Ein Wochenende in Lima

Donnerstag, 29. Mai 2014 von Anne

Auf geht‘ s nach Lima!

Am Mittwochabend bin ich mit drei Kindern und einer Mitarbeiterin nach Lima gefahren. Der Bus an sich war eigentlich ganz gemütlich, aber richtig schlafen konnte ich dennoch nicht. Ständig hat der Bus laute Geräusche von sich gegeben und der Busfahrer ist so schnell um die Kurven gefahren, dass ich in meinem Sitz von einer Seite zur anderen Seite geflogen bin. Als wir dann wohlbehalten am Donnerstagmorgen um fünf hr in der Frühe in Lima angekommen sind, haben wir uns im Hostel noch einmal ins Bett gelegt und den Schlaf ein wenig nachgeholt. Direkt danach sind wir dann ins Kinderkrankenhaus gegangen, um den dreien Blut für die Untersuchungen abzunehmen und die Medikamente abzuholen. Im Krankenhaus ist es ein ständiges Hin- und Hergerenne zwischen Arzt, Arzthelferinnen, Apotheke, Versicherung, … das hat zu meinem Glück die Mitarbeiterin unternommen, sodass ich nur die Aufgabe hatte auf die drei kleinen Kinder aufzupassen. Den gesamten Nachmittag haben wir dann mit Schlafen, Ausruhen und noch ein wenig Abendbrot essen verbracht.

Am nächsten Tag sind wir wieder früh losgegangen, um nach Chaclaclayo zu fahren. Dort steht das Haus von San Camillo, in dem wir schon im Februar übernachtet hatten und das an diesem Wochenende eingeweiht weden sollte. Zu diesem Anlass haben die Jugendlichen der Casa de Acogida einen „carnaval jaujino“ (Karneval aus Jauja, der Hauptstadt der Region Junin) vorbereitet. Die Jugendlichen haben sich gemeinsam mit Padre Alfredo und einer weiteren Mitarbeiterin am Freitagnachmittag mit dem Kleinbus von San Camilo Huancayo auf den Weg gemacht. Dieser Bus ist schon 14 Jahre alt und bei unserer letzten Fahrt haben wir 13 1/2 Stunden für die Strecke von sieben Stunden gebraucht. So war es auch dieses Mal nicht so einfach:
Bis elf Uhr in der Nacht war alles noch in Ordnung. Wir wussten, dass sie in der nächsten Zeit ankommen würden. Um die Ankunftszeit genauer zu wissen, ruft Nelly noch einmal bei Padre Alfredo auf dem Handy an und bekommt zu hören: Die anderen sind gerade ausgestiegen und laufen, das Auto ist kaputt. Wir haben uns nur gedacht: Ahhhh! Laufen!!! Es ist stockdunkel, das ist eine Hauptstraße, die können doch nicht laufen. Wir also einen Fahrer von San Camilo angerufen und ihn dazu gebracht, die Jugendlichen abzuholen. Padre Alfredo und Nelly sind die gesamte Nacht den Berg von San Mateo bis nach Chaclaclayo hinuntergerollt und waren am Morgen um 6 Uhr angekommen.

Von der Einweihung der Casa habe ich nicht viel mitbekommen, weil ich Tische gedeckt habe und den jungen Frauen beim Anziehen der Kleider geholfen haben.Nach dem Tanz hatte ich auch noch die Gelegenheit eines der Kleider anzuziehen und wir konnten noch einige Fotos mit der „Miss Peru“ machen.(Die Fotos hierzu folgen. Das Internet ist gerade sehr langsam…)

Am Sonntag ging es dann für alle mit dem Reisebus zurück, weil der Kleinbus noch immer zur Reparatur ist.

PS: Vielleicht fragt ihr euch, warum ich keine Fotos der Kinder hochlade. Das liegt daran, dass die Identitäten der Kinder gewahrt und vor Mobbing und Diskriminierung geschützt werden sollen, daher ist es mir verboten Fotos der Kinder ins Internet zu stellen.

 

Update

Samstag, 26. April 2014 von Anne

Semana Santa – Osterwoche

Begonnen hat die „Semana Santa“ hier am Palmsonntag („Domingo de Ramos“). Wir sind abends in die Kirche gegeangen und haben die Passionsgeschichte gehört und die Palmzweige weihen lassen. Hier sind das nicht Buchsbaumzweige, sondern richtige Palmblätter, die zusammengeflochten werden.

Palmenzweige zum Palmsonntag

Palmenzweige zum Palmsonntag

Am Dienstag habe ich in der Kathedrale die „Missa Chrismal“ besucht. Das ist die Messe, in der die Öle für das kommende Jahr geweiht werden und die Priester und Ordensleute ihr Versprechen erneuern. Im Anschluss an diese Messe gab es eine Prozession.

Die Prozession am Dienstag in der "Missa Chrismal".

Die Prozession am Dienstag in der "Missa Chrismal"

Weiter ging es dann am „Jueves y Viernes Santo“ (Gründonnerstag und Karfreitag). Hier in Peru werden an diesen beiden Tagen kein Fleisch gegessen und es gibt besondere Traditionen. Am Donnerstag besuchen die Menschen außerdem sieben verschiedene Kirchen. So habe ich mich mit meiner Familie auf den Weg gemacht. Angefangen haben wir in der Kirche Santa Cura de Ars, die ca. fünf Gehminuten von unserem Haus entfernt ist. Weiter ging es dann in die Innenstadt. Am Ende des Abends haben wir sechs Kirchen von innen gesehen und drei waren geschlossen. Daher haben wir befunden, dass das jetzt reicht. Auf dem Weg haben wir die Schwester meiner Gastmutter und Mandy, eine Freundin von mir, getroffen. In jeder Kirche haben wir ein Gebet gesprochen und sind dann weitergezogen.

