Tschüss Kampala

Donnerstag, 07. September 2017 von Vreda van den Hurk

Heute ist mein vorletzter Tag in Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Und ich kann euch sagen, ich freue mich schon riesig auf Mityana!

Nach vier Wochen ständigem Verkehr, sehr staubigen Straßen und so vielen Menschen, freue ich mich auf das etwas gemütlichere und vor allem grünere Mityana. Mityana hat ganze 50.000 Einwohner, wobei sich das auf den ganzen Distrikt und nicht nur auf die kleine Stadt bezieht, in die ich kommen werde. Mir wurde gesagt, dass Mityana eigentlich nur aus einer Hauptstraße besteht. Das ist natürlich ein ziemlicher großer Unterschied zu den Großstädten, in denen ich bisher gelebt habe. Köln als Millionenstadt und Kampala als Hauptstadt sind da etwas andere Formate. Ich glaube trotzdem, dass ich mich in Mityana sehr wohl fühlen werde.

Wenn ich auf meinen Monat in Kampala zurück schaue, fallen mir sehr viele tolle Momente ein. Zusammen mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden habe ich viel unternommen. Zum Beispiel war ich mit meiner Gastfamilie und Lena beim Rotary Cancer Run. Dieser findet jedes Jahr in mehreren Städten in Uganda statt. Ich habe ihn mir ehrlich gesagt nur als einen kleinen Lauf mit den Mitgliedern des Rotary Clubs vorgestellt. Tatsächlich war es jedoch ein riesige Veranstaltung mit verschieden Läufen, Essensständen und einer großen Bühne. Meine Gastschwester Harriet, Lena und ich sind ganze 10 km gelaufen. Natürlich sind wir nur am Anfang und am Ende gejoggt, wobei Lena mehr geschafft hätte. Nur Harriets Nicht-Sportschuhe und ich standen ihr da im Weg 😉 Leider haben wir das Bühnenprogramm und tanzen verpasst. Harriet fand das nicht so schlimm, da sie tatsächlich eine der wenigen Afrikanerinnen ist, die nicht tanzen können. Dabei dachte ich immer, dass alle Afrikaner tanzen können 😊

Lena und ich fuhren nach dem Lauf mit meiner Gastfamilie zu einem Mitglied ihres Rotary Clubs, die gerade ihren Bruder an Krebs verloren hatte. Es war eine unglaublich wichtige Erfahrung, zu sehen, wie hier in Uganda getrauert wird. Als wir bei ihrem Haus ankamen, sprachen wir erst einmal nicht miteinander, sondern setzten uns einfach hin. Als die Frau ins Wohnzimmer kam, die ihren Bruder verloren hat, fing sie an zu weinen, zu flehen, sich hinzuknien und die Arme zum Himmel zu heben. Sie trauerte offen vor uns allen. Ein paar Frauen gingen zu ihr, knieten sich neben sie und versuchten sie zu beruhigen. Als meine Gastmutter Ssali zu ihr ging, fing sie an, ein ugandisches Lied zu singen. Alle stimmten mit ein. Es herrschte eine sehr friedliche Stimmung und es war einfach nur schön, wie alle zusammen versucht haben, durch ihre Stimmen die Frau zu beruhigen. Die Lieder waren auf Luganda, weshalb Lena und ich sie leider nicht verstehen konnten. Meine Gastmutter fing auch an laut zu beten. Ein Mann stellte sich als das Oberhaupt der Familie vor und sprach von dem Bruder, der verstorben war. Außerdem kam ein Priester, der aus der Bibel vorlas und predigte. Ein paar Frauen wuschen das Gesicht der trauernden Dame und brachen Kissen und Decken, damit sie sich ausruhen konnte. Ich finde, dass die Ugander viel offener ihre Emotionen zeigen. In Deutschland hätte man so wie die Frau nur im engsten Familienkreis trauern können. Hier sind alle so wunderbar herzlich. Als Freunde nimmt man sich zum Beispiel auf der Straße einfach an die Hand, um zu zeigen, dass man zueinander gehört. Man sieht hier vor allem sehr viele Männer, die händchenhaltend über die Straße laufen.

