Weraba Uganda – Hallo Deutschland

Sonntag, 30. August 2015 von Anna

Hallo alle zusammen!

Ziemlich genau zwei Wochen ist es her, dass ich die stressigste Fahrt überhaupt zum Flughafen hatte… 6 1/2h vor der Abflugzeit sind wir von Mityana losgefahren, um dann gerade noch rechtzeitig (bzw die Gepäckabgabe hatte schon zu und ließ sich gottseidank doch noch erweichen, unsere Koffer, die aber auch noch das falsche Gewicht hatten, anzunehmen) am Flughafengebäude anzukommen. Irgendwo auf der Strecke zum Flughafen, die man normalerweise in 2h schafft, war eine Straßenseite gesperrt und ein unglaublich langer Stau…

Aber wie ihr seht, bin ich doch noch in Deutschland angekommen und habe mich mittlerweile schon ein wenig einleben können. Dabei hat mir besonders das Rückkehrerseminar des KMW und missio sehr geholfen. Dazu haben sich letzte Woche alle 16 Rückkehrer in Aachen getroffen und der Austausch mit „Gleichgesinnten“ hat mir wirklich gut getan.

Aber jetzt muss ich doch nochmals ein paar Monate zurückspringen und euch von meinem Urlaub in Tansania erzählen: Im Mai sind meine Mitfreiwillige Nicole und ich mit dem Bus von Uganda nach Tansania (Dar es Salaam) gefahren, da Nicoles Bruder und dessen Freundin ihre Praktika dort beendet hatten und nun vorhatten auch andere Ecken Tansanias zu bereisen. Für Nicole und mich hat die Busfahrt dorthin 34h gedauert. Da ist man doch ganz froh, wenn man mal ankommt 😀

Die ersten Tage haben wir in der Hauptstadt Dar es Salaam verbracht. Anschließend sind wir für ein paar Tage Traumurlaub auf die Insel Sansibar übergesetzt. Nach der Zeit in Sansibar war es aus mit dem schönen heißen Wetter, denn für uns ging es weiter in den kalten bergigen Norden Tansanias. Genauer gesagt nach Arusha und Moshi, zwei eigentlich schöne Städte, wenn es nicht den ganzen Tag regnet. Einmal konnten wir auch einen Blick auf den Kilimanjaro erhaschen, als der Nebel den Berg kurz nicht mehr versteckt hat.

Kurz nach der Reise in Tansania kamen schon meine Eltern und mein Bruder zu Besuch. Es war eine echt schöne Zeit und ich bin sehr froh, dass meine Familie nun zumindest einen kleinen Eindruck hat und sich etwas unter meinen Erzählungen vorstellen kann.

Unsere Reiseroute sah folgendermaßen aus: etwas in den Norden zum Nationalpark Murchinson Falls, durch den der Nil fließt, und heißen Quellen. Anschließend sind wir in die schöne Stadt Fort Portal und dann zurück nach Mityana – Wäsche waschen. Als Abschluss sind wir noch auf die Ssese Islands im Viktoria See und als krasser Gegensatz zu den ruhigen Inseln anschließend in die Hauptstadt Kampala.

Nachdem ich meine Familie zum Flughafen gebracht habe, hatte ich noch ca. 2 Monate in Uganda vor mir, die unglaublich schnell vorbei waren.

Da die Kinder nun auch Ferien haben, hatten sie kurz vor unserer Abreise noch Examenwoche und dann haben sie sich alle von uns verabschiedet. Dazu hat die Schule einen Tag lang ein Fest organisiert, bei welchem die Kinder uns und der ganzen Schule einstudierte Lieder, Gedichte, Sketche, Theaterstücke vorgeführt haben und auch unsere Theater-AG hatte die Möglichkeit, ihr Stück vor Publikum zum Besten zu geben. Der Tag war total schön und auch anstrengend und den ganzen Nachmittag haben wir mit den Kindern getanzt und Fotos gemacht.

Abends kam die ganze Lehrergesellschaft und andere Angestellte der Schule in den Hof des Gästehauses, in dem wir wohnen durften, und wir haben zusammen leckeres local food gegessen und anschließend getanzt.

Die Abschiedsfeier, die Nicole und ich für unsere Freunde veranstaltet haben, war auch total schön und der Abschied noch unwirklich. So wirklich begriffen, dass ich jetzt tatsächlich gehen muss, habe ich dann erst auf dem Weg zum Flughafen…

Ich bin total dankbar für die Chance, die ich hatte, ein Jahr in einem so gastfreundlichen und offenen Land wie Uganda verbringen zu dürfen und wünsche es gleichzeitig jedem! Natürlich hatte ich in dem Jahr auch Momente, in denen ich einfach nur heim wollte und Heimweh hatte oder mit der Kultur meine Probleme hatte… Trotzdem kann ich sagen, dass für mich die guten und schönen Momente in meiner Zeit in Uganda klar überwiegt haben und es das Beste war was ich machen konnte, nach der Schule ein Jahr lang in eine andere Kultur einzutauchen!

Ganz liebe Grüße aus Aalen in Baden-Württemberg,

Eure Anna J

Hier noch Links zu den Homepages von meinen beiden Projekten COSNA und HOSFA, die ich euch schon längst mal anhängen wollte 😉

COSNA School: http://cosnaschools.com/

HOSFA (hopeSharingFamily): http://hosfa.org.ug/welcome.html

Uuuund dann wie immer noch den Tipp bei dem Blog meiner Mitfreiwilligen Nicole Rüthers vorbeizuschauen – dann sind die Berichte nicht ganz so einseitig 😉

Strand von Sansibar *-*J

Strand von Sansibar *-*

Alte Bauten am Hafen der Insel

Alte Bauten am Hafen der Insel

Unterwegs in Tansania...

Unterwegs in Tansania…

Im Murchinson Falls Nationalpark

Im Murchinson Falls Nationalpark

Wer findet das Baby auf dem Bild? ;)

Wir hatten riesen Glück und haben sogar Löwen und einen Leoparden gesehen… übrigens: Wer findet das Baby auf dem Bild? 😉

...mitten auf der Straße...

