Letzte Station: Farm „Moglia“ bei Montero

Dienstag, 12. April 2011 von Susanne Dietmann

Juan ist erst heute auf der Farm „Moglia“ angekommen. Zaghaft nähert sich der Elfjährige dem Nasenbären Coahi. Vorher hat der Elfjährige auf der Straße gewohnt, wie auch die 17 anderen Jungen, die in der Einrichtung der Salesianer Don Boscos betreut werden. „Cleferos“ (Klebstoffkinder) werden die Straßenkinder hier genannt. Um das Leben auf der Straße zu ertragen, betäuben sich viele von ihnen mit Klebstoff. Die Farm liegt rund 45 Kilometer außerhalb von Santa Cruz, fernab der Drogen und anderer Gefahren, die den Kindern auf der Straße drohen.

Juan ist erst heute auf der Farm „Moglia“ angekommen. Zaghaft nähert sich der Elfjährige dem Nasenbären Coahi. Vorher hat Juan auf der Straße gewohnt, wie auch die 17 anderen Jungen, die in der Einrichtung der Salesianer Don Boscos betreut werden. „Cleferos“ (Klebstoffkinder) werden die Straßenkinder hier genannt. Um das Leben auf der Straße zu ertragen, schnüffeln viele von ihnen Klebstoff. Die Farm „Moglia“ liegt rund 45 Kilometer außerhalb von Santa Cruz, fernab der Drogen und anderer Gefahren, die den Kindern auf der Straße drohen.

Auf der Farm sollen die Jungs auf ein geregeltes Lebe vorbereitet werden. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Tiertherapie. Vier Tukane, drei Nasenbären, zwei Äffchen, drei Ara-Papageien, Schildkröten, Wild, Hasen, Meerschweinchen, Pfauen... – rund 3.000 Tiere leben auf der Farm. Die Jungen lernen für sie Verantwortung zu übernehmen: Sie misten und füttern die Tieren und spielen mit ihnen. Sechs Monate bis ein Jahr bleiben die Jungen durchschnittlich auf ein Jahr. In dieser Zeit sollen sie auf einen normalen Alltag, Schule oder Berufsausbildung vorbereitet werden.

Auf der Farm sollen die Jungs auf ein geregeltes Lebe vorbereitet werden. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Tiertherapie. Vier Tukane, drei Nasenbären, zwei Äffchen, drei Ara-Papageien, Schildkröten, Wild, Hasen, Meerschweinchen, Pfauen... – rund 3.000 Tiere leben auf der Farm. Die Jungen lernen für sie Verantwortung zu übernehmen: Sie misten und füttern die Tieren und spielen mit ihnen. Sechs Monate bis ein Jahr bleiben die Jungen durchschnittlich auf der Farm. In dieser Zeit sollen sie auf einen normalen Alltag, die Schule oder eine Berufsausbildung vorbereitet werden.

Rund 13 Hektar ist die Farm groß. Während der vordere Teil des Geländes einem kleinen Zoo gleicht, werden auf dem hinteren Gelände die Nutztiere gehalten. Schweine, Schafe, Enten, Hühner und andere Artgenossen leben hier. Zusammen mit den Erträgen aus dem eigenen Obst- und Gemüsegarten tragen sie zum Lebensunterhalt der Farm bei. So werden beispielsweise die Hühnereier in der Umgebung verkauft.

Rund 13 Hektar ist die Farm „Moglia“ groß. Während der vordere Teil des Geländes einem kleinen Zoo gleicht, werden auf dem hinteren Teil die Nutztiere gehalten: Schweine, Schafe, Enten, Hühner und andere Artgenossen. Zusammen mit den Erträgen aus dem eigenen Obst- und Gemüsegarten tragen sie zum Lebensunterhalt der Farm bei. So werden beispielsweise die Hühnereier in der Umgebung verkauft.

An diesem wunderschönen Ort endet unsere Projektreise. Und an einem ganz besonderen Datum: Heute wird in ganz Bolivien der Kindertag gefeiert. Das ist auch für die Jungs auf der Farm „Moglio“ ein ganz besonderes Ereignis. Sie haben heute sogar schulfrei. Den ganzen morgen haben sie gemeinsam gespielt, nachmittags steht ein großes Fußballturnier an und abends sind alle zu einer Theateraufführung nach Santa Cruz eingeladen.

An diesem wunderschönen Ort, mitten in Bolivien, endet die Projektreise. Und an einem ganz besonderen Datum: Heute wird im ganzen Land Kindertag gefeiert. Das ist auch für die Jungs auf der Farm „Moglio“ ein ganz besonderes Ereignis. Sie haben heute sogar schulfrei. Den ganzen Vormittag haben sie gemeinsam gespielt, nachmittags steht ein großes Fußballturnier an und abends sind alle zu einer Theateraufführung nach Santa Cruz eingeladen.

 

Studenten- und Lehrlingsheim „Luis Espinal“ in Sumunpaya

Montag, 11. April 2011 von Susanne Dietmann

Die Szene könnte sich so auch in Deutschland abspielen: Im Hintergrund läuft laute Musik, in Kleingruppen sitzen junge Männer und Frauen auf dem Hof, einige unterhalten sich, andere tippen SMS in ihre Handys – Mittagspause im Studenten- und Lehrlingsheim „Luis Espinal“. Die Einrichtung ist eng mit der Wohngemeinschaft „Tres Soles“ verbunden. „Uns war es wichtig, benachteiligte junge Menschen auch nach der Schule zu unterstützen“, erzählt Stefan Gurtner, Leiter beider Projekte. 29 Studenten und Auszubildende unterstützt das Projekt derzeit. Sie können in dem Heim kostenlos wohnen und essen und bekommen außerdem ein kleines Stipendium von rund 20 Euro im Monat.

