Von wunderschönen Tagen

Sonntag, 04. Oktober 2015 von JohannaS

Denn wir leben auf einem blauen Planeten, der sich um einen Feuerball dreht, mit ’nem Mond, der die Meere bewegt, und du glaubst nicht an Wunder, und du glaubst nicht an Wunder

Und ein Schmetterling schlägt seine Flügel, die ganze Erdkugel bebt, wir haben überlebt, und du glaubst nicht an Wunder, und du glaubst nich an Wunder – Marteria

Wenn ich höre und lese, was meine Mitfreiwilligen und Freunde an ihren Orten auf unserem blauen Planeten alles erleben, freut mich das für jeden einzelnen ungeheuer arg. Ich freue mich, dass jeder seine eigenen Erlebnisse machen kann, wir aber alle ein ganz eigenes, doch so gleiches Jahr erleben werden. Und ich freue mich bereits jetzt schon auf all die Geschichten, die ich noch zu hören bekomme und die ich selbst noch schreiben kann. Es ist unglaublich, wie viel man in einem Monat erleben kann und doch bleibt zwischen all den Dingen noch Zeit für einen selbst, nachzudenken oder einfach das Hier und Jetzt und die Chance, die man hier hat, genießen zu können.

Die Chance ein paar dieser wunderbaren Momente erleben zu können, hatte ich dieses Wochenende. Egal ob es die Menschen machen, die Momente unvergesslich machen, oder die Natur um einen herum. Es ist immer, als läge etwas magisches in der Luft und ich es mag etwas komisch klingen, aber ich hatte Marterias „Welt der Wunder“ im Kopf. Die letzten Tage hatte ich das Vergnügen bei einer „Klassenfahrt“ eines Hotel&Tourismus- Kurses des College hier dabei zu sein und somit die Schönheit der Philippinen am nördlichsten Ende zu genießen. Unser Ziel war die Region „Ilocos“, die die Spitze der Hauptinsel „Luzon“ bildet.

3 a.m. - das im wahrsten Sinne süße Geschenk

3 a.m. - das im wahrsten Sinne süße Geschenk

Die Reise begann schon mit einem dieser magischen Momenten: „Johanna, happy Month Anniversary“ – Sie haben mir wirklich eine Kleinigkeit zum „einmonatigen“ auf den Philippinen geschenkt. Ich hab damit gar nicht gerechnet und allein diese herzliche Geste, von Menschen, die man seit 3 Wochen kennt überwältigen einen.

Und dann ging meine erste richtige Reise in diesem Land los. In einem fancy Bus mit Kronleuchtern fuhren wir die Nacht durch und stiegen nach 10 Stunden schon im ersten Part der Provinz Ilocos aus: Batac. Wir besuchten Kirchen und Kirchen und u.a. das Weltkulturerbe „San Agustin – Church“ in Paoay, die, wohl typisch für die Region, mit Korallen und Eiweiß zusammengehalten wird. Außerdem standen das Museum und das Wohnhaus des ehemaligen Präsidenten und Dikatator Marcos auf dem Plan. Ferdinand Marcos, der in den 70ern das Land regierte, wurde ’86 mit einem friedlichen Volksaufstand gestürzt. Seine Leiche wurde nicht wie all die Laichen der „normalen“ Präsidenten in Manila begraben, sondern liegt gekühlt im Glassarg in dem Museum, da er für eine blutige grausame Diktatur steht und nicht „würdig“ ist, neben den anderen Staatsoberhäuptern zu liegen.

Neben dem Museumsteil gehört zu einer „Hotelklasse“ auch kulinarisches. So hatten wir jeden Tag Verkostungsmöglichkeiten verschiedenster Spezialitäten der Region – in diesem Ort waren es Empanadas – Ein mit Fleisch, Ei und Käse gefüllte, frittierte Teigtasche. Sehr viele Köstlichkeiten im Norden stammen noch aus der spanischen Kolonialzeit, weswegen man sie sicher auch an anderen Orten finden kann.

Empanadas - schon lecker, aber nicht unbedingt leicht

Empanadas - schon lecker, aber nicht unbedingt leicht

Nachddem der Tag ja nicht schon anstrengend genug war, machten wir uns auf in die Sanddünen um ein bisschen (mega Touri-Like) mit einem 4×4 rumzucruisen oder die Sanddünen runterzuboarden.