…mitten auf der Straße…

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Meine Familie zu Besuch bei Resty

Im heißen Norden Ugandas (Gulu),wo es noch viele traditionelle Hütten gibt

Im heißen Norden Ugandas (Gulu),wo es noch viele traditionelle Hütten gibt

New Taxi Park in der Hauptstadt Kampala

New Taxi Park in der Hauptstadt Kampala

O - kurz vor der Theateraufführung

„We will rock the play“ :O – kurz vor der Theateraufführung

Abends die Verabschiedung vom staff der Schule

Abends die Verabschiedung vom staff der Schule

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Holidayprogramme für die Kinder, die noch nicht aus dem Internat abgeholt worden sind – hier bei Reise nach Jerusalem 🙂

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Unsere Abschiedsparty 🙂

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Abschied von Freunden 🙁

 

Introduction, Colour Game, Konzert und Fort Portal :-)

Dienstag, 14. April 2015 von Anna

Hallo alle zusammen!

Ich hab es endlich mal wieder geschafft, einen neuen Eintrag für euch zu schreiben. Jedes mal nehme ich mir vor, beim nächsten mal von meinem Alltag zu berichten, da ich immer zuerst von Ausflügen oder Ereignissen erzählen möchte. Dieses mal mache ich einfach beides, weil es gottseidank nie eine Zeit gibt, in der nichts Neues oder Spannendes passiert 🙂

In der Schulzeit bin ich ja wie schon gesagt in der COSNA daycare, nursery and primary school mit boarding section. Übersetzt könnte man sagen, dass die Schule eine Tagesbetreuung für die unter Dreijährigen, einen Kindergarten (in Uganda aber schon in Schulform) für die unter Sechsjährigen und eine Grundschule (in Uganda bis zur 7. Klasse). Außerdem hat die Schule nicht nur Tagesschüler sondern auch einen Internatsbereich. In der Schule bin ich von Montag bis Freitag bis zirka 18 Uhr. Morgens bin ich zweimal die Woche beim Sportunterricht dabei, den allerdings nur die erste und die zweite Klasse hat. Hier versuche ich neue Spiele beizutragen, denn mehr als simple Spiele kann man auf einer einfachen Wiese mit 60-100 Kindern auch nicht machen. In der Regenzeit wird die Sache im Matsch dann noch komplizierter. Danach, so gegen neun Uhr, gehe ich in die Bibliothek, in der die neue Sekretärin sitzt. Da diese aber erst seit zwei Monaten lernt, einen Computer zu bedienen, geht es meist schneller wenn Nicole und ich die ganzen Hausaufgabenblätter, Notentabellen und Protokolle schnell für sie abtippen und ihr dabei Dinge in Excel und Co. erklären können. Nachmittags ist sie dann an der Reihe. Denn nach dem Mittagessen gehen Nicole und ich in die vierten und fünften Klassen. Diese haben wir aufgeteilt und abwechselnd gehe ich mit ihnen in den Computerraum bzw bleibe im Klassenzimmer. Dort versuche ich theoretischen Computerunterricht zu geben und bringe den Kindern Deutschbasics bei, wobei sie überraschend begabt sind. Im Computerraum haben wir zur Zeit fünf funktionierende Computer, an denen meist je vier Kinder arbeiten. Mit 40 Minuten Unterrichtszeit ist es nicht einfach, den Kindern viel beizubringen, da schon die Mausführung und der Doppelklick eine Herausforderung für die Viert- und Fünftklässler darstellen. Abends, wenn die Tagesschüler mit den Schulbussen oder zu Fuß heim gegangen sind, bieten Nicole und ich für die Klassen 2 bis 5 verschiedene AGs an, wie Leichtathletik, Fußball, Tanzen, Theater und eine Spiel- und Bastel- AG für die Kleinsten. Da die Kinder aber zwischen 16 und 18 Uhr auch Wasser holen, Wäsche waschen, Schuhe putzen und baden müssen, haben wir für die AGs nur eine dreiviertel Stunde Zeit bekommen. Und da es jeden Tag lange dauert, die Kinder zusammen zu trommeln, da viele noch am Waschen sind, ist die Zeit für die AGs relativ kurz. Um 19 Uhr fängt es bei uns in Mityana auch schon an zu dämmern und um 19:30 ist es dunkel. Somit ist der Tag nach den AGs auch fast gelaufen und es bleibt vielleicht noch kurz Zeit zum Einkaufen. Alles in allem finde bin ich zufrieden mit den Aufgaben, die ich in COSNA gefunden habe, da sie einerseits nützlich für die Schule sind (durch unsere Sekretärinnenarbeit spart die Schule Geld) und gleichzeitig auch noch die Arbeit mit den Kindern ist, die ich mir für mein Freiwilligenjahr erhofft hatte.

So und jetzt zu den Dingen, die seit dem letzten Blogeintrag geschehen sind:

Ein Highlight war das Viva con Agua Konzert in Kampala mit vielen tollen Künstlern- zum Teil noch unbekannt, zum Teil schon überall in Uganda berühmt. Als letzter Künstler trat Nicoles und mein absoluter ugandischer Lieblingssänger Bebe Cool auf 🙂

In der Schule wurde Anfang des Jahres jeden Nachmittag für das Sportfest trainiert. Hier traten die vier Farben COSNAs in verschiedenen Wettkämpfen gegeneinander an. Zum einen waren mir die Disziplinen von her Deutschland bekannt (Staffellauf, Eierlauf, Reise nach Jerusalem,…). Andere Disziplinen waren aber beispielsweise Matooke Peeling (wer am schönsten Kochbananen schält), Daddy’s spShoes (Wettrennen mit zu großen Schuhen), Blind Gorilla (Blind versuchen einen der Bälle auf der Wiese zu finden und wegzukicken),… die mir bis dahin noch neu waren. Natürlich hat colour red (meine Farbe 😉 ) die colour game competition mit Abstand gewonnen.

Ganz neu war es für mich bei einer Introduction dabei zu sein. Eine Introduction ist eine traditionelle Verlobungsfeier, bei der der Mann mit Freunden, Verwandten und vielen Geschenken (meist: halbe Kuh, Hahn, Sofas, Koffer, Obst, Seife, Getränke, Bilder,…) zum Elternhaus der Frau kommt und das Familienoberhaupt bittet, ihm die Frau zur Ehefrau zu geben. So holt sich das Paar den Segen des Familienoberhauptes und der Mann überlässt der Familie die vielen Geschenke als Zeichen der Wertschätzung, die er der Frau gegenüber empfinder. Total unverständlich ist es für viele Ugander die Vorgehensweise bei einer Verlobung in Deutschland. Beispielsweise dass es bei uns keine offensichtliche Wertschätzung des Mannes gibt – also in Form von Geschenken für die Familie der Verlobten. Eine Introduction geht stundenlang mit Willkommensgesten (natürlich auf der lokalen Sprache Luganda, wo ich dann nur einzelne Worte verstehe) und Tänzen von der Familie der Frau, bis die Verlobte selbst endlich auftaucht. Normalerweise tragen alle Gäste traditionelle Kleider. Für das Königreich Buganda (in der Mitte Ugandas) sind das für die Frauen Gomesi und für die Männer Kanzu. Also haben uns für die erste Introduction, an der wir teilgenommen haben, Frauen aus der Schule Gomesi geliehen und uns geholfen sie auch richtig anzuziehen. Das ist gar nicht so einfach, da unter dem Gomesi mit einer Decke der Hintern größer geschummelt wird und der riesige Gürtel einfach nicht halten will 😀 Die Braut selbst wechselt während der Introduction mehrmals ihr Gomesi. Und erst wenn die Introduction erfolgreich hinter sich gebracht wurde, kommt es zur Hochzeit selbst, bei der dann viel getanzt wird.