Mit Lena zusammen habe ich jetzt schon zweimal in meiner Gastfamilie gebacken. Wir hatten am Anfang ein paar Probleme, weil es für unsere Muffins zum Beispiel nur Schokosirup und keine echte Schokolade gab. Zudem heizte der Backofen nur von oben, sodass sie beim ersten Mal nicht richtig fest wurden. Schließlich klappte es doch und sie haben meiner Gastfamilie sehr gut geschmeckt. Generell habe ich das Gefühl, dass hier in Uganda nicht so viel gebacken wird, sie sich aber riesig freuen, wenn du für sie bäckst. Deswegen haben wir gleich in der nächsten Woche noch Cookies gebacken. Die Gastschwester von Anne, einer Deutschen aus meiner Sprachschule, will ein Café aufmachen, weiß aber gar nicht, wie man bäckt. Es ist sehr lustig, wie hier in Uganda Geschäfte aufgemacht werden.

Der Bildungsstandard in Uganda ist sehr gering. Viele besuchen nur die kostenlose Grundschule, die bis zur siebten Klasse geht. Danach folgen noch die High School und das College. Die Universität schließen nur vier Prozent der Bevölkerung ab. Der Gastbruder von Anne meinte, dass alle anderen nur Bodafahrer werden. Die Bildung, die die Menschen hier erhalten, ist oft auch nicht gut. Lehrer sind diejenigen, die mit am wenigsten verdienen. Deswegen haben sie oft keine Motivation und viele wollen gar nicht erst Lehrer werden. Meine Gastmutter hat mir erzählt, dass mein Gastbruder nie sehr motiviert in der Schule war und auch keine guten Noten mit nach Hause brachte. Daraufhin sprach meine Gastmutter mit seinem Lehrer und bezahlte seine Handy Rechnungen. Seitdem wird John viel mehr in der Schule gefördert und kriegt auch bessere Noten. Korruption ist hier in Uganda wirklich überall vertreten. Manchmal hat man das Gefühl, dass das ganze System korrupt ist. Das Schild im Bild hängt an der Immigration Office von Uganda. Es ist sehr lustig, da wir genau in diesem Gebäude 20.000 Uganda Schilling gelassen haben, damit unser Visum und die Arbeitsgenehmigung schnell ausgestellt werden. Trotzdem mussten wir noch über zwei Stunden warten, bis wir endlich offizielle Freiwillige für ein Jahr in Uganda geworden sind.

Im letzten Blogeintrag habe ich bereits darüber geschrieben, dass man hier als „Muzungu“ anders wahrgenommen wird. Letzte Woche musste ich das noch einmal deutlich spüren. Ich saß in einer Shopping Mall, die sehr westlich geprägt ist. Dort sprach mich eine Frau an. Nach einem kurzen Smalltalk fragte sie mich, ob ich nicht in ihr Business investieren wollen würde. Als ich ihr daraufhin sagte, dass ich kein Geld habe und nur eine Freiwillige bin, fing sie an, von ihrem kranken Sohn zu erzählen, der dringend Geld für Medikamente bräuchte. Die Frage nach Geld war sehr klischeehaft. Trotzdem war man unvorbereitet und am Anfang ein wenig überfordert. Am gleichen Tag liefen mir Kinder auf meinem Weg nach Hause hinterher und wollten ebenfalls Geld haben. Bei Kindern finde ich das ablehnen immer schwieriger. Doch ich weiß jetzt, wie man auf Luganda sagt, dass man kein Geld hat und ich glaube, dass ich damit ganz gut durchkommen werde.

