Reise in den Süden Mexikos und Seminar in Cuernavaca
Liebe Blogleser,
Puebla, Villahermosa, Merida, Playa del Carmen – hier kommt von meiner Seite nach langer Zeit mal wieder ein neuer Eintrag über meine Urlaubs- und Seminarerfahrungen. Am 11. Januar bin ich mit Ricardo, dem anderen Freiwilligen des Kindermissionswerks, in den Süden Mexikos aufgebrochen. Ich bin dafür erst nach Puebla zu Ricardo gefahren, ca. 9 Stunden Busfahrt von Guadalajara aus, und habe in den folgenden Tagen sein Projekt und die Stadt gesehen, koloniales Zentrum und hübsche kleine Gassen. Auch war es sehr interessant seine Gastfamilie vor Ort und seine Projektarbeiter kennenzulernen.
Am 14. Januar ging es dann auf die zehnstündige Fahrt nach Villahermosa in den schon südlich gelegenen Bundesstaat Tabasco. Die Stadt war überflutet, da es bei dem Klima dort sehr viel regnet. Es gab auch touristisch nicht so viel zu sehen, sodass wir, mit dem schlechtem Wetter, die Stadt als Zwischenstation einbauten und nur eine Nacht blieben. Am darauffolgenden Tag sind wir weiter nach Merida gereist. Die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan, auf der bekannten Halbinsel Yucatan, lockt mit sehr netten Plätzen, offenen Menschen und jeder Menge alter Häuser im französisch-spanischem Stil. Von Merida aus sind wir einen Tag die berühmten Unterwasserhöhlen der Stadt besuchen gegangen, die zum Baden und Schnorcheln einladen. Auch Meridas Zentrum bei Nacht ist ein absoluter Höhepunkt eines Besuches, da es viele Straßenkünstler und Verkäufer etc. gibt.
Nach einem aufregenden Wochenende in der Stadt ging es danach wieder 4 Stunden mit dem Bus in der am Meer gelegenen Ort Playa del Carmen. Der Ort liegt in Quintana Roo mit der vorgelagerten Insel Cozumel. Dort haben wir 4 Nächte bei einem Freund von mir übernachtet. War eine tolle Erfahrung, das karibische Jugendleben zu sehen. Playa del Carmen hat einen wunderschönen Strand, eine sehr nette Strandpromenade und ein ausgefülltes Nachtleben. Dort haben wir eigentlich nur Bade- und Ausruhurlaub gemacht. Auch diente uns die freie Zeit, um die Insel Cozumel auf eigene Faust zu erkunden. Abends dann mit der Fähre zurück aufs Festland und ab in die Salsadisco. Wir haben sehr schöne Tage in dieser Etappenstation verbracht. Am Abend des fünften Tages vor Ort haben wir uns auf den Weg ins Nachbarland Belize gemacht.
Belize, San Pedro
Nach der siebenstündigen Busfahrt in Belize-City angekommen hatten wir einen kleinen Kulturschock. Das kleine Land südöstlich von Mexiko, ist ein englischsprachiges Land, das noch zum Commonwealth-Abkommen gehört, wie Jamaika. Hier fühlt man sich auch so wie auf der Karibikinsel Jamaika. Die Straßen sind voll von Afro-Amerikanern und aus den Häusern hört man Reggae-Musik. Es ging weiter zur vorgelagerten Insel San Pedro, die zu Belize gehört. Hier sind wir drei Nächte geblieben. Eine Trauminsel aus dem Bilderbuch. Dunkelblau-türkises Wasser und Palmen gesäumter Strand. Hier haben wir meinen Geburtstag verbracht, haben uns ein Golf-Buggy ausgeliehen und sind abends mit einigen Einheimischen draußen gewesen. Dies war im nachhinein der schönste Ort auf unserer Reise, obwohl man dies auch nicht klar sagen kann, da ganz Zentralamerika traumhaft schöne Ecken hat.
Am 26. Januar haben wir dann mittags das Boot nach Belize-City zurück aufs Festland genommen und sind nach einer lustigen Nacht in der Stadt am nächsten Morgen weiter nach Guatemala gefahren. Die holprige Fahrt nach Flores im Norden Guatemalas war ein Abenteuer. Über eine grobe Steinpiste kamen wir nach kleinen Problemen mit den Grenzposten nach 8 Stunden endlich in Flores an. Flores ist eine kleine Halbinsel in einem Süßwassersee. Von hier aus kann man die Maya-Pyramiden von Tikal besuchen oder einem zoologischen Park einen Besuch abstatten. Dort haben wir die vier Nächte in einem günstigem Hostal verbracht und haben dort durch Zufall noch Jakob, den Freiwilligen des Kindermissionswerks in Nicaragua, der auch auf Urlaubsreise in Guatemala war, getroffen. War cool mit ihm über seine Erfahrungen in Nicaragua und in seinem Projekt zu sprechen und sich auszutauschen. Nach dem Pyramidenbesuch haben wir uns abends wieder weiter auf die Reise zurück nach Mexiko gemacht, bei der wir auch mit kleinen Kanus einen Fluss überqueren mussten mit dem ganzem Gepäck.

Palenque, San Cristobal de las Casas, Oaxaca
Aus Guatemala raus fuhr der Bus ca. 3 Stunden nach Palenque, eine kleine Stadt in Norden des Staates Chiapas. Hier gibt es große archäologische Fundstätten und kleine Pyramiden. Auch zwei berühmte Wasserfälle liegen hier in der Nähe, Misol-Ha und Agua Azul, an denen wir waren und sehr viel Schwimmspaß hatten. Unglaublich viel Wasser! In Palenque blieben wir auch nur eine Nacht und so ging es schnell weiter nach San Cristobal de las Casas. Die Stadt liegt auf 2300 Metern und ist von Bergen umschlossen. Hier hatten wir frische 10°C und viel Wind. Wir hatten eigentlich keine Klamotten für so kalte Temperaturen dabei. Wir haben hier das Stadtzentrum besucht und kurz einen Einblick in die umliegenden Mayadörfer bekommen. Da wir auch eine Kontaktperson vor Ort hatten, war es um so leichter, viele verschiedene Leute kennenzulernen und viel zu sehen, was die normalen Touristen nie zu Gesicht bekommen.
Am nächsten Tag sind wir in den Cañón de Sumidero gefahren. Ein Fluss, der sich durch einen atemberaubenden Cañón zieht. Nach der dreistündigen Bootsfahrt, haben wir auch noch ein nahegelegenes Städtchen besucht, das aussieht wie ein Dorf im spanischen Andalusien. Auch eine Möglichkeit zum Höhlenbesuch haben wir wahrgenommen. Insgesamt sehr schöne, aber auch anstrengende Tage in Chiapas.
Dann haben wir uns letztendlich zu unserem letzten Etappenziel aufgemacht, die im Herzen Mexikos liegende Stadt Oaxaca. Wie fast alle Städte gab es dort ein sehr koloniales Zentrum, ausgezeichnetes Essen und einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt vom Berg Monte Alban. Hier findet man heute auch noch Pyramiden, die allerdings von den Azteken gebaut wurden. Mit gut gefülltem Magen ging es abends dann auf’s Reiseende hin und auf den Weg nach Cuernavaca, wo das Zwischenseminar der deutschen Freiwilligen in Mexiko stattfand. Wir waren dort eine Woche zusammen.
Das Seminarhaus in Cuernavaca ist ein Entwicklungszentrum. Die 24 Freiwilligen wurden nach Geschlechtern getrennt auf die Schlafzimmer zugeteilt. Wir haben dort eine sehr intensive Woche erlebt. Es tat gut, sich mit all den Freiwilligen mit den unterschiedlichen Erfahrungen auszutauschen. Wir haben einen Projektfluss angefertigt, eine Art Skizze des halben Jahres in Mexiko, die aussieht wie ein Fluss. Mit allen Höhen und Tiefen des halben Jahres. Wir haben mit den Freiwilligen und den drei Leitern einen sehr schönen Ausflugstag nach Taxco in den Bundesstaat Guerrero gemacht. Dort konnte man sich auch nochmal intensiver austauschen und Erlebnisse mit den anderen teilen. Auch waren wir alle zusammen nachts feiern, haben eine Tour durch Cuernavacas Zentrum gemacht und ein Piñata-Party veranstaltet. In der Gruppe wurde die ganze Woche über Themen gesprochen, die für jeden interessant sind, wie z.B. Erfahrungen mit Überfällen, Reflexion des Erlebten etc.. Das Seminar hat geholfen, neue Kontakte zu den Freiwilligen zu knüpfen. Die Woche ging wie im Flug vorbei und ich bin mit drei anderen Freiwilligen, die auch hier in Guadalajara arbeiten, mit dem Bus zurück nach
Guadalajara gefahren.
Insgesamt lässt sich sagen, dass ich tolle drei Urlaubswochen hatte und eine schöne Seminarwoche hatte. Wir haben auf unserer Reise sehr viele Leute kennengelernt mit vielen Lebensgeschichten. Eine erfahrungsreiche Zeit. Der Sünden Mexikos ist unglaublich reich an Natur, Menschen und Landschaften. Ich bin jetzt seit einer Woche wieder in der Schule La Barranca. Hier hat sich einiges verändert. Ich werde mich jetzt aber erstmal um die Fortsetzung des Theaterprojekts von Wolfgang Maria Herbst kümmern. Auch stehen viele Arbeiten im Garten und mit dem Hausmeister Juan Manuel an.