Die Szene könnte sich so auch in Deutschland abspielen: Im Hintergrund läuft laute Musik, in Kleingruppen sitzen junge Männer und Frauen auf dem Hof, einige unterhalten sich, andere tippen SMS in ihre Handys – Mittagspause im Studenten- und Lehrlingsheim „Luis Espinal“. Die Einrichtung ist eng mit der Wohngemeinschaft „Tres Soles“ verbunden. „Uns war es wichtig, benachteiligte junge Menschen auch nach der Schule zu unterstützen“, erzählt Stefan Gurtner, Leiter beider Projekte. 29 Studenten und Auszubildende unterstützt das Heim derzeit. Sie können in dem Heim kostenlos wohnen und essen und bekommen außerdem ein kleines Stipendium von rund 20 Euro im Monat.

Limbert hat keine Arme. Dennoch meistert er mit großem Erfolg sein BWL-Studium. Geschickt bedient er mit Mund, Füßen und dem Armstumpf den Computer. „74 Seiten meiner Abschlussarbeit habe ich schon fertig“, erzählt er stolz Stefan Gurtner. „Seine Arbeit handelt von der Vermarktung von Kartoffeln in der Region Cochabamba. Schon in wenigen Wochen wird Limbert sein Studium abschließen.

Limbert hat keine Arme. Dennoch meistert er mit großem Erfolg sein BWL-Studium. Geschickt bedient er mit Mund, Füßen und dem Armstumpf den Computer. „74 Seiten meiner Abschlussarbeit habe ich schon fertig“, erzählt er stolz Stefan Gurtner. „Seine Arbeit handelt von der Vermarktung von Kartoffeln in der Region Cochabamba. Schon in wenigen Wochen wird Limbert sein Studium abschließen.

Auch junge Studentinnen und Lehrlinge mit Kindern werden in „Luis Espinal“ unterstützt. Silvia hat vor drei Monaten ihre Tochter zur Welt gebracht. In der Einrichtung findet die junge Mutter Unterstützung und ab und zu auch einen Babysitter, so dass sie ihr Studium der Erziehungswissenschaften auch mit Kind fortsetzen kann.

Auch junge Studentinnen und Lehrlinge mit Kindern werden in „Luis Espinal“ unterstützt. Silvia hat vor drei Monaten ihre Tochter zur Welt gebracht. In der Einrichtung findet die junge Mutter Unterstützung und ab und zu auch einen Babysitter, so dass sie ihr Studium der Erziehungswissenschaften auch mit Kind fortsetzen kann.

Margaritha schreibt gerade an ihrer Abschlussarbeit im Studienfach Buchhaltung. Studenten mit Behinderungen haben es in Bolivien nicht leicht. Jeden Tag holt ein Taxi die junge Frau zur Universität ab, manchmal nimmt eine Ärztin Margaritha mit zur Universität nach Cochabamba. Im Studentenheim hat Margaritha ein eigenes Zimmer im Erdgeschoss und ein behindertengerechtes Bad. Um ein bisschen Geld zu verdienen, stellt Margaritha außerdem kleine Cantuta-Schlüsselanhänger her. Die Blume in den Nationalfarben Boliviens gilt als Nationalblume des Landes.

Margaritha schreibt gerade an ihrer Abschlussarbeit im Studienfach Buchhaltung. Studenten mit Behinderungen haben es in Bolivien nicht leicht. Jeden Tag holt ein Taxi die junge Frau zu den Vorlesungen ab, manchmal nimmt eine Ärztin Margaritha mit zur Universität nach Cochabamba. Im Studentenheim hat Margaritha ein eigenes Zimmer im Erdgeschoss und ein behindertengerechtes Bad. Um ein bisschen Geld zu verdienen, stellt Margaritha außerdem kleine Cantuta-Schlüsselanhänger her. Die Cantuta-Blume in den Nationalfarben Boliviens gilt als Nationalblume des Landes.

 

Kinder- und Jugendwohngemeinschaft „Tres Soles“ in Quillacollo

Sonntag, 10. April 2011 von Susanne Dietmann

Kinder- und Jugendgottesdienst in der Kirche Santissima Trinidad in Quillacollo: Weit über 100 Jungen und Mädchen verfolgen gebannt die Vorstellung der Theatergruppe. Auch einige Kinder und Jugendlichen der Wohngemeinschaft „Tres Soles“ (Drei Sonnen) sind mit dabei. Stefan Gurtner, Leiter der Einrichtung, ist in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde tätig. Mit sieben Gruppen stellt er jeden Sonntag abwechselnd Bibelstellen szenisch dar. „So können sich die Kinder selbst nach Wochen noch daran erinnern“, verrät er.

Kinder- und Jugendgottesdienst in der Kirche Santissima Trinidad in Quillacollo: Weit über 100 Jungen und Mädchen verfolgen gebannt die Vorstellung der Theatergruppe. Auch einige Kinder und Jugendlichen der Wohngemeinschaft „Tres Soles“ (Drei Sonnen) sind mit dabei. Stefan Gurtner, Leiter der Einrichtung, ist in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde tätig. Mit sieben Gruppen stellt er jeden Sonntag abwechselnd Bibelstellen szenisch dar. „So können sich die Kinder selbst nach Wochen noch daran erinnern“, verrät er.

Stolz präsentiert Margaritha ihren Stuhl. „Mein Bett, meinen Nachttisch und meinen Tisch habe ich schon fertig“, erzählt die 19-Jährige. Jedes Wochenende arbeitet sie an ihren Möbeln, in den Ferien auch unter der Woche. In der Schreinerwerkstatt in „Tres Soles“ stellen alle Jugendlichen  ihre eigenen Möbel her. Margaritha wird schon bald die Schule abschließen und das Projekt verlassen, um in Cochabamba zu studieren. So hat sie bereits das erste Mobiliar für ihr neues Zuhause.

