Wir feiern 120 Jahre Madre Albertina

Hola!

Es ist schon lange her seitdem ich von den letzten Ereignissen berichtet habe und ein großes Fest möchte ich euch nicht vorenthalten. Am 28. April feierten wir 120 Jahre Madre Albertina. Wer das ist? So schwer ist es nicht zu erraten, wenn man daran denkt, dass mein Projekt “Hogar de Niñas Madre Albertina” (Mädchenheim Madre Albertina) heißt. Genau, wir feierten ihren 120. Geburtstag, den Geburtstag der Frau, der wir dieses Heim zu verdanken haben. Dort, wo aktuell 40 Kinder leben, essen, spielen und sicher sind.

Da dieses Jubiläum auch nur einmalig ist, gab es wieder einiges zu tun für uns. Jeder hatte seine besondere Rolle, auch die Mädchen. Fünf von ihnen bereiteten sich nämlich auf die erste heilige Kommunion vor und weitere fünf empfingen die Firmung. Meine Aufgabe war es den Saal zu dekorieren, die Tischordnung zu erstellen und spontan auch noch eine Torte zu backen. Es war schwieriger als ich gedacht habe.

Zunächst mal die Dekoration. Ich hatte sie etwa eine Woche schon fertig und war auch sehr zufrieden, präsentierte sie noch eben der Schwester und dann erhielt ich ein Lob, dass es mir sehr gut gelungen sei, jedoch die Farben nicht zur Tischdecke passen würden. Also habe ich das Ganze nochmal gemacht.

Ähnlich erging es auch mit der Tischplatzdekoration und der -ordnung. Die Gästeliste bekam ich dann am Abend vorher, einige kamen nicht und dafür standen am Morgen fremde Gesichter in der Tür. Dann auch noch richtig zuzuteilen, welche Kinder nur eine Gabel bekommen und, und, und…

Vorab: Am Ende war alles gut! Und es war auch schön hergerichtet. Den Vorabendstress erhöhte man mir dann noch mit dem Backen einer Torte. Gut, zuerst hieß es, ob ich einen Kuchen backen könnte, was natürlich kein Problem darstellt. Und dann stand ich vor der Aufgabe eine 50cm x 50cm große Torte zu backen. Selbstverständlich mit dem was so da war. Ich machte mich also daran sechs Kuchenteige zu backen, alles nacheinander. Dann habe ich aus gefundenen Dosenfrüchten Marmelade zur Füllung gemacht. Bsi hier war ich schon sechs Stunden in der Küche und nun auch die große Frage, wie bekomme ich die Tortencreme hin. Buttercreme geht nicht, weil diese hier viel zu teuer ist. Also habe ich aus Eischnee und selbstgekochtem Honig eine recht stabile Creme hergestellt. Kurz war ich sehr verzweifelt, weil wir auch kein Handrührgerät haben, aber dank einer Freundin der Cousine unserer Köchin habe ich also doch noch ein sehr sehr wichtiges  Hilfsmittel zur Verfügung gehabt. Und jetzt noch verzieren, das ging dann mit einem Hackbeil. Nach fast neun Stunden war ich fertig! Und auch wenn es keine “Bilderbuchtorte” geworden ist, war sie mit sehr viel Liebe gezaubert worden. Dann also noch den Saal herichten und die letzten Vorbereitungen treffen, ein paar Stunden ins Bett legen, morgens um sechs im Heim sein und los ging ein sehr schöner und emotionaler Tag.

 

Eure Sandra