Und plötzlich ist alles vorbei!? – Was bleibt?

Montag, 19. September 2016 von Katharina

Ihr Lieben,
da war dieser Plan: „Über … und … und … könntest du doch noch schreiben.“ Tja, und wie es immer so war und ist und sein wird: ein Plan bedeutet noch nicht das ERLEDIGT. Und dann?
Dann begann das große Rennen gegen die Zeit und das verzweifelte Hoffen, dass ich mich Tag für Tag nur im Datum getäuscht hatte und der Rückflug noch nicht so nahe wäre.
Doch vergeblich, ich hatte mich nicht getäuscht…
Die letzten Tage brachen schlaflos, stressig und etwas bedrückend über mich herein. Ich muss ehrlich zugeben, dass sich meine Heim-Kommens-Freude zunächst in Grenzen hielt. Das lag weniger daran, dass ich etwa meine Familie nicht wiedersehen wollte, sondern viel mehr daran: Worauf freut man sich beispielsweise nach einem Urlaub? Wieder im eigenen Bett schlafen, wieder die vertrauten 4 Wände spüren, in bekannte Strukturen zurückkehren, mit Freunden Kaffee trinken oder Verwandte anrufen und vom Urlaub erzählen. Und ich? Ich kam nicht vom Urlaub zurück, sondern ich musste meine Heimat zurücklassen, um in meiner Heimat anzukommen. Klingt wie ein Paradoxon? So hat es sich auch angefühlt. Ich hatte AUCH in Nicaragua mein eigenes Bett, meine vertrauten 4 Wände, vertraute Strukturen, Freunde und auch eine Familie.

letzte Impressionen aus dem Mädchenheim

letzte Impressionen aus dem Mädchenheim

Doch spätestens in Amerika packte mich dann doch ein wenig die Vorfreude und der Empfang war mehr als königlich : )

Mit dem Sonnenaufgang hoch über den Wolken, kam die Vorfreude auf all die Lieben, die so lange auf mich gewartet hatten

Mit dem Sonnenaufgang hoch über den Wolken, kam die Vorfreude auf all die Lieben, die so lange auf mich gewartet hatten

Und was bleibt nun?

Die Motivation weiterzumachen, weiterhin die Augen offenzuhalten. Offen zu sein für Abenteuer und Herausforderungen. Die Begeisterung sich für andere einzusetzen. Die Faszination für Neues und Unbekanntes. Die Dankbarkeit für so unglaublich viel Gastfreundschaft, Geborgenheit, für jeden noch so kleinen Moment und dafür, den Zauber Nicaraguas gespürt zu haben. Und die Gewissheit eine zweite Heimat, eine zweite Familie, 30 „Töchter“ und unzählige Verbündete gefunden zu haben.

Was außerdem bleibt, ist DIE Antwort auf die Frage „Warum dieses Jahr mit den Sternsingern machen“?

Que canten los niños, que alcen la voz,
que hagan al mundo escuchar;
que unan sus voces y lleguen al sol;
en ellos está la verdad.
que canten los niños que viven en paz
y aquellos que sufren dolor;
que canten por esos que no cantarán
porque han apagado su voz…


„yo canto para que me dejen vivir“.
„yo canto para que sonría mamá“.
„yo canto por que sea el cielo azul“.
„y yo para que no me ensucien el mar“.
„yo canto para los que no tienen pan“.
„yo canto para que respeten la flor“.
„yo canto por que el mundo sea feliz“.
„yo canto para no escuchar el cañón“.

„yo canto por que sea verde el jardín“.
„y yo para que no me apaguen el sol“.
„yo canto por el que no sabe escribir“.
„y yo por el que escribe versos de amor“.
„yo canto para que se escuche mi voz“.
„y yo para ver si les hago pensar“.
„yo canto porque quiero un mundo feliz“.
„y yo por si alguien me quiere escuchar“.

Die Kinder sollen singen und ihre Stimmen erheben, damit sie die Welt zum Zuhören bringen.
Sie sollen ihre Stimmen vereinen und leuchten, denn in ihnen liegt die Wahrheit.
Es sollen die Kinder singen, die in Frieden leben, für diejenigen die unter Schmerz leiden und für diejenigen, die nicht singen können, weil man ihnen die Stimme verboten hat…


„Ich singe, damit man mich leben lässt.“
„Ich singe, damit meine Mama lacht.“
„Ich singe, damit der Himmel immer blau ist.“
„Und ich, damit das Meer nicht verschmutzt wird.“
„Ich singe für diejenigen, die kein Brot haben.“
„Ich singe, damit die Blumen respektiert werden.“
„Ich singe, damit die Welt glücklich ist.“
„Ich singe, um die die Kanonen nicht zu hören.“


„Ich singe, damit der Garten grün ist.“
„und ich, damit niemand mir die Sonne ausknipst.“
„Ich singe für die, die nicht schreiben können.“
„Und ich für die, die Liebesgedichte schreiben.“
Ich singe, damit meine Stimme gehört wird.“
„und ich, um zu sehen, ob ich sie zum Denken bringen kann.“
„Ich singe, weil ich eine glückliche Welt haben will.“
„und ich, falls mich jemand hören möchte.“

DESHALB!!!! Um den Gesang der Kindern, der in Deutschland begann, in die Welt zu tragen und ihn von immer mehr Orten ertönen zu lassen, damit die Welt am Ende für alle ein kleines Stück besser werden kann!

