Per Drache nach Kambodscha

Es begab sich an jenem Morgen des 7. August 2018, als unsere Reise nach Kambodscha starten sollte, jedoch nicht ohne Herausforderungen, wie sich herausstellen sollte. Schon bereits im voraus hatten wir einige Probleme bei der Visa-Beantragung (z.B. haben wir ein Visum für ein Jahr beantragt und eins für drei Monate erhalten). Nichts von der bevorstehenden „Katastrophe“ ahnend machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt um unser Gepäck noch aufzugeben und dann das Flugzeug nach Hong Kong zu nehmen. Eingecheckt hatten Miriam und Ich bereits zuhause online. Die netten Damen am Schalter von „Cathay Airways“ stellten uns dann allerdings vor die Tatsache, dass die Fluggesellschaft uns anscheinend nicht mitnehmen müsste, da unsere Visa (aktuell noch) zu kurz für unseren geplanten Aufenthalt sind. Daher könnte uns Kambodscha die Einreise verwehren. Nochmal auschecken um die Rückflugtickets umbuchen zu lassen? Unmöglich, wenn wir noch rechtzeitig durch die Sicherheitskontrollen und pünktlich zum Boarding kommen wollen… Hinflug verschieben? Auch nicht so optimal… Irgendeinen Wisch unterschreiben, dass wir, falls uns Kambodscha nicht einreisen lässt, die Kosten der Rückreise übernehmen? Mit dem Kindermissionswerk telefoniert, gesagt, getan (das Reisebüro hat dann während unserm Flug unsere Rückflugtickets umgebucht, für den Fall der Fälle). Zumindest konnten sie unsere Sitzplätze noch so umlegen, dass wir nur noch zwei Reihen statt 20 auseinander saßen, vielleicht ließe sich mit unseren Sitznachbarn noch über tauschen reden. Erleichtert, aber etwas gestresst, betraten wir den riesigen Tripel-7-Stahlvogel.

Los geht’s mit dem Flieger nach Hong Kong

Dort erwartete uns dann die nächste Überraschung – diesmal allerdings eine gute – zumindest für mich: aufgrund irgendwelcher Umbuchungen wurde ich kurzerhand in die Premium Economy umgesetzt. Naja, dann saßen wir halt doch wieder weiter auseinander. Den Großteil des Fluges wurde meine Schlafakkus wieder aufgeladen. Unsere Zwischenlandung hatten wir nach etwas mehr 11 Stunden in Hong Kong. Ein monster-riesen Flughafen mit über 500 Gates, der jedoch trotzalledem ziemlich übersichtlich war.

Zwischenlandung in Hong Kong

Von Hong Kong aus ging es für uns dann mit „dem Drachen“ (Hong Kong Dragon Airlines) weiter. Aufgrund der Regenzeit ist aktuell ganz schön bewölkt. Um so aufregender war es also, als die Landung begann, das Flugzeug nach und nach die Wolkendecke durchbrach und wir immer mehr vom Land und seiner Hauptstadt Phnom Penh zu sehen bekamen. Dort angekommen hatten wir soweit dann doch keine Probleme bei der Einreise. Herzlichst von unserem Taxifahrer empfangen ging es in einem Lexus-Geländewagen unter arktischen Temperaturen gen Kep, einer kleinen Stadt im Süden des Landes, direkt am Golf von Thailand. In der „Don Bosco Technical School Kep“ werden wir die nächsten Wochen einen Sprachkurs in der Landessprache Khmer machen, bevor es dann für mich weiter nach Battambang in mein Projekt geht. Vorbei an zahlreichen Werbeplakaten für das deutsche Premium-Bier „Ganzberg“ (Wer kennt das und kann uns sagen, obs das auch in Deutschland gibt?) und unmengen an kleinen Läden bei deren Anblick uns klar wurde, dass wahrscheinlich mindestens zehn Kilo unseres Gepäcks überflüssig sind.

Beim Aussteigen erschlug uns das feucht-heiße Wetter nahezu. Nachdem uns von einer sehr freundlichen Sekretärin unser Zimmer im Bereich „no men older than 2 allowed after this area“ gezeigt wurde, genossen wir unsere erste Mahlzeit in Kambodscha: Reis. Auch den Projektleiter und seinen unschlagbaren Humor durften wir anschließend endlich kennenlernen. Nach einem ereignisreichen Tag und einem Abendessen, bei dem wir noch zwei etwas ältere Freiwillige kennengelernt haben, ging es dann ab unters Moskitonetz. Unsere erste Nacht in Kambodscha.

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Am nächsten Morgen, nach einer kurzen kulturellen Einführung, hieß es dann für uns zurück auf die Schulbank, wo wir unsere ersten wackeligen Schritte auf Khmer wagten. Einige Klangfarben scheinen für uns schier unmöglich aussprechbar, wir werden an den Rand der Verzweiflung getrieben. Aber unsere Lehrer sind sehr geduldig mit uns. Immer wieder wiederholen wir die Phrasen „Hallo, wie geht es dir? – Mir geht es gut und dir?-….“. Wir fühlen uns wie in die 1. Klasse zurückversetzt, wenn wir zeilenweise das Schreiben/ Malen der 5 von etwa 70 Buchstaben, die wir schon gelernt haben, üben. Sogar Hausaufgaben kriegen wir auf.

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Zum Glück brauchen wir unsere Khmer-Kenntnisse nicht, wenn wir mit unseren zwei eher unerwünschten Mitbewohnern kommunizieren: Sir Monster-Spider und Miss Tausendfüssler, die in unserem kleinen Bad leben (beide sind mittlerweile wieder ausgezogen)….

Am Samstagnachmittag hieß es dann Stollenschuhe und Trikot an und ab auf das ziemlich matschige Fußballfeld. Also natürlich nicht für uns, sondern für einige Schüler. Im strömenden Monsumregen ähnelte das Spiel teilweise zwar eher einer Rutschpartie, aber das hielt keinen vom weiterspielen ab.

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Auch neue Eindrücke von Kep haben wir dieses Wochenende gesammelt. Als am Sonntag der alltägliche Regen um die Mittagszeit aus blieb, haben wir uns auf den Weg Richtung Kep Beach gemacht. Entlang einer ewig-lang-scheinenden Straße, zur Linken eine von Dschungel überzogene Hügelkette, zur Rechten das Meer, vorbei an Vishnu, einer göttlichen Gestalt des Hinduismus, bis zum Krabben Markt. Die Hitze hat uns dann allerdings etwas umgehauen, es war um einiges wärmer als die Tage davor, was wir nicht erwartet hätten. Deswegen sind wir dann doch nicht bis zum Strand gelaufen, sondern sind lieber auf dem Rückweg noch in ein Café gegangen…

Hier ein paar kleine Impressionen von unserer Entdeckertour:

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Also insgesamt ist alles Roger in Kambodscha!
Viele Grüße und bis bald!

Golf von Thailand – wegen der Regenzeit gerade leider sehr stürmig