Die Zeichen stehen auf Abschied

Donnerstag, 09. August 2012 von Sarah Patzelt

It’s time to say goodbye – die Tränchen kullern“

Die Zeit verfliegt weiter wie im Fluge und ich kann mir kaum vorstellen, in zehn Tagen meine Heimreise anzutreten. Doch die Zeichen stehen auf Abschied. Letzte Woche gab es bereits meine Verabschiedungsfeier in der Schule. Diese musste aus vielen organisatorischen Gründen so früh gelegt werden. Man hatte versucht, es eine Überraschungsparty werden zu lassen, allerdings war dies einigen Kinder nicht bewusst. So hörte ich doch des Öfteren: „Sarah are you leaving on Thursday?“ Mhm, komisch, dachte ich mir, warum soll ich am Donnerstag abreisen?! Und meine Kollegen benahmen sich auch ganz seltsam, so dass es mir z.B. „verboten“ war, in die Klassenräume zu gehen. Wollte ich mit einem Lehrer reden, kam dieser raus auf den Gang (sehr untypisch) und ich konnte ständig hören: „Psssst, Sarah is outside“ 🙂

Kurzum, ich wusste also, dass etwas im Busch war…

Es kam der Donnerstag und ich wurde aus der Schule gelockt und kam auch erst am Nachmittag wieder, als bereits alle Kinder, Lehrer und Gäste in der großen Halle saßen.
Die Klassen hatten jeweils etwas Kleines vorbereitet. So wurde gesungen, getanzt, geschauspielert, geweint aber auch GANZ viel gelacht.

Es war rührend zu sehen, dass die Kinder sich wirklich sehr viel Mühe gaben und alle ihren Spaß hatten. 🙂

„Eine Tür wird zugeschlagen und ein Fenster geöffnet.

Das waren die Worte des Direktors des College in seiner Rede bei meiner Verabschiedung. Sie waren darauf bezogen, dass alle zwar traurig sind, dass ich gehen muss, aber ein Fenster bereits geöffnet wurde. Eine neue Freiwillige ist nämlich unterwegs und kommt heute in Johannesburg an. Es sind schon alle ganz gespannt auf Lena und darauf, wie sie wohl sein wird. Und vor allem ich, die mit Lena schon seit einiger Zeit im E-Mail-Kontakt steht und ihr jetzt endlich mein/ihr Projekt zeigen will 🙂
Lena startet im Gegensatz zu mir voll durch und fängt am Montag direkt mit dem Ferienprogramm an. Bis dahin haben wir aber noch ein paar Tage und ich werde ihr dann erst einmal mein Johannesburg zeigen 🙂

Also, wer mehr über Lena und ihre Zeit im Three2Six-Projekt lesen möchte, schaut einfach im Sternsingerblog unter Freiwillige nach Lena Monshausen in Südafrika!

Let the Holiday Program begin- endlich geht es los

Am Montag ist es endlich soweit: Nach Wochen der Vorbereitung und Organisation, starten wir unser Ferienprogramm. Die erste Wochen werden wir ganz künstlerisch mit den Kindern gestalten: Wir haben südafrikanische Künstler, die mit unseren Kindern arbeiten werden.

Auch in der zweiten Woche wird es nochmal künstlerisch, aber der Fokus liegt doch auf der Wiederholung vom Schulstoff und einem Trip zur Universität in Pretoria, wo Studenten wissenschaftliche Experimente den Kindern vorstellen und gemeinsam durchführen werden.

Und abschließend gibt es noch einen Ausflug ins Theater, den ich natürlich leider nicht mehr mitmachen werde. Ich bin mir aber sicher, dass die Kinder sehr viel Spaß dabei haben werden.

Ich kann es wirklich kaum erwarten, dass es endlich Montag wird, auch wenn das wiederum bedeutet, dass meine Zeit hier zu Ende geht 🙂


Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus…

Ja, so war es tatsächlich am Dienstag. Morgens wachte ich auf und bekam erst einmal einen kleinen Schock. Irgendetwas war anders… Richtig, es war bewölkt und man konnte die Sonne nicht sehen, was eigentlich total ungewöhnlich für Südafrika ist. Den strahlend blauen Himmel werde ich garantiert in Deutschland vermissen 🙂 Vormittags konnte ich nur kleine und wenige Schneeflocken ausmachen. Am Nachmittag aber ging dann das Ganze richtig los. Und da Schnee hier in Johannesburg eine Seltenheit ist (manche meinten, das letzte Mal richtigen Schnee hätte es 2008 gegeben?!), schrien alle wie verrückt. Wörtlich alle ließen die Arbeit für einen Moment ruhen und es zog sie nach draußen in den Schnee. Es war herrlich zu sehen, wie Groß und Klein sich freuten wie Schneekönige. Und natürlich musste auch ich ein Erinnerungsfoto machen. Schnee in Südafrika und das noch im August. CRAZY!!

Zum allen Überfluss fiel dann in unserem Büro (mal wieder) der Strom aus, sodass es keine Heizung und kein heißes Wasser gab. Brrr, das war dann nicht mehr so lustig und ich war zum ersten Mal froh, als die Uhr anzeigte, es ist Zeit nach Hause zu gehen. 🙂

 

Es gibt auch gute Neuigkeiten…

Mittwoch, 25. Juli 2012 von Sarah Patzelt

Nachdem mein letzter Blogeintrag doch etwas depressiv und dunkel die Situation in Südafrika geschildert hat, werde ich mich heute mal auf das Gute konzentrieren, denn auch gute Dinge passieren im Projekt, in Johannesburg und in Südafrika… 🙂

Also zu den guten Neuigkeiten:

Die Mutter ist zurück 🙂

Ich habe im letzten Eintrag von der Mutter berichtet, die seit März im Lager ist und über ihren Sohn, der nicht mehr zur Schule kommen konnte.
Irgendwann haben wir es nicht mehr ausgehalten zu warten, dass endlich was geschieht und beschlossen, den Jungen jeden Tag von seiner Tante abzuholen und wieder zurück zu bringen. Es ist ein immenser Zeitaufwand und unterbricht unsere Arbeit auch ziemlich, aber jedes Mal wenn wir das Strahlen des Jungen sehen, werden unsere Mühen tausendmal zurückgezahlt. Er ist wirklich sehr glücklich, nach vier Wochen zuhause rumsitzen, endlich wieder zur Schule gehen zu können, zu lernen und seine Freunde zu sehen.
Außerdem ist seine Mutter vor einer Woche aus dem Lager entlassen worden und hat Papier für die nächsten drei Wochen bekommen. Sodass sie sich in der nächsten Zeit wieder bei „Home Affairs“ (Einwanderungsbehörde) melden muss, um eine längere Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Wir haben mehrere Organisationen eingeschaltet, die der Mutter jetzt helfen eine Unterkunft für sich und die Kinder zu finden, in Papierfragen zur Seite stehen und auch sonst Unterstützung anbieten.

Auch die Kinder, die mit dem Minibustaxi fahren mussten, um dann in unsere Busse einsteigen zu können, haben das Glück, dass sich ihre Situation geändert hat und sie umgezogen sind, sodass sie wieder im Einzugsbereich der Schule wohnen.
Umziehen ist für die Kinder eh eine ziemlich normale Sache. Nicht unbedingt, weil die Eltern es wollen, sondern eher weil sie aus den Wohnung rausgeschmissen werden. Das hat verschiedenen Gründe: Manchmal können die Eltern einfach die Mieten nicht mehr bezahlen, ein anders Mal will der Wohnungsbesitzer sie einfach nicht mehr haben, da andere Leute evtl. mehr Miete zahlen und ab und an wird auch einfach kein Grund genannt…
Es ist also keine Seltenheit, dass ein Kind einem erzählt: „They chased us out of the flat!“ (Sie haben uns aus der Wohnung vertrieben) Und auf die Frage wo sie jetzt wohnen, bekommt man oft die Antwort, dass die Familie auf andere Verwandte aufgeteilt wurde.

Ein Eimer voll Suppe

Es ist südafrikanischer Winter und auch wenn es heute wieder ein sehr angenehmer Tag ist und wir heute Nachmittag garantiert 20 Grad haben werden, waren die letzten Wochen doch ziemlich kalt. Dass das Thermometer nachts unter Null fiel, war keine Seltenheit. Und auch tagsüber kletterte die Temperatur nur selten über 10 Grad hinaus.
Das hört sich für uns nicht wie ein allzu harter Winter an, allerdings sind die Häuser nicht isoliert und kleine Heizgeräte sind nun mal für wohlhabende Leute.

Aber wir haben Glück, dass wie Decken für unsere Kinder gespendet bekommen haben und einige Eltern der Regelschule Sacred Heart College nun jede Woche für jede Familie im Three2Six Projekt einen Eimer voll Suppe kochen. Jede Familie bedeutet in unserem Fall, dass wir 101 Familien haben. Und donnerstags werden die Suppen geliefert und ich bin nachmittags damit beschäftigt, die Eimer zu verteilen und den darauf folgenden Tag die Eimer wieder einzusammeln. Aber die Kinder freuen sich riesig über die leckeren Suppen und es hilft den Familien wirklich sehr.

Nelson Mandela Day – 67 Minuten etwas Gutes tun

Am letzten Mittwoch (18. Juli) hatte Nelson Mandela Geburtstag. Das ist ein ziemlich wichtiger Tag in Südafrika und die Leute spielen verrückt. Auch unsere Kinder. So haben sie während der üblichen täglichen Versammlung lautstark „Happy Birthday“ für ihn gesungen. Sie sehen sich nun mal als Südafrikaner 🙂
An diesem Tag wird dazu aufgerufen 67 Minuten lang etwas Gutes zu tun. (Auch wenn es häufig Kritik gibt, dass einmal im Jahr 67 Minuten etwas Gutes zu tun nicht ausreicht…)
Warum aber 67 Minuten? Die Zahl kommt daher, dass Nelson Mandela mit 67 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und als Zeichen des Respekts soll nun jeder Südafrikaner 67 Minuten etwas Gutes tun. Und das machen sie dann auch, jeder versucht an diesem Tag etwas zu machen. Wochen vorher konnte man Plakate sehen, die genau dazu aufriefen. Gemeinnützige Organisationen nutzen natürlich die einmalige Hilfsbereitschaft. Auch wir hatten eine Veranstaltung, organisiert von einer anderen Organisation, die seit April mit uns zusammenarbeitet. Sie wollten sich und unsere gemeinsame Arbeit vorstellen und als „Eintrittsgeld“ wurde um Bücher für unsere Bücherei, die leider immer noch nicht fertig ist, gebeten. Die Organisation „Teach Summit“ bietet im Moment jeden Samstag zwei Stunden English an. Da sie erst am Anfang sind, ist es momentan noch eine kleine Gruppe von zehn Schülern, die daran teilnehmen können. Aber wir hoffen, dass wir bald mehr Freiwillige finden, sodass mehr Schüler and dieser Samstagsschule teilnehmen können.

Und die Kinder wollen auch samstags kommen, da es Zuhause langweilig ist. Erst letzten Samstag kamen zwei Schüler, die nicht auf der Liste standen. Sie kamen fein herausgeputzt und mit ihren Schulrucksäcken bewaffnet. Da wir aber die Gruppe klein halten wollen, sodass möglichst viel individuelle Arbeit zwischen Freiwilligen und Schülern möglich ist, musste ich sie wieder nach Hause schicken 🙁
Es ist kaum zu glauben, dass die Kinder wirklich traurig sind, wenn sie nicht zur Schule gehen können. Und leider ist es oft so, dass sie sogar kommen, wenn sie krank sind. So wird uns Büro manchmal zur Krankenstation.

Sacred Heart Entrance Test – ein Stipendium für unsere Kinder?

