Weihnachten und Silvester in Mexiko….

Montag, 02. Januar 2012 von Ricardo Rehfeld

Heute war der erste Tag im neuen Jahr 2012 und ich habe jetzt schon ganze vier Monate in Mexiko.

Die Zeit geht super schnell vorbei, wenn man bedenkt, dass mir jetzt nur noch knapp 8 Monate bleiben.

In der letzten Zeit ist viel passiert, vor allem der Monat Dezember ging mit seinen Feiern und Festen wie im Flug vorbei. Die Jungs haben über Weihnachten und Silvester auch Ferien und ich hatte die Möglichkeit, noch mehr Zeit mit ihnen zu verbingen.

Jeden Tag gab es etwas anderes zu feiern und die Jungs hatten immer ihren Spaß. Ein Highlight jeder Feier sind Piñatas. Dies sind mit Süßigkeiten gefüllte Ballons, die von den Kindern zerschlagen werden.

Ich war natürlich sehr gespannt, was mich über die Weihnachtstage erwartet. Die Tage bis Weihnachten gingen sehr schnell vorbei. Wir haben viele verschiedene Aktionen mit den Kindern unternommen. Waren im Schwimmbad, im Safaripark, im Museum, im Kino, haben den Weihnachtsbaum und die Krippe aufgestellt, haben dem Mädchenhaus einen Besuch abgestattet etc.

Von dem Besuch bei den Mädchen muss ich dann doch etwas mehr erzählen. Als wir beim Haus der Mädchen ankamen, hörte man das Geschrei und Getöse schon einen Kilometer vorher. Dort angekommen, erwarteten uns 40 pubertierende Mädchen und mir taten die Jungs schon ein bisschen leid. Aber am Ende verlief alles friedlich und der ein oder andere wollte am Schluss gar nicht mehr weg.

Zuürck zu Weihnachten. An Weihnachten war ich den ganzen Tag im Heim. Wir mussten viel vorbereiten.

Abends waren wir in der Weihnachtsmesse und danach gab es ein schönes Abendessen mit allen Jungs und Leitern zusammen. Es war eine angenehme Stimmung, aber ich habe schon das typische Weihnachten aus Deutschland vermisst.

Spät am Abend bin ich dann noch zu meiner Gastfamilie und dort war es genau wie in Deutschland. Mit der ganzen Familie wurde gegessen, erzählt und es wurden einige Geschenke verteilt.

Beide Erfahrungen im Heim und in der Familie waren sehr schön. Am ersten Weihnachtstag war ich dann in der Gastfamilie und wir haben den Tag ganz gemütlich zu Hause verbracht. Am zweiten Weihnachtstag musste ich arbeiten. Es war aber sehr angenehm, da viele der Jungs für eine Woche bei ihren Familien zu Besuch waren. Doch diese Woche bei den Familien ist meistens nicht ganz einfach. Viele der Jungs wollen nicht unbedingt zu ihren Familien, da es dort oft Probleme gibt. Oft kommen sie dann emotional angeschlagen wieder zurück, aber diese Erfahrung soll den Jungs zeigen, dass sie das Leben, das sie im Heim haben schätzen sollen und wissen, wie gut sie es mit Hogares Calasanz (Einrichtung)  angetroffen haben.

Aber einige andere Jungs würden gerne für eine Woche zu ihren Familien, doch viele der Jungs haben nicht einmal Oma und Opa oder Tante und Onkel, die sie besuchen können. Einigen Jungs merkte man an, dass sie sehr traurig waren, dass dieses Jahr keiner zum Heim kam, um sie abzuholen und mit ihnen Zeit zu verbingen.

Dies war auch für mich nicht einfach aber ich versuchte, die Jungs so gut es ging zum Fußball oder zum spielen zu motivieren.

Am Samstag war Silvester. Ich war leider etwas angeschlagen und daher nicht so sehr in Feierlaune aber ich fand das Essen im Heim trotzdem sehr angenehm und wir hatten unseren Spaß. Um 12 Uhr wurden dann ein paar Raketen gezündet, aber irgendwie fehlte mir die Feierlaune aus Deutschland. Auch die Wünsche und Umarmungen zum neuen Jahr fehlten mir. Als die Feier im Heim zu Ende war, bin ich noch zu meiner Gastfamilie gefahren. Dort gab es eine große Feier mit der ganzen Verwandschaft, was sehr schön war. Ich wurde herzlich empfangen und wir feierten noch bis in die Morgenstunden.