Ich beim "Boarden" - nicht wirklich steil

Ich beim "boarden" - nicht wirklich steil

Weiter gings an die nördlichste Spitze der Insel nach Pagudpug. Neben der atemberaubenden Natur – einem zusammenspiel aus Meer, Steinstrand, Klippen und Hügellandschaft gibt es noch eine weitere Touristenattraktion. Ich musste etwas schmunzeln, als ich es gesehen habe und musste an meine Heimat in Deutschland denken, wo wir doch auch mal einführen sollten unsere Windräder so zu vermarkten.

Landschaft mit Windrädern - ich fände es ohne schöner

Landschaft mit Windrädern - ich fände es ohne schöner

ein paar der "Windräder-Souvenirs"

ein paar der Souvenirs : Magneten, Tassen und Schlüsselanhänger

Wir schauten die dritt größte Brücke der Philippinen an und endeten letztendlich auf einer Drachenfruchtfarm. Das wären die perfekten Pflanzen für mich, weil ich zum Einen Drachenfrüchte schon recht gern mag, zum Anderen brauchen die Kakteen nur zweimal wöchentlich Wasser, was die Instandhaltung dieser Pflanze, meiner Meinung nach, sehr vereinfacht.

Drachenfrüchte - Plantage- unreife Früchte

Drachenfrüchte - Plantage- unreife Früchte

Letztendlich ging es in eine der sieben schönsten Städte auf der Erde: nach Vigan. Und tatsächlich, kaum betritt man diesen Ort spürt man wieder diese Magie in der Luft.  In der drittältesten Stadt merkt man noch sehr viel deutlicher als in Manila, wie es einmal vor ein paar hundert Jahren gewesen sein muss, als die Spanier das Land besiedelten. Neben der Architektur, den Straße, ja sogar den Namen der Leuten erinnert einen viel an Spanien. Ein anderes Merkmal der Stadt ist ein Geklapper der Pferdehufen. Bessergesagt : Die „Kalesa“ gilt als DAS Fortbewegungsmittel. Es ist zwar langsamer und etwas holpriger als so manches Taxi, aber dafür ist auch dieser Ort nicht so dreckig, wie man andere philippinische Stadt.

Kalesa-Fahrt

Straßen von Vigan

Straßen von Vigan

Vollgepackt mit wunderschönen Ausblicken, gänsehautbereitenden Augenblicken, guten Gesprächen, viel Lachen und beeindruckenden neuen Eindrücken kam ich heute zurück nach Manila und merke, wie viel mehr man das Land und die Leute genießt, wenn man einfach mal den Kopf ausschaltet und mit dem Herzen lebt, denn es sind wirklich Wunderwerke, die jeden von uns umgeben – egal ob hier oder an einem anderen Platz auf unserem Planeten.

Ganz liebe Grüße – Johanna

 

Ein vollgepacktes Wochenende

Freitag, 18. September 2015 von JohannaS

„Die schönsten Dinge kommen dann, wenn man am wenigsten damit rechnet“

Es ist unfassbar wie viel in den 10 Tagen seit dem ersten Lebenszeichen aus Manila passiert ist. Ich hätte wohl nie damit gerechnet und bin gleichzeitig mega dankbar für all die lieben Menschen, die mir hier helfen anzukommen. Also auch so langsam richtig mit dem Kopf anzukommen. Apropos Dankesagen: Mir fällt gerade auf, dass ich mich noch garnicht für all die lieben Wünsche und Kleinigkeiten bedankt habe, die ich zum Abschied bekommen habe. Egal ob Schutzengel, Schlüsselanhänger oder Teebeutel: Ich hab sie alle, also  wirklich jedes einzelne dabei und „gönn“ mir abundzu mal ne Karte mit lieben Wünschen und Gedanken. Also vielen lieben Dank nochmal dafür!

Nun zurück zum Geschehen:

Ich werde Euch von meinem letzten Wochenende erzählen: Wenn man es in ein paar Wort zusammenfassen möchte: Gottesdienste, viele Nonnen und Frühes Aufstehen. Doch so schlimm wie es sich anhört war es auf keinen Fall. Ganz im Gegenteil, ich hab die Zeit echt genossen!

