Barriga llena – Corazón contento

Donnerstag, 11. September 2014 von Resi

…das heißt soviel wie Bauch voll – Herz zufrieden. Nicht schwer zu erraten, was das Thema für diesen Blog sein wird: Essen. Interessanterweise ist die Frage „Was gibt’s bei dir in Peru zu essen?“ eine recht häufige Frage (zusammen mit „Wie spät ist es bei dir?“ und „Wie ist das Wetter so?“). Essen scheint also sowohl für Deutsche als auch für Peruaner essentiell zu sein. Was wir essen und wie wir essen verrät viel über uns und unsere Kultur. Nicht ohne Grund sind viele Stereotype auch mit Essen verbunden: Franzosen essen Frösche und Baguette und trinken Wein, Deutsch: Kartoffeln und Bier, Italiener: Pizza, Amerikaner: Fastfood…doch was essen die Peruaner? Wer sich schon ein bisschen mit Peru beschäftigt hat dem fallen vielleicht Meerschweinchen ein. Ja, die gibt’s hier zu essen. Aber Peruaner sind sehr sehr stolz auf ihre Küche…und das können sie auch sein!

Ihre kulinarische Vielfalt präsentieren die Peruaner auf der Mistura, eine renomierte einwöchige Gastronomiemesse, auf der sich verschiedene Köche, Restaurants ect. mit ihrer regionalen Küche vorstellen. Das war für mich natürlich ein Muss. Dieses Jahr fand die Messe direkt am Meer statt. Das heißt allerdings auch zwei Stunden Bus fahren. Gemeinsam mit meinem Gastbruder, Juan habe ich mich also auf den Weg gemacht und als wir endlich da waren habe ich auch zum ersten mal das Meer gesehen.

Nun aber zum Essen: normalerweise gibt’s hier immer Reis, sehr viel Hühnchen, Kartoffeln, Gemüse wird auch gegessen…ist aber anscheinend nicht so wichtig wie Fleisch oder Fisch. Ich persönlich würde ja mehr Gemüse und weniger Fleich begrüßen…aber da alles lecker ist, nehme ich auch das Fleisch. Es wird Mittags und Abends warm gegessen. Und es wird immer frisch gekocht. Das heißt, dass die Muttis viel Zeit in der Küche und auf dem Markt verbringen. So auch meine Gastmutti.

Letztes Wochenende habe ich das erste Mal Ceviche gegessen. Ein traditionelles Fischgericht, und wenn ihr mich fragt, könnte es das zweimal die Woche geben. Unglaublich lecker. Mein erstes ceviche hat mein Gastmutti gekocht und war quasi die traditionelle Variante. Auf der Mistura gabs dann auch chviche aus Oktopus – mein absoluter Favorit.

Auch wichtig und lecker: Anticuchos: zarte Rindfleischspieße. Auf der Mistura gab es statt Rind auch Alpaca. Und auch Anticucho ist muy rico (sehr lecker).

In Sachen Süßspeisen lassen sich die Peruaner auch nicht lumpen. Picarones und Mazamorra habe ich schon probiert. Natürlich gibt es wieder verschiedene Variationen. Picarones sind eine Art Krapfenringe die mit Honig oder Fruchtsoße gegessen werden. Mazamorra ist eine Art Sammelbegriff für verschiedene süße Speisen wie z.B Milchreis, Mazamorra de Calabaza (eine Art Kürbispudding), Mazamorra morada (ein lilafarbener Pudding aus rotem Mais, Süßkartoffelmehl, und Annanas und Zimt).

Wie du siehst, gibt es wirklich viel Essen. Die Peruaner essen auch unfassbar gern und wenn jemand zu Besuch ist, bietet man nicht einfach nur was zu trinken an…nein, es gibt auf jeden Fall was zu essen. Meistens sogar einen Teller voll warmes Essen. In meiner Familie wird meist gemeinsam gegessen. Aber irgendwie wartet man nicht bis alle etwas haben sondern fängt an mit essen, wenn man seinen Teller hat und der ist immer gut gefüllt. Kleine Portionen gibt’s hier nicht.

So…ich denke das reicht erstmal. Mehr Fotos gibt’s wie immer auf meinem Resi-in-Peru-Blog: http://resi-in-peru.weebly.com/

Danke, für dein Interesse. Bis bald.