Etwas, woran ich mich noch nicht richtig gewöhnen konnte, ist der Müll. Es gibt in Uganda keine öffentlichen Mülleimer und ich habe das Gefühl, dass es auch in manchen Haushalten keine gibt. Die Müllabfuhr sieht man hier nur höchst selten. Denn eigentlich häufen Ugander ihrem Müll immer neben der Straße auf und verbrennen ihn dort. Der Geruch ist wirklich schrecklich. Generell riecht es immer nach Abgasen, Rauch und Staub. Ich hoffe, dass es in Mityana besser wird, da es dort nicht ganz so viel Verkehr gibt wie hier in Kampala. Auch bei mir in der Gastfamilie wird der Müll einfach im Garten verbrannt, sodass der Rauch oft direkt in mein Zimmer zieht. Das ist manchmal sehr unangenehm. Ich weiß noch nicht, was ich mit meinem Müll machen werde, wenn ich alleine lebe. Vielleicht werde ich mich dann anpassen müssen, wenn ich nicht neben Müllbergen leben möchte.

Ich selber habe jetzt auch schon mein erstes leichtes Fieber überstanden und war das erste Mal bei einem Arzt in Uganda. Er war moderner als mein Hausarzt in Deutschland. Hier kann man sich wirklich gut behandeln lassen!

In der Sprachschule haben wir unglaublich viel gelernt. Es erstaunt mich selber, wie schnell man eine neue Sprache lernen kann. Für Luganda konnte man eigentlich an keiner bereits bekannten Sprache anknüpfen. Trotzdem kann man sie schnell lernen, da sie sehr einfach ist. Diese Woche waren wir zusammen beim Markt, wo wir unsere Verhandlungsgeschicke auf Luganda ausprobiert haben. Heute haben wir ein ugandisches Resteraunt besucht und unser Essen auf Luganda bestellt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich jetzt von Kampala. Auch wenn die Stadt manchmal sehr anstrengend sein kann, ist es doch ein Luxus, dass man hier vieles kaufen kann, dass es auch in Deutschland gibt. Ich werde die anderen Deutschen aus meinem Sprachkurs vermissen, die gute Freunde von mir geworden sind. Aber natürlich sind sie jetzt auch ein Anlass für mich, ein bisschen in Uganda umher zu reisen und sie zu besuchen.

Das nächste Mal werde ich mich aus Mityana melden.

Liebe Grüße

Eure Vreda

 

 

Omumbeja Nassolo

Freitag, 25. August 2017 von Vreda van den Hurk

Darf ich mich vorstellen: Mein Name ist Omumbeja (Prinzessin) Nassolo. Ich gehöre ab jetzt dem Mpologoma Clan, dem Löwen Clan an. Vorfahren meines Clans hatten eine sehr enge Beziehung zum Royal Clan, weshalb der Mpologoma Clan und der Royal Clan zu einer Art Familie geworden sind. Jeder Clan in Uganda vergibt bestimmte Namen. Da der Mpologoma und der Royal Clan früher eine so enge Beziehung zueinander hatten, vergeben sie die gleichen Namen. Deshalb heiße ich jetzt wie die Tochter vom König von Buganda. Buganda ist das größte Königreich in Uganda und umfasst die Hauptstadt Kampala und deren Umgebung. In meiner Familie, also meinem Clan, nenne ich alle Mitglieder meine Brüder und Schwestern. In Uganda unterscheidet man nicht zwischen Geschwistern oder Cousins und Cousinen. So sind nun auch die Mitglieder des Royal Clans meine Geschwister und ich darf den „kabaka“, den König von Buganda, meinen Bruder nennen. Nur heiraten darf ich  alle aus meinem und dem Royal Clan nicht.

 

Ich lebe jetzt schon seit zwei Wochen in Uganda, im Königreich Buganda und lerne Luganda. Luganda ist die Sprache, die im Königreich Buganda gesprochen und immerhin von 80% der Ugander verstanden wird. Zusammen mit sieben anderen Deutschen lerne ich jeden Tag von 8.30 bis 15 Uhr in einer Sprachschule in Kampala. Während meiner Zeit in Kampala lebe ich bei meiner Gastfamilie, die mir auch meinen neuen Namen gegeben hat. Ich wohne zusammen mit meinem neunjährigen Gastbruder John, meiner zwanzig Jahre alten Gastschwester Harriet, meiner Gastmama Helen Ssali und der Haushaltshilfe Bruce in einem Haus. Den Garten teilen wir uns mit sechs Hühnern, die mich jeden Morgen gegen fünf Uhr wecken, wenn sie anfangen zu gackern und zu krähen.