Fünf unserer Sechstklässler haben vor einer Woche den Sacred Heart Entrance Test geschrieben. Sollten sie diesen Test bestehen, können sie ein Stipendium für das Sacerd Heart College bekommen und ab der 7. Klasse (also 2013) auf das Sacred Heart College gehen. Bisher haben wir noch keine Ergebnisse, ob es die Kinder geschafft haben bzw. wer es geschafft hat, aber wir hoffen, dass ein oder zwei Schüler den Test gut bestanden haben. Es wäre eine super Motivation für unsere Kinder, wenn sie sehen, dass es einige geschafft haben zum Sacred Heart College zu gehen.
Und die Chance für die Kinder einen vernünftigen Schulabschluss zu machen, später eventuel zur Uni zu gehen und einen guten Job zu bekommen, steigen natürlich immens, sollten sie eine Privatschule besuchen.
Außerdem kommen alle fünf Kinder aus sehr armen Familien, so dass die Eltern im Moment Probleme haben sie an den öffentlichen Schulen zu registrieren. So wäre es eine Hilfe für die Eltern, sollten die Kinder ein Stipendium an einer so guten Schule wie dem Sacred Heart College bekommen 🙂
Die Kinder und wir Erwachsenen sind total gespannt und es vergeht kein Tag, an dem die Kinder nicht angerannt kommen und fragen, ob ich nicht schon die Ergebnisse hätte.
Uns bleibt im Moment aber nur „abwarten und Tee trinken“

Holiday Program – Ich bin so gespannt

Heute und morgen werden wir mit den Kindern ein bisschen Vorarbeit für das Ferienprogramm leisten. Ich bin schon total gespannt, was unsere Kinder fabrizieren werden.
Wir werden verschiedene nationale Künstler haben, die mit unseren Kindern arbeiten werden. Das Thema wird sein: „Meine Reise zum Frieden“. Die Kinder können malen, zeichnen, Skulpturen machen etc, je nachdem was ihnen beliebt und die Künstler stehen ihnen mit Rat und Tat beiseite. Die kleineren Kinder werden Teller und Wanduhren mit Mosaik verzieren.

Das Ganze soll dann in einer Auktion im Oktober versteigert werden. (Leider bin ich dann nicht mehr da, aber ich bin sicher, dass es eine wahnsinnige Aktion wird ;-))

Abschied nehmen – es ist zu früh…

Langsam aber sicher muss ich mir Gedanken um den Abschied machen und auch die Kinder darauf vorbereiten, dass ich gehen werde. Sie hören das im Moment gar nicht gerne, aber ich bin mir sicher, dass sie sich auch schnell an die neue Freiwillige gewöhnen werden und sie später nicht gehen lassen wollen 🙂
Letztens habe ich mich mit einem Viertklässler unterhalten und ihm erklärt, dass meine Mama schon auf mich zuhause wartet und ich daher gehen muss. Seine Antwort war simpel: „But not so soon.“ 🙂

 

Rennen wir hier gegen die Wand?!

Montag, 18. Juni 2012 von Sarah Patzelt

Wir rennen hier gegen die Wand?! – Die Gewaltbereitschaft ist hoch

Schlägt man die Zeitung auf, wird viel von Überfällen, Mord, Hijacking (Entführung, Anm. d. Red.) oder ähnlichem berichtet. Selbst einige der Studenten, mit denen ich im Studentenwohnhaus wohne, erzählen ohne rot zu werden, dass sie sich schon geprügelt haben und es immer wieder tun würden, wenn jemand einen dummen Spruch über sie reißt.
Vor 3 Wochen war es sogar soweit, dass bei einer Kundgebung einer Partei ein andere Partei nicht einverstanden war mit der kundgegebenen Meinung und sie anscheinend keine andere Lösung wusste, als mit Gewalt zu antworten. So gab es eine große Straßenschlacht in dem Stadtviertel, in dem ich wohne (es geschah direkt vor meiner Wohnung und da ich krank war, war ich sogar zuhause, habe allerdings das ganze Debakel verschlafen. Zum Glück kann ich nur sagen, denn die Polizei musste mit Tränengas und Wasserwerfern eingreifen).
Die Gewaltbereitschaft ist hoch hier in Südafrika und auch in unserem Projekt. Da kommt es doch manchmal vor, dass man sich fragt ob es überhaupt Sinn macht, den Kindern beizubringen, dass kämpfen keine Lösung ist, wenn sie doch die restliche Zeit mit Gewalt konfrontiert werden.
In Südafrika ist es den Lehrern verboten, die Kinder zu schlagen. Allerdings bekommt man von vielen Erwachsenen (auch manchmal einigen Lehrern) zu hören, dass man die Kinder schlagen muss, damit sie Respekt zeigen. (Eine Einstellung, die ich eindeutig nicht nachvollziehen kann.) Das Problem ist, so sagen einige Lehrer, dass die Kinder zuhause geschlagen werden und da wir das in der Schule nicht dürfen und die Kinder das wiederum genau wissen, respektieren sie die Lehrer nicht und es ist schwierig, die Disziplin durchzusetzen. Das mag wohl sein, trotzdem rechtfertigt es meiner Meinung nicht, Kinder zu schlagen.

Letzte Woche hatten wir am Nachmittag Besuch von einer Mutter, die mit ihrem Kind kam, da dieses suspendiert worden war. Allerdings empfangen wir am Nachmittag keine Eltern, da wir oftmals sehr beschäftigt sind. Auch an diesem Nachmittag waren wir alle in den Klassen, um zu unterrichten. Als die Mutter hörte, dass sie am nächsten Morgen mit ihrem Sohn wiederkommen sollte, wusste sie nicht hin wohin mit ihrem Ärger über ihren Sohn und schlug auf ihn ein. Man konnte sehen, dass sie keine anderen Weg wusste, um mit ihrer Aggression umzugehen. Es ging sogar soweit, dass sie anfing, ihr Kind zu beißen. Da war es uns doch zuviel und wir gingen dazwischen (zum Glück stand ein Angestellter vom Sacred Heart College in der Nähe, der mir half, das Kind und die Mutter zu trennen).
Natürlich war ich zunächst sehr geschockt. Unter anderem auch, da dieses Kind nicht schrie oder irgendwelche Abwehrreaktionen zeigte, es weinte einfach nur. Aber auch, weil wir direkt vor einem Klassenraum standen und die Kinder in diesem sich schallend über ihren Mitschüler lustig machten. Während ich also total geschockt in den Klassenraum zurückkehrte, lachten und scherzten sie. Es schien, dass so etwas Alltag für die Schüler war.
Später erfuhr ich, dass diese Mutter nie zur Schule gegangen ist und sie nun verständlicherweise sehr wütend darüber war, dass ihr Sohn diese Chance so mit den Füßen tritt. Vielleicht wird die Mutter auch zuhause geschlagen, sodass sie keine andere Erziehungsmaßnahmen als Schlagen kennt.
Trotzdem frage ich mich dann manchmal, ob das ganze Reden gegen Gewalt und Kämpfen manchmal nicht für die Katz‘ ist, wenn die Kinder mit Gewalt aufwachsen. Wundert es einen dann noch, dass die Kinder ihre Probleme mit Gewalt lösen? Sie kennen doch einfach keinen anderen Weg…

Kleine Kinder müssen ganz groß sein – wo sind die Erwachsenen?

Eigentlich nehmen wir nur Kinder, die in direktem Umfeld der Schule wohnen. Auch wenn wir die Kinder in ihre Stadtviertel transportieren, können wir nicht alle Stadtviertel anfahren. Nun kommt es manchmal vor, dass die Eltern, Großeltern oder Tanten mit den Kindern aus verschiedenen Gründen umziehen müssen. Dies ist zwei unserer kleinen Mädchen passiert, sie wohnen nun in einem weit entfernten Stadtteil.
Diese Kinder nehmen unseren Schulbus und steigen mit den anderen Kindern an einer Bushalte aus. Dann aber nehmen sie ein Minibustaxi, um nach Hause zu kommen. Man mag sich das vorstellen: ein acht Jahre und ein neun Jahre altes Mädchen nehmen abends ein Minibustaxi in Gegenden, in denen ich nicht alleine um diese Uhrzeit unterwegs sein möchte. Diese Kinder nehmen es aber auf sich, um zur Schule zu gehen und ihre Freunde zu treffen. Manchmal bekommen sie kein Minibustaxi mehr, sodass sie in einer nahgelegenen Kirche übernachten müssen.
Eigentlich sind diese Kinder, sobald sie nicht mehr im Einzugsgebiet wohnen, disqualifiziert für unser Projekt, weil wir genau so etwas eben nicht wollen und dafür keine Verantwortung übernehmen können. Aber will man es den Kindern wirklich antun? Würde man sie nicht mehr zur Schule kommen lassen, würde es bedeuten, dass sie auf der Straße landen. Denn die Großeltern haben kein Geld, um sie an den öffentlichen Schulen zu registrieren, geschweige denn haben sie alle Papiere zusammen, die für eine Registrierung benötigt werden. Es wäre, als ob man den Kindern die letzte Chance nehmen würde. Und trotzdem ist es schrecklich, dass diese Kinder das durchmachen müssen.

Ein anderes Beispiel ist, dass wir drei Geschwisterkinder haben, deren Mutter seit März im Deportationslager (so heißt das Lager hier wirklich) sitzt, da sie mit abgelaufenen Asylpapieren gefasst wurde. Eigentlich ist es rechtswidrig, Flüchtlinge in ihr Heimatland zu deportieren, nur weil ihr Asyl abgelaufen ist, trotzdem passiert es hier täglich und sie ist nur noch in Südafrika, da sie aus dem Kongo kommt. Wäre sie aus Simbabwe, wäre sie längst abgeschoben worden. Wir haben im April Kenntnis von der Situation bekommen und sofort eine Flüchtlingsorganisation benachrichtigt, die sich um solche Fälle kümmern sollte. Bis heute ist nicht mehr passiert, als dass diese besagte Organisation die Daten der Mutter aufgenommen hat. Es scheint ein bisschen so, dass diese Leute einfach nur Daten für ihre Statistik brauchen. Nun ja, die Tante passt auf die Kinder auf, insgesamt sechs, allerdings arbeitet die Tante nicht, sodass sie sich nun genötigt fühlte, die Kinder auf verschiedene Familien aufzuteilen. Dies hatte zur Folge, dass eines der Kinder nun ebenfalls sehr weit weg wohnt und nun nicht mehr zur Schule kommen kann.
Mittlerweile haben wir einen weiteren Anwalt eingeschaltet und sie wollen Dienstag vor Gericht gehen. Wir hoffen wirklich, dass dieser Albtraum bald für die Kinder und die Mutter ein Ende hat.

Unsere Kinder müssen so viel durchmachen in ihrem noch so jungen Leben, dass man sich manchmal die Haare raufen möchte und sich ernsthaft fragt, wer dafür verantwortlich ist und sich anstatt über ein bescheuertes Bild, das den südafrikanischen Präsidenten mit entblößten Genitalien zeigt, doch mal ernsthaften Problemen zuwenden sollte (wer möchte, sollte mal „The spear“ googeln, da fasst man sich ernsthaft an den Kopf).

Und es sei noch einmal erwähnt, dass ich im Grunde nicht nur von Flüchlingskindern zu sprechen brauche, denn vielen südafrikanischen Kindern geht es oftmals nicht besser. Die öffentlichen Schulen sind schlecht ausgestattet, teilweise ist es egal, ob die Lehrer zur Arbeit kommen und es sitzen mindestens 40 Kinder in den Klassen. Zudem gibt es Schulen, in denen nicht auf Englisch unterrichtet wird, die Abschlussprüfungen und auch später die Universitäten verlangen aber Englisch als Hauptsprache.
Wie man sieht, geht es nicht nur den Flüchtlingskindern hier schlecht und gute Schulen sind rar.

