Endspurt… nur noch 3 Monate

Jetzt heißt es Endspurt! Die letzten Monate stehen an und es fühlt sich trotzdem so an, als ob ich erst letzte Woche in Cebu gelandet bin. Klingt komisch aber ich kann es einfach nicht glauben, dass schon fast 10 Monate herum sind. Die Zeit verfliegt so schnell und ich bin so unglaublich froh über die tollen Erfahrungen, die ich in den letzten Wochen und Monaten erleben durfte.

Nachdem meine Eltern im März wieder ihre Rückreise nach Deutschland angetreten haben, blieb ich allein in den Philippinen zurück. Nach so viel deutschen Gesprächen und Urlaub fiel es mir anfangs etwas schwer wieder in den philippinischen Alltag reinzukommen. Nach einigen Tagen hatte ich dann aber auch wieder mein Bisaya/Cebuano perfekt drauf. Doch halt, etwas war anders! Wo sind die Scholar, die Kinder aus meinem Projekt hatten seit März Schulferien, was ich durch meinen Urlaub nur am Rande mitbekommen hatte. Somit fing mein Alltag erstmal ganz anders an. Statt täglichem Feeding im Feeding Center oder in der Vorschule habe ich viel Zeit im Büro verbracht. Briefe der Kinder an die Sponsoren, Weihnachts- und Osterkarten übersetzt und auch selber einige Karten mitgestaltet, war meine tägliche Aufgabe. Teilweise habe ich auch den Kindern beim Schreiben der Briefe geholfen. Wer jetzt aber denkt, dass ich das über die gesamten Schulferien gemacht habe, hat sich getäuscht, denn dieser kleine Anteil war nur meine Nachmittagsbeschäftigung. Im April fingen nämlich die Sommerworkshops der Gemeinde und des Sponsorenprogrammes an. Neben Chorproben, Instrumenten Lernstunden, Basketballkursen gab es auch das Angebot des Tanzkurses. Um ein wenig von den Kindern zu lernen, bin ich natürlich beim Tanzkurs eingestiegen und hatte eine sehr lustige aber auch anstrengende Zeit. Da lief der Schweiß nicht nur wegen der Hitze sondern auch wegen der vielen Bewegung. Alles in allem war es aber eine sehr lustige Zeit und ich konnte die Scholars noch besser kennenlernen.

Gleichzeitig hatte der Pfarrer, der das Feedingprogramm leitet, Geburtstag und da sind wir zusammen mit den Freiwilligen des Programmes nach Tabuelan gefahren. Ein wunderschöner Strand, wo wir seinen Geburtstag zelebriert haben. Für mich war es dann aber trotzdem etwas ungewohnt mit einem Pfarrer am Strand Urlaub zu machen. Die vielen schönen Eindrücke konnte ich trotzdem in Bildern festhalten, um sie mit euch zu teilen.

 

Gruppenfoto mit den Freiwilligen vom Feeding

 

Mit Pfarrern und Nonnen an den Strand zu fahren, wurde für mich dann aber immer mehr zur Gewohnheit. Im Mai hatten wir von der Gemeinde aus eine gemeinsame Fahrt zum Strand, da am 01.Mai, Tag der Arbeit, mit einem Ausflug gefeiert wurde. Das Schwimmen im Meer mit allen Arbeitern war schon eine lustige aber auch sehr besondere Erfahrung für mich. Der Mai brachte dann noch weitere wundervolle Erlebnisse, wie  die Tanzaufführung. Nach wochenlanger Vorbereitung war es nun soweit und wir gingen alle gemeinsam auf die Bühne. Ich glaube, dass ich fast noch aufgeregter war, als so manche Kinder. Dann fing die Musik an und ich habe mich einfach auf meine Füße verlassen. Die lachenden Gesichter der Kinder und das Glücksgefühl zusammen etwas erreicht zu haben, hat mich begeistert! Bei den Proben habe ich teilweise auch der Tanzlehrerin assistiert und habe mich dann nur beim Moderndance selbst eingebracht. Den Spaß, den wir dabei hatten, kann man vielleicht auch auf den Bildern sehen. Dieses Erlebnis war für mich ein schöner Abschluss der Sommerpause.