Diese Woche habe ich dann auch mal ein paar Tage frei und kann entspannen. Darüber bin ich auch sehr froh, da der Monat Dezember nicht ganz einfach war im Heim und ich auch die Erfahrungen mit den Jungs erstmal verarbeiten muss.

Ich wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr.

 

Erste Reise in Mexiko

Donnerstag, 03. November 2011 von Ricardo Rehfeld

Am Freitag, 21. Oktober, habe ich mich auf meine erste kleinere Reise durch Mexiko begeben. Ich bin früh morgens los nach Mexico City, um dort das andere Heim der Hogares Calasanz zu besuchen. In Mexico City gibt es zwei weitere Häuser für Jungs im Alter von sechs bis 20 Jahren, ähnlich wie in Puebla. In Mexico City sind es jedoch nur 20 Jungs, das Projekt ist also weitaus überschaulicher.

Als ich am Busbahnhof von Mexico City ankam, war ich erst einmal von der Stadt, dem Verkehr und der Menschenmenge überwältig. Die Stadt hat knapp 22 Millionen Einwohner und das sieht man überall. Von da aus ging es dann mit dem Taxi zu den Häusern von Hogares Calasanz. Beide Häuser liegen nicht weit auseinander auf einem Berg am Rande von Mexico City. Abends hat man einen beeindruckenden Blick über die Stadt. Im Heim angekommen, empfing mich Pater Reyes (der Chef von Hogares Calasanz in Mexico City und Puebla) und eine Horde fröhlicher Kinder. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde mussten die Jungs zum Nachmittagsunterricht und ich hatte Zeit für ein Gespräch mit dem Pater über Hogares Calasanz in Mexico City, die Unterschiede zu Puebla…

Anders als in Puebla leben in Mexico City auch zwei benachteiligte Jungs. Lalo ist mittlerweile 17 Jahre alt. Er wohnt schon seit elf Jahren in Hogares Calasanz. Mit zwölf Jahren wurde bei ihm die Krankheit Multiple Sklerose festgestellt. Von Jahr zu Jahr wird seine körperliche Situation schlechter. Mittlerweile sitzt er im Rollstuhl. Die Ärzte haben ihm eine Lebenserwartung von 23 Jahren gegeben. Trotzdem ist er ein fröhlicher Junge und versucht das bestmögliche aus seiner Situation zu machen. Es war schön zu sehen, wie die anderen Jungs versuchen Lalo zu integrieren und auch ich hatte die Möglichkeit ein ausfürliches und interessantes Gespräch mit ihm zu führen. Er weiß nämlich so gut wie alles über den mexikanischen Fußball und ist immer auf dem neusten Stand, da er stolzer Besitzer des einzigen Radios im Hause ist 🙂

Der zweite Junge heißt Alfonso. Er ist 15 Jahre alt und wohnt auch schon acht Jahre im Heim. Vor vier Jahren hatte Alfonso einen tragischen Unfall. Er war auf seinem Fahrrad unterwegs und wurde von einem Auto angefahren. Seitdem ist er am ganzen Körper gelähmt und kann weder sprechen noch hören. Da er aber rund um die Uhr gute Hilfe bekommt, wird seine Situation immer besser und es gab schon erste Erfolge beim Sprechen und Gehen. Durch die neuen Situationen der beiden Jungs kamen natürlich enorme Kosten auf das Heim zu. Beide Jungs haben ihr eigenes Zimmer, Badezimmer, spezielle Arzttermine, rund um die Uhr Betreuung… Es war aber toll zu sehen, dass die Jungs und die Betreuer alle ihr bestmögliches für die beiden Jungs machen.