Ein Flüchtling zu sein ist nicht leicht…

Auf ein spezifisches Problem der Flüchtlingsgemeinde möchte ich noch einmal genauer eingehen, da wir kurz davor stehen, genau wieder mit solchen Problemen konfrontiert zu werden.
Die Registrierung für das nächste Jahr hat begonnen und unsere Eltern sind nun auf der Suche nach der geeigneten Schule. Dies bedeutet, man schaut unter anderem, wie gut die Schule ist, aber auch wie hoch die Schulgebühren sind.
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass unsere Kinder es oftmals auf die Warteliste schaffen, aber oftmals nicht weiter. Dies liegt daran, dass teilweise sehr offen mit Fremdenfeindlichkeit umgegangen wird und den Eltern ganz klar gesagt wird, dass man ihre Kindern nicht nehmen wird, selbst wenn sie die Schulgebühren für das ganze Jahr zahlen würden. Oftmals wird aber auch eben dies verlangt; die Eltern sollen die Schulgebühren auf einmal bezahlen, während südafrikanische Eltern Monat für Monat zahlen können. Manchmal wird aber auch einfach kein Grund genannt, warum das Kind nicht in die öffentliche Schule aufgenommen wird.

Wir haben nun einige Kinder, um die es verdammt schade wäre, wenn sie ihre Zeit weiter in Three2Six verbaseln würden. Daher sind wir auf die Suche nach einer guten Schule gegangen, um selber zu schauen, welche Möglichkeiten bestehen, unsere „Toplearner“ zu registrieren. Eigentlich ist alles gut verlaufen und wir bekamen die Antwort, dass man unsere Kinder gerne nehmen würde. Aber unter einer Bedingung: Sie müssten die für südafrikanische Verhältnisse recht hohen Schulgebühren bezahlen. Nun ja, und da stehen wir schon wieder vor der Wand und wissen im Moment nicht weiter.

The Winter is here…

Der Winter hat es endlich geschafft in Südafrika einzufallen, und ja, es ist kalt. Nicht unbedingt Minustemperaturen, die braucht man aber auch nicht, da die Häuser kaum isoliert sind und es häufig auch keine Heizungssysteme gibt. Manchmal wird dann ein Heizlüfter eingerollt, aber in den Klassenräumen gibt es auch diese nicht.
Aber laut den Südafrikanern dürfte ich gar nicht frieren, schließlich wird es in Deutschland noch viel kälter. Ja, nur dass wir vernünftige Klamotten haben und unsere Häuser auch wunderbar isoliert sind. Und natürlich – es gibt Heizungen 🙂
Zum Glück für unsere Kinder haben wir Decken gespendet bekommen, so dass sie sich in den Klassenräumen darin einwickeln können und so nicht allzu sehr frieren.

Marcellin Champagnat – Begründer der Maristenbrüder

Die Schule wurden von den sogenannten Maristenbrüdern gegründet und war zunächst eine reine Jungenschule. Im Burenkrieg diente sie zwischenzeitlich als Lazarett für Buren und Engländer, bis sie dann eine multi-rassische Schule zur Zeit der Apartheid wurde. Einmal im Jahr gibt es ein Fest zu Ehren des Begründers der Maristenbrüder Marcellin Champagnat.
Dies bedeutet wiederum, dass unsere Kinder morgens kommen und sie nach einer gemeinsamen Messe einfach nur Spaß haben dürfen, bis sie mittags dann wieder abgeholt werden.

16. Juni 1976 – Tag der Jugend

Am 16. Juni wird hier der Tag der Jugend gefeiert, doch warum genau an diesem Tag? Am 16. Juni 1976 gingen tausende von Jugendlichen in Soweto (Südafrikas größtes Township) auf die Straße, um gegen die Ungerechtigkeit im Schulsystem, vor allem die schwarze Bevölkerung betreffend, zu demonstrieren. Die damalige Afrikaans-Regierung antwortete auf brutalste Weise auf diese Demonstration und richtete ein wahres Massaker an. In ehrenvoller Erinnung an die Jugend von damals ist der 16. Juni ein landesweiter Feiertag und man trägt seine Schuluniform, selbst wenn man schon lange aus der Schule raus ist.

EM 2012 – auch in Südafrika

Die EM ist natürlich nicht so ein Event hier wie es in Deutschland oder Europa sein mag, bleibt aber trotzdem nicht ganz unbemerkt. Natürlich werden die Spiele übertragen und jeder, der sich für Fußball interessiert, schaut fleißig zu. Aber wisst ihr eigentlich, wer Afrikameister 2012 geworden ist? Ich denke nicht, dass dieser Cup in Deutschland übertragen wurde. Eines kann ich verraten: „Bafana Bafana“, die südafrikanische Mannschaft, war es nicht 🙂

Zwei Monate habe ich noch

Langsam aber sicher geht meine Zeit hier doch zu Ende und ich muss mir immer mehr Gedanken über die Rückreise und die Zeit nach meiner Rückkehr machen.
Natürlich will ich das eigentlich noch gar nicht, vielmehr möchte ich jeden einzelnen Tag hier genießen und erst gestern sagte ich zu einer Freundin, dass es keine Verschnaufspause mehr gibt und wir nun all das machen müssen, was schon so lange auf unserer To-Do-Liste steht.
Ich werde auch immer mehr angesprochen und letztens sagte doch jemand zu mir: „Du bist noch hier? Ich dachte, du wärst schon wieder zurück!“ So etwas höre ich gar nicht gern. Ebenso die Nachfrage, wie viele Wochen ich denn noch hätte, diese weise ich momentan noch mit den Worten zurück: „Ich zähle noch nicht in Wochen“.
Ich kann es mir auch kaum vorstellen, all den lieben Leuten und vor allem den Kindern auf Wiedersehen sagen zu müssen und ebenso zuhause in Deutschland zu sitzen und zu wissen, dass die Kinder gerade ankommen und darauf warten, dass der Unterricht beginnt.
Trotzdem freue ich mich natürlich auch schon auf zuhause und all die Leute, die ich lange nicht gesehen bzw. gesprochen habe und all die Sachen, die ich doch hier vermisst habe. So freue ich mich auf schönes, leckeres Vollkornbrot, darauf, durch die Straßen zu gehen oder joggen zu gehen, ohne angequatscht zu werden, oder einfach sich keine Gedanken darüber machen zu müssen, ob die Gegend nun sicher ist und ob ich hier mein Auto abstellen kann oder nicht.

 

Halli Galli im Hühnerstall

Freitag, 11. Mai 2012 von Sarah Patzelt

The kids are back- Halli Galli im Hühnerstall

Endlich, die Kinder sind wieder zurück aus den Ferien. (Ja, unsere Kinder hatten schon wieder frei, keine Ahnung warum die Privatschulen hier so viele Ferien haben. Da wir uns aber an der Regelschule orientieren, haben wir auch zeitgleich Ferien. Dies gefällt unseren Kindern natürlich weniger ;-))
Mit den Kindern kommt natürlich auch der Lärm zurück und das Sacred Heart College lebt wieder. Nachdem 3 Wochen lang nur die Erwachsenen da waren um zu arbeiten, sind alle Schüler zurück und es ist den ganzen Tag Halli Galli angesagt.

Parents Consultation – Elternsprechtag

Am Karsamstag hatten wir noch einmal eine Art Elternsprechtag, bevor es dann in die Ferien ging. An diesem Tag hatten die Eltern die Chance die Zeugnisse der Kinder abzuholen, mit dem Klassenlehrer sowie mit der Koordinatorin des Projektes oder dem Head of the College zu reden. Einige Kinder hatten ihre Eltern auch begleitet und es war gut, dass sich Eltern und Lehrer mal treffen konnten und sich über die Kinder austauschten. Denn so stellte sich schnell heraus, dass es doch das ein oder andere gab, was Klärung bedurfte. Aber letztlich sind alle zufrieden nach Hause gegangen und konnten Ostersonntag in Ruhe genießen 🙂

Welche Hühner legen denn weiße Eier?

Eine witzige Anekdote zum Eier anmalen als österliche Tradition. Ich erzählte meiner Kollegin davon und sie war ganz interessiert. Irgendwann ließ ich aber in einem Nebensatz fallen, dass es mit dem Anmalen hier ja etwas schwierig wäre, in Südafrika gäbe es ja nur braune und keine weißen Eier. Daraufhin fing sie schallend an zu lachen und fragte mich: „Welche Hühner legen denn weiße Eier?“

Kuscheltiere und Pullover für alle!

Als Überraschung für die Kinder hatten meine Familie und Freunde ein riesiges Paket vollgestopft mit rund 180 Kuscheltieren auf den Weg nach Südafrika geschickt und wir konnten den Kindern jeweils eines an den ersten Tagen nach den Ferien geben. Sie haben sich sehr darüber gefreut und konnten es kaum glauben, dass all die Kuscheltiere aus Deutschland kamen. Vielen, lieben Dank dafür!!!!!!

Zusätzlich zu den Kuscheltieren gab es dann für jedes Kind noch einen Schulpullover. Denn angeblich wird´s hier Winter. Davon ist zumindest in den letzten Tagen nicht wirklich viel zu spüren gewesen. Bisher hatten wir strahlenden Sonnenschein und immer um die 25 Grad. Aber der „böse“ Winter soll kommen. (Ehrlich gesagt freu ich mich darauf schon, nach 2 Sommern kann ich einen Winter echt mal gebrauchen :-))

Examensphasen der Lehrer

Auch die Lehrer sind fleißig am studieren, um ihren Masterabschluss zu machen (In Südafrika kann man bereits mit einem Bachelor Honor (4 Jahre Studium) unterrichten). Dies bedeutet aber leider wieder einmal, dass einige der Lehrer im Mai aufgrund von Klausuren ausfallen. Dieses hat zur Folge, dass meine Kollegin und ich wieder einmal Vertretungsunterricht machen dürfen (Yeah, ich freu mich :-D) Vertretungsunterricht bedeutet aber auch, dass uns die Nachmittagsstunden für unseren Bürojob fehlen und somit wieder einiges an Arbeit einfach liegen bleiben wird, bis die nächsten Ferien kommen und wir alles nachholen können 🙂

„Sarah, you´ve got money because you are white!“

So etwas muss ich mir ab und an nicht nur von den Erwachsenen anhören, sondern auch von den Kindern. Wobei ich es den Kindern doch eher verzeihen kann als den Erwachsenen. Und selbst denen halte ich die Geschichte der Apartheid noch zu Gute und nach wie vor lebt die Mehrheit der Weißen sehr gut, während die Mehrheit der Schwarzen um das Überleben kämpft. Trotzdem gibt es Tage, an denen ich nicht lachend darauf antworten kann und am liebsten schreien würde.
Erzählt man dann noch, dass man aus Deutschland kommt, ist alles vorbei und jeder glaubt ich hätte die Millionen auf dem Konto. Ensetzt nahmen meine Kollegen zur Kenntniss, dass ich kein Auto in Deutschland habe, sondern mit dem Fahrrad und dem Zug fahren musste, und  dass ich keine Hausmädchen habe wie fast jeder hier in Südafrika 🙂

Sarah, kennst du das? – Äh ja, das ist eine Ananas!

Auch so etwas passiert immer wieder. Einige Menschen in Südafrika haben keinen blassen Schimmer, wie es in Deutschland aussieht, wie sollten sie auch. Das Einzige, das sie wissen, ist, dass Deutschland dieses reiche Land in Europa ist. Wie groß, wie viele Einwohner oder welche Sprache in Deutschland gesprochen wird, wissen manche nicht. (Da bin ich doch froh, dass einige Deutschland nur mit Bayern verbinden. Immerhin ist Bayern deutsch:-))
Erstauntes Ausrufen, wenn ich erzähle, dass es bei uns keine Löwen oder Elefanten gibt. Interessiertes Nachfragen, was man als erstes machen muss, wenn man sich für einen Lehrerjob in Deutschland bewerben will. Und dann die Erkenntnis, dass die Unterrichtssprache Deutsch ist und man daher erst einmal Deutsch lernen müsste.
Auch hier kommt es stark darauf an mit wem man spricht. Generell wird in der Schule viel europäische Geschichte durchgenommen, so dass einige manchmal mehr über die europäische Geschichte wissen als ich. Aber anscheinend leben manchen Menschen hier auch einfach von Vorurteilen gegenüber Europa und Deutschland, ohne diese skeptisch zu betrachten und zu hinterfragen.