Danke für das Warten auf diesen Blogeintrag und bis zum nächsten
Viele liebe Grüsse aus Guadalajara und alles Gute euch allen
Euer
Tameshito
Weihnachten und Urlaub
Hallo liebe Blog-Leser…
Ich bin gerade von der Arbeit aus dem Gesundheitszentrum gekommen und sitze jetzt in der Sonne in unserem „wunderschönen Garten“ in El Alto und schreibe meinen nächsten Blog-Eintrag. Gleich muss ich wieder in mein normales Projekt. Da zur Zeit nur sehr wenige Kinder da sind (kommen erst am 13ten wieder), malen wir mit den wenigen Kindern ein paar Holzkreuze an.
Tut mir leid, dass ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe…
Es ist ziemlich viel passiert seit meinem letzten Blog-Eintrag. Da ich mich nicht mehr an alles erinnere, gucke ich gerade meine Bilder an, um zu wissen was genau passiert ist.
Na gut ich fang mal an.
Christian (mein Mitbewohner) und ich waren zweimal im bolivianischen Fernsehen. Auch wenn mir das jetzt keiner glaubt, aber wir waren als Models im Fernsehen…
Das kam so, dass Isa, meine Chefin, die Klamotten aus dem Laden in La Paz im Fernsehen präsentieren wollte, um Werbung zu machen. Sie hatte 3 weibliche Models engagiert und es fehlten demnach noch männliche Models. Ich weiss nicht genau, warum sie uns gefragt hat, ob es zu kurzfristig war oder ob sie uns einen Gefallen tun wollte. Naja, jedenfalls haben wir uns eine Hose und ein Hemd aus dem Laden angezogen und mussten vor der Kamera auf und ab laufen. Tja, das waren also meine ersten beiden Erfahrungen im Fernsehen, vielleicht mach ich ja nach Bolivien eine große Karriere als Model…
In der darauf folgenden Woche sind wir mit allen Kindern aus allen Projekten die zu Palliri gehören nach Coroico ins „Campamento“ gefahren. Man fährt ca. 3 Stunden nach Coroico. Es liegt auf ca. 1500m und ist dementsprechend wesentlich wärmer als hier. Wir waren insgesamt vier Tage im Campamento. Ich hatte mit einem anderen eine kleine Gruppe von Kindern (insgesamt waren 80 Kinder dabei). Wir haben kleine Spielchen gemacht, waren schwimmen und haben Fussball gespielt. Diese Nähe zu den Kindern hat mir sehr gut getan. Man kam besser in Kontakt, hatte viel Spaß und ich habe auch die anderen Kinder aus den Projekten kennen gelernt. Das war bisher meine schönste Erfahrung mit den Kindern und Jugendlichen. Ich hab mich zwar nicht wirklich als Leiter gefühlt, sondern es war eher wie eine Klassenfahrt, da auch ein paar wenige dabei waren, die ungefähr in meinem Alter waren.
Nach den vier Tagen in Coroico kam Lukas vorbei.
Lukas, Christian und ich haben zusammen bei Isa und Cristobal Weihnachten gefeiert. Ich muss gestehen, dass ich gerade an Weihnachten meine Familie sehr vermisst habe, trotzdem war das Fest sehr schön und hat Spaß gemacht. Da hier kein Schnee liegt hatten Lukas und ich Probleme in Weihnachtsstimmung zu kommen, aber mit Kerzen und Musik kam am 24ten doch ein bisschen Stimmung auf.
Das Fest an sich war ganz anders als in Deutschland. Die Bescherung ähnelte eher einem Wettrennen, wer zuerst seine Geschenke ausgepackt hatte ;). Danach gab es dann Essen. Cristobal kann echt gut kochen, dementsprechend hab ich auch ziemlich viel gegessen…
Nach dem Essen haben wir ein bisschen mit den Kindern mit ihren neuen Geschenken gespielt und bis tief in die Nacht mit Isa zusammen gesessen. Bis Silvester haben Lukas und ich entspannt und nur kleine Sachen in La Paz gemacht, wie z.B. Valle de la Luna. Das ist eine Stein-Lehm-Landschaft, die angeblich so aussehen soll wie auf dem Mond. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass es auf dem Mond so aussieht, trotzdem war es beeindruckend zu sehen, dass durch Regen so etwas entstehen kann.
Silvester haben Lukas und ich zusammen mit den anderen Freiwilligen von Arco bei Iris gefeiert. Die Eltern von Max, ein deutscher Freiwilliger, waren zu Besuch und haben gekocht. Das war echt super, da es leckeres deutsches Essen gab (Knödel, Fleisch und Spätzle).
Nach Silvester haben Lukas und ich entschlossen ein bisschen zu reisen. Deshalb sind wir nach Macchu Pichu gefahren. Das liegt in Peru in der Nähe von Cusco und ist eine alte Inkastadt. Die Landschaft war der absolute Hammer, da Macchu Pichu auf einem Berg liegt. Was mir an der ganzen Geschichte nicht so gut gefallen hat war, dass es unglaublich touristisch ist. Wenn man oben steht und auf die Stadt runterguckt, sieht man immer kleine Menschenschlangen, die durch die kleinen Wege und Häuser gehen. Man konnte kaum ein Bild machen, in dem man nicht irgendwelche Touristen im Hintergrund sieht. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung und der Ausflug mit Lukas hat echt Spaß gemacht. Danach haben wir noch ein paar Tage in Cusco verbracht und sind dann wieder nach El Alto zurück gefahren.
In El Alto angekommen hatten wir nur einen Tag Zeit, um unsere Wäsche zu waschen um danach nach Santa Cruz zu unserem Zwischenseminar zu fliegen. Das Zwischenseminar hat Spaß gemacht und es war spannend zu hören, wie es anderen in ihren Projekten ergeht. Viele von den Freiwilligen haben ähnliche Erfahrung mit der Kultur, den Menschen und vor allem dem Essen gemacht. Jedenfalls habe ich viele nette Leute kennen gelernt, die uns auch später noch in La Paz besucht haben. Die einzige negative Erfahrung in Santa Cruz war ein grauenhafter Sonnenbrand, den ich mir in einem Spaßbad geholt habe. Am Anfang war es ziemlich rot und später habe ich mich gepellt
Aber das ist wieder vorbei und mir geht es so gut wie noch nie ;).
Vom Zwischenseminar bin ich mit Lukas nach Sucre gefahren und habe dort noch 5 Tage Urlaub gemacht.
Wieder in El Alto angekommen kam direkt Tosca, eine Deutsche, die ich noch aus meiner Schulzeit kenne, vorbei um mich zu besuchen und ein bisschen Urlaub in Bolivien zu machen. Mit Tosca und 3 weiteren Freiwilligen aus La Paz sind wir über das Wochenende nach Sorata, ein kleines Anden-Dorf, gefahren und haben uns die Stadt angeguckt.
Ja das war so das Gröbste aus den letzten 2 Monaten. Letzte Woche kam ein kleines Paket von meinen Freunden aus Deutschland an, über das ich mich unglaublich gefreut habe.
Ja und nächstes Wochenende fahr ich zusammen mit Tosca nach Salar de Uyuni, ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es ist die größte Salzwüste der Welt. Eine Woche später fahr ich mit ganz vielen Freunden nach Oruro zum Karneval. Ich habe gehört, dass das der beste Karneval der Welt sein soll, sogar besser als in Rio. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er besser als in Aachen ist ;).
Na gut, was gibt es noch zu mir zu sagen. Ich fühle mich mittlerweile superwohl in Bolivien. Mit der Sprache klappt es mittlerweile schon besser und ich vertrage mittlerweile sogar das Essen an der Straße… Gestern bin ich zum ersten Mal (nach dem Urlaub) in meinem Projekt gewesen. Auch wenn noch keine Kinder da waren, war es super schön zu sehen, dass mich die Mitarbeiter vermisst haben und mich unglaublich herzlich begrüßt haben.
Ich genieße jetzt noch meine letzte halbe Stunde in der Sonne, die in der Regenzeit leider nicht so oft in El Alto auftaucht, und fahre danach wieder ins Projekt.
Viele Grüße an meine Familie, Freunde, Bekannte und natürlich alle fleißigen Blog-Leser…
Reisen!
Hallo liebe Blogleser!
Nach langer Zeit schaffe ich es endlich noch einmal meine Erfahrungen in den Blog zu schreiben. Das ich so lange nicht geschrieben habe liegt daran, dass das Projekt wegen der großen Sommerferien geschlossen wurde, und ich somit Zeit hatte ein bisschen Bolivien zu erkunden. Meine kleine Reise ging kurz vor Weihnachten los. Zunächst fuhr ich über die Weihnachtstage erneut zu meinem Freund Steffen nach La Paz, um mit ihm Weihnachten und Silvester in La Paz zu feiern. Ein Weihnachten bei Sonnenschein und immer gleichem bolivianischen Wetter war auch seine Erfahrung wert, aber leider nicht halb so schön wie ein deutsches Weihnachten mit Familie und vielleicht sogar Schnee. Steffens Chefin hatte uns zum Essen eingeladen. So gab es wenigstens ein sehr leckeres Essen und ein bisschen festliche Weihnachtsatmosphäre.
Die Tage zwischen Weihnachten uns Silvester haben wir ganz entspannt bei Steffen verbracht und ich war froh, dass ich mal durchgängig Internet hatte. An zwei Tagen wurden wir allerdings von Steffens Chefin Isa zu Überaschungsausflügen eingeladen. Überaschungsausflüge deshalb, weil wir uns ins Auto setzen mussten ohne zu wissen, wohin es geht.
