Schon wieder Stromausfall?

Hola y bienvenidos, meine Lieben!

Ich finde endlich eine ruhige Minute um meine Gedanken und Erlebnisse zu rekapitulieren.

Wo fange ich an?

Der Hinflug war sehr entspannt. Ich bin mit KLM über Amsterdam nach Lima geflogen und hab mich rundum versorgt gefühlt. Als ich im Flugzeug den Film “wonder“ schaute, wurde mir erst richtig klar, dass ich nun für ein Jahr von meiner Familie und meinen Freunden getrennt sein werde und die ein oder andere Träne kullerte mir über die Wange.

Als ich dann endlich ankam, erwartete mich der erste kleine Kulturschock. Ich schnappte mir schnell meine Koffer und eilte in die Empfangshalle, wo ich auf ein Chaos von Menschen traf, bei dem es mir unmöglich war meinen Fahrer zu finden.

Die Landung in Lima, der 10-Millionen-Stadt, am frühen Abend war für den Jetlag zwar gut, aber ab 6 Uhr ist es schon dunkel und somit sind die Straßen nicht mehr so sicher: an jeder Ampel wollte jemand ins Auto steigen oder uns etwas verkaufen, Feuer an den Straßenecken und unglaublich viel Verkehr, sodass wir für eine Strecke von 40 km 3 Stunden gebraucht haben.

Die Wüstenstadt Ica.

Nachdem ich am Mittwochnacht in CIMA ankam, ging es am ersten Wochenende direkt auf einen Ausflug. Die zwei deutschen Jungs in meinem Projekt hatten einen Trip in die Wüstenstadt Ica geplant und mich dazu eingeladen und da im Projekt am Wochenende nur sehr wenig los ist, willigte ich natürlich ein. Es ging also am Freitagnachmittag nach Lima, wo wir in einem Hostel in der Nähe des Busterminal übernachteten, um am nächsten Morgen um 6 Uhr den Bus zu nehmen. In Ica angekommen buchten wir eine Tour, die uns zur Huacachina Oase mit Sandboarding, einer Weinprobe mit Pisco Sour, dem Nationalgetränk Perus, Besuch der Islas Ballestas, den kleinen Galapagos-Inseln und dem Paracas-Nationalpark. Die Dünen einer der trockensten Wüsten der Welt, der Atacama-Wüste, waren überwältigend und insgesamt war es ein sehr abenteuerliches erstes Wochenende in Peru.

 

Reserva Nacional de Paracas
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im Paracas-Nationalpark
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Cieneguilla.

Cieneguilla, der Distrikt in dem ich wohne, hat sehr viele schöne Ecken, da überwiegend die „Oberschicht“ hierher kommt, um dem Trubel der Stadt zu entkommen und das mildere Klima zu genießen. Wenn man durch das Dorf läuft, sieht man viele Villen, Resorts und Restaurants. Im Tambo Viejo, der „Altstadt“ von Cieneguilla ist sehr viel Leben: die Leute kaufen auf dem Markt mit den vielen Ständen, es wird jeden Tag bis in die Nacht auf der Plaza de Armas getanzt und die Tuktuks reihen sich am Straßenrand.

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ein Café in Cieneguilla
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CIMA.

In meinem Projekt CIMA, einem Heim und Bildungszentrum für sozial benachteiligte und obdachlose Jungen, sieht es jedoch ganz anders aus. Hier leben um die 80 Kinder in 6 Pavillons, die nach Alter und den jeweiligen Schwierigkeiten (Alkohol, Gewalt) aufgeteilt sind. Die Kinder haben die Möglichkeit in unterschiedlichen Workshops mit Stoffmalerei, Musik oder Computerkursen ihre Kreativität zu entfalten. In diesen Workshops und auch in der Administration helfe ich mit und unterstütze die Kinder.

Ich wohne zusammen mit anderen Freiwilligen in einer Wohngemeinschaft auf dem Gelände des Projekts. So habe ich immer die Möglichkeit, viel Zeit mit den Jungs zu verbringen und ihre überaus herzliche und liebenswerte Art kennenzulernen. Nach einer Woche hat man sich auch schon daran gewöhnt, dass es ab und zu kein Wasser gibt, von warmen Wasser ganz zu schweigen , und dass der Strom auch des Öfteren ausfällt. Man merkt mit der Zeit, dass es viel wichtigere Dinge im Leben gibt, als jeden Tag eine heiße Dusche zu genießen.

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Fußball spielen mit den Kindern
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So viel zu meinen ersten Tagen in Peru, in denen ich schon so unglaublich viele Dinge erlebt habe. Ich bin gespannt auf alles was noch auf mich zukommen wird und werde euch auf dem Laufenden halten.

Laura

 

“All journeys have secret destinations of which the traveler is unaware.”– Martin Buber