Ein sehr schönes Jahr geht zu Ende…

Montag, 16. Juli 2012 von Jakob Bauer

Hallo ihr Lieben,

gerade befinde ich mich auf dem Miami International Airport und warte auf meinen Anschlussflug nach Frankfurt. In diesem Eintrag möchte ich euch nochmal einen groben Eindruck geben, wie es mir in den letzten Tagen ging.

Meine letzte Woche in Juigalpa begann am Montag mit der Verabschiedung aus dem Zentrum „Jesus Amigo“. Am Nachmittag kamen alle Kinder und es gab eine schöne Verabschiedung, wenn auch eine sehr traurige. Einige Kinder hatten kurze Verabschiedungstexte für mich vorbereitet, es gab eine Pinata (auf die ich als erster mit einem Holzstock einschlagen durfte, um die Karamellen darin zu befreien) und ich vergoss einige Tränen. Es war doch sehr emotional und mir ist es sehr schwer gefallen, mich von den Kindern aus dem Zentrum zu verabschieden.

Am Dienstag und Mittwoch standen noch die letzten beiden Arbeitstage an, bevor die Schüler in die Ferien gingen und ich meine Arbeit damit beendete. Ich bekam super viele schöne Geschenke von Freunden, Arbeitskollegen und den Kindern, was mich sehr gerührt hat. Auch die Worte, die Maria Theresa an mich richtete, Direktorin des Zentrums „Jesus Amigo“, machten mir klar, dass ich mit meiner Anwesenheit ein bisschen helfen konnte und das war mein Ziel!

Am Donnerstag ging es dann nach Managua mit meiner Gastmutter, wo ich dann meine Geschenke für Freunde und Verwandte einkaufte. Es war ein super anstrengender Tag, da wir morgens um sieben aufbrachen und abends um zehn Uhr wieder zurück waren in Juigalpa. Nach diesem Tag hatte ich also alles Nötige getan, um mich in aller Ruhe und angemessen von Freunden und Gastfamilie verabschieden zu können.

Am Freitag hatte meine Gastmutter dann für mich meine „Despedida“ (Abschiedsfeier) organisiert. Es kamen viele Freunde und Verwandte von ihr, es wurde viel getanzt, gelacht und gegessen. Insgesamt ein sehr schöner Abend, den wir dort alle verbracht haben und mir letztlich das Gefühl gab, dass ich ein Teil ihrer Familie und ihres Lebens geworden bin, was sie für mich auch für immer sein wird.

Samstag stand dann Kofferpacken auf dem Programm und die allerletzten Vorkehrungen und Vorbereitungen mussten getroffen werden. Abends ging es dann noch ein letztes Mal mit vielen Freunden feiern. Somit hatte ich einen runden und schönen Abschied von allen.

Am Sonntag begleitete mich dann meine Gastmutter mit einigen Freunden zum Flughafen, wo dann nochmal ein sehr emotionaler Abschied anstand, da ich mich mit meiner Gastmutter sehr gut verstanden habe und wir doch ein engeres Verhältnis aufbauen konnten. Ich hoffe, ich werde sie eines Tages wiedersehen, ebenso wie meine Freunde.

Mir hat es dieses Jahr in Juigalpa, Nicaragua, sehr gut gefallen. Ich habe dort nun eine zweite Heimat gefunden und hoffe, dass ich schnell meine Freunde und meine Familie dort besuchen kann. Ich habe viele Erfahrungen sammeln können und hoffe, dass diese mir auf meinem weiteren Weg durch mein Leben hilfreich sein werden. Außerdem habe ich dort, wie gesagt, viele neue Freunde und eine neue Familie gefunden, die ich jetzt schon wahnsinnig vermisse!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei euch allen für euer Interesse an meinem Blog bedanken und hoffe, ich konnte euch dadurch etwas über mein Leben auf dem Laufenden halten. Besonderer Dank geht natürlich an meine Familie, meinen Onkel und meine Tante. Vielen Dank für die großartige Unterstützung.

Für den Fall, dass dieser letzte Blogeintrag nicht ganz so sauber und überarbeitet ist, möchte ich entschuldigend sagen, dass ich noch sehr emotional berührt bin von den ganzen Dingen, die da passiert sind und viel an die schöne Zeit zurückdenke!

Ein letztes Mal viele Grüße

euer Jakob

 

Angekommen im Monat der „Mutter“…

Freitag, 25. Mai 2012 von Jakob Bauer

Hallo ihr Lieben,

Am vorletzten Aprilwochenende haben mich Max und Lio aus Masaya besucht. Es war ein sehr entspanntes und lustiges Wochenende und ich fühle mich immer sehr wohl, wenn sie von Zeit zu Zeit mal hier sind. Am Montag kam dann endlich das Paket mit den Sachspenden von Werder Bremen an. Um diese Sachspende hatte ich mich schon vor einiger Zeit bemüht und war nun sehr glücklich über die Ankunft als auch den Inhalt des Paketes.

Das Paket nahm ich natürlich sofort mit auf die Arbeit und alle waren begeistert über die Trikots. Ich, Elias und die Kinder konnten nun also endlich unser kleines Fußballspiel organisieren, mit all den gespendeten Hosen und Trikots. Doch dazu später mehr…

Am Freitag, den 27. April, fand in Nicaragua der „Teleton 2012“ statt. Eine Aktion, bei der in allen Ecken und Enden Nicaraguas Spendengelder für Kinder mit Behinderungen gesammelt wurden. Durch diese Gelder werden die Kinder unterstützt, z.B. in Form von neuen Einrichtungen etc.. Eine super Aktion wie ich fand, die von morgens früh bis spät in die Nacht hier in Juigalpa andauerte. Ich für meinen Teil war den ganzen Tag im Park und habe dem bunten Treiben dort zugeschaut. Natürlich habe ich auch etwas gespendet. Ein Armband sowie ein T-Shirt vom „Teleton 2012“ habe ich mir gekauft und somit meinen kleinen Teil zu dieser tollen Aktion beigetragen.

Am Wochenende war ich am Samstag wieder im Baseballstadion anzutreffen, um leider eine 6:0 Niederlage der „Torros“ von Chontales gegen Granada mitzuerleben. Eine kurze Trauerphase musste durchlitten werden, aber dann raffte ich mich im Stile eines Profisportlers wieder auf und ging erstmal eine Runde Basketball spielen! 😀

Um 5 Uhr Nachmittags gab es dann eine Art Elternversammlung in meinem Zentrum, an der ich auch teilnehmen wollte, und so trudelte ich um kurz nach 5 Uhr dort ein. Es kamen von 54 Eltern nur 14, was ich sehr schade fand. Trotzdem waren Tanja und Maria Theresa wieder mit vollem Einsatz dabei und versuchten das Bestmögliche daraus zu machen. Auch ich wurde der „kleinen“ Runde kurz vorgestellt und war froh, mich den – wenn auch wenigen – Eltern zeigen zu können, da ich das vorher noch nicht geschafft hatte.

Abends stand dann die „Fiesta de Espuma“ in „La Quinta“ auf dem Programm. Einfacher gesagt war es eine riesige Schaumparty in der größten Disco hier in Juigalpa. Nach einer feucht-fröhlichen Nacht ging es dann am Sonntag danach meiner Gastmutter wie versprochen „Skype“ einzurichten, damit ich auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland den Kontakt mit ihr halten kann. Nach einigen Testversuchen und Erklärungen haben wir es dann geschafft, einige Tage später mit Annika in Deutschland zu skypen. Sie war die Freiwillige, welche vor mir hier war und auch in dem selben Haus gelebt hat wie ich. Ich hoffe, dass meine Gastmutter trotz der vielen Arbeit oft dazu kommen wird mit mir zu skypen! 🙂

Am Montag, dem letzten Tag im April, fand das von uns organisierte Fußballspiel statt. Es war ein unvergesslicher Morgen für mich und ich denke auch für die Kinder. Alle hatten viel Spaß, es wurde viel gelacht, aber natürlich auch mit vollem Einsatz Fußball gespielt. Das Spiel endete etwas einseitig 3:0 nach zwei mal 10 Minuten. Gleich nach dem Spiel bestürmten mich alle Kinder und fragten, wann denn das nächste Spiel kommen würde. Also haben wir uns dazu entschlossen, bald noch ein paar weitere Spiele mit den Kindern zu organisieren!

