Sinulog – Was ist das?

Samstag, 21. April 2018 von Luise Reichelt

Wie fange ich nun an? Es ist schon eine sehr lange Zeit seit meinem letzten Beitrag passiert. Ich möchte euch aber trotzdem meine Eindrücke der letzten Monate nicht vorenthalten. Die traditionelle philippinische Festkultur konnte ich euch noch gar nicht richtig vorstellen aber im Januar wurde das große Sinulog Fest gefeiert und dabei habe ich nochmal einen ganz anderen Eindruck von den Philippinen und besonders von Cebu bekommen.

Am 21.Januar wird das Sinulog Fest in Cebu gefeiert! Das Jesuskind, auch Santo Niño genannt, steht dabei im Vordergrund und wird von allen gefeiert. Doch wenn ihr glaubt, dass hier nur am 21. gefeiert wird, dann habt ihr euch mächtig getäuscht. Neun Tage bevor das eigentliche Event stattfindet, steht die Stadt schon völlig auf dem Kopf. Jeden Tag gibt es Gottesdienste, um sich auch auf die Feierlichkeiten vorzubereiten. Für viele ist es auch ein kleiner Wettkampf, jeden Tag den Weg in die Kirche zu finden. Leider muss ich mir jedoch eingestehen, dass ich nicht alle 9 Messen vollendet habe, da ich im Projekt ziemlich eingenommen war. Trotzdem waren die Kirchenbesuchen eine sehr beeindruckende Erfahrung! Ich stehe also inmitten von mehreren hundert Menschen im Gottesdienst und alle stimmen das Lied „Batobalani sa gugma“ an. Das Gefühl dazuzugehören ist einfach unglaublich, auch wenn dabei einige Traditionen sehr fremd für mich sind.

7. Novena Messe (die Regenschirmen fungieren hier als Sonnenschutz)

Ich fange aber jetzt am besten von vorne an zu erzählen! Denn mit dem ersten Tag der neuntägigen Vorbereitung begannen die Festlichkeiten und es gibt an verschiedenen Orten in Cebu Konzerte und Attraktionen. Da ich nebenbei im Projekt mitgeholfen habe, konnte ich erst am Wochenende alles erkunden. Die Zeit reicht jedoch trotzdem nicht aus, um alles mitzuerleben, da ich mich bei vielem entscheiden musste, ob ich lieber zu dem einen oder zum anderen möchte. Ich bin mit meiner Wahl jedoch durch und durch zufrieden gewesen!

 

SINULOG FESTIVAL

Samstag – Mein Wecker klingelt um 3 Uhr nachts und ich bekomme kaum meine Augen

Cebu City vom Wasser

auf. Nach einer kalten Dusche und einem Schluck Wasser bin ich dann auch endlich richtig ansprechbar. Ich werde von einem Freund mit dem Auto abgeholt und wir machen uns auf den Weg zur „Fluvial Parade“. Die Straßenlaternen leuchten noch und es sind kaum Menschen auf den Straßen. Wir nähern uns dem kleinen Hafen und ich sehe immer mehr Taschenlampen. Die Sonne geht langsam auf und ich laufe mit einigen anderen Freiwilligen durch Sand gemischt mit Müll.

Mehrere hundert Boote schließen sich der Parade auf dem Wasser an!

Geschmückte Boot warten am Ufer auf uns und wir laufen durch das kalte Wasser zum Boot. Die Sonne spiegelt sich auf der Wasseroberfläche und ich erkenne die Orte, an denen wir vorbei fahren. Ich bin so aufgeregt, dass ich gar nicht mehr übers Schlafen nachdenke. Aber auch durch die vielen Trommeln und Gesänge kann ich gar nicht mehr an mein Bett denken. Es schließen sich immer mehr Boote an und es vermischen sich die Klänge der anderen Boote mit unserer Musik. Wir fahren Richtung Norden, um das große Schiff zu sehen, welches den Santo Niño nach Cebu bringt. Am Ziel angekommen heißt es erstmal etwas Essen und da es sich um eine Feier handelt, wurde natürlich Lechon (geröstetes Spanferkel) mitgebracht. Der Duft vom Essen und die fröhliche Musik vermischen sich in meinem Kopf und alle fangen an zu tanzen.
Doch dann sehen wir das riesige mit blütenbesetze Schiff und an der Spitze eine Glasvitrine mit dem festlich gekleideten Santo Niño und die Leute stimmen Lieder an. Es wird getanzt, gelacht und gegessen und so folgen wir dem Schiff begleitet von mehrern hundert weiteren Booten auf den Weg nach Pasil (Ortsteil von Cebu).

Der Santo Nino kommt nach Cebu!

Trommel begleiten uns auf dem Weg…

 

 

bloß nicht vom Boot fallen…

 

Immer mit viel Freude und Spaß am Start!

 

 

Es ist erst 9 Uhr morgens als wir an dem kleinen Hafen ankommen aber die Stimmung ist schon auf dem Höhepunkt. Alle Menschen sind auf der Straße, in Kostümen gekleidet und tanzen und singen zu Ehren des Jesuskindes. Die Starßenparade führt an den vielen kleinen Häusern vorbei. Ich fühle mich, wie in einer anderen Welt aber es ist einfach atemberaubend wie sehr mich diese Atmosphäre in seinen Bann gezogen hat. Am liebsten wäre ich dort die ganze Zeit geblieben aber ich habe noch einiges vor. Das frühe Aufstehen macht sich auch bei mir langsam bemerkbar uns so begebe ich mich auf den Heimweg.

