend mal in deinem Zimmer verkriechen, für zehn Minuten. Aber jetzt nicht. Kannst du mir bitte noch das Bild zu Ende zeichnen?“ Das war alles. Was ist da passiert? Ich habe nicht um Mitleid oder etwas Ähnliches gefragt, aber ein bisschen Einfühlsamkeit hatte ich doch erhofft. Schließlich bedeutet Tod ja auch immer ein Abschied auf unbekannte Zeit.

Ein bisschen mehr habe ich das Ganze eine Woche später verstanden. Denn Gott hat seine eigenen Wege. Am Tag der Beerdigung in Deutschland habe ich natürlich viel an meine Familie gedacht. Ich verbrachte den Tag aber in Managua, um – endlich – mein Visum abholen zu können. Gegen elf Uhr rief mich Mar an, um mir mitzuteilen, dass nun auch in Juigalpa eine Anghörige meiner Gastfamilie gestorben sei. Für mich eine sehr komische Erfahrung, war ich in meinen Gedanken noch gar nicht richtig bereit, mich auf etwas derartiges einzulassen. Trotzdem bin so schnell wie möglich zurück, um alle zu unterstützen. Denn hier wird ganz anders getrauert. Stirbt jemand am Morgen des einen Tages, so versammeln sich bereits in der Nacht alle Verwandten und Freunde im Haus des Toten, um sich von ihm zu verabschieden, an ihn zu erinnern und die jeweils anderen zu trösten. In nur vier Stunden werden alle benachrichtigt, die Beerdigung und das Requiem vorbereitet und alle notwendigen Dinge organisiert. Dank der Visumssache kam ich erst spät hinzu, und vielleicht deshalb, aber ich habe am ganzen Abend nur eine Handvoll Personen weinen sehen. Dazu muss man sagen, dass es über hundert Menschen waren. Gemeinsam wurde der erste Rosenkranz gebetet. (Denn es folgt die novena. Neun Tage lang werden im Haus mittags eine Kurzfassung und abends der komplette Rosenkranz gebetet. Als Erinnerung und Geleit des Toten.) Bereits einen Tag später findet die Beerdigung statt. Das ist vorgeschrieben. Und als ich zu meiner Chefin sagte, in Deutschland sei es oft eine Woche später, sah ich ein leicht verwirrtes Gesicht vor mir. Es spiegelte ziemlich genau das wieder, was ich bei den Worten „morgen“ und „Beerdigung“ empfunden habe… Am Freitag also war es so weit. Der Priester hat eine – ziemlich normale – Messe gehalten, den Sarg gesegnet und ist dann gegangen. Denn was am Grab passiert, ist Sache der Familie. In einer Prozession lief die Trauergemeinde bis zum Friedhof. Ich war bereits einige Male vorher an diesem Ort und habe mich gefragt, wieso so viel Beton da ist, aber jetzt verstehe ich es. In kompletter Stille, ohne Gesang, ohne Segen wurden auf das Loch im Boden die Platten gelegt und verputzt. Der Sarg wurde wortwörtlich eingemauert.

In diesem Moment hatte ich das Gefühl, doch irgendwie Abschied nehmen zu können. War ich den Tag vorher nicht in Deutschland, so fühlte es sich ein bisschen so an, als wäre ich es jetzt. Obwohl es natürlich ganz anders war. Aber ich verstand auch auf einmal, was meine Mentorin zu mir sagte. Es ist die Art, hier zu trauern. In nur 24 Stunden „Adiós“ zu sagen, ermöglicht es nicht, es zu realisieren. Denn von einem Moment auf den anderen geht es schnell. So viel ist zu tun, dass die Gefühle manchmal auf der Strecke bleiben und erst viel später, wenn man alleine ist und Ruhe einkehrt, nach oben kommen. Natürlich ist die Stimmung gedämpfter, alle betrübter, doch ich habe auch gemerkt, dass eben viel weniger nach außen gezeigt wird. Trage ich in Deutschland Schwarz als Zeichen der Trauer, so kommen hier auch noch Blau und Weiß dazu. Je nachdem, wie nah du dem Toten stehst und was du ausdrücken möchtest. Weiß als Friedensfarbe ist immer angebracht.

All diese Erkenntnisse und Gedanken haben mich sehr beschäftigt. Ich habe lange überlegt, ob ich sie mit euch teilen soll oder nicht. Aber ich glaube, dass es ebenso Teil meines Freiwilligendienstes in Nicaragua ist wie all die fröhlichen Erlebnisse. Und damit sollte es auch Platz in diesem Blog finden.

Ich schicke euch ganz viele Drücker von hier. Ich denke an euch

LEA