Eine der besuchten Kirchen. Diese hatte in ihrem Altarraum das letzte Abendmahl dargestellt. Es gab Weingläser, Brot, eine Schüssel für die Fußwaschung und für jeden Jünger eine rote und für Jesus eine weiße Kerze.

Eine der besuchten Kirchen. Diese hatte in ihrem Altarraum das letzte Abendmahl dargestellt. Es gab Weingläser, Brot, eine Schüssel für die Fußwaschung und für jeden Jünger eine rote und für Jesus eine weiße Kerze.

Ebenfalls am Donnerstag ist in Lima um sieben Uhr in der Früh ein Zug losgefahren, der dann nach ca. 13-14 Stunden in Huancayo empfangen wird. Viele der Mitfahrer waren Ausländer, denn diese Fahrt kostet zwischen 200 und 400 Nuevos Soles. Das sind zwischen 50 und 100 Euro. Für uns zu bezahlen, aber für die meisten Peruaner viel zu teuer.

30 Uhr

Die Ankunft des Zuges abends um 20:30 Uhr

Karfreitag – der wichtigste Tag der „Semana Santa“. So sagte es zumindest der Priester in der Messe und zur Kreuzanbetung. Die Kirche war aber ungefähr nur halb so voll wie am Palmsonntag. Wieder einmal wurde die Passionsgeschichte gelesen und danach begann die Kreuzanbetung. Am Abend waren wir dann noch im Musical „Jesus Christ Superstar“. Diese fand in einer Schule statt und obwohl es nur Playback war, war die Vorstellung super interessant und gut gemacht. Die Schüler konnten die Gesangstexte auswendig und haben diese, meiner Meinung nach, sehr gut rüber gebracht.

Am Sonntagmorgen musste ich um drei Uhr aufstehen, um die Kathedrale pünktlich zu erreichen und einen Sitzplatz zu ergattern. Die Kathedrale war dann aber doch gar nicht so voll, wie gedacht. Der Bischofsgottesdienst began mit einem kleinen Einzug, es gab keinen Weihrauch und die Messe dauerte nur eine Stunde, aber für mich war es trotzdem ein festlicher Gottesdienst zur Auferstehung. Im Anschluss gab es Feuerwerk und eine Prozession mit einer Jesus- und einer Maria-Statue. Die beiden treffen sich auf halben Weg um den Platz, begrüßen sich und dann geht Maria hinter Jesus her, weiter durch die Stadt.

Feuerwerksregen über dem Kopf der Jesus-Statue

Feuerwerksregen über dem Kopf der Jesus-Statue

Das Zusammentreffen der Mutter Maria mit ihrem auferstandenen Sohn.

Das Zusammentreffen der Mutter Maria mit ihrem auferstandenen Sohn.

Am Nachmittag haben wir dann erneut die Lagune von Nahuinpuquio besucht, damit Jonas, der Praktikant von der Betlehem Mission Immensee, diesen Ort auch kennenlernt.

Die Adventistenschule – El Mantaro

Diese Woche Donnerstag und Freitag war ich nicht wie gewohnt in der Arbeit, sondern habe gemeinsam mit Jonas die Adventistenschule besucht. Der Englischlehrer von Sara und Jimena kam auf uns zu und fragt, ob wir nicht ein bisschen über Deutschland und die Schweiz, die jeweiligen Kulturen und Schulsysteme sprechen können. Wir haben Klassen der Primaria (Grundschule) und Secundaria (weiteführende Schule) besucht und die Schüler Fragen stellen lassen und viel erzählt. Es war eine schöne Erfahrung, wie schnell die kleinen und großen Schüler Vertrauen gefasst haben und alle möglichen Fragen gestellt haben, in den Pausen auf uns zugelaufen kamen und noch mehr wissen wollten. Auf jeden Fall eine bereichendere Erfahrung für beide Seiten. Die Schüler konnten in näheren Kontakt mit zwei „gringos“ (Weißen) kommen und wir konnten ein bisschen mehr über das Schulsystem in Peru erfahren.

 

Vacaciones

Sonntag, 16. März 2014 von Anne

Unser Gepäck auf der Rückfahrt. Irgendwie wurde es von Tag zu Tag mehr.

Unser Gepäck auf der Rückfahrt. Irgendwie wurde es von Tag zu Tag mehr.

Ich möchte euch einen kleinen Eindruck von dem geben, was Lena und ich auf unserer Reise alles gesehen haben. Dieser Eintrag umfasst natürlich nicht alles, was wir erlebt haben, aber er gibt eine kleine Zusammenfassung.

Auf ging es für mich am 4. Februar mit allen Kindern und einigen Jugendlichen aus der „Casa de Acogida“ nach Lima. Dort haben wir in Chaclaclayo, das ca. eine Stunde von Lima entfernt liegt, ein paar Tage verbracht. Wir waren am Strand, haben eine Wasserrutsche mit Waschpulver gebaut und eine Wasserschlacht gemacht. Für die Kinder war es schön, einmal aus der „Casa“ herauszukommen und ein wenig auch in ihren Ferien zu entspannen.