Südafrikaner sind faul und langsam?!

Natürlich gibt es einige Sachen, die ich hier vermisse und meine Familie ist fleißig dabei, mir das ein oder andere zukommen zu lassen (Danke!). Allerdings vermisst man machmal hier einfach den deutschen Arbeitswahn.

Einige Beispiele:

Möchte man mal eben schnell ein, zwei Dinge einkaufen gehen, funktioniert das allerdings nicht wirklich. Denn für 10 Minuten Einkauf steht man manchmal eine halbe Stunde an der Kasse. Und es scheint sich keine Kassiererin irgendwie die Mühe zu geben schneller zu kassieren. (Allerdings scheine ich auch regelmäßig die Einzige zu sein, der das gewaltig auf die Nerven geht. Der Rest steht einfach da und wartet. Vielleicht wäre das ein weiteres Vorurteil: Südafrikaner sind sehr geduldige Menschen ;-)) Einmal war es fast soweit, dass ich schon fragen wollte, ob ich nicht eben die Dinge über den Scanner ziehen soll.
Freunde und Kollegen lachen immer wieder über mein Unverständnis über die lange Wartezeit und sind regelmäßig erstaunt wenn ich erzähle, dass unsere Kassiererinnen eine bestimmte Anzahl an Items in der Minute einscannen müssen. Ich scherze schon immer, dass ich zurück in Deutschland wahrscheinlich mit dem Einpacken gar nicht mehr hinterher kommen werde. (Selbst das Einpacken übernimmt hier jemand in aller Seelenruhe…)

Ein weiteres Beispiel ist, dass immer sehr viele Leute für einen Job beschäftig werden. In Restaurants findet man unter Umständen 10 Kellner plus 5 Supervisor. An Tankstellen und an Baustellen das Gleiche. Dies führt manchmal aber auch dazu, dass 3 Menschen arbeiten und 7 drum herum stehen und ein Pläuschchen halten.
Im Restaurant gibt es wie gesagt zig Kellner und natürlich die berühmt berüchtigten Supervisor, die alle 5 Minuten vorbeischauen, um sich zu erkunden, ob alles okay wäre.

Effizient wird hier eindeutig anders ausgelegt. Und so kann man schnell in die Situation kommen und behaupten, Südafrikaner sind langsam und faul.

ABER. Südafrika ist durch eine hohe Arbeitslosigkeit geprägt. Vor allem die Jugend leidet darunter. Die Arbeitslosenrate liegt bei 20%, also wer will sich nochmal über Deutschland beschweren? Dazu kommt, dass es kein finanzielles Auffangnetz gibt. Haste keine Arbeit, gibt’s auch kein Geld.

Der Staat versucht mit den vielen zusätzlichen Arbeitern wie Einpackhilfen im Supermarkt, Fahnenschwenker an der Baustelle oder Parkwächter auf einem bereits bewachten Parkplatz zumindest etwas der Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken. Und dafür zu sorgen, dass Menschen die Möglichkeit haben Geld zu verdienen und ihre Familie zu ernähren. Ob das der richtige Weg ist mag ich nicht zu beurteilen, aber das Wissen darüber macht die Warteschlange an der Kasse doch etwas erträglich und lässt mich zum Supervisor im Restaurant auch zum 5. Mal in 15 Min. sagen: „Thanks, everything is still fine.“

Schwarz und Weiß- darf man oder darf man nicht?

Es ist nach wie vor eine Gratwanderung für mich, ob ich nun Schwarz und Weiß sagen darf, Witze darüber machen darf oder nicht. Es kommt hierbei wie immer ganz auf den Gegenüber an und eigentlich ist die Hautfarbe für mich so gar kein Thema. Für die Südafrikaner aber nach wie vor schon.

So waren wir letztens im Kino und wurden gefragt, ob wir nicht eine Clubkarte haben wollten, dann kämen wir nächstes Mal günstiger ins Kino. Gesagt getan. Also haben wir fix das Formular dafür ausgefüllt. Allerdings stockte ich dann am Ende des Formulars denn da sollte man eines von 4 Kästchen ankreuzen. In den Kästchen stand einmal ein B, einmal ein W, einmal ein C und einmal ein I.
Ich war etwas verwirrt und schaute meine Freundin um Hilfe fragend an. Sie schaut von ihrem Formular auf und sagte: „Sarah, you have to tick W; you are white“ ( = Sarah, du musst „W“ ankreuzen, du bist weiß) Und damit kreuzte sie auf hrem Formula das „B“ an. Und dann begriff ich erst wonach hier gefragt wurde: W=White; B= Black; C= Colored; I= Indian. Natürlich war ich zunächst sehr erschrocken. Vor allem erschrocken und verwirrt war ich aber, da es anscheinend keiner als persönliche Beleidung aufnimmt, sondern es ganz normal ist nach der „Rassenzugehörigkeit“ zu fragen. Man möge sich diese Situation in einem deutschen Kino vorstellen…

Aber schwarz ist auch nicht schwarz. Es scheint, dass von jedem Schwarzen erwarten wird, dass er Zulu spricht. Genauso wie es manchmal passiert, dass von einem Weißen erwartet wird, dass er Afrikaans spricht.
Genau dieses ist uns u.a. in Durban passiert. Ich wurde auf Afrikaans angesprochen und erst nachdem derjenige meinen verwirrten Gesichtsausdruck gesehen hatte, merkte er wohl, dass ich der Sprache nicht mächtig war. Dafür aber meine Freundin (sie ist schwarz und ihre Muttersprache ist Afrikaans), die allerdings immer von anderen Schwarzen auf Zulu angesprochen wird. Selbst wenn sie auf Englisch fragt, wird auf Zulu geantwortet. Und auch wenn wir zusammen nach dem Weg fragen, wird ihr auf Zulu geantwortet. Wir lachen oftmals darüber, aber es ist manchmal doch arg anstrengend und ich frag mich, ob man so nicht die Grenzen zwischen Schwarz, Weiß, Pink und Grün noch aufrecht erhält.

 

Human Rights Day and 326´s Next Topmodel

Dienstag, 10. April 2012 von Sarah Patzelt

Human Rights Day – Wie? Was ist denn das nochmal?

„…let us celebrate the right of being South Africans and of living in this wonderful country, whose people defeated colonial and racial oppression, to build a country that belongs to all.“

– President Jacob Zuma, Republic of South Africa

Wie hoch loben wir doch Deutschland für die Vertretung der Menschenrechte. Wie hoch loben wir die EU, dass sie die Menschenrechte durchsetzt. Wie hoch loben wir uns doch …

Aber schätzen wir die Menschenrechte noch? Nehmen wir sie noch als etwas Besonderes wahr? Oder sind sie für uns selbstverständlich geworden? Selbstverständlich, obwohl noch in großen Teilen der Welt die Menschenrechte verachtet und nicht anerkannt werden. (Und auch selbst in Deutschland wir uns nicht immer ganz danach richten.)

Der Tag der Menschrechte war am 21. März in Südafrika
Hier in Südafrika ein besonderer Tag. Ein besonderer Tag, da die Menschenrechte erst vor weniger als 20 Jahren ALLEN Menschen hier zugesprochen wurden. Ein besonderer Tag für die Erwachsenen, die diesen Umschwung mitgemacht haben und ein besonderer Tag für die Jugend und Kinder, die Generation geboren in Freiheit („The generation born in freedom“), auf der die Zukunft lastet. Die „alte Generation“ ist stolz auf das Erreichte und sie wird die „junge“ Generation nie vergessen lassen, dass die Menschenrechte nicht einfach so vom Himmel gefallen sind, sondern dass Menschen dafür gekämpft, gelitten haben und sogar gestorben sind!
Gefeiert wurde das Ganze einen Tag früher auch im Sacred Heart College. Die Familie von Erik Molobi, der sich zur Apartheidszeit im Sacred Heart College versteckt hielt, war ebenfalls anwesend.

„Are you a white person?“ – Bist du eine weiße Person?

Diesen Satz bekam ich zu hören, als ich eine Kollegin zu einer Bekannten begleitete, um kongolesischen Fisch zu holen (ja, ihr habt richtig gelesen…).
Uns machten die beiden Söhne die Tür auf und das Erste, was der ältere Junge sagte, war eben: „Are you a white person?“:-)
Wir haben dann unsere Hautfarbe verglichen und ich bestätigte ihm, dass ich sehr wohl weiß wäre. Aber dieses Beispiel zeigt, dass „Black“ und „White“ (ganz im Gegensatz zu meinen euphorischen Eindrücken vom Anfang) nach wie vor Thema ist. Und dieses Thema nicht immer unbedingt von den Weißen hochgehalten wird, sondern es oft auch von den Schwarzen kommt, die die Hautfarbe als Unterschied manifestieren.

Auch in der Schule merkt man machmal, dass ich eben die Weiße bin, die auch zu allem Überfluss ein Auto fährt und eine eigene Wohnung hat. (Ach ja, und dann kann ich mir auch noch den „richtigen“ Kaffee  in dem „Coffeeshop“ leisten. Eindeutig ein Zeichen für Reichtum)
Manchmal ist es dann doch schwierig, sich selbst zurück zu nehmen und erst einmal Rücksicht auf die Person zu nehmen, die dieses Denken an den Tag legt. Trotzdem fällt es mir dann doch leichter, über den kleinen Jungen zu lachen, der es einfach nun mal so vermittelt bekommt, als über die erwachsene, studierte Person, die doch es eigentlich besser wissen müsste.

Endlich Ferien…. zumindest für ein paar Tage

Unser Projekt hat mal wieder Ferien. Ja, ich weiß, man glaubt es kaum, aber hier sind für 4 Wochen mal wieder die Schultore geschlossen – zumindest für die Schüler, die anderen, also Lehrer, Sekretärinnen, Putzkräfte und Co., müssen natürlich nach Ostern wieder hin. Und natürlich auch das Three2Six-Büro muss arbeiten, wobei es doch etwas entspannter zugeht, wenn die Kinder nicht um Punkt 14 Uhr auf der Matte stehen. Von daher werde ich jetzt eine Woche mal die Beine hochlegen und einer Freundin „mein“ Johannesburg zeigen und danach voller Energie die liegengebliebene Arbeit angehen 😀

SuperSoccer die Zweite und 326´s Next Topmodel.

In den letzten Wochen hatten wir auch noch das ein oder andere Highlight. So gab es eine zweite Runde mit dem SuperSoccer und die Kinder kamen einen Samstag, um erneut einen Ball und diesemal sogar 2 T-Shirts mit nach Hause nehmen zu dürfen. Sie hatten wie immer Unmengen an Spaß und diesmal spielte das Wetter auch die ganze Zeit mit.

Zudem halfen unsere Kinder den Schülern der Regelschule eine Modenschau zu veranstalten und nahmen als Model in ihren traditionellen Kleidern teil. Es war unglaublich und die Schüler der Regelschule waren hin und weg von unseren Kindern. Sie sahen auch einfach umwerfend aus und haben es echt gut gemacht.  Und vor allem waren sie sehr nervös vor dem Catwalk. So konnte man immer wieder hören: „Sarah, wie seh ich aus?“, „Sarah, geht das so?“  Sie waren dann auch sehr stolz, dass sie es so gut gemacht haben und werden diesen Tag hoffentlich nicht so schnell vergessen – den Tag, an dem sie das Sacred Heart College rockten.

Happy Easter!

