Ich möchte Glauben erfahrbar machen!

22. Jun 2013 | von | Kategorie: Kinderwallfahrt des Erzbistums Berlin

In kleinen Gruppen laufen die Pilger ihrem Etappenziel entgegen. Die gemeinsamen Gespräche tragen manchmal besser als die Füße.

In kleinen Gruppen laufen die Pilger ihrem Etappenziel entgegen. Die gemeinsamen Gespräche tragen manchmal besser als die Füße.

An diesem ersten Pilgertag der mittlerweile sechsten Kinderwallfahrt liegt der Fokus ausnahmsweise mal auf dem “Chef von’s Janze”. Denn ohne ihn und ein klares Bekenntnis des Erzbistums zu dieser Form von Kinderseelsorge gäbe es das Angebot gar nicht.

Pfarrer Ulrich Kotzur, Diözesanjugendseelsorger des Erzbistums und Diözesandirektor des Kindermissionswerks, hat mit seinen Mitstreitern für den ersten Tag eine relativ kurze Laufstrecke geplant – weniger als 20 Kilometer sind es von Guben bis zum Kloster Neuzelle.

Schon am ersten Tag zeigt sich, dass in der Gruppe, die je hälftig aus “Frischlingen” und aus “alten Hasen” des Pilgerns besteht, eine sehr gute Stimmung herrscht. Alle sind freundlich und rücksichtsvoll miteinander. Niemand murrt oder meckert. Und das ist genau die Atmosphäre, die Pfarrer Kotzur sich und den Pilgern wünscht. Nichts lenkt ab vom Sinn und Ziel des Wallfahrens.

“Wenn nur einer hier bei seiner ersten oder sogar vierten Pilgerreise eine spirituelle Erfahrung macht, einen Moment des Glaubens erlebt, dann haben wir schon 1.000 Punkte!”, sagt er voller Überzeugung. Und seine Überzeugung, seine Klarheit ist es wohl auch, die die Kinder immer wieder mitnimmt und ihnen neue Impulse für ihr eigenes Christsein gibt.

An diesem Tag war alles dabei: schattige Waldwege, sonnige Pfade über Äcker und Wiesen – schwitzen, schweigen, stolz sein! Die erste Etappe ist gemeistert.

Die Pilgern genießen die umwerfende Aussicht vom Kloster über die Landschaft. Aus dem Fenster oben schaut der gastgebende Pfarrer Florian auf die fröhliche Gruppe.

Die Pilgern genießen die umwerfende Aussicht vom Kloster über die Landschaft. Aus dem Fenster oben schaut der gastgebende Pfarrer Florian auf die fröhliche Gruppe.

Im Kloster Neuzelle ist Pfarrer Kotzur mit seinen Pilgern bereits das zweite Mal nach vier Jahren zu Gast. Im Haus hängt ein Sternsinger-Kalender. Das ist aber absolut logisch, denn im Winter hat hier der Sternsinger-Krankenwagen Station gemacht.

Dies ist die erste Kinderwallfahrt von Pfarrer Kotzur als Diözesanjugendseelsorger. Dass sich dadurch irgendetwas geändert hat, empfindet er nicht so. Dass aber zu seinen Aufgaben ganz klar auch die Kinderseelsorge gehört, wusste er schon bei Amtsantritt. Gerade für die neu zu strukturierenden “Glaubensräume” im Erzbistum sollte die Kinderwallfahrt ein gutes Beispiel sein. “Ich möchte Multiplikatoren einladen, mit uns zu pilgern”, sagt Pfarrer Kotzur. “Pilgern in der Form und in der Tiefe, wie wir es hier erleben, funktioniert nur in kleinen Gruppen. Man muss Zeit haben für jeden Einzelnen. Das geht nicht bei einem Massen-Event. Wir brauchen also mehrere dieser Angebote für unsere Kinder, damit viele die Chance haben, Glauben zu erfahren!”

Theologen können mehr, als sich um das geistliche Wohl zu kümmern. Auch das leibliche gehört manchmal zu ihren Aufgaben. Daniela Dicker von Kindermissionswerk und Pfarrer Kotzur bei der Essensausgabe.

Theologen können mehr, als sich um das geistliche Wohl zu kümmern. Auch das leibliche gehört manchmal zu ihren Aufgaben. Daniela Dicker von Kindermissionswerk und Pfarrer Kotzur bei der Essensausgabe.

Während unseres Gesprächs bereiten einige mit GPS-Geräten den Weg für den kommenden Tag vor. Andere spielen oder singen miteinander. Die Schlafsäcke liegen schon bereit im Pfarrsaal der Klosterkirche, die Überreste des Abendessens sind weggeräumt. Badesachen hängen auf der Leine, die Sonne geht hinter der Stiftskirche langsam unter. Nach und nach versammeln sich alle (ohne dass jemand gerufen hätte!) auf der Steintreppe vor dem Haus. Gleich bekommt die kleine Gruppe eine Spezialführung durch die Stiftskirche. Die Pilger sind neugierig und offen. Sie sind gespannt auf das, was sie dort sehen werden. Und diese Offenheit für Neues und füreinander ist es, die den Geist der Kinderwallfahrten ausmacht – nun schon zum sechsten Mal.

DANKE, Pfarrer Kotzur – und allen Mitorganisatoren!

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