Eine interessante erste Nacht im Heim

Meine erster Schlafplatz war also im Heim. Da es mittlerweile 11 Uhr abends war, schliefen schon ein paar Jungs. Aber es waren immer noch genug da, die meine Spanischkenntnisse prüften. Mein Gastvater war ein verständnissvoller Übersetzer. Nachdem ich mich von meinem Empfangskomitee verabschiedet hatte, suchte ich mein Schlafdomizil auf. Wie erwartet, war das Heim natürlich einfach, aber sauber und nett eingerichtet. Nach einem kleinen Mitternachtsnack (meiner ersten mexikanischen Torta – eine Art Brötchen, sehr lecker – mit Bohnensuppe), ging es dann ins Bett.

Ich schlief mit zwei anderen Jungs zusammen in einem Zimmer. Es war nicht ganz einfach einzuschlafen, da einer der Jungs seinen MP3-Player so laut anhatte, dass man im Zimmer ne Party hätte schmeißen können. Kurzerhand habe ich mich entschlossen, diesem Konkurrenz zu bieten und holte meinen MP3-Player raus. Da ich vom Flug so müde war, schlief ich allerdings direkt ein.

Am Abend zuvor wurde mir gesagt, dass ich am nächsten Morgen vom Fahrer des Heims abgeholt werde, um zum Heim der mittleren Jungs (mein Arbeitsort) zu fahren. Als ich dann morgens aufwachte, war allerdings keiner mehr im Haus und es ergaben sich erste Probleme. Ein Gang auf die Toilette ist nämlich keineswegs so einfach wie in Deutschland. Ich suchte vergebens den Abzug. Nach fünf Minuten stellte ich fest, dass es keinen gibt und machte mich auf die Suche nach Eimer und Wasser. Als nächstes wollte ich die Dusche testen. Da die Jungs morgens alle Fenster aufgemacht hatten, war es eisig kalt im Heim. Ich freute mich also sehr auf eine warme Dusche… 🙂 Aber mit warmer Dusche war wohl nix. Ich hatte die gefühlte kürzeste Dusche meines Lebens.

Es hatte aber auch etwas Gutes: Ich war so fit, wie noch nie so früh morgens.