Angekommen!

Hallo zusammen!

Nach 28 Stunden sehr anstrengender Reise nach Bolivien sind wir (Steffen und Ich) endlich in Bolivien angekommen. Unser Flug ging von Frankfurt ueber Sao Paolo nach Santa Cruz in Bolivien und dann noch weiter nach Cochabamba, wo wir jetzt 2 Wochen eine Sprachschule besuchen. Am Flughafen von Cochabamba wurden wir von der bolivianischen Presse und von der Leiterin unserer Sprachschule herzlich empfangen. Die Presse kam allerdings nicht unseres wegen, sondern um die Fussballspieler von Aurora Cochabamba (1. Bolivianische Liga) zu begruessen, die zufaellig im selben Flug sassen. Von dort aus ging es dann zu unserer Gastfamilie, bei der wir uns nur kurz vorstellten, um dann wie tot in die Betten zu fallen.

Auch wenn es noch einige Verstaendnisprobleme mit der Gastfamilie gibt, kann ich doch sagen, dass sie sehr nett und sehr gross ist! In einer relativ kleinen Wohnung mit Innenhof leben 8 Personen aus 3 Generationen zusammen. Ausserdem finden noch 2 Hunde und eine Katze platz. Steffen und ich kommen in einem kleinen Zimmer unter, das aber vollkommend ausreichend ist. Besonders wichtig natuerlich: Das Essen ist lecker und es gibt viel: Reis, Nudelsuppen, Tomate, Banane und etwas Fleisch. Obligatorisch werden ueberall selbstverstaendlich noch ein oder zwei Kartoffeln dazu gelegt.

Am ersten Tag in Bolivien ging es dann auch gleich zu Sprachschule, die 2 Minuten Fussmarsch von unserer Wohnung entfernt ist. Mit einem Jetlag von 6 Stunden in den Knochen fiel es allerdings schwer, der netten Lehrerin zu folgen. Der Unterricht hier ist sehr gut. Wir haben jeden Werktag 5 Stunden Einzelunttericht. Die Lehrerinnen wechseln taeglich, sodass man viele Sprachstile und Ansichten kennenlernt. Denn trotz Verstaendnisschwierigkeiten, die aber schon immer weniger werden, erzaehlen die Lehrerinnen stolz von ihrem Land, der Geschichte, der Politik und auch, weniger stolz, von den Problemen. In der Sprachschule sind ausser uns noch einige andere Schueler aus Amerika, Suedafrika, Oesterreich, der Schweiz und vor allem Deutschland.

Cochabamba liegt auf 2600m Hoehe und hat etwa 900.000 Einwohner. Das Klima ist sehr angenehm: Am Tag scheint sehr intensiv die Sonne und es ist schoen warm. Nachts kuehlt es dann aber ordentlich ab, sodass man sich besser nicht ohne Jacke raus wagt. Bisher habe ich hier auch noch keinen einzigen Regentropfen abbekommen! DIe Stadt wird von hohen Gebirgszuegen umgeben, die gruen emporragen. Der Tunari ist mit mehr als 5000m der hoechste Berg dieser Gebirgskette. Der Anblick der Berge ist wunderschoen und man kann sich gut vorstellen, wie hier fuer mehr als 5000 Jahre das Volk der Inka lebte.

Ich habe mich jetzt auch schon einige Male in die Stadt getraut. Dies ist ein echtes Wagnis, denn der Verkehr ist ein Wahnsinn. Mit einem Micro (Bus) oder Truffi (Kleinbus) brauche ich von mir zu Hause etwa 10 – 15 Minuten in die Stadt. Die Busse werden per Handzeichen angehalten und kosten, egal wohin, 1,70 Bolivianos (etwa 17 cent). Oft ueberfuellt und in den total veralteten Fahrzeugen geht es dann in die Stadt. Die Busse sind Hauptverkehrsmittel und fahren sehr, sehr haeufig. Hier fahren ohnehin fast nur alte Autos, meist aus Japan, die in Deutschland wohl eher in Museen oder vorallem auf Schrottplaetzen vorzufinden waeren. Doch wenn es am Geld fehlt, wird eben viel repariert. So fahren hier auch beispielsweise einige sehr schicke VW Kaefer durch die Gegend, in die ich mich auch gerne mal setzen wuerde. Auf der Strasse gilt allgemein: „Wer hupt, der gewinnt!“ Vorfahrtsregeln oder aehnliches kann ich jedenfalls nicht erkennen. Falls mal eine unuebersichtliche Kreuzung kommt, wird eben mal gehupt und einfach druebergefahren. Oder springt eine Ampel auf gruen, so wird sicherheitshalber von allen mal gehupt, falls der Vordermann gerade nicht aufpasst. Ampeln gibt es aber nur fuer die Autos. In dem ganzen Gewusel gibt es auch noch tausende Fussgaenger, die einen guenstigen Zeitpunkt abpassen muessen, um die Strasse zu queren oder in einen Bus ein- oder auszusteigen.

In der Stadt findet man sich dank rasterfoermigem Strassennetz gut zurecht. Das Strassensystem war eine Idee der spanischen Besetzer und ist in fast jeder Stadt Boliviens vorzufinden. An jeder Strassenecke finden sich meinst indigene Frauen, die irgendetwas verkaufen. Der Plaza Prinzipal ist das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Hier ist es sehr gruen und man kann sich gut mal hinsetzen und ein wenig ausruhen. Um den Platz gibt es die Kathedrale und einige administrative Gebaeude im Kolonialstil. Viel mehr habe ich von der Stadt noch nicht gesehen.

Soviel zu meinen ersten Eindruecken aus Bolivien!
Bis bald! Hasta Luego!
Lukas