Kinder tanzen zu Ehren des Jesuskindes

Alle Straßen rund um die Hauptkirche sind gesperrt und so treffe ich mich mit Freunden etwas außerhalb und wir schließen uns der großen Parade an. Das besinnliche Wandern in Mitten von Millionen von Menschen gibt einem ein unglaubliches Zugehörigkeitsgefühl. Ich kann zwar nicht alles verstehen aber in den Gebeten, wenden sich die Menschen an das Jesuskind. Sogar die Kommunikation wird den Tag über unterbrochen und es gibt kein Netzsignal, um mehr Sicherheit gewährleisten zu können, da sich so viele Menschen auf den Straßen befinden.

Die Stadt ist ungewöhnlich still und das Straßenbild ist hauptsächlich von Menschen geprägt. Mein nächster Stopp ist aber die Einkaufsmall, in der ich meine Gastschwester aus Liloan treffe. Nach einer kleinen Stärkung gehen wir nach draußen. Es ist inzwischen abends und ich kann bereits Sterne am Himmel sehen. Hier ist es viel ruhiger als noch einige Stunden zuvor, das sollte sich aber gleich ändern. Mehrere Menschen stehen vor der Mall und blicken in den Himmel, der Countdown läuft und schon geht es los. Die ersten Raketen erhellen den Himmel und alle fangen an zu klatschen und zu schreien. Die folgende Lichtershow ist kaum in Worte zu fassen aber mit einem zweiten Silvester ist es gut zu vergleichen. Blaue, rote und weiße Lichter formen Kreise am Himmel und es sieht aus als ob Millionen von Sternschnuppen auf die Erde fallen. Der Geruch von Rauch steigt mir in die Nase und ich bin einfach nur glücklich über diesen schönen Tag, den ich erlebt habe. Der Blick zu meiner Gastschwester verrät mir, dass sie auch froh ist.
Ich freue mich, dass ich diese Erfahrung mit meiner Gastschwester und guten Freundin teilen kann und bin schon gespannt auf den morgigen Tag.

Das Feuerwerk erleuchtet den Nachthimmel

 

Sonntag – Die Sonne scheint und ich beginne den Tag mit einem etwas späteren Frühstück. Was wird der Tag wohl bringen, frage ich mich. Was werde ich wohl heute erleben?
Nachdem der gestrige Tag doch mehr geprägt von besinnlicher Stimmung war, sollte es heute nochmal anders werden. Mit meinem zuvor gekauften Sinulogshirt mache ich mich auf den Weg. Doch bevor es richtig losgeht, bekomme ich noch einen Kopfschmuck!

Ein Gruppenfoto, bevor wir uns in die Menge stürzen!

Die große Parade mit den Festwagen führt durch die ganze Stadt. So viele Menschen, es ist eng und ich bin froh etwas größer zu sein, sodass ich den Überblick behalten kann. Viele philippinische Künstler sind bei der Parade dabei, doch das Gekreische der Menschenmasse beim Anblick ihres Idols, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass ich mit den Gesichtern berühmter philippinischer Fernsehserien nichts anfangen kann.

alle halten Ausschau nach den geschmückten Paradewagen

Unser Weg führt uns weiter, vorbei an den Straßen mit den meisten Ausländern, die teilweise nur für das Fest angereist sind. Hier ist die Stimmung auf einer ganz anderen Ebene. Ehe ich mich versah, spürte ich schon die kalte und nasse Farbe an meinem Arm. Viele Jugendliche laufen mit Farbe herum und malen jeden an, der sich nicht rechtzeitig bücken kann. Da ich sehr groß bin, war es für viele schon eine kleine Herausforderung so hoch zu springen, um auch mein Gesicht anmalen zu können. Nach gefühlt 30 Sekunden hat sich mein weißes T-Shirt in einen Farbeimer verwandet und ich selbst sah aus, wie in einen Farbtopf gefallen. Man wurde direkt in diese fröhliche Stimmung aufgenommen und Fremde haben sich einfach umarmt oder gemeinsam gesungen. Es ist teilweise etwas wild aber sehr lustig. Nach tausenden Bildern bin ich mir nun auch sicher, dass mich jeder in Cebu kennt.
Geschmückte Straßen, Paraden an jeder Straßenecke und feiernde Menschen – so habe ich dieses Sinulog erlebt.

noch farbenfrohere Gesichter

Beim Anmalen kam ich nicht zu kurz…

Das ist aber nicht das Ende, gefeiert wird nämlich den ganzen Tag. Mit meinen Freunden vom Feeding ging es abends noch zu einem Freund zum Abendbrot. Familienfeiern mit reichlich Essen sind für viele mit das Wichtigste. Zum Abschluss ging es dann noch auf den „Plaza Independencia“ zur großen Bühne. Gute Musik und viele Menschen haben mich dort erwartet.
Der Himmel ist bereits dunkel als ich in mein Zimmer komme und einen kurzen Schreck vom Anblick meines Spiegelbildes bekommen habe. Glücklicherweise ging die meiste Farbe auch gut ab. Der rosafarbene Schimmer in meinem Gesicht ist nach einiger Zeit dann auch nicht mehr so sehr aufgefallen.

Es hat mein Wochenende einfach nur perfekt abgerundet und ich habe mich schon wieder auf mein Projekt gefreut! Entspannt bin ich dabei aber nicht aus dem Wochenende gekommen, dafür aber um einige Erfahrungen reicher, mit einer schönen Erinnerung im Kopf und gefestigten Freundschaften.