Eine knappe Woche habe ich in der Zwischenzeit im Westen Ugandas verbracht, in Fort Portal, der saubersten Stadt Ugandas. Father Henry, der Gründer der COSNA school, hat Freunde in einem Priesterseminar in Fort Portal, bei denen wir untergekommen sind. Unglaublich gastfreundlich war besonders Father Oscar, der Nicole, ihren Freund Stephan, der zu Besuch war, und mich, bei unseren Ausflügen um Fort Portal begleitet hat. Am ersten Tag hat er uns gleich zu den Amabere Caves und Waterfall gebracht. Diese Höhlen sind nach den Brüsten einer Göttin benannt, die abgeschnitten als Stalaktiten von der Decke hängen und teilweise bis heute noch verehrt werden. Anschließend sind wir zu einem der vielen Kraterseen um Fort Portal und zum Rwenzori Gebirge, das die Grenze zum Kongo bildet, gefahren. Am Tag darauf sind wir zu einem Pygmäenvolk, das vor einigen Jahren durch ein Jagdverbot aus dem Wald vertrieben wurde, gegangen. Ich habe mich in Uganda selten so unwohl gefühlt wie dort. Alle wollten uns ihre Kunst verkaufen, haben sich gegenseitig geschlagen – selbst den König- und auch der traditionelle Tanz war nicht wie ich ihn erwartet hätte. Die Pygmäen kommen wohl nach jahrzehntelangem Leben im Wald nicht in dem Dorf zurecht, in dem sie angesiedelt wurden und greifen zu Alkohol, Opium und Marihuana. Ich war wirklich erleichtert von dem Ort weg zu kommen! Anschließend sind wir die Familie einer Studentin besuchen gegangen, deren Vater eine Kakaoplantage besitzt. Unglaublich bemüht wollte er uns noch alle anderen Stadien der Kakaoverarbeitung zeigen und hat uns an einem Sonntag zu einer eigentlich geschlossenen Kakaofabrik gebracht. Tags darauf sind Nicole, Stephan und ich noch zu einem ganzen Feld an Kraterseen gefahren, wo wir – dummerweise mittags in der Trockenzeit – eine 3/1/2stündige Wanderung mit einem Führer gemacht haben, der einen Hang zum Rennen hatte. Total durstig und sonnenverbrannt haben wir uns aber eine richtige italienische Pizza gegönnt.

Das war es mehr oder weniger, was ich in den letzten Wochen und Monate in Uganda erleben durfte. Ich hoffe, es geht euch allen gut! Liebe Grüße aus Mityana – eure Namembe Anna

Beim Viva con Agua Konzert

Beim Viva con Agua Konzert

Daddy's Shoes

Beim Colour Game: Daddy's Shoes

Reifenrennen- auch in den Straßen sieht man hier viele Kinder die auf diese Weise mit ihren Reifen durch die Gegend rennen

Reifenrennen - auch in den Straßen sieht man hier viele Kinder die auf diese Weise mit ihren Reifen durch die Gegend laufen

D Die Kinder sind einfach zu gut!

Wer behält den Reifen am längsten Reifen? Nachdem aber nach etlichen Minuten immer noch den wenigsten der Reifen heruntergefallen ist, musste die Disziplin frühzeitig abgebrochen werden 😀 Die Kinder sind einfach zu gut!

Teacher Ssegawa und ich in Kanzu und Gomesi

Teacher Ssegawa und ich in Kanzu und Gomesi

An den Amabere Falls und Caves

An den Amabere Falls und Caves

Bei den Rwenzori Mountains

Bei den Rwenzori Mountains

Zu Besuch bei den Pygmäen. Das Lächeln trügt - wir haben uns alles andere als wohl gefühlt!

Zu Besuch bei den Pygmäen. Das Lächeln trügt - wir haben uns alles andere als wohl gefühlt!

Wasserbehälter, Musikinstrumente, Waffen und Pfeifen der Pygmäen

Wasserbehälter, Musikinstrumente, Waffen und Pfeifen der Pygmäen

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Mit Father Oscar auf der Kakaoplantage 🙂

Einer der vielen Crater Lakes um Fort Portal - einfach wunderschön!

Einer der vielen Crater Lakes um Fort Portal - einfach wunderschön!

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Wanderung in der prallen Sonne zu fünf der vielen Crater Lakes. Danach wussten wir auch was wir an dem Tag geleistet hatten 😀

 

Ferienprogramm, staff party, Urlaub und co.

Donnerstag, 05. Februar 2015 von Anna

Hallo alle zusammen! Mulem otya? Wie geht es euch?

Nach einer gefühlten Ewigkeit kann ich nun endlich einen neuen Blogeintrag verfassen. Es ist lange her, dass ich mich gemeldet habe und in dieser Zeit ist auch so einiges passiert. Im November bin ich mit den beiden anderen Freiwilligen in ein eigenes Haus neben der COSNA school eingezogen, das wirklich toll ist, aber den einen Nachteil hat, dass die Internetverbindung quasi nicht vorhanden ist.

Ende November haben wir für die Internatskinder, die nach den Prüfungen noch in der Schule waren, ein Ferienprogramm entworfen, in dem wir – wenn die Kinder nicht gerade putzen mussten – getanzt, deutsche Lieder gesungen, Sport gemacht, Filme geschaut und gebastelt haben.

