Abschiede, Geburtstag und Kurzurlaub in Cusco

15. Nov 2016 | von | Kategorie: Freiwillige 2016/2017, Joan Weiß in Bolivien

Seit dem letzten Eintrag ist mitlerweile über ein Monat vergangen in dem viel passiert ist. Am zweiten Wochenende im Oktobor sind wir alle zusammen essen gegangen, Isa (meine Chefin bzw. Gastmutter), Christobal (ihr Mann aus Spanien), Almu, Awa, Dario und Christian, ein Medizinstudent aus Deutschland, der hier im Arco Iris Krankenhaus ein Praktikum macht. Was es zu feiern gab ? Darios und Christians Abschied, Awas Geburtstag nachträglich und meinen Geburtstag einen Tag zu früh. Das stört hier aber keinen, wir haben irgendwie jeden Geburtstag bis jetzt einen Tag zu früh gefeiert, da es zeitlich immer besser passte. Als Ausrede haben wir benutzt, dass man im Heimatland ja schon längst, besser gesagt ein paar Stunden Geburtstag hatte. Wir waren alle zusammen argentinisches Steak essen, was extrem lecker geschmeckt hat. Am nächsten Tag ist Christian dann geflogen und wir haben meinen Geburtstag noch richtig gefeiert. Auch wenn ich nicht der allerbeste Koch bin, habe ich Schnitzel und Spetzle gemacht, was mehr oder weniger gut geklappt hat. Meine Mitbewohner haben sich sehr darüber gefreut, mal was aus meiner Heimat zu essen auch wenn ihre ja nicht ganz so weit davon entfernt liegt. Den zwei bolivianischen Gästen aus dem Projekt hat es anscheinend ebenfalls sehr gut geschmeckt, auch wenn die Spetzle nicht unbedingt die beste Form hatten, das Abscharben vom Brett erfordert wohl noch ein bisschen Übung. Als ich dann noch auf dem Klo war, bevor ich ins Bett gehen wollte, hörte ich komisches Gemurmel vor der Tür und als ich heruastrat, wurde ich mit einer leckeren Torte überrascht. Mein Gesicht ist zum Glück nicht komplett in der Torte gelandet, was hier in Bolivien aber eigentlich so Sitte ist. Trotz vollen Bäuchen und der späten Uhrzeit haben wir dann alle noch Torte gegessen und den Geburtstag ausklingen lassen. Montags waren wir dann in La Paz, da Dario bevor er fahren würde noch ein paar Sachen erledigen wollte und ich mich um mein Handy kümmern musste, um meine Sim Karte aktivieren zu lassen. Mittwoch sind wir dann gegen Mittag losgefahren nach Cusco einer meiner Meinung nach sehr schönen Stadt in Peru.

Im Gegensatz zu El Alto ist es in Cusco auch schön grün !

Im Gegensatz zu El Alto ist es in Cusco auch schön grün !

Hier fährt man normalerweise Bus wenn man irgendwo hin will, da es um einiges billiger ist als Fliegen. Die Sitze im Bus sind fast wie Betten und so ließ sich die 13 stundenlange Fahrt sehr gut ertragen. Nachdem wir um 5 Uhr morgens gut in Cusco angekommen waren, mussten wir uns erstmal ein Hostel suchen, was nicht unbedingt schwer fällt, da man am Busbahnhof direkt von vielen Leuten angesprochen wird, die einem ihr Hostel vorstellen. Den ersten Tag haben wir die Stadt erstmal zu Fuß erkundet, das Inka Museum besucht und an einer Freewalking Tour teilgenommen. In der Stadt gibt es noch viele Mauern und Gebäude aus Inkazeit die man sich angucken kann. Beeindruckend sind ihre Mauern, die nur aus lückenlos zusammengesetzten Steinen bestehen ohne so etwas wie Mörtel zu benutzten. Am Abend sind wir dann alle tot ins Bett gefallen, da wir von der Busfahrt bzw. dem früh Aufstehen doch ein bisschen müde waren. Freitag haben wir dann einen Ausflug zu etwas abgelegen Inkaruinen gemacht, diesmal nicht zu Fuß sondern auf Pferden. Meins war leider ein bisschen stur und auch wenn meine einzige Reiterfahrung darin bestand, als Kind auf dem Rücken eines Ponys zu sitzten, hat es ganz gut geklappt. Abends sind wir dann lecker Essen gegangen um uns von Dario zu verabschieden, da Almu und ich in dieser Nacht um 3 Uhr aufstehen würden, um zum Machu Picchu zu fahren. Als der Wecker dann klingelte dachte ich mir erst warum ich mir das antue, aber ich sage nur so viel, die Entscheidung den Machu Picchu anzugucken werde ich wohl niemals bereuen. Nach jeweils 1,5 Stunden Bus und Zugfahrt waren wir in “Aquas calientes” angekommen, der Stadt bzw. dem Dorf in der Nähe des Machu Picchus. Von dort aus ging es mit dem Bus nach oben, man kann zwar auch laufen aber selbst wenn man an die Höhe gewöhnt ist, ist der 2km lange Weg, der eigentlich nichts anderes als eine Treppe ist, nicht gerade unastrengend. Wir haben uns also entschloßen mit dem Bus hochzufahren und wieder runter zu laufen.

Typisches "Touristen-Machu-Pichu-Bild" aber was solls, es ist wunderschön !

Typisches "Touristen-Machu-Picchu-Bild" aber egal, es ist wunderschön dort !

Die Aussicht war atemberaubend, mein neuer Platz 1. vor der Aussicht auf La Paz. Der spanischsprachige Guide hat uns in zwei einhalb Stunden einmal herumgeführt und vieles erzählt zum Beispiel wie der Machu Picchu wiederentdeckt wurde, etwas über die Architektur, wie die Inkas dort gelebt haben und warum man überhaupt an einem so schwer erreichbaren Ort eine Stadt erbaut. Ich will jetzt nicht alles erzählen, dafür ist dieser Blog natürlich auch nicht da, ich will nur sagen das es auf jeden fall extrem sehenswert ist, wenn man mal in die Nähe kommen sollte. Wir sind dann mit letzten Kräften gegen Nachmittag die “Treppe” hinutergewandert und nach einem frühen Abendessen um 6 Uhr ins Bett gegangen. Am nächsten Tag ging es zurück nach Cusco und von dort aus direkt mit dem Bus nach La Paz, da wird am nächsten Tag natürlich auch wieder arbeiten mussten.

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