Und bevor ich mich nun verabschiede, möchte ich DANKE sagen:

Danke an alle, die mit ihren Spenden, ihrer Unterstützung, ihren wundervollen Worten, dem Zuhören und dem Einfach-an-mich-Denken ein Teil dieses unvergesslichen Jahres waren. Danke an das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und missio, die in der Vorbereitung, der Begleitung und der Nachbereitung nicht nur für mich, sondern auch für die 25 anderen Freiwilligen da waren und mit Rat und Tat zur rechten Zeit am rechten Ort waren. Danke an euch alle, dass ihr mit Freude und Neugier diesen Blog verfolgt habt. Danke an diejenigen, die nach meiner Rückkehr und auch jetzt für mich da sind und die mir geduldig und interessiert zuhören. Y finalmente gracias a todos ustedes que me hicieron amar a Nicaragua – por siempre estáran en mi corazón!!!

Abschied am Flughafen

Abschied am Flughafen

Was bleibt, sind Erinnerungen an ein riesen Wunder und die Gewissheit, etwas Unvergessliches gelebt zu haben.
Mein Jahr als Freiwillige in Nicaragua ist zwar vorbei, aber die Spuren, die es hinterlässt, werden hoffentlich noch lange nicht abreißen.

So wie ein nicaraguanischer Freund sich von mir verabschiedete, so möchte ich mich auch von euch verabschieden:

HASTA SIEMPRE!

BIS IMMER! 😀

Dankbare Grüße
Katharina

 

Arrived safely. Sicher angekommen. Deutschland.

Mittwoch, 03. August 2016 von JohannaS

Time to pack my bags and leave
Oh, it’s been a year and I know it’s over
I’m glad I’m walking out differently
Finally I feel the air I breathe in
And I can see the light
Become a light of me
Well in your lights I’ll always be

Oh I don’t know where I am
But it feels like home.

– Son Mieux in Feels

Ich bin zurück in Deutschland. Und die Hoch/Tiefphase, die ich vor dem Abschied hatte, hält an. Bisschen Stimmungsschwangkungen. Gefühlsüberflüsse, die richtig anstrengend sind.

Ich kann noch nicht ganz begreifen, dass ich eben nicht in ein paar Tagen zurück in das Nest fliege, dass ich mir in den vergangenen Monaten alleine gebaut habe. Beim Landeanflug auf Frankfurt kamen mir wieder die Tränen, nachdem ich die vom Abflug getrocknet hatte. Wow! Du bist zurück in Deutschland. Gefühlschaos. Vorfreude auf das Wiedersehen. Ich habe meine Eltern überrascht. Traurigkeit, dass dieses Abenteuer vorbei ist. So lange ich drauf hingefiebert habe und so unendlich dankbar ich bin, es erleben zu dürfen. So wunderbare Menschen kennengelernt und eine so schöne Kultur mitleben zu können. Sie in mir zu behalten.

Danke.

Danke.

Ich bin in vielen Momenten viel zu nachdenklich, sehne mich zurück. Vermisse das Chaos, das Leben, die Früchte, den Klang der Sprache. Man hat sich an viele Dinge gewöhnt, die in unserer Kultur nicht ganz „normal“ sind. Aber es ist okay, es ist eine andere „Welt“.

Und natürlich bin ich froh in der Heimat zu sein. Es ist bequem in hier. Leben im Überfluss. Aber das hab ich gar nicht so sehr vermisst. Ich bin froh mit meiner Schwester durch die Landschaft fahren zu können und zu spaßen. In Deutschland fahren wir übrigens total schnell Auto – so kommt es mir vor. Ich genieße es mit der Familie zu reden. Freunde zu sehen, diese zu umarmen und unendlich lange Gespräche. Die, die schon waren und die, die noch kommen werden.

willkommen geheißen.

willkommen geheißen.

Trotzdem ist ein komisches Gefühl dabei. Es ist alles so vertraut und doch haben sich ein paar Dinge verändert. Wär ja auch schade wenn nicht. Und mit den Dingen auch ich selbst. Ich lebe mehr im Moment, bin erstaunt wie viele Dinge ich hier in Deutschland besitze. Ich bin froh mit den Dingen die ich habe. Plane nicht zu viel in die Zukunft. Im Moment. Lebe nach meinem Herzen und nehme mir Zeit für Dinge.

Seinen Platz hier wiederzufinden fühlt sich fast genauso an, wie als ich vor einem Jahr in Manila gelandet bin. Eben mit dem Unterschied hier bereits ein bestehendes Zuhause zu haben. Zuhause. Ich hab irgendwie mehrere „Zuhause“. Kann und will die Frage „Wo ist es schöner?“ oder „Bist du froh wieder Zuhause zu sein?“ nicht beantworten.

Ein Jahr, dass ein Neunzehntel meines Lebens ausmacht und mich geformt hat. Monate mit schönen und nicht ganz einfachen Momenten. Über Grenzen steigen. Ablehnung und Akzeptanz erleben. Die Gedanken in meinem Kopf sind wirr und ich werde mir Zeit geben und mich wiedermal auf einen Neustart im Oktober freuen können.

Ich wünsche den Freiwilligen, die sich jetzt in das Abenteuer starten ganz eigene wunderbare Erfahrungen, Momente in denen sie an sich wachsen und das richtige Bauchgefühl. Passt auf Euch auf.

Vielen Dank fürs Lesen, die Unterstützung, die lieben Worte. Danke.