Als Abschluss des Schuljahres gab es für alle Lehrer und Angestellten eine Weihnachtsfeier, die komplett anders war als man es aus Deutschland gewohnt ist. Nach vielen vielen Willkommensworten wurde gefrühstückt. Anschließend haben wir alle gewichtelt – aber nicht so wie wir uns das vorstellen. Es lief  laut Musik, während der erste mit seinem Geschenk aufstand und zwischen den Tischen und Stühlen tanzte, bis er seinem secret friend das Päckchen überreicht. Dann tanzen die beiden ein wenig zusammen, machen Fotos und der secret friend macht sich auf den weg zu seinem secret friend. Dabei veräppelt er noch ein paar andere, indem er ihnen das Geschenk hinhält, sie zum Tanzen aufstehen und dann einfach stehen lässt. Bis alle Geschenke verteilte waren, sind gut zwei Stunden vergangen 😀 Anschließend gingen alle zum Buffet, auf dem sich alles an local food befand, was das Herz begehrt! Nachdem alle gegessen hatten, kugelten wir uns für die Fotos nach draußen und dann ist das Programm auch schon vorbei gewesen und die restlichen Stunden wurde einfach durchgetanzt. Dafür stellte man einfach alle Stühle und Tische beiseite und jeder tanzte mit jedem 🙂

Die Schulferien haben wir in HOSFA (hopesharingfamily) verbracht. Wochenweise haben wir in die verschiedenen Bereiche des Krankenhaus geschaut (Zahnarzt, Rezeption, Medikamentenlager, HIV/AIDSbereich, Sozialservice).

Während unserer Zeit in HOSFA sind Nicole und ich über die Feiertage und Neujahr mit vier anderen Freiwilligen verreist. Dabei sind wir in den Süden und Westen Ugandas gefahren. (Nicole Rüthers und Tobias Nordmann haben auf dem Sternsingerblog auch von unserem Urlaub berichtet. Wer also mehr erfahren oder noch andere Bilder sehen möchte, kann ja bei ihnen vorbei schauen 😉 )

Vor einigen Wochen sind wir auch zum Zwischenseminar gefahren, wo wir uns mit anderen Freiwilligen des Kindermissionswerks/missio und der Welthungerhilfe austauschen konnten. Die Tage waren sehr hilfreich. Erholt und gestärkt sind wir jetzt am Montag mit vielen neuen -aber auch schon bekannten – Kindern ins neue Schuljahr gestartet 🙂

Von meiner Arbeit in der Schule berichte ich dann beim nächsten mal. Jetzt habe ich noch ein paar Bilder für euch 🙂 Macht`s gut und bis bald – eure Namembe Anna 😉

Crazy chicken kommt auch in Uganda gut an ;)

Crazy chicken kommt auch in Uganda gut an 😉

Klopapierweihnachtsengel

Klopapierweihnachtsengel

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Cha cha slide, Macarena, Ententanz und co.:)

) um diese in großen Massen zu fangen, werden nachts Flutlichter und Wellbelche zum Anlocken und Fangen der Grasshoppers aufgestellt

Im Dezember war Heuschreckensaison 🙂 um diese in großen Massen zu fangen, werden nachts Flutlichter und Wellbelche zum Anlocken und Fangen der Grasshoppers aufgestellt

Wenn die grasshoppers dann lebendig gerupft wurden, werden sie frittiert. So grausam das auch ist, sie schmecken wirklich gut!

Wenn die grasshoppers dann lebendig gerupft wurden, werden sie frittiert. So grausam das auch ist, sie schmecken wirklich gut!

Der genau Zeitplan für die staff party - da wir aber schon drei Stunden zu spät angefangen haben, hat sich der Zeitplan ein wenig verschoben ;) (komischerweise lassen sich meine anderen Bilder der Party nicht hochladen - bis zum nächsten Eintrag bekomme ich das aber in den Griff ;) )

Der genau Zeitplan für die staff party - da wir aber schon drei Stunden zu spät angefangen haben, hat sich der Zeitplan ein wenig verschoben 😉 (komischerweise lassen sich meine anderen Bilder der Party nicht hochladen - bis zum nächsten Eintrag bekomme ich das aber in den Griff 😉 )

Hier macht sich eine Gruppe auf den Weg zu einer Vorführung

Hier macht sich eine Tanzgruppe auf den Weg zu einer Vorführung auf einer Hochzeit

Unser Haus <3

Unser Haus <3

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Pizza für meine Geburtstagsparty - nur leider mit Maismehl. Daher wollte die recht krosse Pizza einfach nicht vom Blech 😀

So sieht eine ugandische Party aus - tanzentanzentanzen ;D

So sieht eine ugandische Party aus - tanzentanzentanzen ;D

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Ich, beim Versuch den local dance zu tanzen 😀

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Bei unserem ersten Urlaubsstopp am Lake Bunyonyi haben wir auf einer Insel Zebras gesehen 🙂

Wunderschöner Ausblick auf den See und seine Inseln

Wunderschöner Ausblick auf den See und seine Inseln

Die Soda und den Ausblick haben wir uns nach einem anstrengenden Marsch auf den Berg verdient ;)

Die Soda und den Ausblick haben wir uns nach einem anstrengenden Marsch auf den Berg verdient 😉

Im Bwindi-Regenwald haben wir einen nature walk gemacht - warum uns unser guide Stöcke gegeben hat, haben wir schnell herausgefunden ;)

Im Bwindi-Regenwald haben wir einen nature walk gemacht - warum uns unser guide Stöcke gegeben hat, haben wir schnell herausgefunden 😉

Am Lake Nabugabo haben wir das beste local food überhaupt gegessen- Matooke, Posho, Fish, Geanuts, Irish Potatoes, Sweet Potatoes, Rice, Yams, Garbage, .... *__*

Am Lake Nabugabo haben wir das beste local food überhaupt gegessen- Matooke, Posho, Fish, Geanuts, Irish Potatoes, Sweet Potatoes, Rice, Yams, Garbage, .... *__*

Was Spielzeuge angeht, ist Uganda sehr kreativ ;)

Was Spielzeuge angeht, ist Uganda sehr kreativ 😉

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Unsere Truppe vom Zwischenseminar 🙂

 

Nationalpark, See Wamala, Forest Park Resort und mehr… ;-)

Freitag, 07. November 2014 von Anna

Hallo alle zusammen!

Endlich finde ich Zeit, um Bilder von unseren bisherigen Ausflügen zu bloggen.

Das Highlight war natürlich der Schulausflug in den Queen Elisabeth Nationalpark mit seinem riesigen, mit dem Kongo geteilten, Lake Edward. In dem Nationalpark haben wir eine Nacht verbracht und abends hatten wir direkt neben unserem Häuschen einen Elefanten stehen. Das mulmige Gefühl, das ich wegen des Gewitters und des Elefanten hatte, wurde durch die nächtlichen Geräusche der wild pigs und der Nilpferde, die um die Schlafhäuschen Fressen gesucht haben, noch verstärkt.