                  Tanzauftritt erfolgreich gemeistert…

Doch bevor es wieder richtig weiterging im Projekt, habe ich mir ein verlängertes Wochenende gesucht, um selbst mit einigen Mitfreiwilligen die Philippinen zu erkunden. So haben wir zu dritt eine kleine Reise in Richtung Norden gemacht und die wunderschöne Insel Malapascua gefunden, wo wir mit Island Hopping und entspannten Strandtagen unsere Zeit genossen haben. Mein Eindruck von den Landschaften und dem Meer hat sich für mich nur noch mehr bestätigt, denn diese Strände sind wirklich nur traumhaft schön und eine Reise wert.

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Bevor im Juni das Feedingprogramm von dem Priester wieder gestartet ist, haben wir noch ein Reflektionswochenende in den Bergen von Cebu organisiert. Dabei ging es darum, die Gruppe zu stärken und über Probleme beim Feeding sowie die Konfrontation mit der Armut zu diskutieren. Es hat mich beeindruckt die Meinungen der Anderen zu hören, die teilweise schon seit 7 Jahren das Programm unterstützen. Mit Gruppenbildungsübungen haben wir spielerisch das Thema erarbeitet. Aber auch unter einander haben wir uns besser kennen gelernt. Eine kleine Wanderung auf die Bergspitze durfte dabei auch nicht fehlen. So sind wir an einem Tag um 4 Uhr morgens aufgestanden, um den Sonnenaufgang auf den Bergen bewundern zu können. Mit einem Rosenkranzgebet und ein bisschen Anstrengung haben wir es dann geschafft und dieser Ausblick war einfach atemberaubend. Aber seht selbst…

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Mitte Juni ging dann auch wieder die Schule los und in den Tagen davor sind wir mit dem Feedingauto auch durch die Straßen von Cebu gefahren und haben Schultaschen mit den wichtigsten Schulmaterialien an die Straßenkinder verteilt, damit diese die Schule besuchen können. Zu dieser Zeit wurde auch im Sponsorenprogramm alles für die Scholars vorbereitet. Stifte angespitzt, Blöcke und Hausaufgabenhefte bereitgelegt, damit sich die Kinder die Schulmaterialien abholen konnten.

                                                  die Kinder mit dem Priester und ihren neuen Schultaschen
                       ziemlich voll das Feedingauto – mit Schultaschen, Essen und natürlich den Freiwilligen

Durch meine Organisation vor Ort habe ich ebenfalls die Möglichkeit bekommen, bei einem weiteren Projekt mitzuwirken, welches sich für Kinder in den Dorfregionen einsetzt, die sich nicht einfach eine neue Schultasche im nächsten Laden kaufen können. Über ein verlängertes Wochenende bin ich dann mit den Freiwilligen für das genannte Projekt „DreamBig“ nach Iloilo gefahren, wobei wir fast 12 Stunden mit der Fähre gebraucht haben. In der befreundeten Gemeinde wurden wir untergebracht und haben am ersten Tag noch alle Taschen für die über 300 Kinder fertig gepackt. Am nächsten Tag ging es dann in Schulen, der unterschiedlichen Bezirke und mit einem kleinen Programm für die Kinder wurden wir herzlich begrüßt. Die grinsenden Gesichter und glücklichen Elternteile waren für mich Belohnung genug. Im Anschluss hatten wir sogar die Möglichkeit die Schönheit von Iloilo zu erkunden und hatten eine kleine Bootstour zu benachbarten Inseln gemacht. Ein wirklich gelungener Abschluss des Sommers und ein perfekter Start in den Alltag.

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Danach hieß es für mich wieder zurück an die Arbeit. Positiv gestimmt und mit vielen wundervollen Erfahrungen im Gepäck ging es dann mit dem Flugzeug zurück nach Cebu. Mit Freude habe ich mein Zuhause wieder erwartet, denn die nächsten Wochen waren schon abgezählt. Mit dem Ende des Sommers wurde mir dann auch bewusst, dass meine Zeit in Cebu sich ebenfalls dem Ende neigt. Doch dazu mehr im nächsten Blog… der in Kürze erscheinen wird!

Und wundert euch nicht, denn dieser Blog wurde schon vor einiger Zeit geschrieben und wurde leider erst jetzt veröffentlicht…