Gule Wamkulu – das abschließende Highlight im Dorf

Samstag, 08. November 2014 von Sabine

Gule wamkulu, was ist das?

Übersetzt heißt das der „große Tanz“. Dieser Gule wamkulu ist ein Geheimbündnis der Chewas und wenn das Geheimbündnis heißt dann ist das wirklich geheim. Deshalb  war es für mich etwas ganz besonderes, am letzten Tag im Dorf diese Feierlichkeit noch miterleben zu dürfen.

Die Guletänzer sind gefährliche Wesen aus dem Busch, die ungefähr so aussehen:

Und wenn ich gefährlich sage, dann meine ich auch gefährlich, es gibt nämlich so manche Geschichten der Buschwesen (ja man darf sie nur so nennen, denn wenn man sie Mensch nennt könnte einem folgendes passieren):

– Man muss viel Geld zahlen, wenn man gegen die Regeln verstößt ( sie zum Beispiel nicht fürchtet, sie als Mensch behandelt, an geheimen Zeremonien teilnimmt, … es gibt viele, viele Regeln)

– Eine Frau des Dorfes soll sogar schon mal getötet worden sein, da sie ihnen in die Augen sah

– Mein Gastvater musste zwei Wochen mit den Buschwesen im Wald verbringen, wo er genau das machen musste, was die Wesen ihm sagten. Auf alle Fälle sagte er: „Es waren keine schöne zwei Wochen“. Seine Frau musste ihm jeden Tag Essen bringen. Aber er hat es überlebt 😉

Angefangen hat mein Tag so:

Schon in der Nacht gab es Tänze der Gules, wobei mir nicht erlaubt war, dort hinzugehen, da es zu gefährlich war und dort fast nur diese Menschen, die Gule Wamkulu beigetreten sind, vorzufinden waren. Aber man hörte die Musik die ganze Nacht. Am nächsten Tag liefen die Buschwesen durch die Straßen des Dorfes, wobei man immer brav vor ihnen weglaufen musste (fast so wie in Töging das Scheckenlaufen). Nachmittags begann dann die große Zeremonie, ein Gedenktag an die verstorbenen Buschwesen. An einem bestimmten Platz kamen dann alle Dorfbewohner zusammen und schauten, fürchteten sich und klatschten, während die Buschwesen ihren Tanz, der immer mit viel Staub verbunden ist, vorführten.

 

Eine Woche in einer Gastfamilie

Samstag, 08. November 2014 von Sabine

Ja, der Sprachkurs war zu Ende. Aber ich wurde so herzlich in diesem Dorf aufgenommen, dass ich noch nicht ins Stadtleben zurückkehren wollte und somit durfte ich noch eine Woche dranhängen, um die Kultur und das Familienleben, sowie die Sprache noch besser kennen zu lernen.

Meine Familie bestand aus einer Oma, einer Mama einen Papa und zwei kleinen Brüdern im Alter von zwei und fünf Jahren. Mit ihnen und mit anderen Dorfbewohnern erlebte ich eine spannende und abwechslungsreiche Woche, denn diesmal standen keine Hausaufgaben oder Vokabeln am Tagesplan sondern:

– Wasser an der Wasserstation tanken

– am Markt einkaufen gehen:

– Mandasi (das sind so Art Krapfen) backen und dann am Markt verkaufen

– Eine Schule im Nachbardorf besuchen, wobei die Kinder es ganz besonders fanden, mit einer Weißhäutigen zu sprechen. Aber am Schluss wurde dann gesungen und ein bisschen getanzt.

– fleißig am Feld hacken. Das war wirklich eine  (Hand)Arbeit. Da schmeckt einem danach das Frühstück umso besser 😉 Aber es hat auch Spuren hinterlassen:

-Mais in die Maismühle gebracht, damit wir Mehl zum Nsima kochen hatten

– im Kirchenchor versucht mitzusingen, wobei das für mich schwierig war, denn alle Chormitglieder konnten gefühlte 100 Lieder auswendig und waren klasse Sänger (besonders die Männer konnten extrem hoch singen). Aber ich dudelte einfachso ein bisschen mit. Unsere Kirche:

– mit meinen Nachbarn einbisschen geratscht und Bao (=ein Spiel das wirklich JEDER hier in Malawi kennt) gespielt

Eine wirklich schöne Zeit im Dorf =)

 