Nachdem ich die gesamte letzte Woche mit Tagaloglernen verbracht habe und von einem Ausflug der Schwestern nach Tagaytay (einem Ort südlich des Zentrums Metro Manila) erfahren hatte, sprach ich am Freitag mit meiner Lehrerin Miss Vargas, ob es denn eine Möglichkeit geben würde, die Schwestern zu begleiten. Diese war sofort Feuer und Flamme, redete mit Schwester Cecille und der Verantwortlichen und organisierte uns dadurch Plätze im Bus. Auch wenn ich meine Umgebung sehr genieße, kommt doch abundzu die Entdeckerin in mir heraus und ich möchte neue Orte kennenlernen. Aus diesem Grund habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut, als mir Miss Vargas mitteilte, dass es klappen würde. – Die besten Dinge kommen ganz unerwartet!

Samstag, 12.09 – 25jähriges „Dienstjubiläum“ von vier Schwestern

Pünktlich (!) um 7 Uhr morgens stiegen also ca. 30 Schwestern und eine Johanna in den Bus und machten sich auf nach Tagaytay. Dieser Ort und der Ausblick auf den Vulkansee „Taal“, der ca. 55 km südlich des Zentrums Metro Manila liegt, soll, nach der Aussage einiger Schwestern, malerisch sein, weshalb ich mich noch mehr auf diesen Tag freute.  In dem klimatisierten Gefährt fuhren wir vorbei an Essensständen, Hochhäusern, sehr vielen Autos, einigen Shoppingmalls und zahlreichen Ananasplantagen und kamen nach 2 Stunden an. Man hatte mir nicht zu viel versprochen und da wir etwas zu früh dran waren, hab ich mich auf dem Gelände noch etwas umgesehen, Fotos gemacht und die Weite genossen.

Kontrast zum Großstadtdschungel

Kontrast zum Großstadtdschungel

Ausblick auf den TaalSee

Ausblick auf den TaalSee

kunterbunte Kirche in Tagaytay

kunterbunte Kirche in Tagaytay

Nach zwei Wochen Großstadtenge, ist man dann doch mal ganz froh ein paar Kilometer weit schauen zu können. Und nach einem sehr langen, aber auch schönem Gottesdienst, ging es dann ans Brunchen.

Der Schweinebraten (Lechon) war recht schnell aufgegessen

Der Schweinebraten (Lechon) war recht schnell aufgegessen

Eine kleine Sahnetorte zu Feier des Tages

Eine kleine Sahnetorte zu Feier des Tages

Der gesamte Raum war mit allerlei leckerem Essen gefüllt, egal ob Früchte, Reissuppe, ein Spanferkel auf Bananenblättern oder Kartoffelbrei, wirklich jeder wurde hier satt. Das mit dem Essen, ist sowieso ganz interessant auf den Philippinen. Ich denke ich werde nochmal einen eigenen Blogpost schreiben, der sich mit dem Thema befasst, weil das würde den Rahmen sprengen. Essen und auch „Sattwerden“ ist, so habe ich manchmal das Gefühl, eins der wichtigsten Dinge hier. Nach dem Brunchen, der sich leider nicht auf 4 Stunden herausgezogen hatte, ging es schon nach Manila zurück, wo ich von einer Nonne eingeladen wurde, am Sonntag bei einem nicht ganz alltäglichen Ereignis dabeizusein:

Sonntag, 13.09 – Ablegen des ersten Gelübte einer Novizin

Der Sonntagmorgen war dem Samstagmorgen nahezu indentisch, nur das unser Ziel Marikina hieß. Ein Ort, der nur ca. 25 Kilometer von unserem Stadtort entfernt ist, wir aber mit dem Bus, wegen des furchtbaren Verkehrs in Manila, trotzdem knappe 1,5 Stunden brauchten. Als ich dort das Fahrzeug verlassen habe, wurde ich von einem der sattesten Grüns in Empfang genommen, das ich bis jetzt gesehen habe. Auf dem Gelände der Gemeinde befindet sich neben einer Schule auch der „Alterswohnsitz“ einiger Schwestern und mit ihm zahlreiche Mango- und Bananenbäume und sehr viel anderes Grün.

Das satte Grün in Marikina

Das satte Grün in Marikina

Nach einer kurzen Führung über das Gelände wurde ich in den Saal gebracht, in dem der Gottesdienst stattfinden sollte: Eine Novizin legte ihr erstes Gelübte ab und wurde somit zur Schwester.