Ausflug 1: Von La Paz aus ging es erstmal zum Altiplano. Der Name erklärt eigentlich schon, was es dort zu sehen gibt: Das “Hohe-Flach” ist eine Hochebene, die auf etwa 4100m liegt und unglaublich beeindruckend aussieht. In der Ferne ragen einige schneebedeckte Gipfel empor und auf der riesigen, flachen Fläche des Altiplanos sind nur wenige kleine Hütten zu sehen. Einige Bauern versuchen mit Methoden, die in Europa im Mittelalter verwendet wurden, dem kargen Boden ein paar Kartoffeln oder Quinoa abzuringen. Denn so beeindruckend die Landschaft auch ist, im Altiplano herrscht die größte Armut Boliviens. Entlang der betonierten Straße, die zum Titikakasee und Richtung Peru führt, stehen alle 50m bettelnde Kinder, in der Hoffnung, dass ein Auto anhält und ihnen etwas gibt. Nicht weit von ihnen sitzen ihre Familien in den Feldern. Das ist ein sehr bedrückendes Gefühl, doch Isa meint, dass man nichts geben sollte, da sie dann immer weiter machen würden und nicht zur Schule gehen. Als wir von der betonierten Straße abbiegen, geht es über sehr schlechte Feldwege durch eine Landschaft, in der kaum noch Menschen leben und anstatt der bettelnden Kinder am Straßenrand, stehen nun Lamas da, die verdutzt gucken, als wir mit dem Auto vorbeifahren. Unser Ziel ist schließlich ein etwa 5200m hoher Bergsee, von dem man eine schöne Aussicht auf die jetzt ganz nahen Berggipfel genießen kann.
Ausflug 2: Wieder geht es über das Altiplano, doch diesmal fahren wir in Richtung Chile. Ein ähnlich schöner Anblick bietet sich uns, nur diesmal noch weniger grün. Wegen der Regenzeit haben sich einige kleine Flüsse oder ganz flache Seen auf dem Altiplano gebildet, in denen man Flamingos beobachten kann. Unser Ziel ist eine Inkaruine die fernab von jeder Touristenroute liegt und deshalb scheinbar unberührt wirkt. Dazu müssen wir einen Hügel besteigen, was auf dieser Höhe leichter gesagt, als getan ist. Die steilen Hänge sind übersät mit den typischen Terrassenbauten der Inka, auf denen damals Landwirtschaft betrieben wurde. Oben auf dem Hügel hat man einen unglaublich schönen Überblick und kann die Überreste der Wohnhäuser vorfinden. Weil diese Ruine vermutlich auf fast keiner einzigen Touristenroute liegt, kann man sogar noch Tonscherben und Pfeilspitzen der Inkas finden und mitnehmen. Der Abstieg fällt leichter und nach vier Stunden Autofahrt kommen wir wieder in La Paz an.
Zu Silvester gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, da es schon ähnlich dem europäischen Silvester ist. Steffen und ich habe zusammen mit einigen anderen deutschen Freiwilligen in La Paz gefeiert und es gab sogar deutsches Essen!!!
Nach Silvester ging es dann los Richtung Peru-Cusco-Machu Picchu. Von La Paz aus sind es zwei Stunden bis zur bolivianisch-peruanischen Grenze. Eine Grenzkontrolle zur Einreise existiert zwar, man kann die Grenze aber auch ohne jegliche Kontrolle passieren. Weil wir in einem Bus der teureren Klasse reisen, ist der Bus voller Touristen und ich komme mir auch schon richtig “touri-mäßig” vor. Das Gefühl habe ich sonst selten, weil ich unter Bolivianern, wie ein Bolivianer Lebe.
Cusco ist eine wunderschöne Stadt, die Steffen und mir wegen kleinen Gassen und schönen Häuser filmreif erscheint. Allerdings stören mich die Unmengen von Touristen, die zu jeder Tageszeit die Straßen füllen. Natürlich bin ich jetzt als einer von ihnen unterwegs, und trotzdem gefällt mir dieser Massentourismus nicht wirklich. Wir finden gleich eine halbwegs günstige Tour zum Machu Picchu, checken in ein Hostal ein und gucken uns danach ein wenig in der Innenstadt um. Cusco war die Hauptstadt der Inka und das sieht man auch: überall findet man inkatypische Mauerrreste und Museen, die von der großen Inkakultur berichten, die allerdings erst 600 Jahre alt ist.
Für Machu Picchu brauch man mindestens zwei Tage. Wir nehmen uns drei, um alles ein bisschen entspannter ansehen zu können. Die Reise geht mit dem Bus los, im Zug weiter, und endet in dem “Basislager” Aguascalientes, von wo aus wir am nächsten Tag Machu Picchu erklimmen wollen. Der Aufstieg dauert zu Fuß 1,5 Std. und als wir oben ankommen, sind wir schweißgebadet. Doch es lohnt sich! Die Landschaft und der Ausblick, der sich uns bietet, sind wunderschön. Für mich sogar fast beeindruckender, als die Ruinen selbst. Wir nehmen auch eine Führung, die ich allerdings für wenig sinnvoll halte, weil man gar nicht weiß, was Machu Picchu überhaupt war, und man nur spekulieren kann. Das liegt daran, dass Quechua, die Sprache der Inka, nur gesprochene Sprache war und nichts schriftlich festgehalten wurde. Insgesamt scheint mir dieses super schöne Reiseziel für die peruanische Regierung reine Geldquelle und nicht Kulturzentrum zu sein. Insgesamt hat uns der Ausflug zum Machu Picchu ohne Verpflegung etwa 130 Euro pro Person gekostet, die auch fast komplett an die peruanische Regierung weiter gehen.
Mit einem kurzen Zwischenstopp in La Paz reisen wir weiter von Cusco nach Santa Cruz (Bolivien), um am Zwischenseminar für Freiwillige teilzunehmen. Hier hatten wir eine Woche Zeit, über die bereits vergangene Zeit unseres Auslandsdienstes zu erzählen und darüber zu reden, und uns Ziele für das verbleibende halbe Jahr zu stecken. Besonders interessant war es für mich, von unterschiedlichen Einsatzstellen in ganz Südamerika zu hören und auch ihre Erfahrungen kennenzulernen.
Nach dieser Zeit, in der ich sehr viel mit Deutschen gemacht habe, mich ausgetauscht habe und viel gereist bin, bin ich jetzt wieder ziemlich froh, zurück in Sucre zu sein, in der Stadt, in der ich mich schon ein bisschen wie zu Hause fühle.
Ich freue mich schon auf nächste Woche, wenn die Ferien vorbei sind und ich die Kinder wieder sehen werde!
Lukas
Back to school :-D
„Sorry I can’t help you”
Dies ist wahrscheinlich der Satz, den ich in den letzten 2 Wochen am häufigsten gebrauchen musste und der einem dann immer wieder die Grenzen der eigenen Möglichkeiten aufzeigt. „Entschuldige, aber ich kann dir nicht helfen.” Sag das einmal zu einem 8-jährigen Kind, dessen Wunsch es einfach ist in die Schule zu gehen, mit Kindern in seinem Alter zusammen zu sein und eben nicht den ganzen Tag in der Wohnung zu sitzen. Es guckt dich mit großen, traurigen Augen an und du kannst nix tun…
„Ich kann den Namen auf die Warteliste schreiben”
Three2Six hat vor 2 Wochen endlich wieder angefangen. Nun ja, die Kinder sind vor 2 Wochen wieder gekommen. Meine Kollegin und ich sind schon wieder ein bisschen eher zurück, um alles vorzubereiten. Und seit 2 Wochen muss ich ständig den Eltern und den Kindern erklären, dass unsere Klassenlisten voll sind. 150 Kinder! Das Projekt ist voll, mehr Kinder können wir nicht aufnehmen. Und trotzdem reist der Strom der Eltern nicht ab, jeden Tag kommen neue Eltern, um nach einem Platz für den Sohn oder die Tochter zu fragen. Und das Einzige, was wir machen können, ist die Namen auf eine Warteliste zu schreiben. Aber für die 2. Klasse haben wir mittlerweile 19 Kinder auf der Warteliste. Das ist fast eine neue Klasse! Wie hoch mag also die Wahrscheinlichkeit sein, dass Kind Nr. 19 wohl einen Platz bekommt…
Mehr als 50 Kinder sind insgesamt auf der Warteliste. Auf der einen Seite ist es wirklich schrecklich, da wir hier an die Grenzen des Projektes stoßen, auf der anderen Seite ist es ganz klar ein Zeichen, dass Projekte wie dieses gebraucht werden und dass man hier noch Ausbauarbeit leisten muss.
„Wir waren auf der Warteliste der öffentlichen Schule ganz vorne”
Auch dies ist einer der Sätze, der in den letzten 2 Wochen häufig gefallen ist. Viele Eltern haben sich letztes Jahr im Juni/Juli um einen Platz auf einer öffentlichen Schule gekümmert. Sie wurden dort auf die Warteliste gesetzt und laut Aussagen der Eltern, waren sich auch einer der Ersten. Und dann werden sie hingehalten. „Komm am ersten Schultag wieder und dann schauen wir mal…” Und sie kommen am ersten Schultag und es heißt nur: „Es gibt keinen Platz für dein Kind”
Die öffentlichen Schulen haben erst letzte Woche angefangen, daher erhöhte sich auch nochmal der Zustrom an Eltern, die gehofft hatten, einen Platz auf einer öffentlichen Schule zu bekommen und nun vor dem Nix stehen.
Aber wie überall haben wir auch Eltern, bei denen man einfach nicht versteht, warum sie erst jetzt kommen. (Offiziell haben wir die Registrierung im November geschlossen!)