Am Abend war ich dann mit dem Pater und zwei Jungs bei einem Freund des Heimes eingeladen. Es war ein älteres Ehepaar aus Luxemburg, das seit 30 Jahren in Mexiko lebt. Ich konnte mich also munter auf Deutsch mit Ihnen unterhalten und der Herr hatte eine beeindruckende Lebensgeschichte zu erzählen, weshalb sich das Essen dann auch was in die Länge zog.

Am nächsten Tag war ich dann mit einem Leiter in Mexico City unterwegs. Die Stadt ist echt überwältigend. Da es aber so viele alte Autos und Busse dort gibt, hat man das Gefühl die ganze Zeit in einer Fabrikhalle rumzulaufen und fast zu ersticken… 🙂 Aber es gibt auch viele unglaublich schöne Dinge zu sehen. Es war sicher nicht das letzte Mal in Mexico City.

In der Nacht ging es dann nach Guadalajara, um Tamesh, den anderen Freiwilligen in Mexiko zu besuchen. Nach einer sechsstündigen Fahrt mit einem super Reisebus kam ich dann in Guadalajara an. In Mexiko gibt es keine Züge. Es geht alles nur mit Bussen, die aber sehr komfortabel sind.

Die folgenden Tage waren Tamesh und ich bei den Panamericanos, bei seinem Projekt, zwei Tage in Puerta Vallarta, einer sehr schönen Stadt am Pazifik, im Zentrum von Guadalajara und vieles mehr.

Ganz Guadalajara war für zwei Wochen im Ausnahmezustand, da dort dieses Jahr die Olympischen Spiele von Südamerika stattfanden. Es war echt toll, das am eigenen Leibe mitzuerleben. Und auch sich mit Tamesh über seine Erfahrungen im Heim und außerhalb seiner Arbeit auszutauschen war sehr gut. Alles in allem war es eine super interessante und auch erholsame Woche. Aber ich war auch sehr froh, diese Woche wieder mit den Jungs im Heim zu arbeiten.

Am Mittwoch wird hier der „Tag der Toten“ gefeiert. Mal schauen, was da so auf mich zukommt, aber es soll wohl mit Weihnachten, der wichtigste Tag im Jahr sein.

 

Kurzer Beitrag zu meinen Erfahrungen außerhalb des Heims…..

Sonntag, 09. Oktober 2011 von Ricardo Rehfeld

a) Dia de Independencia

b) Wochenende auf einer Ranche

c) plaza de torros ( Bullen)

a)

Am 15. September wurde in Mexiko 201 Jahr Unabhängigkeit gefeiert. Diesen Tag habe ich im Heim verbracht. Es wurde zusammen gegessen, gesungen und gelacht. Um 10 Uhr geht es dann auf die Straße. Man kann es ein bisschen mit Sylvester vergleichen. Nur dass es sich hier wie in einem Krieg anhört und aussieht. Ich glaube, dass die Jungs all ihr erspartes Geld an diesem Tag im wahrsten Sinne „verballern.“

Ich bin aber ein großer Fan von Sylvester. Hatte also einen Heidenspas mit den Jungs. Es war anfangs ein bisschen gefährlich für mich, sich auf die Strasse zu begeben, da die Jungs nur ein Ziel kannten und das war der „Deutsche“. Aber ich hab mich lobenswert verteidigt und bin mit einem kleinen Hörschaden davongekommen.

b)

Vor zwei Wochen war ich mit der Familie auf ihrer Ranche. Dort gab es ein großes Familientreffen und ich habe viele nette Menschen kennen gelernt. Die Ranche liegt außerhalb von Puebla in einer sehr ruhigen Gegend. Die zwei Tage waren sehr interessant und es war ein weiterer Einblick ins mexikanische Familienleben. DIe Familie ist schon seit Generationen ein Fan von Bullen. Mir wurden erstmal alle wichtigen Details zum Bullenkampf erklärt und ich wurde fürs kommende Wochenende zu einem Kampf eingeladen.

c)

Letzte Woche war es dann soweit. Ich war mit meinen Gastbruedern und meinem Gastvater bei einem Bullenkampf. Da mein Gastvater den Veranstalter kannte, hatten wir die Chance, schon vorher die Kämpfer und ihre Gegner (Bullen) kennen zu lernen. Man kann festhalten, dass diese Art von Sport nichts für schwache Nerven ist und dass die Meinungen auch hier sehr gespalten zu diesem Thema sind. Ich aber hatte meinen Spass und es war sicher nicht das letzte Mal.

