Die Höhe – Schnee auf der WG und der allerschönste Ausblick

Auch ich bin gut angekommen, in einem fremden Land, weit weg von Zuhause und weit weg von den meisten bekannten Dingen. Mein erster Eindruck war, puh ist das anstrengen den 18kg schweren Rucksack auf den Rücken zu hieven, ohne das einem auf fast 4100m schwindelig wird. Ich wurde dafür direkt mit offenen Armen am Flughafen empfangen, vom Gepäck erleichtert und nach Hause gebracht. Nach Hause. Mein neues Zuhause. El Alto – Die Höhe, eine Stadt die ihrem Namen alle ehre macht. Ich wohne in einer WG mit 3 tollen WG-Partnern aus Spanien, Italien und zum Glück, für den ersten Monat auch aus Deutschland. Wir haben zusammen gefrühstückt und dannach hab ich mich erst einmal ausgeruht, das Zimmer einrichten konnte auch noch ein Tag warten. Die Müdigkeit vom Flug war groß und die Höhe allein war schon anstrengend genug, zum Glück habe ich mich aber recht schnell daran gewöhnt. Ein bisschen Kopfschmerzen war das einzige Schlimme, das man nach 10 Treppenstufen aus der Puste ist, war am Anfang auch nichts Besonderes, jetzt kann ich wenigstens schon 30 laufen, bis das Atmen anfängt schwer zu fallen, aber auch das wird von Tag zu Tag besser. Leider geht es in La Paz fast überall hoch oder runter was bedeutet, dass es ein haufen Treppen oder einfach steile Wege gibt (zum Glück ist El Alto flach). Deswegen bietet die Stadt aber den aller aller wünderschönsten Ausblick, den meine Augen bis jetzt sehen durften.

Das ist neben der Teleferico-station | Hinten rechts im Bild der Illimani 6,438m (wird nächstes Jahr auch noch bestiegen)
Das ist neben der Teleferico-Station | Hinten rechts im Bild der Illimani 6,438m (wird nächstes Jahr auch noch bestiegen)

Wenn ich meine Fotos angucke bin ich immer entäuscht, denn um diesen Ausblick wirklich genießen zu können, muss man einfach hier sein. Ich habe am zweiten Tag direkt angefangen an einem Sprachkurs teilzunehmen, was für mich die erste große Herausforderung darstelle, undzwar die Sprachschule zu finden. Um ins Zentrum von La Paz zu kommen brauche ich nämlich so zwischen 1 und 1,5 Stunden, hängt von der Tagezeit und den längen der Schlangen ab. Von Zuhause aus nehme ich immer einen Minibus, eines der Hauptverkehrsmittel hier in El Alto und La Paz. Es sind umgebaute Vans, die meistens für ca. 14-15 Personen Platz bieten. Vorne in der Scheibe hängen dann Schilder, die die Orte anzeigen zu denen der Bus fährt und wenn man den Richtigen gefunden hat, winkt man einfach und hofft, dass noch ein Platz frei ist. Man zahlt immer das Gleiche und wenn man raus will, ruft man einfach „Esquina por favor“ oder „voy a bajar“,was so viel bedeutet „Die Ecke bitte“ oder „Ich werde aussteigen“.

Ein Teil meines Schulweges in La Paz.
Ein Teil meines Schulweges in La Paz.

Am Anfang war ich total überfordert und dachte ich würde mich niemals zurecht finden. Doch zum Glück hatte ich die ersten 3 Tage Begleitung von meiner deutschen WG-Partnerin die mir vieles zeigen konnte. Jetzt komm ich sicher in die Stadt und auch wieder nach Hause. In die Stadt runter (La Paz liegt ca. auf 3600m-3700m) fahre ich dann immer mit der Teleferico, der örtlichen Seilbahn. Es erinnert ein bisschen an Skiurlaub, vor allem weil ich nach der ersten Woche morgens aufgewacht bin und es plötzlich draußen weiß war. Es hatte über Nacht geschneit, was hier anscheinend trotz der Höhe gar nicht so oft vorkommt.

Bild aus der Teleferico-Gondel. Leider war es extrem nebelig.
Bild aus der Teleferico-Gondel. Leider war es extrem nebelig.

Das Gute daran ist, dass es nachdem es geschneit hat, die nächste Zeit insgesamt wärmer wird, hat mir mein italiänischer Mitbewohner erklärt. Die Temperatur hier schwank tagsüber aber eh extrem. Morgens wenn ich aufwache ist es meistens nur knapp über 0°C, oben bei mir in El Alto. Fährt man runter nach La Paz ist es dafür direkt wärmer und wenn mittags die Sonne scheint kann man oft sogar im T-Shirt herumlaufen. Leider bekommt man auch extrem schnell Sonnenbrand, was mein Nacken schon zu spüren bekommen hat (hatte die Sonnencreme vergessen). Ich hoffe ich konnte meine ganzen Gedanken irgendwie ein bisschen zusammenfassen, ich wusste erst gar nicht wo ich anfangen und wo ich aufhören sollte. Abschließend kann ich nur sagen, dass diese zwei Städte so extrem viel Neues und Interessantes zu sehen bieten und ich hoffe, dass ich in nächster Zeit viele tolle neue Eindrücke sammeln und teilen kann.