Und wer bis hierhin schon durchgehalten hat, kann sehr stolz auf sich sein! Ich konnte mich leider nicht kürzer halten, denn es sind so viele Erlebnisse gewesen, die ich mit euch teilen wollte. Aber ich hoffe, dass ihr die Frage „Was ist Sinulog?“ nun für euch selbst beantworten könnt, denn ich habe meine ganz eigene und persönliche Antwort an diesem Wochenende kreieren können!

 

Bunte Lichter und Lametta – was kann das wohl heißen

Freitag, 05. Januar 2018 von Luise Reichelt

 

Nun ist schon eine sehr lange Zeit vergangen, dass ich mich nicht gemeldet habe aber ich war sehr viel im Projekt beschäftigt! Besonders in der Weihnachtszeit habe ich gemerkt, wie viel doch hier auf den Philippinen los ist.

 

In Weihnachtsstimmung bin ich hier eigentlich schon seit September, da in diesem Zeitraum die ersten Weihnachtslieder in den Einkaufszentren laufen. Was für mich anfangs schon sehr komisch war, habe ich aber bald als selbstverständlich angenommen! Außerdem lieben die Filipinos die Weihnachtszeit und man merkt sofort, dass die Stimmung viel fröhlicher und feierlicher ist. Das ist ja auch logisch, da es die Geburt von Jesus zu feiern gibt! Aber nicht nur das, auch Maria Empfängnis am 08.12. wird groß gefeiert und dazu gehört natürlich der Besuch des Gottesdienstes.

Aber für die Filipinos ist das noch nicht genug, denn genau 9 Tage vor Weihnachten beginnt die „Misa de Gallo“. Jeden Morgen gibt es mehrere Gottesdienste und mit morgen meine ich eigentlich schon fast nachts! Auch ich habe mich daran versucht, die Misa de Gallo komplett zu besuchen, muss aber leider zugeben, dass es für mich dann doch zu schwierig war mit diesem Schlafdefizit auch noch im Projekt zu arbeiten.

 

kein Platz mehr in der Kirche … also einfach draußen stehen!

es ist noch dunkel, wenn die Messe anfängt…

Im feeding center habe ich an mehreren Tagen morgens mitgeholfen das Frühstück vorzubereiten und zu servieren für die vielen Helfer in der Messe wie den Ministranten oder den Chormitgliedern. Mittlerweile helfe ich gerne mal im feeding center mit und durfte auch schon im Catering mit anpacken!

 

noch alles leer – aber gleich kommen fast 400 Menschen zum Frühstück

 

Der Dezember war für mich auch etwas stressig, da ich neben meiner Arbeit im Projekt auch einen Adventskalender für die scholars vorbereitet hatte. Diese typisch deutsche Tradition ist schon etwas schwierig zu erklären und einige Kinder haben auch nicht verstanden, wieso man jeden Tag ein Tütchen öffnet und nicht gleich alle auf einmal.

jeden Tag durfte ein anderes Kind ein Tütchen öffnen

 

Weihnachtsfeier für die Straßenkinder

Mitte Dezember fing dann das große packen an! Was für mich bisher schon stressiger Alltag war, kam nun zum Höhepunkt. In allen Projekten haben wir Geschenke (bandle of joy) für die Kinder zusammen gepackt. Was mit dem Feeding von Fr. Mac begonnen hat und mit dem Sponsorenprojekt geendet!

ein Meer voller Tüten

Reis abwiegen, Nudeln in Tüten packen und dann noch Kaffee dazu! So haben wir ungefähr 300 Tüten mit den verschiedensten Dosenprodukten und anderen Dingen für die Straßenkinder vorbereitet. Am 18. Dezember war es dann so weit und die große Weihnachtsparty für die Straßenkinder stand bevor. Schon sehr früh am Morgen haben wir alle Tüten mit einem Truck zur Sporthalle gefahren und dann ging es auch schon an die Dekoration. Mit Tickets, die zuvor verteilt wurden kamen die ganzen Familien hinein und es war so schön in die ganzen lachenden Gesichter der Kinder zu blicken! Nach einigen sehr lustigen Spielen für groß und klein und natürlich nicht zu vergessen, nach dem Auftritt von Santa Klaus haben wir dann einige Süßigkeiten an die Kinder verteilt!

Einige Freiwillige standen auch schon seit den frühen Morgenstunden in der Küche, um für die Straßenkinder ein Mittagessen vorzubereiten! Nachdem alle glücklich und gesättigt waren, konnten nun die großen und vor allem schweren Tüten verteilt werden! Auch wenn das ein wenig chaotisch zuging, hat am Ende alles gepasst und wir konnten auch unser wohlverdientes Mittagessen genießen.

Der Weihnachtsmann ist da!

 

der geschmückte Weihnachtsbaum und das Plakat

 

 

die Leute mit den Weihnachtsmützen haben tatkräftig mitgeholfen

 

eine wunderschöne Feier mit tollen Freiwilligen

Wer jetzt aber denkt, dass war´s… der hat Unrecht, denn das war erst der Anfang!

In der darauffolgenden Woche ging schon das nächste Packen los und auch im Feeding Center wurde eine Weihnachtsfeier für die Straßenkinder vorbereitet! Die Filipinos zelebrieren Weihnachten wirklich in vollen Zügen und so konnte ich auch bei vielen Weihnachtsfeiern dabei sein! Ein großes Essen und Wichteln gehört  dabei natürlich auch mit dazu, was mich sehr stark an Deutschland erinnert. Und trotzdem sind es die kleinen Dinge, wie Spiele und Tanzeinlagen, die den Unterschied ausmachen. Aber damit dieser Blog nicht zu lang wird, erzähle ich euch später mehr! Seit also gespannt auf meine Eindrücke von Weihnachten und Silvester, die bald folgen werden!

