Tag 4: Es ist immer wieder ganz neu und anders

Die Abendandacht ist vorbei. Dank, Gebet und Freude hatten ihren Platz. Und doch: Der aufregendste Moment dieses Tages liegt noch vor der Pilgergruppe. Wer möchte, darf draußen schlafen – ganz dicht an der Kirchenmauer. „Wenn Wind ist, kommt kein Regen!“, hat der Pfarrer gesagt. Na dann …

20 Badetücher - ein gewohntes Bild für Helene und Katharina

Heute ist Halbzeit bei dieser Wallfahrt. Oder „Bergfest“? Dass es aber auch ab jetzt nicht nur bergab geht, wissen Helene und Katharina (beide 13) nur zu gut. Als alte Pilgerhasen sind sie jetzt das vierte bzw. fünfte Mal dabei. Und trotzdem: Es ist nie langweilig!

„Es sind doch immer wieder neue Leute dabei“, meint Katharina. „Und wir gehen andere Strecken“, legt Helene nach. In diesem Jahr gefällt es ihnen besonders gut. Es sind ein paar weniger Kinder dabei als im Vorjahr. Das fördert ein intensiveres Miteinander.

Gemeinschaft auch im Spiel nach dem langen gemeinsamen Weg

„Hallo du, nimm diesen meinen Schuh …“ – dieses Spiel gehört fast schon traditionell zu den Wallfahrten und wird gerne auch bis zum Schlafengehen ausgedehnt.

Überhaupt: Wenn es irgendetwas gibt, das unsere Fußwallfahrten besonders gut charakterisiert, dann ist es das kaum zu beschreibende Gemeinschaftsgefühl, das innerhalb kürzester Zeit entsteht und ausnahmslos jeden mit einbezieht.

Wer das Kreuzzeichen vielleicht noch nicht so gut kann, möchte es lernen und „dazu gehören“. Auch nach dem Rosenkranz-Beten auf der Strecke finden viele intensive Gespräche unter den Kindern statt. Und dann sind wieder die „alten Hasen“ mit ihrer Pilger-Erfahrung gefragt. Sie nehmen die „jungen Hüpfer“ mit auf den Weg und lassen sie vieles entdecken.

Wer singt, betet doppelt! (Augustinus)

Noch nie standen so viele Lieder zum gemeinsamen Singen im Pilgerheft, wie dieses Jahr. Und immer gibt es auch ein paar Highlights. „Ich singe für die Mutigen“ finden Helene und Katharina echt klasse. Da geht es darum, etwas für andere zu tun. So wie der Fremde in der Mittagspause, der zum Freund der Pilger wurde.

Helene hatte ihn aus der rastenden Gruppe heraus freundlich gegrüßt. Er grüßte nicht nur zurück, sondern bewirtete die Gruppe mit Äpfeln, gab ihnen zu trinken und ließ sie sogar in seinem Haus die Toilette benutzen.

„Da denkt man sonst gar nicht so viel drüber nach,“ sagt Katharina „über diese Werke der Barmherzigkeit. Aber wenn man mal aufpasst, dann sieht man das ganz oft am Tag, dass da jemand ist, der was mit einem anderen teilt.“

Miteinander unterwegs – sich selbst und Gott entdecken

Mal sehen, wer heute vom Laufen träumt. Schlafend unter freiem Himmel, im Schatten der Kirchenmauern von St. Laurentius in Wriezen. Morgen werden wir es wissen.