Stolz präsentiert Margaritha ihren Stuhl. „Mein Bett, meinen Nachttisch und meinen Tisch habe ich schon fertig“, erzählt die 19-Jährige. Jedes Wochenende arbeitet sie an ihren Möbeln, in den Ferien auch unter der Woche. In der Schreinerwerkstatt in „Tres Soles“ stellen alle Jugendlichen ihre eigenen Möbel her. Margaritha wird schon bald die Schule abschließen und das Projekt verlassen, um in Cochabamba zu studieren. So hat sie bereits das erste Mobiliar für ihr neues Zuhause.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Wohngemeinschaft ist die Theaterwerkstatt. Die Kinder und Jugendlichen erarbeiten selbst Theaterstücke, bauen die Kulissen und treten immer wieder auf. Zwei Mal war die Theatergruppe „namens Blauses Auge“ auch schon auf Europatour. Omar spielt bereits seit fünf Jahren Theater. Seine Handpuppe aus Pappmache hat der 15-Jährige selbst hergestellt. Außerdem ist Omar der Theaterverantwortlichein in „Tres Soles“: Er kontrolliert, ob alle regelmäßig an den Proben teilnehmen.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Wohngemeinschaft ist die Theaterwerkstatt. Die Kinder und Jugendlichen erarbeiten selbst Theaterstücke, bauen die Kulissen und treten immer wieder auf. Zwei Mal war die Theatergruppe namens „Blaues Auge“ auch schon auf Europatour. Omar spielt bereits seit fünf Jahren Theater. Seine Handpuppe aus Pappmache hat der 15-Jährige selbst hergestellt. Außerdem ist Omar der Theaterverantwortliche in in „Tres Soles“: Er kontrolliert, ob alle regelmäßig an den Proben teilnehmen.

Mitbestimmung und Selbstverwaltung zählen zu den wichtigsten Prinzipien in der Wohngemeinschaft „Tres Soles“. Jeder der Bewohner ist für einen anderen Bereich verantwortlich: für die Ausgabe von Schulmaterialien und Hygieneartikeln, für die Theaterproben, für die Herstellung von Postkarten und Kunsthandwerk. Der Küchendienst, die Arbeit in der Bäckerei und die Gartenarbeit teilen sich die Jungen und Mädchen. Im Garten hat jeder Bewohner selbst einen Baum gepflanzt, um den er sich kümmert. Feigen-, Orangen- und Apfelbäume, Weinreben und viele weitere Gewächse säumen das Grundstück. Sie liefern nicht nur leckere Früchte, sondern eignen sich auch wunderbar zum Klettern und Spielen.

Mitbestimmung und Selbstverwaltung zählen zu den wichtigsten Prinzipien in der Wohngemeinschaft „Tres Soles“. Jeder der Bewohner ist für einen anderen Bereich verantwortlich: für die Ausgabe von Schulmaterialien und Hygieneartikeln, für die Theaterproben, für die Herstellung von Postkarten und Kunsthandwerk. Der Küchendienst, die Arbeit in der Bäckerei und die Gartenarbeit teilen sich die Jungen und Mädchen. Im Garten hat jeder Bewohner selbst einen Baum gepflanzt, um den er sich kümmert. Feigen-, Orangen- und Apfelbäume, Weinreben und viele weitere Gewächse säumen das Grundstück. Sie liefern nicht nur leckere Früchte, sondern eignen sich auch wunderbar zum Klettern und Spielen.

Oberlyn ist Mitglied einer Gruppe in ,„Tres Soles“, die unter der Leitung von Stefan Gurtner didaktisches Material für die Einrichtung herstellt. „Fünf bis sechs Monate dauert es, bis wir ein Spiel entwickelt haben“, erzählt der 15-Jährige. Zweimal wöchentlich trifft sich die Gruppe, um Ideen zu entwickeln und Spielpläne und Spielkarten zu entwerfen – wie etwa „das große Spiel der Schule“. Auch Bingo-Spiele und Puzzles zu den Themen „Wahrheit“, „Drogen“ oder „Gewalt“ hat die Gruppe bereits hergestellt. Die anderen Jungen und Mädchen in „Tres Soles“ haben großen Spaß an den Spielen.

Oberlyn ist Mitglied einer Gruppe in ,„Tres Soles“, die unter der Leitung von Stefan Gurtner didaktisches Material für die Einrichtung herstellt. „Fünf bis sechs Monate dauert es, bis wir ein Spiel entwickelt haben“, erzählt der 15-Jährige. Zweimal wöchentlich trifft sich die Gruppe, um Ideen zu entwickeln und Spielpläne und Spielkarten zu entwerfen – wie etwa „Das große Spiel der Schule“. Auch Bingo-Spiele und Puzzles zu den Themen Wahrheit, Drogen oder Gewalt hat die Gruppe bereits hergestellt. Die anderen Jungen und Mädchen in „Tres Soles“ haben großen Spaß an den Spielen.

 

Zurück in Sucre

Sonntag, 10. April 2011 von Gisela Kloubert

Monica, 8 Jahre alt, wurde von Monteagudo nach Sucre ins E.T.I. zu Spezialuntersuchungen gebracht. In diesen zwei Monaten ihres Aufenthaltes in Sucre wird sie physiotherapeutisch betreut und genießt vor Allem die Wassertherapie.

