Get The Party Started ^^

Samstag, 05. September 2015 von Julian

Hallöchen Ihr Lieben aus der wunderschönen bolivianischen Hauptstadt Sucre!! 🙂

Seit nun vier einhalb  Wochen darf ich diese atemberaubende Stadt als mein neues Zuhause für das kommende Jahr bezeichnen!

Nachdem ich mich in Deutschland in Form von diversen Feiern und einen sehr schönen Entsendungsgottesdienst von Familie und Freunden verabschieden konnte (was ehrlich gesagt oftmals nicht leicht viel…), blieben mir noch die letzten zwei Tage in der Heimat um endlich mal meine Koffer zu packen :$. Es stellte sich heraus, dass es buchstäblich eine Sisyphus-Aufgabe werden sollte!!! Es ist garnicht so einfach für ein Jahr zu packen und dabei die Gewichtsbeschränkungen der Airline nicht vollkommen zu missachten. Deswegen wurden meine beiden Koffer (ich durfte zum Glück zwei Koffer á 23kg + 10kg Handgepäck + Laptop mitnehmen *ein Traum*) erst einmal mit allen möglichen Medikamenten, Drogerieartikeln,  Klamotten und was weiß ich noch alles vollgestopft (als ob es in Bolivien keine Apotheken oder Drogeriemärkte geben würde), bis ich schließlich resigniert feststellen musste, dass das so nicht funktionieren kann… Also wieder alles von vorne ^^. Bei genauerem Hinsehen habe ich dann bemerkt, dass ich mir eingebildet habe, Dinge in Bolivien uuuunbedingt und um Alles in der Welt zu benötigen, welche ich in Deutschland noch nie auch nur in Erwägung gezogen habe zu benutzen xD. Nachdem diese Irrtümer also beseitigt wurden, war ich üüberglücklich als dann endlich durch mehrmaliges Hin- und Herräumen von dem einen in den anderen Koffer erreicht wurde, dass die Kofferwage bei beiden mehr oder weniger 22,5kg anzeigte!!! *–* Obwohl dieses Ziel jedoch erst 15 Minuten vor Abfahrt eintrat :$, war ich nun wirklich mehr als startklar für das grßste Abenteuer meines Lebens!!! 🙂

Mit meiner Familie fuhr ich schließlich zum Münchner Flughafen und das, da wir jeglichem Ferien-Stau und/oder unvorhersehbarem Geschehnis vorbeugen wollten, viel zu früh. Das Warten dort entpuppte sich daraufhin als überaus starke Belastungsprobe für die Nerven, wenn man einfach nur dasitzen und nichtstun kann, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es bald losgeht!!! Gegen 17:30 begann dann endlich der Check-In und um 19:00 das Bording. Nun hieß es dann auch meiner Familie Aufwiedersehen zu sagen für mehr oder weniger ein Jahr. Das Gefühl, welches daraufhin in mir hochstieg war unbeschreiblich ( und das nicht wirklich im positiven Sinn!!), da mir erst jetzt so richtig bewusst wurde, was ich eigentlich vor habe und was das in Bezug auf meine Familie/Freunde für die Zukunft bedeuten wird ( nicht, dass ich vorher nicht wusste, was mir bevorsteht, aber wenn es dann wirklich so weit ist, ist jede Vorbereitung auf diesen Augenblick vergessen…). Nachdem ich mich noch ein letztes mal über WhatsApp von Freunden verabschiedet habe, hob der Flieger um 19:30 richtung Madrid ab.

In Madrid kam ich dann so gegen 22:00 an und bemerkte, dass mein Anschlussflug direkt am gegenüberliegenden Ende gegen 23:50 starten wird. Laut den Schildern benötigte man für diesen Weg ca 45 Minuten… Ich bin gerannt!!! xD und damit war ich auch garnicht der einzige. Am Terminal angekommen sah ich, dass ich noch eine halbe Stunde Zeit hatte, bis das Bording beginnen würde, weswegen ich mich mit Kohldampf auf die Suche nach einer kleinen Mahlzeit machte. Obwohl der Flughafen echt riesig ist und unzählige Geschäfte beherbergt, war zu meinem Pech zu dieser Zeit schon fast alles geschlossen. Deshalb saß ich mich auf eine Bank und wartete bis es endlich weiter ging. Als dann aber die halbe Stunde fast vorüber war, wurde uns durch eine Durchsage mittgeteilt, dass die Flieger nach Santa Cruz 30 Minuten Verspätung habe. Also hieß es abermals warten. Dies geschah insgesammt vier Mal, sodass wir erst mit 2h Verspätung einsteigen und mit 2,5h Verspätung starten konnten… Während der Wartezeit habe ich aber zwei sehr nette junge Deutsche kennengelern, welche auch nach Santa Cruz flogen um Bolivien zu bereisen. Dadurch wurde die Warterei zum Glück erträglich gemacht!! 🙂 Während des Fluges saß ich neben einem anderen Bayer, der mit seiner bolivianischen Frau und seinem italienischen Neffen nach Cochabamba, der Heimatstadt seiner Frau, unterwegs war. Mit diesem hab ich mich gut verstanden und es machte den Flug nicht ganz so langwierig, wenn man jemanden zum reden hat! Außerdem hab ich im Flugzeug noch 3 weitere deutsche Studentinnen kennengelernt, die bis Februar ein Praktikum in Cochabamba machen werden. Wir verstanden uns auf anhieb und beschlossen, dass wir uns in dieser Zeit mal besuchen werden! 🙂 Nach 11 Stunden Flug kamen wird endlich in Santa Cruz an, und nachdem ich durch den Migrations-Schalter durch war, wurde mir gesagt, dass man jetzt sein Gepäck holen, durch den Zoll bringen und wieder neu für den Nächsten Flug aufgeben muss. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das mit meinem ganzen Gepäck alleine bewerkställigen hätte sollen und war überglücklich, als ich die Studentinnen wieder sah, welche so nett waren und mir halfen!! Zum Glück, denn da wäre das viele Gepäck doch zum Verhängnis geworden :$. Trotz den 2,5h Verspätung war es noch möglich den Flug nach Sucre zu erwischen, welcher jedoch im Gegensatz zum letzten Flugzeug in einer etwas kleiner Version stattfand xD!

