Uno, dos, tres – vamos pues!

Die letzten anderthalb Monate gingen so schnell rum! Es stand nämlich so einiges auf dem Programm:

Endlich haben wir den Amerrisque bestiegen!
Endlich haben wir den Amerrisque bestiegen!

Die ersten Arbeitswochen im neuem Jahr waren erst schön entspannt, weil die Schule noch nicht angefangen hatte und nur ein paar Kinder kamen. Wir hatten viel Zeit, um intensiv mit „Problem-Kindern“ zu lernen, aber auch um nochmal richtig Spaß zu haben. Für uns alle ging es täglich nebenan auf den Sportplatz, um Softball, Fußball oder Volleyball zu spielen. Für die Kleineren gab es dann Straßenkreide und der hässliche Betonplatz wurde mit Blumen verziert.

Ich hatte so viel Spaß und die Kinder haben super zusammen gespielt, obwohl nur wenige gleichaltrig waren.

Anfang Februar ging es für mich dann nochmal kurz in Urlaub. Mein zweiter Besuch wollte empfangen werden: Meine beste Freundin! Wir beide gönnten uns einen kleinen Abstecher in das nicaraguanische Karibikparadis „Corn Islands“.

Die zwei Inseln liegen ca. 50 km von der Küste entfernt und sind nochmal ganz anders als das Festland.

Dort leben nämlich Nachfahren von den Creolen; afrikanische Sklaven, die vor hunderten Jahren nach Nicaragua gebracht wurden, um auf Plantagen zu arbeiten. Demnach sind dort alle Menschen schwarz und sprechen englisch. Das hat mir erstmal zu schaffen gemacht, weil ich kaum noch englisch spreche.

Mit dem Flugzeug ging es also von Managua nach Big Corn Island und von da aus mit einer „Panga“ – sowas wie ein Speedboot – auf Little Corn Island. Die Bootsfahrt war echt abenteuerlich, weil wir gegen die Wellen fahren mussten, relativ weit vorne saßen und dort das Boot immer hochging, um dann wieder aufs Meer aufzuschlagen. Die erste Viertelstunde war das ja noch ganz witzig, aber als dann plötzlich eine RIESENWELLE auf uns zukam, wurde wirklich alle 50 Insassen durchnässt.

Doch die Fahrt hat sich mehr als gelohnt: Uns erwartete eine kleine Insel mit vielen schönen, leeren Stränden, freundlichen Menschen, kleinen Bars und einer kleinen Hütte mit Strandblick. Außerdem RUHE – die Insel ist autofrei. Auf der Little Corn Island wimmelt es nur so von Touristen, aber demnach sind die Angebote auch ausgelegt. Vieles war viel teurer, es gab abwechslungsreiches und total leckeres Essen und viele Tauch- und Schnorchelausflüge.

Natürlich war es auch Hammer, nochmal eine der wichtigsten Personen meines Lebens wieder zu sehen und in den Armen zu halten und sich über alles zu unterhalten und auszutauschen. Sie dann wieder an den Flughafen zu bringen, ist mir dann doch schon nahe gegangen.

Nach dem Urlaub war dann richtig Stress angesagt: Eine meiner Kolleginnen hatte sich am Knie verletzt und fiel für nächsten Wochen aus. Meine Chefin hatte zuerst ihre Gruppe der Erst- und Zweitklässler übernommen, aber das war für sie so stressig, weil sie nebenbei noch die ganze Büroarbeit, Einkäufe und Organisatorisches erledigen muss. Im Moment kümmere ich mich also um die Hausaufgabenbetreuung dieser Gruppe, was zwischendurch echt anstrengend ist, weil jedes Kind eine andere Aufgabe hat, bzw. keine und dann anders beschäftigt werden muss. Daher haben meine Chefin und ich uns die Arbeit geteilt und sie hilft den Zweitklässlern bei ihren Hausaufgaben und geht dann ins Büro, während ich dann Nachhilfe und Basteleinheiten starte.

Meine kranke Kollegin ist jetzt für noch weitere 3 Wochen krank geschrieben und der Chef der Caritas hat sich bisher noch nicht um eine Aushilfe gekümmert. Mich ärgert das sehr, weil gerade alle zu viel Arbeit haben und ich alleine einfach nicht alle 15 Kinder betreuen kann. Außerdem bekommen die Kinder im Moment so viele Hausaufgaben und die Erstklässler lernen gerade Lesen und Schreiben, dass es wichtig ist, intensiv zu arbeiten bzw. die Arbeit etwas aufzuteilen. Ich hoffe sehr, dass sich das bald ändert.

Nebenbei bleibt durch den ganzen Lernstress auch das Spielen und Basteln auf der Strecke. Was für mich immer ein guter Ausgleich zu der Nachhilfe war.

Neue Motivation konnte ich jetzt vom Zwischenseminar schöpfen. Eigentlich hatte ich nicht so viel Lust, weil im Moment so viel Stress ist und ich gebraucht werde und ich mir irgendwie auch nicht so viel davon erhofft hatte.

Trotzdem war es total cool! Das Seminar wurde vom Nica-Netz (wer Infos über Nicaragua und andere Freiwillige hier sucht, kann mal auf der Homepage gucken. Echt empfehlenswert!) organisiert und fand auf einem Klostergelände in der Pampa statt. Wir haben super viele Themen behandelt, gute Gespräche geführt und nochmal neue Denkanstöße bekommen.

Die anderen deutschen Freiwilligen waren SUPERGEIL und wir konnten die Dorfkneipe samt Jukebox und Rum richtig zum Beben bringen.

Im nächsten Blogeintrag werde ich mal ein paar Links zu  Themen dranhängen, die wir auf dem Seminar besprochen haben.

Damit ganz liebe und hochmotivierte Grüße aus Juigalpa!