Ostern haben meien Freundin und ich mit „Housesitting“ verbracht. Eine Bekannte von mir ist über die Ostertage weggefahren und fragte mich, ob ich nicht auf das Haus, den Hund und die zwei Katzen aufpassen könnte. Natürlich war ich hin und weg, hatte das Haus doch einen Swimmingpool. 🙂 So haben wir die Nachmittage oft am Swimmingpool verbracht. Denn, man will’s glauben oder nicht, lansgam kehrt auch hier der Herbst ein und morgens und abends ist es echt noch ziemlich kalt. Erst am Nachmittag, wenn die Sonne richtig hoch steht, ist es noch recht warm.

Ansonsten waren die Gottesdienste über Ostern katholisch und feierlich, sodass ich mich sehr wohl hier fühlte und ich Ostern in allen Zügen genießen konnte.

Und etwas, das mich sehr gefreut hat, da man es sonst immer nur auf Bildern sieht, waren die echten Palmenzweige am Palmsonntag! 🙂 (Ja, ich weiß, ein bisschen kindisch jetzt, aber ich hab mich trotzdem gefreut :-))

 

Die Zeit rennt…

Sonntag, 18. März 2012 von Sarah Patzelt

Es ist kaum zu glauben, aber ich habe bereits mein Bergfest hinter mir. Keine 6 Monate trennen mich von der Rückkehr nach Deutschland. Jeden Tag ist so viel zu tun und es passiert so viel, dass ich mich manchmal regelrecht erschrecke, wenn ich auf den Kalender schaue und feststellen muss, dass selbst der Februar schon wieder vorbei ist und wir nun auch schon wieder Mitte März haben.

Der Alltag…

Die Registrierung der neuen Kinder haben wir zum Glück abgeschlossen und nun stehen die Klassen erst einmal fest: 25 Kinder in 6 Klassen, 150 Kinder in allem. Mittlerweile hat auch die „Extraklasse“ angefangen und ich unterrichte drei Mal die Woche. Im Moment ist es noch ein bisschen schwierig, da wir viele neue Kinder haben, die noch kein oder kaum Englisch sprechen. Und da ich leider keine der afrikanischen Sprachen oder Französisch spreche, schauen wir uns manchmal verwirrt an und wissen nicht, was ihr Gegenüber meint. Aber wir nehmen es mit Humor und die Kinder freuen sich immer wenn ich versuche, ihre Muttersprache zu sprechen und mir dabei die Zunge verrenke 😉

Die Abbildung zeigt, aus welchen Ländern die Kinder kommen und wie viele offizielle (Amts- und National-)Sprachen in den Ländern gesprochen werden. Die ganzen Dialekte sind hier nicht mitgezählt!!!!

Man kann sich also vorstellen, welcher Vielfalt an Sprachen man gegenüber steht, wenn man 25 Kinder zu unterrichten hat. Die vielen unterschiedlichen Sprachen sind aber nicht das Hauptproblem der Neuankömmlinge. Oftmals scheint es, dass, obwohl sie behaupten zur Schule gegangen zu sein, nicht in ihrer Heimatsprache alphabetisiert sind. So beginnen wir momentan von ganz vorne und unterrichten hauptsächlich das englische Alphabet.

Obwohl wir die Registrierung nun endlich abgeschlossen haben, kommen nach wie vor die Eltern. Zwar nicht mehr in den Massen wie Anfang des Jahres, aber trotzdem müssen wir den Eltern nun mittlerweile sagen, dass keine Chance mehr besteht, dass die Kinder dieses Jahr noch einen Platz bekommen. Wir vertrösten sie dann auf nächstes Jahr und versprechen, dass wir ihre Kinder als erstes berücksichtigen, aber ein richtiger Trost ist das leider nun auch nicht.

Wir sind leider nur ein Schulprojekt…

Jeden Tag stoßen wir erneut an unsere Grenzen und Möglichkeiten. Das Three2Six-Projekt deckt nun einmal nur den Schulsektor ab, nicht andere Sektoren wie Gesundheit, Recht, Papiere oder ähnliches.
Oft haben wir Eltern, die verzweifelt zu uns kommen, weil sie nicht wissen, wie sie Schulgebühren für ihre Kinder, die auf öffentliche Schulen gehen, bezahlen sollen und Angst haben, dass das Kind dann von der Schule geschmissen wird. Wir können sie dann nur zu anderen gemeinnützigen Organisationen weiterleiten, die finanzielle Unterstützung geben. Aber bei vielen Eltern geht es auch um die bloße Existenz. So sehen wir im Moment, dass die Kinder wirklich nicht gut aussehen und einige anscheinend nicht viel zu essen bekommen. Normalerweise bekommen wir Lebensmittelspenden, allerdings sind dieses Jahr noch nicht sehr viele eingetroffen, so dass wir bisher kaum Lebensmittelpakete an die Familien weiterleiten konnten.

Eine weitere Grenze an die wir immer wieder stoßen, ist dass unsere Kinder oftmals misshandelt wurden (vielleicht auch noch werden) oder andere schlimme Erfahrungen gemacht haben, bei denen wir nicht helfen können, weil wir nicht entsprechend ausgebildet sind. So müssen wir auch hier auf Hilfe von außen hoffen.

Im Moment haben wir einen Schüler, der als Kleinkind mit seinen Eltern nach Südafrika kam. Dann allerdings verließ die Mutter Sohn und Ehemann und keiner weiß, ob sie überhaupt noch am Leben ist. Einige Zeit später kehrte auch der Vater zurück in sein Heimatland und ließ den Jungen in Südafrika bei seinem Stiefbruder zurück. Aber es scheint, dass sich seit Jahren kein Mensch so richtig um diesen Jungen gekümmert hat. Er hatte das Glück jemanden kennen gelernt zu haben, der sich seiner annahm und zumindest dafür sorgte, dass er nun bei uns im Projekt ist. Ein großes Problem ist momentan allerdings, dass dieser Junger nirgendwo registriert ist bzw. keinerlei Papiere hat. Solange er noch minderjährig ist, ist dies noch kein großes Problem. Sollte er aber irgendwann volljährig sein, könnte er Probleme mit der Polizei bekommen. Außerdem ist es gefährlich, wenn ein Kind nirgendwo registriert ist, zu schnell kann dieses Kind einfach verschwinden. (Das ist der schlimmste Fall!!! Also bitte keine Panik).

Letzte Woche waren wir also unterwegs, um zu schauen, was gemacht werden muss, damit dieser Junge Papiere bekommt. Es wird noch eine wahrer Rennerei von einer Behörde zur nächsten sein (manchmal ist es hier echt schlimmer als in Deutschland ;-)) Aber wir sind zuversichtlich in ein paar Wochen Papiere für ihn zu haben!

Allerdings bleibt für die Eltern erster Ansprechpartner bei Problemen die Koordinatorin des Projektes und da wir oft eine Adresse oder Telefonnummer haben, die wir herausgeben können bzw. unter Umständen auch mal selber den Kontakt zu anderen Organisationen aufsuchen, können wir wenigstens ein bissel helfen.

Super Soccer – wir sind ein Teil der Schule

Am Freitag hatten wir Besuch von einem Fernsehteam sowie dem Minister für Sport. Beide haben für den Fußball und für „Fair Play“ geworben. Und natürlich hatten unsere Kinder auch ein bisschen was davon.
Denn sie bekamen alle ein T-Shirt, einen Fußball und ein halbstündiges Coaching. Obwohl es den Tag vorher in Strömen geregnet hat und es auch am Freitag zunächst nur so regnete (Hier wird es dann doch langsam aber sicher Herbst :-)), hatte der Wettergott doch Einsicht mit uns und hielt für ein Stündchen die Regenwolken zurück, sodass unsere Kinder doch noch Fußball spielen konnten. Zusammen mit der Grundschule des Sacred Heart Colleges, haben unsere Kindern dann dribbeln, Slalom laufen mit dem Ball, schießen und anderer kleine Tricks geübt.
Sie hatten Unmengen an Spaß daran und vor allem war es für sie wieder ein ganz besonderer Tag, weil sie morgens zur Schule kommen durfte, wie jedes ganz normale Kind auch 🙂

 

Back to school :-D

Dienstag, 24. Januar 2012 von Sarah Patzelt

„Sorry I can’t help you“

Dies ist wahrscheinlich der Satz, den ich in den letzten 2 Wochen am häufigsten gebrauchen musste und der einem dann immer wieder die Grenzen der eigenen Möglichkeiten aufzeigt. „Entschuldige, aber ich kann dir nicht helfen.“ Sag das einmal zu einem 8-jährigen Kind, dessen Wunsch es einfach ist in die Schule zu gehen, mit Kindern in seinem Alter zusammen zu sein und eben nicht den ganzen Tag in der Wohnung zu sitzen. Es guckt dich mit großen, traurigen Augen an und du kannst nix tun…

„Ich kann den Namen auf die Warteliste schreiben“

Three2Six hat vor 2 Wochen endlich wieder angefangen. Nun ja, die Kinder sind vor 2 Wochen wieder gekommen. Meine Kollegin und ich sind schon wieder ein bisschen eher zurück, um alles vorzubereiten. Und seit 2 Wochen muss ich ständig den Eltern und den Kindern erklären, dass unsere Klassenlisten voll sind. 150 Kinder! Das Projekt ist voll, mehr Kinder können wir nicht aufnehmen. Und trotzdem reist der Strom der Eltern nicht ab, jeden Tag kommen neue Eltern, um nach einem Platz für den Sohn oder die Tochter zu fragen. Und das Einzige, was wir machen können, ist die Namen auf eine Warteliste zu schreiben. Aber für die 2. Klasse haben wir mittlerweile 19 Kinder auf der Warteliste. Das ist fast eine neue Klasse! Wie hoch mag also die Wahrscheinlichkeit sein, dass Kind Nr. 19 wohl einen Platz bekommt…
Mehr als 50 Kinder sind insgesamt auf der Warteliste. Auf der einen Seite ist es wirklich schrecklich, da wir hier an die Grenzen des Projektes stoßen, auf der anderen Seite ist es ganz klar ein Zeichen, dass Projekte wie dieses gebraucht werden und dass man hier noch Ausbauarbeit leisten muss.