Mónica, 7 Jahre alt, wurde von Monteagudo nach Sucre ins integrative Zentrum E.T.I. zu Spezialuntersuchungen gebracht. In diesen zwei Monaten ihres Aufenthaltes in Sucre wird sie physiotherapeutisch betreut und genießt vor allem die Wassertherapie.

Desideria, 21 Jahre alt, alleinerziehend, ist seit ihrem Unfall in San Lucas bei Camargo   vor drei Jahren mit ihren beiden gesunden Kindern  im E.T.I. zur Rehabilitation. Ihre beiden Kinder leben mit der Mutter gemeinsam in der Einrichtung und die beiden Kinder gehen in die inklusive Schule des E.T.I., wo Desideria die achte Klasse besucht und schneidern lernt. In der hauseigenen Bäckerei hilft sie auch beim Brotverkauf.

Desideria, 21 Jahre alt, alleinerziehend, ist seit ihrem Unfall in San Lucas bei Camargo vor drei Jahren mit ihren beiden gesunden Kindern im E.T.I. zur Rehabilitation. Die Kinder leben gemeinsam mit der Mutter in der Einrichtung und die beiden Kinder gehen in die inklusive Schule des E.T.I., wo Desideria die achte Klasse besucht und schneidern lernt. In der hauseigenen Bäckerei hilft sie auch beim Brotverkauf.

 

Radio Ayopaya in Independencia

Samstag, 09. April 2011 von Susanne Dietmann

Radio-Live-Schaltung in luftiger Höhe: Auf 3.600 Metern Höhe kündet Jorge Aquino per Handy den Besuch aus Deutschland bei Radio Ayopaya an. Außerdem informiert er die Hörer, welche Teile der Strecke zwischen Cochabamba und Independencia aufgrund starker Erdrutsche derzeit nicht passierbar sind. Während die Hauptnachrichten von einem anderen Sender in La Paz eingespeist werden, berichtet Radio Ayopaya vor allem über die Ereignisse in Independencia und den 25 weit verstreuten Siedlungen in der Region. Dank eines Sendemasts in 4.200 Metern Höhe hat der Sender eine Reichweite von rund 150 Kilometern.

Radio-Live-Schaltung in luftiger Höhe: Auf 3.600 Metern Höhe kündet Jorge Aquino per Handy den Besuch aus Deutschland bei Radio Ayopaya an. Außerdem informiert er die Hörer, welche Teile der Strecke zwischen Cochabamba und Independencia aufgrund starker Erdrutsche derzeit nicht passierbar sind. Während die Hauptnachrichten von einem anderen Sender in La Paz eingespeist werden, berichtet Radio Ayopaya vor allem über die Ereignisse in Independencia und den 25 weit verstreuten Siedlungen in der Region. Dank eines Sendemasts in 4.200 Metern Höhe hat der Sender eine Reichweite von rund 150 Kilometern.

„Was für einen Radiosender hörst du denn?“, fragt Jorge Aquino den Jungen am Straßenrand. „Radio Ayopaya“, antwortet dieser. Jorge Aquino strahlt. Er ist der Leiter des Kulturzentrums in Independencia, wo auch der Radiosender seinen Sitz hat. „Das Radio ist die wichtigste Informationsquelle für die Menschen hier. Sie haben weder einen Zugang zum Internet, noch zu Tageszeitungen.“ Vergangenen Donnerstag konnte der Sender in der Andenstadt bereits sein 15. Jubiläum feiern.

„Was für einen Radiosender hörst du denn?“, fragt Jorge Aquino den Jungen am Straßenrand. „Radio Ayopaya“, antwortet dieser. Jorge Aquino strahlt. Er ist der Leiter des Kulturzentrums in Independencia, wo auch der Radiosender seinen Sitz hat. „Das Radio ist die wichtigste Informationsquelle für die Menschen hier. Sie haben weder einen Zugang zum Internet, noch zu Tageszeitungen.“ Vergangenen Donnerstag konnte der Sender in der Andenstadt bereits sein 15. Jubiläum feiern.

Überall entlang der Strecke nach Independencia trifft Jorge Aquino auf Menschen, die über kleine Radiogeräte dem Programm von Radio Ayopaya lauschen. „Ich höre am liebsten die traditionelle Musik aus unserer Region“, verrät dieses Mädchen. Während die Sender aus den bolivianischen Großstädten in spanischer Sprache senden, überträgt Radio Ayopaya 80 Prozent des Programms in Quechua, einer indigenen Sprache, die in dieser Region gesprochen wird. „Die Leute wollen in ihrer Sprache angesprochen werden“, erklärt Jorge Aquino.

Überall entlang der Strecke nach Independencia trifft Jorge Aquino auf Menschen, die über kleine Radiogeräte dem Programm von Radio Ayopaya lauschen. „Ich höre am liebsten die traditionelle Musik aus unserer Region“, verrät dieses Mädchen. Während die Sender aus den bolivianischen Großstädten in spanischer Sprache senden, überträgt Radio Ayopaya 80 Prozent des Programms in Quechua, einer indigenen Sprache, die in dieser Region gesprochen wird. „Die Leute wollen in ihrer Sprache angesprochen werden“, erklärt Jorge Aquino.

Dienstag-, Donnerstag- und Sonntagnachmittag bestimmen die Jungendlichen in Independencia das Radioprogramm. Marizol moderiert zusammen mit Maria Isbel (9) und Beimer (12) die Sendung „Kinderwelt“. „Wir singen, lesen Geschichten vor, erzählen Witze und spielen Musik, die uns gefällt“, erzählt die Schülerin. „Andere Kinder besuchen uns oft im Studio, um ihre Familie oder ihre Freunde zu grüßen.“ Die 16-Jährige ist schon ein richtiger Radio-Profi: Seit sechs Jahren arbeitet sie in ihrer Freizeit bei Radio Ayopaya mit.