Wasserschlacht

Wasserschlacht

Am Freitagabend bin ich dann nach San Juan de Lurigancho gefahren, um am nächsten Morgen früh mit Lena nach Pisco aufzubrechen.

Islas Ballestas und der Nationalpark von Paracas:

Die Islas Ballestas sind eine Ansammlung von Inseln, auf denen die Guanotölpel und weitere Tiere ihr Zuhause finden. Das Guano (also der Vogel-Kot der Guanotölpel) wurde und wird auch heutzutage noch als Düngemittel genutzt.

ähnlich wie die Linien von Nazca

The Candelabra: ähnlich wie die Linien von Nazca

Die Islas Ballestas haben ihren Namen dieser Steinformation zu verdanken, die aussicht wie ein Wal (ballena).

Die Islas Ballestas haben ihren Namen dieser Steinformation zu verdanken, die aussieht wie ein Wal (ballena).

Delfin

Delfin

Seeschwalben

Seeschwalben

Guanotölpel

Guanotölpel

Pinguine

Pinguine

Pelikane

Pelikane

Paracas kommt vom Quechua und bedeutet so viel wie Sandregen. Den Namen bekam die Halbinsel, weil es dort vor allem im Winter oft Sandstürme gibt. Im Wasser gab es eine Steinformation, die Kathedrale, die aber durch Einsatz von Dynamit von Fischern und dem Erdbeben von 2007 zerstört worden ist.

Nationalpark und Halbinsel Paracas

Nationalpark und Halbinsel Paracas

die zerstörte Kathedrale

die zerstörte Kathedrale

Ica – Oase Huacachina:

Immer noch in der Wüste…aber in der Oase war es gut auszuhalten. Wir wollten natürlich auch in den Dünen sandboarden. Das Geld für den Sandbuggy, der auf die Dünen herauffährt, wollten wir nicht ausgeben und deswegen haben wir uns nur die Boards geliehen und sind die Dünen zu Fuß hinauf. Das war vielleicht ein Fehler. Die Sonne hat schon gebrannt und wir waren froh, wenn wir uns hinter unseren Boards ein bisschen Schatten bauen konnten. In dieser Hitze und mit dem Sand ist es auch nicht gerade einfach die Dünen hinaufzukommen. Mir hat es aber trotzdem Spaß gemacht und am Ende hatten wir mindestens drei Kilo Sand in unseren Schuhen.

Auf geht's!

Auf geht's!

Ein bisschen Schatten um auszuruhen.

Ein bisschen Schatten um auszuruhen.

Fertig, aber glüklich.

Fertig, aber glücklich.

Puno:

Als wir dann am 12. Februar in Puno nach 20 Stunden ungemütlicher Busfahrt ankamen, konnten wir noch den Karneval von Puno, „Fiesta de la Candelaria“, ansehen. Es gab viele Umzüge durch die Straßen mit Tänzern und Bands.

Tänze zu der Fiesta de la Candelaria

Tänze zu der Fiesta de la Candelaria

Am nächsten Tag haben wir Sillustani besichtigt. Das sind Grabtürme aus der Pre-Inka- und Inka-Zeit. Dadurch, dass vulkanisches Gestein verwendet worden ist, das Mineralien enthält, sind oft Blitze in die Türme eingeschlagen, die diese zerstört haben. In den Grabtürmen haben die Inka früher ihre Toten als Mumien begraben. Die Halbinsel, auf der diese Grabtürme von Sillustani zu finden sind, könnte für wichtige Personen verwendet worden sein, weil sehr viel Gold gefunden worden ist. Heutzutage werden einige der zerstörten Türme wieder aufgebaut.

Ein Turm aus der Zeit der Inka. Die großen Steinblöcke sind einfach so aufeinander gestapelt.

Ein Turm aus der Zeit der Inka. Die großen Steinblöcke sind einfach so aufeinander gestapelt.

Wiederaufbau der alten und zerstörten Türme

Wiederaufbau der alten und zerstörten Türme

Isla del Sol:

Die Isla del Sol (Sonneninsel), sowie die Isla de la Luna (Mondinsel) liegen im Lago Titicaca. Nach einer einstündigen Bootsfahrt mussten wir die 206 Stufen der alten Inkatreppe hinaufsteigen. Auf einer Höhe von ca. 3500 Metern gar nicht so einfach. Das Gute daran war, dass sich die Aussicht echt gelohnt hat. Am Nachmittag haben wir dann noch den Sonnentempel besichtigt. Auf der Sonneninsel ist nach der Legende der erste Inka mit seiner Frau vom Sonnengott auf die Erde geschickt worden.

Die Inkatreppe mit dem ersten Inka und seiner Frau

Die Inkatreppe mit dem ersten Inka und seiner Frau

La Paz – Bolivien:

Der Hexermarkt ist ein Markt, auf dem neben Artesania auch Glücksbringer und Lamaembryonen verkauft werden. Diese werden als Opfergabe genutzt.

Lena und Lea, eine Freundin von Lena, die als Freiwillige in Cochabamba ist, haben am teuersten Fünf-Sterne-Hotel „House Running“ gemacht. Dabei läuft man an einer Wand nach unten.