 

Am Anfang hatte ich ein wenig mit Heimweh zu kämpfen. Denn als ich in meine Gastfamilie kam, waren nur meine Gastgeschwister und ein Cousin da, die alle ihren Alltag nachgingen. Deshalb fühlte ich mich sehr einsam. Wir schauten den ganzen Tag nur fern und gingen nicht raus. Dabei wollte ich unbedingt meine neue Umgebung kennenlernen! Nach fünf Tagen kam meine Maama (Mama in Luganda) wieder von einer Reise durch Uganda. Ssali arbeitet bei der Makere Universität, der größten Universität in Uganda. Dort ist sie für die Administration verantwortlich. Zusammen mit ihren Kollegen hat sie eine Woche hilfsbedürftige Familien besucht, an dessen Kinder sie Stipendien vergeben. Seit Ssali da ist, geht es mir wieder sehr gut und ich habe mich wirklich eingelebt. Auch meine Gastgeschwister habe ich in mein Herz geschlossen. Mit John spiele ich immer nach der Schule. Entweder tanzen wir (er ist wirklich sehr gut im Ballett!), machen Sport oder malen. Mit Harriet kann man sich sehr gut unterhalten und sie hat mir schon viele Tipps für Kampala gegeben. Sie selber hat letzte Woche an der Makere Universität angefangen zu studieren. Deshalb ist sie leider nur noch am Wochenende bei uns zuhause. Da ich nun auch meinen eigenen Alltag mit meiner Sprachschule habe, ist das aber nicht so schlimm.

Jeden morgen fahre ich mit meiner Maama los. Da wir meistens zu früh sind fahren wir immer zu Ssalis Arbeit und ich helfe ihr ihre Sachen hoch ins Büro zu tragen. Danach laufe ich über den Campus und schließlich zu meiner Sprachschule. Mein Luganda Lehrer, Jackson, ist sehr cool. Er gestikuliert immer viel herum und gestalten den Unterricht sehr lebendig. Deswegen haben wir schon sehr viel gelernt, was wir super in unserem Alltag gebrauchen können. Zum Beispiel spricht meine Haushaltshilfe Bruce kein englisch, sondern nur Luganda. Ich habe mir selber Karteikarten mit den englischen Wörtern und der lugandischen Übersetzung gemacht. Diese gehe ich immer mit Bruce zusammen durch. Sie hilft mir bei der Aussprache in Luganda und ich zeige ihr, wie man die englischen Wörter ausspricht. Vielleicht kann ich ihr in meiner Zeit hier in Kampala ein wenig Englisch beibringen. Ich kann bereits in  Luganda grüßen, mich vorstellen, Sätze und Fragen bilden oder einfach nur „Weebale“, „danke“ sagen.