Dienstag-, Donnerstag- und Sonntagnachmittag bestimmen die Jugendlichen in Independencia das Radioprogramm. Marizol moderiert zusammen mit Maria Isbel (9) und Beimer (12) die Sendung „Kinderwelt“. „Wir singen, lesen Geschichten vor, erzählen Witze und spielen Musik, die uns gefällt“, erzählt die Schülerin. „Andere Kinder besuchen uns oft im Studio, um ihre Familie oder ihre Freunde zu grüßen.“ Die 16-Jährige ist schon ein richtiger Radio-Profi: Seit sechs Jahren arbeitet sie in ihrer Freizeit bei Radio Ayopaya mit.

Stolz präsentiert Moderatiorin Marina (24) das Musikarchiv des Senders. 90 Prozent der Lieder die hier gespielt werden, stammen von bolivianischen Musikern, viele davon aus der Andenregion. Marina trägt die traditionelle Tracht der Region. „Wenn ich damit auf die Straße gehe, um die Leute zu interviewen, fassen sie viel schneller Vertrauen“, erzählt sie. Für die Sendung „Stimmen der Straße“ macht sie einmal pro Woche Straßenumfragen und Interviews zu tagesaktuellen Themen. „Ich habe keine Journalistenausbildung“, verrät sie. „Aber bei Radio Ayopaya habe ich sehr viel gelernt.“

Stolz präsentiert Moderatorin Marina (24) das Musikarchiv des Senders. 90 Prozent der Lieder, die hier gespielt werden, stammen von bolivianischen Musikern, viele davon aus der Andenregion. Marina trägt die traditionelle Tracht der Region. „Wenn ich damit auf die Straße gehe, um die Leute zu interviewen, fassen sie viel schneller Vertrauen“, erzählt sie. Für die Sendung „Stimmen der Straße“ macht sie einmal pro Woche Straßenumfragen und Interviews zu tagesaktuellen Themen. „Ich habe keine Journalistenausbildung“, verrät sie. „Aber bei Radio Ayopaya habe ich sehr viel gelernt.“

 

Clinica San Clemente in Camargo

Freitag, 08. April 2011 von Gisela Kloubert

José Luiz, 8 Jahre alt, ist beim Spielen vom Baum gefallen und hat den linken Arm gebrochen. Die Familie wohnt weit von Camargo entfernt. Nach dem Sturz musste José Luiz mit dem Vater zuerst zwei Stunden zu Fuss bis zur nächsten Straße gehen, dann wurden sie von einem Auto mitgenommen. Nach weiteren zwei Stunden mussten sie einen Bus nehmen um nach Camargo zu kommen. Sechs Stunden musste der arme José Luiz aushalten bis er in der Klinik behandelt werden konnte. Da die Familie sehr arm ist, wurde der Junge unentgeltlich behandelt und aufgenommen. Der Vater bleibt mit ihm im Krankenhaus. Nach der Entlassung soll José Luiz zur Nachkontrolle und zum Verbandwechseln kommen. Wieder muss dann diese weite Strecke zurückgelegt werden.

José Luiz, 8 Jahre alt, ist beim Spielen vom Baum gefallen und hat den linken Arm gebrochen. Die Familie wohnt weit von Camargo entfernt. Nach dem Sturz musste José Luiz mit dem Vater zuerst zwei Stunden zu Fuß bis zur nächsten Straße gehen, dann wurden sie von einem Auto mitgenommen. Nach weiteren zwei Stunden mussten sie einen Bus nehmen, um nach Camargo zu kommen. Sechs Stunden musste der arme José Luiz aushalten, bis er in der Klinik behandelt werden konnte. Da die Familie sehr arm ist, wurde der Junge unentgeltlich behandelt und aufgenommen. Der Vater bleibt mit ihm im Krankenhaus. Nach der Entlassung soll José Luiz zur Nachkontrolle und zum Verbandwechseln kommen. Wieder muss dann diese weite Strecke zurückgelegt werden.

Vanessa, 6 Jahre alt, hat rechts eine komplizierte Oberarmfraktur. Sie ist vom Esel gefallen, als sie die Schafe und Ziegen gehütet hat.Die Familie wohnt nur wenige Kilometer von Camargo entfernt, sodass Vanessa relativ schnell behandelt werden konnte. Die Mutter wohnt mit Vanessa in der Clinica San Clemente in Camargo.

Vanessa, 6 Jahre alt, hat rechts eine komplizierte Oberarmfraktur. Sie ist vom Esel gefallen, als sie die Schafe und Ziegen gehütet hat.Die Familie wohnt nur wenige Kilometer von Camargo entfernt, sodass Vanessa relativ schnell behandelt werden konnte. Die Mutter wohnt mit Vanessa in der Clinica San Clemente in Camargo.

 

Sport- und Kunstzentrum für Kinder mit Behinderungen in Sacaba

Donnerstag, 07. April 2011 von Susanne Dietmann

Musiktherapie in Sacaba: Im Hintergrund ist leise Musik zu hören, die Betreuer schwingen  bunte Tücher, die Kinder kugeln fröhlich über den Boden. Mehr als 200 Kinder und Jugendliche werden in der Einrichtung betreut. „Tanz, Sport, Musik, – wir arbeiten mit vielen verschiedenen Therapieformen“, erzählt Leiter Javier Mendoza. „Und unsere Erfolge sind wirklich toll.“ Auch Theater steht auf dem Programm der Einrichtung.