Am 1. Mai wurde auch hier der „dia de los trabajadores“ mehr oder weniger gefeiert. Ich hatte somit den Montag und Dienstag frei bekommen. In der restlichen Stadt allerdings ging das alltägliche Leben wie immer weiter. Das liegt aber wahrscheinlich an den Gegebenheiten, unter denen die Menschen hier leben und arbeiten.

Gleichzeitig begann der Monat Mai und somit auch der Monat der „Mutter“. Im Zentrum machte sich dies bemerkbar durch vielen Bastelarbeiten, die von nun an Tag für Tag auf der Tagesordnung standen. Es wurden viele Herzen für die Mütter gebastelt, viele schöne Gedichte und Texte verfasst sowie viele wunderschöne Bilder von den Kindern gemalt. Auch jetzt gerade wird noch viel gebastelt, da wir uns sozusagen im Endspurt in Hinsicht auf den Muttertag befinden, der hier am 30. Mai ist. In dieser ersten Maiwoche haben ich und Elias auch mit den kleinsten etwas für ihre Mütter gebastelt und ich habe dann auch direkt etwas für meine Gastmutter gebastelt. Ich glaube sie hat sich ein klein wenig über die diese Geste gefreut 😉

Des Weiteren habe ich noch eine Anfrage aus Deutschland erledigen können. Ich habe in einer kleinen Runde mit meinen Kindern in Zentrum Fragen beanwortet, die Kinder aus einer Schulklasse in Deutschland an „uns“ geschickt hatten. Dabei ging es darum, wie die Kinder hier leben, wie sie wohnen, wie ihre Schulen sind, was sie gerne spielen, essen und noch sonst so gerne machen. Eine sehr lustige Runde mit vielen süßen Antworten, die ich dann ein paar Tage später mit einigen Bildern von den Kindern aus dem Zentrum zurück nach Deutschland schickte.

In den Wochen darauf habe ich im Zentrum mitgeholfen viele schöne Dinge für den anstehenden Muttertag zu basteln, habe viel mit meinen kleinsten Kindern Mathe geübt und darüber hinaus noch einen weiteren Basar mit Maria Theresa und meinen anderen Arbeitskollegen geplant. Dieser soll am ersten Juni-Wochenende stattfinden. Dafür wollen wir noch Plakate gestalten und es muss auch noch viel vorbereitet werden.

Außerdem ist noch ein weiteres Paket von meinem Onkel angekommen, in dem wirklich super viele nützliche Dinge enthalten waren, wie z.B. viele Trikots, Medaillen, Blöcke, Wachsmalstifte, etc.. Einige dieser Spenden wollen wir auch auf dem Basar anbieten und hoffen somit noch etwas mehr Geld für unser „Streichprojekt“ zu sammeln. Ich glaube, dass es Mitte Juni etwas werden könnte, wenn ich Maria Theresa richtig verstanden habe!

So… Der Muttertag steht wie gesagt bevor, wofür auch noch einiges organisiert und eingekauft werden muss, da wir dazu alle Mütter der Kinder ins Zentrum einladen und dann kommt auch schon die „Woche der Kinder“ (erste Juni-Woche). Für die Woche haben wir schon einige Spiele auf der Arbeit geplant und wollen dann auch ein paar Dinge aus dem Paket von meinem Onkel an alle Kinder verteilen.

bis zum nächsten Mal…

euer Jakob

 

Neue Geschichten aus Juigalpa…

Donnerstag, 19. April 2012 von Jakob Bauer

Im März war es hier noch einmal so richtig schön kochend heiß. Täglich durfte ich bei gefühlten 40 Grad arbeiten. Macht super viel Spaß, die Laune ist auch immer sehr gut, nur ich war doch jeden Tag recht erschöpft als ich abends nach Hause kam. In den ersten Tagen im März war ich für eine Woche in Miami und habe mich dort mit einem sehr guten Freund getroffen und mir einen Kindheitstraum erfüllt: ein NBA-Spiel live zu sehen. Gutes Wetter, ein sensationeller Strand und eine atemberaubende Kulisse rundeten das Ganze sehr schön ab.

‚Back to work‘ gab es wieder viel zu tun und ich war wieder froh, meine Kids um mich zu haben. Wir bastelten viel, meine Gruppe der kleinsten Kinder erlernt gerade das Alphabet, wofür wir viel Material herausgesucht haben, um es den Kinder so einfach und spaßig wie möglich zu gestalten. Bei den etwas älteren helfe ich meistens mit Mathe und Englisch aus, somit bleibt man immer ein ganz kleines bisschen in Form! 😉

Ansonsten wurde wie immer auch viel gelacht, gemalt, Fußball und „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt. So verflog die Zeit sehr schnell und bevor ich mich versah, rückte Ostern näher. Eine spannende Sache für mich, auch wenn es nicht den selben Stellenwert wie Heiligabend für mich hatte und ich gar nicht so darauf bedacht war alles zu vergleichen, sondern eher darauf, einfach alles zu erleben und viele neue Eindrücke mitzunehmen. In der „Semana Santa“ (Karwoche) vom 30.03-08.04 musste ich nicht arbeiten und hatte somit viel Zeit für neue Entdeckungen. In dieser Woche, lernte ich Granada kennen, eine wunderschöne Stadt am Nicaraguasee, die im Kolonialstil erbaut wurde. Dadurch entstand für mich gleich ein ganz neues Feeling, dass ich so noch nicht von Nicaragua kannte. Darüber hinaus ist es „DIE“ Touristenstadt in Nicaragua. Danach ging es weiter nach Somoto, eine Stadt im Norden Nicaraguas. Dort machte ich mit Freunden eine wirklich sensationelle Tour durch den „Canyon von Somoto“. In voller Montur inklusive Rettungsweste ging es knapp 5 Stunden einen schlangenförmigen Fluss zwischen den Felswänden hindurch. Dabei ergaben sich auch immer wieder Möglichkeiten, von Felsvorsprüngen in den Fluss zu springen, die ich allesamt begeistert wahrnahm!

Die letzten freien Tage verbrachte ich dann wieder in Juigalpa. Am Freitag ging es dann mit meiner Gastmum zum letzten „Via-cruz“ (Kreuzweg). Hierbei wurde der gesamte Kreuzweg mit lebendigen Schauspielern nachgestellt. Man muss dazu erwähnen, an diesem Tag waren es über 40 Grad und das ganze fand mittags statt. Hinzu kommen die 14 Station, die zu Fuß abgelaufen werden, wobei an jeder Station halt gemacht wurde, Gebete und Texte rezitiert wurden und dann gab es auch noch das Schauspiel. Wahnsinn wie voll die Straßen an diesem Tag waren und wie viele „Via-cruzes“ es in ganz Juigalpa gab. Nachdem alles überstanden war, gingen die Menschen in ihre Häuser und die Straßen waren so menschenleer, wie ich es hier noch nicht erlebt habe. Ein sehr besinnlicher Tag.

Aufgefallen war mir, dass trotz dieser starken Gläubigkeit und dem Bekenntnis zur Kirche fast alle Menschen in dieser doch so religiösen Woche auf ihre Fincas an Flüsse oder ans Meer fuhren um sich dort zu erfrischen und zu entspannen (nicht dass ich nicht dasselbe getan hätte :D, ich war nur etwas überrascht). Nur der Freitag stand ganz im Zeichen Gottes und wurde sehr stark wahrgenommen. Desweiteren gab es hier auch nicht den Brauch Ostereier zu bemalen, Hasen zu basteln oder dass sich die Familie trifft und Schokohasen, etc. versteckt werden…

Meine letzte neue Erfahrung die ich in dieser freien Woche sammeln durfte, war der Besuch in den zwei naheliegenden Schwimmbädern. Komischerweise gehen die Leute hier in voller Montur ins Wasser, warum auch immer??!! Ich für meinen Teil blieb bei meiner Badehose. Auch wenn es mich nicht wirklich gewundert hat, wirklich sauber waren die Schwimmbäder nicht und auch sonst, Bier im Wasser zu trinken… kein Problem! 😀

Was mir von dem Besuch in den Schwimmbädern übrig geblieben war, war eine Mandelentzündung. Anfangs ging es mir nicht sonderlich gut aber mit der Zeit, den Besuchen beim Doktor und den Medikamenten ging es dann wieder aufwärts. Leider konnte ich die erste Woche nach der „Semana Santa“ nicht arbeiten gehen und war mehr oder weniger ans Bett „gefesselt“…

Das ist jetzt über eine Woche her und ich spüre kaum noch etwas und bin seit Montag schon wieder voll im Einsatz. Zuletzt habe ich aus Deutschland die Bitte erhalten, ob ich nicht ein paar Kindern einige Fragen zum Thema Glück stellen könnte. Ich habe zwei super Interviews gemacht und hoffe, dass die Antworten und die Fotos von den beiden in Deutschland bei den vielen anderen Kindern gut ankommen werden.