 

Ich bin doch nicht aus Salz!

Sonntag, 22. Oktober 2017 von Luise Reichelt

Wie fange ich nun am besten an von all meinen Erlebnissen zu erzählen?!
Ich gebe euch erst einmal einen kleinen Einblick in die letzten Wochen und Monate, in denen so einiges passiert ist!
In letzter Zeit konnte ich nun wieder viele unglaubliche Erfahrungen sammeln und fühle mich nun schon richtig zuhause in den Philippinen. Das liegt nicht nur daran, dass ich nun schon denke wie eine Filipina sondern auch schon gute Freunde gefunden habe, die mir mit offenen Armen begegnet sind. Mein täglicher Begleiter sind seit neuestem mein Regenschirm und natürlich die Wasserflasche. Auch auf den Philippinen ist nun die Regenzeit in vollem Gange und teilweise ergießt sich der halbe Ozean über Cebu. Dabei habe ich nun auch schon einmal den Fehler begangen zu glauben, trocken mein zuhause zu erreichen! Doch auch wenn der Regen aufgehört hat sind die Straßen noch etwas länger unter Wasser und so kam ich in den Genuss mit meinem Fahrrad durch einen Fluss zu fahren, der ursprünglich mal eine Straße war!

Die Lehrerin der Vorschule hat daher auch den Unterricht an einem Tag ausfallen lassen und alle Kinder nach Hause geschickt, da man bei starkem Regen wirklich nicht mehr vor die Tür gehen kann ohne komplett nass an seinem Ziel anzukommen! Außerdem müssen sich die Eltern auch um ihr zuhause Sorgen machen, denn in den ärmeren Gegenden kann das Wasser sehr leicht in das Haus eindringen.
Ich möchte hier jetzt aber nicht nur beklagen, denn ein paar Wolken und ein kurzer Regenschauer sind schon sehr angenehm und kühlen die Temperatur ein klein wenig herunter. Und schließlich bin ich auch nicht aus Salz! Klingt vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber ein philippinisches Sprichwort.

Und trotzdem wird „Tschüss“ gesagt, bevor es auf in den Regen geht!

Und was noch…?
Außerdem möchte ich euch noch von meinen weiteren Erlebnissen in der letzten Zeit berichten! Durch meine Mentorin konnte ich bereits an anderen Projekten mitwirken und habe beispielsweise Essenspakete an Familien ausgeteilt, die durch einen Brand ihr Haus verloren haben. Das Feuer war erst vor kurzem hier in der Stadt aber konnte zum Glück schnell eingedämmt werden! Mit einigen anderen Freiwilligen haben wir daher in einer Sporthalle die Pakete verteilt.

alle Freiwilligen

Essen verteilen…

 

Noch vor kurzem hätte ich nicht erwartet, wie sehr man über sich hinauswächst aber nun habe ich den Beweis! Denn vor einigen Wochen habe ich mit meiner Mentorin einen Vortrag vor ungefähr 200 Schülern gehalten. Im Rahmen eines Freiwilligendienstes (FSJ) sollte ich über meine Erfahrungen und Eindrücke berichten und was mich bewegt hat, ein FSJ zu machen. Man blickt in viel Gesichter und berichtet von seinen Erlebnissen und das alles in Englisch aber irgendwie habe ich es geschafft auch einen kleinen Witz zu reißen.

kleinen Vortrag vor 200 Schülern

 

Der Oktober ist außerdem ein spannender Monat, da es der Monat des Rosenkranzes ist und so wird jeden Tag im Feeding Center zu Beginn der Rosenkranz gesprochen. Auch in meinem Bezirk wird dies zelebriert und so haben wir den ganzen Monat über die Statue der Heiligen Maria von Haus zu Haus getragen und einen Rosenkranz gebetet. Meine Gastfamilie hatte die Ehre die Heilige Maria als erste zu empfangen und dann wurde sie nach 2 Tagen zum nächsten Haus getragen.

die Heilige Maria wird weitergetragen…

Am Freitag den 13. gab es außerdem eine große Prozession zu Ehren von der Heiligen Maria. Die Statue wurde durch die Stadt getragen und es waren tausende Filipinos auf der Straße um an der Prozession teilzunehmen. Mit mehreren Bussen haben wir uns auf den Weg gemacht und einige Gemeinden hatten auch ihre Flaggen mitgebracht.
Als eine der Größten hatte ich daher einen super Ausblick auf die Masse der Menschen und habe mich trotzdem als ein Teil der Prozession gefühlt. Die vielen Lichter haben einfach eine wunderbare Atmosphäre geschaffen.

Prozession mit mehreren tausend Menschen

 

Feeding Programm der Straßenkinder
Die wöchentliche Arbeit mit dem Feeding mit Fr. Mac ist jedes Mal eine spannende Erfahrung und wird auch nicht langweilig, da immer etwas Neues passiert. So hatten wir letztens ein kleines Problem mit den örtlichen Polizisten. Aber auch solche Probleme kriegen uns nicht klein und so haben wir kurzer Hand unseren Standort gewechselt. Und natürlich gehören ein paar Witze mit dem Priester auch zur Routine, genauso wie kleine lustige Pannen.

Am 1. Oktober hat das Feeding Programm daher nun schon ihr 7. Jubiläum gefeiert und wir sind gemeinsam in ein Resort an der Westküste von Cebu gefahren. Alle Freiwilligen zusammen haben dann am Strand gefeiert und ich habe ein weiteres Mal im Südchinesischen Meer schwimmen können. Ihr könnt mir glauben, dass es wirklich so traumhaft schön ist, wie es auf den Bildern aussieht! Wenn ich nun zurückdenke an den Tag, muss ich erneut schmunzeln. Komischerweise können die meisten Filipinos nicht sehr gut schwimmen und ich habe ihnen einiges zeigen können! Diese Momente werde ich immer in Erinnerung halten…

Abschlussfoto von einer tollen Jubiläumsfeier mit den Freiwilligen

Bis bald!