 

Der Stand der Dinge in Puebla

Sonntag, 09. Oktober 2011 von Ricardo Rehfeld

Buenas Dias liebe Blogleser,

endlich finde ich mal ein bisschen Zeit für meinen nächsten Blogeintrag. Hatte die letzten Wochen eine Menge zu klären und habe viel Zeit im Heim ohne Internet verbracht, was zu einer kleinen Schreibpause im Blog führte.

Da ich soviel erlebt habe in den letzten Wochen, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, aber ich denke dass ich mich erstmal auf das Wesentliche konzentriere, und das ist das Heim.

Habe diese Woche einen Arbeitsplan mit meinem Chef besprochen, der im Kurzen wie folgt aussieht:

Montags bin ich morgens im Office von Hogares Calasanz. Regel dort ein paar organisatorische Dinge und fahre danach ins Heim. Um eins hol ich die Jungs (vom mittleren Haus) von der Schule ab. Dann wird gegessen. Danach geht es meistens zum Fussballplatz und es wird bei praller Sonne bis zum Umfallen gespielt! Um fünf müssen die Jungs wieder im Heim sein, um ihre Hauaufgaben für den kommenden Tag zu erledigen. Montags gehe ich dann rüber zum Haus der Chicos, da montagabends großer Waschtag ist. Das ist immer eine lustige Angelegenheit mit den Jungs, aber nach 2 Stunden Dampfbad falle ich immer hundemüde ins Bett. Montagabends schlafe ich dann in meinem Apartment. Habe seit dieser Woche ein kleines Apartment in der Nähe vom Heim, wo ich außer dientags und mittwochs schlafe. Wohne dort mit zwei anderen Studenten zusammen.

Dienstags geht es morgens früh um halb 9 auf mit Roberto (Fahrer von Hogares Calasanz) zur Banco de Alimente. Dort werden jeden Dienstag Essenausgaben für bedürftigte Menschen und Institutionen gemacht. Es ist jedesmal ein kleiner Kampf, aber ich denke Roberto und ich schlagen uns von Woche zu Woche immer besser. Danach geht es dann auf zum Markt, um einige frische Sachen einzukaufen. Das Leben auf dem Markt ist immer wieder interessant und Roberto ist ein knallharter Feilscher. Es geht um jeden einzelnen Peso. Da nimmt er gerne auch mal ein oder zwei Stunden mehr in Kauf….:)

Am Ende landen wir dann bei einem Laden einiger seiner Freundinnen, die unglaublich leckeres Essen machen. Leider fällt es mir ein wenig schwer, dort großen Hunger zu verspüren, da nicht weit entfernt von mir jede 10 Sekunden ein lebendiges Tier geschlachtet, gehäutet oder zerschnibbelt wird…..aber nun gut….einfach nicht hinhören XD

Gegen 3 Uhr sind wir dann wieder im Heim. Dort verteilen wir das erworbene Essen auf die drei Heime. ( Zum Verständnis, Hogares Calasanz hat drei Heime, die jeweils fünf bis zehn Minuten auseinander sind)

Um 5 Uhr bin ich dann pünktlich zur Hausaufgabenhilfe im Haus der Mittleren. Um 7 Uhr geht’s dann auf zum Fußball. Es ist zwar stockdunkel, aber den Jungs macht das nichts aus, hauptsache hinter nem Ball herlaufen, alles andere ist unwichtig….:)

Gegen halb 9 wird gegessen und ich begebe mich zum Haus der Kleinen. Mit ein bisschen Glueck schlafen die Jungs schon, aber meistens endet meine Ankunft mit lautem Getöse und ich kann die Jungs noch ein bisschen auf Trab halten.

Mittwochmorgen gehe ich dann zu meinem Apartment, da ich erst um ein Uhr arbeiten muss.

Es ist ein ähnlicher Tagesablauf. Nur dass ich gegen Abend bei der Vorbereitung fürs Abendessen helfe, da mittwochs großes Essen mit allen Heimen ist.