Aber auch die anderen Ausflugsziele waren unglaublich: der Lehrerausflug ging nach Kampala zur International Trade Fair. Ich habe noch nie so viele Menschen in der prallen Sonne gesehen. Hunderte von Menschen hatten eine Schlange gebildet, um eine Eintrittskarte zu kaufen. Wenn die Karte aber erst einmal gekauft war, war es mit Anstellen vorbei: trichterförmig haben sich die Menschen auf den einen Eingang zugeschoben, durch den die Polizisten immer nur eine Person gelassen haben, um sie zu kontrollieren. Ich dachte wirklich, dass ich in der Menge sterben muss. Ich konnte mich keinen Millimeter bewegen und mich nicht einmal wehren, als ein Baby neben mir angefangen hat, mit meinen Ohrringen zu spielen und nach meiner Nase zu greifen, da meine Hände fest an den meinen Bauch gepresst waren.

Was allerdings alle Ausflüge gemeinsam haben, ist, dass wir frühestens am Tag zuvor Bescheid bekommen haben, dass am folgenden Tag ein Ausflug ansteht und ob wir denn gerne mitgehen würden. Tja, da heißt es dann spontan sein und am nächsten Tag oder auch schon in der folgenden Nacht bereitstehen, um dann mit ein paar Stunden Verspätung abgeholt zu werden 😉

Viel Spaß beim Bilderschauen und ganz liebe Grüße aus Mityana,

Eure Namembe Anna 🙂

Auf dem Weg zum Lake Wamala sind wir auf Trampelpfaden durch die kleinsten Dörfer gefahren.

Auf dem Weg zum Lake Wamala sind wir auf Trampelpfaden durch die kleinsten Dörfer gefahren.

Endlich am See mit Josephine von COSNA angekommen. Der Blick ist wunderschön, aber allein die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis und komplett anders als die Stadt.

Endlich am See mit Josephine von COSNA angekommen. Der Blick ist wunderschön, aber allein die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis, da das Leben so komplett anders ist als in der Stadt.

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Resty hat mich zu Ritah, der Friseurin ihres Vertrauens, gebracht 🙂

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Das einzige Bild, das ich auf dem International Trade Fair aufgenommen habe, da ich mich in diesen Massen nicht getraut habe zu fotografieren. Es gab dort wirklich die tollsten Stände mit den wunderschönsten handgemachten Dingen und dann mittendrin der größte Kitschladen mit hässlichen Tassen, billigen Schlüsselanhängern,... ich denke, ihr wisst, wovon ich spreche: Läden wie unseren 1€-Shops. Und genau darauf sind die Ugander unglaublich abgefahren. Nicole und ich haben vor der Tür in der prallen Sonne neben Santa Claus gewartet 😀

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Zu Besuch bei Restys Familie: es war total schön und herzlich, obwohl nicht alle Englisch sprechen können. Zum Schluss wollte die Mutter Nicole und mir sogar noch ihr einziges Huhn schenken! 😀

Restys Brüder sind in einer Streetdancegroup, die sich in einer verlassenen Kirche trifft. Dorthin haben uns die Jungs mitgenommen, da das halbe Zimmer, in dem die Familie wohnt zu klein ist, um uns etwas vor zu tanzen.

Restys Brüder sind in einer Streetdance-Gruppe, die sich in einer verlassenen Kirche trifft. Dorthin haben uns die Jungs mitgenommen, da das halbe Zimmer, in dem die Familie wohnt, zu klein ist, um uns etwas vor zu tanzen.

Auf dem Schulausflug mit der Primary 4 bis Primary 6 Class, haben wir auf der Fahrt zum Nationalpark  den Äquator überquert.

Auf dem Schulausflug der Primary 4 bis Primary 6 Class, haben wir auf der Fahrt zum Nationalpark den Äquator überquert.

Im Nationalpark angekommen, sind wir gleich auf ein Boot, das am Ufer des Lake Edward entlang gefahren ist.

Im Nationalpark angekommen, sind wir gleich auf ein Boot, das am Ufer des Lake Edward entlang gefahren ist.

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Dabei konnten wir die verschiedensten Tiere beim Trinken und Abkühlen sehen 🙂

Nach dem Mittagessen sind wir zu einem See gefahren, aus dem Salz gewonnen wird.

Nach dem Mittagessen sind wir zu einem See gefahren, aus dem Salz gewonnen wird.

Zum Abschluss des Tages sind wir noch zu einem Flamingosee gefahren, bis wir dort vor einem Gewitter fliehen mussten.

Zum Abschluss des Tages sind wir noch zu einem Flamingosee gefahren, bis wir dort vor einem Gewitter fliehen mussten.

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Der Ausflug war wirklich schön, aber die Essenszeiten waren für Nicole und mich eine Qual: Da wir ja ihre Freunde sind, haben uns die Lehrer unmenschliche Portionen gegeben und dann darauf bestanden, dass wir alles aufessen - da man ja unter Freunden ist :-O

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Auf der Rückfahrt sind wir irgendwann einer Gruppe Affen begegnet, die auf unserem Bus geturnt hat und durch das Fenster Bananen und andere Früchte entgegengenommen hat 😀 Das war ein riesen Spaß!

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Einen Nachmittag lang haben Nicole, Barbara (eine weitere Freiwillig, die vor 3 Wochen zu uns gestoßen ist) und ich Cookies gebacken. Die waren eigentlich für die Abschlussfeier der Primary 7 Class bestimmt gewesen, doch die Feier musste kurzfristig wegen unbezahlter Schulgebühren abgesagt werden 🙁

Für das Streichen im neuen Haus haben Barbara und ich wegen mangelnder Arbeitskleidung improvisiert und unsere Sporthosen mit Einkaufstüten geschützt ;-D

Für das Streichen im neuen Haus haben Barbara und ich wegen mangelnder Arbeitskleidung improvisiert und unsere Sporthosen mit Einkaufstüten geschützt ;-D

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Auch die Ausrüstung des Malers war wohl ein wenig improvisiert, denn die Küchen- und Badwände habe ich mit einem Pinsel geputzt und die Bettgestelle mit einem alten Arbeitshandschuh 😀

) So fahren wir täglich zur Arbeit ;-)

(Da ich nun schon öfters gefragt wurde:) So fahren wir täglich auf Bodabodas zur Arbeit 😉

Porridge (Maismehlgetränk mit Zucker) ist uns eindeutig zu süß, aber Pocho (Maismehlbrei) mit Bohnen sind echt lecker!