 

Geburtstag auf philippinisch

Samstag, 23. September 2017 von Luise Reichelt

Ich komme nun endlich dazu auch von meinem Geburtstag zu berichten, der am 27. August war. Dieses Wochenende war auch gleich mein zweites richtiges Wochenende in meiner Gastfamilie und ich kannte bisher noch nicht so viele Leute. Geplant war daher nur eine kleine Feier mit meiner Gastfamilie und ein paar Bekannten!
Doch wie ihr selbst sehen könnt, ist es dann zu einem kleinen Nachbarschaftsfest geworden und ich wurde liebevoll in die kleine Gemeinschaft „Villa Christina“ (mein Bezirk) aufgenommen.

eine „kleine“ Geburtstagstruppe

Aber wie hat der Tag eigentlich begonnen? Den Vormittag habe ich noch in Ruhe genossen und habe mit meinem neuen Fahrrad, welches mir meine Familie zur Verfügung gestellt hat um zur Arbeit zu fahren, die Gegend erkundet. Ihr könnt euch vorstellen, dass dies auf ein paar Meter hinaus gelaufen ist, da die Sonne dich schon genug schwitzen lässt!
Das Fahrrad ist jetzt zu meinem täglichen Begleiter geworden und dazu gehört natürlich auch der Helm! Und ihr braucht euch nicht wundern, für mich wurde auch extra ein höherer Sitz gefunden, damit ich auch richtig fahren kann.

mein tägliches Transportmittel

Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, kamen schon die ersten Gäste und für mich wurde ein Gebet gesprochen, welches meine Gastmutter vorbereitet hatte. Anschließend habe ich dann die Kerze auf meinem selbstgebackenen Kuchen ausgeblasen und alle haben probiert. Damit habe ich versucht ein bisschen Heimat auf die Philippinen zu bringen, was bei der Suche so mancher Zutaten doch sehr schwierig war.

Bananen-Kokos Kuchen

 

Mit meinem selbstgebackenen Kuchen wollte ich ihnen auch zeigen, wie wir Geburtstage in Deutschland feiern. Normalerweise wird hier nämlich ein Kuchen gekauft! Meine Gasteltern hatten auch eine riesige Menge an Essen vorbereitet und alles hat super lecker geschmeckt! Davon haben wir dann auch noch die nächsten Tage essen können, da man auf den Philippinen immer für genügend Essen sorgt!

… und da fehlt der Nachtisch noch!

 

Nachdem mir dann auch unzählige Male „Happy Birthday“ gesungen wurde haben sich auch alle wieder verabschiedet.
Dazu muss ich euch noch erzählen, dass die Filippinos es lieben vorträglich und auch nachträglich zu gratulieren! Daher wurde mir schon am Abend vorher in der Abendmesse zum Geburtstag gratuliert und natürlich gesungen! Für mich ist das schon etwas komisch.
Außerdem hat mir meine Gastfamilie ein kleines Geschenk gemacht und ein Plakat vorbereitet. So etwas ist auf den Philippinen sehr typisch und wird bei jeder Feier oder jeglicher Veranstaltung vorbereitet.

Geburtstagsplakat

Anschließend haben wir dann einen Kurztrip in ein Resort gemacht, wo wir den freien Tag verbracht haben. Das war für mich dann nochmal wie ein Geburtstagsgeschenk und auch die Enkelkinder haben sich sehr über den Badespaß gefreut! Es war für mich daher ein gelungener Geburtstag! Und auch wenn ich mehrere tausende Kilometer von meiner Heimat entfernt bin, hat mir meine Gastfamilie einen wunderschönen Geburtstag bereitet!

viel Platz zum Schwimmen

kleines Paradies

Auch von meinem Projekt wurde ich mit einer kleinen Karte beschenk! Dabei haben fast alle Kinder etwas schönes geschrieben und mit in die Karte geklebt. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt noch ganz frisch im Projekt war, habe ich mich sehr gefreut, dass die Kinder schon an mich gedacht haben!

ganz viele Zettel mit Geburtstagswünschen!

Gastfamilie

Das ist genau das Stichwort, um euch auch meine Gastfamilie vorzustellen mit der ich nun das Jahr gemeinsam verbringen werde! Meine Gasteltern haben mich wie ihre eigene Tochter aufgenommen! Beide arbeiten noch und sind daher fast genauso viel unterwegs, wie ich. Denn auch an einem Samstag heißt es hier für viele: früh aufstehen und zur Arbeit fahren!

In dem Haus wohnt außerdem meine Lehrerin für Bisaya (die Sprache, hier in Cebu), die gleichzeitig ein paar Kinder in der Nachbarschaft unterrichtet. Auf der anderen Straßenseite liegt ein weiteres Haus der Familie, welches von dem Sohn und seinen zwei kleinen Jungs bewohnt wird.

Bis bald!

 

Ate Luise im office

Sonntag, 03. September 2017 von Luise Reichelt

Nun komme ich endlich mal dazu euch einen kleinen Einblick in meine letzten Arbeitswochen zu geben! Seit dem 21.08. helfe ich nun schon im Projekt mit und bin sehr begeistert und stolz, was meine Chefin alles meistert. Aber jetzt fange ich mal von vorne an zu erzählen!