Lamaembryonen

Lamaembryonen

Lena auf dem Weg nach unten

Lena auf dem Weg nach unten

Santa Cruz – Bolivien:

Am Sonntag sind wir dann von La Paz nach Santa Cruz de la Sierra geflogen. Nachdem wir in das Flugzeug eingestiegen sind und einmal vor- und wieder zurückgefahren sind, hieß es, dass es technische Probleme gibt, wir uns aber keine Sorgen machen sollten. Nach zwanzig Minuten mussten dann alle noch einmal aus dem Flugzeug aussteigen und nach einer weiteren Stunde waren die Probleme geregelt und wir durften erneut einsteigen und sind losgeflogen.

In Santa Cruz hat unser Zwischenseminar stattgefunden. So sind Lena und ich auf Wiebke, Tanja und ganz viele andere Freiwillige getroffen. Es war eine Woche mit viel gutem Wetter, viel Zeit zum Nachdenken, zum Reden und um einiges zu verstehen, was vorher noch unklar war (Mentalitäten, Arbeitsweise, …). Von Santa Cruz ging es dann wieder zurück nach La Paz und am nächsten Morgen nach Chile.

Arica – Chile:

Kulturschock!

Wir beide sind es gar nicht mehr gewohnt, dass Autos an der Straße anhalten, um Fußgänger über die Straße zu lassen, Rechts-vor-Links oder gar Stopp-Schilder beachten. So haben wir an der Straße gestanden und alles beobachtet und waren fasziniert von disziplinierten Autofahrern. Ja, so ist das, wenn man ein halbes Jahr über die Straße rennt und schauen muss, dass man nicht überfahren wird 🙂

In Arica haben wir den „Morro de Arica“ besichtigt, an dem sich im Pazifikkrieg Alfonso Ugarte mit der Flagge und seinem Pferd heruntergestürzt hat, damit die Chilenen seine peruanische Flagge nicht bekommen.

Morro de Arica

Morro de Arica

) Das ist aber in Chilenischen Pesos...

Ja, echt ein kleiner Preis 🙂 Das ist aber in Chilenischen Pesos...

Tacna:

Und wieder zurück in Peru.

In Tacna haben wir an einer Tour teilgenommen, in der wir ein bisschen mehr von der Geschichte zwischen Peru und Chile erfahren konnten, Petroglyphen gesehen haben und an einer Wein- und Piscoprobe teilgenommen haben.

Arica und Tacna liegen knapp 50 Kilometer auseinander, aber es sind zwei unterschiedliche Länder und somit waren die Autofahrer so, wie wir sie kennengelernt hatten.

Petroglyphen, in Stein gemeißelte "Geschichten". Hier findet wohl ein Fest mit einer Opfergabe statt.

Petroglyphen, in Stein gemeißelte "Geschichten". Hier findet wohl ein Fest mit Musikern und einer Opfergabe statt.

Hängebrücke, die hat ganz schön gewackelt.

Hängebrücke, die hat ganz schön gewackelt.

die Kathedrale von Tacna

die Kathedrale von Tacna

Arequipa – die weiße Stadt:

Von Arequipa haben wir den „Cañon del Colca“ besichtigt und sogar ein paar Kondore gesehen. Zudem laufen hier in freier Wildbahn Lamas, Alpakas und Vikuñas herum.

Vikuñas

Vikuñas

Ein Vikuña beim Wälzen im Sand

Ein Vikuña beim Wälzen im Sand

4910 Meter

die höchste Stelle unserer Reise: 4910 Meter

Der Cañon del Colca vom Nebel verdeckt.

Der Cañon del Colca vom Nebel verdeckt.

der Andenkondor

Der König der Lüfte: der Andenkondor

In Arequipa waren wir im Kloster Santa Catalina, im Kloster Santa Recoleta und haben Wild-Water-Rafting gemacht.

Das Kloster Santa Catalina ist aufgebaut wie eine kleine Stadt. Daher gab man ihm auch den Namen "Die Stadt in der Stadt".

Das Kloster Santa Catalina ist aufgebaut wie eine kleine Stadt. Daher gab man ihm auch den Namen "Die Stadt in der Stadt".

gaaaanz viele Bücher in der Bibliothek des Klosters "La Recoleta"

gaaaanz viele Bücher in der Bibliothek des Klosters

Lima:

Die letzten Tage habe ich dann noch in Lima verbracht, bevor ich am letzten Sonntag zurück nach Huancayo gefahren bin. Wir haben zusammen in Barranco (einem der reichen Stadtteile von Lima) Lena’s Geburtstag gefeiert, das Yancana Huasy (Lena’s Projekt) besucht und noch ein wenig die freie Zeit genossen.

 

Weihnachten und Silvester

Montag, 06. Januar 2014 von Anne

Weihnachten – das Fest der Familie, der Liebe und mittlerweile auch der Geschenke. Wie habe ich mein erstes Weihnachtsfest ohne meine Familie, aber mit viel Liebe verbracht.