Wir probieren das Schulessen: Porridge (Maismehlgetränk mit Zucker) ist uns eindeutig zu süß, aber Pocho (Maismehlbrei) mit Bohnen ist echt lecker!

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Gerade ist Ameisen- und Grashüpfersaison. Die fliegenden Ameisen schmecken ziemlich neutral und daher echt nicht schlecht 😀

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Letzten Samstag waren wir mit Michael, einem Engländer, und einigen Kindern und deren Mütter im Forest Park Resort, wo ein kleiner See angelegt wurde und Nicole, Michael und die Kinder mit einer Mutter schwimmen gegangen sind 🙂

 

Arbeit in der COSNA-Schule

Montag, 20. Oktober 2014 von Anna

Hallo alle zusammen! 🙂

Endlich finde ich mal wieder eine ruhige Minute, um euch ein wenig über meine Zeit in Uganda zu berichten. Seit dem letzten Eintrag ist sehr viel passiert und langsam kehrt sogar Alltag ein. Ich denke, dass ich euch erstmal was von unseren Tagen in der COSNA-Schule erzähle und beim nächsten mal dann von Ausflügen, wie dem in den Queen Elizabeth National Park.

Um neun Uhr kommt jeden Morgen ein Bodaboda (Motorradtaxi) für Nicole & mich und bringt uns zur COSNA Schule, wo wir am Tor der Daycare schon von “Muzungu“ schreienden Kindern begrüßt werden. In dem Daycare werden richtig goldige Kinder, die bis zu drei Jahre alt sind, betreut. Die Kleinen können dann auch noch kein Englisch und verständigen sich nur in ihrer lokalen Sprache Luganda – vorrausgesetzt sie können schon sprechen ;-). Die meisten davon sind Lehrerkinder bzw. Kinder von anderen Angestellten der COSNA-Schule.

Wenn wir dann morgens um kurz nach neun in die Daycare kommen, sind die Kinder noch am Frühstücken oder bekommen von Lehrerin Sarah ein Fläschchen. Nach dem Frühstück beginnt für Nicole und mich die Unterhaltungsstunde, d.h. Fangen spielen, Kinder hochwerfen und auf dem Rücken tragen, sich verstecken und die Kinder erschrecken, Klatschspiele und Tanzen und Hüpfen…. Ich glaube, man kann sich vorstellen, was wir mit den Kids spielen – eben alles, was man ohne Sprache und Spielgeräte so machen kann 😉

Das ist nämlich ein weiteres Problem neben Sprache: die Kinder haben nur gestiftete alte Kuscheltiere und Spiele zur Verfügung, die sie in dem Alter noch gar nicht verstehen können. Auch die ganz Kleinen, die noch auf dem Boden krabbeln, haben ganz schnell Langeweile und fangen an zu weinen. Und da kommen wir schon zu einem weiteren Problem, das hier in Deutschland nie im Leben in einer Tagesbetreuung auftreten würde: nur die wenigsten der Kinder tragen Windeln.

Einige Kinder gehen zwar um die Hausecke und pinkeln dort auf den Boden, die meisten verrichten ihr Geschäft allerdings im Stehen (bei den Krabbelkindern dann eben im Sitzen) und das mit oben gelassener Hose oder Rock. Das ist der Grund, weshalb sowohl Lehrerin Sarah, als auch die andere Kindergärtnerin, die Kinder wenn sie weinen nicht hoch nehmen und sitzen lassen. Das ist in dem Fall auch wirklich besser, wie ich leider aus eigener Erfahrung sagen kann…

Um mehr Möglichkeiten zu haben, mit den Kindern etwas spielen zu können, habe ich einmal einen Wasserball mitgebracht, der allerdings nach einigen Tagen schon ein Loch hatte. Das ist aber auch kein Wunder, da der Garten nur teilweise grün und an vielen Stellen sehr steinig ist. Und wenn sich dann die Kinder noch um den Ball streiten, ist klar, dass der nicht die längste Lebensdauer haben wird…

Der erste Wasserball wurde dann kurzerhand von den Kindern zum Hut umfunktioniert und ich hab irgendwann wieder einen Wasserball dabei gehabt.

An einem anderen Tag hat Nicole Seifenblasen mitgebracht, die auch total gut bei den Kindern ankamen, und so hatten wir den Kindern wenigstens für einige Zeit etwas zu bieten.

Jeden Tag gegen zwölf werden die Kinder draußen in einem Bottich gebadet und dann in Unterwäsche zum Schlafen gelegt. Dann sind nur noch einige ganz wenige wach und Nicole und ich haben auch nichts mehr zu tun und quasi Mittagspause.

Bis vorletzte Woche waren wir immer den ganzen Tag in der Daycare und haben mitbekommen, wie die Kinder nach und nach wieder wach wurden und dann gemeinsam zu Mittag gegessen haben. Dabei sitzen alle größeren Kinder in ihrer Unterwäsche auf dem Boden und essen gemeinsam aus einem Teller von Hand Reis oder Pocho (Maisbrei) mit Bohnen. Die kleineren Kinder bekommen in dieser Zeit ihre Milch.

Nach dem Mittagessen können Nicole und ich dann auch wieder beim Kleidung (meist Schuluniform) und Schuhe anziehen helfen. Danach steht noch ca. eine Stunde Spielen an und dann ist auch schon 16 Uhr und die Kinder werden von ihren Geschwistern oder Eltern abgeholt oder werden mit dem Schulshuttlebus nach Hause gebracht.

Seit letzter Woche sind wir nachmittags allerdings immer in der Primary School und geben der P5 und P6 (9-11 Jahre) Computerunterricht. Die Schule hat extra fünf Computer angeschafft (einer funktioniert allerdings nicht), damit Nicole und ich den Kindern Computerbasics näherbringen können. Wir haben die Klassen (bis zu 60 Schüler) in zwei Gruppen aufgeteilt, d.h. immer eine Gruppe ist im Computerraum und die andere Gruppe hat Theorie- und Deutschunterricht.

Zu Beginn konnte ich es wirklich nicht glauben, dass die Kinder zuvor noch NIE einen Computer berührt hatten und so mussten wir mit Bezeichnung der einzelnen Computerteile beginnen. Gleich danach kam dann der Schritt Hoch- und Runterfahren eines Computers. Zu Beginn hatte ich ja wirklich Bedenken, da ich kein Computerchecker bin, aber das bekomme sogar ich noch hin 😀

Lustig war auch, dass der Head Teacher zu mir meinte, dass er sich mit in meine Theoriestunde setzen möchte, weil er selbst keine Ahnung von Computern hat und die Basics auch lernen möchte. Da ich geglaubt habe, dass er mal wieder einen Witz macht, habe ich laut gelacht und gemeint, dass er gern Schüler spielen kann. Nachher habe ich herausgefunden, dass er tatsächlich keine Ahnung hat – wie nun mal die meisten Menschen hier.