Ich wünsche allen nachträglich frohe Ostern und bis bald…

euer Jakob

 

Rundreise durch Mittelamerika, das Zwischenseminar in Matagalpa und die Aufnahme der Arbeit

Dienstag, 28. Februar 2012 von Jakob Bauer

Hallo liebe Blogleser!

Nach meiner knapp einmonatigen Rundreise durch Mittelamerika, dem Zwischenseminar und dem Beginn der Arbeit, möchte ich euch nun von meinen Erlebnissen berichten und wieder auf den neusten Stand bringen.

Zunächst wäre die Reise durch Honduras, Guatemala und Belize anzusprechen. Die Zeit, die ich dort mit meinen Freunden verbracht habe, war absolut genial! Ich habe super viel erlebt und gesehen, sodass ich mich bestimmt noch sehr lange daran erinnern werde. In Honduras begaben wir uns zu einem wunderschönen Wasserfall, in Guatemala besichtigten wir die Maya-Ruinen in Tikal und in Belize machten wir auf der Insel Caye Caulker eine wirklich außergewöhnliche Schnorcheltour!

Da Honduras und Guatemala Ähnlichkeiten mit Nicaragua aufweisen, empfand ich Belize wohl als die größte Umstellung. Es ist ein englischsprachiges Land, die Bevölkerung setzt sich aus vielen ethnischen Gruppen zusammen, es wird fast ausschließlich Reggae gehört und meiner Meinung nach gehören alle Supermärkte Asiaten. In dieser Zeit konnten wir alle also wieder unser Englisch auffrischen und eine ganz neue Kultur kennen lernen. Auf unserem Rückweg nach Nicaragua haben wir in Guatemala noch Tamesh und Ricardo getroffen, die beide in Mexiko ihr FSJ machen. Diese Begegnung war sehr spaßig und interessant, da ich viel über ihre Arbeit und ihr Leben in Mexiko erfahren habe.

Als ich am Ende der Rundreise in Juigalpa ankam, war ich wieder sehr glücklich dort zu sein! Man muss bedenken, dass wir die ganze Strecke zwischen den einzelnen Orten und den verschiedenen Ländern IMMER in einem Bus zurückgelegt haben oder manchmal auch mit dem Boot unterwegs waren. Eine absolut erschöpfende Angelegenheit. Hinzu kam, dass ich mein Leben und meine Arbeit hier sehr vermisst habe.

Am Tag meiner Rückkehr war dann auch endlich das Paket meiner Eltern aus Deutschland angekommen! Eigentlich war dieses Paket für Weihnachten eingeplant worden, was aber leider nichts wurde 😀 So bekamen eben alle ihre Geschenke etwas verspätet… In dem Paket befand sich auch sehr viel Schokolade meiner Tante, die hier super ankam und auch mich glücklich machte! Nach knapp einer Woche war auch schon fast die ganze Schokolade verschenkt oder aufgegessen.

Nach dem sehr erholsamen Wochenende nach meiner Ankunft, ging es am Montag wieder mit der Arbeit im Zentrum „Jesus Amigo“ los. Es war sehr schön, meine ganzen Freunde und gleichzeitig auch Arbeitskollegen wieder zu sehen. Die Schulferien waren noch nicht beendet und so blieb uns noch eine Woche, bevor alle Kinder dann am 13. Februar wieder ins Zentrum kommen würden.

In dieser Woche haben wir durch Caritas-Spendengelder viel umgestalten können. Am Montag waren zuerst alle Tür- und Fenstergitter an der Reihe und wurden neu gestrichen. Des Weiteren haben Handwerker die Eingangstür zum Zentrum verlegt und es wurde viel geputzt, aufgeräumt und umgestellt. Leider hatte ich an diesem Tag zu Hause kein Wasser und ich sah nach dem Streichen leicht wie ein Schwein aus, welches sich im Dreck gesuhlt hat! 😀 Aber okay, mal gibt es Wasser, mal nicht. Auch eine Sache, an die ich mich hier erst gewöhnen musste. Am Dienstag habe ich meinen ganzen Mitarbeitern Schokolade geschenkt und natürlich auch schon etwas für die Kinder dort gelassen. Es wurde weiterhin sehr fleißig gearbeitet, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen. Es wurden Türen, Stühle und Schränke abgeschmirgelt und neu gestrichen, das Büro bekam einen neuen Anstrich und auch die Computer wurden wieder funktionstüchtig gemacht. Es war wirklich ein sehr gutes Gefühl für mich ein Teil des Teams zu sein, dabei zu helfen, viele Sachen wiederherzurichten und das Zentrum zu verschönern!

Am Mittwoch gab es dann etwas Besonderes! … Mir wurde Motorrad fahren beigebracht! 🙂 Eine sehr spaßige Angelegenheit, da ich es von einem Mitarbeiter der Tankstelle meiner Gastmutter gezeigt bekam. Alles in allem nicht sehr schwierig, aber für mich mit einer hohen Suchtgefahr! Daher blieb es natürlich auch nicht bei dem einen Mal und ich warte im Moment nur noch darauf, dass mich hier mein Führerschein aus Deutschland erreicht, um dann endlich alleine fahren zu können!

Am Donnerstag kam dann auch endlich das Paket von meinem Onkel an! Es enthielt viele Spielsachen, Stifte, Fußbälle, etc.. Super nützlich für meine Arbeit hier im Zentrum! Ein Fußball wurde von mir und Elias, meinem Freund, natürlich sofort ausprobiert und es dauerte nicht lange und wir spielten 5 gegen 5. Eine super Sache dort auf dem Steinfußballplatz neben meinem Zentrum! Es kommen immer viele Leute zusammen, es entwickeln sich Gespräche und man hat viel Spaß!

Die erste Woche nach den Ferien konnte ich dann leider nicht miterleben, da genau zu dieser Zeit mein Zwischenseminar vom Nica-Netz stattfand (13. – 18. Februar). Dazu musste ich zum Seminarort nach Matagalpa reisen, welcher ungefähr 4-5 Stunden von Juigalpa entfernt ist. Natürlich wurde dieser Weg getrampt! Das Trampen hier ist wirklich unglaublich genial für mich. Es ist fühlt sich einfach immer unbeschreiblich lebendig und frei an, hinten auf einem Pickup zu sitzen und sich dabei die schöne, an einem vorbei fliegende Landschaft anzuschauen!

Nun aber zurück zum Zwischenseminar, welches nicht genau in Matagalpa stattfand, sondern in einer kleinen, etwas abgelegenen Gemeinde ca. 35 Minuten entfernt davon. Es war super cool alle Leute wiederzusehen, die man auf den Vorbereitungsseminaren in Deutschland kennen gelernt hatte und sich mit ihnen über ihre Erfahrung, Erlebnisse und die Arbeit auszutauschen. Die Woche an sich war sehr Themenreich und intensiv und es tat gut über vieles in einer vertrauten Runde sprechen zu können. Am Ende war ich um viele Geschichten, Erlebnisse und neue Ansichten reicher und konnte viel neue positive Energie und Ideen mitnehmen!

In der Woche danach ging es dann endlich wieder an die Arbeit! Ich freute mich riesig darüber die Kinder wiederzusehen und es machte mich sehr glücklich, dass mich alle wieder sehr herzlich begrüßten und mir gar nicht das Gefühl gaben, weg gewesen zu sein. An diesem ersten Tag erblickte ich aber auch sehr viele neue Kinder und stellte fest, das sich die Gesamtanzahl der Kinder im Zentrum noch einmal deutlich erhöht hatte (ca. 50)! Dadurch wurde es auch ein sehr anstrengender erster Arbeitstag. Am Ende dieses Tages war ich froh, als es dann abends für mich ins Bett ging.

Durch die vielen Dinge im Paket meines Onkels ergaben sich natürlich auch viele Möglichkeiten, was man damit anstellen kann. Es wird bald ein Fußballturnier geben mit den Trikots und den Bällen die wir bekommen haben. Ich habe einen kleinen Verleihstand mit einigen Spielsachen aufgemacht und viele Dinge wollen wir am kommenden Samstag auch auf einem Basar verkaufen um somit Geld für das Streichprojekt zu sammeln.

