Aller Anfang ist schwer …

Freitag, 18. August 2017 von Luise Reichelt

Eine Woche habe ich nun mit meiner Gastfamilie in Liloan gelebt, um ein wenig die Kultur kennenzulernen. Alles war für mich neu und ich musste erstmal damit zurechtkommen, dass in meinem Zimmer nur ein Ventilator steht und keine Klimaanlage. Zu jeder Mahlzeit Reis zu essen, ist in der Familie auch ganz normal.

Da es hier zu jeder Tages- oder Nachtzeit super heiß ist, ist die morgendliche Dusche schon zum Alltag geworden. Auf den Philippinen benutzt man dabei jedoch einen großen Eimer mit einer Schüssel, um sich mit dem Wasser abzukühlen. Wasser aus dem Duschkopf ist hier nicht für jeden selbstverständlich!

Eingang zu meinem Zuhause

Meine Gasteltern, Tante und Enkel

Das Leben bei der Familie Bantilan ist sehr familiär! So habe ich nun schon fast jeden kennengelernt, der auch nur über fünf Ecken mit der Familie verwandt ist! Jeden Sonntagabend gibt es bei den Eltern ein großes Familienessen. Die Tür zum Elternhaus steht daher immer allen offen! Für mich ist es nun schon zur Gewohnheit geworden immer jemand anderen im Haus zu sehen und es ist sehr lustig mit den Kindern herum zu albern. Ein großes Hobby von allen ist singen, daher ist immer Musik im Haus.

Der katholische Glaube ist für die Familie ein wesentlicher Aspekt im Leben und daher war ich nun auch schon sehr oft in der philippinischen Messe. Dazu gehört ebenfalls das Gebet vor jeder Mahlzeit.
Auch im Auto wird ein Gebet gesprochen bevor man losfährt, was für mich dann doch etwas befremdlich ist. Außerdem benutzen meine Gasteltern, ich nenne sie auch „nanay“ (Mutter) und „tatay“ (Vater), nie den Sicherheitsgurt!

Messe in der Don Bosco Kirche

Innerhalb dieser Woche habe ich schon so viel erlebt mit der Familie:
Ich war bei zwei Geburtstagsfeiern, die hier sehr groß gefeiert werden und verbunden sind mit super leckerem Essen. Darüber hinaus konnte ich die Erfahrung machen mit einem „Jeepney“ zu fahren (dazu aber später mehr) und bereits Freundschaften schließen. Zudem konnte ich verschiedene Friedhöfe besuchen und sogar eine Beerdigung begleiten. Mit meinen Gasteltern habe ich auch schon in mehreren Kirchen zur Messe gesessen, wobei mir die Kirche im Don Bosco Haus von Liloan am besten gefallen hat. Außerdem habe ich zwei Schulen besucht, wo mich die Kinder mit großer Freude begrüßt haben! Sie waren auch sehr erstaunt von meinem bisherigen Bisaya Wortschatz, den ich Stück für Stück verbessere.

auf dem Friedhof in Liloan

kleiner Ausblick vom Essen auf der Geburtstagsfeier

Die Familie ist mir schon sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass ich hier eine Woche wohnen durfte. Ich hoffe, dass ich über das Jahr nochmal die Chance habe, sie wiederzusehen!

 

Ich lande auf dem Wasser!

Donnerstag, 17. August 2017 von Luise Reichelt

 

Ausblick aus dem Flugzeug

Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, stieg bei mir die Aufregung auf das, was kommen wird. Von meinem Fenster aus habe ich fast immer nur Wasser gesehen, doch dann sah ich endlich das Festland. Der kleine Flughafen, direkt vor der Stadt Cebu, liegt auf einer Insel, daher hatte ich beim Landen fast das Gefühl im Wasser anzukommen. Aber in den Philippinen ist alles von Wasser umgeben, da das Land aus über 7.000 Inseln besteht, wie mir bereits fast jeder Filipino erzählt hat. Nachdem ich wieder meinen Koffer bei mir hatte, ging es raus aus dem Flughafengelände und mich Umgab sofort die Hitze!
 

Nachdem ich von meiner Mentorin, Taichi, und Priester Arvin vom Flugplatz abgeholt wurde, ging es für mich nach einer kleinen Stärkung zum Don Bosco Provincial House. Dort habe ich zunächst einmal alle kennengelernt und durfte die nächsten Tage interessante Gespräche führen mit den Priestern, die dort wohnen.

ein kleiner Teil, der Leute vom Provincial House

Die Zeitumstellung lässt einen auch hier nicht locker und so verbrachte ich den nächsten Vormittag in meinem Bett. Nachdem ich alle kennengelernt hatte, wurde ich direkt in die philippinische Küche integriert und probierte mich durch vielerlei Früchte und Gerichte. Am Nachmittag gab es für mich eine kleine Lehreinheit, in der mir meine Mentorin einiges über die Don Bosco Häuser auf den Philippinen erzählte! Wer dachte, dass es sich hierbei um nur zwei oder drei Häuser handelt, hat falsch gedacht! Denn insgesamt sind es sogar 24 Häuser.

Am folgenden Tag durfte ich eine kleine Kulturreise miterleben, auf der mich Priester Arvin und eine Bekannte begleitet haben und sie mir einiges über die Geschichte der Philippinen erzählen konnten. Vormittags ging es auf Kirchentour, wobei ich unter anderem Santo Niño gesehen habe. Dann wurden mir die anderen Don Bosco Häuser in Cebu City gezeigt, wie Pasil und Lawaan. Beide Standorte waren sehr interessant und die Leute haben mir begeistert von ihrer Einrichtung erzählt.

eine Sehenswürdigkeit in Cebu City (Fort San Pedro)

Am nächsten Tag wurde ich dann zu meiner Gastfamilie gebracht, in der ich jedoch nur für kurze Zeit bleiben sollte! Davon möchte ich euch aber noch in einem anderen Blog mehr erzählen…

 

Gefühlschaos …

Donnerstag, 03. August 2017 von Luise Reichelt

Die letzten Tage in Deutschland…

Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass ich schon in 3 Tagen im Flugzeug sitzen werde! Dann werden 10.437 km zwischen meiner Heimatstadt und meinem neuen Zuhause Cebu City liegen. Eine halbe Weltreise werde ich zurücklegen, um eine völlig neue Kultur kennen zu lernen.

Das scheint noch weit weg, wenn ich hier in meinem Zimmer in Berlin sitze und diesen Text schreibe. Ist es Vorfreude oder Abschiedstrauer, die mich die letzten Tage verfolgen? Vielleicht ein bisschen von beidem. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich noch alles in dem Jahr erwarten wird. Doch nun heißt es erstmal Koffer packen und hoffentlich nichts vergessen! Aber man kann sich gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist für ein ganzes Jahr seine Koffer zu packen. Der Abschied von meinen Liebsten steht auch noch bevor!

Dennoch erwarte ich mit Vorfreude den Moment, wenn ich aus dem Flugzeug in Cebu City aussteige und völlig überrumpelt bin von den vielen Eindrücken und natürlich den 32°C mit 75% Luftfeuchtigkeit!

Was mich noch alles auf den Philippinen erwarten wird, werde ich schon bald herausfinden und ich freue mich, dies hier festzuhalten und euch, interessierte Leser, mit auf die Reise zu nehmen! Seid gespannt …