Eine Novizin ist sozusagen „Nonnenanwärterin“, das heißt, sie hat bereits zwei Jahre in der Schwesterngemeinschaft gelebt und entscheidet sich mit dem Gelübde für das Leben als Nonne. In dem Gottesdienst wurde die kleine Frau zunächst vorgestellt musste sich selbst zum Leben als Schwester bekennen und wurde danach mit einem neuem Namen gesegnet. Nach dem Abendmahl wurde ihr außerdem der Habit, das Schwesterngewand, überreicht. Anschließend hat sie kurz den Raum verlassen und wurde schließlich von ihren stolzen Eltern, wie eine kleine Königin wieder hereingeführt. Das Strahlen, dass sie zusammen mit dem neuem „Outfit“ präsentierte, werde ich nicht so schnell vergessen, so gesegnet hat sie in diesem Monat auf mich gewirkt.

Antoinette zu Beginn des Gottesdienst

Antoinette zu Beginn des Gottesdienst

Die stolze neue Schwester

Die stolze neue Schwester

Auch hier hab es nach dem offiziellem Event wieder ein sehr reichhaltigen, farbenfrohes Buffet, zu dem jeder eingeladen war.

Ein paar Ordensschwestern mit mir

Ein paar Ordensschwestern mit mir

Buffet nach dem Gottesdienst

Buffet nach dem Gottesdienst

auch hier darf eine Fondanttorte nicht fehlen

auch hier darf eine Fondanttorte nicht fehlen

Neben dem vollgepackten Wochenenden, ist mein Terminkalender auch unter der Woche gut gefühlt und ich merke, wie ich auch langsam, aber sicher mit dem Kopf und dem Herzen ankomme. Ich bin gespannt, wie lange das wohl noch dauern wird, aber mir geht es jeden Tag besser und ich merke, wie ich anfange jeden Tag neu zu genießen. Ich hoffe das bleibt auch so, denn so bleibt keine Zeit für Heimweh, was mich und auch die meisten um mich herum wundert: Ich möchte hier nichts verschreien und wie sehr ich Euch auch gerne hier hätte, aber ich hab noch keine Träne der Sehnsucht vergossen und hoffe auch, dass sie nicht kommen werden.

Auch jetzt beginnt wieder ein neues Wochenende und ich bin schon gespannt, was ich Euch als nächstes Erzählen werde!

Mit ganz lieben Grüßen

Johanna

 

„Hallo Manila!“

Montag, 07. September 2015 von JohannaS

Jede große Reise beginnt mit einem kleinen Schritt.“

Und ich kann sehr viele kleine Schritte machen, mit meinen 159 cm. Aber das fällt hier irgendwie gar nicht richtig auf. Und auch sonst gibt es ein paar Dinge, die sich in meiner Umgebung gewaltig geändert haben.

Doch zunächst: Ich bin gut angekommen, nichts ist auf den 10.057 Kilometern, die mich von meiner Heimat trennen, verschwunden.

Genau vor einer Woche bin ich hier aus dem Flugzeug gestiegen und habe mein Abenteuer begonnen. Aber wenn ich ehrlich bin fühlt es sich wirklich nicht wie eine Woche an. Ich hab in dieser Woche schon so viel verschiedenes gesehen, gefühlt, geschmeckt, gerochen und gehört, dass es sich anfühlt, als wäre ich schon einen Monat auf der Insel.

Ich bin also gelandet, gegen diese berühmte feuchtwarme Wetterwand gelaufen, habe mein Gepäck abgeholt, bin durch die Passkontrolle und ja. Ja, dann habe ich meine Chefin Schwester Cecille gesucht. In der Ankunftshalle, stand keine Nonne und davor auch nicht. Und es hatte auch keiner von den Menschen ein „Johanna“-Schild hochgehalten. Ich war kurz leicht enttäuscht und genervt zugleich, bin ein bisschen hin und her gelaufen, bis ich schließlich eine Polizistin gefragt habe und sie meinte, dass man durch eine Art Tunnel laufen muss, um zu den „Abholständen“ zu gelangen. Und dort stand sie dann auch. Eine kleine gemütliche Schwester, die mich erstmal fest in den Arm nahm und mich zusammen mit ihrer Assistentin Miss Roses zu meiner Unterkunft brachte.