Gestern habe ich dann auch mein erstes Mitarbeiter-Meeting miterlebt, wo alle sich dazu geäußert haben, wie zufrieden sie mit dem Umfeld und ihrer Arbeit sind, was für Ideen sie haben und wo man noch etwas verbessern könnte. Eine sehr schöne, kleine Runde, in der meines Erachtens viele gute Dinge angesprochen wurden und die somit für mich sehr produktiv war. Außerdem war es schön von der Direktorin des Zentrums zu hören, dass alle froh über meine Anwesenheit sind und über die Hilfe die ich anbiete und erbringe. Das hat mich natürlich sehr aufgebaut und gibt mir viel Kraft und neue Motivation, meine Arbeit bestmöglich fortzuführen.

Viele Grüße aus Juigalpa,

euer Jakob

 

Silvester und die vielen guten Vorsätze für das neue Jahr

Sonntag, 08. Januar 2012 von Jakob Bauer

Hallo in 2012!

Ich hoffe erst einmal, dass alle von euch gut und gesund ins neue Jahr gekommen sind. Ich bin es definitiv. Silvester habe ich bei meinem Freund Max in Masaya verbracht. Hier war es so, dass die meisten Menschen vor 12 Uhr alle zu Hause bei der Familie waren und erst danach zum Feiern aufgebrochen sind. Wie schon viele Tage zuvor wurde natürlich auch an diesem „geböllert“. Nur dieses Mal noch etwas mehr, was dann gegen Mitternacht im Höhepunkt gipfelte. Überall wo man hinsah wurden Raketen und ähnliche Feuerwerkskörper abgeschossen. Also nicht viel anders als in Deutschland und wie Silvester nun mal so ist, hörte es genau so schnell auf wie es angefangen hatte. Was für mich die einzige Umstellung war, dass ich genau wie Weihnachten, Silvester noch nie in T-Shirt draußen verbringen konnte. Darüber hinaus gehen die Menschen hier viel entspannter mit den Feuerwerkskörpern um und halten diese gerne so lange in der Hand, bis die Lunte komplett heruntergebrannt ist. 😀

Als ich wieder zu Hause war, habe ich dann damit begonnen, mich wieder mit meiner Arbeit auseinander zusetzen und zu schauen, welche Projekte und Aktionen ich gerne noch in meinem Zentrum „Jesus Amigo“ realisieren möchte.

Anfang Februar enden dann die Ferien der Kinder und die Schule geht wieder los. Auf diesen Zeitpunkt freue ich mich schon besonders, da ich dann endlich wieder meine „Kids“ sehe.

Über die Projekte habe ich Maria Theresa, der Direktorin des Zentrums, gesprochen. Dabei hatten wir beide viele gute Ideen und Vorstellungen, was man machen könnte. Ob alle Vorhaben auch realisierbar sind, wird sich dann zeigen. Zum einen haben wir vor, dass Zentrum von außen neu zu streichen. Des Weiteren hat sie mir gesagt, dass ich bald eine weitere Gruppe im Zentrum mit übernehmen soll, um mich somit noch enger mit in die Arbeit einzubeziehen. Weitere Aktionen, die wir uns überlegt haben, sind ein Fußballturnier mit den von Werder gesponserten Trikots, eine große Ausstellung mit Bildern und Bastelein der Kinder (die Vorbereitungszeit dafür soll 2 Monte betragen, also wird es wohl eine relativ aufwändige Ausstellung) und ein Besuch im Zoo, Schwimmbad oder Museum (mal schauen ob sich auch alles ermöglichen lässt).

Ihr seht wir haben hier noch viel vor und ich hoffe sehr, dass ich noch so viel wie möglich für die Kinder realisieren kann.

Montag geht das dann mit Freunden zuerst noch einmal nach Belize, um danach dann wieder voll mit meiner Arbeit und meinen Visionen durchzustarten.

Ich habe mir meine Ziele für 2012 gesteckt, hoffe, dass ich hier noch viele schöne Dinge in meiner Arbeit und außerhalb erleben werde und möchte natürlich noch gerne so viel wie möglich tun.

Das war ein kleiner Ausblick auf die nächsten Monate hier und ich wünsche euch allen ein gesundes und spannendes Jahr 2012!

Euer Jakob

 

Zwischen Trauer und Fröhlichkeit – Beerdigung und Weihnachten

Donnerstag, 29. Dezember 2011 von Jakob Bauer

Hallo ihr Lieben,

am 24. Dezember war es nun soweit. Das erste mal, dass ich ohne meine Familie und in einem fremden Land Weihnachten gefeiert habe.

Beginnen möchte ich dennoch mit der Geschichte von meinem letzten Arbeitstag. Dieser war am Freitag den 16. Dezember und es fand noch einmal eine „Purisima“ statt. Am Tag zuvor hatten wir aus vielen kleinen Tüten, gefüllt mit Kaugummi, Reis, Schokolade, Keksen und weiteren Dingen, viele große Päckchen gezaubert. Diese überreichten wir dann nach der „Purisima“ den Kindern. Zum Abschluss gab es dann noch ein Gruppenfoto mit allen Beteiligten. Ich war etwas traurig, da ich die Kinder nun für eine doch etwas längere Zeit nicht wiedersehen werde. Doch ich freue mich schon wahnsinnig darauf, im neuen Jahr wieder mit ihnen zusammen zu sein.

Komme ich nun zu einer etwas traurigeren Nachricht. Am Samstagmorgen, eine Woche vor Heiligabend, verstarb der Bruder meiner Gastmutter. Diese Nachricht hat mich sehr getroffen und mein ganzes Mitgefühl war in diesem Moment bei meiner Gastmutter. Dennoch war ich auch etwas verwirrt, da ich erstens den Verstorbenen nicht kennen gelernt habe und zweitens noch nie zuvor einen Todesfall eines Menschen in meinem weiteren Umfeld miterlebt hatte.

Es hat mich sehr betroffen gemacht, als ich meine Gastmutter so traurig gesehen habe und die Familie des Verstorbenen. Das nahm mich auch sehr mit, aber trotzdem hatte ich nicht diese Verbindung zu dieser Person und deshalb fiel es mir dann doch wahrscheinlich etwas leichter, auf die Situation zu reagieren. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich nicht betroffen gewesen war, denn so eine Beerdigung und die ganze Prozedur die damit einherging, muss ich nicht unbedingt so schnell wiedererleben. Es war ein sehr schweres, ruhiges und betretenes Wochenende für mich. Auch war es eine sehr anstrengende Zeit, da viel organisiert werden musste, was für die Angehörigen sicherlich nicht die einfachsten Dinge waren. Ich nahm an allen Zeremonien teil und zeigte mein Mitgefühl. Dennoch hielt ich es auch für richtig, mich doch etwas außen vor zu lassen, da ich einfach nur wenige Verbindungen mit dem Bruder meiner Gastmutter hatte und wie gesagt, das auch ein wenig neu, seltsam und traurig für mich war.

Ich kann natürlich jetzt die Leute verstehen, die denken, wie kann man in einem Blog nur über so etwas privates aus seiner Gastfamilie erzählen, aber ich brauche das einfach. Es tut mir gut, wenn ich so etwas hier niederschreiben kann und dabei versuche zu erklären, wie ich es erlebt und verarbeitet habe.

Nach diesem Wochenende hatte ich das Gefühl, dass das Alltagsleben die Menschen doch sehr schnell wieder eingeholt hatte, denn am Montag ging es für alle wieder an die Arbeit.

Dadurch kam bei mir natürlich auch noch nicht wirkliche Weihnachtsstimmung auf und somit schlug ich oftmals die Zeit tot und hoffte inständig, dass mein Paket von meiner Familie aus Deutschland noch rechtzeitig hier angekommen würde. Es kam nicht rechtzeitig an und es ist auch heute immer noch nicht da.

Weitere Faktoren, die mich irgendwie nicht richtig in Weihnachtsstimmung kommen ließen, waren das warme Wetter hier, was ich zu so einem Jahreszeitpunkt natürlich überhaupt nicht kenne und überhaupt alle diese Dinge die für mich zuhause in Deutschland Tradition hatten. Es fehlte mir im Haus an Beleuchtungen, an weihnachtlicher Musik und am Geruch von frisch gebackenen Plätzchen. Letzteres habe ich durch meine Eigeninitiative und die Hilfe meiner Mutter noch etwas ändern können. Das Ergebnis war ein voller Erfolg und somit habe ich das Rezept schon auf spanisch übersetzt und weitergegeben.

