Ich bin doch nicht aus Salz!

22. Okt 2017 | von | Kategorie: Freiwillige 2017/2018, Luise Reichelt auf den Philippinen

Wie fange ich nun am besten an von all meinen Erlebnissen zu erzählen?!
Ich gebe euch erst einmal einen kleinen Einblick in die letzten Wochen und Monate, in denen so einiges passiert ist!
In letzter Zeit konnte ich nun wieder viele unglaubliche Erfahrungen sammeln und fühle mich nun schon richtig zuhause in den Philippinen. Das liegt nicht nur daran, dass ich nun schon denke wie eine Filipina sondern auch schon gute Freunde gefunden habe, die mir mit offenen Armen begegnet sind. Mein täglicher Begleiter sind seit neuestem mein Regenschirm und natürlich die Wasserflasche. Auch auf den Philippinen ist nun die Regenzeit in vollem Gange und teilweise ergießt sich der halbe Ozean über Cebu. Dabei habe ich nun auch schon einmal den Fehler begangen zu glauben, trocken mein zuhause zu erreichen! Doch auch wenn der Regen aufgehört hat sind die Straßen noch etwas länger unter Wasser und so kam ich in den Genuss mit meinem Fahrrad durch einen Fluss zu fahren, der ursprünglich mal eine Straße war!

Die Lehrerin der Vorschule hat daher auch den Unterricht an einem Tag ausfallen lassen und alle Kinder nach Hause geschickt, da man bei starkem Regen wirklich nicht mehr vor die Tür gehen kann ohne komplett nass an seinem Ziel anzukommen! Außerdem müssen sich die Eltern auch um ihr zuhause Sorgen machen, denn in den ärmeren Gegenden kann das Wasser sehr leicht in das Haus eindringen.
Ich möchte hier jetzt aber nicht nur beklagen, denn ein paar Wolken und ein kurzer Regenschauer sind schon sehr angenehm und kühlen die Temperatur ein klein wenig herunter. Und schließlich bin ich auch nicht aus Salz! Klingt vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber ein philippinisches Sprichwort.

Und trotzdem wird “Tschüss” gesagt, bevor es auf in den Regen geht!

Und was noch…?
Außerdem möchte ich euch noch von meinen weiteren Erlebnissen in der letzten Zeit berichten! Durch meine Mentorin konnte ich bereits an anderen Projekten mitwirken und habe beispielsweise Essenspakete an Familien ausgeteilt, die durch einen Brand ihr Haus verloren haben. Das Feuer war erst vor kurzem hier in der Stadt aber konnte zum Glück schnell eingedämmt werden! Mit einigen anderen Freiwilligen haben wir daher in einer Sporthalle die Pakete verteilt.

alle Freiwilligen

Essen verteilen…

 

Noch vor kurzem hätte ich nicht erwartet, wie sehr man über sich hinauswächst aber nun habe ich den Beweis! Denn vor einigen Wochen habe ich mit meiner Mentorin einen Vortrag vor ungefähr 200 Schülern gehalten. Im Rahmen eines Freiwilligendienstes (FSJ) sollte ich über meine Erfahrungen und Eindrücke berichten und was mich bewegt hat, ein FSJ zu machen. Man blickt in viel Gesichter und berichtet von seinen Erlebnissen und das alles in Englisch aber irgendwie habe ich es geschafft auch einen kleinen Witz zu reißen.

kleinen Vortrag vor 200 Schülern

 

Der Oktober ist außerdem ein spannender Monat, da es der Monat des Rosenkranzes ist und so wird jeden Tag im Feeding Center zu Beginn der Rosenkranz gesprochen. Auch in meinem Bezirk wird dies zelebriert und so haben wir den ganzen Monat über die Statue der Heiligen Maria von Haus zu Haus getragen und einen Rosenkranz gebetet. Meine Gastfamilie hatte die Ehre die Heilige Maria als erste zu empfangen und dann wurde sie nach 2 Tagen zum nächsten Haus getragen.

die Heilige Maria wird weitergetragen…

Am Freitag den 13. gab es außerdem eine große Prozession zu Ehren von der Heiligen Maria. Die Statue wurde durch die Stadt getragen und es waren tausende Filipinos auf der Straße um an der Prozession teilzunehmen. Mit mehreren Bussen haben wir uns auf den Weg gemacht und einige Gemeinden hatten auch ihre Flaggen mitgebracht.
Als eine der Größten hatte ich daher einen super Ausblick auf die Masse der Menschen und habe mich trotzdem als ein Teil der Prozession gefühlt. Die vielen Lichter haben einfach eine wunderbare Atmosphäre geschaffen.

Prozession mit mehreren tausend Menschen

 

Feeding Programm der Straßenkinder
Die wöchentliche Arbeit mit dem Feeding mit Fr. Mac ist jedes Mal eine spannende Erfahrung und wird auch nicht langweilig, da immer etwas Neues passiert. So hatten wir letztens ein kleines Problem mit den örtlichen Polizisten. Aber auch solche Probleme kriegen uns nicht klein und so haben wir kurzer Hand unseren Standort gewechselt. Und natürlich gehören ein paar Witze mit dem Priester auch zur Routine, genauso wie kleine lustige Pannen.

Am 1. Oktober hat das Feeding Programm daher nun schon ihr 7. Jubiläum gefeiert und wir sind gemeinsam in ein Resort an der Westküste von Cebu gefahren. Alle Freiwilligen zusammen haben dann am Strand gefeiert und ich habe ein weiteres Mal im Südchinesischen Meer schwimmen können. Ihr könnt mir glauben, dass es wirklich so traumhaft schön ist, wie es auf den Bildern aussieht! Wenn ich nun zurückdenke an den Tag, muss ich erneut schmunzeln. Komischerweise können die meisten Filipinos nicht sehr gut schwimmen und ich habe ihnen einiges zeigen können! Diese Momente werde ich immer in Erinnerung halten…

Abschlussfoto von einer tollen Jubiläumsfeier mit den Freiwilligen

Bis bald!

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Ein Kommentar
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  1. Wir haben doch ein ganz ähnliches Sprichwort, oder? Ich würde immer sagen: “Wir sind doch nicht aus Zucker”…
    Aber es ist echt witzig, dass sie Salz statt Zucker sagen:)
    Milo hat übrigens letztens mit großen Kulleraugen festgestellt, dass die Philippinen ganz schön weit weg sind. Er fand es sehr mutig von dir!!! (Ich übrigens auch;)

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