Es macht sehr Spaß Ugander auf Luganda anzusprechen. Die fangen nämlich immer aus Überraschung an zu lachen. Ich werde auf der Straße „Muzungu“ genannt, was so viel wie „Weiße“ heißt. Am Anfang musste ich mich daran gewöhnen, dass mir ein anderer Status zugeschrieben wird. Ugander erwarten von „Muzungus“ zum Beispiel,  dass sie Geld haben. Deshalb kriegt man in Läden immer den sogenannten „Muzungu-Preis“, also einen erhöhten Preis. Wenn ich von der Schule aus nach Hause fahre, nehme ich einen Taxi-Bus. Der Verkehr in Uganda unterscheidet sich deutlich von dem Verkehr in Deutschland. Hier gibt es keine Ampeln oder Straßennamen, was die Orientierung manchmal sehr schwer macht. Stattdessen fährt hier einfach jeder so wie er will. Die Taxi-Busse sind immer sehr schnell und überholen andere Autos auch gerne mal auf der Gegenfahrbahn. Dadurch stellen sich die Autos oft gegenseitig in den Weg und es kommt zu langen Staus. Zwischen den Autos fahren die „Boda Bodas“. Das sind Motorradtaxis, die wirklich einfach kreuz und quer fahren. Wenn man die Straße überqueren möchte, muss man oft lange warten, bis mal kurz kein Fahrzeug an einem vorbeifährt. Die Straßen in Uganda sind alle sehr staubig, da viele nicht asphaltiert sind und einfach aus Lehm bestehen. Deshalb ist man immer dreckig, wenn man zuhause ankommt. Von meinem Taxi aus muss ich jeden Tag noch fünfzehn Minuten bis zu mir nach Hause laufen. Dabei komme ich an sehr vielen Kindern vorbei, die mir alle „Muzungu“ hinterher rufen. Am Anfang habe ich mich dadurch sehr unwohl gefühlt. Doch jetzt habe ich gelernt, es einfach mit Spaß zu nehmen und zum Beispiel „Muli mutya“ zu antworten, was eine Begrüßung auf Luganda ist. Dann lachen sie sich meistens kaputt, weil sie so überrascht sind, dass ich Luganda spreche. Generell lachen Ugander einen nie aus, weil man vielleicht noch nicht so gut in der Aussprache ist. Sie freuen sich viel zu sehr, dass man ihre Sprache spricht. Deswegen ist auch das Lachen der Kinder immer nett gemeint.

Nachmittags unternehme ich viel mit der Lena, der anderen Freiwilligen vom Kindermissionswerk und missio. Meistens laufen wir einfach nur herum oder gehen in einen Supermarkt. Am Sonntag waren wir beim Baha´i Tempel, den ich bereits in der Woche davor mit meinem Cousin Evan besucht hatte. Die Baha´is sind eine Glaubensgemeinschaft, die alle Religionen miteinander verbindet. Sie ist noch sehr jung, am 22. Oktober wird sie erst 200 Jahre alt. Deshalb ist diese Religion meiner Meinung nach sehr modern. Ihr Hauptziel ist die Gleichstellung aller Menschen auf der Welt. Sie wollen die Bildung für alle gewährleisten und eine universelle Sprache schaffen. Der Baha´i Tempel in Kampala ist der Einzige in ganz Afrika. Und ratet mal wo der einzige Baha´i Tempel in Europa steht? Natürlich in Frankfurt. Es gibt immer wieder Kleinigkeiten, die Deutschland und Uganda verbinden. Zum Beispiel wird auch die Bundesliga hier im öffentlichen Fernsehen übertragen. Deswegen kennt mein Cousin Evan sehr viele deutsche Fußballspieler 🙂

Am letzten Sonntag war ich das erste Mal in der Kirche in Uganda. Der Gottesdienst war auf jeden Fall anders, als die, die ich von Deutschland aus kenne. Er war lauter und länger. Es wird die ganze Zeit geklatscht. „Klatscht für Gott, klatscht für Jesus, klatscht für denjenigen, der gerade gesprochen hat“. Ich fand vor allem die Lieder sehr schön. Alle haben während des Singens geklatscht und getanzt oder die Arme zum Himmel gehoben. Am Ende der Messe mussten sich alle vorstellen, die das erste Mal diese Kirche besucht haben. Natürlich war ich dann auch dran. Der Gottesdienst wurde auf englisch gehalten, weshalb ich mich auf Englisch vorstellte. Jedoch stand meine Maama nach mir noch einmal auf, um allen meinen ugandischen Namen mitzuteilen und zu sagen, dass ich Luganda sprechen kann. Nach der Messe war es dann an mir, alle auf Luganda zu begrüßen und mich noch einmal auf Luganda vorzustellen. Die Sprache ist zum Glück sehr einfach, weshalb es sehr Spaß macht, auf Luganda zu sprechen.