Johanna

Here comes the English part. This is for you. For the ones I easily placed in my heart. Within the last year.

It’s incredible that I am “done”. That I do not know how many months from now I am able talking to you face to face or giving you again a hug in real life.

It’s incredible how much I miss you already.

It was unbelievable to say “Good Bye”. I know it should be a “See Ya”. Never mind the term; it was a heartbreaking thing to do. Many tears felt. Even during the landing. So happy to see my family – the surprising was awesome! So sad, that „I am done“.

Miss kita!

Miss kita!

I am already one week here. It is cold. Back in the European summer in Germany. My home. I left my Germany one year ago, with the knowledge that I will be back in less than 60 weeks. But coming “home” again is so, so hard. Sure, I am happy to see my family, to joke with my friends. It’s so nice to see my sister and all her habits. Talking to all the people I missed, when I lived in Manila.  It’s nice to eat my mother’s food. It’s nice to sleep again covered by a heavy planked.

Of course, there are so many moments, when I start missing the avocados, mangos, passion fruits. When I miss the chaos, your Taglish, riding the jeep. It’s not „normal“ here to eat rice for breakfast and to have a cold shower – and of course whenever I do things like that, I have to explain myself. It’s not annoying.. but it’s easier not to answer all there questions. „Which place do you like more?“ or “ You are happy to be home, right?“ – I cannot and do not wanna answer this. I feel as if I have to „homes“ now. You see, it’s so hard.

The same feeling as the one, I arrived in Manila one year ago. One difference. I know almost everything here. And that makes it even more difficult. I am not the same anymore.

Listening to my heart. Being happy with all the things I have. Don’t planning to much. I crossed my own boarders in the last months. Easy and difficult moments. And I wanna thank you for showing me your „world“. I try to bring parts of it to the German „world“.

byebye. see ya.

byebye. see ya.

A good friend told me: “Each place and each person has its own time and we have to accept the beginnings and the endings.”

I just wanted to say, that I arrived safely. And I will keep you all in my heart.

Maraming Salamat Po!

 

Videoblog #8 – Seven Colours w/ Nelly

Mittwoch, 20. Juli 2016 von Linn

Hallo ihr Lieben!

Vor einiger Zeit hat meine gute Freundin Nelisiwe (Nelly) mir beigebracht, wie man das „Seven Colours Meal“ zaubert, ein traditioneller Sonntagsschmaus hier. Gluecklicherweise hatten wir die grandiose Idee, meine Kamera beim vertilgen des koestlichen Mahls aufzubauen: Wir hatten einen fantastischen Abend mit tollen Gespraechen und ich bin froh, wenigstens knappe 20 Minuten davon mit euch teilen zu koennen (… das ungeschnittene Video war fast 2 Stunden lang…).

Im ersten Teil waren die Themen hauptsaechlich Essen / Gute Erfahrungen in schlechten Gegenden / Schlechte Erfahrungen in schlechten Gegenden:

https://www.youtube.com/watch?v=aGSUo-AE52g

Danach ist meine Kamera abgestuerzt – hier findet ihr die Fortsetzung:
Themen: Townships / Joburg and Capetown / The Click Song

https://www.youtube.com/watch?v=kiBQ2HyMaNI

Ich hoffe, es gefaellt euch und ermoeglicht einen kleinen Einblick in die Kultur und Situation in Suedafrika.

Update kommt bald!

xo Linn

PS: Der 4-Wochen-Countdown hat hiermit offiziell begonnen!

 

Au revoir, Opa Karl

Mittwoch, 15. Juni 2016 von Lukas

Nachdem mich Mitte April die Nachricht erreichte, dass mein Opa Karl verstorben ist, war ich kurz davor, nach Hause zu fliegen, um zumindest der Beerdigung beizuwohnen! Aufgrund verschiedener Gründe entschied ich mich aber letztlich dagegen. Nun, fast 2 Monate später habe ich es endlich geschafft, hier eine kleine Verabschiedung zu organisieren; eine „beninische“ Verabschiedung zu organisieren.

Schon die Beerdigung des Vaters meines Mentors Basile war wie ein erster kleiner Abschied, denn der Leichnam wurde am Tag der Beisetzung meines Opas an seine letzte Ruhestätte gebracht. Und so war diese Zeremonie im Prinzip schon wie für meinen Opa- nur eben nicht richtig!

Gemeinsam mit meinem Mentor begann ich Anfang der Woche mit den ersten Vorbereitungen: Ein Foto musste gerahmt werden, Lautsprecher organisiert, Essen und Getränke eingekauft werden und auch einen Stoff suchte ich aus und lud die Leute ein, doch vorbeizukommen.

Am Samstag begannen dann die Feierlichkeiten mit einer „Totenwache“: Zu lauter Musik die ganze Nacht wurde gegessen, getrunken und getanzt. Die ganze Nacht verbrachten wir in meinem Hof. Der obligatorische Palmschnaps wurde auch mit meinem Opa geteilt, indem ein Teil des Glases auf den Boden geleert wird… Die gesamte Nacht haben wir allerdings nicht geschafft: Nachdem um 4 Uhr mit dem Feinbäcker des Projektes der letzte fort war, blieb ich nur mit Petit Yovo zurück und gemeinsam schliefen wir ein bisschen auf meiner Strohmatte im Hof.