So gibt es Eltern, die seit Jahren in Südafrika sind und die Kinder manchmal bis zu einem Jahr bereits hier sind. Die Eltern haben sich bisher aber nicht um eine Schule gekümmert. Manchmal liegt es einfach daran, dass sie von unserem Projekt noch nichts gehört haben (wobei wir in der Flüchtlingsgemeinschaft schon ziemlich bekannt sind) oder einfach, weil sie mit dem südafrikanischen Schulsystem nicht vertraut sind und glauben, dass man mitten im Schuljahr nicht mehr anfangen kann. Daher warten sie lieber bis zum Schuljahresanfang.
Und immer wieder hört man dann: „Ah Sissi, hilf uns.” Und man kann ihnen dann nur erklären, dass man keine Kinder aus den Klassen herausnehmen kann, um andere Kinder wieder hineinzubringen…
Manchen schaffen aber auch den Sprung zur öffentlichen Schule
Aber es gibt natürlich auch Positives zu berichten. So haben wir um die 30 Kinder, die es geschafft haben sich an öffentlichen Schulen registrieren zu lassen. Einige davon konnten wir auch etwas finanziell unterstützen, sodass die Eltern Schuluniformen und Schreibmaterialien für das Kind kaufen konnten.
Und letzten Mittwoch hatten wir dann Besuch von 2 ehemaligen Three2Six-Schülern in ihren neuen, schicken Schuluniformen. Sie sahen wirklich „smart” aus
Sie waren den ersten Tag in der Schule gewesen und wollten am Nachmittag mal schauen, was ihre Freunde in Three2Six machen. Es war schon schön zu sehen, dass es einige Kinder schaffen:-)
„She can play soccer”
Im Moment haben wir die Extraklasse noch nicht wieder in Angriff genommen, sodass ich um 14 Uhr noch nix zu tun habe und zu den Kinder auf’s Feld gehen kann. Die Jungen der 5. und der 6. Klasse spielen immer Fußball. Und ich habe mich letzte Woche ab und zu angeschlossen. Sie waren ganz erstaunt, dass ein Mädchen doch tatsächlich Fußball spielen kann ![]()
Lange halte ich aber bei der Mittagshitze nicht durch und bin immer froh, wenn die kleinen Erst- und Zweitklässler-Mädchen mich in Beschlag nehmen und ich eine Entschuldigung habe, das Fußballfeld zu verlassen
„I love Sarah.” „Yebo, me too”
Den Satz habe ich dann gestern gehört, nachdem ich wieder einmal Vertretungsunterricht in der 3. Klasse machen durfte.
Die Klasse ist dadurch gekennzeichnet, dass sie keine 2 Minuten still sitzen kann und jeder Kommentar von einem Schüler von 5 weiteren kommentiert wird:-)
Und da ihre Klassenlehrerin mit strenger Hand regiert, im Gegenteil zu mir, nutzen sie die Gelegenheit ein bissel „trouble” zu machen ![]()
Gestern war ich also in der 3. Klasse und unterrichtete. Oh Mann, gestern haben sie mich echt fertig gemacht, sodass ich dann irgendwann den Spaß beiseite lassen musste und meine strenge Seite herauskehren musste … (Ja, ich habe ein strenge Seite… manchmal… selten…). Ich war dann echt böse mit den Kindern und plötzlich sagt ein kleiner Junge mehr zu sich selbst: „I love Sarah” und die ganze Klasse stimmt ein. Na toll, da war die strenge Sarah wieder verschwunden und wir haben zum Abschluss dann doch noch’n kleines Spielchen gemacht
Zwischenseminar Tanzania
Morgen geht’s für mich dann zum Zwischenseminar nach Bagamoyo in Tansania. Ich freu mich auf der einen Seite schon riesig. Auch weil ich dort eine Freundin wiedertreffe, die ihren Freiwilligendienst in Sambia leistet. Aber auch, weil ich schon ganz gespannt bin, was die anderen Freiwilligen für Projekte haben und was sie so zu berichten haben. Vor allem, da es bei mir ja immer heißt, dass Südafrika nicht das „richtige Afrika” sei…:-)
Auf der anderen Seite ist im Moment einfach so viel Arbeit hier in Three2Six zu tun, dass ich eigentlich nicht weg will und meine Kollegin die Tage zählt, bis ich endlich wieder zurück bin ![]()
Nun ja, es ist wie es ist und ändern kann man es eh nicht. Oder um es mit den Worten meiner Kollegin zu sagen: „What can we do…” ![]()
Silvester und die vielen guten Vorsätze für das neue Jahr
Hallo in 2012!
Ich hoffe erst einmal, dass alle von euch gut und gesund ins neue Jahr gekommen sind. Ich bin es definitiv. Silvester habe ich bei meinem Freund Max in Masaya verbracht. Hier war es so, dass die meisten Menschen vor 12 Uhr alle zu Hause bei der Familie waren und erst danach zum Feiern aufgebrochen sind. Wie schon viele Tage zuvor wurde natürlich auch an diesem “geböllert”. Nur dieses Mal noch etwas mehr, was dann gegen Mitternacht im Höhepunkt gipfelte. Überall wo man hinsah wurden Raketen und ähnliche Feuerwerkskörper abgeschossen. Also nicht viel anders als in Deutschland und wie Silvester nun mal so ist, hörte es genau so schnell auf wie es angefangen hatte. Was für mich die einzige Umstellung war, dass ich genau wie Weihnachten, Silvester noch nie in T-Shirt draußen verbringen konnte. Darüber hinaus gehen die Menschen hier viel entspannter mit den Feuerwerkskörpern um und halten diese gerne so lange in der Hand, bis die Lunte komplett heruntergebrannt ist.
Als ich wieder zu Hause war, habe ich dann damit begonnen, mich wieder mit meiner Arbeit auseinander zusetzen und zu schauen, welche Projekte und Aktionen ich gerne noch in meinem Zentrum “Jesus Amigo” realisieren möchte.
Anfang Februar enden dann die Ferien der Kinder und die Schule geht wieder los. Auf diesen Zeitpunkt freue ich mich schon besonders, da ich dann endlich wieder meine “Kids” sehe.
Über die Projekte habe ich Maria Theresa, der Direktorin des Zentrums, gesprochen. Dabei hatten wir beide viele gute Ideen und Vorstellungen, was man machen könnte. Ob alle Vorhaben auch realisierbar sind, wird sich dann zeigen. Zum einen haben wir vor, dass Zentrum von außen neu zu streichen. Des Weiteren hat sie mir gesagt, dass ich bald eine weitere Gruppe im Zentrum mit übernehmen soll, um mich somit noch enger mit in die Arbeit einzubeziehen. Weitere Aktionen, die wir uns überlegt haben, sind ein Fußballturnier mit den von Werder gesponserten Trikots, eine große Ausstellung mit Bildern und Bastelein der Kinder (die Vorbereitungszeit dafür soll 2 Monte betragen, also wird es wohl eine relativ aufwändige Ausstellung) und ein Besuch im Zoo, Schwimmbad oder Museum (mal schauen ob sich auch alles ermöglichen lässt).
Ihr seht wir haben hier noch viel vor und ich hoffe sehr, dass ich noch so viel wie möglich für die Kinder realisieren kann.
Montag geht das dann mit Freunden zuerst noch einmal nach Belize, um danach dann wieder voll mit meiner Arbeit und meinen Visionen durchzustarten.
Ich habe mir meine Ziele für 2012 gesteckt, hoffe, dass ich hier noch viele schöne Dinge in meiner Arbeit und außerhalb erleben werde und möchte natürlich noch gerne so viel wie möglich tun.
Das war ein kleiner Ausblick auf die nächsten Monate hier und ich wünsche euch allen ein gesundes und spannendes Jahr 2012!
Euer Jakob
Weihnachten und Silvester in Mexiko….
Heute war der erste Tag im neuen Jahr 2012 und ich habe jetzt schon ganze vier Monate in Mexiko.
Die Zeit geht super schnell vorbei, wenn man bedenkt, dass mir jetzt nur noch knapp 8 Monate bleiben.
In der letzten Zeit ist viel passiert, vor allem der Monat Dezember ging mit seinen Feiern und Festen wie im Flug vorbei. Die Jungs haben über Weihnachten und Silvester auch Ferien und ich hatte die Möglichkeit, noch mehr Zeit mit ihnen zu verbingen.
Jeden Tag gab es etwas anderes zu feiern und die Jungs hatten immer ihren Spaß. Ein Highlight jeder Feier sind Piñatas. Dies sind mit Süßigkeiten gefüllte Ballons, die von den Kindern zerschlagen werden.
Ich war natürlich sehr gespannt, was mich über die Weihnachtstage erwartet. Die Tage bis Weihnachten gingen sehr schnell vorbei. Wir haben viele verschiedene Aktionen mit den Kindern unternommen. Waren im Schwimmbad, im Safaripark, im Museum, im Kino, haben den Weihnachtsbaum und die Krippe aufgestellt, haben dem Mädchenhaus einen Besuch abgestattet etc.
Von dem Besuch bei den Mädchen muss ich dann doch etwas mehr erzählen. Als wir beim Haus der Mädchen ankamen, hörte man das Geschrei und Getöse schon einen Kilometer vorher. Dort angekommen, erwarteten uns 40 pubertierende Mädchen und mir taten die Jungs schon ein bisschen leid. Aber am Ende verlief alles friedlich und der ein oder andere wollte am Schluss gar nicht mehr weg.
Zuürck zu Weihnachten. An Weihnachten war ich den ganzen Tag im Heim. Wir mussten viel vorbereiten.