 

In zwei Wochen werde ich den Sprachkurs beendet haben und nach Mityana fahren. Dort werde ich das ganze Jahr über in den Organisationen Hosfa und Cosna arbeiten. Wo genau steht noch nicht fest. Ich darf erst ein mal in alle Bereiche hereinschnuppern und mich dann festlegen. In Mityana werde ich alleine im Gästehaus der Schule leben. Darauf freue ich mich schon ein bisschen, da man dann einfach selbständiger ist. Falls ich mich dort einmal alleine fühlen sollte, lebt meine Mentorin Penelope nicht weit weg von mir. Sie hat mir schon gesagt, dass ich sie jederzeit besuchen kommen kann. Penelope war auch diejenige, die mich mitten in der Nacht vom Flughafen abgeholt und den ersten Tag mit mir in Kampala verbracht hat. Letzten Freitag habe ich sie nochmal hier in Kampala getroffen. Penelope ist eine wunderbar quirlige, freundlich und immer gut gelaunte Person. Ich freue mich schon sehr, dass ich bald noch mehr mit ihr zu tun haben werde. Und natürlich freue ich mich, die Kinder in meinen Projekten kennen zu lernen. Die Kinder in Uganda sind immer so herzlich zu einem.

Jetzt werde ich aber erst einmal meine restliche Zeit in Kampala genießen!

 

Ich werde euch auf dem laufenden halten.

Liebe Grüße an alle in Deutschland und sonst wo auf der Welt
Vreda

 

Uganda Uganda

Freitag, 25. August 2017 von Vreda van den Hurk

„Uganda, Uganda“ ist der Titel von einem Buch, dass ich in meiner Vorbereitungszeit auf mein FSJ gelesen habe. Und tatsächlich geht mir gerade genau dieser Titel immer wieder durch den Kopf. Ich sitze am Istanbuler Flughafen und warte auf meinen nächsten Flieger, der mich endlich nach Kampala, der Hauptstadt von Uganda bringt. Ich weiß nicht genau was mich erwarten wird. Vielleicht geht mir deshalb immer wieder der Name des Landes durch den Kopf, in welchem ich mein ganzes nächstes Jahr verbringen werde. Vielleicht versuche ich alleine durch das Sagen des Namens mehr über das Land heraus zu finden. Den ich bin wirklich sehr neugierig und kann es kaum mehr erwarten, endlich anzukommen.
Heute Morgen haben mich meine Mutter und meine beiden besten Freundinnen Runa und Hannah zum Köln/Bonner Flughafen gebracht. Auf dem Weg dort hin ging mir immer wieder das Lied „Heute fährt die 18 bis nach Istanbul“ (ein Karnevaslied) durch den Kopf. Ich war sehr gut gelaunt und meine Vorfreude stieg von Zeit zu Zeit. Am Flughafen standen auf einmal Rebecca und Pia, zwei Freundinnen, hinter mir. Sie haben mich wirklich unglaublich überrascht und ich habe mich riesig gefreut!! Zum Abschied wurden natürlich ein paar Tränchen verdrückt.
Jetzt bin ich schon in Istanbul angekommen (mit dem Flugzeug, doch nicht mit der Linie 18 :)) und die Zeit vergeht rasend schnell. Nur noch ein paar Stunden bis ich endlich da bin! Und ich freue mich schon sehr, Penelope kennen zu lernen. Meine Mentorin, die mich auch am Flughafen abholen wird.
An das Klima konnte ich mich schon mal hier in Istanbul gewöhnen, da es hier immerhin 37 Grad warm ist (hoffentlich wird Uganda wenigstens ein bisschen kälter sein…)
Ich werde euch auf dem laufenden halten!
Eure Vreda

Der Beitrag hat leider erst heute geladen, obwohl ich jetzt schon fünf Tage lang in Uganda bin. Der nächste Beitrag folgt bald!

Nächster Beitrag: http://blog.sternsinger.de/2017/08/25/omumbeja-nassolo/