Mittwochs schlafe ich danach bei den mittleren Jungs.

Donnerstags bin ich dann auch morgens im Heim. Morgens helfe ich dann beim Putzen im Haus und ein paar Jungs gehen nachmittags zur Schule, also werden Hausaufgaben gemacht oder Fußball gespielt. Oder es werden Dinge im Heim wie Umbauten, Renovierungsarbeiten etc. gemacht. Ab mittags ist es dann ein normaler Tag ohne Besonderheiten. Nur abends kann ich gegen halb 9 zu mir ins Apartment.

Freitag ist dann ein entspannter Tag. Ich fange etwas später an und kann gegen 5 halb 6 zu mir ins Apartment und ins Wochenende starten.

Da ich aber nun in der Nähe vom Heim der Großen wohne, werde ich sicherlich auch am Wochenende viel Kontakt mit den Jungs haben. Dieses Wochenende brauchte ich aber erstmal ein bisschen Abstand, und so habe ich die Zeit mit meinen Gastbrüdern und ein paar Freunden verbracht.

Zusammenfassend kann ich aber nach einem Monat sagen, dass die Arbeit mit den Jungs echt Spass macht. Auch wenn es sehr anstrengend ist, den ganzen Tag im Heim zu sein, ist es einfach toll zu sehen, wie viel Spaß man jeden Tag hat. Ich lerne das Leben im Heim jeden Tag ein bisschen besser kennen und komme immer besser mit den Jungs zurecht. Was sehr hilfreich ist, dass die Jungs sehr respektvoll sind und bis auf einige Ausnahmen ihre Aufgaben ohne Murren erledigen!

Soviel aus Puebla, ich werde mir jetzt erstmal angucken, wie ein Deutscher zum zweiten Mal hintereinander Formel 1 Weltmeister wird Gracias y Adios…..:)

 

Ein Tag im Heim

Donnerstag, 15. September 2011 von Ricardo Rehfeld

Habe meine Krankheit super auskuriert und mir gehts wieder bestens!

War heute im Heim und war den ganzen Tag mit dem Fahrer Roberto unterwegs. Haben viele Dinge eingekauft und erledigt. Aber es hat gut getan, da ich heute das Gefühl hatte, viel gemacht und gearbeitet zu haben!

Abends waren Roberto und ich dann mit den Kindern im „Waschsalon“. Einmal in der Woche gehen die Kleinen dorthin und es gibt eine „Grundreinigung“. Dort gibt es auch eine Sauna, Duschen, Schwimmbad etc. Es tat mir sehr gut und war ein witztiger Abend mit den Jungs!

So langsam habe ich das Gefühl, immer mehr in Mexiko anzukommen und integriert zu werden… 🙂

Werde mich jetzt langsam ins Bett begeben. Bin hundemüde und morgen ist ein großer Tag: Mexiko feiert 201 Jahre Unabhängigkeit!

Hasta Luego Freunde

 

die zweite Woche…

Mittwoch, 14. September 2011 von Ricardo Rehfeld

Am Wochenende war ich dann das erste Mal mit meinem Gastbruder feiern in Cholula. Das ist eine eigene Stadt mit Bars und Diskos. Sehr interessant, denn die Mexikaner sind ein Partyvolk. Leider ging es mir dann die nächsten Tage nicht so gut! Habe mir in meiner ersten Woche auch die erste Krankheit zugezogen und war den Rest des Wochenendes und Montag außer Gefecht gesetzt. Da ich erstmal richtig gesund werden sollte und die Krankheit ansteckend ist, bin ich noch eine Nacht in der Familie gewesen und morgen geht’s dann wieder ins Heim.

So viel erstmal aus Mexiko! Versuche mich jetzt öfters zu melden, da das auf einmal doch ziemlich viel ist!
Wünsch euch allen gutes Gelingen und Steffen und Lukas einen guten Start ins Projekt!

 

Mexiko – ein Land voller Mafia, Drogen, Armut und Angst?