„Wir waren auf der Warteliste der öffentlichen Schule ganz vorne“

Auch dies ist einer der Sätze, der in den letzten 2 Wochen häufig gefallen ist. Viele Eltern haben sich letztes Jahr im Juni/Juli um einen Platz auf einer öffentlichen Schule gekümmert. Sie wurden dort auf die Warteliste gesetzt und laut Aussagen der Eltern, waren sich auch einer der Ersten. Und dann werden sie hingehalten. „Komm am ersten Schultag wieder und dann schauen wir mal…“ Und sie kommen am ersten Schultag und es heißt nur: „Es gibt keinen Platz für dein Kind“
Die öffentlichen Schulen haben erst letzte Woche angefangen, daher erhöhte sich auch nochmal der Zustrom an Eltern, die gehofft hatten, einen Platz auf einer öffentlichen Schule zu bekommen und nun vor dem Nix stehen.
Aber wie überall haben wir auch Eltern, bei denen man einfach nicht versteht, warum sie erst jetzt kommen. (Offiziell haben wir die Registrierung im November geschlossen!)
So gibt es Eltern, die seit Jahren in Südafrika sind und die Kinder manchmal bis zu einem Jahr bereits hier sind. Die Eltern haben sich bisher aber nicht um eine Schule gekümmert. Manchmal liegt es einfach daran, dass sie von unserem Projekt noch nichts gehört haben (wobei wir in der Flüchtlingsgemeinschaft schon ziemlich bekannt sind) oder einfach, weil sie mit dem südafrikanischen Schulsystem nicht vertraut sind und glauben, dass man mitten im Schuljahr nicht mehr anfangen kann. Daher warten sie lieber bis zum Schuljahresanfang.
Und immer wieder hört man dann: „Ah Sissi, hilf uns.“ Und man kann ihnen dann nur erklären, dass man keine Kinder aus den Klassen herausnehmen kann, um andere Kinder wieder hineinzubringen…

Manchen schaffen aber auch den Sprung zur öffentlichen Schule

Aber es gibt natürlich auch Positives zu berichten. So haben wir um die 30 Kinder, die es geschafft haben sich an öffentlichen Schulen registrieren zu lassen. Einige davon konnten wir auch etwas finanziell unterstützen, sodass die Eltern Schuluniformen und Schreibmaterialien für das Kind kaufen konnten.
Und letzten Mittwoch hatten wir dann Besuch von 2 ehemaligen Three2Six-Schülern in ihren neuen, schicken Schuluniformen. Sie sahen wirklich „smart“ aus 😀 Sie waren den ersten Tag in der Schule gewesen und wollten am Nachmittag mal schauen, was ihre Freunde in Three2Six machen. Es war schon schön zu sehen, dass es einige Kinder schaffen:-)

„She can play soccer“

Im Moment haben wir die Extraklasse noch nicht wieder in Angriff genommen, sodass ich um 14 Uhr noch nix zu tun habe und zu den Kinder auf’s Feld gehen kann. Die Jungen der 5. und der 6. Klasse spielen immer Fußball. Und ich habe mich letzte Woche ab und zu angeschlossen. Sie waren ganz erstaunt, dass ein Mädchen doch tatsächlich Fußball spielen kann 🙂
Lange halte ich aber bei der Mittagshitze nicht durch und bin immer froh, wenn die kleinen Erst- und Zweitklässler-Mädchen mich in Beschlag nehmen und ich eine Entschuldigung habe, das Fußballfeld zu verlassen 🙂

„I love Sarah.“ „Yebo, me too“

Den Satz habe ich dann gestern gehört, nachdem ich wieder einmal Vertretungsunterricht in der 3. Klasse machen durfte.
Die Klasse ist dadurch gekennzeichnet, dass sie keine 2 Minuten still sitzen kann und jeder Kommentar von einem Schüler von 5 weiteren kommentiert wird:-)
Und da ihre Klassenlehrerin mit strenger Hand regiert, im Gegenteil zu mir, nutzen sie die Gelegenheit ein bissel „trouble“ zu machen 🙂
Gestern war ich also in der 3. Klasse und unterrichtete. Oh Mann, gestern haben sie mich echt fertig gemacht, sodass ich dann irgendwann den Spaß beiseite lassen musste und meine strenge Seite herauskehren musste … (Ja, ich habe ein strenge Seite… manchmal… selten…). Ich war dann echt böse mit den Kindern und plötzlich sagt ein kleiner Junge mehr zu sich selbst: „I love Sarah“ und die ganze Klasse stimmt ein. Na toll, da war die strenge Sarah wieder verschwunden und wir haben zum Abschluss dann doch noch’n kleines Spielchen gemacht 😀

Zwischenseminar Tanzania

Morgen geht’s für mich dann zum Zwischenseminar nach Bagamoyo in Tansania. Ich freu mich auf der einen Seite schon riesig. Auch weil ich dort eine Freundin wiedertreffe, die ihren Freiwilligendienst in Sambia leistet. Aber auch, weil ich schon ganz gespannt bin, was die anderen Freiwilligen für Projekte haben und was sie so zu berichten haben. Vor allem, da es bei mir ja immer heißt, dass Südafrika nicht das „richtige Afrika“ sei…:-)
Auf der anderen Seite ist im Moment einfach so viel Arbeit hier in Three2Six zu tun, dass ich eigentlich nicht weg will und meine Kollegin die Tage zählt, bis ich endlich wieder zurück bin 🙂
Nun ja, es ist wie es ist und ändern kann man es eh nicht. Oder um es mit den Worten meiner Kollegin zu sagen: „What can we do…“ 😀

 

Weihnachten, Silvester und Co.

Sonntag, 01. Januar 2012 von Sarah Patzelt

Nun schreiben wir schon den 1.1.2012 und ich bin seit gut 4 Monaten in Südafrika. Die Zeit ist so schnell verflogen, dass ich mich manchmal wortwörtlich erschrecke, dass es jetzt „nur“ noch 8 Monate sind, die mir hier bleiben.
Weihnachten und Silvester waren wirklich sehr schön, aber fangen wir von vorne an.

Einladungsmarathon oder auch Chicken und Braai ohne Ende

Die letzten 2 Wochen hatte ich sehr viele Einladungen zum Mittagessen oder zum Abendessen, da irgendwie jeder bedacht war, dass ich bloß nicht alleine zur Adventszeit bin. Das war wirklich sehr schön und ich habe mit Freude jede Einladung angenommen. (Und einen ganz  klaren Vorteil hatte das Ganze nebenbei auch noch, ich musste nicht selber kochen :-D)

Nun ja, wie könnte es auch anders sein, wurde fast jedesmal gegrillt (südafrikanisch: Braai). Ich dachte wirklich, dass wir Deutschen schon verrückt mit dem Grillen sind, aber hier scheint es wirklich noch viel, viel verrückter zu sein. Nichts geht über einen Braai und wenn´s geht, so oft wie möglich und vor allem Fleisch, Fleisch und nochmals Fleisch, vorwiegend Chicken natürlich. Ehrlich gesagt, kann ich Chicken schon fast nicht mehr sehen, denn es gibt Chicken-Bratwurst, Chicken-Lasagne usw. Den einen Tag kam es soweit, dass ich zu einem Bekannten sagte, der mich fragte ,wohin ich denn heute gehen würde: „Zu einem Braai und wenn es dann wieder Chicken gibt, renne ich davon“. Natürlich gab es Chicken und natürlich bin ich nicht davon gerannt 🙂 Und so schlimm ist Chicken nun auch wieder nicht, so dass ich es wohl die nächsten 8 Monate mit Chicken aushalten werden 😀

Südafrikanisches Weihnachten

So, nun aber zum Weihnachtsfest, was wahrscheinlich die meisten Leute interessieren wird. Wie wurde hier Weihnachten gefeiert?
Generell wird hier erst einmal nicht am Heiligabend gefeiert sondern erst am „Christmas Day“ (=1. Weihnachtsfeiertag). Ich war trotzdem am Heiligabend bei meinem Chef und Familie zum Essen eingeladen (nein, es war kein Braai, sondern ein kaltes Buffet, aber ratet mal was es an Fleisch gab: Chicken :-D)
Nach dem Essen bin ich dann noch in die Mitternachtsmesse gegangen, die dann irgendwann gegen 1 Uhr nachts zu Ende war und anschließend haben wir noch einen Absacker getrunken. Es war wirklich ein sehr schöner heiliger Abend und nicht so viel anders als ein „deutscher Heiligabend“ 🙂
Am nächsten Tag bin ich dann wieder bei meinem Chef und Familie zum Mittagessen eingeladen gewesen und mein Herz jauchzte als ich entdeckte, dass es kein Chicken gab, sondern Lamm und Kassler. Den Tag verbrachten wir dann, warum sollte es auch anders sein als im lieben Deutschland, mit Essen, Essen und nochmals Essen. Es gab zum Kaffee einen sogenannten „Christmas Pudding“, was sich als matschiger Schokokuchen mit Rosinen, Kirschen und allerlei weihnachtlichen Gewürzen heraustellte. (Sehr lecker!) Es war ein wirklich schön, entspannter Tag und glücklicherweise war uns das Wetter hold und es gab keinen Regen, sondern strahlenden Sonnenschein. (Ja, auch in Südafrika gibt es mal schlechtes Wetter und nachdem es  Heiligabend ganze 14 Grad und bewölkt war, freuten wir uns alle über die Wärme :-))
Den 2. Weihnachtsfeiertag habe ich dann wieder mit einem Braai verbracht und anschließend bei der Suppenküche für Obdachlose, die hier in der Kirche montagabends geöffnet ist, geholfen.
Eine „Kuriosität“ was Feiertage in Südafrika angeht, muss ich hier dann doch noch erwähnen und wahrscheinlich werden einige dann doch ein bissl neidisch werden. Denn sollte ein Feiertag auf einen Sonntag o.ä. fallen (was dieses Jahr für den Christmas Day und für New Years Day gilt) wird der freie Tag einfach auf den folgenden Tag verschoben. Das hatte zur Folge, dass letzte Woche sowohl der Montag (26. Dez) und auch der Dienstag (27.) frei war. Denn der 26. Dezember (Boxing Day = Die Leute strömen an diesem Tag in die Einkaufszentren, um ihre Weihnachtsgeschenke umzutauschen) war bereits ein Feiertag  und so wurde der freie Tag vom 25. Dezember bis zum 27. Dezember verschoben. (Ich hoffe, das war verständlich ;-)) Wie ich dann allerdings entdeckte, bedeutet „Feiertag“ nicht, dass die Einkaufszentren zu haben, sondern im Gegenteil wirklich wortwörtlich überlaufen sind.

Und nach wie vor fällt es mir schwer, mich an die Weihnachtsdekoration zu gewöhnen. Bzw. vor allem an die Dekoration des künstlichen Weihnachtsbaumes. Da in unserer Familie, es eher schlicht mit Strohsternen, Lichterkette und Kerzen gehalten wird, bin ich das ganze Geblinke, Geglitzer und Farbenfrohe nicht gewohnt. Es scheint hier die Aufgabe zu sein, soviel Grün vom Tannenbaum hinter blinkenden Weihnachtskugeln mit einem Rentier darauf, Lamette und bunter, blinkender Lichterkette zu verstecken, wie es nur möglich ist 🙂

Südafrikanisches Silvester

Im Grunde unterscheidet sich das „südafrikanische“ Silvester nicht wirklich vom „deutschen“ Silvester, außer vielleicht der Braai anstatt Fondue (wobei auch dieses hier an Silvester gemacht wird und ich einige wahnwitzige Personen kenne, die auch an Silvester in Deutschland grillen).
Interessant ist vielleicht zu erwähnen, dass man anscheinend eine Erlaubnis braucht, um ein Feuerwerk in der Wohnsiedlung abzufeuern. (Und ich muss sagen, nachdem was ich gestern direkt neben uns mitbekommen habe, brauchen einige Leute wohl auch einen Lehrgang in Sachen Feuerwerk) Und auch wenn man mir erzählte, dass viele Leute einen Haufen Geld für Feuerwerk ausgeben, können sie doch mit Deutschland (zumindest in dem Teil von Johannesburg, den ich vom Balkon aus sehen konnte) nicht mithalten. Was eigentlich auch nicht so schlimm ist, bedenkt man zum einen die wahnwitzige Idee, Millionen von Euro/Rand in die Luft zu feuern und zum anderen die Umweltverschmutzung, die damit einhergeht.
Und wieder fällt einem auf, dass wir Deutschen anscheinend bevorzugt nach Südafrika ausgewandert sind. Denn da sitzt man nichtsahnend am Tisch (ich wurde zum ersten Mal auch nicht mit: „Das ist meine Freundin Sarah. Sie ist aus Deutschland“ vorgestellt) und auf einmal realisiert man, dass das ältere Ehepaar neben einem sich auf deutsch unterhält. Und natürlich: beim Nachfragen kommt heraus, dass der Ehemann als kleiner Junge mit seinen Eltern nach Südafrika ausgewandert ist. Mich würde echt interessieren, wie viele Deutschstämmige hier in Südafrika leben, denn egal wo ich auch hinkomme, irgendjemanden treffe ich dann doch, der deutsche Wurzeln hat und teilweise auch noch deutsch spricht 🙂

„Now“ oder „now now“?