Ich schlafe in dem Gästehaus des Klosters, zudem neben einer Grundschule, einer HighSchool, einem College auch ein kleines Hotel namens „Friedenshaus“ gehört. Insgesamt nimmt das ganze Areal einen Block ein und ist von einer dicken Mauer und sehr vielen Security-Männern umgeben.

Ich muss sagen, obwohl ich wirklich herzlich von den Beiden Empfangen wurde, habe ich mich an den ersten beiden Abenden etwas alleine gefühlt. Das lag zunächst daran, dass die Schwestern immer alle gemeinsam im Kloster essen und das Gästehaus etwas versetzt steht und ich dadurch alleine gegessen habe. Und zudem daran, dass ich wegen des Jetlags bis 1 Uhr wach lag und genug Zeit zum „Alleinefühlen“ hatte, weil ich es austesten wollte, wie es ist kein Handy und Wlan zu benutzen. Um es vorneweg zu nehmen, ich hab es keine Woche ausgehalten. Am dritten Tag war ich einfach so glücklich mit ein Paar Freunden zu schreiben und auch, obwohl ich es in Deutschland überhaupt nicht wollte, mit meinen Eltern zu skypen. Es tut einfach mega gut, all das, was man gesehen und erlebt hat, jemandem Vertrauten mitzuteilen.

Zu dem „Alleinefühlen“ kam aber auch noch dazu, dass es sich für mich so anfühlte, als würde die Zeit in überhaupt nicht vorangehen und ich konnte mir nicht vorstellen 11 Monate so zu leben. Im Nachhinein betrachtet ist es komisch das am zweiten Tag zu sagen und auch in dem Momenten hab ich mir so oft eingeredet, dass ich mir Zeit geben muss.

Wer mich kennt weiß, dass ich ein kleines Glückskind bin und mit meinem Gottvertrauen es irgendwie immer schaffe aus solchen unschönen Situationen herauszukommen. Darauf bezieht sich auch der obrige Zitat. Der eine kleine Schritt, der genannt wird, bezieht sich bei mir vielleicht auch auf diesen Satz:

„Can I join them in the Kitchen? ‚Cause I wanna learn how to cook filipino“ –  Kann ich sie in die Küche begleiten, weil ich philippinisch kochen lernen möchte.

Ich hab mit meiner Mentorin, Schwester Eugene, ein bisschen geredet, dass ich mich abends manchmal etwas alleine fühle und ob es okay wäre, wenn ich den Köchinnen etwas Gesellschaft leiste. Sie war sofort einverstanden und von diesem Moment an ging es mir besser. Ich kann, wann immer ich möchte, kommen und mir wird ganz ausführlich erklärt, was gerade gekocht wird und wie man es zubereitet. Außerdem hab ich dadurch die vier anderen Mitarbeiter, die sich im Kloster um das Wohl der Schwestern kümmern kennengelernt und wurde gleich einmal in die SelfieTraditionen der Filipinos eingeweiht. (Ich hab das Gefühl sie posten ungefähr jedes Bild auf Facebook- was ein paar sicher schon mitbekommen haben).

Ganz nebenbei hab ich bei einer Veranstaltung des College dann noch ein paar Mädels kennengelernt, die unter der Woche hier schlafen, weil ihre Eltern nicht in Manila leben und die mir schon angeboten haben, dass wenn ich Heimweh bekommen sollte, wir Eis kaufen und alle zusammen heulen. Diese 10 Mädels sind allgemein sehr herzlich und wir reden und lachen sehr viel. Sie quetschen mich richtig aus und natürlich bleibt die Frage, ob ich denn einen „Boyfriend“ habe nicht aus. Das ist allgemein DIE Frage, die ich gestellt bekomme wenn mir eine Person vorgestellt wird. Es gab noch keine Person, die sich nicht nach meinem Beziehungsstatus erkundigt hat und nicht gleich noch ein „Warum?“ nachschiebt. Aber man kann trotzdem sagen, dass bis jetzt wirklich alle sehr herzlich und gastfreundlich sind.