Insgesamt also, war es dieses Jahr eine eher komische Vorweihnachtszeit, welche auch sehr schnell vorüberzog.

Am 22. Dezember konnte ich mich dann wieder einmal nützlich machen im Haus, indem ich half, über 100 Pakete mit zu verpacken. Dies war eine Aktion meiner Gastmutter, die für alle Mitarbeiter ihrer Tankstelle ein Weihnachtspaket zusammengestellt hatte. Darin befand sich z.B. Zucker, Reis, Bohnen, Cola, Kaffee, Kekse, Öl und andere weitere nützliche Dinge. Des Weiteren spendete mein Gastmutter auch noch Pakete für eine Kirche, die dort an Familien aus den jeweiligen Dörfern verteilt wurden.

Am Morgen darauf bin ich um 4 Uhr aufgestanden um an der Messe für Kinder um halb 6 Uhr in der Früh teilzunehmen. Hier heißt diese Messe „la misa de los ninos“ und diese finden täglich eine Woche vor Weihnachten immer um halb 6 Uhr morgens in der Kirche statt. Dabei handelte es sich um die Kirche, von der ich den Pfarrer kannte, da dieser gut mit meiner Gastmutter befreundet ist. Wie es sich gehörte, ließ er mich in dieser Messe vor allen Leuten aufstehen und stellte mich allen vor. Dies war mir etwas peinlich und ich war leicht verlegen. Dennoch sah ich mit Freude, wie positiv die meisten Menschen dort auf mich reagierten und ich habe mich sehr darüber gefreut, als beim „der Friede sei mit dir“ viele Kinder zu mir kamen und mich umarmten. Diese Nähe zu den Kinder gefällt mir sehr und ich fühle mich in ihrer Gegenwart sehr wohl.

Nun komme ich also zu Heiligabend.

Wie es sich natürlich gehörte regnete es an Weihnachten den ganzen Tag lang. Ich verbrachte den Tag damit, mein Geschenk für meine Gastmutter zu verpacken. Ich habe ihr ein Foto von uns geschenkt in einem Fotorahmen, etwas Weihnachtsmusik zum anhören und habe mit Freunden aus Deutschland geschrieben, um diesen frohe Weihnachten zu wünschen.

Gegen Abend trudelte dann nach und nach die Familie ein und die ganzen Geschenke wurden unter den Tannenbaum gelegt. Um 9 Uhr ging es dann zur Weihnachtsmesse. Die Messe enthielt ein sehr schönes Krippenspiel und hat mir sehr gut gefallen. Die Messen hier unterscheiden sich doch etwas von denen in Deutschland. Es ist meistens nicht ganz so still in den Messen wie bei uns, die Mikrofone sind eindeutig zu laut eingestellt! 😀 und vereinzelt gibt es Lieder, bei denen euphorisch mitgeklatscht wird und es dadurch für mich etwas abwechslungsreicher und lockerer wirkt. Die restlich Prozedur ist jedoch hier genauso wie in Deutschland.

Nach dem Gottesdienst ging es dann wieder nach Hause. Dort gab es für alles etwas zu essen, jedoch aßen wir nicht alle zusammen, was ich etwas schade fand. Währenddessen begann zeitgleich im Nebenraum schon die Bescherung und draußen wurde kräftig geböllert. Ja ihr habt richtig gelesen: geböllert! Der Gebrauch von Böllern, sowie die Tatsache, dass sich alle um Mitternacht frohe Weihnachten wünschten, erinnerten mich komischer Weise auch ein kleines bisschen an Silvester. Es war schon ein wenig anders dieses Weihnachten, da mir die vertrauten Personen fehlten. Aber es war auch spannend mitzuerleben, wie die Menschen hier Weihnachten feiern. Meine Gastmutter hatte sogar für mich ein Geschenk besorgt. Ich bekam ein schickes grünes T-Shirt und Parfüm. Eine weitere kleine Einzelheit, die ich euch nicht vorenthalten möchte ist, dass am Ende Perücken und Partyhüte verteilt wurden und dann noch viele Erinnerungsfotos geschossen wurden.

Alles in allem ging Weihnachten dieses Jahr doch recht zügig vorbei, ich habe die Zeit jedoch sehr genossen und bin froh einmal ein etwas „anderes“ Weihnachten miterlebt zu haben.

Morgen, am 29. Dezember, werde ich mich auf den Weg nach Masaya zu meinem Freund Max machen und am Tag darauf werden wir uns dann gemeinsam auf den Weg nach San Juan del Sur machen um dort am Meer Silvester zu feiern und gut ins neue Jahr reinzurutschen.

Das war dann wohl der letzte Bericht in diesem Jahr…

Ich wünsche euch allen noch schöne letzte Tage im Jahr 2011 und hoffe das ihr alle gut ins neue Jahr 2012 rutscht, gesund bleibt und weiterhin mit viel Freude durch das Leben geht!

Ich werde mich dann im neuen Jahr wieder bei euch melden!

Viele Grüße aus Juigalpa,

euer Jakob

 

Ein Monat zwischen Feierlichkeiten, Arbeit und der „Purisima“…

Samstag, 10. Dezember 2011 von Jakob Bauer

Hallo an alle!

Ja ich lebe noch und mir geht es auch wieder ausgesprochen gut. Heute möchte ich euch wieder auf den neuesten Stand bringen.

Beginnen möchte ich mit den Wahlen, die am 6. November in Nicaragua stattgefunden haben. An jenem Morgen begleitete ich meine Gastmutter zu ihrem Wahllokal und beobachtete ein bisschen das Geschehen. Es war für mich sehr unspektakulär, da ich aber auch bis jetzt noch nie wählen war, eine nicht allzu verwunderliche Tatsache. Es gewann nicht überraschend Daniel Ortega, der nun seine 3. Amtszeit bestreitet. In der Nacht zum Montag, als die ersten Ergebnisse seines Wahlsieges bekannt gegeben wurden, gab es auf den Straßen viele Autokorso der Sandinisten, wie ich sie sonst nur aus Deutschland kenne, zur Zeit einer Fußballweltmeisterschaft öder ähnlichem. Insgesamt gesehen gingen die Wahlen für mich jedoch sehr schnell und unaufgeregt vorbei.

Am nächsten Wochenende ging es dann zu meinem Freund Max nach Masaya, der dort mit zwei anderen deutschen Freiwilligen eine gemeinsame WG „aufgemacht“ hatte. Zu diesem Zweck gaben sie eine kleine Einweihungsparty in ihrem neuen Zuhause und es war eine schöne Gelegenheit für mich, andere Freiwillige, welche ich auf den Vorbereitungsseminaren in Deutschland kennen gelernt hatte, wiederzusehen.

Die Zeit danach verlief mehr oder weniger ereignislos und ich arbeitete viel in meinem Zentrum. Dies tat sehr gut und ich hatte viel Zeit, die ich mit meinen Kindern dort verbringen und ihnen helfen konnte. Dies war auch sehr wichtig, da die Kinder zu dieser Zeit, also Ende November, alle ihre Prüfungen hatten und daher noch etwas üben wollten. Des Weiteren hatte ich ein paar Süßigkeiten für die Kinder organisiert und war sehr froh darüber, dass mir diese Überraschung für die Kinder gelungen ist.

Ein weiteres Ereignis, über welches ich mich sehr gefreut habe, ist, dass ich es geschafft habe, Werder Bremen von einer Spendenaktion für mein Zentrum „Jesus Amigo“ zu überzeugen. Für diesen Einsatz von Werder Bremen kann ich mich nur bedanken und bin überzeugt davon, dass die Kinder mit den Trikots, welche als Sachspende zur Verfügung gestellt werden, sehr viel Spaß haben werden. Ich werde auch versuchen, wenn die Trikots hier angekommen sind, Fotos davon zu machen, wie diese dann im vollen Einsatz der Kinder aussehen werden.

Gegen Ende des Monats wurde ich etwas kränklich und fühlte mich körperlich schwach. Ich wurde mit vielen Medikamenten und viel Tee wieder etwas aufgepäppelt, bis es mir wieder etwas besser ging.

