Winterliche Grüße im August!

Samstag, 12. August 2017 von Marianka Rehm

Hoch hinaus…

Hola ihr Lieben! Während ihr vergangenen Sonntag schon das Mittagessen genossen habt, war es in Bolivien noch früh morgens und nach einer fast 23 Stunden langen Reise bin ich hier in El Alto am internationalen Flughafen gut angekommen. Dort wurde ich von Isa, der Projektleiterin des Projektes Palliri, und Awa, einer deutschen, bald ehemaligen Freiwilligen, schon erwartet und sehr herzlich in Empfang genommen. Mit dem Auto ging es zur WG, in der ich aktuell mit Awa, zwei aus Spanien und einer Italienerin – alles echt super nette Leute – zusammen wohne.

Orange markiert: El Alto/La Paz.
La Paz ist der Regierungssitz Boliviens, die Hauptstadt ist Sucre.

Glücklicherweise habe ich mich schnell an die Höhe hier gewöhnt. Schließlich komme ich von der auch nicht ganz so niedrigen Schwäbischen Alb. Na gut… 4100 Höhenmeter sind für deutsche Verhältnisse schon nicht ganz alltäglich und zugegebenermaßen kann einem hier nach dem Treppensteigen schon einmal die Puste ausgehen… – nicht umsonst heißt die Stadt „El Alto“ (=„Die Höhe“). El Alto war früher einmal ein Stadtteil und grenzt daher im Westen direkt an La Paz. Die Stadt hat über 1 Million Einwohner und wird nun für ein Jahr meine neue Heimat sein.

Am Dienstag konnte ich gleich erste Einblicke ins Projekt Palliri gewinnen: Morgens war ich mit Awa in der guardería, einem Kindergarten, in welchem Kinder im Alter von acht Monaten bis fünf Jahren betreut werden. Die Kinder haben mich sehr lieb begrüßt und sogleich Allerlei auf Spanisch erzählt – ich habe natürlich fast alles (nicht) verstanden, aber man konnte sich trotzdem gut verständigen. Mittags waren wir dann bei den Älteren und haben Schulkinder bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Die Arbeit im Projekt gefällt mir sehr gut und ich freue mich auf das kommende Jahr!

Vom deutschen Hochsommer bin ich direkt in den bolivianischen Winter gereist. Zwar scheint die Sonne hier tagsüber sehr stark und es ist ziemlich warm, sodass man hier sogar im Winter Sonnencreme benötigt und das Gras bewässern muss, jedoch ist es im Haus rund um die Uhr sehr kalt. Sobald die Sonne untergeht, kühlt es auch außen sehr stark ab und es kann nachts zu Minustemperaturen kommen. (Eine für Deutsche sehr interessante Kombination von Wärme und Kälte) Kommt man hier nach der Arbeit nach Hause, versammeln sich meist alle am Wohnzimmertisch – Warum? Dort befindet sich nämlich versteckt die hier im Haus sehr geschätzte Heizung.

Bewässerung des Rasens im Winter!

 

Versteckte Heizung unter dem Wohnzimmertisch.

Mittlerweile war ich auch schon „unten“ in La Paz. Da die Metropole in den Anden und somit in einer sehr bergigen und steinigen Region liegt, wäre der Bau einer U- oder Straßenbahn unmöglich. Weil aber trotzdem in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Leute befördert werden müssen und die für La Paz und auch andere bolivianische Städte typischen Minibusse alleine nicht ausreichen, hat man sich etwas Grandioses einfallen lassen: Der Teleférico, eine Seilbahn, welche mitten durch die Stadt führt und unter anderem La Paz mit dem etwas höher gelegenen El Alto verbindet. Es gibt schon mehrere „Linien“ und weitere sind zurzeit im Bau. Auf Besucher wirkt das Bild einer solchen Seilbahn mitten in der Großstadt zunächst möglicherweise etwas paradox. Doch für viele Einwohner ist der Teleférico längst zum alltäglichen Verkehrsmittel geworden. Außerdem bietet sich von den Gondelkabinen aus eine wirklich atemberaubende und unglaubliche Aussicht über die Städte La Paz bzw. El Alto. Ich habe versucht, diese annähernd in einem Foto festzuhalten.

Unfassbare Weite…

 

Rot umkreist: Ein Passagierflugzeug, welches zur Landung auf dem höchstgelegenen Zivilflughafen der Welt (in El Alto) ansetzt.

 

Die Basilica San Francisco in La Paz – nein, das im Hintergrund ist keine raue Berglandschaft, das sind unendlich viele Häuser!

 

Bis bald!