Abends waren wir in der Weihnachtsmesse und danach gab es ein schönes Abendessen mit allen Jungs und Leitern zusammen. Es war eine angenehme Stimmung, aber ich habe schon das typische Weihnachten aus Deutschland vermisst.
Spät am Abend bin ich dann noch zu meiner Gastfamilie und dort war es genau wie in Deutschland. Mit der ganzen Familie wurde gegessen, erzählt und es wurden einige Geschenke verteilt.
Beide Erfahrungen im Heim und in der Familie waren sehr schön. Am ersten Weihnachtstag war ich dann in der Gastfamilie und wir haben den Tag ganz gemütlich zu Hause verbracht. Am zweiten Weihnachtstag musste ich arbeiten. Es war aber sehr angenehm, da viele der Jungs für eine Woche bei ihren Familien zu Besuch waren. Doch diese Woche bei den Familien ist meistens nicht ganz einfach. Viele der Jungs wollen nicht unbedingt zu ihren Familien, da es dort oft Probleme gibt. Oft kommen sie dann emotional angeschlagen wieder zurück, aber diese Erfahrung soll den Jungs zeigen, dass sie das Leben, das sie im Heim haben schätzen sollen und wissen, wie gut sie es mit Hogares Calasanz (Einrichtung) angetroffen haben.
Aber einige andere Jungs würden gerne für eine Woche zu ihren Familien, doch viele der Jungs haben nicht einmal Oma und Opa oder Tante und Onkel, die sie besuchen können. Einigen Jungs merkte man an, dass sie sehr traurig waren, dass dieses Jahr keiner zum Heim kam, um sie abzuholen und mit ihnen Zeit zu verbingen.
Dies war auch für mich nicht einfach aber ich versuchte, die Jungs so gut es ging zum Fußball oder zum spielen zu motivieren.
Am Samstag war Silvester. Ich war leider etwas angeschlagen und daher nicht so sehr in Feierlaune aber ich fand das Essen im Heim trotzdem sehr angenehm und wir hatten unseren Spaß. Um 12 Uhr wurden dann ein paar Raketen gezündet, aber irgendwie fehlte mir die Feierlaune aus Deutschland. Auch die Wünsche und Umarmungen zum neuen Jahr fehlten mir. Als die Feier im Heim zu Ende war, bin ich noch zu meiner Gastfamilie gefahren. Dort gab es eine große Feier mit der ganzen Verwandschaft, was sehr schön war. Ich wurde herzlich empfangen und wir feierten noch bis in die Morgenstunden.
Diese Woche habe ich dann auch mal ein paar Tage frei und kann entspannen. Darüber bin ich auch sehr froh, da der Monat Dezember nicht ganz einfach war im Heim und ich auch die Erfahrungen mit den Jungs erstmal verarbeiten muss.
Ich wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr.
Weihnachten, Silvester und Co.
Nun schreiben wir schon den 1.1.2012 und ich bin seit gut 4 Monaten in Südafrika. Die Zeit ist so schnell verflogen, dass ich mich manchmal wortwörtlich erschrecke, dass es jetzt „nur” noch 8 Monate sind, die mir hier bleiben.
Weihnachten und Silvester waren wirklich sehr schön, aber fangen wir von vorne an.
Einladungsmarathon oder auch Chicken und Braai ohne Ende
Die letzten 2 Wochen hatte ich sehr viele Einladungen zum Mittagessen oder zum Abendessen, da irgendwie jeder bedacht war, dass ich bloß nicht alleine zur Adventszeit bin. Das war wirklich sehr schön und ich habe mit Freude jede Einladung angenommen. (Und einen ganz klaren Vorteil hatte das Ganze nebenbei auch noch, ich musste nicht selber kochen :-D)
Nun ja, wie könnte es auch anders sein, wurde fast jedesmal gegrillt (südafrikanisch: Braai). Ich dachte wirklich, dass wir Deutschen schon verrückt mit dem Grillen sind, aber hier scheint es wirklich noch viel, viel verrückter zu sein. Nichts geht über einen Braai und wenn´s geht, so oft wie möglich und vor allem Fleisch, Fleisch und nochmals Fleisch, vorwiegend Chicken natürlich. Ehrlich gesagt, kann ich Chicken schon fast nicht mehr sehen, denn es gibt Chicken-Bratwurst, Chicken-Lasagne usw. Den einen Tag kam es soweit, dass ich zu einem Bekannten sagte, der mich fragte ,wohin ich denn heute gehen würde: „Zu einem Braai und wenn es dann wieder Chicken gibt, renne ich davon”. Natürlich gab es Chicken und natürlich bin ich nicht davon gerannt
Und so schlimm ist Chicken nun auch wieder nicht, so dass ich es wohl die nächsten 8 Monate mit Chicken aushalten werden
Südafrikanisches Weihnachten
So, nun aber zum Weihnachtsfest, was wahrscheinlich die meisten Leute interessieren wird. Wie wurde hier Weihnachten gefeiert?
Generell wird hier erst einmal nicht am Heiligabend gefeiert sondern erst am „Christmas Day” (=1. Weihnachtsfeiertag). Ich war trotzdem am Heiligabend bei meinem Chef und Familie zum Essen eingeladen (nein, es war kein Braai, sondern ein kaltes Buffet, aber ratet mal was es an Fleisch gab: Chicken :-D)
Nach dem Essen bin ich dann noch in die Mitternachtsmesse gegangen, die dann irgendwann gegen 1 Uhr nachts zu Ende war und anschließend haben wir noch einen Absacker getrunken. Es war wirklich ein sehr schöner heiliger Abend und nicht so viel anders als ein “deutscher Heiligabend” ![]()
Am nächsten Tag bin ich dann wieder bei meinem Chef und Familie zum Mittagessen eingeladen gewesen und mein Herz jauchzte als ich entdeckte, dass es kein Chicken gab, sondern Lamm und Kassler. Den Tag verbrachten wir dann, warum sollte es auch anders sein als im lieben Deutschland, mit Essen, Essen und nochmals Essen. Es gab zum Kaffee einen sogenannten „Christmas Pudding”, was sich als matschiger Schokokuchen mit Rosinen, Kirschen und allerlei weihnachtlichen Gewürzen heraustellte. (Sehr lecker!) Es war ein wirklich schön, entspannter Tag und glücklicherweise war uns das Wetter hold und es gab keinen Regen, sondern strahlenden Sonnenschein. (Ja, auch in Südafrika gibt es mal schlechtes Wetter und nachdem es Heiligabend ganze 14 Grad und bewölkt war, freuten wir uns alle über die Wärme :-))
Den 2. Weihnachtsfeiertag habe ich dann wieder mit einem Braai verbracht und anschließend bei der Suppenküche für Obdachlose, die hier in der Kirche montagabends geöffnet ist, geholfen.
Eine „Kuriosität” was Feiertage in Südafrika angeht, muss ich hier dann doch noch erwähnen und wahrscheinlich werden einige dann doch ein bissl neidisch werden. Denn sollte ein Feiertag auf einen Sonntag o.ä. fallen (was dieses Jahr für den Christmas Day und für New Years Day gilt) wird der freie Tag einfach auf den folgenden Tag verschoben. Das hatte zur Folge, dass letzte Woche sowohl der Montag (26. Dez) und auch der Dienstag (27.) frei war. Denn der 26. Dezember (Boxing Day = Die Leute strömen an diesem Tag in die Einkaufszentren, um ihre Weihnachtsgeschenke umzutauschen) war bereits ein Feiertag und so wurde der freie Tag vom 25. Dezember bis zum 27. Dezember verschoben. (Ich hoffe, das war verständlich ;-)) Wie ich dann allerdings entdeckte, bedeutet „Feiertag” nicht, dass die Einkaufszentren zu haben, sondern im Gegenteil wirklich wortwörtlich überlaufen sind.
Und nach wie vor fällt es mir schwer, mich an die Weihnachtsdekoration zu gewöhnen. Bzw. vor allem an die Dekoration des künstlichen Weihnachtsbaumes. Da in unserer Familie, es eher schlicht mit Strohsternen, Lichterkette und Kerzen gehalten wird, bin ich das ganze Geblinke, Geglitzer und Farbenfrohe nicht gewohnt. Es scheint hier die Aufgabe zu sein, soviel Grün vom Tannenbaum hinter blinkenden Weihnachtskugeln mit einem Rentier darauf, Lamette und bunter, blinkender Lichterkette zu verstecken, wie es nur möglich ist
Südafrikanisches Silvester
Im Grunde unterscheidet sich das “südafrikanische” Silvester nicht wirklich vom “deutschen” Silvester, außer vielleicht der Braai anstatt Fondue (wobei auch dieses hier an Silvester gemacht wird und ich einige wahnwitzige Personen kenne, die auch an Silvester in Deutschland grillen).
Interessant ist vielleicht zu erwähnen, dass man anscheinend eine Erlaubnis braucht, um ein Feuerwerk in der Wohnsiedlung abzufeuern. (Und ich muss sagen, nachdem was ich gestern direkt neben uns mitbekommen habe, brauchen einige Leute wohl auch einen Lehrgang in Sachen Feuerwerk) Und auch wenn man mir erzählte, dass viele Leute einen Haufen Geld für Feuerwerk ausgeben, können sie doch mit Deutschland (zumindest in dem Teil von Johannesburg, den ich vom Balkon aus sehen konnte) nicht mithalten. Was eigentlich auch nicht so schlimm ist, bedenkt man zum einen die wahnwitzige Idee, Millionen von Euro/Rand in die Luft zu feuern und zum anderen die Umweltverschmutzung, die damit einhergeht.
