Ausflug nach Tlaquepaque und Bepflanzung des Stadtviertels

Liebe Blogleser,

hier mal was Neues aus Guadalajara und meinem Projekt in La Barranca. Nach einer entspannten Woche Ferien in Puerto Vallarta am Pazifik und in meiner Stadt Guadalajara mit Ricardo, dem anderen Freiwilligen in Mexiko des Kindermissionswerks, ging es am Montag den 31. Oktober wieder mit der Arbeit los. Am 30. Oktober endeten die Panamerikanischen Spiele, die für die ganze Region ein voller Erfolg waren. Natürlich war ich mit Ricardo bei einem Event, den Turmspringern oder „Clavados“ genannt. Die ganzen zwei Wochen der Panamerikanischen Spiele war eine super Stimmung in der ganzen Stadt und ein Haufen von Besuchern.

Am 4. November sind wir, die Schüler der „Secundaria“, die Lehrer und ich, nach Tlaquepaque gefahren. Tlaquepaque ist die südlichste Stadt in der Metropolzone Guadalajara. Die Stadt hat ein sehr schönes, altes und historisches Zentrum mit vielen Relikten aus der spanischen Kolonialzeit. Dieser Ausflug war schon seit langer Zeit geplant. Umso größer war die Aufregung, als es endlich losging. Die drei Klassen der Secundaria sind mit den Lehrern und mir unter lautem Geschrei und Getöse in die Busse gestiegen. Für die ca. 100 Schüler standen drei Busse bereit. Nach einer lustigen Fahrt mit vielen Witzeleien sind wir dann schließlich nach einer Stunde Fahrt in Tlaquepaque angekommen. Verwundert war ich schon als ich aus dem Bus ausgestiegen bin, da man vom äußerlichem Bild des Stadtzentrums wirklich denken kann, man befände sich in einer spanischen Kleinstadt. 🙂 Als erstes stand der Besuch eines Keramikmuseums an, das, so schien es mir, den Kindern super gut gefallen hat. Sie konnten gar nicht aufhören Fotos zu schießen. Weiter ging es dann zu einer wunderschönen kleinen Kathedrale. Die Kinder waren fasziniert von den Fenstermalereien, der Stille und der gotischen Architektur. Nach einem Joghurt-Eis ging es dann für alle wieder in die Busse und ab zurück zur Schule.

Mir ist aufgefallen, dass die Kinder einen riesigen Spaß in Tlaquepaque hatten, und um so mehr ist es sehr schade, dass sich die Familien bzw. Eltern der Kinder sich für kulturelle und historische Dinge weniger interessieren und so die Kinder von Haus aus von dieser Welt nichts erleben. Die Schule gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Horizont für solche Dinge ein wenig zu erweitern und Interessen zu wecken. 🙂

Heute sind wir dann schließlich mit 30 Schülern losgezogen, um die Bäume im Viertel anzupflanzen. Zuerst wurde ein zentraler Park vom Müll befreit, was ca. 3 Stunden gedauert hat, da sich die Menschen hier nicht viele Gedanken um Umwelt und Verschmutzung machen. Genau deswegen ist es um so wichtiger, dass den Kids der richtige Umgang mit Pflanzen, Müllentsorgung etc. gezeigt wird. Angepflanzt wurden 25 Apfelsinen-Bäume. Der Rest der Pflanzen, wie die Guayababäume, wird demnächst in der Schule und an einer Hauptstraße angepflanzt. Ich hoffe mal, dass die Bepflanzung Erfolg haben wird, da die Erde hier schlecht ist und gerade in dieser Jahreszeit es nur einmal im Monat regnet, wenn überhaupt 🙂

So viel für den Moment, an alle viele Grüße aus dem warmen Mexiko und wartet auf meinen nächsten Eintrag.

Euer Tamesh