Allerdings nur kurz, denn bereits um 6 Uhr morgens mussten wir uns fertig machen, um rechtzeitig um 7 Uhr in die Kirche zu gehen, die ich für Opa Karl bestellt hatte. Die Messe beginnt auch pünktlich. Es fällt mir jedoch schwer zu hundert Prozent zu folgen, da ich fast die gesamte Nacht wach war. Mich erstaunt auch wie gut (!) der Pfarrer den Namen ausspricht; Beniner finden Matzick nämlich sehr kompliziert. Gegen Ende des Gottesdienstes beginnt der Regen und da kein Ende in Sicht ist, gehen wir durch den Starkregen nach Hause. Der Regen ist aber sogar gut für eine Zeremonie, denn das bedeutet, dass der Verstorben in Frieden gegangen ist- so erklären mir das die Beniner.

Und auch das Fest beginnen wir trotz Regen. Wir essen noch die Pate von gestern auf, hören Musik und tanzen im Regen. Als der Regen dann aufhört kommen nach und nach die Leute, die ich eingeladen hatte. Als Empfang gibt es ein belegtes Brot aus der Backerei meines Projektes und Bier, Softdrinks und Sodabi. Als schließlich alle anwesend sind setzen wir uns an die kleine Tafel, die in meinem Hof errichtet wurde und unterhalten uns etwas, bevor der Reis mit Hühnchen aufgetragen wird. Die erste Flasche Whiskey wird von meinem Chef Jules geöffnet und mit einem kleinen Gebet gibt er meinem Opa etwas davon, bevor er die Flasche für die gesamte Runde freigibt! Nach dem Essen wird noch getanzt, wobei der Großteil der Leute sich nach und nach zurückzieht.

Basile sagt mir, dass wir das Fest in der Stadt beenden, doch davor solle ich nochmal ein kurzes Gebet für meinen Opa machen. Und so stehe ich vor dem Foto, hinter mir die restlichen Gäste versammelt, und denke noch einmal an Opa Karl- und trotz der eigentlich fröhlichen Stimmung kullern mir in dem Moment einige kleine Tränen aus den Augen. Nach dem Gebet nehme ich das Foto, trage es in das Haus und die gesamte Mannschaft bricht auf in die Stadt zu einem Abschlussbier…

In diesem Sinne: Mach’s gut Opa, wir sehen uns bestimmt einmal wieder!

Bilder der Zeremonie sind übrigens hier zu finden: https://www.facebook.com/lukasinbenin/

Liebe Grüße und bis (hoffentlich) bald

Lukas

P.S. Dieser Blog ist mein erster seit langem! Mir hat leider etwas Motivation und auch ein kleines bisschen Zeit gefehlt einen Artikel zu schreiben… Ich versuche zu den anderen Dingen die passiert sind zumindest einen weiteren Blog hochzuladen.

 

Endlich Regen!

Dienstag, 07. Juni 2016 von Katharina

Vor einigen Tagen haben wir es noch für völlig unwahrscheinlich gehalten, aber er ist tatsächlich auch endlich hier angekommen: Der REGEN. Wie durch ein Wunder hat es nun 3 Tagen fast ununterbrochen geregnet. Ein Segen für alle: für die Pflanzen, die Tiere, die Menschen, …

Seit September hatte kaum einen Tropfen gegeben. Es ist alles furchtbar trocken und braun, aus umliegenden Dörfern gibt es bereits Nachrichten von extremer Wasserknappheit, der ständige Staub wird nicht nur zum täglichen Ärgernis, sondern vor allem auch zur häufigen Krankheitsursache und die Hitze ist erdrückend. Mit den Regen hält die Farbe Grün wieder Einzug die Umgebung.

Ist es nicht wunderbar,
an diesem Tag zu sein.
Es ist ein Privileg,
erachte es nicht als klein.

Und er tut auch heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tut der Herr heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tag für Tag.

Das wird Wunder sein,
weder zu groß, zu klein.
Lebe die Zeit in Perspektive Ewigkeit.

Denn der Herr tut heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tut der Herr heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tag für Tag.

Tatsächlich lebe ich hier jeden Tag eine Aneinanderreihung von kleinen und großen Wundern und kann gar nicht in Worte fassen welche unendliche Dankbarkeit ich dafür empfinde. Ich hätte also schon mehr als 300 Tage Zeit gehabt dieses Lied zu singen. Zu meinem Erstaunen jedoch geht es mir erst seit 2 Tagen nicht mehr so richtig aus dem Kopf.

Wie oft habe auch ich mich in Deutschland lautstark über die ekligen, nicht enden wollenden und einfach grauen Regentage aufgeregt. Und ich gebe auch ehrlich zu, dass ich die vielen nicaraguanischen Sonnentage in vollen Zügen genieße. Es wird – glaube ich – nicht umsonst von der psychologisch positiven Auswirkung der Sonne gesprochen. Ich meine sie gefühlt zu haben, denn schlechte Laune gehört hier eigentlich nicht in meinen Wortschatz 🙂

Doch irgendwann kommt der Moment, wo man einfach einmal der drückenden Hitze, die jeden Tag gefühlt noch eine kleine Schippe drauflegt, entkommen mag. Jetzt nicht lachen, aber ich habe tatsächlich einen Nachmittag mit meiner Gastfamilie einen Ausflug zum Supermarkt gemacht, denn dort gibt es eine Klimaanlage… Aber so ganz zufriedenstellend war das auch nicht – jedenfalls nicht langfristig gesehen – weil wir nach dem Rückweg bereits wieder verschwitzt waren…