Die Geschichte einer Antilope

Samstag, 08. November 2014 von Sabine

Es war einmal eine kleine Antilope, die sich in den Wäldern Mganjas herumtrieb. Da der Chichewakurs unserer lustigen Truppe langsam das Ende erreichte und alle mit mehr oder weniger gutem Erfolg das nicht so ganz geliebte Lernbuch beendet haben, stand ein großes Fest im Hause der fleißigen Lerner an. Natürlich bekamen das die Dorfbewohner mit und ein liebenswerter Dorfbewohner wollte diesem Trupp eine Freude bereiten. Also packte er eines Tages seine Jagdsachen (Fahrrad, Strick und seine Hände) und entdeckte eine wunderschöne kleine, durchtrainierte und muskulöse Antilope im Zauberwald Mganjas. Nach einer doch etwas schwierigen Jagd gab die Antilope schließlich auf, da sie einsah, dass der Jäger einfach ein erstaunlich guter Jäger war.

Also brachte dieser mit seinem Fahrrad das noch lebendige Tier in das Haus der guten Lerner. Einige freuten sich über das wirklich sehr große und herzliche Geschenk, andere wiederrum waren etwas abgeneigt dieses Tier zu töten und dann zu essen.

( Die Gesschicht einer Antilope wird nun als Bildergeschichte dargestellt:)

Die noch lebendige Antilope

Die noch lebendige Antilope

Ein blutiger aber kurzer Tod

Ein blutiger aber kurzer Tod

Jetzt gehts ans Eingemachte ;)

Jetzt gehts ans Eingemachte 😉

Ein Beweisfoto für meine Papa und meine Oma. Ja, diesmal bin ich nicht weggelaufen ;)

Ein Beweisfoto für meinen Papa und meine Oma. Ja, diesmal bin ich nicht weggelaufen 😉

Und wenn sie nicht gestorben wäre, dann würde sie noch heute leben.

Aber ich muss zugeben, ich habe sie nicht probiert. Eine Antilope ist etwas sehr besonderes. Daher war dieser Tag wirklich ein Festtag. Generell wird meist Fleisch (Hühnchen) gekocht, wenn ein Gast erwartet wird, denn in der malawischen Kultur wird ein Gast immer sehr hochgelebt. Malawier sind wirklich sehr gastfreundlich und auch wenn man nur für ein paar Minuten für einen Tratsch kommt, es wird einem immer etwas zum Essen angeboten.

 

Ein kleiner Ausflug in die Berge

Samstag, 08. November 2014 von Sabine

Malawi kann man in drei Regionen einteilen: Northern Region, Central Region und Southern Region. Diese Regionen haben jeweils verschiedene Districts. Das Dorf Mganja befindet sich im District Dedza (Central Region, unter Lilongwe am Eck)

diese Region ist etwas bergig und somit haben meine Lerngruppe und mein privater Sprechpartner, der mich immer wieder ermutigte Chichewa zu sprechen, einen Berg erobert:

eine kleine stärkung zwischendurch

eine kleine Stärkung zwischendurch

wie man auf den Bildern sehen kann ist zurzeit alles ziemlich trocken, denn die HOT-SEASON hat begonnen. Besonders der Oktober ist ein sehr heißer Monat, in dem es eigentlich nie regnet. Dabei waren wir sehr überrascht, denn eines Tages kam ein unerwarteter Regen –> Der Klimawandel macht sich bemerkbar.

Was vielleicht auf den Bildern auch auffallend ist: Man kann kaum dicht bepflanzte Wälder sehen. Meine Chichewa-Lehrerin erzählte: „Vor zehn Jahren fand man um das Dorf herrum richtige Wälder vor, jetzt ist es nur noch Gestrüpp“. Mit diesem Problem hat und wird diese Region auch in Zukunft , aber auch ganz Malawi zu kämpfen haben. Viele Dorfbewohner leben vom Verkaufen von Feuerholz, aber leider wird kaum ein Aufforstungsprogramm gestartet. Oftmals kamen aus Lilongwe große LKWs, die in diesem Dorf Feuerholz suchten, da sie in ihrer Region nichts mehr vorfinden.

Man versucht zwar durch Anpflanzungslehrgänge das Problem zu bekämpfen, doch ob das funktioniert werden wir dann in ein paar Jahrzehnten sehen.