Am ersten Wochenende im Dezember war dann Max das erste mal bei mir zu Besuch und ich hatte an diesem Wochenende super viel Spaß. Dies hat mich aber auch viel zum Nachdenken gebracht und mir wurde wieder klar, wie gerne ich in meiner kleinen Stadt Juigalpa doch Gesellschaft von einem anderen Freiwilligen hätte. Das fehlt mir einfach doch des öfteren, um auch einfach mal mit demjenigen zu reden. Mit meinen „Nicafreunden“ ist das auch alles möglich, jedoch in einem etwas beschränkterem Maße. Ebenso ist es hier aus meiner Sicht auch nicht so leicht möglich neue, wahre Freunde zu finden, mit denen ich viel unternehmen kann. Hier spielen aus meiner Sicht wieder die Aspekte der finanziellen Verhältnisse eine große Rolle. Auch mit meinen Freunden, welche ich jetzt schon habe, ist es auch nicht immer ganz so einfach, da mein einer Freund 11 Stunden am Tag arbeiten muss, das Wochenende nicht ausgenommen, und mein anderer Freund leider auch nicht immer Zeit für mich hat. Daraus entsteht dann immer viel Zeit, die ich für mich habe, zum Nachdenken und zum Ablenken mit anderen Dingen.

Nach diesem Wochenende ging es mir leider wieder schlechter und es war Zeit für meinen ersten Besuch beim Doktor! Ich weiß gar nicht mehr wie lange es schon her ist, dass ich eine Spritze in mein Gesäß bekommen habe?! 😀 Ich glaube es ist schon sehr lange her! Jedenfalls ging es mir nach der Spritze deutlich besser.

Eine weitere sehr interessante Sache, die mir hier passiert ist, war der Geburtstag meiner Gastmutter. Natürlich sagte mir niemand etwas davon im Vorhinein, sodass ich erst am Morgen ihres Geburtstages davon erfuhr. Daher gab es auch leider kein Geschenk von mir, jedoch ein kleines Ständchen in ihrer Tankstelle und eine Umarmung! In dem Büro meiner Mutter standen super viele Geschenke und sie hatte sich auch extra schön gemacht für diesen Tag. Als ich am Abend dann mit ihr Zuhause nochmal ins Gespräch kam, erklärte sie mir, dass ihr Geburtstag eigentlich erst am 6. Dezember sei. Da war ich natürlich überrascht und fragte, warum alle ihr dann schon am 25. November Geschenke und Glückwünsche überbracht hatten ?! Daraufhin sagte sie mir, dass ihre Mutter ihr damals wohl gesagt habe, dass sie früher geboren sei und nicht am 6. Dezember. Als meine Mutter dann später zum Amt ging und sich erkundigen wollte, wurde ihr gesagt, dass ihr Geburtstag am 6. Dezember sei. Da sich aber alle schon so daran gewöhnt hatten, ihr an dem anderen Tag zu gratulieren, fragte sie, ob sie ihr Geburtsdatum nicht umlegen könne. Dies ging natürlich nicht! Jedoch behielten ihre Freunde diese Gewohnheit anscheinend bei und nun ist es so, dass sie hauptsächlich am 25. November beglückwünscht und beschenkt wird, ihr Geburtstag jedoch erst später ist. Diese Geschichte war für mich im ersten Moment sehr amüsant, da ich so etwas noch nicht kannte!

Ein Ereignis, wovon ich euch unbedingt noch erzählen muss, ist die „Purisima“! Dabei handelt es sich um ein Fest, welches überall in Land gefeiert wird. Angesungen und angebetet wird hierbei eine Jungfrau, die immer in kleiner Form auf einem Altar vorhanden ist. Dieses Fest habe ich nun 4 mal miterleben dürfen. Das erste Mal war es in Managua, bei der Schwester meiner Gastmutter. Beim nächsten Mal war es die „Purisima“ bei meiner Mutter. Sie fand in der Tankstelle statt und es kamen sehr viele Menschen. Die letzten beiden habe ich einmal in meinem Zentrum erlebt und die anderen auf der Straße! Der Ablauf ist ungefähr folgender: Zuerst wird viel gesungen und gebetet. Danach gibt es ganz viele Süßigkeiten, Früchte, Rasseln, etc. für die Menschen. Dabei wird natürlich weiter gesungen und alle haben viel Spaß dabei! Danach ist das Fest dann auch schon wieder zu Ende.

Was mir hierbei aufgefallen ist, dass diese „Purisima“ einen extrem hohen Stellenwert in meiner Familie und auch bei vielen anderen Menschen hier hat. Des Weiteren kam ich zu dem Schluss, dass sich eine „Purisima“ in einem größeren Zusammenhang mit dem „Nikolaus“ bei uns vergleichen lässt. Bei beiden Dingen wird gesungen, es gibt Süßigkeiten, Orangen, etc. und ebenfalls, wenn auch hier in Nicaragua nicht überall, ziehen die Leute von Haus zu Haus. Der eigentliche Tag der „Purisima“ ist der 8. Dezember, es wird jedoch auch schon davor dieses Fest zelebriert.

Im Moment befinde ich mich gerade in Costa Rica bei der Tochter meiner Gastmutter. Hier gehe ich heute Abend auch zu einer Abschlussfeier des Sohnes, der Tochter meiner Gastmutter. Dabei handelt es sich um den Wechsel eines Jahrgangs, was hier anscheinend etwas größer gefeiert wird. Dafür geht es heute Abend ins Hotel und morgen in aller Früh dann schon wieder mit dem Auto zurück nach Juigalpa.

Dass natürlich die Weihnachtszeit schon längst begonnen hat, nehme ich doch etwas anders war. Vor allem sind es die äußerlichen Umstände, die es für mich schwer machen in Weihnachtstimmung zu kommen. Bei 30 Grad ist es für mich einfach nur schwer möglich, in eine ordentlich Weihnachtstimmung zu kommen. Allerdings steht bei uns Zuhause in Juigalpa schon der Weihnachtsbaum und die Krippe! 🙂 Weihnachten werde ich auch aller Vorraussicht nach in Juigalpa mit der Familie verbringen, worüber ich mich sehr freue.

So das soll es dann auch erst einmal wieder von mir gewesen sein!

Ich wünsche allen weiterhin eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!

Euer Jakob

 

Drei Wochen zwischen Neuentdeckungen, Weiterentwicklung und super viel Spaß

Montag, 31. Oktober 2011 von Jakob Bauer

Die letzten drei Wochen nach meinem letzten Blogeintrag waren super spannend, lehrreich und spaßig!

Nachdem ich euch das letzte Mal von dem anstehenden Besuch der Gruppe aus Deutschland berichtet hatte, war es am 13. Oktober so weit. Am Donnerstagnachmittag besuchte uns eine Gruppe aus Deutschland. Die Kinder waren super gespannt darauf und ich merkte sofort, wie sie sich über diesen Besuch freuten. Sie waren sofort sehr aktiv und machten es allen sehr einfach, gleich etwas entspannter zu werden.

Nach vielen Spielen, kleinen Ansprachen und jeder Menge Durcheinander war der Besuch dann auch schon wieder zu Ende. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass mich Regina Eckert vom Kindermissionswerk in die Aktivitäten der Gruppe mit eingeplant hatte, musste ich zu Hause schnell ein paar Sachen packen um danach mit der Gruppe aufzubrechen. Die Gruppe hielt sich in einem Ort namens Acoypa auf, welcher ungefähr 30 Minuten von Juigalpa entfernt ist.

In diesen fünf Tage war ich mit den Jugendlich des Weiteren in La Libertad, Santo Tomas, Acoyapa und auch noch einmal in Juigalpa. Wir nahmen an einem großen Kindergottesdienst teil, lernten super viele Jugendliche aus Acoyapa kennen, besuchten ein weiteres Zentrum für Kinder sowie die katholische Universität von Juigalpa, wo wir uns mit den Studenten austauschten. Darüber hinaus haben wir viel getanzt, gefeiert, geredet und Sport getrieben! Auch habe ich mir zum ersten mal den Stierkampf live in einer  „Arena“ angeschaut , welcher hier in Nicaragua sehr beliebt ist. Der Abschied viel mir dementsprechend auch nicht einfach, wir hatten jedoch alle unsere Kontaktdaten ausgetauscht um uns nicht zu schnell aus den Augen zu verlieren.