Nach etwa einer weiteren Stunde Flug kam ich dann endlich in Sucre an, wo wir jedoch noch eine halbe Stunde im Flugzeug warten mussten, weil zur selben Zeit anscheinend auch der Präsident in der Hauptstadt angekommen war, wegen dem Unabhängigkeitstag am 06.08.15. Daraufhin durften auch wir endlich aussteigen und mein erster Eindruck war… „Das ist aber kalt hier“ xD Obwohl es bestimt 20 Grad hatte war ich durch die sehr warmen! Aufenthalte in Madrid und Santa Cruz darauf eingestellt, in Sucre würde es genauso sein, aber zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Am Flughafen wurde ich dann von meiner Chefin abgeholt und wir fuhren direkt ins Projekt, wo ich auch die letzten 4 Wochen gewohnt habe. Das Projekt hat den Namen ETI „Escuela y Taller de Integración“, „Schule und Werktstadt für Integration“ und ist eine soziale Einrichtung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung, aber dazu später genaueres. Dort angekommen lernte ich gleich den zweiten Freiwilligen kennen, welcher jedoch leider nur bis Ende September hier sein wird. Er kommt aus Österreich, wodurch die sprachliche Barriere schon einmal wegfiel und wir verstanden uns sofort super. Daraufhin wurde mir von einer Physiotherapeutin, die hier arbeitet, das Gelände gezeigt, was wirklich riesig ist, und schließlich konnte ich endlich mein Zimmer beziehen! 🙂
Dort hatte ich erst einmal ein bisschen Zeit um mich auszuruhen und auch WIRKLICH anzukommen. Nach einiger Zeit kam dann meine Chefin vorbei und meinte, dass heute Abend eine Gala sei, auf der die Kleidung vorgestellt wird, welche in der Werkstadt des ETI hergestellt wird und ob ich Lust und die Kraft hätte mitzukommen. (Ich hätte nie gedacht, meine Überschrieft so wörlich nehmen zu können, aber die schönsten Dinge passieren ja für gewöhnlich vollkommen unerwartet ;)). Natürlich sagte ich zu und hatte daraufhin noch etwas Zeit auszupacken und die überaus netten Leute hier kennen zu lernen. Gegen 7:30 wurden wir dann vom Taxi abgeholt, welches uns mitten ins Centrum an den Plaza 25 de Mayo brachte, an dem sich das Hotel befindet, in dem die Gala stattfand. Dort angekommen hatten der andere Freiwillige und ich noch etwas Zeit über den Platz zu gehen, um den herum schon viel gefeiert wurde, zur Einstimmung auf den Unabhängigkeitstag zwei Tage darauf. Schließlich begann auch die Gala, wo eine Band spielte und sich alle prechtig amüsierten. Im Nachhineine hab ich erfahren, dass dies eine Veranstalltung des ETI selbst war, welche sie jedes Jahr iniziieren um ihre neue Kleidung vorzustellen. Die Kleidung wiederum wird hergestellt für eine Tanzgruppe, welche beim „Entrada de la Virgen de Guadalupe“ (ein sehr wichtiges Fest in Sucre vom 11.-13.09) auftreten wird. Reichlich spät kehrten wird nach einem wunderschönen Abend, gefüllt mit Tanzen und sehr interessanten Gesprächen, wieder nach Hause zurück und nach 43h fast ganz ohne Schlaf war ich überglücklich in mein Bett fallen zu können! 😉
PS: Ich hoffe, dass der nächste Blogpost nicht so lange auf sich warten lässt :$