Und wieder fällt einem auf, dass wir Deutschen anscheinend bevorzugt nach Südafrika ausgewandert sind. Denn da sitzt man nichtsahnend am Tisch (ich wurde zum ersten Mal auch nicht mit: „Das ist meine Freundin Sarah. Sie ist aus Deutschland” vorgestellt) und auf einmal realisiert man, dass das ältere Ehepaar neben einem sich auf deutsch unterhält. Und natürlich: beim Nachfragen kommt heraus, dass der Ehemann als kleiner Junge mit seinen Eltern nach Südafrika ausgewandert ist. Mich würde echt interessieren, wie viele Deutschstämmige hier in Südafrika leben, denn egal wo ich auch hinkomme, irgendjemanden treffe ich dann doch, der deutsche Wurzeln hat und teilweise auch noch deutsch spricht
“Now” oder “now now”?
Ansonsten ist nicht wirklich viel passiert, ich habe frei und entspanne viel und sehe mir die Gegend an. Und dann ist eines Morgens nach meiner Joggingrunde mein Auto kaputt gegangen und ich stand 3 Stunden am Straßenrand und wartete auf jm., der mich abschleppen sollte. Er sagte mir nach 2 Stunden am Telefon, er wäre „now” (jetzt) auf dem Weg. Und als ich auflegte, dachte ich nur bei mir: „Mist, er hat nur „now” gesagt und nicht „now now”. Da kann ich mich wohl noch auf eine Weile Warterei einstellen. Und ich hatte Recht: 1 Stunde später traf er dann endlich ein. Das ist auch so eine Eigenart im südafrikanischen Wortschatz: „now” bedeutet keinesfalls, dass es sofort erledigt wird, sondern erst „nownow” ist gleichbedeutend mit unserem „jetzt”. Aber sobald man dieses für sich entdeckt hat, kann man damit sehr gut umgehen. Und obwohl ich Warterei hasse und ich schließlich 3 Stunden in stinkenden Joggingklamotten ohne Dusche und in praller Sonne (ich hatte meinen ersten Sonnenbrand :-)) warten musste, fand ich es komischerweise doch eher amüsierend
Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass ich allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr wünsche ![]()
Zwischen Trauer und Fröhlichkeit - Beerdigung und Weihnachten
Hallo ihr Lieben,
am 24. Dezember war es nun soweit. Das erste mal, dass ich ohne meine Familie und in einem fremden Land Weihnachten gefeiert habe.
Beginnen möchte ich dennoch mit der Geschichte von meinem letzten Arbeitstag. Dieser war am Freitag den 16. Dezember und es fand noch einmal eine “Purisima” statt. Am Tag zuvor hatten wir aus vielen kleinen Tüten, gefüllt mit Kaugummi, Reis, Schokolade, Keksen und weiteren Dingen, viele große Päckchen gezaubert. Diese überreichten wir dann nach der “Purisima” den Kindern. Zum Abschluss gab es dann noch ein Gruppenfoto mit allen Beteiligten. Ich war etwas traurig, da ich die Kinder nun für eine doch etwas längere Zeit nicht wiedersehen werde. Doch ich freue mich schon wahnsinnig darauf, im neuen Jahr wieder mit ihnen zusammen zu sein.
Komme ich nun zu einer etwas traurigeren Nachricht. Am Samstagmorgen, eine Woche vor Heiligabend, verstarb der Bruder meiner Gastmutter. Diese Nachricht hat mich sehr getroffen und mein ganzes Mitgefühl war in diesem Moment bei meiner Gastmutter. Dennoch war ich auch etwas verwirrt, da ich erstens den Verstorbenen nicht kennen gelernt habe und zweitens noch nie zuvor einen Todesfall eines Menschen in meinem weiteren Umfeld miterlebt hatte.
Es hat mich sehr betroffen gemacht, als ich meine Gastmutter so traurig gesehen habe und die Familie des Verstorbenen. Das nahm mich auch sehr mit, aber trotzdem hatte ich nicht diese Verbindung zu dieser Person und deshalb fiel es mir dann doch wahrscheinlich etwas leichter, auf die Situation zu reagieren. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich nicht betroffen gewesen war, denn so eine Beerdigung und die ganze Prozedur die damit einherging, muss ich nicht unbedingt so schnell wiedererleben. Es war ein sehr schweres, ruhiges und betretenes Wochenende für mich. Auch war es eine sehr anstrengende Zeit, da viel organisiert werden musste, was für die Angehörigen sicherlich nicht die einfachsten Dinge waren. Ich nahm an allen Zeremonien teil und zeigte mein Mitgefühl. Dennoch hielt ich es auch für richtig, mich doch etwas außen vor zu lassen, da ich einfach nur wenige Verbindungen mit dem Bruder meiner Gastmutter hatte und wie gesagt, das auch ein wenig neu, seltsam und traurig für mich war.
Ich kann natürlich jetzt die Leute verstehen, die denken, wie kann man in einem Blog nur über so etwas privates aus seiner Gastfamilie erzählen, aber ich brauche das einfach. Es tut mir gut, wenn ich so etwas hier niederschreiben kann und dabei versuche zu erklären, wie ich es erlebt und verarbeitet habe.
Nach diesem Wochenende hatte ich das Gefühl, dass das Alltagsleben die Menschen doch sehr schnell wieder eingeholt hatte, denn am Montag ging es für alle wieder an die Arbeit.
Dadurch kam bei mir natürlich auch noch nicht wirkliche Weihnachtsstimmung auf und somit schlug ich oftmals die Zeit tot und hoffte inständig, dass mein Paket von meiner Familie aus Deutschland noch rechtzeitig hier angekommen würde. Es kam nicht rechtzeitig an und es ist auch heute immer noch nicht da.
Weitere Faktoren, die mich irgendwie nicht richtig in Weihnachtsstimmung kommen ließen, waren das warme Wetter hier, was ich zu so einem Jahreszeitpunkt natürlich überhaupt nicht kenne und überhaupt alle diese Dinge die für mich zuhause in Deutschland Tradition hatten. Es fehlte mir im Haus an Beleuchtungen, an weihnachtlicher Musik und am Geruch von frisch gebackenen Plätzchen. Letzteres habe ich durch meine Eigeninitiative und die Hilfe meiner Mutter noch etwas ändern können. Das Ergebnis war ein voller Erfolg und somit habe ich das Rezept schon auf spanisch übersetzt und weitergegeben.
Insgesamt also, war es dieses Jahr eine eher komische Vorweihnachtszeit, welche auch sehr schnell vorüberzog.
Am 22. Dezember konnte ich mich dann wieder einmal nützlich machen im Haus, indem ich half, über 100 Pakete mit zu verpacken. Dies war eine Aktion meiner Gastmutter, die für alle Mitarbeiter ihrer Tankstelle ein Weihnachtspaket zusammengestellt hatte. Darin befand sich z.B. Zucker, Reis, Bohnen, Cola, Kaffee, Kekse, Öl und andere weitere nützliche Dinge. Des Weiteren spendete mein Gastmutter auch noch Pakete für eine Kirche, die dort an Familien aus den jeweiligen Dörfern verteilt wurden.
Am Morgen darauf bin ich um 4 Uhr aufgestanden um an der Messe für Kinder um halb 6 Uhr in der Früh teilzunehmen. Hier heißt diese Messe “la misa de los ninos” und diese finden täglich eine Woche vor Weihnachten immer um halb 6 Uhr morgens in der Kirche statt. Dabei handelte es sich um die Kirche, von der ich den Pfarrer kannte, da dieser gut mit meiner Gastmutter befreundet ist. Wie es sich gehörte, ließ er mich in dieser Messe vor allen Leuten aufstehen und stellte mich allen vor. Dies war mir etwas peinlich und ich war leicht verlegen. Dennoch sah ich mit Freude, wie positiv die meisten Menschen dort auf mich reagierten und ich habe mich sehr darüber gefreut, als beim “der Friede sei mit dir” viele Kinder zu mir kamen und mich umarmten. Diese Nähe zu den Kinder gefällt mir sehr und ich fühle mich in ihrer Gegenwart sehr wohl.
Nun komme ich also zu Heiligabend.
Wie es sich natürlich gehörte regnete es an Weihnachten den ganzen Tag lang. Ich verbrachte den Tag damit, mein Geschenk für meine Gastmutter zu verpacken. Ich habe ihr ein Foto von uns geschenkt in einem Fotorahmen, etwas Weihnachtsmusik zum anhören und habe mit Freunden aus Deutschland geschrieben, um diesen frohe Weihnachten zu wünschen.
Gegen Abend trudelte dann nach und nach die Familie ein und die ganzen Geschenke wurden unter den Tannenbaum gelegt. Um 9 Uhr ging es dann zur Weihnachtsmesse. Die Messe enthielt ein sehr schönes Krippenspiel und hat mir sehr gut gefallen. Die Messen hier unterscheiden sich doch etwas von denen in Deutschland. Es ist meistens nicht ganz so still in den Messen wie bei uns, die Mikrofone sind eindeutig zu laut eingestellt!
und vereinzelt gibt es Lieder, bei denen euphorisch mitgeklatscht wird und es dadurch für mich etwas abwechslungsreicher und lockerer wirkt. Die restlich Prozedur ist jedoch hier genauso wie in Deutschland.
