Dia de Estudiantes

Beim Schminken...
Beim Schminken...

Am 21. September ist in Bolivien Tag der Schüler und gleichzeitig Frühlingsanfang. Schon Tage vorher konnte man sehen, wie wichtig dieses Datum den Bolivianern ist. Überall an den Straßen gab es Blumen zu kaufen und Plakate, die Feste und Umzüge ankündigten. Unseren Kindern im Projekt zu Ehren gab´s deswegen am Freitag eine große Kostümfeier. Am Tag zuvor schon sind Elena, meine Pädagogin, mit der ich zusammen meine Gruppen leite, und ich auf einem riesigen Markt in El Alto gewesen, um Zutaten für die Pizza, die es am darauffolgenden Tag geben sollte, zu kaufen. Für mich war dieser „Mercado“ noch einmal etwas ganz anderes als einer der Märkte in meinem Viertel oder in La Paz. Die Straßen sind nach bestimmten Lebensmitteln unterteilt, so gibt es beispielsweise eine Ständerreihe nur mit Gemüse und in einer anderen Gasse bieten Fleischverkäufer ihre Ware an. Das ist wirklich schon etwas anderes als in Deutschland, wenn auf dem Boden ganze, aufgeschlitzte Schweine liegen oder Schafshufe und –köpfe als besondere Delikatesse angeboten werden. Auch beschränkt sich das Angebot nicht nur auf Lebensmittel, man kann so ziemlich alles kaufen – vom Kinderfahrrad bis zum Karnevalskostüm. Diese Märkte sind so riesig, bunt und voller Menschen, dass ich mich immer frage, wie man sich hier orientieren kann.

Am nächsten Tag wurde dann unser ganzes Projektgebäude geschmückt, wir haben die Pizza vorbereitet und als die Kinder kamen, wurden sie in Gruppen eingeteilt und mussten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten, wie zum Beispiel Sackhüpfen oder Dreibeinlauf. Für die Gewinnerteams gab es anschließend Preise und auch das beste Kostüm wurde gekürt. Außerdem haben wir die Kinder, die ohne Kostüm gekommen waren, geschminkt und verkleidet.

...und das Ergebnis!
...und das Ergebnis!

Ich glaube, dass den Kleinen der Tag viel Spaß gemacht hat und auch wir Pädagogen und ich als Freiwillige hatten viel Spaß bei den Vorbereitungen und der Durchführung der Feier.

Ein neues Vorhaben in „Michme“ ist auch die Gestaltung von Kinderrechten. So wird seit letzter Woche jeden Mittag vor dem Mittagessen ein Kinderrecht, das von den Vereinten Nationen festgelegt wurde, vorgestellt und mit den Kindern besprochen, was diese Vorgabe konkret für sie bedeutet.

Außerdem habe ich angefangen, meiner Nachmittagsgruppe zweimal die Woche Englischunterricht zu geben. Auf die Idee war ich gekommen, weil ich ständig gefragt wurde, was dieses oder jenes Wort auf Englisch bedeutet. Die Kinder sind immer total stolz, wenn sie schon bestimmte Begriffe kennen und gerade die Jungs, die immer am meisten Chaos veranstalten und keine Hausaufgaben machen wollen, waren total bei der Sache und haben super mitgemacht, das war wirklich schon ein kleines Erfolgserlebnis.

So, das war´s mal wieder,

Maggi

Sackhüpfen
Sackhüpfen