Ihr fragt euch sicher auch nach dem Projekt, in dem ich arbeiten werde. Natürlich wurde mir der Shelter „Tuluyan“ gezeigtt, wobei ich erst später genauer etwas dazu sagen kann, weil ich im Moment erstmal jeden Tag mindestens vier Stunden Tagalog lernen muss. Von Farben, Zahlen, Kinderliedern, bis zu sämtlichen Alltagsfloskeln ist alles dabei, jedoch steige ich noch nicht ganz hinter die Grammatik der Sprache. Aber trotzdem sind immer alle begeistert wenn ich dann „Danke“, „Ja“ und „Nein“ auf tagalog antworte. An dieser Stelle hab ich versprochen die Collegeschülerinnen zu grüßen: Umaasa ako, kami ay ng maganda panahon magkasama.

Es ist nicht einfach so viele Eindrücke in einen Blogpost zu verpacken, aber ich hoffe ich konnte euch einen ersten Einblick in meine vollgestopfte erste Woche geben. Neben dem, was ich nun verschriftlich habe, kommen im Anschluss noch Bilder. Viel Spaß dabei und wir hören uns bald wieder!

Fühlt euch alle einmal ganz fest gedrückt!

Johanna

2 andere Mitarbeiterinnen und ich bei einem Event an der Uferpromende "BayWalk"

Die Mitarbeiterinnen und ich bei einem Event an der Uferpromende "BayWalk"

das meist genutze öffentliche Verkehrsmittel

das meist genutze öffentliche Verkehrsmittel - ein Jeepney

Verkehr bei Nacht - Manila schläft gefühlt nie

Der "Nachthimmel" - man kann mehr Wolken sehen als am Tag

Der Nachthimmel - man kann mehr Wolken erkennen als bei dem Smog am Tag

Palitao - ein Reiskuchen- sehr süß, aber echt gut

Probierstunde in der Küche: Palitao - ein Reiskuchen,sehr süß, aber echt gut

Einer der gefühlten 100000 Essensständen- irgendetwas mit Hähnchen, aber auch sehr lecker

Die Eingangshalle des Areals und damit auch meiner

Die Eingangshalle des Areals und damit auch meiner - der westliche Teil Manilas

Blick aus dem Shelter - der asiatische Teil Manilas

 

Es ist soweit!

Samstag, 29. August 2015 von JohannaS

Beisammen wie die Kugel eines Löwenzahn, bevor die Böe kam und uns in die Höhe nahm.

Neben unzählichen festen Umarmungen, vielen lieben Wünschen und ein paar vergossenen Tränen beschriebt Prinz Pi mit dieser Liedzeile meine momentane Situation ganz gut. Mein Abschiedsmarathon, der vor drei Wochen in Berlin begann, wird morgen am Flughafen enden. Und meine Freunde und ich verstreuen uns auf diesem Planeten wie die Samen einer Pusteblume im Wind.

Somit ist es auch endlich (!) für mich kleine Nachzüglerin soweit und mein Abenteuer in Manila kann beginnen.

In weniger als 24 Stunden werde ich in den Flieger steigen und den deutschen Boden für 11 Monate hinter mir lassen. Diese Vorstellung fühlt sich einerseits noch nicht ganz realistisch an, aber auf der anderen Seite ist es mega spannend und ich bin unendlich froh und freue mich nahezu unendlich, dass es auch für mich losgeht. Während die anderen Freiwilligen sich langsam an das Leben in ihren Projekten gewöhnen musste ich erst einmal, zumindest auf den Papier, erwachsen werden. Vor zwei Tagen war es dann soweit und ich konnte neben einer riesigen Abschiedsfeier am Wochenende auch noch meinen Geburtstag feiern.

)

Danke Dafür!

Eine verspätete Ausreise hat also nicht nur Nachteile. Man konnte den Sommer in Deutschland in vollen Zügen genießen, viele Abschiedsfeste feiern und sich anhören, was die anderen Freiwilligen vergessen, oder welche neuen Dinge sie sich innerhalb der letzten Wochen angewöhnt haben.

Ich bin, nicht weniger als ihr, auf die nächste Zeit gespannt und darauf, was Manila mit mir machen wird. Der nächste Beitrag wird, wenn ich es jetzt endlich schaffe den Koffer fertig zu packen, dann schon von den Philippinen aus geschrieben werden! Ich freu mich drauf!

Bis Bald!

Johanna