Mittwoch, 14. September 2011 von Ricardo Rehfeld

Also hier in Puebla kann ich vieler dieser Dinge verneinen. Die Projekte liegen in relativ armen Vierteln und natürlich ist es als Deutscher, Weißer, Ausländer nicht ganz ungefährlich. Abends gehe ich nur mit Jungs vom Heim oder mit den Leitern raus. Das Leben in den Vierteln sieht schon anders aus. Es gibt viele Kleinbetriebe für alles mögliche (Schlüssel, Autos, Waschanlagen, etc.). Hier wird einfache Abeit angeboten. Auf der Straße wird gekocht, es werden Tortillas gemacht, es werden Klamotten genäht etc. Aber was auffällt, dass die Leute nicht betteln, sie machen etwas, auch wenn diese Arbeit nur wenig Geld bringt.

Und auch Drogen gibt es. Abends wird immer auf dem Platz Fußball gespielt. Dort sind auch einige Straßenkinder. Ich weiß nicht genau, wie man die Droge nennt, aber es handelt sich um Plastik, das Gase hat die einen in gewisser Weise betäuben. Diese Droge ist sehr beliebt, da sie billig und effektiv ist aber auch sehr gefährlich.

Aber wenn man hier nach der Mafia, nach Morden, nach Entführungen etc. fragt, stößt man meistens nur auf die Antwort:“Ja aber alles im Norden von Mexiko“. Man muss hier schon vorsichtig sein, aber im Grunde ist die Stadt in weiten Teilen auch für Touristen sicher und ein sicherer Ort, um ein soziales Jahr hier zu verbingen.

 

Hogares Calasanz

Mittwoch, 14. September 2011 von Ricardo Rehfeld

Damit ihr einen Eindruck bekommt, wo und mit wem ich arbeite, erzähle ich etwas zu Hogares Calasanz, meinem Einsatzort.

Vor ca. 30 Jahren gründete ein Pater in Puebla das erste Haus für Kinder von der Straße. Heute gibt es drei Häuser. In dem Haus der Kleinen wohnen 15 Jungs und ein Hauptleiter. In dem Haus der Mittleren zwölf Jungs und eine Leiterin. Im Haus der Großen sind es neun Jungs und ein Leiter. Dazu gehören jeweils noch eine Köchin, die mittags in jedem Haus das Essen macht. Der Fahrer, der Chef, Pater Guadalupe,  die „Managerin“ Gloria und andere Freiwillige aus Mexiko, die ab und zu bei größeren Events mithelfen.

Das Ziel des Projektes ist es, eine große Familie zu sein, weshalb auch nicht so viele Kinder in den Heimen leben. Außerdem wird auf eine katholische Erziehung Wert gelegt. Es wird gebetet und sonntags gehen alle in die Kirche. Die Hauser sind gut organisiert und man merkt, dass sich die Jungs wohl fühlen. Natürlich ist es nicht einfach, da jeder seine verschieden schwierige Vergangenheit hat.

Bei Fragen gerne Kommentare machen… 🙂

 

Die Woche im Heim

Mittwoch, 14. September 2011 von Ricardo Rehfeld

Mein Tag beginnt morgens gegen 9 Uhr. Zusammen mit dem Jungen und der Leiterin frühhstücke ich. Danach wird das Heim ein bisschen in Schuss gebracht. Jonathan ist der einzige Junge der nachmittags Schule hat. Wir verbringen also viel Zeit miteinander. Leider sind seine Vorliebe der Fernseher und Schlafen, aber ich versuche ihn zum Sport zu motivieren. Morgens spielen wir meistens mit den ganz kleinen Jungs eine Runde Fußball. Danach helfe ich Jonathan so gut es geht bei den Hausaufgaben oder bei Dingen, die im Haus anstehen.

Um 13 Uhr machen wir uns dann auf dem Weg zur Schule. Dort hole ich die Jungs ab, die morgens Unterricht haben und gemeinsam geht es nach Hause. Meistens machen wir einen kleinen Umweg in die „Spielhölle“. Dort kann man für einen Peso (rund 6-7 Cent) eine gute halbe Stunde spielen. Danach ist die Hand so wund, dass wir weiter zum Heim gehen. Dort wird dann der Köchin (Tia) ein bisschen geholfen und gegen halb drei ist dann großes Mittagessen. Das Essen ist sehr lecker im Heim. Tia ist eine super Köchin und macht aus einfachen Dingen ein tolles Mittagessen. Nach dem Essen  ist dann ein bisschen freie Zeit. Es wird gespielt, Musik gehört oder Fußball gespielt.