Nach dem Gottesdienst ging es dann wieder nach Hause. Dort gab es für alles etwas zu essen, jedoch aßen wir nicht alle zusammen, was ich etwas schade fand. Währenddessen begann zeitgleich im Nebenraum schon die Bescherung und draußen wurde kräftig geböllert. Ja ihr habt richtig gelesen: geböllert! Der Gebrauch von Böllern, sowie die Tatsache, dass sich alle um Mitternacht frohe Weihnachten wünschten, erinnerten mich komischer Weise auch ein kleines bisschen an Silvester. Es war schon ein wenig anders dieses Weihnachten, da mir die vertrauten Personen fehlten. Aber es war auch spannend mitzuerleben, wie die Menschen hier Weihnachten feiern. Meine Gastmutter hatte sogar für mich ein Geschenk besorgt. Ich bekam ein schickes grünes T-Shirt und Parfüm. Eine weitere kleine Einzelheit, die ich euch nicht vorenthalten möchte ist, dass am Ende Perücken und Partyhüte verteilt wurden und dann noch viele Erinnerungsfotos geschossen wurden.
Alles in allem ging Weihnachten dieses Jahr doch recht zügig vorbei, ich habe die Zeit jedoch sehr genossen und bin froh einmal ein etwas “anderes” Weihnachten miterlebt zu haben.
Morgen, am 29. Dezember, werde ich mich auf den Weg nach Masaya zu meinem Freund Max machen und am Tag darauf werden wir uns dann gemeinsam auf den Weg nach San Juan del Sur machen um dort am Meer Silvester zu feiern und gut ins neue Jahr reinzurutschen.
Das war dann wohl der letzte Bericht in diesem Jahr…
Ich wünsche euch allen noch schöne letzte Tage im Jahr 2011 und hoffe das ihr alle gut ins neue Jahr 2012 rutscht, gesund bleibt und weiterhin mit viel Freude durch das Leben geht!
Ich werde mich dann im neuen Jahr wieder bei euch melden!
Viele Grüße aus Juigalpa,
euer Jakob
Ein Monat zwischen Feierlichkeiten, Arbeit und der “Purisima”…
Hallo an alle!
Ja ich lebe noch und mir geht es auch wieder ausgesprochen gut. Heute möchte ich euch wieder auf den neuesten Stand bringen.
Beginnen möchte ich mit den Wahlen, die am 6. November in Nicaragua stattgefunden haben. An jenem Morgen begleitete ich meine Gastmutter zu ihrem Wahllokal und beobachtete ein bisschen das Geschehen. Es war für mich sehr unspektakulär, da ich aber auch bis jetzt noch nie wählen war, eine nicht allzu verwunderliche Tatsache. Es gewann nicht überraschend Daniel Ortega, der nun seine 3. Amtszeit bestreitet. In der Nacht zum Montag, als die ersten Ergebnisse seines Wahlsieges bekannt gegeben wurden, gab es auf den Straßen viele Autokorso der Sandinisten, wie ich sie sonst nur aus Deutschland kenne, zur Zeit einer Fußballweltmeisterschaft öder ähnlichem. Insgesamt gesehen gingen die Wahlen für mich jedoch sehr schnell und unaufgeregt vorbei.
Am nächsten Wochenende ging es dann zu meinem Freund Max nach Masaya, der dort mit zwei anderen deutschen Freiwilligen eine gemeinsame WG “aufgemacht” hatte. Zu diesem Zweck gaben sie eine kleine Einweihungsparty in ihrem neuen Zuhause und es war eine schöne Gelegenheit für mich, andere Freiwillige, welche ich auf den Vorbereitungsseminaren in Deutschland kennen gelernt hatte, wiederzusehen.
Die Zeit danach verlief mehr oder weniger ereignislos und ich arbeitete viel in meinem Zentrum. Dies tat sehr gut und ich hatte viel Zeit, die ich mit meinen Kindern dort verbringen und ihnen helfen konnte. Dies war auch sehr wichtig, da die Kinder zu dieser Zeit, also Ende November, alle ihre Prüfungen hatten und daher noch etwas üben wollten. Des Weiteren hatte ich ein paar Süßigkeiten für die Kinder organisiert und war sehr froh darüber, dass mir diese Überraschung für die Kinder gelungen ist.
Ein weiteres Ereignis, über welches ich mich sehr gefreut habe, ist, dass ich es geschafft habe, Werder Bremen von einer Spendenaktion für mein Zentrum “Jesus Amigo” zu überzeugen. Für diesen Einsatz von Werder Bremen kann ich mich nur bedanken und bin überzeugt davon, dass die Kinder mit den Trikots, welche als Sachspende zur Verfügung gestellt werden, sehr viel Spaß haben werden. Ich werde auch versuchen, wenn die Trikots hier angekommen sind, Fotos davon zu machen, wie diese dann im vollen Einsatz der Kinder aussehen werden.
Gegen Ende des Monats wurde ich etwas kränklich und fühlte mich körperlich schwach. Ich wurde mit vielen Medikamenten und viel Tee wieder etwas aufgepäppelt, bis es mir wieder etwas besser ging.
Am ersten Wochenende im Dezember war dann Max das erste mal bei mir zu Besuch und ich hatte an diesem Wochenende super viel Spaß. Dies hat mich aber auch viel zum Nachdenken gebracht und mir wurde wieder klar, wie gerne ich in meiner kleinen Stadt Juigalpa doch Gesellschaft von einem anderen Freiwilligen hätte. Das fehlt mir einfach doch des öfteren, um auch einfach mal mit demjenigen zu reden. Mit meinen “Nicafreunden” ist das auch alles möglich, jedoch in einem etwas beschränkterem Maße. Ebenso ist es hier aus meiner Sicht auch nicht so leicht möglich neue, wahre Freunde zu finden, mit denen ich viel unternehmen kann. Hier spielen aus meiner Sicht wieder die Aspekte der finanziellen Verhältnisse eine große Rolle. Auch mit meinen Freunden, welche ich jetzt schon habe, ist es auch nicht immer ganz so einfach, da mein einer Freund 11 Stunden am Tag arbeiten muss, das Wochenende nicht ausgenommen, und mein anderer Freund leider auch nicht immer Zeit für mich hat. Daraus entsteht dann immer viel Zeit, die ich für mich habe, zum Nachdenken und zum Ablenken mit anderen Dingen.
Nach diesem Wochenende ging es mir leider wieder schlechter und es war Zeit für meinen ersten Besuch beim Doktor! Ich weiß gar nicht mehr wie lange es schon her ist, dass ich eine Spritze in mein Gesäß bekommen habe?!
Ich glaube es ist schon sehr lange her! Jedenfalls ging es mir nach der Spritze deutlich besser.
Eine weitere sehr interessante Sache, die mir hier passiert ist, war der Geburtstag meiner Gastmutter. Natürlich sagte mir niemand etwas davon im Vorhinein, sodass ich erst am Morgen ihres Geburtstages davon erfuhr. Daher gab es auch leider kein Geschenk von mir, jedoch ein kleines Ständchen in ihrer Tankstelle und eine Umarmung! In dem Büro meiner Mutter standen super viele Geschenke und sie hatte sich auch extra schön gemacht für diesen Tag. Als ich am Abend dann mit ihr Zuhause nochmal ins Gespräch kam, erklärte sie mir, dass ihr Geburtstag eigentlich erst am 6. Dezember sei. Da war ich natürlich überrascht und fragte, warum alle ihr dann schon am 25. November Geschenke und Glückwünsche überbracht hatten ?! Daraufhin sagte sie mir, dass ihre Mutter ihr damals wohl gesagt habe, dass sie früher geboren sei und nicht am 6. Dezember. Als meine Mutter dann später zum Amt ging und sich erkundigen wollte, wurde ihr gesagt, dass ihr Geburtstag am 6. Dezember sei. Da sich aber alle schon so daran gewöhnt hatten, ihr an dem anderen Tag zu gratulieren, fragte sie, ob sie ihr Geburtsdatum nicht umlegen könne. Dies ging natürlich nicht! Jedoch behielten ihre Freunde diese Gewohnheit anscheinend bei und nun ist es so, dass sie hauptsächlich am 25. November beglückwünscht und beschenkt wird, ihr Geburtstag jedoch erst später ist. Diese Geschichte war für mich im ersten Moment sehr amüsant, da ich so etwas noch nicht kannte!
Ein Ereignis, wovon ich euch unbedingt noch erzählen muss, ist die “Purisima”! Dabei handelt es sich um ein Fest, welches überall in Land gefeiert wird. Angesungen und angebetet wird hierbei eine Jungfrau, die immer in kleiner Form auf einem Altar vorhanden ist. Dieses Fest habe ich nun 4 mal miterleben dürfen. Das erste Mal war es in Managua, bei der Schwester meiner Gastmutter. Beim nächsten Mal war es die “Purisima” bei meiner Mutter. Sie fand in der Tankstelle statt und es kamen sehr viele Menschen. Die letzten beiden habe ich einmal in meinem Zentrum erlebt und die anderen auf der Straße! Der Ablauf ist ungefähr folgender: Zuerst wird viel gesungen und gebetet. Danach gibt es ganz viele Süßigkeiten, Früchte, Rasseln, etc. für die Menschen. Dabei wird natürlich weiter gesungen und alle haben viel Spaß dabei! Danach ist das Fest dann auch schon wieder zu Ende.
Was mir hierbei aufgefallen ist, dass diese “Purisima” einen extrem hohen Stellenwert in meiner Familie und auch bei vielen anderen Menschen hier hat. Des Weiteren kam ich zu dem Schluss, dass sich eine “Purisima” in einem größeren Zusammenhang mit dem “Nikolaus” bei uns vergleichen lässt. Bei beiden Dingen wird gesungen, es gibt Süßigkeiten, Orangen, etc. und ebenfalls, wenn auch hier in Nicaragua nicht überall, ziehen die Leute von Haus zu Haus. Der eigentliche Tag der “Purisima” ist der 8. Dezember, es wird jedoch auch schon davor dieses Fest zelebriert.