Ate Reggi (meine Chefin) und ich

Das Sponsorship-Programm ermöglicht mehr als 400 Kindern den Besuch einer Schule und finanziert die schulischen Mittel. Dabei handelt es sich um Sponsoren aus der ganzen Welt und sogar aus verschiedenen Kontinenten. Die Familien können aus den verschiedensten Gründen das Geld für die Schule nicht aufbringen und werden daher vom „Archdiocesan Shrine of Our Lady of Lourdes – Sponsorship program“ unterstützt. Die Kinder kommen nach der Schule auch in das Projekt um an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen. Mich beeindruckt es auch sehr, dass hier jeder jedem hilft beispielsweise bei den Hausaufgaben! Die Kinder schreiben ihren Sponsoren auch regelmäßig Briefe und bedanken sich bei Ihnen oder zeigen Ihnen stolz, was sie mit ihrer Hilfe schon alles erreicht haben! Dazu gehören auch die Weihnachtskarten, die ich schon vorbereiten konnte und für die deutschen Sponsoren auch übersetzten durfte. Ihr könnt euch vorstellen, dass dies viel Arbeit macht und ich bin froh dabei mithelfen zu können.

Einer der Stapel – so viele Weihnachtskarten zum übersetzten! In meinem Kopf klingeln schon die Weihnachtsglocken.

In dieser Woche haben wir auch eine großzügige Spende von einem befreundetem Priester erhalten. Die vielen Packungen waren gefüllt mit Keksen und ich habe mitgeholfen kleine Tüten vorzubereiten, damit jedes Kind eine Packung erhalten kann.
Das Team des Projektes ist super nett und es macht viel Spaß mit Ihnen zu arbeiten, auch wenn ich nicht immer alles versteh, wenn sie Bisaya reden.

Wir bereiten die Kekstüten für die Kinder vor

 

Projektarbeit

Die Gemeinde bietet jedoch noch viele weitere Dienstleistungen an, an denen ich auch mitwirken kann!
Dazu gehört zum Beispiel die Vorschule, in der ca. 13 Kinder auf die Schule vorbereitet werden und zum Mittag einen Snack erhalten. Nach bereits 2 Tagen konnte ich fast alle Namen und die Kinder haben es sehr genossen mit mir zu spielen. Die Kinder rufen mich auch schon immer mit „Ate Luise“ und freuen sich mich zu sehen. Diese Anrede ist hier auf den Philippinen sehr üblich und zeigt Respekt.

Außerdem gibt es noch das „feeding center“! Jeden Tag werden dort die Kinder mit ihren Müttern mit einem kleinen Minibus aus den verschiedenen Bezirken abgeholt und zum Center gebracht. Wir spielen dann ein bisschen mit den Kindern, die von ein paar Monaten bis zu 6 Jahre alt sind, und sie bekommen eine warme Mahlzeit. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Ernährung der Kinder und das sie auch genug zu essen bekommen. Hier habe ich schon gemerkt, wie wichtig dies für die Kinder ist.

Gestern konnte ich dann auch schon zum zweiten Mal den Priester Mac begleiten. In einem wirklich kleinen Minibus fahre ich zusammen mit vier weiteren Freiwilligen in die schwierigen Bezirke. Mit auf der Ladefläche haben wir 4 riesige Töpfe gefüllt mit Reis, Gemüse und „lugaw“ (Reisbrei mit Fleischstückchen) und fahren durch die ganze Stadt. An einigen Standorten halten wir an und verteilen das Essen, an die Leute und geben dabei auch jedem Kind ein bisschen Geld um sich Wasser zu kaufen.
In dem kleinen Minibus ist es dann schon wirklich warm, wenn auch noch der Dampf aus den Kochtöpfen steigt. Es hat mich aber sehr beeindruckt die verschiedenen Bezirke zu sehen und wie sehr die Menschen auf die Unterstützung von Priester Mac angewiesen sind. Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit eine große Hilfe dabei sein kann!

der Minibus zum Verteilen des Essens an die Straßenkinder

die freudigen Gesichter

 

der Priester Mac (im Blumenshirt) ist sehr unterhaltsam

Mein aller erster Arbeitstag!
Als ich das erste Mal zum Projekt gebracht wurde, war ich schon ein bisschen aufgeregt aber habe mich auch sehr auf die Kinder gefreut. Leider war mein erster Tag ein Feiertag und ich konnte demnach nicht viel machen, da die meisten zuhause waren. Doch trotzdem wurde ich schon am Eingang ganz herzlich begrüßt!

ein herzliches Hallo am Eingang

Nur die Tanzgruppe hat für das Event am Abend geprobt und ich konnte zuschauen, was sie so alles einstudiert haben! Der Anlass der Feierlichkeit war der Besuch einer Priesters mit italienischen Wurzeln, der auch die Messe abgehalten hatte.
Nach dem Gottesdienst wurde ich dann auch zu der Veranstaltung eingeladen, bei der die Kinder ihre Tanzkünste präsentiert haben. Wirklich beeindruckend war dabei auch der Tinikling, dabei tanzen die Leute zwischen Bambusstangen. Dieser Tanz wirkt auf mich noch sehr gefährlich, da die Bambusstangen in einem Rhythmus zusammengeschlagen werden und man schnell den Fuß wegziehen muss!
Abgesehen von den faszinierenden Tänzern waren die meisten aber auch sehr an meiner Größe interessiert, wodurch ich unendliche Fotos gemacht habe und mir meine Mundwinkel schon wehtaten.
Die drauffolgenden Tage waren noch etwas chaotisch für mich, da ich mich erstmal in den Alltag einfinden musste. Wenn ich nun morgens aufstehe und erstmal unter die Dusche springe, freue ich mich schon auf mein Projekt.

die Kleinen zeigen, was sie einstudiert haben

eines von unzähligen Fotos des Abends

Bisher war es bei mir also sehr aufregend und ich habe viel erlebt!
Ich komme schon gar nicht hinterher mit den vielen Eindrücken, die ich mit euch teilen möchte. Bleibt einfach weiterhin gespannt!