 

Phala – ein typisches Frühstück

Samstag, 08. November 2014 von Sabine

Mit meiner Nachbarin, der ich ab und zu einen Besuch abstattete, kochte ich eines Morgens PHALA (=ein Art Porridge) hierzu das Rezept für etwa fünf Personen:

– 3 Tassen lauwarmes Wasser
– 1/2 Hand Salz ( ja die Malawier mögen ziemlich gerne Salz, aber ich ja auch, also das trifft sich gut 😉
– 1 Tasse Maismehl

–> alles mischen und umrühren bis es blubbert
–> unbedingt aufpassen dass es nicht zu dick wird, denn sonst wird es Nsima

1/2 Tasse gemahlene Erdnüsse hinzufügen, die folgendermaßen zubereitet werden (siehe Bild)

Unser Kochgruppe =)

Unsere Kochgruppe =)

Zucker so viel man möchte =)

und danach genießen:

aber aufpassen, damit man sich nicht die Zunge verbrennt (wie ich), denn ich musste mich beeilen. An diesem Tag durfte ich mit den Kindern in die Dorfschule gehen und auch einmal wieder Schulkind sein. Diese Primary-School (acht Jahre) ist für jedes Kind frei. Leider muss man die weiterführende Secondary-School (vier Jahre) bezahlen, das nicht für jede Familie möglich ist. In der Schule lernten wir z. B. Mathematik und Life Skills (wir lernten dabei unseren Körper besser kennen). Was ich wirklich beeindruckend fand war, dass die Lehrerinnen bei einer doch größeren Schülerzahl (was viel Geduld benötigt) einen klasse Unterricht machten.

 

Sprache, etwas wirklich kompliziertes!

Freitag, 07. November 2014 von Sabine

So, was hat denn die Bine so in der letzten Zeit gemacht?

Meine Organisation gab mir die große Chance, die Sprache Chichewa in einem Dorf namens Mganja zu lernen. Neben Englisch ist sie eine der Amtssprachen hier.

Wie wichtig diese Sprache ist merkte ich schon in den ersten zwei Wochen, als ich noch in Lilongwe lebte. Denn meine Straßenkinder sprechen eigentlich nur Chichewa und um sich mit ihnen zu verständigen, ist die Sprache natürlich sehr wichtig. Aber nicht nur die Kinder, auch die Arbeitskollegen und alle anderen Leute auf der Straße sprechen Chichewa, denn das ist ihre Muttersprache. Somit fühlt man sich manchmal etwas verloren, wenn man vieles am Anfang nicht versteht. –> Also Aufforderung an EUCH, wenn ein Ausländer in Deutschland ist, so hilfsbereit, offen und freundlich wie möglich sein!

Für mich war es total interessant, eine afrikanische Bantusprache kennenzulernen, denn von der Struktur her ist diese Sprache schon etwas anders als die deutsche Sprache. Aber ich hatte eine super Lehrerin, die zwei Ordensbrüderm aus dem Kongo, einer Schwester aus Eritrea und mir so gut wie möglich die Sprache beibrachte. Mit dieser Gruppe machte das Lernen auch richtig Spaß.

Wir verbrachten also insgesamt fünf Wochen in einem Dorf namens Mganja, wobei unser Tagesablauf etwa so aussah:

7.15 Uhr: Frühstück, das eine Hausfrau zubereitete (eine Hausfrau, die kocht, Wäsche wäscht,… ist hier in Malawi etwas sehr typisches)

8.00 Uhr: Beginn unseres Unterrichts (wir durften pro Tag ca. 30 Vokabeln lernen und dann zusätzlich noch Grammatik und Hausaufgaben, das brachte mich manchmal schon auf die Palme, aber ich wusste, das ist jetzt eben mal ein CHICHEWA INTENSIVKURS)

Damit ihr auch etwas von meinem Sprachkurs habt, hier ein paar Vokabeln:

Muli bwanji? – How are you? – Wie geht’s?

Dzina lanu ndani? – What is your name? – Wie heißt du?

Ndine Sabine! – I’m Sabine! – Ich bin Sabine!

Ndimachokera ku German – I’m coming from Germany – Ich komme aus Deutschland

(Ja, wie man merkt, konnte ich dadurch auch mein Englisch verbessern, denn der Sprachkurs wurde natürlich auf Englisch gehalten und ich muss zugeben, wir lernten auch einige Wörter auf Chichewa, die ich nicht einmal in Englisch kannte. –> Also ihr lieben Schulkinder lernt eure Sprachen in der Schule gut, denn ihr werdet sie später brauchen.)