Den 24.12. habe ich fast den gesamten Tag sehr entspannt verbracht. Ich habe am frühen Nachmittag mit meiner Schwester gechattet, während sie ihre Geschenke ausgepackt hat und habe in der Küche geholfen das Abendessen vorzubereiten. Um 19:00 Uhr sind Sandra und Ulrika jeweils mit Familie gekommen und wir haben zusammen gegessen, gesungen und Geschenke ausgepackt. Um 22:00 Uhr bin ich in die „Casa de Acogida“ gefahren, weil ich dort zum Truthhahn-Essen eingeladen war. Nach der Tradition wird der Truthhahn aber erst um 24:00 Uhr angeschnitten und die Menschen wünschen sich frohe Weihnachten. So haben wir uns bis 24:00 Uhr noch ein wenig ausgeruht. Um Mitternacht haben wir dann mit allen Mitarbeitern zusammen gegessen und uns unterhalten. Eigentlich war mein Plan in der „Casa“ zu übernachten, das fiel mir dann aber doch schwer. Es war zwar eine Umgebung, die ich kenne und in der ich mich wohlfühle, aber es war nicht das Bett, in dem ich seit ca. 5 Monaten schlafe. Ich bin dann nach Hause gefahren und so habe ich Weihnachten auch mit ein paar Tränen gut überstanden. Am 25.12. haben ich zusammen mit der Familie, mit der Schwester von Ana und ihrer Familie Truthhahn gegessen.

Silvester wird mit viele gelben Dingen gefeiert. Es gibt gelbe Hüte, gelbe Brillen, Ketten, Blumen, … wir sind am 31.12. am Abend auf die „feria“ hier in El Tambo gegangen. An jedem zweiten Stand gab es nur gelbe Dinge zu kaufen und an denen dazwischen Wein oder etwas zu essen. Gelb soll Glück bringen und dein nächtes Jahr mit Lebensfreude beginnen lassen. Am Abend haben wir zusammen panetón und heiße Schokolade genossen und ich bin danach ins Bett. Ich weiß, dass klingt jetzt nicht so spannend, aber die Arbeit in der „Casa“ ist manchmal auch anstrengend und macht mich müde. Um 24:00 Uhr bin ich dann aber wieder wach gewesen, weil auch hier viele Raketen und Böller benutzt werden, um das neue Jahr zu begrüßen.

So habe ich das alte Jahr gut vollendet und freue mich auf die Zeit, die hier in Peru noch vor mir liegt. Irgendwie macht der Jahreswechsel die Zeit immer kürzer, die noch bleibt. Am 02. Januar hat mich ein Besucher in der „Casa“ gefragt, bis wann ich denn bleiben würde. Ich hatte schon auf der Zunge, die Antwort, die ich bis jetzt immer gesagt habe: „Hasta el próximo año en agosto.“ (Bis zum nächsten Jahr im August) , bis mir eingefallen ist, dass das schon dieses Jahr ist.

 

Lima und das Wochenende

Montag, 23. Dezember 2013 von Anne

Wie jedes halbes Jahr müssen die Kinder, die ihre Medikamente gegen den HI-Virus nehmen, zu ihren Blutanalysen ins Kinderkrankenhaus nach Lima fahren. Am letzten Mittwoch war es soweit und ich durfte sie mit zwei weiteren Mitarbeiterinnen und dem Direktor begleiten.

Wir sind Mittwochmittag nach einem kleinen Mittagessen mit einem Kombi aufgebrochen und nach sieben Stunden in Chaclaclayo ca. eine Stunde vor Lima angekommen. Dort haben wir im Haus von San Camillo ein Abendessen gegessen und sind dann ins Bett gegangen.

Am Donnerstag mussten wir bereits um vier Uhr morgens aufstehen, damit wir früh im Kinderkrankenhaus in Lima sind und die Analysen schnell hinter uns bringen. Die Kinder kennen die Prodzedur bereits und alle wussten, worum es geht. Natürlich gab es bei den kleineren Kindern ein paar Tränen und bei zweien musste in beide Arme gestochen werden, weil einfach kein Blut gekommen ist. Aber danach war schnell wieder alles gut und alle konnten spielen und die Sonne genießen. Nach einem Frühstück und weiteren Kontrollen hat das Krankenhaus noch ein kleines Kinderfest organisiert.

Der Direktor hatte mir für den Nachmittag frei gegeben und so bin ich nach San Juan de Lurigancho gefahren, um Lena und Delia zu besuchen. Wir haben uns viel unterhalten, wie es uns geht, wie uns die Arbeit gefällt und wie wir eventuell unsere Ferien verbringen.

Ein Eindruck von Limas Straßen

Ein Eindruck von Limas Straßen

Am Strand auf dem Weg ins Wasser

Am Strand auf dem Weg ins Wasser

In dieser Zeit sind alle anderen der Gruppe an den Strand von Lima gefahren und haben sich erfrischt. Am Abend bin ich dann wieder zur Gruppe gestoßen und wir haben im Haus von San Camillo in Lima noch ein Kinderfest und ein leckeres Abendessen genossen. Danach sind wir wieder nach Chaclaclayo gefahren, um ein wenig zu schlafen. Am Freitagmorgen sind wir um drei Uhr zurück nach Huancayo aufgebrochen.

Am Freitagabend bin ich nocheinmal in die Casa de Acogida gefahren, um für die Mütter, Väter und die Jugendlichen, die zur Casa dazugehören, Tüten für Weihnachten vorzubereiten. Für die Mütter und Väter haben wir Zucker, Reis, Milch, Paneton, ein paar Süßigkeiten und Schokolade eingepackt. Die Jugendlichen bekamen einen Fußball, bzw. Sandalen, dazu Zahnpasta und andere Hygieneartikel und natürlich auch ein paar Süßigkeiten und einen Paneton eingepackt.