Ab 5 Uhr werden dann Hausaufgaben gemacht. Dies dauert so bis 19 Uhr. In Englisch und Mathe kann ich ein wenig helfen, aber bei den anderen Fächern wird es ein bisschen schwieriger :).

Danach ist dann bis halb neun freie Zeit und es wird meistens Fußball gespielt. Um halb neun wird dann zu Abend gegessen und so um halb zehn gehts ins Haus der Großen. Dort unterhalte ich mich dann mit den Jungs so gut es geht, wir spielen Kartenspiele (Die Jungs haben da so ihre eigenen Regeln, die man nur schwer durchblicken kann 🙂 ), gucken Fernsehen etc.

Um elf, halb zwolf falle ich dann todmüde in mein Bett. Morgens werde ich dann immer durch lautstarke Musik so gegen halb sieben geweckt. Aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und kann auch ganz gut weiterschlafen.

Aber die Tage sind immer unterschiedlich. Mal gehe ich einkaufen, mal ins Büro der Chefin, mittwochs gibt es ein großes Essen mit allen Heimen, es gibt immer neue Dinge zu erleben und viele Leute, die man kennenlernt. Nur morgens habe ich wenig zu tun, da die Jungs alle in der Schule sind. Aber da wird sich auch schon was finden.

 

Das Wochenende in der Gastfamilie

Mittwoch, 14. September 2011 von Ricardo Rehfeld

Von Freitag bis Montag schlafe ich immer in der Gastfamilie. Freitagabend gab es erstmal ein großes Familienessen und ich wurde allen Leuten vorgestellt und mit Fragen über Deutschland, Europa etc. überhäuft. Abends fiel ich dann total erschöpft ins Bett. Der Jetlag machte mir zu schaffen.

Die Gastfamilie ist super nett. Es gibt drei Kinder ungefähr in meinem Alter. Zwei Jungs und ein Mädchen. Die Mutter gibt den Ton an, der Vater ist eher der Ruhepol der Familie :)! Sie wohnt in einem schönen Haus in einem neuen Stadtteil von Puebla. Es ist schon ein großer Unterschied zum Heim, aber auch für mich die Möglichkeit mal alleine zu sein und Zeit für mich zu haben. Dies ist zwar am Anfang eher nicht der Fall, da sie mir alles zeigen und über Puebla erzählen wollen.

Samstags machten wir dann eine kleine Tour durch die Stadt. Puebla ist eine sehr schöne Kolonialstadt. Es gibt viele Kirchen, Platze, viele Universitäten…. Das Zentrum ist echt sehr beeindruckend. Aber dazwischen sieht man auch die Familien mit ihren Kindern betteln und auf der Straße leben. Aber man kann schon sagen, dass Puebla zu den besseren Städten in Mexiko gehört. Obwohl knapp 2 Millionen Menschen hier leben, wirkt die Stadt auf mich eher klein und überschaubar.

Samstagabend und Sonntags traf ich weitere Freunde und Verwandte der Familie, also es gab keine Langeweile. Sonntags ging es dann in die Kirche. Zuvor hatte ich eine Torta mit Mayonnaise und allem möglichen drauf gegessen und dazu ein großes Glas Milch getrunken. Diese super Mischung spielte während der Kirche Karussell und mir war die gesamte Zeit nicht wohl zu Mute. Zum Glück blieb alles da, wo es sein sollte, und der Gemeinde blieb ein unschöner Anblick erspart :).

Der Ablauf in der Kirche unterschied sich nicht sehr von dem in Deutschland: Es wurde gesungen und gebetet 🙂

Nachmittags haben wir dann mit der ganzen Familie ein Fußballspiel der mexikanischen Mannschaft geguckt. Auch die Oma fieberte mit. Und wie ich im Gespräch erfuhr, ist sie ein großer Fan des Stierkampfes.

Das Wochenende tat meinem Jetlag sehr gut und ich freute mich sehr auf die erste Woche im Heim.