 

Täglich Kleine Abenteuer

Mittwoch, 27. August 2014 von Resi

…und schon sind die ersten zwei Wochen um. Es ist also Zeit mal wieder ein bisschen zu berichten. Ich habe mir überlegt immer über ein Thema zu berichten. Heute berichte ich von meinem Alltag, insofern man das schon Alltag nennen kann…denn eigentlich ist für mich ja noch alles ganz neu. Aber so einen gewissen Tagesablauf gibt’s schon. In der Woche, also Montag bis Freitag, stehe ich 6.30Uhr auf. Ja, du liest richtig, HALB SIEBEN…ich hätte auch nie gedacht, dass ich so früh aufstehen kann. Sonderlich motiviert bin ich aber selten, denn dann heißt es unter die wirklich kalte Dusche springen. (unwichtige Anmerkung: Keine Ahnung warum gerade alle diese „Ice Bucket Challenge“ machen. Ich persönlich finde das ganze zwar unterhaltsam aber irgendwie auch schade, dass man solche facebook-Hypes braucht um auf Problem in der Welt aufmerksam zu machen. Die meisten Leute hier duschen täglich eiskalt und verschwenden dabei nicht unnötig einen Eimer Trinkwasser!) Zum Frühstück gibt’s Brötchen mit Honig oder Marmelade oder so und ich trinke meinen Tee. Dann stehen ca. 20 Minuten Busfahrt mit meiner Kollegin Edith an. Je nach Busfahrer bekommt man dann schon am frühen Morgen 90er oder Latino Musik zu hören. 8.00 Uhr bin ich dann im Projekt.

Yancan Huasy ist ein großartiges Projekt. Ich hatte ja wirklich gute Sachen von meiner Vorgängerin Lena und den Mitarbeiterinnen vom Kindermissionswerk und missio gehört, aber so toll habe ich es mir nicht vorgestellt. Ich bin wirklich begeistert. Da haben die Lieben von KMW und misso wirklich tolle Arbeit geleistet und für mich das passende Projekt gefunden. DANKE!

Es gibt verschiedene Bereiche. Ich konnte alle schon ein bisschen kennenlernen. Mit einigen Lehrerinnen besuche ich andere Schulen, in denen Kinder und Jugendliche mit Behinderung integriert werden. D.h. wir gehen in den Unterricht und schauen wie gut das entsprechende Kind in der „normalen“ Schule zurechtkommt, wie gut die Lehrer auf die Situation eingestellt sind und wie die Kinder interagieren. Da die Angestellten von Yancana hier ehr eine begleitende und beratende Funktion haben, mache ich eigentlich nicht viel außer aufmerksam beobachten und den Kids eventuell ein bisschen helfen (sofern ich das mit meinem begrenzten Spanisch kann). Letzten Freitag hab ich eine tolle Physik-oder Mathestunde zum Thema Masse und Volumen miterlebt. Also wenn meine Lehrer mal so toll gewesen wären, hätten mir Mathe und Physik sicher auch mehr Spaß gemacht. Das Kind was wir an diesem Tag besucht haben ist taub, kann aber super sprechen und Lippen lesen und mit ein bisschen Hilfe steht er seinen Klassenkameraden in nix nach.

Außerdem gibt es natürlich die Klassenräume in Yancan dort sind ausschließlich Kinder mit verschiedenen Behinderungen die in kleinen Gruppen unterrichtet werden. Auch hier darf ich mithelfen. Die Kids sind zwar wirklich toll aber halten einen auch ganz schön auf Trapp. Jede helfende Hand wird gebraucht. Auch die Eltern der Kinder helfen zum Teil mit im Klassenraum. Mit den Kids zu arbeiten macht wirklich Spaß und ist eine spannende Herausforderung. Dann gibt es Ergo- und Physiotherapie. Bei der Ergo durfte ich auch schon mithelfen, basteln und bauen, klettern, hüpfen. Bei der Physio war ich noch nicht, dass kommt aber diese Woche.