Am Dienstag den 18. Oktober ging es dann wieder zu meiner Arbeit, wo mich die Kinder schon erwarteten. Die Arbeit wird langsam immer effektiver und ich habe das Gefühl, je besser ich die Sprache beherrsche und mich somit auch besser mit den Kindern austauschen kann, desto mehr Spaß haben sie und desto mehr habe ich das Gefühl, dass ich ihnen helfen kann.

Der Höhepunkt dieser Woche war, dass ich mit den Kinder eines Morgens eine riesige Wasserschlacht veranstaltet habe. Dies geschah sehr zur Freude der Kinder, ich wurde ordentlich nass und unglücklicherweise hatten wir an dem Tag in meinem Haus bis Abends um 6 kein Strom. Dies bedeutete, dass ich mich fast den ganzen Tag nicht erfrischen konnte.

Am Freitag den 21. Oktober ging es dann auf nach Masaya zu Max. Abends gingen wir mit Freunden dann noch in einige Bars und es wurde ein sehr schöner und lustiger Abend. Am Samstag machten wir (Ich, Max, Noe und Marcelo) uns dann auf nach San Juan del Sur. Dies ist ein kleiner und bekannter Touristenort am Meer. Dort blieben wir dann lediglich bis zum Sonntag und hatten am Samstagabend eine sehr lustige und lange Feiernacht. Sonntagmittag ging es dann für mich erst wieder nach Masaya und danach nach Juigalpa, nach Hause.

Am Montag ging es dann wieder einmal nach Managua, wo ich nun endlich mein Visum beantragt habe und diese nun vorraussichtlich in drei Wochen abholen kann. Danach habe ich die Woche wieder im Zentrum gearbeitet, dort viel mit den Kindern gespielt, ihnen bei ihren vielseitigen Hausaufgaben geholfen sowie meinen Englischkurs etwas weitergeführt. Besonderes Highlight in dieser Woche war, dass ich zwei Kinder aus dem Zentrum mit nach Hause begleiten durfte. Dort habe ich dann auch die Mutter und einen weiteren Bruder kennen gelernt. Das war wirklich eine sehr schöne Begegnung und hat mich sehr bewegt, weil alle so herzlich und freundlich waren. Besonders als mir die Kinder, nach dem wir das Familienfotoalbum durchgeblättert hatten, ein Foto von sich schenkten, welches nun in meinem Schlafzimmer hängt.

Daraufhin habe ich mit Maria Theresa, der Direktorin von meinem Zentrum, gesprochen und gefragt, ob weitere Besuche dieser Art möglich sind. Sie sagte mir, dass das teilweise sehr schwer sei, da viele Eltern gar nicht zu Hause sind und in anderen Städten oder teilweise sogar Ländern arbeiten würden, um Geld zu verdienen. Jedoch wollen wir nun vor Weihnachten noch ein paar andere Häuser von Kindern aus meinem Zentrum besuchen, worauf ich mich schon sehr freue!

Am Ende der Woche, am Freitag gab es dann wieder eine kleinen Basar in unserem Zentrum, den ich Vormittags mit half aufzubauen. Dieser war leider nicht so gut besucht da genau an diesem Tag eine wichtige politische Person in Juigalpa war und die Menschen sich daher zu diesem Event aufmachten, welches zudem auch noch in der Straße von meinem Haus stattfand und ich somit fast mittendrin war. Leider ist mein Fahrrad nun nach so kurzer Zeit schon kaputt und wird immer noch repariert, weshalb ich jetzt öfters mal zu Fuß zur Arbeit gehe. Das nimmt natürlich mehr Zeit in Anspruch und ist auch anstrengender. Dadurch kann ich aber noch besser das Leben hier beobachten und mir viele Gedanken machen zu dem, was ich dann tagtäglich sehe.

Des weiteren war ich am Freitag mit meinem Freund Henry in der Stadt unterwegs und habe ein paar Einkäufe erledigt. Abends war ich dann in dem Restaurant zu besuch wo er arbeitet. Diese liegt gerade einmal zwei Häuser weiter und ist schnell erreicht. Dadurch kann ich mich immer sehr gut und viel mit ihm unterhalten. Samstagabend ging es dann auf die „Halloweenparty“ hier in der Diskothek „La Quinte“. Es war super viel los und der Club richtig schön gruselig hergerichtet. Dieser Abend wurde sehr lang und deshalb war ich heute morgen als ich um 7 Uhr aufstehen musste noch sehr kaputt. Mit meiner Gastmutter meinem Gastbruder und ein paar anderen Leuten ging es dann nach „Cuapa“. Dort besuchten wir eine ganz besondere Messe und ich merkte wiederholt, wie wichtig hier für viele Menschen der Glaube an Gott ist. Nachmittags spielte ich dann noch viel mit meinem beiden Gastgeschwistern.

Morgen früh geht es hier um 7 Uhr Morgens in Fitnessstudio. Mal sehen wie ich das überstehe. Des Weiteren habe ich mir eine Möglichkeit organisiert ein bisschen mehr Spanisch zu lernen und werde nun bald anfangen bei einem Lehrer hier Unterricht zu nehmen. Ich hoffe, dass mir das vor allem grammatikalisch noch einmal sehr weiterhelfen wird.

Ich wünsche allen eine schöne Woche!

Viele Grüße

Euer Jakob

 

„Chele“ und andere Kleinigkeiten…

Dienstag, 11. Oktober 2011 von Jakob Bauer

Heute Morgen bin ich wie immer um 8 Uhr aufgestanden und habe mich fertig gemacht, um dann um halb 10 Uhr von Elias abgeholt zu werden. Danach waren wir den Vormittag über, da das Zentrum „Jesus Amigo“ geschlossen war, auf einem kleinen Steinfußballplatz, die man hier „Cancha“ nennt. Dort haben wir den ganzen Vormittag mit anderen Jugendlichen Fußball – 5 gegen 5 – gespielt.

Mich riefen sie dabei immer „Chele“. Dieses Wort bedeutet hier so viel wie „Weißer“, und nachdem ich mich bei Elias erkundigt hatte, wird dieses auch mit keiner schlechten Bedeutung in Verbindung gebracht. Das ist hier jedoch nichts Unübliches für mich, da mir dieses Wort schon das eine oder andere Mal in den Straßen hinterhergerufen oder mir nachgepfiffen wurde. Kleinigkeiten, mit denen ich mich schnell arrangieren konnte!

Das Fußball spielen war super anstrengend, da es hier morgens am wärmsten ist, auch wenn die Sonne nicht immer stark strahlt. Nach knapp 2 Stunden nahmen wir dann den Bus nach Hause und ich war komplett durchgeschwitzt. Zuhause stellte ich dann auch sofort fest, dass ich mir einen schönen Sonnenbrand eingefangen hatte! 😀 Tja, es bleibt eben auch in diesem Land alles beim alten: Rot statt braun :p

Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann Nachmittags wieder ins Zentrum, wo mich schon wieder die Kinder erwarteten. Es ist wirklich unglaublich, wie viel Energie diese Kinder haben. Sie werden einfach nicht müde und wollen die ganze Zeit unterhalten werden 😀 Das macht es für mich wirklich sehr anstrengend. Aber wenn ich dann ihr Lachen sehe, ist es die Mühe absolut wert! Im Moment bin ich auch noch dabei mir alle Namen der Kinder einzuprägen, was für mich verdammt hart ist, da es knapp 30 Kinder sind und manche wirkliche schwierig zu merkende Namen haben! Ein Beispiel, das mir jetzt gerade spontan einfällt, wäre „Esmilce“. Ich bin den Kindern jedoch sehr dankbar für ihre Geduld mit mir und dass es ihnen nichts ausmacht, mir ihren Namen des öfteren zu wiederholen! 😀

Jetzt gerade bin ich nun dabei, etwas für den Englischunterricht morgen vorzubereiten und hoffe, dass es den Kindern gefallen wird.