Am Samstag fand der Geburtstag der Casa de Acogida statt. Wir haben am Vormittag alles geschmückt und es sind Gruppen von Firmen oder Privatpersonen vorbeigekommen, um für die Kinder Kinderfeste mit Clowns, Musik und Geschenken zu veranstalten. Am Nachmittag haben wir dann anlässlich des Geburtstags eine Messe gefeiert, in der zwei Jugendliche gefirmt und drei zur Ersten Heiligen Kommunion gegangen sind. Nachdem dann alle zusammen gegessen haben und die Weihnachtstüten verteilt wurden, haben wir noch aufgeräumt und ich bin nach Hause gegangen.

Auch am Sonntag war ich in der Casa, weil weitere Kinderfeste und ein Mittagessen anstanden. Danach muss immer wieder aufgeräumt werden und ich war den ganzen Tag damit beschäftigt rumzulaufen, Sachen wegzuräumen, die Türe aufzumachen und zu fegen. So ging es gestern und am Samstag aber allen Mitarbeitern und das schöne daran ist, dass es mir Spaß macht, das ich so viel mithelfen kann, da ich mich immer besser auskenne und die Abläufe kenne. Jetzt ist der Weihnachtsstress mit den Vorbereitungen aber auch bald vorbei und morgen können wir ein entspanntes Abendessen genießen.

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest!

Anne

 

II. Teletón

Sonntag, 08. Dezember 2013 von Anne

Für das Wort „teletón“ gibt es keine genau Übersetzung, aber es bedeutet soviel wie Spendenaktion. An diesem 6. Dezember war es soweit. Alle Vorbereitungen waren abgeschlossen und alle Kräfte wurden gebündelt, um diesen Tag des Spendensammelns zugunsten unserer „Casa de Agogida San Juan Diego“ gut über die Bühne zu bringen.

Die „Casa de Acogida“ hatte bereits im letzten Jahr eine „teletón“ veranstaltet, so sollte es auch dieses Jahr wieder sein. Seit Monaten hatten immer wieder kleine Zusammentreffen der Organisatoren stattgefunden. Die Jugendlichen und Mütter der „Casa de Acogida“ hatten Schmuck, Kissen, Schals und Geschenktüten hergestellt. Die Sammeldosen wurden an große Firmen hier in Huancayo verteilt, es wurden große Banner über die Straßen gehängt und Pressekonferenzen veranstaltet.

Am Freitag war auf dem Placa Huanamarca eine große Bühne aufgebaut worden, auf der den ganzen Tag über Künstler, Tänzer und Clowns auftraten – alle für den guten Zweck. Auch zwei Moderatoren aus dem Fernsehen unterstützten uns. Sie erinnerten die Menschen immer wieder daran zu spenden und somit den Kinder der „Casa de Acogida“ und deren Familien zu helfen.

Es wurden nicht nur Geldspenden abgegeben, sondern auch Sachspenden. Am Ende des Tages haben wir so Lebensmittel, Kleidung sowie einen Kinderwagen und Spielzeug in die „Casa“ bringen können. Im Moment kann ich noch nicht sagen, wie viele Spenden zusammengekommen sind, weil noch einige Dosen aus den Firmen abgeholt werden müssen und das Geld dann noch einmal genau gezählt wird. Alle Mitarbeiter haben ihr Bestes gegeben und alle Kräfte aufgewendet, um für die „Casa de Acogida“ Spenden zu sammeln und Huancayo darauf aufmerksam zu machen, dass es in ihrer Stadt die „Casa“ gibt, die unterstützenswert ist.

Hier noch ein paar Eindrücke:

Die Bühne, zu dieser Zeit war gerade ein Fitnessstudio da, dass die Leute animiert mit ihnen ein bisschen Sport zu machen und zu spenden.

Die Bühne des "teletóns" - hier mit Mitarbeitern eines Fitnessstudios, das die Leute animierte, mit ihnen ein bisschen Sport zu machen und zu spenden.

eine der Spendendosen

eine der Spendendosen

 

Angekommen?

Freitag, 29. November 2013 von Anne

Heute wollte ich von der Arbeit nach Hause gehen und habe mich mit einem „Ciao“ von den Kindern verabschiedet. Auf einmal kam einer der kleinen Jungen (3 Jahre) auf mich zu und meinte „No.“ Ich habe ihm dann erklärt, dass ich jetzt aber gerne nach Hause gehen würde. „No, no quiero. – Nein, das möchte ich nicht.“ Er hat immer trauriger ausgesehen und ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt nach Hause gehe, morgen aber wiederkomme.
Ich bin dann gegangen und er wollte mir folgen. Eine der Mitarbeiterin hat ihm spaßeshalber vorgeschlagen, dass er in einer Tüte mit mir mitkommen könnte. Das wollte der Kleine aber doch nicht, sodass er sich damit abfand, dass ich gehe, morgen aber wiederkomme.

Durch dieses Verhalten, denke ich schon, dass ich im Projekt angekommen bin. Zum einen war es traurig, den Kleine stehen zu lassen, zum anderen habe ich mich aber auch gefreut, dass er so reagiert hat.

 

Colegio

Dienstag, 19. November 2013 von Anne

Schule. Schon wieder in die Schule? Das hatte ich doch eigentlich hinter mir gelassen. Heute war ich aber in der Schule, um in einigen Klassen ein wenig von mir zu erzählen und so die Schüler zu sensibilisieren, damit auch sie freiwillig mitanpacken und helfen.

