3 Wochen in México – Gartenarbeit, Cuervi und Geschenke

Weitere drei Wochen sind nun vergangen, seitdem ich in México angekommen bin und jeden Tag lerne ich die Stadt und die Menschen hier ein bisschen besser kennen und lieben.

La Barranca – Die Schule beginnt…

Vor zwei Wochen hat für die rund 360 Schüler aus La Barranca die Schule angefangen und auch für mich heißt es nun um sechs Uhr früh aufstehen, Rucksack packen und mit dem Bus in die Schule fahren. Am Anfang war das sehr anstrengend, mittlerweile habe ich mich ganz gut daran gewöhnt und die Aussicht, die jeden Morgen in La Barranca auf mich wartet, lässt mich alle Müdigkeit vergessen.

 

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Derzeit habe ich noch keinen festen Stundenplan, aber ich versuche immer dort zu helfen, wo Unterstützung benötigt wird. Oft bin ich in der zweiten und in der sechsten Klasse im Unterricht dabei, in den Pausen spiele ich mit den Kids auf dem Schulhof, das macht mir sehr viel Freude, allerdings lachen sie häufig wegen meiner Aussprache :D.

Ich bin zwar erst seit zwei Wochen in der Schule, dennoch kann ich jetzt schon sagen, dass mir die Unterrichtsmethodik hier sehr gut gefällt. Auch die Themen, die in La Barranca behandelt werden, empfinde ich als sehr sinnvoll und berreichernd für das weitere Leben. Hier wird vorallem auf nachhaltiges Handeln großen Wert gelegt, sowie auf Teamwork und die individuelle Förderung der Kids durch verschiedene, kreative Angebote im Unterricht. So wird der Unterricht begleitet mit Musik und Kunst, dennoch kommen Fächer wie Mathematik oder Spanisch nicht zu kurz. Mir gefällt auch sehr gut, dass die Kinder hier immer wieder von den Lehrern motiviert werden und das in den Klassenzimmern eine positive Stimmung herrscht. In Deutschland hat mir das teilweise echt gefehlt.

Besonders viel Zeit verbringe ich derzeit im Huerto (Garten). Dort lernen die Kinder Gemüse anzupflanzen und zu pflegen, einen Kompost anzulegen und natürlich viel über die Tiere die sich im ,,Garten” befinden. Die älteren Schüler erklären den jüngeren Schülern was zu tun ist und helfen ihnen bei ihren Aufgaben. Auch ich muss noch einiges über die Pflanzen lernen, aber es macht mir sehr viel Freude dort zu arbeiten, wobei  ich zugeben muss, dass ich ein bisschen Angst habe vor den Spinnen, die überall rumkrabbeln und teilweise sehr giftig sind.

 

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Seit einer Woche besuche ich in La Barranca einen Spanisch-Kurs auf Englisch, der mir sehr viel Spaß macht und wirklich viel bringt. Ich verstehe auf Spanisch sehr viel, kann aber meistens nicht so gut antworten und hoffe, dass ich das durch den Sprachkurs lerne,  poco a poco – „Stück für Stück“.

Wochendendaktivitäten und Freizeit

Nach der Schule fühle ich mich oft sehr erschöpft. Hier gibt es zwar keine Mittagsschule, dafür geht der Unterricht jeden Tag von 7:30 bis 14.30 Uhr. Bis ich mit dem Bus zu Hause angekommen bin, ist dann meistens schon 16 Uhr und wir haben noch kein Mittag gegessen. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen, deshalb mache ich nach der Schule meist nicht viel, außer spanische Serien auf Netflix zu schauen (Casa de Papel ist meine Empfehlung No. 1 für alle die mit einer sehr coolen Serie Spanisch lernen wollen ;D), mit Haydée Joggen zu gehen oder in der Innenstadt einen Kaffee zu trinken.

Am Wochendende treffen Haydée und ich uns meistens mit Freunden um zu chillen, zu singen und zu tanzen. Chapultepec ist hierfür meistens Place-to-be, da es dort nicht nur viele Cafés und Bars mit Fußball – Live-Übertragungen gibt, sondern weil dort auch oft Bands auftreten und es die Möglichkeit gibt, Karaoke zu singen. In México gehört Karaoke zu jeder guten Party dazu und so kann ich nach weniger als einem Monat schon einige Lieder auf Spanisch mitsingen.

In den letzten Wochen konnte ich zwar viele Unterschiede zwischen Deutschland und México feststellen, eine Sache ist jedoch in beiden Ländern gleich: Die Liebe zum Fußball. (Was ein Glück für mich :D!!) Also habe ich mich direkt in der zweiten Woche auf die Suche nach einer Mädelsmannschaft gemacht. – Mit Erfolg!

Samstags verbringe ich meine Zeit nun auf dem Fußballplatz. Am 25. August hatte mein erstes Fußballspiel, ein sehr bedeutender Moment für mich. Meine Kollegin Carina aus La Barranca hat mich mitgenommen um in ihrer Mannschaft ,,Cuervi“ mitzuspielen. Da keiner im Team Englisch spricht, habe ich einfach versucht so gut es geht den spanischen Anweisungen unseres Kapitäns zu folgen, ich habe mich aber auf der rechten Flügelposition, die ich auch in Deutschland innehatte, ganz sicher gefühlt. Das Spiel haben wir zwar 5:4 verloren, für mich war es aber trotzdem ein voller Erfolg und wieder Mal der Beweis dafür, das Fußball Menschen auf der ganzen Welt  verbindet. Besonders cool finde ich, dass in México jedes Spiel von einem Kommentator kommentiert wird, das macht eine ganz andere Atmosphere und die Zuschauer fiebern richtig mit.

 

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Mariachi Festival

Letzte Woche war ein kleines ,,Festival” in der Innenstadt von Guadalajara, Mariachis aus ganz México sind dort aufgetreten und haben das Publikum begeistert. Natürlich habe ich mir das nicht entgehen lassen und bin zusammen mit Geovanny, meinem Mitbewohner, zu den Aufführungen gegangen. Die traditionelle mexikanische Musik gefällt mir sehr gut und es ist einfach spannend den Mariachis beim Tanzen zuzuschauen.

 

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Cirque du Soleil

Am Donnerstag, den 30. August, wurde ich von meinen Arbeitskollegen überrascht, die mir zwei Karten für den ,,Cirque du Soleil”, einen weltbekannten, kanadischen Zirkus schenkten. Haydée und ich, sowie einige andere Lehrer der Schule schauten sich abends das Spektakel an und ich kann nur sagen: es war atemberaubend. Ich bin meinen Kollegen sehr dankbar für das rießige Geschenk, dass sie mir mit den Karten gemacht haben. Die Bühnenschau war phänomenal, begleitet von lateinamerikanischer Musik.

 

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Diese Woche werde ich endlich meinen festen Stundenplan bekommen, ab dann habe ich feste Unterrichtszeiten und darauf freue ich mich schon sehr. Außerdem ist am 16. September der Unabhängigkeitstag in México und ganz Guadalajara ist jetzt schon voller Vorfreude, die Häuser werden dekoriert und in der Schule wird eine Zeremonie einstudiert. Natürlich werde ich in meinem nächsten Blogeintrag davon berichten.

Un abrazo fuerte und liebe Grüße aus dem schönen México,

eure Anna