 

Tägliche Überlebenskunst

Freitag, 25. August 2017 von Luise Reichelt

Seit ich nun schon auf der kleinen Insel Cebu bin, wurde ich immer mit dem Auto an mein Reiseziel gebracht! Auch in meiner ehemaligen Gastfamilie war das Auto, das häufigste Transportmittel. Ein großer Vorteil ist dabei auch die angenehm kühle Klimaanlage im Auto, die hier unverzichtbar ist!
Mit meiner Gastschwester in Liloan durfte ich nun schon in den Genuss kommen mit einem „Jeepney“ nach Cebu City zu fahren. Damit ich auch Platz in dem Fahrzeug finde, hatte sie extra für mich einen großen „Jeepney“ gewählt! Schnell habe ich auch begriffen, dass dieses Transportmittel sehr beliebt ist, da immer mehr Leute einstiegen. Insgesamt saß ich dann mit 30 Leuten in diesem kleinen Minivan und beneidetet den Fahrer, der nicht Bein an Bein zwischen so vielen Leuten sitzen musste.
Um von einem Punkt zum Anderen zu kommen, ist der „Jeepney“ sehr günstig aber eben auch gefährlich, da er nach seinen eigenen Regeln fährt.
Eine Fahrt mit dem Auto ist daher auch immer eine kleine Herausforderung, da man auf alles achten muss, von Fußgänger, die einfach die Straße überqueren, bis hin zu Bussen, die einen auch mal auf der Gegenspur überholen. Daher wird die Hupe auf den Philippinen auch eher als Signal benutzt für: Hey, ich fahre hier!

Jeepneys unterwegs auf den Straßen

Wenn es an einer Kreuzung keine Ampel gibt, ist es immer ein kleines Chaos vorwärts zu kommen, wobei einem dabei Verkehrsregler helfen sollen, was aber nicht immer so gut klappt. Das liegt aber auch daran, dass jeder so fährt, wie er will. Deshalb ist es auf einem Motorrad am gefährlichsten, diese drängeln sich durch jede Lücke um vorwärts zu kommen. Insgesamt also eine sehr gefährliche Angelegenheit mit der die Filipinos aber tagtäglich zurechtkommen.
Neben den kleinen Minivans gibt es aber auch die „Tricycles“, die einen direkt vor die Haustür bringen. Diese erinnern mich an Fahrradrikschas, wobei es die „Tricycles“ auch in der Motorradversion gibt und man nicht hinter dem Fahrer sondern neben ihm sitzt.
Für mich sind sie nur etwas klein und ich muss aufpassen, dass ich mir nicht bei jedem Stolperstein, den Kopf anstoße.

die Straßenspur wird hier auch nicht immer eingehalten

In meiner neuen Gastfamilie kann ich zu meiner Arbeit auch laufen, möchte aber auch mal das Fahrrad ausprobieren. Dabei ist jedoch das schwierigste das Überqueren der Straße, obwohl ich schon den Zebrastreifen benutze! Man muss hier aber trotzdem noch mit einer Handgeste versuchen, die Autos zum Anhalten zu bewegen, sodass man unversehrt auf der anderen Straßenseite ankommt. Ich bin schon gespannt, wie ich das in nächster Zeit meistern werde.

Ich hoffe, ihr habt nun einen kleinen Eindruck davon gewonnen, wie der Verkehr hier so läuft! Freut euch auf weitere Blogeinträge…

 

Aller Anfang ist schwer …

Freitag, 18. August 2017 von Luise Reichelt

Eine Woche habe ich nun mit meiner Gastfamilie in Liloan gelebt, um ein wenig die Kultur kennenzulernen. Alles war für mich neu und ich musste erstmal damit zurechtkommen, dass in meinem Zimmer nur ein Ventilator steht und keine Klimaanlage. Zu jeder Mahlzeit Reis zu essen, ist in der Familie auch ganz normal.

Da es hier zu jeder Tages- oder Nachtzeit super heiß ist, ist die morgendliche Dusche schon zum Alltag geworden. Auf den Philippinen benutzt man dabei jedoch einen großen Eimer mit einer Schüssel, um sich mit dem Wasser abzukühlen. Wasser aus dem Duschkopf ist hier nicht für jeden selbstverständlich!

Eingang zu meinem Zuhause

Meine Gasteltern, Tante und Enkel

Das Leben bei der Familie Bantilan ist sehr familiär! So habe ich nun schon fast jeden kennengelernt, der auch nur über fünf Ecken mit der Familie verwandt ist! Jeden Sonntagabend gibt es bei den Eltern ein großes Familienessen. Die Tür zum Elternhaus steht daher immer allen offen! Für mich ist es nun schon zur Gewohnheit geworden immer jemand anderen im Haus zu sehen und es ist sehr lustig mit den Kindern herum zu albern. Ein großes Hobby von allen ist singen, daher ist immer Musik im Haus.

Der katholische Glaube ist für die Familie ein wesentlicher Aspekt im Leben und daher war ich nun auch schon sehr oft in der philippinischen Messe. Dazu gehört ebenfalls das Gebet vor jeder Mahlzeit.
Auch im Auto wird ein Gebet gesprochen bevor man losfährt, was für mich dann doch etwas befremdlich ist. Außerdem benutzen meine Gasteltern, ich nenne sie auch „nanay“ (Mutter) und „tatay“ (Vater), nie den Sicherheitsgurt!