Auf Hausbesuch war ich auch schon mit. Hier werden Kinder und Jugendliche besucht, die z.B. seit einigen Tagen nicht mehr in der Schule waren um nachzusehen, warum sie nicht mehr zu Schule kommen, ob sie krank sind, oder es zu Hause Problem gibt und natürlich auch um mit den Eltern zu sprechen. Es ist wirklich interessant wie unterschiedlich Eltern auch mit der Behinderung ihres Kindes umgehen. Ich habe eine Mutter erlebt, die lange nicht wahrhaben wollte, dass ihr Sohn eine Behinderung hat. Da es ihr erster Sohn war hatte sie ja auch keinen Vergleich zur Entwicklung anderer Kinder und sie will ihr Kind einfach nur beschützen. Sehr sehr verständlich natürlich. Aber als ihr die Lehrerin dann gesagt hat, dass sie doch bitte ihren Sohn zur Schule schicken soll, auch wenn es in der Schule schwer für ihn ist. Das Beispiel das die Lehrerin angebracht hat, fand ich sehr rührend. Der Junge ist schon ein Teenager und will, wie alle anderen in seinem Alter auch, später mal einen Job und vielleicht eine eigene Familie, doch das wird schwer, wenn seine Familie ihm jetzt zu Hause beschützt und nicht auf die Welt da draußen vorbereitet.

Wie du merkst, ist es schon ganz schön viel, was das Team von Yancana Huasy so macht und was ich auch miterleben darf. Da ist es ruck zuck 17.00 oder 17.30 und Feierabend. Dann geht’s wieder mit dem Bus ab nach Hause und vor den Fernseher um mit meinen Gasteltern Combate zu schauen. Hier ein Link, falls du wissen willst was genau „Combate“ ist. Meine Gastmama und ich sind für Nation Verde (grünes Team), mein Gastpapa für Nation Rojo (rot). Dann gibt’s Abendbrot und dann geh ich auch schon fast ins Bett…das frühe Aufstehen und die ganze Zeit Spanisch macht mich nämlich noch ziemlich müde. Und du bist jetzt bestimmt auch müde nach diesem langen Text. Also war’s das jetzt erst einmal. Danke, dass du bis zum Schluss gelesen hast. Hasta pronto!

hier der link zu diesem blogeintrag auf meiner Seite:

http://resi-in-peru.weebly.com/blog/tagliche-kleine-abenteuer

Fotos folgen auch bald auf meiner Seite.

 

Poco a Poco

Samstag, 16. August 2014 von Resi

Hier kommt mein erster Blogeintrag aus Peru. Ich bin ja erst seit vier Tagen hier, aber ich weiß trotzdem nicht wo ich anfangen soll… es gibt schon viel zu berichten und so viele Eindrücke.

Erstmal danke, an alle, die mich so lieb verabschiedet haben. Es ist schön zu wissen, dass ich in Deutschland immer Menschen habe, die für mich da sind. Das macht es viel leichter, sich in die weite Welt zu wagen.

Nun bin ich also in Lima. Der Flug hier her war ganz gut. Die zwölf Stunden von Amsterdam nach Lima vergingen wirklich schnell. Ich habe nicht einmal alle Filme geguckt, die ich sehen wollte. Aber als wir dann endlich mal wieder über Land geflogen sind, war aus dem Fenster zu gucken spannender als Filme anzusehen: Brasilien unter uns war einfach nur grün mit riesen großen Flüssen und dann kamen die Anden! Nach den Anden sanken wir in den Nebel von Lima durch den Nebel durch zum Landeanflug in ein Lichtermeer.

In Lima wurde ich von José Antonio und Ana abgeholt, beide haben leitende Positionen im Projekt Yancana Huasy. Sie haben mich dann zu meiner Gastfamilie gebracht. „Poco a poco“ ist wohl die wichtigste Redewendung für mich im Moment. Es heißt so viel wie „Stück für Stück“. Poco a poco lerne ich jetzt also alles kennen. Gestern war ich mit meiner Gastmama schon mal im Projekt und auf dem Markt einkaufen. Nachmittags war ich dann mit meinem Gastbruder in der Innenstadt… also dort, wo die ganzen Touristen auch hinkommen. Wir waren in einem Museum und haben mir ein Handy gekauft.

Mittwoch war mein erster Tag in Yancana Huasy. Ana hat mir erstmal alles gezeigt und erklärt. Ich hoffe, dass ich das meiste von dem, was sie mir erzählt hat, verstanden habe. Poco a poco. Spanisch ist zwar eine wunderschöne Sprache, wenn man es aber noch nicht gut kann, ist es ganz schön anstrengend. Und deshalb bin ich auch ziemlich müde.

Das sind zwar noch längst nicht alle Eindrücke aber ich denke, für den Anfang genügt es erstmal. Ich will ja auch, dass ihr immer bis zum Schluss lesen könnt und nicht zwischendurch einschlaft.

Fotos und noch ein paar andere Infos findet ihr immer auf meiner Internetseite:

http://resi-in-peru.weebly.com/

Bis zum nächsten Mal.