Musiktherapie in Sacaba: Im Hintergrund ist leise Musik zu hören, die Betreuer schwingen bunte Tücher, die Kinder kugeln fröhlich über den Boden. Mehr als 200 Kinder und Jugendliche werden in der Einrichtung betreut. „Tanz, Sport, Musik, – wir arbeiten mit vielen verschiedenen Therapieformen“, erzählt Leiter Javier Mendoza. „Und unsere Erfolge sind wirklich toll.“ Auch Theater steht auf dem Programm der Einrichtung.

Auch Sara Luna (15) und Eddy (5) haben riesigen Spaß. Seit zehn Jahren besteht die Einrichtung. Schon bald soll das Gebäude um eine zweite Etage erweitert werden. „Hier wollen wir ein Zentrum für Kinder mit Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten einrichten“, erzählt Javier Mendoza. Und der Bedarf ist groß: „Sechs von zehn Kindern leiden an Verhaltensauffälligkeiten“, so Mendoza. „Das sind oft die Folgen von zerrütteten Familienverhältnissen.“

Auch Sara Luna (15) und Eddy (5) haben riesigen Spaß. Seit zehn Jahren besteht die Einrichtung. Schon bald soll das Gebäude um eine zweite Etage erweitert werden. „Hier wollen wir ein Zentrum für Kinder mit Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten einrichten“, erzählt Javier Mendoza. Und der Bedarf ist groß: „Sechs von zehn Kindern leiden an Verhaltensauffälligkeiten“, so Mendoza. „Das sind oft die Folgen von zerrütteten Familienverhältnissen.“

Die Älteren spielen im Garten der Einrichtung zusammen mit Betreuer Martin aus der Schweiz Fußball. „25 von ihnen konnten wir bereits in einfache Jobs vermitteln“, erzählt Javier Mendoza stolz. Im Zentrum werden sie darauf vorbereitet.

Die Älteren spielen im Garten der Einrichtung zusammen mit Betreuer Martin aus der Schweiz Fußball. „25 von ihnen konnten wir bereits in einfache Jobs vermitteln“, erzählt Javier Mendoza stolz. Im Zentrum werden sie darauf vorbereitet.

Um 17 Uhr bringt der Bus die Kinder zurück in ihre Dörfer. Auch die Familien und Dorfgemeinschaften werden in die Arbeit mit einbezogen. Regelmäßig besuchen Sozialarbeiter und Physiotherapeuten die Familien, um mit ihnen über die Situation der Kinder zu sprechen.

Um 17 Uhr bringt der Bus die Kinder zurück in ihre Dörfer. Auch die Familien und Dorfgemeinschaften werden in die Arbeit mit einbezogen. Regelmäßig besuchen Sozialarbeiter und Physiotherapeuten die Familien, um mit ihnen über die Situation der Kinder zu sprechen.

 

Im Internat von Villa Abecia

Donnerstag, 07. April 2011 von Gisela Kloubert

m Internat von Villa Abecia wohnen 36 Mädchen im Alter von 12-18 Jahren. Sie gehen auf die weiterführende Schule im Ort und machen nach der Schule Hausaufgaben im Internat. Die Mädchen wohnen viele Kilometer von Villa Abecia entfernt, sodass die meisten Mädchen nur in den Ferien nach Hause gehen können. Sie sind es gewohnt, viele Kilometer zu Fuss zurückzulegen. Manchmal haben sie Glück und sie werden von einem LKW mit nach Hause genommen.

Im Internat von Villa Abecia wohnen 36 Mädchen im Alter von 12-18 Jahren. Sie gehen auf die weiterführende Schule im Ort und machen nach der Schule Hausaufgaben im Internat. Die Mädchen wohnen viele Kilometer von Villa Abecia entfernt, sodass die meisten Mädchen nur in den Ferien nach Hause gehen können. Sie sind es gewohnt, viele Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Manchmal haben sie Glück und sie werden von einem LKW mit nach Hause genommen.

Wochenweise helfen die Mädchen bei der Essensvorbereitung mit, wie hier die 15jährige Rosa beim Kartoffelschälen. Andere helfen bei der Gartenarbeit oder beim Sauberhalten der Schlaf- und aufenthaltsräume des Internates.

Wochenweise helfen die Mädchen bei der Essensvorbereitung mit, wie hier die 15-jährige Rosa beim Kartoffelschälen. Andere helfen bei der Gartenarbeit oder beim Sauberhalten der Schlaf- und Aufenthaltsräume des Internates.

 

Kinderdorf „Christkönig“ in Cochabamba

Donnerstag, 07. April 2011 von Susanne Dietmann

Am Stadtrand von Cochabamba liegt das Kinderdorf „Christkönig“. 212 Jungen und Mädchen leben in der Einrichtung. Zusammen mit ihren Betreuerinnen wohnen die Kinder und Jugendlichen in 14 Gruppen. Ihre Eltern sind in den Gefängnissen von Cochabama, La Paz und Iquique im benachbarten Chile inhaftiert. Viele von ihnen sind wegen Drogenhandels im Gefängnis. Nur wenige Kilometer von Cochabamba entfernt beginnt die Region Chapare, das Hauptanbaugebiet der Kokapflanze, aus der auch Kokain hergestellt wird.

Am Stadtrand von Cochabamba liegt das Kinderdorf „Christkönig“. 212 Jungen und Mädchen leben in der Einrichtung. Zusammen mit ihren Betreuerinnen wohnen die Kinder und Jugendlichen in 14 Gruppen. Ihre Eltern sind in den Gefängnissen von Cochabama, La Paz und Iquique im benachbarten Chile inhaftiert. Viele von ihnen sind wegen Drogenhandels im Gefängnis. Nur wenige Kilometer von Cochabamba entfernt beginnt die Region Chapare, das Hauptanbaugebiet der Kokapflanze, aus der auch Kokain hergestellt wird.