Deshalb war der erste Regentag auch so ein kleines und gleichzeitig großes Wunder. Denn erst in dem Moment, als es so richtig anfing, habe ich gemerkt, dass es doch in den letzten Monaten gefehlt hat
Und kaum fängt es zu regnen und gleichzeitig abzukühlen an, spüre ich eine ungewohnte Frische. So schnell kann man sich an Hitze gewöhnen… Ja, das mag komisch klingen, aber ich friere bei kühlen 28°C. Und intuitiv frage ich mich, wie das wohl erst in Deutschland werden soll!? Diesen Gedanken schiebe ich allerdings schnell wieder beiseite, kuschele mich in eine Strickjacke und lausche auf das Trommeln der Wassermassen auf dem Wellblechdach des Hauses (nicht mal ein Gespräch am Esstisch ist bei dieser Lautstärke möglich) und schaue fasziniert dabei zu wie sich in wenigen Minuten unser Hof in einen einzigen See verwandelt.

D

Diesen Regen hält so schnell nichts auf 😀

Da mag man nicht mal mehr in den Hof gehen

Da mag man nicht mal mehr den großen Zeh in den Hof strecken

Betreten nur mit Schwimmflügeln gestattet!?

Wo ist das Schild: Betreten nur mit Schwimmflügeln gestattet!?

Das Wunder Regen!

 

Kann ich bleiben?

Montag, 06. Juni 2016 von JohannaS
„Can we stay here longer
Can we stay until tomorrow
Can we stay here forever“ – The Woodsland
Die Zeit rennt. Und ich mag sie anhalten. Die Stunden. In so vielen Momenten. Tage sollten aus mehr als 24 Stunden bestehen. Ich holt das Meiste raus, aus den verbleibenden Wochen. Kann ich noch n bisschen länger bleiben?
Ich werde in den nächsten Wochen an einem Seminar teilnehmen. Genau 50 Tage und endet am Tag meines Abfluges. Es geht mir alles viel viel zu schnell. Trotzdem musste ich bereits von ein paar Menschen Abschied nehmen. Wie soll ich das machen, wenn mir selbst noch nicht einmal bewusst ist, dass Ende Juli alles „vorbei“ ist?
Egal. Ich rede mir ein, ich werde die kommende Zeit nutzen. Jede einzelne Minute. Jede Stunde mit den Freunden hier. Alle kleinen Momente, die doch Routine geworden sind. Das morgendliche Wasserauffüllen, das Quietschen meiner Zimmertür. Die kitschigen Lieder im Radio. Das Moskitonetz am Abend. Es kommen immer mehr dieser Situationen, in denen ich in die Augen meines Gegenübers schaue, wir kurz verweilen und dann ein bisschen traurig unseren Blicken ausweichen. Beiden wird bewusst wird, dass bereits Juni ist. Juni! In Deutschland fängt der Sommer an! Mein Kopf kann das noch nicht wahrhaben. War es doch immer viel viel kälter in Europa. Egal.
Genießen wir jede Sekunde

Genießen wir jede Sekunde - machen Erinnerungen

Gerade in den letzten Wochen hatten wir an den Wochenenden viel Zeit mit den Kindern verbracht und die Sonntage uns gegenseitig verschönert. Es war der Monat der Blumen. „Flores de Mayo -Blumen des Mais“. Wir schauten Filme mit Popcorn, singen Karaoke und verbringen eine wunderbare Zeit. Runden alles damit ab, dass Ende Mai ein kleines Fest organisiert wird. Mit vielen Blumen, zu Ehren Marias und einer Runde Wasserplanschen. Eines der schönsten Momente, die ich mit den Kindern teilen durfte.
Flores de Mayo

Flores de Mayo

Flores de Mayo - Mahl

Flores de Mayo - Mahl

Es fällt mir immer schwerer, aber ich versuche es. Ich hab also probiert, mich ein bisschen von unseren Kleinen zu verabschieden. Kaufe Bändl und knüpfe schweren Herzens Armbänder. 70 Stück. Auf dem Weg zu meiner wahrscheinlich letzten Mobil Library bin ich trotzdem ruhiger. Ich versuche alles einzufangen. Mit etwas Tränen in den Augen erinnere mich an Oktober. Schon 9 Monate her. Als wir damit angefangen haben, gelaufen sind und auf Matten saßen. Jetzt haben wir Tische, Stühle, Schüsseln dabei. Die Kinder warten schon und wir müssen sie nicht mehr abholen.
Der Kakao-Reisbrei...

Der Kakao-Reisbrei...

