Erste Woche – Erste Erfahrungen

Nun lebe ich schon mittlerweile seit einer Woche hier in Uganda und es kommt mir immer noch so vor als hätte ich mich erst gestern von meinen Freunden und meiner Familie verabschiedet…

Der Flug nach Uganda verlief relativ reibungslos und ich konnte die erste afrikanische Luft bei einer Zwischenlandung in Äthiopien einatmen. Von dort aus flog ich dann direkt nach Entebbe, dem Flughafen in Uganda. Auf dem Flug dorthin konnte ich bereits die Landschaft Ugandas aus dem Fenster beobachten. Entweder sah man große grüne Flächen oder man sah vereinzelte Städte, welche durch orangene Striche, den Straßen, verbunden waren. 

Als ich etwas müde aus dem Flieger ausstieg begrüßte mich meine Mentorin Penelope herzlich und wir machten uns auf den Weg nach Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Auf dem Weg dorthin fielen mir sofort Unterschiede im Verkehr auf. In Uganda herrscht Linksverkehr, wovon man aber stellenweise nicht viel mitbekommt, da die meisten Motorradtaxis (auch Boda Bodas genannt) gerade dort fahren, wo Platz ist, auch wenn das mal eben die andere Straßenseite ist. Auch manche Taxibusse verfolgen dieses Prinzip. Dennoch erreicht man am Ende des Tages doch irgendwie sein Ziel. 

In Kampala angekommen kam ich erstmals in den Genuss einer Fahrt mit einem solchen Boda Boda, welche überraschend angenehm verlief. Ebenso konnte ich Bekanntschaft mit den Taxis dort machen, in denen man sich auf engstem Raum mit bis zu 14 anderen Reiselustigen die Zeit vertreiben darf. Nachdem wir in Kampala einige Dinge erledigt haben ging es dann auf zu meiner Gastfamilie, welche etwas außerhalb des Zentrums in Kampala wohnt. Dort erwarteten mich die Gast Mutter Hellen und ihr Sohn John, der 10 Jahre alt ist. Noch am selben Abend haben wir die Verwandtschaft meiner Gastfamilie besucht, was für mich eine komplett neue Erfahrung war, da den ganzen Abend zum größten Teil Luganda (die Landessprache Ugandas) gesprochen wurde und ich das erste Mal in einer größeren afrikanischen Familie war. Dennoch war es ein sehr schöner Abend, da mir die meisten mit Englisch entgegen kamen. Nach diesem anstrengenden Tag hatte ich Sonntags Zeit mich auszuruhen, bis es dann am Montag zur Sprachschule ging…

Dort traf dann meine „Mitschüler“ für diesen Monat, in dem ich Luganda lernen werde, welche wie ich weltwärts-Freiwillige aus Deutschland sind. Zusammen mit unserem Lehrer Jackson lernen wir nun in einer kleinen Gruppe von 6 Personen Montags bis Freitags Luganda. Anfangs war die neue Sprache noch sehr gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit hat es dann immer mehr Spaß gemacht diese komplett unterschiedliche Sprache zu lernen. Noch mehr Spaß macht es die Sprache zu lernen, wenn man sie auch im Alltag benutzen kann: So konnte ich bereits einem Boda Boda Fahrer meine Wertschätzung für die Fahrt zeigen, indem ich ihm mit einem „Weebale, ssebo“ dankte. Auch auf meinem Fußweg zur Schule oder nach Hause kann ich das Gelernte einsetzen, wenn mich zum Beispiel Kinder mit „Muzungu“ (Weißer) oder „Bye“ begrüßen und ich selbstbewusst mit „Muli mutya?“ (Wie geht es euch?) antworten kann. Oft lachen die Kinder dabei, da sie, wie Jackson uns erklärte, nicht damit rechnen, dass ein „Muzungu“ ihre Sprache spricht.

Unsere Gruppe beim Luganda lernen

 

4 Freiwillige – 2 Boda Bodas

In den ersten Tagen wurde ich noch von meiner Gastmutter mit dem Auto zur Schule gefahren. Aber mit der Zeit musste ich gezwungenermaßen selbst lernen den Weg nach hause zu finden. Anfangs hatte ich zwar noch Schwierigkeiten das richtige Taxi zu finden, aber mit der Zeit und der freundlichen Unterstützung von Google Maps fand ich mich immer besser zurecht. Und selbst wenn man mal irgendwo feststeckt findet man immer einen netten Boda Boda Fahrer, der einen sicher zum gewünschten Ort führt. Als sichere Alternative zu Boda Bodas kann man sich auch ein sogenanntes „Safe Boda“ heranwinken, welche den Vorzug haben, dass die Fahrer die Straßenregeln einigermaßen beachten und man manchmal von ihnen einen Helm bekommt. Momentan fahre ich lieber Boda Boda, da es um einiges angenehmer ist, als mit 14 Anderen eingeengt in einem Taxi zu sitzen. Außerdem ist man damit aufgrund der zahlreichen Staus in Kampala schneller, da die Fahrer wie bereits beschrieben jede kleine Lücke ausnutzen können, um voranzukommen. Ich hoffe, dass ich bei meinem nächsten Bericht dann immer noch von den Boda Bodas schwärmen kann und nicht teil eines Unfalls werde, weil dieses Risiko mit einem Boda Boda dann doch um einiges größer ist als mit einem Taxi.

 

Ich werde euch in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten.

-Max