Ansonsten ist nicht wirklich viel passiert, ich habe frei und entspanne viel und sehe mir die Gegend an. Und dann ist eines Morgens nach meiner Joggingrunde mein Auto kaputt gegangen und ich stand 3 Stunden am Straßenrand und wartete auf jm., der mich abschleppen sollte. Er sagte mir nach 2 Stunden am Telefon, er wäre „now“ (jetzt) auf dem Weg. Und als ich auflegte, dachte ich nur bei mir: „Mist, er hat nur „now“ gesagt und nicht „now now“. Da kann ich mich wohl noch auf eine Weile Warterei einstellen. Und ich hatte Recht: 1 Stunde später traf er dann endlich ein. Das ist auch so eine Eigenart im südafrikanischen Wortschatz: „now“ bedeutet keinesfalls, dass es sofort erledigt wird, sondern erst „nownow“ ist gleichbedeutend mit unserem „jetzt“. Aber sobald man dieses für sich entdeckt hat, kann man damit sehr gut umgehen. Und obwohl ich Warterei hasse und ich schließlich 3 Stunden in stinkenden Joggingklamotten ohne Dusche und in praller Sonne (ich hatte meinen ersten Sonnenbrand :-)) warten musste, fand ich es komischerweise doch eher amüsierend 🙂

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass ich allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr wünsche 🙂

 

Mich gibt es noch :-)

Montag, 05. Dezember 2011 von Sarah Patzelt

Nach langer Zeit melde ich mich auch mal wieder mit einem Eintrag. Allerdings waren die letzen 3 Wochen so voll mit Arbeit, dass ich kaum Zeit gefunden habe, wirklich darüber nachzudenken was ich alles mache. Und heute, heute habe ich beschlossen, mich keinen Zentimeter aus dem Bettchen zu bewegen, höchstens um zum Kühlschrank zu laufen 🙂

Naja, wie ihr lesen könnt, hat das nicht ganz geklappt, und da nach wie vor einige Arbeit in den nächsten Wochen auf mich zukommt, werde ich jetzt mal diesen einen freien Tag nutzen und euch im schönen, kalten Deutschland über meine letzten 3 Wochen zu berichten.

Graduation 2011 – ein ganz besonderer Tag

Gestern hatten wir Graduation (Zeugnisübergabe und Verabschiedung der Sechstklässler, die nun in eine öffentliche Schule gehen). Die Graduation ist ein ziemlich große Sache in dem Projekt. Begonnen hat alles

mit einer Messe und einem kleinen Krippenstück, welches die Kinder fantastisch spielten. Danach gab es etwas zu essen und zu trinken und schließlich versammelten sich alle in einer großen Halle und jede Klasse hatte etwas vorbereitet, um es den Eltern, den Geschwisterkindern und den Gästen zu präsentieren. Es wurde geschauspielert, gesungen und getanzt. Es war eine große Freude zu sehen, dass die Kinder, die die letzten 2 Wochen fleißig geübt hatten, ihre Sache sehr, sehr gut machten. Danach wurden dann Zertifikate für den besten Schüler in Mathe, Englisch und Co. vergeben und dann endlich gab es die ersehnten Zeugnisse. Wobei ich glaube, dass für die Kinder die dazu gereichten Weihnachtsgeschenke weitaus mehr bedeuteten 🙂

Zusätzlich hatten wir es geschafft uns in einem anderen Projekt einzuhaken, das hilfsbedürftigen Menschen die Chance gibt ein Portrait zu besitzen. Am Mittwoch, in all dem Stress, kam dann jemand und schoss 122 Portraits von unseren Kindern und wir konnten sie sogar gestern zurück geben. Wir haben sie auf der Bühne ausgelegt und die Kinder schrien und freuten sich sehr, wenn sie sich selbst oder einen Freund entdeckten. Man konnte „Sarah, wo bin ich?“, „Wuaa das bin ich“, „Hey das bist doch du“ wild durcheinander hören und alle waren stolz auf ihr Portrait.

Meine Kollegin und ich waren sehr froh, dass dieser Tag vor allem für die Kinder so gut über die Bühne gegangen ist und dass der Tag endlich vorbei ist und wir uns nun in aller Ruhe unseren ganzen anderen Aufgaben widmen können.
Die letzten Wochen waren geprägt durch Zertifikate erstellen, Zeugnisse erstellen, Noten sammeln, um den Klassendurchschnitt zu berechenen, die Dekoration für die Graduation vorzubereiten und auch sehr viel Vertretungsunterricht zu machen, da „unglücklicherweise“ einige Lehrer auch noch ausfielen. (Ich fand´s eher sehr cool, wieder in die Klassen gehen zu dürfen, anstatt den ganzen Tag Noten in Exceltabellen zu tippen, was ich letzten Endes trotzdem gemacht habe, da einer es ja machen muss :-))

Die Schule ist somit beendet und die Kinder werden erst am 11. Januar wiederkommen. Das bedeutet jetzt allerdings nicht, dass ich jetzt einen Monat frei habe. Es ist in den letzten Wochen so viel liegen geblieben, dass ich wahrscheinlich komplett durcharbeiten könnte. So haben wir nun endlich, nach langem Hin und Her, einen Stauraum bekommen, der jetzt mit all den Dingen, wie Uniformen und Büroartikeln, die nun unser Büro zumüllen, gefüllt werden muss. Die IPads müssen dringend kontrolliert werden und neue Applikationen aufgeladen werden. Die Klassenlisten für nächstes Jahr müssen erstellt werden. Die Extraklasse muss vorbereitet werden. Das Büchereiprojekt weiter erarbeitet werden etc. Und natürlich muss ich noch einen Bericht über die ersten drei Monate verfassen.  Mir wird also die nächsten 2 Wochen nicht allzu langweilig werden.

Die Town – eine der gefährlichsten Ecken Johannesburgs??

Am Montag war ich mit zwei Kollegen in der Stadt, um für unsere Graduation ein paar Dinge zu besorgen. Wow und da war ich dann plötzlich wieder im richtigen Afrika. Überall waren kleine Stände und es wurde alles Mögliche verkauft: Klamotten, Früchte, Süßigkeiten und auch gebrannte CDs (ich war live dabei, als einer von der Polizei hops genommen wurde 🙂 ) In einem Geschäft wurden wir dann auch tatsächlich nach Waffen durchsucht.
Rechts und links auf der Straße wurde auf Feuern Pap gekocht und es war voll. Es war ein Gedrängel, kaum zu glauben. Meine Kollegin schob sich nur so durch die Menge und ich hatte echt Mühe, sie nicht aus den Augen zu verlieren. Nachher sagte sie, ich hätte zwischendurch so verwirrt und verängstigt ausgesehen. Ich habe darauf nur geantwortet, dass ich einfach nicht wusste wo ich zuerst hinschauen sollte, da es einfach so komplett neu und so megaspannend war.
Und natürlich war ich die einzige Weiße weit und breit. Als wir dann auf einen Platz gingen und an ein paar Männern vorbei mussten, sagte einer zu mir: „UmLungu“ Meine Kollegin fing nur an zu kichern und sagte: „They are so naughty.“ (=„Die sind so frech“). Die Männer hatten mich nämlich als Weiße „beschrieben“. Eigentlich ist diese Wort auch eher als Abwertung, manche sehen es eher als Beleidigung. 🙂

Auf die Frage, ob ich hier auch alleine hinkommen könnte oder ob es zu gefährlich für mich sei, antwortete meine Kollegin nur: „No you can come if you are strong“ (Du kannst hier hin kommen, wenn du stark bist.)
Jedenfalls war es ein sehr interessantes Erlebnis und es hat mir wieder gezeigt, dass Johannesburg soviel Facetten aufweist, die ich wahrscheinlich alle in einem Jahr nicht entdecken werde.

We wish you a Merry Christmas

Dieses Lied mochte ich in Deutschland schon nicht, aber nun, nachdem ich es die letze Woche unzählige Male singen musste, ist es schon kaum zum Aushalten. Da die Schulferien nun begonnen haben, waren alle in der Schule beschäftigt Weihnachten jetzt schon zu zelebrieren. Auch auf der Graduation haben wir Weihnachtslieder gesungen. Unter anderem „Stille Nacht“, aber auch „Herbei oh ihr Gläubigen“, wobei wir den Refrain dann auch nochmal in Französisch und Deutsch gesungen haben. (Die Kinder sind der Wahnsinn, wenn es darum geht neue Sprachen zu lernen. Sie hatten keinerlei Probleme, den deutschen Text auswendig zu lernen und die Aussprache war bis auf „König“, den alle eher als „Konig“ aussprachen, absolut kein Problem :-))

Trotzallem will die Weihnachtsstimmung noch nicht so wirklich aufkommen. Auch wenn ich schon Weihnachtskekse und Weihnachtstee von zuhause bekommen habe, mir einen Adventskranz zusammengestellt habe und ich umgeben bin von Weihnachtsdeko und Gesängen, ist es doch sehr komisch, bei 28°C Adventsstimmung aufkommen zu lassen. Dazu kommt, dass afrikanische Weihnachtsdekoration teilweise so ganz und gar nicht meinem Geschmack entspricht. Hier blinkt und glitzert alles und es ist erst richtig schön, wenn es für meine Begriffe ziemlich kitschig ist. (Unsere Engel im Krippenstück hatten keinen Heiligenschein, sondern einen Haarreifen, an dem zwei Sterne am Draht befestigt waren und ein Feenstab…) Auf der Suche für einen Adventskranzersatz bin ich fast verzweifelt, weil ich einfach nur schlichte Dekoration haben wollte, es aber ohne Glitzerflitzer kaum was gab.
Aber die Menschen hier lieben es, von daher muss man jedem das seine lassen und ich kann in meiner Wohnung ja tun und lassen was ich will 🙂

 

Internationaler Austausch und der normale Alltag

Sonntag, 13. November 2011 von Sarah Patzelt

Internationaler Austausch- ein Versuch, der nicht so ganz klappte.

Fangen wir gleich mit dem „gut gewollt ist nicht immer gut gemacht“ an.

In meiner Heimatgemeinde fand letztes Wochenende ein Vorbereitungswochenende für die nächste Sternsingeraktion im Januar statt. An diesen 3 Tagen werden die Kinder erstmal so richtig „eingenordet“ 😉 D.h. dass wir neben organisatorischen Dingen wie Kostüme, Termine, Sprüche, Lieder und Gruppeneinteilung auch den neuen Sternsingern ein bestimmtes Projekt und vor allem das Leben der Kinder in diesem Projekt näher zu bringen versuchen. Da dieses Jahr Nicaragua und Kinderrechte im Fokus der Sternsingeraktion stehen, haben wir uns gedacht, dass das Three2Six-Projekt super in die Thematik Kinderrechte passt. (Unsere Kinder haben laut südafrikanischem Gesetz ja das Recht auf Schulbildung!)
Mit der heutigen Technik wäre es sicherlich ein leichtes zu skypen (Videotelefonie via Internet), so dachten wir. Die Proben hatten auch ganz gut funktioniert, und so hatten sich um 16:30 (deutscher Zeit) in einem Kloster in Möllenbeck 25 Sternsinger versammelt, während um 17:30 (südafrikanische Zeit) ich 12 auserwählte Schüler aus dem Three2Six-Projekt in unser kleines Büro gepfercht hatte.

Der Start war super, wir konnten die Sternsinger wohlgeordnet auf dem kleinen Bildschirm meines Laptops sehen. Ich bin leider gnadenlos vom IT-Spezialisten der Schule versetzt worden, der eigentlich noch eine Webcam bringen wollte und das Bild auf eine Leinwand projizieren wollte. Doch es stellte sich heraus, dass es eh nicht nötig gewesen wäre. Die Verbindung hielt nämlich eine ganze Minute! Wir konnten uns gerade begrüßen und die Sternsinger wollten zur Begrüßung ein Lied singen und dann brach die Verbindung ab! Wahrscheinlich war die Stimmgewalt der Sternsinger einfach zu viel für die Internetverbindung. Ja, es war schon ziemlich deprimierend, weil sich beide Seiten sehr darauf gefreut hatten miteinander zu sprechen.