Ein Fahrrad besitze ich nach dem heutigen Tag leider immer noch nicht und ich weiß auch nicht, wann sich das ändern wird, da Elias mir auch keine genaueren Informationen geben konnte. Wie gesagt: alles etwas lockerer hier und man nimmt es manchmal eben nicht so genau mit der Zeit! 😉 Ich hoffe sehr, dass ich in den nächsten Tagen dann endlich den Vollzug des Kaufs vermelden kann! 😀

Ein weiteres kleines Anliegen, auf welches ich mich schon sehr freue, ist der Besuch von Regina. Sie arbeitet im Kindermissionswerk in Aachen und hat mich maßgeblich mit auf dieses Jahr in Nicaragua vorbereitet. Besuchen kommen wird sie mich mit einer Delegation von 20 weiteren Jugendlichen aus dem Bistum Mainz, die zwischen 20 und 27 Jahren alt sind. Diese wollen das Leben hier in Juigalpa, speziell das der Kinder besser kennen lernen. Dafür werden Sie am 13. / 14. und 15. Oktober hier in Juigalpa sein und ich freue mich schon sehr darauf, meine ersten Erfahrungen und Berichte weitergeben zu können.

Das wars für heute!

euer Jakob

 

Costa Rica und mein Zentrum „Jesus Amigo“

Montag, 10. Oktober 2011 von Jakob Bauer

Buenas Noches de Juigalpa!

Erzählen möchte ich euch in diesem Blogeintrag über meine einwöchige Reise nach Costa Rica zu Familienangehörigen meiner Gastmutter, aber größtenteils über mein Arbeit hier im Zentrum „Jesus Amigo“!

Am Dienstag, den 27. September, habe ich mich mit meiner Gastmutter und Freunden von ihr auf den Weg nach Costa Rica, San Carlos gemacht. Die Hinfahrt dauerte ungefähr 12 Stunden, was allerdings der ewigen Wartezeit an den Grenzen geschuldet war. Abends erreichten wir dann endlich die Finca von der Tochter meiner Gastmutter, wo ich dann auch sofort ins Bett gefallen bin.

San Carlos, die Stadt, in der ich die Woche verbracht habe, liegt in den Bergen und ist etwa 4 Autostunden von der Hauptstadt San Jose entfernt. Das Klima dort war gänzlich anders als hier in Juigalpa. Kaum Sonne, viel Regen und kühler.

Diese Umstellung des Klimas machte sich bei mir Mitte der Woche bemerkbar, als ich mir meine erste Erkältung einfing. Dadurch wurden die letzten Tage leider etwas anstrengender.

In den Tagen, die ich dort in Costa Rica verbracht habe, war ich in San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica . Dort waren wir in einem Freizeitpark und danach in einer riesig großen Shopping-Mall, die mich verdächtig an den „Style“ der USA erinnerten. Des Weiteren habe ich frische Kuhmilch von den eigenen Kühen der Familie getrunken, war Fisch essen in einem Restaurant, in dem man sich den Fisch vorher selber fangen musste, habe einen Vulkan erkundet und viel Zeit mit den beiden Jungs der Familie  verbracht. Die Rückfahrt war weniger anstrengend, da wir weniger Zeit brauchten und auch keine Probleme an der Grenze hatten.

Letzte Woche begann ich dann also wieder in meinem Projekt zu arbeiten und habe mich riesig darüber gefreut, die Kinder wiederzusehen! Alle diese Kinder sind mir bereits sehr ans Herz gewachsen und nach und nach bekomme ich auch ihre Namen immer besser in den Griff.

Eine Sache, die ich bisher leider noch versäumt habe, ist die Schilderung eines typischen Arbeitstages. Dem möchte ich nun nachkommen!

Normalerweise stehe ich um 8 Uhr morgens auf, mache mich fertig und werde dann um halb 10 Uhr von Elias zur Arbeit abgeholt (Zur Information, Elias ist hier mittlerweile mein bester Freund und arbeitet auch im Zentrum „Jesus Amigo“). Bisher sind wir häufig mit dem Taxi gefahren, was hier auch sehr billig ist (10 Cordoba kostet eine Fahrt. Das sind umgerechnet ca. ein halber Dollar). Jedoch werden wir uns morgen hoffentlich neue, gebrauchte Fahrräder kaufen. Ich sage hoffentlich, da der eigentliche Termin für den Kauf schon etwas länger her ist. Dies ist hier jedoch normal, da alles etwas lockerer gesehen wird. Also drückt mir die Daumen! 😀

Morgens ist im Zentrum meistens noch nicht so viel los, da die meisten Kinder vormittags in der Schule sind. Daher wird der Morgen meistens damit verbracht, mit den vorhandenen Kindern ein paar Spiele wie z.B. „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen oder ihnen ein bisschen Englisch beizubringen. Dann geht es üblicherweise um halb 1 nach Hause für eine kurze Mittagspause. Nachmittags so gegen halb 3 geht es dann wieder zum Zentrum. Wiederum mit Elias und auch wieder mit einem Taxi (zu Fuß ist es doch sehr weit!). Dort angekommen erwarten mich dann meistens etwa 30-35 Kinder, die voller Energie stecken und mich daher Tag für Tag sehr einnehmen. Das jedoch macht mir richtig viel Spaß und ich liebe es, mit den Kindern zu spielen. Mit den Jungs ist es meistens Fußball oder sie wollen Fangen spielen. Die Damen 😉 mögen es ebenfalls sehr gerne, sich körperlich zu betätigen. Daher geht ein Tag auch immer sehr schnell vorbei, an dem viel gelacht wird, viel gemacht wird und ich abends immer erschöpft und glücklich ins Bett falle oder noch einen Film schaue.

Ansonsten geht es abends dann noch mit Elias oder Freunden von ihm in eine Bar, in den Park oder zu einem kleinen Steinfußballplatz, wo wir uns letztens erst ein paar Spiele aus der hier existierenden Mädchenfußballliga angeschaut haben. Ich sage: nur sehr amüsant 😀

Diese Woche habe ich außerdem noch einen von Elias Brüdern kennengelernt, der in Deutschland in Hagen studiert hat. Er ist super freundlich und ich kann mit ihm viel über Deutschland und Nicaragua sprechen, was sehr interessant ist, um mal ein Bild aus einer etwas anderen Perspektive zu bekommen. Ihm gehört eine „Pulperia“ (eine Art kleiner Shop) in der Nähe unseres Zentrums und deshalb verweilen wir dort meistens nach der Arbeit ein wenig und warten eventuell auch manchmal auf den Bus. Dieser ist noch billiger als ein Taxi (3 Cordoba), dafür aber etwas interessanter, weil man mehr Menschen sieht, die mir immer noch viele interessierte Blicke schenken. 🙂

Des Weiteren habe ich diese Woche mit Elias auch noch einen neuen Fußballgekauft! Als wir den Ball nachmittags mit ins Zentrum genommen haben, war die Freude der Kinder sehr groß und er wurde sofort eifrig eingeweiht!! Darüber hinaus habe ich diese Woche auch angefangen, nach einem Plan zu arbeiten, den mir Anabell und Maria Theresa, zwei weitere Freundinnen, die auch im Zentrum arbeiten, erstellt haben. Dieser ermöglicht mir nun, etwas strukturierter und geordneter mit den Kindern zu arbeiten.

Mit inbegriffen war darin auch die Unterrichtung von Englisch. Die meistens Kinder lernen Englisch auch in der Schule und können daher schon ein wenig Englisch. Für mich ist es immer sehr witzig, wenn die Leute hier versuchen englisch zu reden, da ich wegen der „schlechten“ Aussprache kaum etwas verstehe! Aber man gibt sich Mühe und die Kinder lieben es neue Wörter zu lernen, sei es in Englisch oder teilweise auch in Deutsch! 😉

Am Samstag war ich dann abends feiern mit Elias und einem weiterem Freund. Heute am Sonntag bin ich um 10 Uhr wieder ins Zentrum gefahren, da dort ein Basar stattfand, der vom Zentrum organisiert worden war. Auf diesem Basar konnte man Kleidung und einige andere Sachen kaufen. Dabei habe ich auch so gut es geht geholfen und es war ein sehr schönes Ereignis. Die Kleidung und die andere Sachen dort waren etwas billiger als in der Stadt und daher fanden die meisten Sachen auch sehr flott einen Abnehmer. Außerdem wurden Getränke in „Tüten“ (sehr beliebt hier) sowie Kuchen an die Menschen ausgeteilt.

Nun freue ich mich schon sehr wieder auf meine Arbeit morgen und da ich dafür viel Energie benötige, werde ich nun schnell schlafen gehen!

Ich hoffe ich konnte euch meine Arbeit im Zentrum etwas näher bringen und euch den Spaß, den ich an der Arbeit hier mit den Kinder habe, etwas vermitteln.

P.S.: Ja ja, die Fotos kommen auch bald! 😀

Viele Grüße

euer Jakob!