Der Direktor der „Casa de Acodigda“ unterricht im Moment noch am Colegio Mariscal Castilla. Letzte Woche hat er mich gefragt, ob es nicht möglich ist, dass ich ihn einen Tag begleite, um den Schülern von mir, von meiner Motivation und von meiner Arbeit zu erzählen.

Heute war es dann so weit. Wir waren in drei unterschiedlichen Klassen in den Jahrgängen drei und vier der „Secundaria“ (weiterführende Schule). Das entspricht bei uns ungefähr der neunten und zehnten Klasse. Ich habe mich kurz vorgestellt und den Schülern dann die Freiheit gelassen, fragen zu stellen. Am Anfang waren alle ein wenig erschreckt und haben sich nicht so recht getraut zu fragen. Nach und nach kamen dann aber immer wieder Fragen, wie es mir gefällt, warum ich hier bin, was mein Lieblingsessen hier in Peru ist und ob ich meine Heimat nicht vermisse.

Im Endeffekt ging es vorallem darum, den Schülern zu sagen, dass wir als Freiwillige freiwillig aus anderen Länder kommen, um zu helfen und ob es nicht auch möglich sein müsste für die Schüler anderen, die es nicht so gut haben wie sie, zu helfen. Und siehe da: In der einen Klasse kamen zwei Mädchen auf mich zu, die morgen die „Casa de Acogida“ besuchen werden, damit wir absprechen können, an welchen Tagen sie kommen, um uns zu unterstützten.

 

Ir a un paseo – Einen Ausflug machen

Sonntag, 03. November 2013 von Anne

Am 1. November ist auch hier Feiertag, so hatten die Kinder der „Casa de Acogida“ keine Schule und wir haben einen Ausflug in den „Jungle de monos“ (Affenjungle) gemacht.

Damit wir früh loskommen, sollte ich schon eine Stunde früher als gewohnt bei der Arbeit sein, also nicht wie sonst um 8:00 Uhr, sondern um 7:00 Uhr. Als ich im Projekt ankam, war noch nichts fertig. Die Kinder mussten noch frühstücken, das Essen musste noch eingepackt werden und mit dem Bus war das auch noch nicht ganz klar. Nach und nach hat sich das dann aber alles geregelt, sodass wir dann um 8:15 Uhr alle fertig im Bus saßen und losgefahren sind.

Den Jungle de monos können die Besitzer immerhin mit „monos“ (Plural) bezeichnen, weil dort zwei Affen gewesen sind. Die Affen waren aber schnell nicht mehr so spannend. Viel schneller war dann die „trucha“-Aufzucht interessant. Trucha ist ein Speisefisch, der zu der Art der Lachsfische gehört. Am Morgen kam ein Pick-Up, der neue Fische brachte und kurz vor der Mittagessenszeit kamen dann die Besitzer und töteten einige Fische zum Verkaufen. Die Kinder fanden es aber interessant die Fische im Wasser zu beobachten, sie zu füttern und zu schauen, wie sie reagieren, wenn das Futter ins Wasser fällt.

Viel Zeit haben die Kinder mit spielen, rennen und toben verbracht. Vor dem Mittagessen durften dann alle im Fluss baden und die Abkühlung wurde gerne genutzt. Ich habe mich in der Zeit mit Volleyball spielen beschäftigt und weil ich mich nur im Gesicht eingecremt hatte, habe ich jetzt einen Sonnenbrand auf dem Rücken.

Als wir dann am Nachmittag wieder nach Hause gefahren sind und ich gefragt habe, wie der Ausflug denn war, habe ich immer positive Antwort bekommen und in viele lachende und müde Gesichter gesehen.

Ausflüge machen wir nicht jede Woche und so ist das natürlich schön für die Kinder, aber auch im Projekt leben die Kinder zum Teil glücklicher als bei ihren Familien. Es gibt einige Kinder, in deren Familien alles in Ordnung ist. Diese Kinder, sowie auch alle anderen, leben dann mehr aus dem Grund im Projekt, weil sie von HIV oder Aids betroffen sind. Es gibt aber auch Kinder, deren Vergangenheit und deren Leben in der eigenen Familie kein schönes war, sodass sie es gut haben im Projekt zu wohnen, um glücklich zu sein, um ihre Kindheit zu leben und eventuell ihre Vergangenheit oder ihr Trauma zu vergessen.

 

Miraflores

Samstag, 26. Oktober 2013 von Anne

Letztes Wochenende war ich mit Ana, Sara, Jimena und der Mutter von David, Loida, in Miraflores. Miraflores ist ein kleines Dorf ca. 3-4 Stunden von Huancayo mit dem Bus entfernt. Aus diesem Dorf kommt Loida ursprünglich und sie hat dort auch noch ein Haus.

Der Bus hat uns morgens um 4:40 Uhr abgeholt. Hier in Huancayo haben wir dann noch „pasto“ (Gras für die Tiere), Zementsäcke und Kisten auf das Dach geladen und weitere Mitfahrer eingesammelt. Als wir dann Huancayo verlassen haben, ist uns auf einer Straße ersteinmal das „pasto“ vom Dach geflogen und es musste wieder aufgesammelt werden. Danach verlief die Fahrt für mich ganz ruhig, auch wenn es ein wenig ungemütlich ist, in diesen kleinen Bussen zu schlafen. Ich habe mich dann versucht irgendwie auf der Rückbank auf meinen Platz zusammenzurollen und wenigstens ein wenig zu schlafen.