Es ist unglaublich, wie sich die Kinder freuen, wenn sie einen Dokumentenordner mit ihrem eigenen Namen anlegen dürfen, die Beispielbilder anschauen können oder auch nur die Größe des Fensters zu verändern lernen.

Für mich war es echt überraschend und natürlich auch ein bisschen lustig, zu sehen, wie die Jungs und Mädels sich einfach total anstrengen müssen, um ein Symbol mit dem Cursor zu finden und dann auf dem Symbol zu bleiben und dann zu klicken. Und die schlimmste Herausforderung ist und bleibt der Doppelklick 😀

Aber es wird und wird! 🙂

Noch kurz zu den Heimfahrten: Wir nehmen meist einen der drei eigenen Shuttle-Schulbusse nach Hause. Die sind bis zu drei Stunden unterwegs, um alle Kinder auch in den entlegensten Dörfern und Höfen Heim zu bringen. D.h. manche Kinder werden morgens um halb sechs Uhr, wenn es noch dunkel ist, abgeholt und kommen abends in der Dämmerung nach Hause.

Auch noch besonders ist die Schülerzahl in einem Bus: ca. 50 Kinder sind auf die Sitze und in den Fußraum gequetscht, während es durch die größten Schlaglöcher geht 😀

So, jetzt wisst ihr, was ich unter der Woche in der Daycare und in der Primary School mache. Und wie gesagt: beim nächste Mal gibt es dann Nationalparkbilder, Berichte vom Lehrerausflug,…

Bis dahin – macht`s gut und liebe Grüße aus Mityana,

Eure Anna

Nicole&ich mit den größeren Kindern im Garten

Nicole & ich mit den größeren Kindern im Garten

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An den Wänden bekommen die Kinder ihre ersten englischen Worte unterrichtet. Allerdings wird an fast alle Wörter ein i gehängt, d.h. aus basket wird schnell basketi - warum auch immer 😀

Sowas geht auch ohne Sprache ;-)

Sowas geht auch ohne Sprache 😉

So nebeneinander gelegt schlafen die Kinder in 3 Betten

So nebeneinander gelegt schlafen die Kinder in drei Betten

Teacher Sarah mit Nicoles Seifenblasen

Lehrerin Sarah mit Nicoles Seifenblasen

Töpfchen gibt es zwar, aber ich habe noch nie gesehen, dass die auch benutzt werden

Töpfchen gibt es zwar, aber ich habe noch nie gesehen, dass die auch benutzt werden

Die Kinder mit Seifenblasen&Wasserball

Die Kinder mit Seifenblasen&Wasserball

Der kaputte Wasserball wird zum Hut umfunktioniert

Der kaputte Wasserball wird zum Hut umfunktioniert

Wir bringen Sarah Memory bei. Da die meisten Spiele eine deutsche Spielanleitung haben, wissen selbst die Lehrer nichts mit den Materialien anzufangen.

Wir bringen Sarah Memory und Menschärgeredichnicht bei. Da die meisten Spiele eine deutsche Spielanleitung haben, wissen auch die Lehrer nichts mit den Spielen anzufangen.

 

Endlich Bilder ;-)

Samstag, 04. Oktober 2014 von Anna

Hallo ihr Lieben 😉

Heute ist das Internet mal wieder „gut drauf“ und ich kann euch endlich ein paar Bilder aus der ersten Woche zeigen.

Außerdem muss ich mich noch verbessern: Im letzten Eintrag habe ich geschrieben, dass wir die erste Nacht als Zwischenstop in Mityana verbrachten haben- das ist aber falsch 😀

Wir haben in Kampala, der Hauptstadt, übernachtet und das restliche Jahr werde ich in Mityana verbringen.

So und jetzt zu den Bildern- Viel Spaß und bis bald,

Eure Anna

Ab Brüssel saßen Nicole, Tobias, Niklas und ich im selben Flieger

Ab Brüssel saßen Nicole, Tobias, Niklas und ich im selben Flieger

Blick aus dem Hotelfenster in Kampala- mein erster Eindruck von Uganda bei Tageslicht

Blick aus dem Hotelfenster in Kampala- mein erster Eindruck von Uganda bei Tageslicht

Überall an den Straßen sind Geschäfte und Marktstände

Überall an den Straßen sind Geschäfte und Marktstände

Auf dem Weg zu Familienbesuchen mit Stephen von HOSFA

Auf dem Weg zu Familienbesuchen mit Stephen von HOSFA

Die erste Familie, die HOSFA mit Medikamenten und medizinischer Behandlung unterstützt - in diesem Raum leben 13 Personen!

Die erste Familie, die HOSFA mit Medikamenten und medizinischer Behandlung unterstützt - in diesem Raum leben 13 Personen!

Ein Kind der zweiten Familie, die HOSFA unterstützt

Ein Kind der zweiten Familie, die HOSFA unterstützt

Das Fenster ganz rechts gehört zu dem Zimmer mit Bad, in dem Nicole und ich zur Zeit wohnen

Das Fenster ganz rechts gehört zu dem Zimmer mit Bad, in dem Nicole und ich zur Zeit wohnen

Nicole und ich mit Resty - dank ihr wissen wir jetzt wie wir unsere Wäsche von Hand waschen

Nicole und ich mit Resty - dank ihr wissen wir jetzt, wie man seine Wäsche von Hand wäscht

Hier wird unser Essen gekocht

Hier wird unser Essen gekocht

So wird hier samstags Wäsche gewaschen

So wird hier samstags Wäsche gewaschen

 

Erstes Hallo aus Mityana/Uganda

Montag, 29. September 2014 von Anna

Jetzt bin ich auch schon eine Woche in Uganda und kann gar nicht sagen, ob die Zeit schnell oder langsam vergangen ist… Gestern Nacht vor einer Woche sind Nicole,Tobias,Niklas und ich in Entebbe gelandet und haben unsere erste Nacht dann als Zwischenstopp in Mityana verbracht.

Wir sind total freundlich von den Projektpartnern aufgenommen worden! Am nächsten Tag haben wir vier mit Noa von HOSFA einige Projekte in Zigoti und Mityana angeschaut. In diesen Projekten von HOSFA und in der COSNA-Schule werden Nicole und ich unser Jahr verbringen.