Messe in der Don Bosco Kirche

Innerhalb dieser Woche habe ich schon so viel erlebt mit der Familie:
Ich war bei zwei Geburtstagsfeiern, die hier sehr groß gefeiert werden und verbunden sind mit super leckerem Essen. Darüber hinaus konnte ich die Erfahrung machen mit einem „Jeepney“ zu fahren (dazu aber später mehr) und bereits Freundschaften schließen. Zudem konnte ich verschiedene Friedhöfe besuchen und sogar eine Beerdigung begleiten. Mit meinen Gasteltern habe ich auch schon in mehreren Kirchen zur Messe gesessen, wobei mir die Kirche im Don Bosco Haus von Liloan am besten gefallen hat. Außerdem habe ich zwei Schulen besucht, wo mich die Kinder mit großer Freude begrüßt haben! Sie waren auch sehr erstaunt von meinem bisherigen Bisaya Wortschatz, den ich Stück für Stück verbessere.

auf dem Friedhof in Liloan

kleiner Ausblick vom Essen auf der Geburtstagsfeier

Die Familie ist mir schon sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass ich hier eine Woche wohnen durfte. Ich hoffe, dass ich über das Jahr nochmal die Chance habe, sie wiederzusehen!

 

Ich lande auf dem Wasser!

Donnerstag, 17. August 2017 von Luise Reichelt

 

Ausblick aus dem Flugzeug

Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, stieg bei mir die Aufregung auf das, was kommen wird. Von meinem Fenster aus habe ich fast immer nur Wasser gesehen, doch dann sah ich endlich das Festland. Der kleine Flughafen, direkt vor der Stadt Cebu, liegt auf einer Insel, daher hatte ich beim Landen fast das Gefühl im Wasser anzukommen. Aber in den Philippinen ist alles von Wasser umgeben, da das Land aus über 7.000 Inseln besteht, wie mir bereits fast jeder Filipino erzählt hat. Nachdem ich wieder meinen Koffer bei mir hatte, ging es raus aus dem Flughafengelände und mich Umgab sofort die Hitze!
 

Nachdem ich von meiner Mentorin, Taichi, und Priester Arvin vom Flugplatz abgeholt wurde, ging es für mich nach einer kleinen Stärkung zum Don Bosco Provincial House. Dort habe ich zunächst einmal alle kennengelernt und durfte die nächsten Tage interessante Gespräche führen mit den Priestern, die dort wohnen.

ein kleiner Teil, der Leute vom Provincial House

Die Zeitumstellung lässt einen auch hier nicht locker und so verbrachte ich den nächsten Vormittag in meinem Bett. Nachdem ich alle kennengelernt hatte, wurde ich direkt in die philippinische Küche integriert und probierte mich durch vielerlei Früchte und Gerichte. Am Nachmittag gab es für mich eine kleine Lehreinheit, in der mir meine Mentorin einiges über die Don Bosco Häuser auf den Philippinen erzählte! Wer dachte, dass es sich hierbei um nur zwei oder drei Häuser handelt, hat falsch gedacht! Denn insgesamt sind es sogar 24 Häuser.

Am folgenden Tag durfte ich eine kleine Kulturreise miterleben, auf der mich Priester Arvin und eine Bekannte begleitet haben und sie mir einiges über die Geschichte der Philippinen erzählen konnten. Vormittags ging es auf Kirchentour, wobei ich unter anderem Santo Niño gesehen habe. Dann wurden mir die anderen Don Bosco Häuser in Cebu City gezeigt, wie Pasil und Lawaan. Beide Standorte waren sehr interessant und die Leute haben mir begeistert von ihrer Einrichtung erzählt.

eine Sehenswürdigkeit in Cebu City (Fort San Pedro)

Am nächsten Tag wurde ich dann zu meiner Gastfamilie gebracht, in der ich jedoch nur für kurze Zeit bleiben sollte! Davon möchte ich euch aber noch in einem anderen Blog mehr erzählen…

 

Gefühlschaos …

Donnerstag, 03. August 2017 von Luise Reichelt

Die letzten Tage in Deutschland…

Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass ich schon in 3 Tagen im Flugzeug sitzen werde! Dann werden 10.437 km zwischen meiner Heimatstadt und meinem neuen Zuhause Cebu City liegen. Eine halbe Weltreise werde ich zurücklegen, um eine völlig neue Kultur kennen zu lernen.

Das scheint noch weit weg, wenn ich hier in meinem Zimmer in Berlin sitze und diesen Text schreibe. Ist es Vorfreude oder Abschiedstrauer, die mich die letzten Tage verfolgen? Vielleicht ein bisschen von beidem. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich noch alles in dem Jahr erwarten wird. Doch nun heißt es erstmal Koffer packen und hoffentlich nichts vergessen! Aber man kann sich gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist für ein ganzes Jahr seine Koffer zu packen. Der Abschied von meinen Liebsten steht auch noch bevor!

Dennoch erwarte ich mit Vorfreude den Moment, wenn ich aus dem Flugzeug in Cebu City aussteige und völlig überrumpelt bin von den vielen Eindrücken und natürlich den 32°C mit 75% Luftfeuchtigkeit!

Was mich noch alles auf den Philippinen erwarten wird, werde ich schon bald herausfinden und ich freue mich, dies hier festzuhalten und euch, interessierte Leser, mit auf die Reise zu nehmen! Seid gespannt …