Zusammen mit je einer Betreuerin leben die Kinder in 14 Kleingruppen zusammen. Jeden Tag ist ein anderer für das Essen verantwortlich. Mit großen Wäschekörben holen die Kinder das Essen in der Großküche ab: Obst, einen Sack selbst gebackene Brötchen und zwei warme Mahlzeiten pro Tag. Nachmittags helfen die Kinder beim Gemüseschneiden und Kochen.

Zusammen mit je einer Betreuerin leben die Kinder in 14 Kleingruppen zusammen. Jeden Tag ist ein anderer für das Essen verantwortlich. Mit großen Wäschekörben holen die Kinder das Essen in der Großküche ab: Obst, einen Sack selbst gebackene Brötchen und zwei warme Mahlzeiten pro Tag. Nachmittags helfen die Kinder beim Gemüseschneiden und Kochen.

„Mama Petra“, ruft Melvi und umarmt Projektleiterin Petra Sadura stürmisch. „Aber du hast doch eine Mama“, entgegnet diese. „Dann bist du eben meine zweite Mama“, erwidert das Mädchen. „Melvis richtige Mutter lebt in Spanien“, erzählt Petra Sadura später. Den Vater lernen wir am Nachmittag kennen, als Melvi und ihre zwei Geschwister ihn im Gefängnis San Pedro de Sacaba besuchen. Er ist wegen Mordes inhaftiert. Alle 14 Tage dürfen die Kinder ihre Eltern in den Haftanstalten besuchen.

„Mama Petra“, ruft Melvi und umarmt Projektleiterin Petra Sadura stürmisch. „Aber du hast doch eine Mama“, entgegnet diese. „Dann bist du eben meine zweite Mama“, erwidert das Mädchen. „Melvis richtige Mutter lebt in Spanien“, erzählt Petra Sadura später. Den Vater lernen wir am Nachmittag kennen, als Melvi und ihre zwei Geschwister ihn im Gefängnis San Pedro de Sacaba besuchen. Er ist wegen Mordes inhaftiert. Alle 14 Tage dürfen die Kinder ihre Eltern in den Haftanstalten besuchen.

Überall im Kinderdorf entdeckt man Panflöten – und begeisterte Musikanten. „Zu Weihnachten haben wir jeder Gruppe drei Panflöten geschenkt“, erzählt Petra Sadura. „Und die Kinder haben sie mit Begeisterung angenommen und nutzen jeder freie Minute zum Spielen. Und tatsächlich: auch nachmittags, als die Kinder vor den Gefängnissen darauf warten, ihre Eltern zu besuchen, holt einer der Jungs eine Panflöte aus der Tasche und beginnt zu spielen.

Überall im Kinderdorf entdeckt man Panflöten – und begeisterte Musikanten. „Zu Weihnachten haben wir jeder Gruppe drei Panflöten geschenkt“, erzählt Petra Sadura. „Und die Kinder haben sie mit Begeisterung angenommen und nutzen jeder freie Minute zum Spielen. Und tatsächlich: auch nachmittags, als die Kinder vor den Gefängnissen darauf warten, ihre Eltern zu besuchen, holt einer der Jungs eine Panflöte aus der Tasche und beginnt zu spielen.

Noch schlagen die Jungs auf dem Schulhof Salti und toben wild herum. Wenig später stehen die Kinder in mehreren Reihen auf dem Schulhof. „Alba! Sacaba! San Antonio!“, ruft Sozialarbeiterin Olivia. Es sind die Namen der Gefängnisse, in denen die Eltern der Kinder inhaftiert sind. Zweimal im Monat dürfen die Kinder ihre Eltern dort besuchen, im Hochsicherheitsgefängnis Alba nur einmal im Monat. Viele Kinder leben jedoch auch mit ihren Eltern im Gefängnis. „Allein in San Antonio dürften es mehr als 200 sein“, erzählt Olivia.

Noch schlagen die Jungs auf dem Schulhof Salti und toben wild herum. Wenig später stehen die Kinder in mehreren Reihen auf dem Schulhof. „Alba! Sacaba! San Antonio!“, ruft Sozialarbeiterin Olivia. Es sind die Namen der Gefängnisse, in denen die Eltern der Kinder inhaftiert sind. Zweimal im Monat dürfen die Kinder ihre Eltern dort besuchen, im Hochsicherheitsgefängnis Alba nur einmal im Monat. Viele Kinder leben jedoch auch mit ihren Eltern im Gefängnis. „Allein in San Antonio dürften es mehr als 200 sein“, erzählt Olivia.

„Was ist denn mit dir passiert?“ Stolz zieht Anna Maria die Mütze vom Kopf und präsentiert ihre Glatze. „Der erste Haarschnitt wird in Bolivien gefeiert“, erklärt Petra Sadura. „Er soll zeigen, dass die Kinder älter geworden sind.“

„Was ist denn mit dir passiert?“ Stolz zieht Anna Maria die Mütze vom Kopf und präsentiert ihre Glatze. „Der erste Haarschnitt wird in Bolivien gefeiert“, erklärt Petra Sadura. „Er soll zeigen, dass die Kinder älter geworden sind.“

 

Pastoralarbeit, Schulbildung und ein Krankenhaus in der Prälatur Aiquile

Mittwoch, 06. April 2011 von Susanne Dietmann

Dicht gedrängt sitzen die Schüler in der winzigen Lehmhütte in Rumi Corral Kasa. 40 Jungen und Mädchen werden hier von Lehrer Luis Rojas Velarde unterrichtet. Ein polnischer Orden unterstützt die Schule mit Lehrbüchern und weiterem Unterrichtsmaterial. „Eigentlich wäre das die Aufgabe des Staates“, erzählt Schwester Mariola Furgala, „aber der kümmert sich leider nicht um die Menschen hier. Deswegen helfen wir wo wir können.“