Am Montag hatten wir dann noch einen Termin bei der deutschen Botschaft in Kampala und danach haben sich die Wege für uns Freiwillige getrennt: Die Jungs sind mit ihren Partnern nach Masaka gefahren und Nicole&ich sind mit Noa nach Kampala, um einige Dinge zu besorgen, u.a. natürlich ganz wichtig Handykarten und Geld;-)

Um uns nicht komplett unvorbereitet ins afrikanische Leben zu werfen, sind wir für einen Monat bei den Karmelitenschwestern im Gästehaus untergebracht worden, wo wir uns eingewöhnen sollen, lernen uns mit den hier vorhandenen Lebensmitteln verpflegen zu können und -was Resty uns gestern schon beigebracht hat- unsere Wäsche von Hand waschen zu können. Jetzt hängt unsere Kleidung gerade in der Hecke zum trocknen.

Diese Woche sind wir jeden Tag ins HOSFA-Büro in Mityana und haben dort Luganda-Unterricht bekommen. Quasi alle Menschen sprechen hier Luganda und nur die Schulkinder, Jugendlichen und wenige Erwachsene können überhaupt Englisch sprechen. Die Sprache Luganda ist zwar echt schön anzuhören, aber soo schwer zu lernen!

Außerdem sind wir diese Woche langsam an das local food herangeführt worden und mein Resultat bisher: Matooke (Brei aus Kochbananen) ist komplett unnötig! Dumm nur, dass Matooke und Bohnen das Landesgericht ist, wenn ich das richtig verstanden habe….

Neben dem Unterricht in Luganda hat uns Stephen von HOSFA zu Familienbesuche und in eine Taubstummenschule mitgenommen. Das waren für mich bisher die krassesten und bewegendsten Momente zugleich.

Stephen hat uns mal gefragt, was in Uganda und Deutschland gleich ist, was sie gemeinsam haben. Und dann ist mir aufgefallen, dass man schneller ist wenn man Gemeinsamkeiten aufzählt als Unterschiede. Also hier einige Gemeinsamkeiten, die Nicole und mir bisher aufgefallen sind: Coca-cola&Pepsi gibts überall, außerdem Shell-&Total-Tankstellen und ein paar wenige Autos und Straßenschilder sind uns bekannt und das wars dann eigentlich auch schon:-D

Woran ich mich echt noch gewöhnen muss, ist das Gestarre der Leute, die vielen Kinder, die dir zuwinken und Mozungu (alle Nicht-Einheimischen werden hier so genannt) hinterher rufen und natürlich die Verkehrs- und Straßensituation. Die Lehmstraßen sind löchrig, es wimmelt von Bodabodas (Motorradtaxis), Menschen,Autos und Lastwagen… Da das Bodabodafahren laut Botschaft sehr risikoreich ist, bin ich bisher erst einmal im Notfall auf so ein Motorrad gestiegen. Auf dem Bodaboda saßen dann außer mir nochResty und natürlich der Fahrer (hab auch schon Bodabodas mit 4 Personen gesehen)-und ich muss sagen, es hat Spaß gemacht:-D

So jetzt reichts auch mal…tut mir leid für die Länge-beim nächsten mal halt ich mich kürzer!;-)

Aber da Nicole und ich heute morgen ein paar Minuten zu spät waren und daher nicht mit zur Sonntagsmesse fahren konnten, hatte ich Zeit mal ausführlich über unsere erste Woche zu berichten.

Jetzt wollte ich eigentlich zum Schluss noch ein paar Fotos anfügen, damit ihr euch annähernd vorstellen könnt, wo Nicole und ich uns gerade befinden und was wir tagtäglich sehen, aber das Internet lässt das Hochladen leider seit Stunden nicht zu… Die Bilder reich ich dann aber an einem besseren Tag nach!

Ganz liebe Grüße aus Mityana!

Eure Anna

 

Heute Nacht gehts dann auch bei mir los ;)

Freitag, 19. September 2014 von Anna

Hallo alle zusammen!

Nach 4 Stunden Kofferpacken-Wiegen-Umpacken-Wiegen-Umpacken-Wiegen-… und hektischem Reisepass-Suchen bin ich endlich soweit, dass ich heute Nacht beruhigt mit meiner Familie nach Frankfurt fahren kann! Von dort aus gehts dann nach Brüssel, wo ich Nicole, Tobias und Niklas treffen werde, mit denen ich gemeinsam nach Uganda fliegen werde. Eigentlich wäre ich schon seit über einem Monat in Benin, aber da in Westafrika die Ebola-Epidemie nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, setzte sich das Kindermissionswerk mit uns vieren in Verbindung und hat uns eine Alternative in Uganda angeboten.

-)

Meine Mini(on)s haben mich mit einem afrikanischen Lied überrascht 🙂

Da sich meine Ausreise jetzt um einiges verzögert hat, ist mein Abschiedsgottesdienst und mein kleines Abschiedsfestle nun auch schon eine Zeit lang her! Und auch wenn ich mich mit den meisten seitdem nochmals getroffen und verabschiedet habe, fand ich den Tag sehr schön und einen guten Abschluss;)

Tränen und Taschentücher - zu dieser Zeit wusste ja noch niemand, dass ich noch einen Monat in Deutschland bleiben werde ;-)

Tränen und Taschentücher - zu dieser Zeit wusste ja noch niemand, dass ich noch einen Monat in Deutschland bleiben werde 😉

Vielen Dank an alle, die mit mir gefeiert haben und auch an alle, die mich in der Vorbereitung auf meinen Freiwilligendienst unterstützt haben!

Ich bin total gespannt auf die Zeit, die Nicole und ich in Mityana im COSNA- und HOSFA-Projekt verbringen dürfen. (Dazu beim nächsten Mal mehr 😉 )

Jetzt muss ich erst mal die letzten Stunden mit meiner Familie genießen und versuchen trotz Aufregung noch ein bisschen zu schlafen.

Zum aufgeregt sein habe ich laut Pater Godfrey, den ich vor einigen Wochen in Deutschland kennen lernen durfte, überhaupt keinen Grund: Don’t be nervous at all, nothing to worry about.“

Na dann ist ja alles gut 😀

Nur eins von den total lieben Geschenken für meine Reise - so kann ich niemanden vergessen <3

Nur eins von den total lieben Geschenken für meine Reise - so kann ich niemanden vergessen <3

Bis bald – dann aus Uganda – Eure Anna 🙂