Wir binden einander die Bänder an die Handgelenke. An die dünnen Ärmchen, deren Hände unzählige Male Meine umschlossen haben.
ein kleines Danke für viele Wochen

ein kleines Danke für viele Wochen

Zu den Kindern am Friedhof fühle ich mich besonders verbunden. So oft war ich in den letzen Wochen dort. Fast täglich. Lächle die Familien, die Besitzerin des kleinen Ladens an. Unvorstellbar, dass ich das hier nicht mehr wiedersehen werde. Wir verabschieden uns lachend. Es ist schön, dass es nichts so ganz besonders ist. Dass es wie immer ist. Es ist fast wie immer.
___

so viele kleine Ärmchen

Ich bleibe alleine sitzen, an der Stelle, an der wir unterrichten. Ich will nicht gehen. „Ate Johanna, I will miss you!“ einer der Jungs sitzt neben mir und schaut mich mit großen Augen an. Ich werde dich auch vermissen. Ich drehe mich noch einmal zu ihm um, sehe ihn gehen. Wir fahren zurück zum Shelter und ich verdrücke einige Tränen.
___

___

Mir wird bewusst, wie sehr ich alles hier liebe. Und alles, was man zusammen erlebt macht es nochmal schlimmer „Bis Bald“ zu sagen. Man schließt Minuten in sein Herz und will, dass es so bleibt. Dass es nie endet. Ich werde wohl auch noch ein paar Tränen hier lassen. Das ist Teil davon. Jeder Ort, jeder Mensch hat seine Zeit und man muss akzeptieren, dass diese begrenzt ist.
 

Nicaragua hat zwei Sternsinger

Mittwoch, 01. Juni 2016 von Katharina

Erinnert ihr euch noch an meinen allerersten Bericht?
Nein, ich spiele nicht auf das Packchaos und auch nicht auf die Aussicht über Grönland an.
Ich beziehe mich auf den kleinen Hinweis, dass ich nicht allein unterwegs war. Damals sind zwei aufgeregte und abenteuerlustige Damen in die weite Welt aufgebrochen.
Und seitdem??? Tja, das war dann so eine Sache: Die eine hier, die andere dort und das Vorhaben des gegenseitigen Besuchens habe wir irgendwie immer wieder verschieben müssen – Bis jetzt.

Elisabeth lebt und arbeitet seit vergangenem Herbst in Juigalpa, einer kleinen Stadt etwa 4 bis 5 Busstunden von Granada entfernt auf der anderen Seite des Nicaragua-Sees.

über das Problem Luftlinie - Straße reden wir lieber nicht, aber Umwege erweitern ja bekanntlich den Horizont

über das Problem Luftlinie - Straße reden wir lieber nicht, aber Umwege erweitern ja bekanntlich den Horizont

Juigalpa von oben

Juigalpa von oben

Ein langes Wochenende (zu Ehren des Muttertags) konnte ich mir also nicht entgehen lassen und habe mich kurzerhand auf den Weg gemacht.
Natürlich ging es wieder erst einmal in die Hauptstadt, denn hier gibt es wenige überregionale Busverbindungen, die nicht die Hauptstadt kreuzen.
Mit dem Verlassen der Hauptstadt wurde es immer grüner. Da die Region um Juigalpa für die ausgeprägte Rinderzucht bekannt ist, gibt es folglich also viele Grünflächen.

grün

grün

) das tut gut, wenn man aus dem trockenen Granada kommt

und noch mehr grün 🙂 das tut gut, wenn man aus dem trockenen Granada kommt

Natürlich haben wir die gemeinsame Zeit vor allem zum Quatschen und gemeinsamen Entspannen genutzt. 🙂

Ich hatte aber auch das Glück, Elisabeths Projekt kennenzulernen. Das Projekt versucht Kindern und Jugendlichen aus Juigalpa durch Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe die Bildungschancen zu verbessern und durch Freizeitangebote die persönliche Entwicklung der Kinder zu unterstützen. Im Zentrum dürfen die Kinder einfach Kinder sein.

Einige Eindrücke aus dem Zentrum

Einige Eindrücke aus dem Zentrum

Es war einfach wunderbar wieder einmal ein anderes Gesicht Nicaraguas kennenzulernen und festzustellen, das Nicaragua eben nicht nur das ist, was ich hier erlebe. Nach Juigalpa verirren sich – ganz im Unterschied zu Granada – kaum Touristen. Natürlich fällt da eine „Weiße“ mehr in der Stadt sofort auf und ich wusste im ersten Moment nicht, was die größere Attraktion war: Eine kleine Pferdeparade oder ich mit meinem Rucksack. 🙂

Ein kleiner Park mit dem Mais-Brunnen in der Mitte, denn der Mais wird allgemein als Grundnahrungmittel in Ehren gehalten

Ein kleiner Park mit dem Mais-Brunnen in der Mitte, denn der Mais wird allgemein als Grundnahrungmittel in Ehren gehalten

Eine Straße ins scheinbare "Nichts" - im bergigen Juigalpa kein seltenes Phänomen

Eine Straße ins scheinbare "Nichts" - im bergigen Juigalpa kein seltenes Phänomen

Juigalpa ist außerdem bekannt für Rodeos und den "Cowboystil"

Juigalpa ist außerdem bekannt für Rodeos und den "Cowboystil"

mit Elisabeths Mitarbeiterin und ihren Töchtern

mit Elisabeths Mitarbeiterin und ihren Töchtern

zwei Sternsinger in Nicaragua

zwei Sternsinger in Nicaragua

Wie es aber immer so ist, dann vergeht die Zeit am allerschnellsten, wenn sie gerade ruhig etwas langsamer gehen könnte…
Und so bin ich wieder in Granada mit der Gewissheit meine vorletzte Reise bereits hinter mir zu haben…
Ein komisches Gefühl!

Wer findet den Leguan?

Abschlussrätsel: Wer findet etwas anderes als Blätter? und: Was ist es?

