Endlich geht es wieder los…

Nach fast zwei Monaten Ferien für die Kinder werden am Montag wieder die Türen in Michme geöffnet!

Doch vorher musste das gesamte Projekt renoviert werden, weswegen ich die letzten Wochen damit zugebracht habe, Wände zu streichen, zu putzen und neue Möbel für die Büroräume und ein neues Spielzimmer auszuwählen. Außerdem wurden weitere Bäume gepflanzt, das Dach ausgebessert und ich habe den kompletten Spielehof nochmal neu übermalt, da dieser mit der falschen Farbe bemalt worden war und vom vielen Regen der letzten Zeit schon wieder abblätterte. Es hat wirklich Spaß gemacht zu sehen, wie Schritt für Schritt das Projekt im neuen Licht erstrahlt ist und man wusste, dass man selbst dazu beigetragen hat. Am meisten Spaß hat mir die Planung des neuen Spielzimmers gemacht. Ich habe mit meiner Chefin zusammen Spielzeug ausgesucht, mit dem die Kinder spielerisch Lesen oder Rechnen üben können und ich war wirklich überrascht, wie viel „gute“ Materialien  wir gefunden haben, weil ich hier sonst meistens doch nur billiges Plastikspielzeug und detailgetreue Maschinenpistolen gewohnt bin. Ich hatte die Idee, den gesamten Raum mit Bildern zu bemalen. Da in der kommenden Woche voraussichtlich noch nicht allzu viele Kinder das Projekt besuchen werden, weil viele noch bei Verwandten auf dem Land oder in einer anderen Stadt sind, werde ich dieses Projekt  ab Montag in Angriff nehmen.

Überhaupt war die letzte Zeit eine gute Möglichkeit für mich zu überlegen, was ich noch für Pläne habe und mit den Kindern realisieren möchte.

Es ist schon ein sehr komisches Gefühl, dass ich nun schon mehr Zeit in Bolivien bin, als mir noch bleibt… Dabei hab ich noch so viel vor!

Mal gucken, wie viel sich davon umsetzen lässt. Jetzt bin ich erst mal gespannt, wer von “meinen Kindern“ dieses Schuljahr wiederkommt und wie viele neue Kinder es gibt.

Außerdem hatte ich mich am Wochenende mal wieder mit den Vecarios aus unserem Projekt verabredet, um gemeinsam zu kochen. Optimistisch hatte ich vorher angekündigt, die Suppe machen zu wollen, während sich meine Mädels um das Hauptgericht kümmern wollten. Ich hatte schließlich schon einmal gesehen, wie man „sopa de maní“ macht und dachte,  dass es nicht so schwierig sein könne. Außerdem habe ich ein bolivianisches Kochbuch zu Hause, das mir zur Not weiterhelfen konnte. So zumindest mein Plan.  Also kaufte ich alle Zutaten auf dem Markt ein (das werde ich in Deutschland wirklich vermissen, dass es jegliches Gemüse, Obst, Nüsse… vor der Tür und frisch zu kaufen gibt) und bereitete alles vor.

Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Zum Glück ist eine meiner Freundinnen Maria, eine wirklich gute Köchin und als ich völlig verzweifelt am Herd stand und nicht wusste, was zuerst in den Topf muss und wie die Möhren aussehen müssen, damit sie auch genießbar sind, half sie mir aus der Patsche. Letztendlich hat die Suppe hervorragend geschmeckt, auch wenn das Zubereiten etwas länger gebraucht hat, als ich dachte. Da habe ich ml wieder gemerkt, wie viel Geduld man zum Kochen braucht, ich ess‘ immer alles schon vorher auf.

Das Tischdecken konnte ich dann aber wieder gut und es war wirklich ein schöner Abend.

Zum Nachkochen habe ich euch das Rezept einmal aufgeschrieben – wirklich super lecker (wenn man so wie ich Erdnüsse liebt).

Sopa de maní con fideos (Erdnusssuppe mit Nudeln)
(für 6 Personen)

Zutaten:

  • 500 g geschälte Erdnüsse
  • 4 Kartoffeln (in Würfel geschnitten)
  • 2 geschnittene Zwiebeln
  • 1 geschälte und geschnittene Tomate
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 geschnittene Möhren
  • 1 Tasse Bohnen
  • 1 Tasse Nudeln
  • klein geschnittene Petersilie
  • ½  Löffel Gemüsebrühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • Oregano

1. Die Erdnüsse mit ein wenig Wasser in einen Mixer geben und gut pürieren.

2. Wasser mit de Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen.

3. In einer Pfanne die Möhren, Tomaten und Bohnen anbraten, bis die Möhren glasig sind. Anschließend die Zwiebeln und den Knoblauch hinzugeben.

4. Das angebratene Gemüse in das kochende Wasser in den Topf geben und mit einem Deckel abdecken. Wichtig: Das Wasser muss die ganze Zeit köcheln.

5.In der Pfanne nun mit etwas Öl die Nudeln anrösten bis sie eine dunkelbraune Farbe angenommen haben.

6. Wenn die Suppe eine gelbliche Farbe angenommen hat (normalerweise wenn die Nudeln fertig angeröstet sind), die Nudeln, die Kartoffeln und das Erdnusspüree zu dem Gemüse in die Suppe geben.

7. Nun muss die Suppe so lange köcheln bis die Kartoffeln und Nudeln weichgekocht sind.

8. Kurz vor Schluss noch ein bisschen frische (!!!) Petersilie hinzugeben.

FERTIG! (Wer  mag, kann die Suppe mit noch mehr Petersilie garnieren)

Buen provecho!

(die Bolivianer essen diese Suppe nur als Vorspeise aber ich finde, dass es sich auch gut als Hauptmahlzeit eignet.)

PS: Fotos kommen bald nach!