Im Moment befinde ich mich gerade in Costa Rica bei der Tochter meiner Gastmutter. Hier gehe ich heute Abend auch zu einer Abschlussfeier des Sohnes, der Tochter meiner Gastmutter. Dabei handelt es sich um den Wechsel eines Jahrgangs, was hier anscheinend etwas größer gefeiert wird. Dafür geht es heute Abend ins Hotel und morgen in aller Früh dann schon wieder mit dem Auto zurück nach Juigalpa.
Dass natürlich die Weihnachtszeit schon längst begonnen hat, nehme ich doch etwas anders war. Vor allem sind es die äußerlichen Umstände, die es für mich schwer machen in Weihnachtstimmung zu kommen. Bei 30 Grad ist es für mich einfach nur schwer möglich, in eine ordentlich Weihnachtstimmung zu kommen. Allerdings steht bei uns Zuhause in Juigalpa schon der Weihnachtsbaum und die Krippe!
Weihnachten werde ich auch aller Vorraussicht nach in Juigalpa mit der Familie verbringen, worüber ich mich sehr freue.
So das soll es dann auch erst einmal wieder von mir gewesen sein!
Ich wünsche allen weiterhin eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!
Euer Jakob
Mich gibt es noch :-)
Nach langer Zeit melde ich mich auch mal wieder mit einem Eintrag. Allerdings waren die letzen 3 Wochen so voll mit Arbeit, dass ich kaum Zeit gefunden habe, wirklich darüber nachzudenken was ich alles mache. Und heute, heute habe ich beschlossen, mich keinen Zentimeter aus dem Bettchen zu bewegen, höchstens um zum Kühlschrank zu laufen
Naja, wie ihr lesen könnt, hat das nicht ganz geklappt, und da nach wie vor einige Arbeit in den nächsten Wochen auf mich zukommt, werde ich jetzt mal diesen einen freien Tag nutzen und euch im schönen, kalten Deutschland über meine letzten 3 Wochen zu berichten.
Graduation 2011 - ein ganz besonderer Tag
Gestern hatten wir Graduation (Zeugnisübergabe und Verabschiedung der Sechstklässler, die nun in eine öffentliche Schule gehen). Die Graduation ist ein ziemlich große Sache in dem Projekt. Begonnen hat alles
mit einer Messe und einem kleinen Krippenstück, welches die Kinder fantastisch spielten. Danach gab es etwas zu essen und zu trinken und schließlich versammelten sich alle in einer großen Halle und jede Klasse hatte etwas vorbereitet, um es den Eltern, den Geschwisterkindern und den Gästen zu präsentieren. Es wurde geschauspielert, gesungen und getanzt. Es war eine große Freude zu sehen, dass die Kinder, die die letzten 2 Wochen fleißig geübt hatten, ihre Sache sehr, sehr gut machten. Danach wurden dann Zertifikate für den besten Schüler in Mathe, Englisch und Co. vergeben und dann endlich gab es die ersehnten Zeugnisse. Wobei ich glaube, dass für die Kinder die dazu gereichten Weihnachtsgeschenke weitaus mehr bedeuteten
Zusätzlich hatten wir es geschafft uns in einem anderen Projekt einzuhaken, das hilfsbedürftigen Menschen die Chance gibt ein Portrait zu besitzen. Am Mittwoch, in all dem Stress, kam dann jemand und schoss 122 Portraits von unseren Kindern und wir konnten sie sogar gestern zurück geben. Wir haben sie auf der Bühne ausgelegt und die Kinder schrien und freuten sich sehr, wenn sie sich selbst oder einen Freund entdeckten. Man konnte „Sarah, wo bin ich?”, „Wuaa das bin ich”, „Hey das bist doch du” wild durcheinander hören und alle waren stolz auf ihr Portrait.
Meine Kollegin und ich waren sehr froh, dass dieser Tag vor allem für die Kinder so gut über die Bühne gegangen ist und dass der Tag endlich vorbei ist und wir uns nun in aller Ruhe unseren ganzen anderen Aufgaben widmen können.
Die letzten Wochen waren geprägt durch Zertifikate erstellen, Zeugnisse erstellen, Noten sammeln, um den Klassendurchschnitt zu berechenen, die Dekoration für die Graduation vorzubereiten und auch sehr viel Vertretungsunterricht zu machen, da „unglücklicherweise” einige Lehrer auch noch ausfielen. (Ich fand´s eher sehr cool, wieder in die Klassen gehen zu dürfen, anstatt den ganzen Tag Noten in Exceltabellen zu tippen, was ich letzten Endes trotzdem gemacht habe, da einer es ja machen muss :-))
Die Schule ist somit beendet und die Kinder werden erst am 11. Januar wiederkommen. Das bedeutet jetzt allerdings nicht, dass ich jetzt einen Monat frei habe. Es ist in den letzten Wochen so viel liegen geblieben, dass ich wahrscheinlich komplett durcharbeiten könnte. So haben wir nun endlich, nach langem Hin und Her, einen Stauraum bekommen, der jetzt mit all den Dingen, wie Uniformen und Büroartikeln, die nun unser Büro zumüllen, gefüllt werden muss. Die IPads müssen dringend kontrolliert werden und neue Applikationen aufgeladen werden. Die Klassenlisten für nächstes Jahr müssen erstellt werden. Die Extraklasse muss vorbereitet werden. Das Büchereiprojekt weiter erarbeitet werden etc. Und natürlich muss ich noch einen Bericht über die ersten drei Monate verfassen. Mir wird also die nächsten 2 Wochen nicht allzu langweilig werden.
Die Town - eine der gefährlichsten Ecken Johannesburgs??
Am Montag war ich mit zwei Kollegen in der Stadt, um für unsere Graduation ein paar Dinge zu besorgen. Wow und da war ich dann plötzlich wieder im richtigen Afrika. Überall waren kleine Stände und es wurde alles Mögliche verkauft: Klamotten, Früchte, Süßigkeiten und auch gebrannte CDs (ich war live dabei, als einer von der Polizei hops genommen wurde
) In einem Geschäft wurden wir dann auch tatsächlich nach Waffen durchsucht.
Rechts und links auf der Straße wurde auf Feuern Pap gekocht und es war voll. Es war ein Gedrängel, kaum zu glauben. Meine Kollegin schob sich nur so durch die Menge und ich hatte echt Mühe, sie nicht aus den Augen zu verlieren. Nachher sagte sie, ich hätte zwischendurch so verwirrt und verängstigt ausgesehen. Ich habe darauf nur geantwortet, dass ich einfach nicht wusste wo ich zuerst hinschauen sollte, da es einfach so komplett neu und so megaspannend war.
Und natürlich war ich die einzige Weiße weit und breit. Als wir dann auf einen Platz gingen und an ein paar Männern vorbei mussten, sagte einer zu mir: „UmLungu” Meine Kollegin fing nur an zu kichern und sagte: „They are so naughty.” (=„Die sind so frech”). Die Männer hatten mich nämlich als Weiße „beschrieben”. Eigentlich ist diese Wort auch eher als Abwertung, manche sehen es eher als Beleidigung.
Auf die Frage, ob ich hier auch alleine hinkommen könnte oder ob es zu gefährlich für mich sei, antwortete meine Kollegin nur: „No you can come if you are strong” (Du kannst hier hin kommen, wenn du stark bist.)
Jedenfalls war es ein sehr interessantes Erlebnis und es hat mir wieder gezeigt, dass Johannesburg soviel Facetten aufweist, die ich wahrscheinlich alle in einem Jahr nicht entdecken werde.
We wish you a Merry Christmas
Dieses Lied mochte ich in Deutschland schon nicht, aber nun, nachdem ich es die letze Woche unzählige Male singen musste, ist es schon kaum zum Aushalten. Da die Schulferien nun begonnen haben, waren alle in der Schule beschäftigt Weihnachten jetzt schon zu zelebrieren. Auch auf der Graduation haben wir Weihnachtslieder gesungen. Unter anderem „Stille Nacht”, aber auch „Herbei oh ihr Gläubigen”, wobei wir den Refrain dann auch nochmal in Französisch und Deutsch gesungen haben. (Die Kinder sind der Wahnsinn, wenn es darum geht neue Sprachen zu lernen. Sie hatten keinerlei Probleme, den deutschen Text auswendig zu lernen und die Aussprache war bis auf „König”, den alle eher als „Konig” aussprachen, absolut kein Problem :-))
Trotzallem will die Weihnachtsstimmung noch nicht so wirklich aufkommen. Auch wenn ich schon Weihnachtskekse und Weihnachtstee von zuhause bekommen habe, mir einen Adventskranz zusammengestellt habe und ich umgeben bin von Weihnachtsdeko und Gesängen, ist es doch sehr komisch, bei 28°C Adventsstimmung aufkommen zu lassen. Dazu kommt, dass afrikanische Weihnachtsdekoration teilweise so ganz und gar nicht meinem Geschmack entspricht. Hier blinkt und glitzert alles und es ist erst richtig schön, wenn es für meine Begriffe ziemlich kitschig ist. (Unsere Engel im Krippenstück hatten keinen Heiligenschein, sondern einen Haarreifen, an dem zwei Sterne am Draht befestigt waren und ein Feenstab…) Auf der Suche für einen Adventskranzersatz bin ich fast verzweifelt, weil ich einfach nur schlichte Dekoration haben wollte, es aber ohne Glitzerflitzer kaum was gab.
Aber die Menschen hier lieben es, von daher muss man jedem das seine lassen und ich kann in meiner Wohnung ja tun und lassen was ich will ![]()