Natürlich gab es dazwischen Pausen, bei denen wir immer fleißig mit malawischen Essen versorgt wurden, wie z.B. Kasawa, geröstetem Mais oder gesalzene Erdnüsse und als Getränk gab es ein süßes Maisgetränk

Mittagessen

Hausaufgaben

und ab ins Dorf, um das Sprechen zu üben (das fand ich immer am schönsten, denn dadurch konnte ich klasse ein malawisches Dorfleben kennenlernen).

Was ich dort so getrieben habe, folgt 😉

 

Abschied geschafft und erste Eindrücke gesammelt

Donnerstag, 21. August 2014 von Sabine

Die 2 Gepäcksstücke wurden fertig gepackt und am Freitag gings dann ab zum Flughafen, noch schnell ein Abschiedsfoto und ein paar Tränen und dann gings schwehren Herzens und mit zitternden Knien Richtung Lilongwe.

Dort angekommen wurde ich sehr sehr herzlich von Kindern, Mitarbeitern und einem Plakat empfangen =) =)

Also meine ersten Eindrücke:

trocken, sehr freundliche Menschen, viele viele viele Menschen, Markttreiben und Plastiktüten

2 Wochen verbringe ich nun in einer deutschen Familie, die als Entwicklungshelfer in meinem Projekt arbeiten, mit ihnen fahre ich dann auch per Auto zum Projekt mitten in der Stadt, wo man wirklich jeden morgens auf chichewa (Mwadzuka bwani) einen Guten Morgen wünscht =)

Somit startet der Tag: Meeting mit den Mitarbeitern, mit den Kindern (Fußball) spielen und basteln, Mittagessen ( typisch malawisches Essen : Sima = ist wie Kartoffelbrei nur fester und aus Maismehl mit Bohnen und Art grünem Salat) Nachmittags wird wieder fleißig gespielt und dann geht es ab nach Hause.

Nach Hause bedeutet aber hier wirklich nach Hause da es schon sehr früh dunkel wird aber dort kann es trotzdem spannend werden –> Stromausfall also gab es dann ein wunderschönes Candle-Light-Dinner =)

See You

Eure Bine

 

2 Tage, dann geht’s ab in den Flieger

Mittwoch, 13. August 2014 von Sabine

Hallo ihr Neugierigen 😉

Schön dass ihr auf meine Seite schaut=)

Also in 2 Tagen geht mein Flieger nach –> Malawi, um genau zu sein nach Lilongwe (die Hauptstadt). Dort darf ich für ein Jahr einen Freiwilligendienst in dem Straßenkinderprojekt Tikondane http://tikondane.wordpress.com/ machen. Doch was ich genau dort machen darf erzähl ich euch am besten erst, wenn ich angekommen bin. Also bleibt dran 😉

Am besten stell ich mich erst einmal vor, und erzähl euch wie es dazu kam, dass ich für ein Jahr Deutschland verlassen werde…

Ich heiße Sabine Hausner und komme aus dem wunderschönen Dorf namens Fribertshofen, das sich mitten in Bayern befindet. Aber die meisten kennen es ja 😉

das kleine Dorf das ich bald verlassen werde


Im Mai machte ich das Abitur am Gymnasium Beilngries. Zum Glück habe ich es bestanden und darf jetzt aufbrechen um ein bisschen die Welt kennen zu lernen. Denn viele sagen ja wenn nicht jetzt wann dann 😉

Also habe ich mich beim Kindermissionswerk und missio beworben, die uns Freiwilligen diese Chance geben und die uns auf dieses Jahr auch gut vorbereitet haben. Wir durften mehrere Seminare besuchen und bekamen Vorträge, wie zum Beispiel über interkulturelles Lernen oder über den Umgang mit Kindern.

Ich freue mich auf die Zeit, eine neue Kultur, neue Ansichten und neue Menschen kennen lernen zu dürfen und bin total gespannt was auf mich wohl zukommen wird.

Also kommentiert fleißig, ich freu mich über eine Nachricht =)

Beste Grüße „noch“ von zu Hause

Eure Bine =)

P.S.: In diesem Blog versuche ich euch meine Erlebnisse zu beschreiben, damit ihr euch vielleicht ein klein wenig vorstellen könnt wie es wohl so ist. Aber passt bitte auf, schließt nicht irgendetwas auf das Allgemeine, denn alle meine Einträge sind ja nur von mir, also rein subjektiv und ich werde auch nur einen ganz winzigen Teil Afrikas kennen lernen.