Dicht gedrängt sitzen die Schüler in der winzigen Lehmhütte in Rumi Corral Kasa. 40 Jungen und Mädchen werden hier von Lehrer Luis Rojas Velarde unterrichtet. Ein polnischer Orden unterstützt die Schule mit Lehrbüchern und weiterem Unterrichtsmaterial. „Eigentlich wäre das die Aufgabe des Staates“, erzählt Schwester Mariola Furgala, „aber der kümmert sich leider nicht um die Menschen hier. Deswegen helfen wir wo wir können.“

Auch Ronal geht in die kleine Schule in Rumi Corral Kasa. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Alexander (7) und seinen Eltern wohnt der Elfjährige in einer kleinen Hütte ohne fließendes Wasser und Strom. „Meine Hausaufgaben muss ich schnell machen, bevor die Sonne untergeht“, erzählt er. Zusammen mit anderen Kindern in der Gegend besucht er den Erstkommunionsunterricht bei Schwester Mariola.

Auch Ronal geht in die kleine Schule in Rumi Corral Kasa. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Alexander (7) und seinen Eltern wohnt der Elfjährige in einer kleinen Hütte ohne fließendes Wasser und Strom. „Meine Hausaufgaben muss ich schnell machen, bevor die Sonne untergeht“, erzählt er. Zusammen mit anderen Kindern in der Gegend besucht er den Erstkommunionsunterricht bei Schwester Mariola.

Stolz präsentiert Eric seine kleine Schwester Luz Maria. Erst vor zwei Tagen hat seine Mutter Felicita (36) das Mädchen zur Welt gebracht – ihr achtes Kind. Die Gesundheitsversorgung in der Region Aiquile ist sehr schlecht, außerdem fehlt den Menschen meist das Geld für Medikamente und medizinische Behandlungen. Im Bertol-Krankenhaus kümmern sich drei Ärzte und Ordensschwestern um die arme Bevölkerung in der Region. Hier hat auch Felicita ihre Tochter zur Welt gebracht.

Stolz präsentiert Eric seine kleine Schwester Luz Maria. Erst vor zwei Tagen hat seine Mutter Felicita (36) das Mädchen zur Welt gebracht – ihr achtes Kind. Die Gesundheitsversorgung in der Region Aiquile ist sehr schlecht, außerdem fehlt den Menschen meist das Geld für Medikamente und medizinische Behandlungen. Im Bertol-Krankenhaus kümmern sich drei Ärzte und Ordensschwestern um die arme Bevölkerung in der Region. Hier hat auch Felicita ihre Tochter zur Welt gebracht.

Regelmäßig besuchen Schwester Mariola und ihre Mitschwestern die Menschen in den Siedlungen rund um Aiquile, darunter auch Santos Escobar (32). Vor einem Jahr ist seine Ehefrau im Alter von 31 Jahren an Chagas gestorben. Nun muss sich der fünffache Vater allein um seine Kinder kümmern. Von seinem Vater hat er ein kleines Stück Land geerbt, auf dem er Kartoffeln und Mais anbaut. So kann er für die Grundversorgung seiner Familie sorgen. Das Kochen musste er nach dem Tod seiner Frau lernen. Auch Famile Escobar lebt in einer Familie ohne Strom und fließendes Wasser. Das Wasser zum Kochen und Waschen holt der Vater zweimal täglich von einer nahe gelegenen Wasserstelle.

Regelmäßig besuchen Schwester Mariola und ihre Mitschwestern die Menschen in den Siedlungen rund um Aiquile, darunter auch Santos Escobar (32). Vor einem Jahr ist seine Ehefrau im Alter von 31 Jahren an Chagas gestorben. Nun muss sich der fünffache Vater allein um seine Kinder kümmern. Von seinem Vater hat er ein kleines Stück Land geerbt, auf dem er Kartoffeln und Mais anbaut. So kann er für die Grundversorgung seiner Familie sorgen. Das Kochen musste er nach dem Tod seiner Frau lernen. Auch Famile Escobar lebt in einer Hütte ohne Strom und fließendes Wasser. Das Wasser zum Kochen und Waschen holt der Vater zweimal täglich von einer nahe gelegenen Wasserstelle.

Sorgfältig malt Ariel sein Bild aus: eine Bibelszene in der Jesus umringt von vielen Kindern zu sehen ist. Im Hintergrund fliegt ein Basketball durch die Luft. „Wir kommen jeden Mittwoch von neun bis zehn Uhr hierher, zum Spielen, Malen und um etwas über Gott zu lernen“, erklären die Kinder. Nebenan wird Beton gemischt, die Fassade verputzt und laut gehämmert. Hier entsteht ein neues Jugendpastoralzentrum, das für bis zu 250 Jungen und Mädchen Platz bieten soll. Und der Bedarf ist groß: Rund 20.000 Menschen leben in Aiquile, mehr als die Hälfte von ihnen sind unter 18 Jahren.

Sorgfältig malt Ariel sein Bild aus: eine Bibelszene, in der Jesus umringt von vielen Kindern zu sehen ist. Im Hintergrund fliegt ein Basketball durch die Luft. „Wir kommen jeden Mittwoch von neun bis zehn Uhr hierher, zum Spielen, Malen und um etwas über Gott zu lernen“, erklären die Kinder. Nebenan wird Beton gemischt, die Fassade verputzt und laut gehämmert. Hier entsteht ein neues Jugendpastoralzentrum, das für bis zu 250 Jungen und Mädchen Platz bieten soll. Und der Bedarf ist groß: Rund 20.000 Menschen leben in Aiquile, mehr als die Hälfte von ihnen sind unter 18 Jahren.