Ich grüße euch ganz lieb aus dem warmen Nicaragua
Katharina

 

37, 15, 42 – Bingo!!!! Oder: ein arbeitsschweres Wochenende

Montag, 23. Mai 2016 von Katharina

Ihr glaubt nicht, dass auf einem Gelände, gebaut für 30 Kinder, 5 Ordensschwestern und ein bisschen Personal, Platz für 800 Menschen ist??? – Falsch gedacht!!! Das geht tatsächlich. Es ist zwar etwas eng, aber als ob das hier jemanden stören würde…
Anfang Dezember habe ich schon einmal vom „großen Bingo“ berichtet.
Was ihr bereits im Allgemeinen wisst:

Das Bingo findet halbjährlich statt und ist eine der wichtigsten Einnahmequellen

Es kommen eine Menge begeisterte Menschen, die den ganzen Tag geduldig spielen und es gibt wirklich lohnenswerte Preise (der Hauptgewinn ist ein Fahrrad)

Für uns als Personal gibt es eine riesige Menge Arbeit

Es gibt nicht nur das Bingo, sondern auch einen Kleidungsverkauf und einen großen Basar

Hinterher sind alle völlig fertig, aber zufrieden und haben sich das Ausruhen redlich verdient

Nun aber wollt ihr ja sicher auch noch einiges Neues wissen:

Was passiert mit den Mädchen an diesem Wochenende?
– Die Kleinen werden Donnerstag in ein verlängertes Wochenende geschickt, damit sich das Team auf die Vorbereitungen konzentrieren kann. Die größeren helfen fleißig mit. Am Bingotag selbst hefen die größeren im Verkauf und die kleineren sind für das Drehen der Zahlentombola zuständig.

Wer hilft noch alles mit?
– Neben den größeren Mädchen hilft natürlich das gesamte Mitarbeiterteam mit: Das Büro der Psychologin wir kurzerhand zum Second-Hand-Kleidungs-Laden umgebaut und alle helfen mit beim Putzen, Aufräumen, Aufbauen und Vorbereiten. Die Schwestern haben über alles den Überblick und geben die Anweisungen während sie selbst noch die letzten Sachen organisieren. Die Novizinnen von der Schwesterngemeinschaft eilen zu Hilfe und außerdem packen Freunde und Unterstützer des Heims mit an. Am Bingo-Tag selbst helfen außerdem die Eltern der Mädchen beim Verkaufen mit.

Was gibt es zu essen?
– Es gibt alles Mögliche: frittierte Yuka-Bällchen mit Honig (Bunuelos), Kochbananenchips mit Käse, Kafffee und Kuchen, gegrilltes Hühnchen und gegrillte Fleischspieße, Kuhmagen-Suppe (sopa de mondongo) vieles mehr! Dazu Limo, Wasser, Cola und Säfte.

Woher kommen die Sachen aus dem Kleidungsverkauf und dem Basar?
– Das ganze Jahr über bekommt das Heim „Madre Albertina“ riesige Mengen an Sachspenden aus aller Welt, denn die Mädchen brauchen ja auch eine Menge an Dingen. Doch in Wirklichkeit können sie gar nicht alles selbst verbrauchen, was sie geschenkt bekommen. Deshalb werden Sachspenden großzügig geteilt in Dinge, die die Mädchen brauchen, und Dinge die zu viel sind. Dieses „zu viel“ wird dann im Kleidungsverkauf und im Basar verkauft.

Woher kommen die Bingoprämien?
– Viele Organisationen, die das Heim kennen, und Freude, spenden extra für das Bingo die Prämien. Sei es nun der persönliche Kontakt zum Chef des nahegelegenen Supermarktes, der uns zu Geschenkkörben verhilft oder der enge freundschaftliche Kontakt zu einem Unternehmen, das Spenderanfragen aus Nicaragua in die Vereinigten Staaten zu Spenderangeboten vermittelt.

Wie geht das mit dem Bingo überhaupt?
– Jeder hat vor sich eine Bingokarte liegen mit 25 Zahlen zwischen 1 und 75. Vom Spielleiter werden nach und nach in zufälliger Reihenfolge Zahlen genannt und es heißt AUFMERKSAM SEIN, denn wenn eine der Zahlen auf der eigenen Karte genannt wird, dann wird dieses Feld abgedeckt (egal ob mit Geldmünzen, Knöpfen, Steinen oder Maizkörnern). Gewonnen hat derjenige, der zuerst alle Zahlenfelder auf seiner Karte abgedeckt hat und „BINGO“ ruft! Variationen können sein: es muss nur eine Zeile oder Spalte abgedeckt sein ODER es müssen alle Vier Eckfelder bedeckt sein.
Wie kommt der Spielleiter aber zu den Zahlen? – Dafür ist die Tombola zuständig. Diese enthält Tischtennisbälle mit den Zahlen von 1 bis 75 und wird gut durchgerührt. Dann werden der Reihe nach Zahlen herausgezogen und diese vom Spielleiter laut vorgelesen.

Vorbereitung der Kuhmagenstücke für die Suppe

Vorbereitung der Kuhmagenstücke für die Suppe

Bis in die Nacht dauerten die Vorbereitungen an

Bis in die Nacht dauerten die Vorbereitungen an

Eltern...

Alle helfen mit: Eltern...

... die größeren Mädchen ...

... die größeren Mädchen ...

)

.. und auch die Kleinen. 🙂

alle Mühe hat sich gelohnt, wenn man den Spaß der Menschen am Spielen sieht

alle Mühe hat sich gelohnt, wenn man den Spaß der Menschen am Spielen sieht

Neben all dieser Aufregung schien das kleine Konzert, das wir mit einigen Freunden auf die Beine gestellt haben, fast unterzugehen. Mit 2 Gitarren, Klavier, Cello und viel Gesang konnten wir einige Hits und vor allem viele selbstgeschriebene Lieder präsentieren und das kleine, aber sehr begeisterte Publikum erfreuen. Trotz der zusätzlichen Ermüdung, hat es den Bingo-Tag mit einem nicht entspannten, aber dennoch fröhlichen Abend abgerundet. So brauchte ich absolut gar kein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich den folgenden Montag quasi nur zwischen meinem Bett und der Hängematte gependelt bin 😀

und exclusiv für euch eine kleine Hörprobe 🙂
sabes-que

Ich grüße euch ganz lieb aus der sonnigen Ferne!
Katharina

 

Meine Familie war da :)

Sonntag, 15. Mai 2016 von Tabea
 

Ein Pflänzchen, das sich Glauben nennt

Donnerstag, 12. Mai 2016 von Katharina

Alles muss klein beginnen…: Von 10 neuen Mädchen zu Beginn dieses Jahres waren 6 noch nicht getauft. Für die Schwestern ist das zum Glück jedoch keine Hürde, denn für die zählt in erster Hinsicht der Auftrag der Ordensgründerin: „Denen helfen, die Hilfe brauchen.“ Klein und auch schon etwas größer waren deshalb die 5 Mädchen, die in diesen Tagen im Mädchenheim getauft wurden. Dafür waren Eltern, Paten und Familie eingeladen und der Pfarrer kam extra ins Heim. So fangen sie nun ganz klein ihren Glaubensweg an.

Lass etwas Zeit verrinnen: So wie man einem Pflänzchen Zeit geben muss, damit es sich in seiner Umgebung einfinden und wachsen kann, so muss das auch mit dem Glaube geschehen. Den Kindern den Glauben zu zeigen und ihre Neugierde und Begeisterung dafür zu wecken, dafür erklären sich in der Taufe Eltern und Paten bereit. Stück für Stück wachsen die Kinder in die Glaubensgemeinschaft hinein. Teil dieses Kennenlernens und Hineinwachsens ist auch die Erstkommunion.

Es muss nur Kraft gewinnen: Als ich mich habe firmen lassen, hatte ich das Gefühl mich selbst, aus freier Entscheidung und Überzeugung für ein Leben als Christin zu entscheiden. Es fühlt sich gut an, statt „Meine Eltern haben das so entschieden.“ sagen zu können „Das wollte ich so.“ Es gibt einem selbst Kraft und Bedeutung. Genau diese Entscheidung haben drei Mädchen getroffen.

Und endlich ist es groß: Als kleine Vorgeschichte muss man hier erwähnen, dass in Nicaragua – besonders für die Mädchen – der 15. Geburtstag besonders wichtig ist. Das kommt historisch gesehen daher, dass traditionell an diesem Tag das Mädchen zur jungen Frau wird und das erste Mal der Nachbarschaft auch als solches präsentiert wird. Das bedeutet ein pompöses Fest, zu dem das „junge Fräulein“ am Arm des Vaters durch die Nachbarschaft geführt wird und vor allen Freunden, Bekannten und Verwandten den ersten Walzer tanzt.

Um diese Begebenheiten gebührend zu feiern gab es eine RIESENFETE. Freunde, Familie, Paten, Mitarbeiter, … alle waren eingeladen und nach dem großen Festgottesdienst gab es Musik, Tanz, Piñata (für die Kinder), Buffet, Kuchen, viele Fotos und einfach fröhliches Zusammensein.

Mmmmh - Kuchen anschneiden!

Mmmmh - Kuchen anschneiden!

Die Geschichte der Piñata:

Die Pappmascheepuppe gut festbinden und alle in Position gehen

Schritt 1: Die Pappmascheepuppe gut festbinden und alle in Position gehen

Tanzen, tanzen und schon mal das Ziel anpeilen

Schritt 2: Tanzen, tanzen und schon mal das Ziel anpeilen

Im richtigen Moment zuschlagen und die Puppe möglichst präzise treffen

Schritt 3: Im richtigen Moment zuschlagen und die Puppe möglichst präzise treffen

)

Schritt 4: Über die herunterfallenden Süßigkeiten herfallen 🙂

Neben all dem ist der Festtag selbst zum Gedenken an die Ordensstifterin und Namensgeberin des Mädchenheims „Mutter Albertina“ fast ein wenig untergegangen… Kleine Aktionen, wie ein selbstausgedachtes Theaterstück über die Kindheit von „Mutter Albertina“, selbstgebastelte Poster und eine Feierstunde mit Gebet und Gesang erinnerten jedoch jeden Tag ein bisschen daran.

Die Freude und der Stolz dieser Tage haben mir so manche Gänsehaut und der Gedanke an einen baldigen Abschied schon so manchen melancholischen Moment beschert.

Und nein, der Eindruck täuscht nicht: Momentan fühlt es sich so an, als rutschten wir von einer Feierlichkeit in die nächste. Natürlich bedeutet das auch manchmal, dass ich da das ein oder andere Stündchen länger arbeite, um mit den Vorbereitungen rechtzeitig fertig zu werden, aber Zeit zum Ausruhen habe ich schließlich auch noch in Deutschland genug 😉 Seid also gespannt, was als nächstes folgt!

Bis ganz bald
Katharina