Die Höhe, die wir auf dem Weg passiert haben, und die vielen Kurven und die Schlaglöcher in der Straße, die bei der Geschwindigkeit des Fahrers den Magen schon ein wenig umdrehen können, haben mir nichts ausgemacht. So bin ich nach dreieinhalb Stunden einfach nur müde und glücklich in Miraflores angekommen.

Wir haben dann zuerst unsere Sachen in das Haus von Loida gebracht und gefrühstück. Danach sind wir dann zu den Ruinen von Huaquis gewandert. Ein echt schöner schmaler Weg, der mitten durch die Anden verläuft. Auf der einen Seite kann man die Felswand und die Kuppe der Berge sehen und auf der anderen Seite geht es steil bergab, dann kommt eine Straße und auf der anderen Seite geht es wieder steil bergauf.

Hier ging mein Blick auf dem Hinweg auf die linke Seite.

Hier ging mein Blick auf dem Hinweg auf die linke Seite.

Das ist die andere Seite. Dort wo ich stand, ging es einfach nur bergab und dann auf der anderen Seite wieder steil bergauf.

Das ist die andere Seite. Dort wo ich stand, ging es einfach nur bergab und dann auf der anderen Seite wieder steil bergauf.

Huaquis besteht heute nur noch aus Ruinen, aus denen erkennbar ist, dass hier früher einmal Menschen gewohnt haben. Als ich dann nachgefragt habe, wurde mir erklärt, dass das schon Jahrzehnte her ist und dass das Leben hier oben sehr anstrengend war. Das Wasser musste von einem kleinen Fluss geholt werden, der den Berg hinunterläuft. Nach und nach sind dann die Menschen aus Huaquis ausgezogen und haben ein neues Dorf gegründet.

Am Nachmittag haben wir dann im Haus von Mama Loida unser Bett hergerichtet. Zuerst haben wir eine Plastikplane auf den Holzboden gelegt und dann die von einer Freundin geliehenen Wolldecken darauf ausgebreitet. Ich hatte dann noch meinen Schlafsack und habe mich am Abend in diesen gekuschelt. Ich hatte gar nicht gedacht, dass es in den Anden in den Nächten so kalt wird. Zunächst hatte ich nur ganz normal meinen Schlafanzug und meine Socken an. Nach und nach habe ich mir dann aber noch meine Fleecejacke, meine Mütze, meinen Schal und meine Handstulpen angezogen, weil ich gefroren habe. Als ich dann aber am Morgen aus dem Zimmer raus gegangen bin, war die Sonne schon wieder da und es war wieder schön warm.

Eigentlich hatten wir mit dem Fahrer ausgemacht, dass er uns am Sonntag um 11:00 Uhr am Platz in Miraflores wieder einsammelt, damit wir so gegen 14:00 oder 15:00 Uhr wieder in Huancayo sind. Wir waren dann pünktlich am Platz und haben gewartet. Nach einiger Zeit kam eine Bekannte von Loida vorbei, die uns mitteilte, dass der Fahrer sie angerufen hat und erst um 15:00 Uhr kommt, um uns einzusammeln. Wir haben dann bei der Freundin, die uns auch schon am Samstag gut versorgt hat, Mittag gegessen und haben weiter gewartet. Um 14:30 Uhr haben wir dann die Bekannte nocheinmal gebeten anzurufen, ob das mit 15:00 Uhr denn auch klappt. Ja, bis 15:30 ist der Fahrer auf jeden Fall da und holt uns ab. Kurz vorher kam noch ein Einwohner von Miraflores am Platz vorbei und sagt uns, dass eine Familie aus Huancayo, auch ursprünglich aus Miraflores, mit ihrem Bus hier sei und gleich zurück nach Huancayo fahren würden. Als diese Familie dann um 16:00 Uhr am Platz vorbeikam, haben wir die Chance genutzt und sind eingestiegen, damit wir überhaupt noch nach Hause kommen.

Ein Eindruck aus dem Busfenster. Die Landschaft war wunderschön, es war nur ein wenig schwierig diese beim fahren einzufangen.

Ein Eindruck aus dem Busfenster. Die Landschaft war wunderschön, es war nur ein wenig schwierig, diese beim Fahren einzufangen.

Das schönste am Rückweg war für mich dann den Sonnenuntergang zu beobachten und zu entdecken, dass es fast in jedem Tal oder jeder freien Fläche eine Lama- oder Alpaka-Herde gab, die am Samstag bei der Hinfahrt nicht dort waren.

Lamas

Lamas

noch mehr Lama

Im Endeffekt war es ein sehr schönes Wochenende und ich habe es genossen. Schade ist nur, dass in Miraflores und auch in den Dörfern, die wir auf dem Weg passiert haben, nicht mehr so viele Menschen wohnen, weil einfach viele in die Stätte abwandern, um dort Arbeit und ein besseres Leben zu finden. Auch im Haus von Mama Loida war es sehr traurig. Es gab außer den sechs Hühnern und einem Holzbettgestell nichts mehr in ihrem Haus. Wenn das Haus schön gemacht wäre, ist es bestimmt nett, dort für ein paar Tage zu sein, zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen.