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Semana Santa – Osterwoche

Begonnen hat die „Semana Santa“ hier am Palmsonntag („Domingo de Ramos“). Wir sind abends in die Kirche gegeangen und haben die Passionsgeschichte gehört und die Palmzweige weihen lassen. Hier sind das nicht Buchsbaumzweige, sondern richtige Palmblätter, die zusammengeflochten werden.

Palmenzweige zum Palmsonntag
Palmenzweige zum Palmsonntag

Am Dienstag habe ich in der Kathedrale die „Missa Chrismal“ besucht. Das ist die Messe, in der die Öle für das kommende Jahr geweiht werden und die Priester und Ordensleute ihr Versprechen erneuern. Im Anschluss an diese Messe gab es eine Prozession.

Die Prozession am Dienstag in der "Missa Chrismal".
Die Prozession am Dienstag in der "Missa Chrismal"

Weiter ging es dann am „Jueves y Viernes Santo“ (Gründonnerstag und Karfreitag). Hier in Peru werden an diesen beiden Tagen kein Fleisch gegessen und es gibt besondere Traditionen. Am Donnerstag besuchen die Menschen außerdem sieben verschiedene Kirchen. So habe ich mich mit meiner Familie auf den Weg gemacht. Angefangen haben wir in der Kirche Santa Cura de Ars, die ca. fünf Gehminuten von unserem Haus entfernt ist. Weiter ging es dann in die Innenstadt. Am Ende des Abends haben wir sechs Kirchen von innen gesehen und drei waren geschlossen. Daher haben wir befunden, dass das jetzt reicht. Auf dem Weg haben wir die Schwester meiner Gastmutter und Mandy, eine Freundin von mir, getroffen. In jeder Kirche haben wir ein Gebet gesprochen und sind dann weitergezogen.

Eine der besuchten Kirchen. Diese hatte in ihrem Altarraum das letzte Abendmahl dargestellt. Es gab Weingläser, Brot, eine Schüssel für die Fußwaschung und für jeden Jünger eine rote und für Jesus eine weiße Kerze.
Eine der besuchten Kirchen. Diese hatte in ihrem Altarraum das letzte Abendmahl dargestellt. Es gab Weingläser, Brot, eine Schüssel für die Fußwaschung und für jeden Jünger eine rote und für Jesus eine weiße Kerze.

Ebenfalls am Donnerstag ist in Lima um sieben Uhr in der Früh ein Zug losgefahren, der dann nach ca. 13-14 Stunden in Huancayo empfangen wird. Viele der Mitfahrer waren Ausländer, denn diese Fahrt kostet zwischen 200 und 400 Nuevos Soles. Das sind zwischen 50 und 100 Euro. Für uns zu bezahlen, aber für die meisten Peruaner viel zu teuer.

30 Uhr
Die Ankunft des Zuges abends um 20:30 Uhr

Karfreitag – der wichtigste Tag der „Semana Santa“. So sagte es zumindest der Priester in der Messe und zur Kreuzanbetung. Die Kirche war aber ungefähr nur halb so voll wie am Palmsonntag. Wieder einmal wurde die Passionsgeschichte gelesen und danach begann die Kreuzanbetung. Am Abend waren wir dann noch im Musical „Jesus Christ Superstar“. Diese fand in einer Schule statt und obwohl es nur Playback war, war die Vorstellung super interessant und gut gemacht. Die Schüler konnten die Gesangstexte auswendig und haben diese, meiner Meinung nach, sehr gut rüber gebracht.

Am Sonntagmorgen musste ich um drei Uhr aufstehen, um die Kathedrale pünktlich zu erreichen und einen Sitzplatz zu ergattern. Die Kathedrale war dann aber doch gar nicht so voll, wie gedacht. Der Bischofsgottesdienst began mit einem kleinen Einzug, es gab keinen Weihrauch und die Messe dauerte nur eine Stunde, aber für mich war es trotzdem ein festlicher Gottesdienst zur Auferstehung. Im Anschluss gab es Feuerwerk und eine Prozession mit einer Jesus- und einer Maria-Statue. Die beiden treffen sich auf halben Weg um den Platz, begrüßen sich und dann geht Maria hinter Jesus her, weiter durch die Stadt.

Feuerwerksregen über dem Kopf der Jesus-Statue
Feuerwerksregen über dem Kopf der Jesus-Statue
Das Zusammentreffen der Mutter Maria mit ihrem auferstandenen Sohn.
Das Zusammentreffen der Mutter Maria mit ihrem auferstandenen Sohn.

Am Nachmittag haben wir dann erneut die Lagune von Nahuinpuquio besucht, damit Jonas, der Praktikant von der Betlehem Mission Immensee, diesen Ort auch kennenlernt.

Die Adventistenschule – El Mantaro

Diese Woche Donnerstag und Freitag war ich nicht wie gewohnt in der Arbeit, sondern habe gemeinsam mit Jonas die Adventistenschule besucht. Der Englischlehrer von Sara und Jimena kam auf uns zu und fragt, ob wir nicht ein bisschen über Deutschland und die Schweiz, die jeweiligen Kulturen und Schulsysteme sprechen können. Wir haben Klassen der Primaria (Grundschule) und Secundaria (weiteführende Schule) besucht und die Schüler Fragen stellen lassen und viel erzählt. Es war eine schöne Erfahrung, wie schnell die kleinen und großen Schüler Vertrauen gefasst haben und alle möglichen Fragen gestellt haben, in den Pausen auf uns zugelaufen kamen und noch mehr wissen wollten. Auf jeden Fall eine bereichendere Erfahrung für beide Seiten. Die Schüler konnten in näheren Kontakt mit zwei „gringos“ (Weißen) kommen und wir konnten ein bisschen mehr über das Schulsystem in Peru erfahren.