Uganda – Luganda – Baganda – Buganda

Dienstag, 03. Oktober 2017 von Lena Neuenhofer

Hallo ihr Lieben! Endlich habe ich es geschafft mir etwas Zeit zu nehmen und euch ein bisschen über meine Eindrücke und Erfahrungen zu erzählen. Ich hoffe ich habe euch nicht zu lange warten lassen!J

Nach einer relativen langen Reise dafür, dass ich dachte, dass eine Reise um eine Zeitzone nach Osten nicht so weit sein kann, bin ich endlich in, „die Perle Afrikas“, Uganda angekommen. Ganz entgegen meinen Erwartungen verlief die Reise problemlos. Es gab keine Verspätungen, keine Schwierigkeiten bei der Einreise, …. Dies lag aber wahrscheinlich auch daran, dass Vreda (eine Mitfreiwillige von mir) fünf Tage vor mir geflogen ist und somit mein Versuchskaninchen war. Sonst hätte es gut sein können, dass ich den, ohne Vorwarnung, unerwarteten Zwischenstopp in Kigali, Rwanda als mein Ziel empfunden hätte und vielleicht einen etwas anderen Eindruck über mein Einsatzland gehabt hätte als meine Vorfreiwillige. Während des Fluges gingen mir so viele Fragen durch den Kopf zu denen ich immer noch keine Antwort gefunden hatte. Ich musste mir dabei immer wieder sagen „Lass dich überraschen. Die Antwort wird schon irgendwann kommen.“

Obwohl ich erst um drei Uhr morgens in Entebbe gelandet bin, hatten meine Mentoren mich mit offenen Armen empfangen und die Müdigkeit war schnell vergessen, weil ich das Gefühl hatte, jetzt fängt es richtig an! Anschließend sind wir von Entebbe in die Hauptstadt von Uganda gefahren und haben dort noch ein paar Stunden Schlaf nachgeholt.

Am Sonntagmittag hatte ich endlich die Möglichkeit Kampala bei Tageslicht zu sehen und mir auch ein Bild von der Stadt und den Menschen zu schaffen. Zum Glück hatten meine Mentoren mich zu Beginn an die Hand genommen, damit ich meine neue Umgebung bewundern konnte, ohne von einem BodaBoda (Motorrad) oder Taxi im ungewohnten Linksverkehr umgefahren zu werden. Meine ersten Eindrücke waren Chaos und Lärm.

Nach meinen ersten Stunden in Kampala hatten meine Mentoren mich zu meiner Gastfamilie nach Mpererwe, im Norden Kampalas, gebracht. Die Familie besitzt viele Tiere, u.a. über 200 Hühner (die mir das Ausschlafen am Wochenende nicht einfach gemacht haben), drei Kühe und 20 Schweine. Dort habe ich gewohnt während ich die Grundlagen der Sprache Luganda gelernt habe. Luganda ist leider überhaupt nicht mit den schon bekannten Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch zu vergleichen, weshalb es mir sehr schwer fällt diese neue Sprache zu lernen aber es macht trotzdem sehr viel Spaß. Die Ugander meinen nämlich, dass die „Weißen“,  oder auch „Muzungus“ genannt, nur Englisch können. Wenn ich aber meine bisherigen Kenntnisse mal anwende und z.B. den Taxifahrer bitte an der nächsten Ecke zu halten, sind alle überrascht und fangen an zu lachen, weil sie nicht davon ausgegangen sind, dass ich, als Muzungu, Luganda kann. Leider führt das dazu, dass viele der Meinung sind, dass ich jetzt fließend Luganda sprechen kann und muss sie deswegen schnell enttäuschen und sagen, dass ich erst seit ein paar Wochen Luganda lerne.

Hier in Uganda ist es sehr typisch zwei Namen zu haben: einmal den Namen, der von den Eltern gegeben wird und dann noch den bagandischen Namen, der von den Großeltern gegeben wird. Meine Gastfamilie meinte zu mir, dass ich erst eine richtige Uganderin bin, wenn ich auch einen bagandischen Namen besitze. Deswegen habe ich direkt an meinem ersten Tag den Namen „Nakimuli“, der übersetzt „Sonnenblume“ heißt, bekommen und stelle mich auch seitdem immer als Nakimuli Lena vor. Ob ich diesen Namen wegen meinen roten Haare bekommen habe…..

Außerhalb von der Sprachschule habe ich die verschiedensten Seiten von Kampala gesehen. Ich war zusammen mit Vreda auf dem Bahai Tempel von dem wir eine super Sicht über ganz Kampala hatten.

Sicht auf Kampala vom Bahai Tempel

Seitdem ich in Uganda angekommen bin, gab es schon ein Paar Umstellungen auf die ich mich zum Teil vorbereitet hatte bzw. über die ich mir Gedanken gemacht hatte. Die erste Umstellung, die direkt am ersten Tag auf mich zu kam war, dass ich nach zwei Jahren wieder Fleisch und Fisch gegessen habe… und nicht nur am ersten Tag, sondern seit meiner Ankunft gefühlt jeden Tag! Aber es schmeckt sehr gut! Eine weitere ist, dass sich jüngere Kinder aus Respekt vor mich hinknien, wenn sie mir hallo sagen oder mir etwas zu essen oder zu trinken bringen. Als ein Kind sich das erste Mal vor mich hinkniete, war ich sehr schockiert und wusste überhaupt nicht wie ich reagieren sollte. Meine Gastmutter hat mir dann aber erklärt, dass das Hinknien vor Übergeordneten oder Gästen, vor allem vor den Großeltern, zur Kultur gehört und ich es nicht als unangenehm empfinden soll.

Ich habe in meinen ersten paar Wochen schon viel über das Land Uganda und insbesondere die Region Buganda gelernt, wo ich mein Jahr verbringen werde. Dabei werde ich viel über die Kultur der Baganda, die Einwohner Bugandas, und hoffentlich die Sprache Luganda lernen.

Diese vier Begriffe Uganda, Baganda, Buganda und Luganda habe ich für meine Überschrift gewählt, weil sie meine ersten Erfahrungen und Eindrücken umfassen und mich das ganze Jahr hier in meiner neuen Heimat begleiten werden.