Trotzdem denke ich im Nachhinein, dass es vielleicht doch ein Erfolg war. Ich haben den Kindern noch Fotos von den Aktionen in den letzten Jahren gezeigt und sie über die Sternsingeraktion aufgeklärt. Ich kann zumindest für die Three2Six-Kinder sprechen, dass sie trotz des sehr kurzen „Gesprächs“ doch eine Menge Spaß hatten und ziemlich beeindruckt von den deutschen Kindern waren, die sich mitten im Winter trotz Schnee und Kälte auf den Weg machen, um u.a. auch den Three2Six-Kindern zu helfen.

Ich hoffe, dass ich eine ähnliche Aktion vielleicht mit besseren Bedingungen (es lag defintiv an der deutschen Internetverbindung, da die Sternsinger sich in einem alten Kloster befanden, wo die Internetverbindung eh schlecht ist!!!) wiederholen kann, denn es ist einfach wunderbar, wenn die Kinder beider Seiten die Möglichkeit haben, sich gegenseitig zu sehen und zu sprechen. Die deutschen Kinder haben so die Möglichkeit hautnah mitzuerleben und zu sehen, wohin u.a. das Geld, welches sie sammeln, geht und die Three2Six-Kinder sehen, dass so viele tausend Kilometer entfernt es Kinder gibt, die sich für sie einsetzen. Es ist und wäre also für beide Seiten eine Erfahrung, die sie bestärkt und die sie hoffentlich nicht so schnell vergessen werden.

Sehr lustig und erstaunt waren sie, als ich ihnen ein Foto zeigte, auf dem einer der drei Könige sich im Gesicht schwarz angemalt hatte und ich ihnen darauf erklärte, dass doch einer der heiligen drei Könige schwarz gewesen wäre 😉

Precieuse – a refugee story

Wie ich vor zwei Wochen bereits berichtet habe, ist der Animationsfilm, den die Kinder gemacht haben, fertig und auf Youtube anschaubar. Wir haben es endlich geschafft, auch den Kindern ihren Film zu zeigen. Anstatt wie jeden Donnerstag in die Kapelle zu gehen und die Kinder einen Einblick in die katholische Kirche zu geben, ging es diesmal in den TV-Raum. Die Kinder waren herrlich aufgeregt und mucksmäuschenstill, als es endlich los ging. Man konnte die Spannung richtig spüren.

Nach dem Film konnten die Kinder die Begeisterung auch gar nicht zurück halten: „it was amazing“, „great“, „fantastic“.

Und als sie noch hörten, dass der Film mittleweile auch zum Vatikan und zur UN unterwegs ist, waren sie sehr beeindruckt und auch ein wenig stolz auf ihre Leistung. (Auch wenn ich mir sicher bin, dass die Kinder weder Vatikan noch UN kennen, können sie sich vorstellen, dass der Film sich gerade über die ganze Welt verbreitet) Also wer den Film immer noch nicht gesehen hat: Auf, auf, der Film ist einfach unglaublich!! (Und die Erwartung von 1.000.000 Klicks hat der Head of the College letzte Woche einfach mal auf 18.000.000 erhöht!! :-D)

St. Martin in Südafrika

In meiner Heimatstadt ist es Brauch, am St.-Martinstag (10.11.11) von Haus zu Haus zu gehen, das St.-Martinslied zu singen und dafür ein paar Süßigkeiten zu kassieren. Da wir wie immer am Donnerstag „Chaple“ (=Kapelle) hatten und die Kinder dort auch immer fleißig Lieder üben, hatte ich beschlossen, Süßigkeiten zu besorgen und ihnen die Geschichte vom heiligen Martin zu erzählen. Sie haben zwar still der Geschichte gelauscht, aber über die Süßigkeiten haben sie sich glaub ich einfach mehr gefreut und ich habe sogar das ein oder andere Mal ein deutsches „Danke“ bekommen 😀

Warum ich keine Grundschullehrerin werden möchte 😉

Diese Woche bin ich zwei Nachmittage für eine erkrankte Lehrerin in Klasse 1 eingesprungen und ich weiß wieder einmal, warum Grundschullehrerin glaub ich wirklich nichts für mich ist. Um mich nicht falsch zu verstehen, es hat Riesenspaß gemacht und die Kinder sind einfach herrlich, aber auch einfach so unglaublich anstrengend. Es scheint, dass sie nicht eine Minute still sitzen können und ständig „Sarah“ rufen. Selbst wenn sie sich melden, wird das Ganze durch den Ruf „Sarah“ oder „teacher“ noch verstärkt.

Und da es mir so viel Spaß gemacht hat und die Kinder fleißig am arbeiten gewesen sind, haben wir am Donnerstag die letzte Viertelstunde ein paar Spielchen gemacht. Ganz begeistert waren sie vom Pferderennen (siehe Foto), aber ich habe (Achtung liebe Barntruper!!!) mit ihnen auch „Ein Fahrradlenker“ gespielt. Zur Erklärung: „Ein Fahrradlenker“ ist ein Singspiel, bei dem einer immer ein paar Worte vorsingt und der Rest wiederholt das Ganze. Am Ende des Liedes kann man sich als Vorsinger entscheiden, ob das Lied zu leise oder zu laut gesungen wurde und ob man dann bei der anstehenden Wiederholung das Lied noch lauter bzw. wieder leiser singen will. Damit kann man die Kinder sich herrlich auspowern lassen, um sie dann zum Schluss mucksmäuschenstill zu kriegen. Leider ist es auf Deutsch, aber so etwas stört die Kinder hier weniger, sie sind gewohnt, Lieder oder Gebet vom Hören lautgetreu wieder zu geben (es hört sich dann u.a. manchmal ziemlich witzig an und ich wundere mich manchmal, wenn ich dann den Originaltext lese;-))

Noch einen letzten Kommentar in Bezug zum Beten. Wie es sich gehört, wird hier vor dem Essen gebetet. Also haben wir, bevor die Kinder ihren Lunch essen durften, gebetet, und zwar haben wir „Alle guten Gaben“ mit dem „We will rock you“ Rhythmus geklatscht und gesungen. Ich hatten den Kindern erklärt, dass es sich um ein deutsches Gebet handelt. Am Ende der Stunde kamen dann die Kinder total entsetzt an und sagten zu mir: „Sarah, wir haben gar nicht gebetet!“ Zur Erklärung: Die Kinder sollen hier zum Beten immer die Hände zusammenhalten und die Augen schließen. Außerdem sind sie einfach nicht gewohnt, ein „Lied“ als Gebet zu haben. Generell ist hier die Kirche noch etwas strikter und vielleicht manchmal sogar ein bisschen ernster und respektvoller als ich sie kenne.

Kultur-Fauxpas oder einfach zu direkt für Afrika

Ich habe es immer wieder gehört und hab doch immer gedacht: so groß wird der Unterschied zwischen Europäern und Afrikanern schon nicht sein. Aber falsch gedacht. Hier wird selten etwas direkt angesprochen, was auf die Dauer echt anstrengend sein kann. Eine kleine Anekdote zu nur einem meiner wahrscheinlich zig Kultur-Fauxpas: Ich hatte den Lehrern hier ein kleinen Brief geschrieben, indem ich ihnen ein paar Deadlines aufgelistet hatte, da ich oftmals nicht im Büro bin, wenn sie zur Arbeit erscheinen. Anscheinend war der allerdings zu direkt geschrieben, denn ein Lehrer fragte dann meine Kollegin, ob ich sauer oder ärgerlich mit ihnen wäre, da ich so forsch und direkt geschrieben hatte. 🙂
Ich war erstaunt und vielmehr überrascht, dass der Lehrer nicht zu mir gekommen ist, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Nun ja, man spricht halt nicht so einfach alles direkt an 🙂

Ich möchte hier aber erwähnen, dass dieser besagte Lehrer, der sonst selten Deadlines einhält, alles überpünkltlich abgegeben hat und ich von anderen Kollegen schon zu hören bekommen habe, dass ein bisschen deutsche Pünktlichkeit doch allen ganz gut tun würde. Also ist meine direkte Art vielleicht doch ein bissschen hilfreich 😛

Auf die Hautfarbe reduziert zu werden ist echt nicht schön.

Noch ein Eindruck, den ich immer wieder bekomme und der mir so langsam auf die Nerven geht bzw. der mich immer wieder stutzig macht und zum Überlegen bringt.
Geht man auf die Straßen in der Umgebung meiner Unterkunft, begegnet man zu 99% nur schwarzen Südafrikanern. Das erste Mal habe ich mich sehr unwohl gefühlt, hatte ich doch so viele schreckliche Dinge gehört und immer wieder hieß es, dass wir vorsichtig sein müssen. Aber man hatte mir hier gesagt, dass ich tagsüber wohl hier auf die Straßen gehen könnte. Nun, nicht jeder Schwarzsüdafrikaner ist kriminell und will einem die Handtasche klauen oder sonst irgendwas antun. Also bin ich fleißig immer wieder zum Supermarkt gelaufen und mir fällt der Unterschied in Sachen Hautfarbe auch nicht mehr auf.

Tja, dafür falle ich aber anscheinend auf. Ich glaube, dass es für die Schwarz-Südafrikaner weniger daran liegt, dass ich weiß bin (schließlich gibt es hier ziemlich viele Weiße) sondern eher die Kombination Weiß, Frau und zu Fuß unterwegs (kaum ein Weißer geht hier zu Fuß). Eine „Spaziergehkultur“ gibt es sowieso nicht und wenn dann auch noch eine weiße Frau durch die Straßen läuft, ist das nun mal auffallend. Selbst beim Joggen morgens hat man nicht seine Ruhe. Ständig bekommt man ein „Hello“, „Oh my Beauty“, „Unjani“ u.ä, zu hören. Das Witzigste und Dreisteste war allerdings die Frage, ob ich 2 Minuten Zeit hätte. Vielleicht stimmt es doch, dass Deutsche einfach prüde sind. Am Anfang fand ich es noch ziemlich witzig und während ich es hier schreibe ist es auch ganz amüsant, aber wenn man morgens um 7 einfach seine Runden beim Joggen drehen möchte und einem die Leute hinterherstarren und jeden Blickkontakt sofort nutzen, um mit einem zu flirten, dann bin ich schon manchmal genervt. (Und das ganze bevor ich eine Tasse Kaffee hatte!!)

Aber man kann halt nach wie vor, je nach Umfeld, die Unterschiede zwischen Weiß und Schwarz spüren und es ist unglaublich schwer, sich davon los zu machen. Auch wenn alle Seiten froh darüber sind, dass die Apartheid schon so lange zurück liegt, klammert man sich dann doch manchmal an die Unterschiede und manifestiert sie so (schließlich kann ich nicht auf die Straße gehen ohne angequatscht zu werden, nur weil ich weiß bin). So werde ich manchmal von meinen Kollegen vorgeschickt, wenn irgendetwas gefragt/besorgt werden soll, ich bin ja schließlich weiß und mir schlägt man vielleicht eine Bitte nicht so schnell ab.
Und so ist es eben einfach unnormal, dass eine weiße Frau durch die Straßen läuft. (Ich möchte erwähnen, dass dies ganz und gar nicht gefährlich ist und dass ich nicht einfach neue Gegenden auskundschafte, sondern lediglich die Straßen begehe, die auch wirklich sicher sind 😉 Ich hoffe jetzt sind alle beruhigt!)

Manchmal blitzen dann doch noch ein paar Vorurteile von beiden Seiten auf.
Aber man mag sich bitte daran erinnern, wie oft wir manchmal noch die Unterschiede zwischen Ossis und Wessis benennen und dies ist noch länger her als die Apartheid hier!!!

Na, jetzt bekomme ich das Gefühl, das ich eh schon erwartet habe, Außenseiter sein, was Besonderes sein, aufgrund der Hautfarbe! Ich kann sagen, dass dies ganz und gar kein schönes Gefühl ist!