Erklären … kann man das nicht!

Annika ist froh! Die Flöte wurde nachgeliefert. Jetzt ist die Wallfahrt richtig rund!
Annika ist froh! Die Flöte wurde nachgeliefert. Jetzt ist die Wallfahrt richtig rund!

Für Annika (13) ist dies schon die dritte Kinderwallfahrt mit dem bewährten Leitungsteam. Viele Freunde aus den Vorjahren hat sie wieder getroffen. Alles läuft perfekt. Alles? Na ja – fast! Zu ihrem großen Schreck hatte sie die Querflöte vergessen.

„Wofür um Himmels Willen braucht man beim Pilgern eine Querflöte?“ fragt sich der eine oder andere vielleicht. Für Annika ist das ganz klar. Abends, im Quartier oder beim Abendgebet, da möchte sie nicht nur mitsingen. Sie möchte unbedingt mit ihrem Instrument dazu beitragen, dass es schön klingt.
Seit fünf Jahren spielt sie jetzt. Unter anderem in einer Big Band und natürlich klassische Flöte. Aber das hier ist ganz etwas anders. In der Gemeinschaft mit anderen, zum Singen und zum Beten zu spielen, das ist schon was ganz Besonderes. Das ist eigentlich fast ein bisschen wie mit Gott sprechen. Ach, aber so richtig erklären … kann sie das nicht.

In der Kirche in Fünfeichen feiert Pfarrer Kotzur mit den Wallfahrern Heilige Messe. Überall mit dabei: das Pilgerkreuz, geschmückt mit den Pilgeranliegen der Kinder und Begleiter
In der Kirche in Fünfeichen feiert Pfarrer Kotzur mit den Wallfahrern Heilige Messe. Überall mit dabei: das Pilgerkreuz, geschmückt mit den Pilgeranliegen der Kinder und Begleiter

Einen ruhiges, entspanntes Stück Pilgerweg haben die Wallfahrer heute hinter sich gebracht. Das Schlaubetal mit all seinen Schönheiten blieb für diesen ganzen Tag ihr Wegbegleiter. Am ersten Tag haben sich alle ein Perlenarmband geknüpft. „Perlen des Glaubens“ leiten die Gruppe nun durch die Tage. Am Anfang standen die Fragen: „Wer bin ich eigentlich, wo stehe ich in meinem Leben? Wo möchte ich hin? Und wie kriege ich das gut hin – dieses Leben als getaufter Mensch, als Kind Gottes?“ Dieser Gedanke führte auch durch den gemeinsamen (vorgezogenen) Sonntagsgottesdienst: Gott hat mir in der Taufe seine Liebe zugesagt. Er will mich – genau so, wie ich bin!

Katharina (auf diesem Foto ganz links) ist ein bisschen traurig – obwohl das so gar nicht ihrem Naturell entspricht. Nur noch fünf ganze Tage darf sie mitpilgern. Im nächsten Jahr wird sie zu alt sein für dieses Angebot. Als einziges Kind hat sie insgesamt sechs mal – also bis jetzt an jeder Wallfahrt – teilgenommen. In all den Jahren das allerschönste Erlebnis war die Geburt eines Kälbchens, die die Kinder bei ihrem damaligen Gastgeber, einem Bauern, miterleben durften. Einen Favoriten unter den Reisen hat sie aber nicht. Jede Wallfahrt war anders. Und jede war irgendwie einzigartig. Was sie vermissen wird, ist die Gemeinschaft. Und sie versucht, zu beschreiben, was eine Wallfahrt von einer Klassenreise, einer RKW oder irgendeiner anderen Fahrt unterscheidet: „Hier hat man irgendwie Gemeinschaft mit ALLEN. Es gibt keine Cliquen. Man switcht irgendwie so hin und her. Und wenn die Woche rum ist, war man mit jedem ein Stück gemeinsam unterwegs.“ Aber so richtig erklären … kann man das keinem, der nicht selbst dabei war.

Gemeinschaft mit allen. Mit jedem wirklich auf dem Weg, und nicht nur zufällig eine Zeitlang in die selbe Richtung unterwegs. Falls mal jemand fragt, warum wir pilgern: DAS ist der Grund!

Übernachten in einer Kirche: Das ist immer ein ganz besonderes Highlight während einer Wallfahrt!
Übernachten in einer Kirche: Das ist immer ein ganz besonderes Highlight während einer Wallfahrt!

Der dritte Tag dieser Pilgerreise ist vorbei. Begonnen hat er in der beeindruckenden Stiftskirche in Neuzelle, wo die Kinder das Morgengebet umgeben von barocker Schönheit gesprochen haben. Enden wird er in einer kleinen Dorfkirche im Schlaubetal. Das Gotteshaus war Ort des Gebets zur Heiligen Messe, und nun ist es die Herberge für die Nacht. Schlaft gut!