Wenn die Mütter bekocht werden…

Am 10. Mai war bei uns Muttertag. Das hieß hier jedoch nicht jeder rennt schnell in letzter Minute noch zum Blumenladen um der Mutter ein Geschenk zu machen. Nein, einen ganzen Tag lang wurden die Mütter in der Schule verwöhnt. Dieser Tag war aber auch eine Möglichkeit der Kinder ihren Müttern danke zu sagen, für alles was diese durchgemacht haben.
Der Hauptteil des Programmes für den Tag sollten mehrere Aufführungen der Kinder sein und eine Zirkusaufführung sollte natürlich auch nicht fehlen. Also fingen wir schon früh an eine kleine Schow für diesen Tag einzuüben. Dann wurde ich gefragt ob ich nicht ein Lied mit dem Gitarrenkurs für die Mütter spielen könnte. Somit ging es also auch hier ans üben für den besagten Tag. Die Vorbereitungen liefen erstaunlich gut, mittlerweile hatten die Kinder schon eine gute Vorstellung, wie man für eine Schow probt. Es lief also alles wie geplant, bis kurz vor der Aufführung der Schulleiter zu mir kam mit der Frage, ob ich nicht mit dem Schauspiellehrer zusammen eine Jonglage-Pantomime-Nummer auf die Beine stellen könnte. Es fehlten jedoch nur noch 4 Unterrichtseinheiten bis zum Muttertag und von den Kindern hatte niemand weder Jonglage noch Pantomime vorher gemacht. Mit dem Gedanken das Beste daraus zu machen willigten wir jedoch ein und es ging ans proben. Zu unserer Erleichterung lernten die Kinder sehr schnell und bis zur Aufführung schafften es sogar 2 Kinder mit 3 Bällen zu jonglieren..!
Einen Tag vor der Aufführung stand ich jedoch mit meine drei Gruppen vor der Generalprobe und hatte das Gefühl, nichts würde funktionieren. Einige Kinder fehlten, die Musik musste geändert werden und die Kinder wurden immer nervöser. Nach einem anstrengenden Tag fiel ich also ins Bett mit der Hoffnung, alles würde gut gehen.

Der Morgen des Muttertages begann mit einer Messe für die Mütter. In der Zeit wurde schon das Essen zubereitet, diesmal jedoch nicht von den Mamas wie sonst für die Kinder, sondern von dem Personal für die Mütter. Als diese also aus der Messe kamen erwartete sie schon das Essen, nach welchem die Aufführungen der Kinder folgen sollten. Mit einem letzten “Toi Toi Toi” ging es dann für die Kinder auf die Bühne und letztendlich kann ich sagen – sie haben es richtig gut gemacht. Mit einem Moment fiel alle Anspannung ab und ich kann auf einen sehr schönen Tag zurückblicken…

Am Tag darauf hatten alle Mütter frei, was somit hieß, die hälfte der Lehrerinen fehlte und die Küche war zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Mexiko wirklich leer. Es tat jedoch glaube ich dem Rest ganz gut, sich von diesem Tag zu erholen.

Dieser Muttertag war also einmal ein ganz anderer und ich finde es eine sehr schöne Tradition diesen Tag so zu feiern. Am nächsten Muttertag in Deutschland sollten also wenigstens Blumen drin sein, so einen “Tag der Verwöhnung” kriegt man ja nicht jeden Tag.

WENN DIE KINDER DEUTSCH SPRECHEN…

Auf die Nachfrage von vielen Schülern und Müttern fing ich vor einigen Wochen mit einem Deutschkurs für diese an. Auch wenn vorhersehbar nur wenig Zeit für den Kurs übrig blieb, wollte ich auch einen kleinen Einblick in meine Kultur und Sprache geben, nachdem ich nun ein Jahr lang unheimlich viel über die mexikanische lernen durfte. Wie aller Anfang war auch dieser ein wenig schwierig, da ich vorher noch nie einen Sprachunterricht gegeben hatte, geschweige denn auf Spanisch… Je mehr ich mich also auf die erste Stunde vorbereitete merkte ich immer mehr, wieviel ich auch noch über die Deutsche sprache an Grammatik lernen konnte. Das klingt vielleicht komisch und nicht gerade gut, wenn man Deutschunterricht geben will, aber ich bin auf Regeln gestoßen, von denen ich noch nie etwas gehört habe und die man als Muttersprachler auch nicht wirklich benötigt.
Wie dem auch sei, nach einer guten Vorbereitungszeit ging es also in die erste Stunde. In dieser konnte ich dann ungfähr sehen in welchem Thempo die Schüler und Mütter lernten, wobei die größte Schwierigkeit zunächst die Aussprache war. Nach und nach kamen wir also in einen guten Lernrhythmus und ich versuchte die Stunden mit Spielen und vielen Konversationen so unterhaltsam wie möglich zu machen.

Ein Memory-Spiel mit den ersten erlernten Vokabeln

Wenn ich nun also über den Schulhof gehe kommt es schonmal vor, dass mich jemand mit “Hallo, wi ged is dia?” anspricht. Der Rest geht dann auf Spanisch weiter aber es freut mich jedes Mal unheimlich wenn ich merke, dass doch etwas aus der Stunde “hängengeblieben” ist und es auch den Kindern Spaß macht die Sprache zu lernen.

Bis dann
Euer Jan